bookmark_borderTagesblick 26.1.2022, Mittwoch

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CORONA – VAKZINOLOGIE – Corona: Booster bei abgeschwächtem Immunsystem wirksam – 26.1.2022
CORONA – MEDIZIN – COVID-19: Viele Patienten leiden auch ein Jahr nach der Klinikentlassung unter Symptomen – 26.1.2022
CORONA – INTERNATIONAL – WHO weist auf geringeres Wachstum der Coronazahlen hin – 26.1.2022
CORONA – MEDIZIN – COVID-19: Viele Patienten leiden auch ein Jahr nach der Klinikentlassung unter Symptomen – 26.1.2022
CORONA – INTERNATIONAL – WHO weist auf geringeres Wachstum der Coronazahlen hin – 26.1.2022
CORONA – GROSSBRITANNIEN – Studie: Zwei Drittel der positiv Getesteten in England waren zuvor bereits infiziert – 26.1.2022
CORONA – DEUTSCHLAND – Demonstrationen gegen Coronaimpfpflicht im Regierungsviertel – 26.1.2022
CORONA – ÖSTERREICH – Derzeit keine Lehrer-Engpässe durch Omikron – 26.1.2022
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INFLUENZA – Impfung schützt vor bisherigen Grippestämmen in Österreich – 26.1.2022
KLIMAWANDEL – Für Kaffee, Cashews und Avocados wird es in Hauptanbaugebieten eng – 26.1.2022
UMWELT – ÖSTERREICH – Klimaschutz: COVID-19-Pandemie lässt CO2-Emissionen 2020 sinken, Grenzwerte 2019 aber erneut überschritten – Aktueller Fortschrittsbericht des Klimaschutzministeriums zeigt langfristigen Einsparungsbedarf zur Erreichung der Klimaschutzziele – 26.1.2022

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INTERNATIONAL – EL SALVADOR – IWF fordert von El Salvador Abschaffung von Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel – 26.1.2022
INTERNATIONAL – IWF-Vizechefin rät China zur Anpassung strikter Corona-Regeln – 26.1.2022
BÖRSE – Das Zauberwort Antifragilität und die chinesischen Staatsanleihen – Chart des Tages – 26.1.2022
ZENTRALBANKEN – KANADA – Bank of Canada signalisiert kommende Zinserhöhungen – 26.1.2022
ZENTRALBANKEN – SCHWEIZ – SNB beantragt sektoralen antizyklischen Kapitalpuffer von 2,5% – 26.1.2022
ZENTRALBANKEN -EUROPÄISCHE UNION – Geschäftsmodelle der Banken stoßen bei EZB auf mehr Skepsis – Zeitung – 26.1.2022
ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – BANKENAUFSICHT: In der Europäischen Zentralbank (EZB) nimmt die Skepsis gegenüber den Geschäftsmodellen der Großbanken in Euroland zu. Nach Informationen der Börsen-Zeitung haben die Institute 2021 deutlich schlechter abgeschnitten, als es im Zuge der jährlichen aufsichtlichen Überprüfung SREP um die Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells ging. – 26.1.2022
ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – Bankenverband BdB fordert von EZB Fahrplan für Politiknormalisierung – 26.1.2022
USA – US-Unternehmen mit niedrigem Halbleiter-Lagerbestand – Umfrage – 26.1.2022
USA: Neubauverkäufe steigen deutlich stärker als erwartet – 26.1.2022
USA – Musk: McDonald’s sollte Dogecoin als Zahlungsmittel akzeptieren – 26.1.2022
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL – Nato will Russland noch diese Woche schriftlich antworten – 26.1.2022
RUSSLAND – UKRAINE – USA – US-Regierung rechnet weiter mit baldigem russischen Angriff auf die Ukraine – 26.1.2022
RUSSLAND – UKRAINE – USA – Kreml bezeichnet Idee von direkten Sanktionen gegen Putin als „destruktiv“ – 26.1.2022
RUSSLAND – UKRAINE – USA – Biden hält Sanktionen gegen Putin persönlich für möglich – 26.1.2022
RUSSLAND – UKRAINE – OSTUKRAINE – Russlands Regierungspartei fordert Waffenlieferungen an Separatisten in Ostukraine – 26.1.2022
RUSSLAND – UKRAINE – Ukraine hält Russlands Truppenstärke an Grenze noch nicht ausreichend für Großangriff – 26.1.2022
EUROPA – Europäischer Nutzfahrzeugmarkt schwächt sich im Dezember weiter ab – 26.1.2022
EUROPÄISCHE UNIO – EU-Kommissarin schließt grundlegende Änderungen an Taxonomie-Vorschlag aus – 26.1.2022
FRANKREICH – Frankreich: Verbraucher etwas pessimistischer – 26.1.2022
FRANKREICH – Frankreichs Arbeitslosenzahl fällt im 4. Quartal um 6,2 Prozent – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – DIW: Preise wichtiger Metalle dürften wegen Energiewende bald steigen – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – GASRESERVE: Angesichts der Engpässe auf dem Erdgasmarkt ruft RWE-Chef Markus Krebber nach staatlichen Eingriffen für mehr Versorgungssicherheit: „Das kann in Richtung einer staatlichen Bevorratung gehen wie beim Erdöl“. – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – ENERGIENETZE: Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) rät zu einem Kurswechsel bei der Planung der Energienetze. Für Strom-, Erdgas-, Wärme- und Wasserstoffnetze soll es demnach künftig einen „Systementwicklungsplan“ (SEP) geben, der die bislang parallel verlaufenden Vorhaben miteinander verbindet. – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – JAHRESWIRTSCHAFTSBERICHT: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will mit der Vorlage des Jahreswirtschaftsberichtes an diesem Mittwoch eine neue Debatte über die Bedeutung des Wirtschaftswachstums anstoßen. Diese soll sich um die Fragen drehen, „was Wohlstand und Lebensqualität langfristig wirklich ausmacht, wo sich Nachhaltigkeit und Wachstum ergänzen können und wo Abwägungen getroffen werden müssen“. – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – DIHK: Nachhaltigkeit für deutsche Unternehmen im Ausland immer wichtiger – Energie- und Klimavorgaben stehen im Mittelpunkt – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – Regierung senkt BIP-Prognose 2022 – Hoffnung auf Wachstumsbeschleunigung – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – Ifo-Exporterwartungen steigen im Januar – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – Steuerzahlern droht nach Werftpleite Milliardenverlust – Magazin – 26.1.2022
DEUTSCHLAND – BKA richtet Taskforce zu Strafverfolgung bei Telegram ein – 26.1.2022
ÖSTERREICH – Schüler demonstrierten gegen mündliche Matura-Pflicht – 26.1.2022

