bookmark_borderTagesblick 11.1.2022, Dienstag

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CORONA – INNOVATION – Für Hochrisikovarianten: Biontech entwickelt Corona-Frühwarnsystem – 11.1.2022
Im Kampf gegen die Pandemie hat Biontech gemeinsam mit der Firma InstaDeep ein Frühwarnsystem entwickelt, um bei der Entdeckung zukünftiger Virusvarianten einen Schritt voraus zu sein. Dabei spielt künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle. Bereits bei Omikron habe das System im Test funktioniert.
Biontech hat mit der britischen Firma InstaDeep ein Frühwarnsystem zur Erkennung möglicher Hochrisikovarianten des Coronavirus entwickelt. Die neue Berechnungsmethode analysiere mithilfe künstlicher Intelligenz weltweit verfügbare Sequenzierungsdaten und könne mögliche Hochrisikovarianten innerhalb von weniger als einem Tag erkennen, teilte das Mainzer Biotechunternehmen heute mit.
Während des Versuchszeitraums habe das System mehr als 90 Prozent der von der Weltgesundheitsorganisation WHO identifizierten Virusvarianten im Schnitt zwei Monate im Voraus erkannt. Die hochansteckende Omikron-Variante sei von dem System am ersten Tag, an dem ihre Sequenz verfügbar wurde, als Hochrisikovariante eingestuft worden. „Die frühzeitige Erkennung potenzieller Hochrisikovarianten könnte ein wirksames Instrument sein, um Forscher, Impfstoffentwickler, Gesundheitsbehörden und politische Entscheidungsträger zeitnah zu warnen und so mehr Zeit für die Einleitung entsprechender Maßnahmen gegen bedenkliche neue Virusvarianten zu haben“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin.
Mit InstaDeep, einem Spezialisten für Künstliche Intelligenz, war Biontech bereits Ende 2020 eine langfristige Partnerschaft eingegangen, die das Unternehmen bei der Entwicklung neuer Immuntherapien unterstützen soll.
*** Biontech erwartet 2022 bis zu 17 Milliarden Umsatz
Mit seinem Covid-19-Impfstoff erwartet Biontech in diesem Jahr Umsätze von bis zu 17 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr dürfte der Umsatz wie bislang vorhergesagt bei 16 bis 17 Milliarden Euro gelegen haben. 2022 geht Vorstandschef Sahin von einer Spanne von 13 bis 17 Milliarden aus, wie aus einer nun veröffentlichten Investoren-Präsentation hervorgeht.
Biontech bekräftigte, dass ein an die Omikron-Variante des Coronavirus angepasster Impfstoff bereits im März zur Verfügung stehen könnte. Insgesamt strebt das Unternehmen in diesem Jahr weiterhin eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfdosen an. Quelle: ntv.de, ysc/rts
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Biontech-entwickelt-Corona-Fruehwarnsystem-article23050716.html

CORONA – INNOVATION – Nasenspray schützt vor Corona-Infektion – Wirkung der Neuentwicklung von Forschern der Universität Helsinki hält acht Stunden lang an – 11.1.2022
Helsinki (pte014/11.01.2022/11:30) – Forscher der Universität Helsinki http://helsinki.fi/en haben ein Nasenspray entwickelt, das vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und seinen Varianten schützen soll. Es wirkt laut den Experten von der ersten Minute der Anwendung an und verhindert für etwa acht Stunden, dass sich die gefährlichen Mikroorganismen einnisten.
*** Bei Mäusen funktioniert es
Eigenen Angaben der finnischen Fachleute nach verhindert der Wirkstoff, dass sich das Spike-Protein des Virus, das wie eine Nadelspitze aus dem Mikroorganismus herausragt, an eine Körperzelle andocken und sie infizieren kann. „TriSP92“ heißt das Molekül, das die Forscher entwickelt haben. „In Tiermodellen bot nasal verabreichtes TriSb92 Schutz vor Infektionen in einer Expositionssituation, in der sich alle ungeschützten Mäuse infizierten“, sagt Postdoktorandin Anna Mäkelä, die Erstautorin der Studie
„Da die hemmende Wirkung des TriSb92-Moleküls auf eine Stelle des Coronavirus-Spike-Proteins zielt, die alle Varianten des Virus haben, verhindert es Infektionen mit jeglicher Form des Virus, einschließlich Omikron“, so Mäkelä. In Modellvirusstudien konnte TriSb92 sogar die Ausbreitung von SARS verhindern, dem Virus, das Anfang der 2000er-Jahre aufkam. „Wir können ziemlich zuversichtlich davon ausgehen, dass künftige Varianten von SARS-CoV-2 und vielleicht sogar ganz neue Coronaviren, die Pandemien zu verursachen drohen, daran gehindert werden, dass sie sich einnisten“, glaubt die Virologin.
*** Spray ersetzt Impfung nicht
Das Spray kann die Impfung aber nicht ersetzen, betonen die Virologen. Es sei lediglich für den kurzfristigen Schutz vorgesehen, wenn Menschen in eine Situation geraten, in der sie sich infizieren können. Auch diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, ließen sich mit dem Spray schützen. Zudem auch Menschen, deren Immunsystem auf eine Impfung zu schwach reagiert, sodass sie vor einer Ansteckung nicht geschützt sind. Noch in diesem Frühjahr sollen klinische Tests erfolgen.
https://www.pressetext.com/news/20220111014