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bookmark_borderTagesblick 25.1.2022, Dienstag

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CORONA – FORSCHUNG – BioNTech/Pfizer startet klinische Studie zu Omikron-Vakzin – 25.1.2022
BioNTech und Pfizer haben ihre erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen. Dabei sollen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten geprüft werden, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten. Die Studie soll bis zu 1.420 Testpersonen umfassen, die in drei Gruppen unterteilt werden.
Die erste Gruppe umfasst gut 600 Teilnehmer, die zwischen 90 und 180 Tagen vor Beginn der Studie bereit zwei Impfdosen des bisherigen Vakzins erhalten haben und nun eine oder zwei Dosen des Omikron-Impfstoffs erhalten sollen. Die zweite, fast ebenso große Gruppe besteht aus geboosterten Menschen, die eine weitere Dosis des herkömmlichen Impfstoffs oder eine Dosis des Omikron-Vakzins erhalten. Die dritte Gruppe mit gut 200 Probanden setzt sich aus ungeimpften und bisher nicht an Covid-19 erkrankten Menschen zusammen, die dann drei Dosen des Omikron-Vakzins bekommen.
„Die Studie ist Teil unseres wissenschaftlichen Ansatzes zur Entwicklung eines variantenbasierten Impfstoffs, der vor Omikron einen ähnlichen Schutz bietet, wie wir ihn bei vorherigen Varianten beobachtet haben, der aber gleichzeitig länger anhält“, erklärte BioNTech-Chef Ugur Sahin. Impfstoffe böten nach wie vor einen hohen Schutz vor schweren Verläufen durch Omikron.
*** „Bis März für Belieferung bereit“
Das Mainzer Pharmaunternehmen und sein US-Partner hatten vor rund zwei Wochen bekannt gegeben, dass sie bereits mit der Produktion eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für eine spätere kommerzielle Nutzung begonnen haben. BioNtech hatte erklärt, dass die beiden Unternehmen „bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen“. Pfizer äußerte die Erwartung, bis Ende März oder Anfang April etwa 50 Millionen bis 100 Millionen Dosen des neuen Impfstoffs vorproduziert zu haben.
Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bisher noch nicht erklärt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung als bei dem derzeit verwendeten Vakzin für notwendig hält.
Für das laufende Jahr gehen BioNTech und Pfizer von einer Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfstoff-Dosen weltweit aus. „Die erwartete Produktionsmenge wird sich bei einer notwendigen Anpassung des Impfstoffs nicht ändern“, erklärten die Unternehmen am Dienstag weiter.
*** Ursprünglich gegen Wildtyp entwickelt
Die derzeit verwendeten Coronavirus-Impfstoffe verschiedener Hersteller wurden ursprünglich gegen den sogenannten Wildtyp von SARS-CoV-2 entwickelt, der Ende 2019 zuerst in China entdeckt worden war. Während die seit dem Jahreswechsel 2020/2021 eingesetzten Mittel auch gegen kursierende Mutanten wie Alpha oder Delta ihre Wirkung zeigten, sieht es bei Omikron anders aus – vor allem, was den Schutz vor Ansteckung betrifft.
Die Variante wurde im November aus Südafrika gemeldet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) hat sie eine ungewöhnlich hohe Zahl an Mutationen im sogenannten Spike-Protein, einem Baustein des Virus. Einige der Mutationen sind relevant etwa mit Blick auf die Übertragbarkeit und die Fähigkeit, einen schon bestehenden Schutz durch Impfung oder überstandene Infektion zu umgehen. Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass die Variante im Mittel mildere Krankheitsverläufe verursacht als die davor dominierende Variante Delta.
https://science.apa.at/power-search/7400535369619516295
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-01/55061266-biontech-und-pfizer-beginnen-klinische-studie-zu-omikron-impfstoff-015.htm

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bookmark_borderTagesblick 24.1.2022, Montag

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CORONA – WISSEN – Omikron – Wie die Anpassung von mRNA-Impfstoffen abläuft – 24.1.2022
Die Pharmafirmen Biontech und Pfizer haben Ende November mit der Entwicklung eines auf die Omikron-Variante abgestimmten Covid-19-Impfstoffs begonnen. Zuletzt erklärte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), dass die ersten derartigen Vakzine Ende März, Anfang April verfügbar sein könnten. Biontech und Pfizer produzieren schon Omikron-spezifisch „auf Risiko“, wie es in einem Statement gegenüber der APA heißt. Die Änderungen betreffen vor allem den Ausgangspunkt der Produktion.
Die neue Variante zeichnet sich vor allem durch eine Vielzahl von Veränderungen gegenüber den zuvor kursierenden SARS-CoV-2-Abkömmlingen im Spike-Protein des Erregers aus. Dieses nutzt das Virus, um an den menschlichen Zellen über den ACE2-Rezeptor anzudocken, und in der Folge sich und sein Erbgut dort einzuschleusen.
*** Bauanleitung für das Spike-Protein
Die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna liefern dem Körper die Bauanleitung für das Spike-Protein. Für eine gewisse Zeit produzieren dann die Zellen des Geimpften diesen markanten Teil des Erregers. Das Immunsystem wird daraufhin auf die Strukturen aufmerksam, setzt sich damit auseinander und baut eine Immunabwehr auf, die sich dann auch gegen den echten Erreger richtet, sollte er in den Körper gelangen. So werden vor allem Antikörper gebildet, die spezifische Teile des S-Proteins erkennen, und das Virus neutralisieren.
Nun enthalten die vielfach verimpften mRNA-Vakzine allerdings die Erbinformation für das Spike-Protein, wie es in ursprünglicheren SARS-CoV-2-Varianten gestaltet ist. Omikron hat aber beispielsweise in der rezeptorbindenden Domäne (RBD) – jenem Teil des Proteins, mit dem der Erreger an ACE2 anbindet – sehr viele Veränderungen. Gleiches gilt für Bereiche, die für das Verschmelzen mit der menschlichen Zelle verantwortlich sind. Besonders die RBD ist für die Antikörper ein wichtiger Angriffspunkt. Wird sie oder auch andere Bereiche nicht gut erkannt, sinkt die Schutzwirkung der Impfung gegenüber der neuen Erreger-Variante.
*** Bis März Omikron-spezifischer Impfstoff
Daher muss bei der Vakzin-Anpassung die Bauanleitung umgeschrieben werden. Wie das zu geschehen hat, habe man auch bereits bei vorigen Varianten laufend erprobt, heißt es vonseiten Pfizers, wo man betont, bis März Omikron-spezifischen Impfstoff bereitzustellen, wenn dieser gebraucht wird. Dazu werden jene Stellen im Erbgut des S-Proteins identifiziert, die für die wichtigsten Veränderungen verantwortlich zeichnen. Es wird also eine Erbgutfolge (Sequenz) in DNA-Form entwickelt, die es dem Körper später erlaubt, ein Omikron-S-Protein herzustellen.
Dieses neue „Plasmid“ wird dann von speziellen E. coli-Bakterien millionenfach produziert. Dies ist jener Teil des Herstellungsprozesses, der bei der Anpassung verändert werden muss, und der laut Firmenangaben nur einige Wochen in Anspruch nimmt. Gerade weil dies so rasch und flexibel abgewickelt werden kann, habe man sich auf die mRNA-Technologie fokussiert.
Die folgenden Produktionsschritte, also das Umschreiben der DNA in mRNA für den Impfstoff oder die Verpackung der Erbinformation in winzige Fettkügelchen (Liposome), um diese längere Zeit haltbar zu machen, laufen völlig gleich ab, wie bei der Herstellung des üblichen Vakzins, betont man bei Pfizer. Die Produktion dauert ebenso 100 Tage. Gleich bleibe dementsprechend auch für die logistische Verteilung und Verabreichung des dann angepassten Impfstoffes.
*** Vier Milliarden Dosen für 2022
Die Kapazität für die im Zuge der Pandemie stark ausgebaute Produktion gibt das Unternehmen in seinem Statement mit rund vier Milliarden Dosen für 2022 an. Zusätzliche Materialien, Produktionsstätten oder Ausrüstung sind für das Omikron-Vakzin nicht nötig. Da man davon ausgeht, dass das angepasste Vakzin auch gebraucht wird, läuft die Produktion auch schon.
Ein solcher Anpassungsprozess für einen Covid-19-Impfstoff wurde noch nie durchgespielt. Der entscheidende Punkt für alle Unternehmen, die sich gerade darum bemühen, ist, dass seitens der Gesundheitsbehörden der epidemiologische Bedarf auch angemeldet und sozusagen das „Go“ gegeben wird. Die Abstimmungen dazu laufen. In der Folge könnte man den vorentwickelten Impfstoff entsprechend rasch bereitstellen.
Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit müssten jedenfalls durchgeführt werden – allerdings in kleinerem Rahmen als bei der Erstzulassung mit damals Zehntausenden Studienteilnehmern. Seitens der europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es hier spezielle Vorgaben für die Zulassung angepasster Vakzine. Laut Pfizer setzt man hier wie schon seit Pandemie-Beginn verschiedene Schritte in dem Prozedere parallel.
Stellt man tatsächlich auf Omikron-spezifische Vakzine um, braucht es jedenfalls auch eine angepasste Impfstrategie. Dazu gehört die Frage, wie mit Lagerbeständen des herkömmlichen Impfstoffes oder mit der epidemiologischen Einschätzung der anderen SARS-CoV-2-Varianten umgegangen wird, die laut Experten bis zu einem gewissen Umfang reduziert weiter kursieren werden.
https://science.apa.at/power-search/3840451556614334844

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bookmark_borderTagesblick 21.1.2022, Freitag