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CORONA – Italien: Corona-Impfpflicht für über 50-Jährige in Kraft getreten – 8.1.2022
ROM (dpa-AFX) – In Italien ist die Corona-Impfpflicht für Menschen im Alter von mehr als 50 Jahren in Kraft getreten. Das am Mittwoch im Ministerrat beschlossene Dekret wurde am Samstag wirksam, nachdem es am Freitag in Amtsblatt erschien. Ungeimpfte haben jedoch noch Zeit, bis ihnen Konsequenzen drohen. Ab dem 1. Februar ist eine Strafe von 100 Euro für diejenigen vorgesehen, die bis dahin noch ungeimpft sind oder ihre zweite Dosis beziehungsweise den Booster nicht erhalten haben, obwohl sie es könnten.
Die Impfpflicht gilt bis zum 15. Juni und für alle Menschen über 50 mit Wohnsitz in Italien, also auch ausländische Staatsbürger. Ab dem 15. Februar greift für die über 50-Jährigen zudem die 2G-Regel auf der Arbeit. Wer ab dann nicht geimpft oder nachweislich genesen ist, kann zum Beispiel nicht mehr ins Büro kommen. Für jüngere Arbeitnehmer reicht ein negativer Test. Wer dennoch erscheint und erwischt wird, muss wie bisher mit einer Strafe zwischen 600 und 1500 Euro rechnen.
Die Maßnahme hatte für reichlich Kritik, aber auch Lob gesorgt. Viele Politiker aus den mitregierenden Parteien befürworteten das Vorgehen. Regierungschef Mario Draghi hatte die Maßnahmen damit gerechtfertigt, in der Altersgruppe einzuschreiten, die stärker vom Risiko betroffen ist, bei einer Infektion ins Krankenhaus eingeliefert zu werden.
Der Gründer der größten Parlamentspartei Fünf-Sterne-Bewegung, Berufskomiker Beppe Grillo, kritisierte, die Kontrolle der Zentralregierung rufe „orwellsche Bilder“ hervor, die schwer auf der Psyche lasteten. Liguriens Regionalpräsident und Mitbegründer der konservativen Partei Coraggio Italia (Mut Italien), Giovanni Toti, sprach sich in der Zeitung „La Repubblica“ (Samstag) dafür aus, die 2G-Regel auszuweiten. Bei einer Impfpflicht hätte man alle Erwachsenen einbeziehen müssen./jon/DP/zb
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-01/54924330-italien-corona-impfpflicht-fuer-ueber-50-jaehrige-in-kraft-getreten-016.htm

bookmark_borderTagesblick 7.1.2022, Freitag

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CORONA – MEDIZIN – Corona-Impfung kann laut US-Studie Periode bei Frauen leicht verzögern – 7.1.2022
Washington – Die Coronaimpfung kann bei Frauen offenbar die Periode leicht verzögern. Das geht aus einer gestern im Fachjournal Obstetrics & Gynecology (2022; DOI: 10.1097/AOG.0000000000004695 ) veröffentlichten US-Studie hervor.
Demnach setzte bei geimpften Frauen die Blutung etwa 1 Tag später ein als bei ungeimpf­ten Frauen. Die Dauer der Monatsblutung wurde demnach jedoch nicht beeinflusst. Den Forschern zufol­ge sind die Aus­wirkungen der Impfung auf die Periode gering und voraussichtlich nur vorübergehend.
Die Wissenschaftler hatten anonymisierte Daten einer App zur Überwachung der Fruchtbarkeit bei Frau­en im Alter von 18 bis 45 Jahren, die keine hormonelle Verhütung verwenden, ausgewertet. Etwa 2.400 Frauen in dem Datensatz waren geimpft, die meisten mit Biontech/Pfizer (55 %) gefolgt Moderna (35 %) und Johnson & Johnson (7 %). Als Vergleichsgruppe wurden die Daten von 1.500 ungeimpften Frauen herangezogen.
Die Forscher verglichen Daten aus 3 aufeinanderfolgenden Zyklen vor der Impfung mit 3 Zyklen während und nach der Impfung. Bei den ungeimpften Frauen waren es 6 aufeinanderfolgende Zyklen. Im Durch­schnitt war die 1. Impfstoffdosis mit einer Verlängerung der Zyklusdauer um 0,64 Tage und die 2. Dosis mit einer Verlängerung um 0,79 Tage verbunden.
Die Hauptautorin der Studie, Alison Edelman von der Oregon Health & Science University, erklärte, dass die Ergebnisse der Studie „sehr beruhigend“ seien und diese Frauen, die nach einer Impfung Veränderun­gen an ihrer Periode bemerkt hatten, bestätige. Die Studie könnte auch dazu beitragen, Fehlinformatio­nen zu dem Thema im Netz zu entkräften.
Die geringfügige Verlängerung des Menstruationszyklus ist klinisch nicht signifikant. Jede Veränderung von weniger als 8 Tagen wird von der Fachgesellschaft International Federation of Gynecology and Ob­stetrics als normal eingestuft. Zyklen dauern in der Regel etwa 28 Tage, aber die genaue Dauer variiert von Frau zu Frau und auch im Laufe des Lebens. Sie kann sich auch in Zeiten von Stress verändern.
Die Veränderung im Zusammenhang mit der Impfung könnte den Forschern zufolge auf eine Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff zurückzuführen sein. Ein hochgefahrenes Immunsystem könnte sich demnach auf die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse auswirken, die Edelman als „Autobahn der Kommunikation zwischen Gehirn und Eierstöcken und Gebärmutter“ bezeich­ne­te.
Insbesondere scheint die Produktion von Entzündungsproteinen, den so genannten Zytokinen, die Art und Weise zu stören, wie diese Achse den Zeitpunkt der Menstruationszyklen reguliert. Die Veränderun­gen scheinen am ausgeprägtesten zu sein, wenn die Impfung früh in der Follikelphase stattfindet, die am 1. Tag der Menstruation beginnt und mit dem Beginn des Eisprungs endet. Wenn 2 Impfungen mit Bion­tech oder Moderna auf denselben Zyklus fielen, verzögerte sich die Blutung im Schnitt um 2 Tage.
Die Forscher wollen nun weitere Daten sammeln, um eine langfristige Rückkehr der Zyklen zum Aus­gangswert zu bestätigen. Außerdem wollen sie weltweit Daten erheben, um Unterschiede zwischen ein­zelnen Impfstoffen zu untersuchen. © afp/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130672/Coronaimpfung-verzoegert-laut-US-Studie-die-Periode-bei-Frauen-leicht
https://science.apa.at/power-search/5147704270617555643