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CORONA – WISSEN – Omikron und Corona-Medikamente: Was hilft gegen die neue Variante? – 21.1.2022
Seitdem vor knapp zwei Jahren die ersten Corona-Patienten Deutschlands in München behandelt wurden, ist das Virus spürbar mutiert. Die neue Variante Omikron verbreitet sich besonders schnell. Sie ist so verändert, dass sich Geimpfte und Genesene häufiger anstecken als bei der Delta-Variante. Zudem versagen bei Omikron bestimmte, aufwendig entwickelte Medikamente. Doch einige neuere Präparate machen durchaus Hoffnung.
Nach einer im Fachmagazin „Cell“ veröffentlichten Studie, an der deutsche Teams aus Göttingen, Hannover, Braunschweig und Erlangen beteiligt waren, scheinen mehrere Präparate bei Omikron ihre Wirksamkeit einzubüßen. Dabei geht es laut Mitteilung der Uni Erlangen um die meisten der zugelassenen und gegen frühere Varianten wirksamen Medikamente auf Antikörper-Basis.
Antikörper bildet der Körper nach einer Impfung oder Infektion. Sie können an das Virus binden und es ausschalten. Antikörper können auch biotechnologisch hergestellt werden, um damit Infizierte zu behandeln. Weil das Omikron-Virus gegenüber früheren Varianten deutlich verändert ist, können Antikörper – körpereigene oder als Medikament hergestellte – die Infektion aber nicht mehr so gut bekämpfen.
*** Sotrovimab von WHO empfohlen
Casirivimab und Imdevimab, Etesevimab und Bamlanivimab: Auf diesen Antikörper-Präparaten ruhte zunächst Hoffnung. Bei früher Gabe sollten sie schwere Verläufe verhindern. Bei Omikron gilt die Wirkung nun als reduziert. Studien zufolge hemmt aber das neue Antikörper-Präparat Sotrovimab Omikron. Dieses empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, der 2020 die ersten Corona-Patienten in Deutschland behandelt hatte, sieht den medikamentösen „Werkzeugkasten“ trotzdem insgesamt besser gefüllt als je zuvor. Das vielversprechende Präparat Sotrovimab solle Ende Jänner für die stationäre Therapie zur Verfügung stehen. „Es gibt auch hier eine klare Perspektive.“
Während die Antikörper-Gabe nur in einer frühen Phase der Krankheit hilft, bleibt das entzündungshemmende Dexamethason später bei schwerem Verlauf die Standard-Behandlung. Weiter verabreicht werden auch Interleukin-6-Antagonisten, die auch die Entzündungsreaktion blockieren und die ursprünglich für rheumatische Erkrankungen entwickelt wurden, und sogenannte Januskinase-Inhibitoren wie Baricitinib. Dieses Mittel wird schon länger auch bei Covid-19 angewendet und wird nun auch von der WHO empfohlen. Zudem werden weiter Blutverdünner verabreicht, um Thrombosen, Schlaganfällen und Infarkten vorzubeugen.
*** Paxlovid und Molnupiravir machen Hoffnung
Hoffnungen ruhen auf neuen antiviralen Arzneimitteln wie Paxlovid und Molnupiravir – die ersten Pillen gegen Corona, die in wenigen Wochen auf Rezept in den Apotheken erhältlich sein sollen. Das stimme ihn optimistisch, sagt Wendtner. „Da ist ein Quantensprung eingetreten.“
Auch der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner, sieht gute Chancen in den neuen Medikamenten. Molnupiravir werde „als Kapsel zwei Mal täglich über fünf Tage eingenommen und wirkt auch gegen die Omikron-Variante.“ In Kürze werde Paxlovid als weitere orale Therapie-Option hinzukommen. Es schützt laut Spinner ebenfalls vor Omikron – und bis zu 90 Prozent vor schweren Verläufen.
Remdesivir, ursprünglich gegen das Ebolavirus entwickelt und 2020 gegen Corona zugelassen, wird laut Spinner weiter eingesetzt. „Es wirkt ebenso gegen Omikron und zeigte in einer neuen Studie einen etwa 80-prozentigen Schutz vor schweren Verläufen.“ Anders als die orale Therapie mit Paxlovid und Molnupiravir muss Remdesivir weiter intravenös als Kurzinfusion gegeben werden. Das geht aber ambulant.
*** Fünftägige Behandlung kostet 700 Dollar
Der Bund hatte Remdesivir-Vorräte für Deutschland gesichert. Nun schafft er eine Million Einheiten Paxlovid an. Die neuen Pillen – Paxlovid und Molnupiravir – sind teuer. Rund 700 Dollar kostet die fünftägige Behandlung. Auch die Tabletten müssen früh genommen werden, um die Viren zu bremsen.
Vor allem vorbeugend soll das Antikörper-Präparat Evusheld eingesetzt werden – das laut Hersteller AstraZeneca auch gegen Omikron wirksam ist. Es muss nicht wie bisherige Antikörper im Krankenhaus über die Vene verabreicht werden, sondern kann einmalig in den Muskel gespritzt werden. „Das wirkt sechs Monate“, erläutert Wendtner, warnt aber, hier eine Alternative zur Impfung zu sehen. Das Medikament ist erheblich teurer, vor allem aber regt es den Körper nicht dazu an, eigene Antikörper zu bilden. Es sei nur geeignet für Menschen, die eine Impfung nicht vertragen oder keine Antikörper bilden können. Die Impfung bleibe das wirksamste Mittel, betonen Experten immer wieder.
*** Reduzierte Wirksamkeit bei Ronapreve
Von dem Antikörper-Medikament Ronapreve (Casirivimab und Imdevimab), bei dem auch das Paul-Ehrlich-Institut bei Omikron eine reduzierte Wirksamkeit sieht, hatte der Bund 150.000 Dosen gesichert. Dann lag das Mittel kaum genutzt auf Halde. Das Ablaufdatum rückte näher, als es in der Prophylaxe bei besonders gefährdeten Menschen ein Revival erlebte. Nun ist klar: „Dieser Antikörper ist ein Auslaufmodell, er wird bei Omikron nicht mehr verwendet werden können“, sagt Wendtner. Wie viele Dosen noch in Schränken lagern, ist offen.
Unter Hochdruck wird unterdessen weiter an neuen Medikamenten gearbeitet. Etwa wird an der Technischen Universität München (TUM) an einem Spray geforscht, das Lungenschäden bei Covid-19 eindämmen soll. – Von Sabine Dobel/dpa
https://science.apa.at/power-search/13465023614823454886

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bookmark_borderTagesblick 20.1.2022, Donnerstag

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CORONA – VAKZINOLOGIE – Nach COVID-19-Erstimpfung mit Johnson & Johnson wirkt ein mRNA-Booster am besten – 20.1.2022
Rotterdam – Nach einer Erstimpfung mit dem COVID-19-Vakzin Janssen von Johnson & Johnson ist so­wohl eine homologe Boosterung mit dem Vektorimpfstoff selbst als auch eine Auffrischung mit einem mRNA-Vakzin mit einer ausreichenden Immunogenität verbunden. Die beste Wirkung verspricht aller­dings ein mRNA-Impfstoff, wie eine randomisiert-kontrollierte Studie im New England Journal of Medicine zeigt (2022; DOI: 10.1056/NEJMoa2116747) .
Die einfach verblindete Studie schloss Gesundheitspersonal ein, das mit dem COVID-19-Vakzin Janssen von Johnson & Johnson erstgeimpft war. Die Auffrischungsimpfung erfolgte entweder erneut mit dem Vektorimpfstoff Ad26.COV2.S oder den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer (BNT162b2) und Moderna (mRNA-1273).
*** Stärkere Immunantwort als bei Erstimpfung
Roos S.G. Sablerolles und ihre Kollegen vom Erasmus University Medical Center, Rotterdam, berichten, dass sowohl die homologe als auch die heterologe Auffrischungsimpfung bei den 434 Studienteilneh­mern zur Ausbildung höherer Konzentrationen an Antikörpern gegen das Spikeprotein sowie an neutra­lisierenden Antikörpern und einer stärkeren T-Zell-Antwort als die Erstimpfung mit Ad26.COV2.S geführt habe.
Die beste Immunität wurde mit einem mRNA-1273-Booster erreicht. Der Impfstoff von Moderna war mit einer höheren Reaktogenität assoziiert als eine Auffrischungsimpfung mit BNT162b2 oder Ad26.COV2.S.
*** Leichte bis mittelschwere, vorübergehende Nebenwirkungen
Das Nebenwirkungsprofil der Auffrischungsimpfungen bot keine Überraschungen: Die lokalen und syste­mischen Nebenwirkungen seien im Allgemeinen leicht bis mittelschwer ausgefallen und hätten sich auf die ersten beiden Tage nach der Impfung beschränkt, schreiben Sablerolles und ihre Kollegen.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass es zwar gewisse Unterschiede zwischen den Auffrischungs­impfungen gegeben habe, aber „eine Boosterung mit irgendeinem verfügbaren Vakzin ist besser als nicht zu Boostern“, betonen sie.
In Deutschland gelten Personen mit einer 1-Mal-Impfung mit dem Vakzin von Johnson&Johnson seit Kurzem nicht mehr als vollständig geimpft – sie erfüllen auch nicht mehr die Kriterien für die 2G-Regel. Für eine vollständige Grundimmunisierung ist eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erforder­lich, außerdem wird auch ihnen eine 3. Impfdosis zur Auffrischung empfohlen. © nec/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/131099/Nach-COVID-19-Erstimpfung-mit-Johnson-Johnson-wirkt-ein-mRNA-Booster-am-besten

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bookmark_borderTagesblick 19.1.2022, Mittwoch

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CORONA – MEDIZIN – COVID-19: Milde Erkrankung kann bei jungen Menschen Gedächtnis und Aufmerksamkeit über Monate stören – Studienergebnisse bedingt gültig – 19.1.2022
Oxford – Eine Gruppe jüngerer Menschen, die nur leicht an COVID-19 erkrankt waren und über keine Long-COVID-Symptome klagten, zeigte in Tests Störungen der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses. Dies kam in einer Kohortenstudie in Brain Communications (2022 DOI: 10.1093/braincomms/fcab295 [Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt übernehmen] ) heraus. In einem Gedächtnistest erzielten die Patienten im Alter von Ende 20 auch Monate nach ihrer überstandenen Erkrankung keine besseren Ergebnisse als gesunde über 60-Jährige.
Viele Menschen erholen sich nur langsam von COVID-19. Einige klagen auch Monate nach dem Ende der akuten Infektion über eine Einschränkung ihrer kognitiven Fähigkeiten. Zu dem umgangssprachlich als „Brain Fog“ bezeichneten Symptomkomplex des Long-COVID-Syndroms gehören Konzentrationsschwie­rig­keiten, Vergesslichkeit und Abgeschlagenheit.
Die meisten der 53 Probanden im Alter von durchschnittlich 28 Jahren, die Psychologen des Nuffield Department of Clinical Neurosciences der Universität Oxford eingehender untersuchten, fühlten sich dagegen wieder fit. Ihre COVID-19-Erkrankung lag im Durchschnitt 163 Tage zurück, sie war in der Regel mild verlaufen.
Nur 3 Teilnehmer waren wegen COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert worden, 7 Teilnehmer hatten schwere COVID-19-Symptome, die ihre alltäglicher Aktivitäten vorübergehend stark eingeschränkt hatten. Nur 2 Teilnehmer berichteten, dass sie starke Long-COVID-Symptome gehabt hatten. Zum Zeit­punkt der Untersuchung waren jedoch alle Teilnehmer in verschiedenen Fragebögen zu Fatigue, Gedächt­nis, Apathie, Bewusstsein, Depressionen und Motivation auf gleicher Ebene wie eine Kontroll­gruppe von 83 Gleichaltrigen, die niemals an COVID-19 erkrankt waren.
Auch in den meisten neurokognitiven Tests waren die Ergebnisse normal. Im Arbeitsgedächtnis, in den exekutiven Funktionen und im logischen Denken gab es keine Auffälligkeiten. In 2 Tests fanden Sijia Zhao und Mitarbeiter jedoch Defizite. Dies war einmal eine Störung der Aufmerksamkeit. Sie zeigte sich in einem Test zur Vigilanz. Die Probanden sahen wechselnd Zahlen auf dem Bildschirm, sollten aber nur bei bestimmten Zahlen die Leertaste drücken. Dies schafften die Long-COVID-Patienten zunächst noch annähernd so gut wie die Vergleichsgruppe. Nach etwa 3 Minuten stieg die Fehlerrate deutlich an. Dies ist ein Zeichen, dass die Konzentration früher nachließ als in der Kontrollgruppe.
Das 2. Defizit wurde in Gedächtnistests gefunden. In einem Test sollten sich die Probanden möglichst viele von 20 nacheinander gezeigten Gegenständen (zum Beispiel Löffel) merken und dazu noch Einzelheiten wie Lage oder Aussehen, die am Ende abgefragt wurden. Unmittelbar nach dem Test konnten sich die Long-COVID-Patienten noch gut an die Gegenstände und ihre Eigenschaften erinnern. Nach einer kurzen Pause hatten sie jedoch mehr vergessen als die Kontrollgruppe.
In einem 2. Test sollten sie sich möglichst viele von 24 Worten merken. Auch hier erzielten die Long-COVID-Patienten zunächst gleich gute Ergebnisse. Nach etwa einer halben Stunde hatten sie jedoch mehr Wörter vergessen als die Kontrollgruppe. Dieses raschere Vergessen hatten die Forscher in einer früheren Studie auch bei 52 älteren gesunden Menschen (Durchschnittsalter 67,4 Jahre) beobachtet. Die jungen Long-COVID-Patienten erzielten in etwa dieselben Ergebnisse. Einziger Unterschied zu den älteren Menschen war, dass sie ihre Tests schneller absolvierten.
Die schlechteren Ergebnisse in den Vigilanz- und Gedächtnistests korrelierten mit der Schwere früherer Long-COVID-Symptome. Sie waren aber auch bei der Mehrzahl der Patienten nachweisbar, die keine Nachwirkungen der Erkrankung bemerkt hatten.
Die Defizite waren am stärksten bei den Patienten, deren COVID-19-Erkrankung noch nicht lange zurück­lag, und sie nahmen mit zunehmendem Abstand von der Erkrankung ab. Zhao geht deshalb davon aus, dass sich die jungen Personen mit der Zeit wieder vollständig erholen werden. Die Aufmerksam­keits­defizite hielten im Durchschnitt 6 Monate und die Gedächtnisstörungen 9 Monate an.
Zu den Einschränkungen der Studie gehört, dass die Angaben zu den früheren COVID-19-Erkrankungen nicht überprüft wurden und die Teilnehmerzahl relativ gering war. © rme/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/131055/COVID-19-Milde-Erkrankung-kann-bei-jungen-Menschen-Gedaechtnis-und-Aufmerksamkeit-ueber-Monate-stoeren

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bookmark_borderTagesblick 18.1.2022, Dienstag

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CORONA – VAKZINOLOGIE – Studie: Vierte Impfung gegen Omikron nicht ausreichend – 18.1.2022
Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag. Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein „schöner Anstieg“ der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung.
„Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug.“ Regev betonte, es handle sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen. Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich. „Wir sehen keinen erheblichen Unterschied.“
„Die Entscheidung (in Israel), Immungeschwächten die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen“, sagte Regev. „Aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben.“ Gegenwärtig können sich in Israel auch über 60-Jährige und medizinisches Personal zum vierten Mal impfen lassen. Regev sprach angesichts der vorläufigen Studienergebnisse von einem „Dilemma“, ob man über 60-jährigen, gesunden Menschen die vierte Dosis geben sollte. „Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen, wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten.“
Nur rund 62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 30 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Impfung abgelaufen. Knapp 4,4 Millionen Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits die dritte Impfdosis erhalten, mehr als 537.000 schon die vierte.
https://science.apa.at/power-search/17348883477290360511