CORONA – PSYCHOLOGIE – Studentenwerk: Psychosoziale Beratung überrannt – 7.1.2022
Berlin – Das Deutsche Studentenwerk schlägt wegen der Pandemiefolgen für Studierende Alarm. „Die psychosoziale Beratung der Studenten- und Studierendenwerke wird förmlich überrannt, die Wartezeiten werden länger“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Matthias Anbuhl.
Bund und Länder müssten in einem Aktionsprogramm dringend die Ressourcen aufstocken. „Nötig sind bis zu zehn Millionen Euro in den kommenden vier Semestern“, sagte Anbuhl. Er appellierte an Bund und Länder, solche Themen stärker in der Coronakrisenpolitik zu berücksichtigen.
Studierende litten unter fehlender Präsenzlehre, erklärte er. „Vereinsamung, digitale Isolation und depressive Verstim­mung sind oftmals die Folge.“
Anbuhl forderte, dass Hochschulen so lange offen bleiben müssten, wie möglich. „Und das heißt im Zweifel auch: länger als Bars, Restaurants, Fußballstadien und andere Teile des öffentlichen Lebens.“ © dpa/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130666/Studentenwerk-Psychosoziale-Beratung-ueberrannt

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bookmark_borderTagesblick 6.1.2022, Donnerstag

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CORONA – VAKZINOLOGIE – Neuartiger Impfstoff in Phase-1-Studie: Booster mit selbstverstärkender mRNA verbessert T-Zell-Antwort gegen SARS-CoV-2 – 6.1.2022
Manchester – Ein neuartiger Impfstoff, der neben dem oberflächlichen Spikeprotein noch die Bildung weiterer Proteine veranlasst, hat in einer Phase-1-Studie als Booster eine deutliche T-Zell-Antwort erreicht. Dies geht aus Pressemitteilungen des Herstellers und der Universität Manchester hervor.
Bei herkömmlichen mRNA-Impfstoffen wird jede Boten-RNA nur in 1 Protein umgesetzt. Bei einer „self-amplifying“ oder samRNA ist jede Boten-RNA mit einer Polymerase kombiniert. Sie erzeugt mehrere Kopien der Boten-RNA, was die Zahl der erzeugten Proteine deutlich steigert.
Der 2. Unterschied zu den zugelassenen Impfstoffen von Biontech und Moderna ist, dass GRT-R910 neben dem Spikegen auch Genabschnitte weiterer Virusbestandteile enthält. Diese sind teilweise nur im Inneren des Virus vorhanden und können deshalb von Antikörpern nicht erkannt werden. Bei der Replikation erscheinen sie als T-Zell-Epitop auf der Zellmembran. Dies verstärkt die T-Zell-Antwort auf eine Virusinfektion, die nach derzeitigem Kenntnisstand langlebiger ist, als eine B-Zell-Antwort mit der Bildung neutralisierender Antikörper.
Ein solcher erweiterter Impfstoff könnte sich deshalb als Booster nach Abschluss einer konventionellen Impfung gegen das Spikeprotein eignen. Der Hersteller Gritstone bio aus Emeryville/Kalifornien lässt den samRNA-Impfstoff GRT-R910 derzeit von der Universität Manchester an gesunden älteren Probanden (Alter 60 plus) prüfen, die zuvor 2 Dosen des vektorbasierten Impfstoffs AZD1222 von Astrazeneca erhalten hatten. Die Boosterung erfolgte frühestens 22 Wochen nach der 2. Dosis.
Die 1. Testserie mit 10 Probanden, die die niedrigste Dosierung von 10 µg GRT-R910 erhalten haben, ist inzwischen abgeschlossen. Nach Auskunft von Studienleiter Andrew Ustianowski von der Universität Manchester wurde der Booster von allen Teilnehmern gut vertragen. Nebenwirkungen vom Grad 3/4 oder unerwartete Sicherheitssignale seien nicht aufgetreten.
Neben der Antikörperantwort wurde mit einem ELISpot-Test auch eine deutliche T-Zell-Antwort beob­achtet. Der Test misst, ob die CD8-positiven Zellen, die im Körper infizierte Zellen angreifen und zerstö­ren, im Labor auf T-Zellepitope reagieren. Dies war laut dem Hersteller beim Nukleoprotein N zu 36 %, beim Membranprotein M zu 22 % und beim Protein ORF3a zu 42 % der Fall. Die Antikörperreaktion fiel nach Angabe des Herstellers ebenfalls stark aus.
Die Ergebnisse berechtigen zu der Hoffnung, dass eine Boosterung mit GRT-R910 zu einer längeren Immunität führt als nach Gabe eines konventionellen mRNA-Impfstoffs. Ob diese Erwartung berechtigt ist, kann nur in weiteren Studien belegt werden. Die Studie in Manchester soll noch im 1. Quartal abge­schlossen sein. Bis Mitte des Jahres könnten Ergebnisse aus 3 weiteren Studien vorliegen. © rme/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130629/Phase-1-Studie-Booster-mit-selbstverstaerkender-mRNA-verbessert-T-Zell-Antwort-gegen-SARS-CoV-2

CORONA – MEDIZIN – Internationale Leitlinien zur COVID-19-Therapie: Anhaltender Mangel an starken Evidenzen – 6.1.2022
Köln – Zur Therapie von Patienten mit COVID-19 besteht trotz mehrerer hochwertiger internationaler Leitlinien aufgrund des anhaltenden Mangels an starken Evidenzen weiterhin For­schungs­­bedarf zu in­tensivmedizinischen Behandlungen. Zu diesem Ergebnis kommen Claudia Struwe und Co-Autoren in Zusammenarbeit mit dem CEOsys­ Netzwerk in ihrem Artikel im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int, 2022; DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0006).

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bookmark_borderTagesblick 5.1.2022, Mittwoch

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CORONA – MEDIZIN – Auch mildere Coronaverläufe hinterlassen Spuren an Organen – 5.1.2022
Hamburg – Auch milde bis moderate Krankheitsverläufe von COVID-19 können die Funktionen von Herz, Lunge und Nieren mittelfristig beeinträchtigen und mit gehäuften Zeichen einer Beinvenenthrombose einhergehen. Das berichtet ein Wissenschaftlerteam des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im European Heart Journal (European Heart Journal 2021; DOI: 10.1093/eurheartj/ehab914) .
Die Arbeitsgruppe untersuchten 443 ehemals Infizierte im Mittel rund 10 Monate nach ihrer Erkrankung. Als Vergleichsgruppe dienten rund 1.300 Menschen mit ähnlichem demografischem und sozialem Hintergrund, die nicht an Corona erkrankt waren.
Verglichen mit der Normalbevölkerung wurde bei den Betroffenen ein um etwa 3 % reduziertes Lungen­volumen sowie ein leicht erhöhter Atemwegswiderstand dokumentiert. Die Herzuntersuchungen ergaben eine durchschnittliche Abnahme der Pumpkraft um 1 % bis 2 %. Zugleich stieg der Spiegel eines spe­zi­ellen Markerproteins im Blut, das Auskunft über die Belastung des Herzens gibt, bei ihnen um 41 %.
Auch die Nierenfunktion ging demnach um 2 % zurück. Als weiteres zentrales Ergebnis stellten die Wissenschaftler bei Ultraschalltests fest, dass bei den Teilnehmern 2- bis 3-fach häufiger Zeichen einer zurückliegenden Beinvenenthrombose auftraten. Das Gehirn wies keine Auffälligkeiten auf. Außerdem berichteten die Betroffenen auch nicht von Beeinträchtigungen der Lebensqualität.
Die Studienteilnehmer litten nach eigenen Angaben während ihrer Infektion unter keinen oder höchs­tens milden bis mittelmäßigen Symptomen. 93 % wurde ambulant behandelt, keiner wurde intensiv­medizinisch betreut.
„Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint“, erklärten die Wissenschaftler.
Die Arbeit erfolgte im Rahmen der Hamburg City Health Study (HCHS). Insgesamt sollen darin 45.000 Hamburger Bürger zwischen 45 und 74 Jahren über einen langen Zeitraum hinweg untersucht werden, um die Risikofaktoren für häufige Erkrankungen wie Herzinfarkt, Vorhofflimmern, Schlaganfall, Demenz oder Herzinsuffizienz zu identifizieren.
Ziel der 30 beteiligten Kliniken und Institute des UKE ist es, individualisierte Behandlungsmöglichkeiten und eine gezielte Prävention zu entwickeln. Inzwischen sind laut UKE rund 16.000 Hamburger unter­sucht worden. © afp/hil/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130607/Auch-mildere-Coronaverlaeufe-hinterlassen-Spuren-an-Organen