CORONA – FORSCHUNG – KI identifiziert schwere und tödliche Covid-Verläufe – 18.1.2022
Könnte man anhand einer Blutprobe prognostizieren, ob ein Covid-Patient einen schweren Verlauf nehmen wird oder die Krankheit sogar zum Tod führen kann, würde das Ärzten bei der Therapie helfen. Ein Forschungsteam aus Deutschland und Österreich stellt im Fachblatt „PLOS Digital Health“ nun eine KI-unterstützte Methode vor, die das kann. Das bringe für Mediziner mehr Informationen – letztlich auch in gefürchteten Triagesituationen, so der Südtiroler Biochemiker Markus Ralser.
Bereits im vergangenen Jahr hat der an der Berliner Charité und am Francis Crick Institute (Großbritannien) tätige Ralser mit Kollegen ein Verfahren vorgestellt, das es erlaubt, mittels rascher und kostengünstiger Massenspektrometrie die charakteristische Proteinstruktur in Blutproben (Proteom) zu ermitteln. Je nachdem, wie der Körper auf einen Krankheitserreger reagiert, ändert dies auch den bunten Strauß an Stoffwechselprodukten.
*** Neue „Scanning SWATH“-Technologie
In der im Vorjahr in den Fachjournalen „Nature Biotechnology“ und „Cell Systems“ veröffentlichten Arbeit zeigte das Team, dass sich die neue „Scanning SWATH“-Technologie auch dazu eignet, Eiweiße zu identifizieren, die den Schweregrad einer Covid-19-Infektion anzeigen. Da die Methode sehr komplexe Daten erzeugt, braucht es bei der Analyse die Unterstützung von Computeralgorithmen, die auf maschinellem Lernen basieren. Insgesamt konnten unter Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) 54 Proteine entdeckt werden, die als Anzeiger für die Schwere der Erkrankung dienen.
Aus diesem Ansatz heraus wollten Ralser und Kollegen „etwas klinisch Nützliches herausziehen“, sagte der Forscher zur APA. „Dann war die Frage am Tisch: Kann man Krankheitsverläufe nicht nur abbilden, wie sie im Moment aussehen, sondern kann man auch in die Zukunft schauen?“
In der neuen Untersuchung, die mit Unterstützung zahlreicher Forscher aus Innsbruck, darunter auch der Leiter der internistischen Intensivstation der Uni-Klinik Innsbruck, Michael Joannidis, beteiligt waren, ging man an die Prognose auf Basis der Proteom-Daten. So analysierten die Wissenschafter 349 zu verschiedenen Zeitpunkten entnommene Probe von 50 Patienten mit sehr schweren Covid-19-Verläufen, die an der Charité und der Innsbrucker Uni-Klinik behandelt wurden. Wieder suchte man mit der neuen Methode und dem KI-Ansatz unter 321 quasi verdächtigen Proteinen nach jenen, die darauf hinweisen, dass ein Patient eher überlebt.
*** KI im Einsatz
Es stellte sich heraus, dass auch in dieser Gruppe mit den denkbar schwersten Verläufen, 14 bestimmte Eiweißen stark darauf hinweisen, ob jemand im Fortgang der Erkrankung zu jenen 15 Patienten gehörte, die nicht überlebten. In der Folge entwickelte das Team wieder unter Einsatz von maschinellem Lernen ein System, das aus nur einer Blutprobe auf den Krankheitsausgang schließt. In einer weiteren Gruppe sehr schwer Erkrankter stimmten die Prognosen dann weitestgehend mit dem tatsächlichen Ausgang überein: 18 von 19 Patienten, die überlebten, wurden korrekt identifiziert, die fünf Verstorbenen ebenso.
Solche „molekularen Signaturen“ erlauben also eine Einschätzung des Verlaufs selbst in einer Situation, in der Intensivmediziner nicht mehr vorhersagen können, wie sich das Krankheitsbild weiter entwickelt, erklärte Ralser. Diese Einschätzung sei natürlich nicht hundertprozentig klar, „aber es geht viel besser, als man es bisher konnte“.
Eine Anwendung für die Methode sei es, etwa in kleineren klinischen Studien schnell und verlässlich herauszufinden, ob ein Medikament den gewünschten Effekt bringt. „Die zweite Situation, die natürlich im Raum steht, ist die Triagesituation“, so Ralser. Gerade in so einem Ausnahmezustand brauche der Mediziner möglichst jede Information, die er bekommen kann. Eine Entscheidung nur auf Basis einer solchen Prognose könne und dürfe aber nicht getroffen werden, betonte der Forscher: „Was wir erreichen ist, dass maximal viel Information auf dem Tisch liegt, wenn so eine Entscheidung ansteht.“
*** Schwere Verläufe rechtzeitig abpassen
Insgesamt sehe man an den Proteom-Daten, wie stark sich der Stoffwechsel bei Covid-19 verändert. „Es geht einfach darum, dass man schwere Verläufe in früheren Stadien nicht verpasst“, betonte Ralser, denn für Kliniker biete die Krankheit immer noch wenige Anhaltspunkte, um den Zustand eines Patienten in den kommenden Tagen verlässlich einzuschätzen und Behandlungen entsprechen anzupassen. Gerade die unsichere Prognose mit mitunter plötzlichen Verschlechterungen gilt als besonders großes Problem bei der Covid-19-Behandlung. „Das ist sehr stark vom Anspringen des eigenen Immunsystems abhängig, und das sieht man in den Proteinverläufen genau abgebildet“, erklärte Ralser.
Jetzt liege der Fokus zwar klar auf Covid-19. Der Ansatz mit molekularen Markern könne aber auch auf andere Infektionserkrankungen übertragen werden. „Das ist eine moderne Art der Medizin, die wir da entwickeln“, zeigte sich Ralser überzeugt.
Service:
„PLOS Digital Health“-Paper: https://doi.org/10.1371/journal.pdig.0000007;
„Nature Biotechnology“: https://doi.org/10.1038/s41587-021-00860-4
„Cell Systems“: https://doi.org/10.1016/j.cels.2021.05.005
https://science.apa.at/power-search/6760538507232336564

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bookmark_borderTagesblick 17.1.2022, Montag