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bookmark_borderTagesblick 4.1.2022, Dienstag

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CORONA – VIROLOGIE – Neue Variante B.1.640.2: Noch keine größere Besorgnis bei Experten – 4.1.2022
Berlin – Eine in Frankreich entdeckte neue Coronavariante von SARS-CoV-2 sollte Experten zufolge be­ob­achtet werden – eine große Gefahr können sie bislang aber nicht erkennen.
„Wir sollten diese wie auch andere Varianten beobachten, aber es besteht kein Grund, speziell über diese Variante besorgt zu sein“, sagte Richard Neher, Experte für Virusvarianten an der Uni Basel. Der US-Epi­demiologe Eric Feigl-Ding schrieb auf Twitter: „Ich mache mir wegen B.1.640.2 noch keine großen Sor­gen. Ich bezweifle, dass sie sich gegen Omikron oder Delta durchsetzt.“
Französische Forscher um Didier Raoult vom Institut IHU Méditerranée Infection hatten die neue Varian­te bei 12 Patienten im Südosten Frankreichs nachgewiesen, wie das Team Ende Dezember in einem so­genannten Preprint-Paper schrieb (medRxiv, 2021; DOI: 10.1101/2021.12.24.21268174 ) . Der Patient, der in Frankreich wohl zuerst infiziert war, sei von einer Reise aus Kamerun zurückgekom­men. Die Studie wurde bislang nicht von Fachleuten begutachtet und in einem Fachjournal veröffent­licht.
Das Team um Raoult schreibt als Fazit: „Es ist zu früh, um über virologische, epidemiologische oder kli­nische Eigenschaften der neuen Variante zu spekulieren.“ Ihre Daten seien aber ein weiteres Beispiel dafür, wie unvorhersehbar Varianten des Coronavirus auftreten könnten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte merkur.de: „Wir wissen noch zu wenig, um etwas Brauchbares sagen zu können.“
B.1.640.2 hat einige Mutationen im Spikeprotein, die Experten bereits von der besonders ansteckenden Omikron-Variante kennen, wie Raoult und sein Team schreiben. Das Spikeprotein ist bei der Beurteilung von Varianten von besonderer Bedeutung, weil das Virus damit an menschliche Zellen bindet und auch, weil Impfstoffe auf dieses Protein ausgerichtet sind. Mutationen am Spikeprotein können zu einer schnelleren Ausbreitung des Virus führen. Zudem ist es möglich, dass Impfstoffe ihre Wirkung verlieren.
Allerdings scheine sich B.1.640.2 bislang nicht stark auszubreiten, meint der Basler Experte Neher. Sie sei „damit „eine unter vielen“, die sich gegen Omikron und Delta zumindest bislang nicht durchsetzt“.
B.1.640.2 gehört zu einer Art Variantenfamilie, die seit November auf dem Radar der Weltgesundheits­organisation (WHO) ist. Darauf verwies WHO-Epidemiologe Abdi Mahamud in Genf. B.1.640 wurde nach WHO-Angaben zuerst im September aus der Demokratischen Republik Kongo gemeldet und im Novem­ber unter Beobachtung genommen, habe sich seitdem nach den vorliegenden Daten aber nicht erheblich ausgebreitet, sagte Mahamud. „Wir werden sie im Auge behalten.“
Die WHO unterscheidet bei potenziell gefährlichen Coronavarianten drei Kategorien: (1) besorgniserre­gende Varianten, (2) Varianten von Interesse und (3) Varianten unter Beobachtung.
B.1.640 ist in Kategorie 3, ebenso wie 2 weitere Varianten, Omikron in Kategorie 1. Insgesamt 17 Varian­ten, die die WHO seit Beginn der Pandemie beobachtet hat, haben sich als kurzlebig oder wenig bedroh­lich erwiesen und stehen nicht mehr unter besonderer Beobachtung. © dpa/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130568/Neue-Variante-B-1-640-2-Noch-keine-groessere-Besorgnis-bei-Experten

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bookmark_borderTagesblick 3.1.2022, Montag

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CORONA – WISSEN – Jahresrückblick: Im 2. Jahr von Alpha bis Omikron – 3.1.2022
Berlin – Die Impfungen gegen COVID-19 haben im vergangenen Jahr vielen Menschen das Leben geret­tet. Die hohe Mutationsrate des Virus SARS-CoV-2 hat jedoch mehrere Varianten hervorgebracht, die den Immunschutz von Geimpften und Genesenen untergraben haben.
Omikron gefährdet auch den Einsatz der gerade zuge­lassenen Antikörperpräparate. Die Entwicklung der 1. oralen Virustatika könnte künftig die Behandlung erleichtern. Long COVID und die Herkunft des Virus dürften auch 2022 ein Thema bleiben.
[Es folgt eine Reihe von Meldungen]
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130525/Jahresrueckblick-Im-2-Jahr-von-Alpha-bis-Omikron

CORONA – EPIDEMIOLOGIE – Biontech-Chef im Interview: „Das Virus wird fitter werden“ – 11:21-min-Video – NACHTRAG: 22.12.2021
Ab dem 27. Dezember soll die Verabreichung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer zeitgleich in allen EU-Staaten beginnen. Über den Ausnahme-Kraftakt für das Entwicklerteam und den besonderen Prozess der EU-Zulassung spricht ntv mit Biontech-Chef Ugur Sahin.
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Das-Virus-wird-fitter-werden-article22251722.html

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bookmark_borderN+C – Zeitenblick KW 50/51 – Teil 1

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Zu Teil 2: https://www.news-and-comment.at/2021/12/20/nc-zeitenblick-kw-50-51-teil-2/

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………………………………………….