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CORONA – WISSEN – Andere Krankheitsanzeichen als bei Delta möglich: Habe ich mich mit Omikron angesteckt? Zwei Symptome könnten darauf hinweisen – 17.1.2022
Die Corona-Symptome, die sich bei der Omikron-Variante zeigen, können sich ersten Daten nach offenbar zum Teil von denen bei Delta unterscheiden. Besonders zwei Anzeichen könnten auf Omikron hinweisen.
Die Omikron-Variante ist massiv auf dem Vormarsch. Im Augenblick deutet alles darauf hin, dass sie noch infektiöser als die bislang dominierende, bereits hochansteckende Delta-Variante ist. Impfstoff-Hersteller gehen außerdem davon aus, dass zwei Dosen keinen vollständigen Schutz vor einer Infektion mit Omikron bieten, wohl aber weiterhin vor einer schweren Erkrankung. Für den bestmöglichen Schutz sei zwingend eine dritte Booster-Impfung notwendig.
Doch nicht nur in punkto Infektiosität und Impfschutz soll sich Omikron von Delta und den vorangegangenen Varianten unterscheiden. Auch die Symptome sollen etwas anders ausfallen.
*** Erste Daten zu Symptomen bei Omikron
Zwar befinden sich die Untersuchungen noch in einem sehr frühen Stadium, die Datenlage ist derzeit diffus. Grundsätzlich jedoch sehe es so aus, als verliefen die Erkrankungen mit Omikron weniger schwerwiegend als mit den vorherigen Varianten, sagen Experten.
Die Omikron-Variante war zuerst in einem südafrikanischen Labor entdeckt worden – wo sie ihren Ursprung hat, ist allerdings unklar.
Auffälliges Symptom: starker Nachtschweiß
Daten aus Südafrika und Großbritannien haben vor allem zwei prägnante Symptome für eine Omikron-Infektion extrahiert. Besonders auffällig ist laut Wissenschaftlern ein Symptom: starker Nachtschweiß. Wie „t-online“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP berichtet, sei dieser neben Fieber und Schmerzen im Körper häufig beobachtet worden.
Der britische Mediziner Amir Khan habe demnach dem Fernsehsender ITV gesagt, dass dieses Symptom sehr stark auftrete. „Es handelt sich dabei um diese nächtlichen heftigen Schweißausbrüche, nach denen man sich umziehen muss.“ Laut Khan sei dieser Erkenntnis sehr wichtig, er forderte demnach sogar, dass sie in die offizielle Liste des britischen Gesundheitsdienstes NHS aufgenommen werde.
*** Zweites auffälliges Symptom: Appetitlosigkeit
Und noch ein Symptom äußert sich zunehmend, das von vorhergehenden Mutanten unbekannt war: Appetitlosigkeit. Das berichtet der englische „Mirror“ unter Berufung auf Forscher, die an der Zoe Covid Symptomstudie beteiligt sind. Dieses Symptom ist beispielsweise von der Delta-Variante überhaupt nicht bekannt, wurde in der britischen Studie nun aber häufiger genannt.
Es könnte betroffenen Personen helfen, schneller auszumachen, dass sie an Covid-19 erkrankt sind und dass es sich um Omikron handelt.
*** Kein Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns bei Omikron
„Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit“, erklärte Medizinerin Coetzee außerdem. Und: „Wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen.“ Allerdings ist die Datenlage aus Südafrika besonders in diesem Punkt sehr dünn, denn nur sechs Prozent der dortigen Bevölkerung sind älter als 65 Jahre. Man müsse sich zumindest Sorgen machen, dass Omikron ältere Menschen mit Diabetes oder Herzkrankheiten nochmal härter treffen könnte, sagte Coetzee dem britischen „Telegraph“.
Zu den sonstigen möglichen Symptomen gehören laut Coetzee ein Kratzen im Hals und trockener Husten. Nur wenige von ihr beobachtete Patienten hätten allerdings Fieber entwickelt. Auffällig: Kein einziger Infizierter habe einen verschwundenen Geschmacks- oder Geruchssinn beklagt.
Bei der ursprünglichen Corona-Variante aus dem Frühjahr 2020 war das noch eines der häufigsten Symptome. Forschern zufolge traten der Geschmacks- und Geruchsverlust aber schon bei der Delta-Variante nicht mehr ganz so häufig auf – bei Omikron ist das Symptom womöglich komplett verschwunden.
*** RKI veröffentlicht in Wochenbericht Omikron-Zahlen
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte im Dezember in seinen Wochenberichten erstmals Details zu den in Deutschland gemeldeten Omikron-Symptomen veröffentlicht. Dem neuesten Wochenbericht vom 6. Januar zufolge würden Patientinnen und Patienten bisher am häufigsten über
– Schnupfen (55 Prozent),
– Husten (56 Prozent) und
– Halsschmerzen (38 Prozent) klagen.
Wie das RKI weiter mitteilt, wurden in etwa jedem zweiten Omikron-Fall Angaben zu Symptomen übermittelt. Dabei hätten die Infizierten überwiegend angegeben, milde oder gar keine Symptome zu haben. Etwa ein Prozent der Omikronfälle (363) wurden hospitalisiert, neun Patienten sind
*** Ungewöhnliche Symptome bei Kindern
Wie sich Omikron auf Kinder auswirkt, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Zumindest anekdotisch sehen Mediziner aber Hinweise darauf, dass die neue Variante stärker Kinder betreffen könnte als vorangegangene Mutationen. „Es gibt eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern der Altersgruppe bis fünf Jahre“, sagte Michelle Groome vom südafrikanischen Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten NICD. In der Hauptstadt Pretoria stellten junge Kinder die zweitgrößte im Krankenhaus behandelte Altersgruppe nach Personen älter als 60 Jahre. Aber auch hier gilt: Die südafrikanische Bevölkerung ist im Schnitt wesentlich jünger als etwa die Deutsche.
Vereinzelt berichten Ärzte auch von ungewöhnlichen Symptomen bei erkrankten Kindern. „Bis zu 15 Prozent der infizierten Kinder entwickeln einen Hautausschlag“, sagte der Londoner Hausarzt David Lloyd letzten Dienstag dem Nachrichtensender Sky News. Hinzu kämen Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit.
https://www.focus.de/gesundheit/news/andere-krankheitsanzeichen-als-bei-delta-mit-omikron-angesteckt-zwei-symptome-koennen-darauf-hindeuten_id_27658864.html

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bookmark_borderTagesblick 14.1.2022, Freitag