Nicht ein, gleich mehrere Hoffnungsschimmer glimmen, besser: leuchten auf, folgt man den Aussagen der Wirtschaftsinstitute Deutschlands und Österreichs. Motto: die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Wirtschaftsrückgang der letzten Wochen wird nicht übersehen, aber “weggesteckt”, dafür glänzen die Äuglein der Forscher, geht es um Voraussagen in 2022 und insbesondere 2023. Gerade auch Österreichs Institute tun sich hervor, speziell das WIFO, vertreten durch Herrn Felbermayer. Und dieser ist – richtig! – geborener Österreicher.

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Ist sie wirklich hoffnungslos?

Nein, das zuletzt eingebremste Wirtschaftswachstum bremst sich – Basiseffekt hin oder her – auf relativ hohem Niveau ein. Das macht die hoffnungsvollen Prognosen, auch wenn ein paar Stirnfalten im Gesicht aufziehen, letztlich nachvollziehbar.

Das Damoklesschwert, das über all diesen Prognosen schwebt, hat einen Namen: Omikron. Und wie fest das Seil oder der Faden ist, an dem dieses Schwert hängt, lässt sich noch nicht ausmachen.

Das zweite Damoklesschwert, das schon länger über unseren Köpfen schwebt, trägt den Namen Inflation – und da gibt es auch in der zurückliegenden Wochen einige Meldungen, die von einem Anschwellen der Teuerung ebenso berichten wie von Zentralbanken, die den Pfad der Tauben zu verlassen beginnen, allen voran die Federal Reserve Bank der Vereinigten Staaten von Amerika.

Anderes zaubert aber eher Sorgenfalten auf die Stirn: die zunehmende Fragmentierung der Gesellschaften Österreichs und Deutschlands und überhaupt in den europäischen Staaten, ja, in vielen Staaten der Welt. Der Demokratiemonitor des Sora-Instituts liefert dafür ein beredtes Beispiel.

Hier könnte sich ein Aggressionspotential aufbauen, dass über gehässige und untergriffige Worte handgreiflich hinausgeht.

Dazu kommen aus den weltpolitischen Gegenden nicht gerade Glückswallungen hervorrufende Meldungen, wie im Zeitenblickt KW 49/50 summarisch aufgezählt.

Angst und Unsicherheit – ein geniales Geschwisterpaar – lassen nach dem starken Staat rufen, der in seiner so erwünschten Totalität endlich einmal “aufräumt” – den Augiasstall nämlich, wie Jörg Haider einst meinte. Auch ein gewisser Herr A.H. versprach in martialischem Tonfall aufzuräumen und auszumisten.

Angst und Unsicherheit könnte sich auch an den Börsen ausbreiten. Betrifft das nun nur jene, die als Professionelle oder Private an den Börsen handeln?

Mitnichten. Börsen sind feine, seismographisch empfindliche Gradmesser mit der Neigung, stark nach oben oder unten auszuschlagen. Sie zu beobachten, dazu muss man an Börsen nicht aktiv sein. Aber sehen, was dort vorgeht, ist lehrreich und lässt besser abschätzen, wohin die Reise geht.

Um es klarer auszudrücken: der Gang der Börsen betrifft den Wirtschaftsgang mit all seinen internationalen Verflechtungen und damit die Gesellschaft mit all ihren Interdependenzen mit anderen Gesellschaften rund um die Welt auf das Nachhaltigste. Börsenspekulant oder Börsenspekulantin braucht man wirklich nicht zu sein, um den Sturm, der von den Finanzmärkten ausgeht – sei es vorwärts oder zurück, gen Norden oder Süden – wahrnehmen zu können.

Börsen und Warenterminmärkte abschaffen? Kein Problem. Besagter Herr A.H. schloss die Bremer Kaffeebörse. Fortan tranken die deutschen Volksgenossen Blümchenkaffee. So teuer wurde der Kaffee, dass sein dünner Sud die Blümchen am Grunde der sonntäglichen Kaffeetassen sichtbar werden ließ.

Aus der Corona-Welt kommen Meldungen, die eher apokalyptischen Charakter tragen – Gradmesser der kakophonischen Hysterie, die sich inzwischen landauf, landab meldungsüberreich breit macht. Omikron, oh Omikron, dich haben wir zu unserem Glück noch gebraucht. Wie war das doch mit der Hoffnung: diese stürbe zuletzt? Womit ich meinen hoffnungsvollen Schlusspunkt setze.

…oooOOOooo…

Die Parlamentswochen vom 20. Dezember 2021 bis 7. Jänner 2022
Bundesrat, BR-EU-Ausschuss, Hauptausschuss, Jahresbilanz-Pressekonferenz
https://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2021/PK1485/index.shtml

Inflationsmonitor des IHS
https://www.myinflationtool.com/
Thema Inflation – Sebastian Koch vom IHS erklärt die Teuerung – 5:53-min-Video
https://www.youtube.com/watch?v=w4NNuwGVbGw&t=129s

…oooOOOooo…

ÜBERSICHT – Teil 1: Montag, 13.12., bis Mittwoch, 15.12.2021

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bookmark_borderN+C – Zeitenblick KW 50/51 – Teil 2

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Zu Teil 1: https://www.news-and-comment.at/2021/12/20/nc-zeitenblick-kw-50-51-teil-1/

Zur freundlichen Erinnerung:

………………………………………….

KOMMENTAR WIE IN TEIL 1: Nicht ein, gleich mehrere Hoffnungsschimmer glimmen, besser: leuchten auf, folgt man den Aussagen der Wirtschaftsinstitute Deutschlands und Österreichs. Motto: die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Wirtschaftsrückgang der letzten Wochen wird nicht übersehen, aber “weggesteckt”, dafür glänzen die Äuglein der Forscher, geht es um Voraussagen in 2022 und insbesondere 2023. Gerade auch Österreichs Institute tun sich hervor, speziell das WIFO, vertreten durch Herrn Felbermayer. Und dieser ist – richtig! – geborener Österreicher.

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Ist sie wirklich hoffnungslos?

Nein, das zuletzt eingebremste Wirtschaftswachstum bremst sich – Basiseffekt hin oder her – auf relativ hohem Niveau ein. Das macht die hoffnungsvollen Prognosen, auch wenn ein paar Stirnfalten im Gesicht aufziehen, letztlich nachvollziehbar.

Das Damoklesschwert, das über all diesen Prognosen schwebt, hat einen Namen: Omikron. Und wie fest das Seil oder der Faden ist, an dem dieses Schwert hängt, lässt sich noch nicht ausmachen.

Das zweite Damoklesschwert, das schon länger über unseren Köpfen schwebt, trägt den Namen Inflation – und da gibt es auch in der zurückliegenden Wochen einige Meldungen, die von einem Anschwellen der Teuerung ebenso berichten wie von Zentralbanken, die den Pfad der Tauben zu verlassen beginnen, allen voran die Federal Reserve Bank der Vereinigten Staaten von Amerika.

Anderes zaubert aber eher Sorgenfalten auf die Stirn: die zunehmende Fragmentierung der Gesellschaften Österreichs und Deutschlands und überhaupt in den europäischen Staaten, ja, in vielen Staaten der Welt. Der Demokratiemonitor des Sora-Instituts liefert dafür ein beredtes Beispiel.

Hier könnte sich ein Aggressionspotential aufbauen, dass über gehässige und untergriffige Worte handgreiflich hinausgeht.

Dazu kommen aus den weltpolitischen Gegenden nicht gerade Glückswallungen hervorrufende Meldungen, wie im Zeitenblickt KW 49/50 summarisch aufgezählt.

Angst und Unsicherheit – ein geniales Geschwisterpaar – lassen nach dem starken Staat rufen, der in seiner so erwünschten Totalität endlich einmal “aufräumt” – den Augiasstall nämlich, wie Jörg Haider einst meinte. Auch ein gewisser Herr A.H. versprach in martialischem Tonfall aufzuräumen und auszumisten.

Angst und Unsicherheit könnte sich auch an den Börsen ausbreiten. Betrifft das nun nur jene, die als Professionelle oder Private an den Börsen handeln?

Mitnichten. Börsen sind feine, seismographisch empfindliche Gradmesser mit der Neigung, stark nach oben oder unten auszuschlagen. Sie zu beobachten, dazu muss man an Börsen nicht aktiv sein. Aber sehen, was dort vorgeht, ist lehrreich und lässt besser abschätzen, wohin die Reise geht.

Um es klarer auszudrücken: der Gang der Börsen betrifft den Wirtschaftsgang mit all seinen internationalen Verflechtungen und damit die Gesellschaft mit all ihren Interdependenzen mit anderen Gesellschaften rund um die Welt auf das Nachhaltigste. Börsenspekulant oder Börsenspekulantin braucht man wirklich nicht zu sein, um den Sturm, der von den Finanzmärkten ausgeht – sei es vorwärts oder zurück, gen Norden oder Süden – wahrnehmen zu können.

Börsen und Warenterminmärkte abschaffen? Kein Problem. Besagter Herr A.H. schloss die Bremer Kaffeebörse. Fortan tranken die deutschen Volksgenossen Blümchenkaffee. So teuer wurde der Kaffee, dass sein dünner Sud die Blümchen am Grunde der sonntäglichen Kaffeetassen sichtbar werden ließ.

Aus der Corona-Welt kommen Meldungen, die eher apokalyptischen Charakter tragen – Gradmesser der kakophonischen Hysterie, die sich inzwischen landauf, landab meldungsüberreich breit macht. Omikron, oh Omikron, dich haben wir zu unserem Glück noch gebraucht. Wie war das doch mit der Hoffnung: diese stürbe zuletzt? Womit ich meinen hoffnungsvollen Schlusspunkt setze.

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Die Parlamentswochen vom 20. Dezember 2021 bis 7. Jänner 2022
Bundesrat, BR-EU-Ausschuss, Hauptausschuss, Jahresbilanz-Pressekonferenz
https://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2021/PK1485/index.shtml

Inflationsmonitor des IHS
https://www.myinflationtool.com/
Thema Inflation – Sebastian Koch vom IHS erklärt die Teuerung – 5:53-min-Video
https://www.youtube.com/watch?v=w4NNuwGVbGw&t=129s

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ÜBERSICHT – Teil 2: Donnerstag, 16.12., bis Sonntag, 19.12.2021

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bookmark_borderN+C – Zeitenblick KW 49/50

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Zur freundlichen Erinnerung:

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Ein Hoffnungsschimmer glimmt auf: England und Israel weisen darauf hin, dass Boosterimpfungen gegen die Omikron-Variante des Coronavirus einen gewissen Schutz bieten. Die Wirksamkeit soll zwischen 70 und 75 Prozent liegen – zumindest in der ersten Zeit nach der Boosterung. Israel sieht gar ein Ende der Pandemie kommen, ausgelöst durch die stark infektiöse, aber wenig krankmachende Omikron-Variante. Ich träumte davon hier schon vor zwei Wochen. Wie auch immer: Pandemien kommen, Pandemien gehen. Es gibt keinen Grund zur Panik.

Lichtblicke auch hinsichtlich der Lieferketten: Hinweis dafür gibt unter anderem die deutsche Exportwirtschaft, die im Oktober kräftig expandierte; die Blockaden für deutsche Exporteure seien gelöst, heißt es. Der Wermutstropfen kommt allerdings in Gestalt einer schwächeren deutschen Auftragslage – ebenfalls im Oktober.

Wo man hinblickt, die Wirtschaftsnachrichten halten mäßig Erfreuliches und Unerfreuliches nebeneinander bereit – aber das auf relativ hohem Niveau.

Störfeuer gibt es allerdings von der Inflationsfront, insbesondere der US-amerikanischen und der deutschen. Die Anlegerstimmung bezüglich Aktien und Anleihen ist ebenfalls durchwachsen. Droht ein stärkerer Ausverkauf von Anleihen? Sollte dies eintreten, steigen die Sekundärmarktrenditen, in zunehmenden Maße werden Aktienveranlagungen uninteressant. Es geht dabei nicht um Kleinanleger*innen und Kleinstspekulanten*innen im privaten Bereich, hier ist die Rede von professionellen Vermögensverwalter*innen von Fonds und speziell von Pensionsfonds, die große, von der Potenz her Index-verändernde Volumina bewegen.

Ein weiterer Aspekt liefern die Staatsverschuldungen: diese spielten keine Rolle, für Europa wird die Anhebung der Neuverschuldungsrate gefordert, ebenso die Anhebung der Obergrenze der staatlcihen Gesamtschuldenstände in der Europäischen Union von 60 auf 80 Prozent. Freuen dürfen sich die Kapitalhalter: deren Vermögen wird zunehmen. Eine Umverteilungspolitik via Schuldenmachen, welche die Ungleichheit weiter befördern wird.

Vom weltpolitischen Parkett erschallen vermehrt aggressivere Töne. Das nährt die Unsicherheit: Ukrainekonflikt, USA-China-Konflikt in doppelter Hinsicht: Handel und Taiwan. Wie steht es um das Verhältnis Russland-China? Zwischendrin ringt die Europäische Union um Positionierung: zwischen Drohen und – aus wirtschaftlichen und machtpolitischen Gründen – Gewährenlassen. Heikel: die EU ist weder mit den USA oder China gleichzusetzen, wohl auch nicht mit Russland. Aus der weltpolitischen Ecke drohen somit weitere Störfeuer für Anleger*innen.

Ein drittes Störfeuer bilden die großen Immobilienunternehmen Chinas, welche finanziell am Rande des Grabes wanken. Werden sie zum Auslöser einer Weltfinanzkrise? Experten verneinen dies.

Dauerbrenner ist der Klimawandel. In dieser Hinsicht gibt es Unerfreuliches: die Einhaltung der Klimaziele ist nicht gewährleistet, die Zerstörung von Korallenriffen schreitet weiter fort. Umwelttechnologisches tut sich Gutes: Batteriebau ohne Lithium. Das beflügelt vermutlich die Elektromobilisierung und würde so den Klimawandel mit einbremsen.

Deutsche Betriebswirtschaftler haben sich dem Thema Studienabbrecher gewidmet: Studienabbruch bedeute eine Verlustposition für Studienabbrecher und den kostentragenden Staat. Betriebswirtschaftliche Perspektiven sind m.E. nicht alles: es gibt auch Gewinne für die Gesellschaft in Form eines höheren Bildungsgrades derjenigen, die vor einem erfolgreichen Abschluss eines Studiums eine Hochschule verlassen. Aber: wie lässt sich das messen?

Mit dieser Frage setze ich meinen hochschulpolitisch kritischen Schlusspunkt.

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