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CORONA – EPIDEMIOLOGIE – Experte Weiss: Durchseuchung läuft, Chance auf Normalität – 14.1.2022
Der Innsbrucker Infektiologe und Direktor der Uni-Klinik für Innere Medizin, Günter Weiss, sieht aufgrund der derzeitigen Omikron-Welle eine Durchseuchung laufen, die „nicht aufhaltbar ist“. Bei einer „gezielten Durchseuchung mit angezogener Handbremse“, das heißt bei Beachtung banaler und effizienter Präventionsmaßnahmen, orte er die reelle Chance auf die ersehnte Rückkehr zur Normalität, sagte Weiss im APA-Interview.
Dieses Szenario laufe derzeit in ganz Europa ab, so Weiss. Die Durchseuchung mit der wesentlich milderen, aber ansteckenderen Omikron-Variante sei ein „dynamischer Prozess, der jetzt läuft“ und wahrscheinlich in rund zwei Wochen ihren Höhepunkt erfahren und dann wieder abflachen wird. Diesen könne man auch nicht mehr wesentlich beeinflussen: „Das wird so sein, ob man will oder nicht“. Deshalb würden auch Lockdown-Maßnahmen nichts bringen, die er in dieser Phase nicht für sinnvoll und effektiv halte: “ Der Omikron-Zug ist auf Schiene. Und er wird mit oder ohne Lockdown durchrauschen“, betonte der renommierte Mediziner, der auch dem Beraterstab im Gesundheitsministerium angehört. Weiss erinnerte zudem an die Situation in anderen Ländern, in denen sich die Situation ähneln bis gleichen – unabhängig von lockdown-ähnlichen Maßnahmen.
*** Weg in eine epidemiologische Situation
Durch die Durchseuchung werde man, verbunden mit der Impfung, eine „hohe Immunität in der Bevölkerung“ haben und es hoffentlich bzw. wahrscheinlich auch schaffen, aus der „Pandemie herauszukommen“ und einen „normalen Sommer“ haben. „Und damit werden wir hoffentlich von einer pandemischen in eine epidemiologische Situation übergehen, in der wir in der kalten Jahreszeit wieder mit dem Virus konfrontiert sein werden“, sah Weiss ein ähnliches Szenario wie bei anderen Viren, mit denen man auch zu leben gelernt habe. Dann werde es immer wieder darauf ankommen, dass sich möglichst viele ältere Menschen und Risikopatienten impfen lassen. Natürlich gebe es immer wieder Unwägbarkeiten, genau prophezeien könne man nichts. Dies habe man in den vergangenen fast zwei Jahren gelernt, so Weiss. Diesbezüglich halte er es mit Karl Valentin, der einmal treffend gemeint habe: „Vorhersagen sind immer sehr schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“.
Bei dieser „Durchseuchung mit angezogener Handbremse“ gelte es aber auch danach zu trachten, dass „nicht zu viele Fälle auf einmal anfallen, damit nicht doch ein Problem mit der medizinischen Versorgung entstehen“ könne. Dafür müsse man einfach die vorgegeben Hygienemaßnahmen einhalten, plädierte Weiss für Hausverstand.
Nach momentanem Stand und auf Basis der Erfahrung in anderen Länder sah der Infektiologe jedenfalls keine unbewältigbare, aber durchaus eine herausfordernde Situation auf das Gesundheitssystem zukommen. Die bisherige Omikron-Welle habe gezeigt, dass – im Gegensatz zu vorherigen Wellen – die Auslastung in Intensiv- wie Normalstationen nicht in demselben Ausmaß mit den steigenden Infektionszahlen zunimmt. Er rechne zwar damit, dass kurzfristig auch hier die Belegung etwas steigen wird, derzeit bestehe aber Grund für leichten Optimismus, obwohl Vorsicht weiter geboten sei und man erst in etwa zwei Wochen wirklich sagen wird können, wie sich die Omikronwelle in den Hospitalisierungen niederschlagen wird.
*** Forcierung der Booster-Impfung
Man habe derzeit „marginal“ mehr Corona-Patienten in den Krankenhäusern, aber solche mit Omikron würden nur einen relativ geringen Anteil ausmachen. Dies liege zum einen an den weniger schweren Verläufen, die offenbar mit einer anderen Art der Symptomatik (Erkältungs- und Schnupfensymptome) einhergehe. Dazu komme eine offenbar „gute Hintergrundimmunität“ durch die Impfungen und durchgemachten Infektionen in früheren Wellen hinzu. „Der letzte Punkt, der bei der Bewältigung der Omikronwelle helfen wird, ist die Forcierung der Booster-Impfung, die bei älteren und Risikopatienten den erwünschten Schutz aufgebaut hat. Dadurch werden diese bei einer Omikron-Infektion nicht so schwer krank und müssen nicht im Krankenhaus behandelt werden“, erklärte Weiss.
Die Impfpflicht ist für ihn die „letzte und drastischste Möglichkeit“, dem Ziel einer Erhöhung der Impfquote und in weiterer Folge insbesondere dem Ziel, schwerere Verläufe und Todesfälle zu verhindern, näher zu kommen. „Die Für und Wider müssen auch im Hinblick auf die Dynamik der Pandemieentwicklung sorgsam abgewogen und kommuniziert werden, um massive und anhaltende Spaltungen und Zerwürfnisse in der Bevölkerung zu verhindern“, mahnte der Experte aber.
Ein Dorn im Auge ist Weiss weiterhin das seiner Ansicht nach übermäßige und ungezielte Testen in Österreich. Österreich teste rund zehnmal so viel wie Deutschland und die Schweiz – habe aber bezogen auf die Bevölkerung die gleichen Infektionszahlen und Hospitalisierungsraten bzw. Todesfälle wie diese Länder. „Dieses ungezielte Testen bringt für die Pandemiebekämpfung eigentlich wenig. Wir geben Milliarden aus, ohne dass wir wirklich einen gesundheitlichen Benefit haben. Es gehört jetzt irgendwann mal aus der Welt geschafft“. Im Gegenteil – die Menschen würden sich mit negativen Testzertifikaten in falscher Sicherheit wiegen und auf Hygienegrundregeln verzichten. Tests seien Momentaufnahmen von sehr kurzer Gültigkeitsdauer und Testen sollte deshalb gezielt und symptombasiert aufgrund einer „medizinische Indikation“ bzw. im Rahmen des Contact-Tracing oder in kritischen infrastrukturellen Bereichen erfolgen. Es sei doch nicht notwendig, zum Beispiel als dreifach geimpfte und Maske tragende Person für eine Veranstaltung auch noch einen PCR-Test vorweisen zu müssen, kritisierte Weiss: „Man sollte besser schauen, dass die Leute die Masken richtig tragen, die Händehygiene und Abstandsregeln beachten“.
https://science.apa.at/power-search/11949017829987097601

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CORONA – WISSEN – Wie sich die Omikron- von der Delta-Situation unterscheidet – 13.1.2022
Die in Österreich mittlerweile dominante Omikron-Variante mit ihren vielen Veränderungen, vor allem im für das Andocken an Zellen wichtigen Spike-Protein, ändert die Spielregeln der Pandemie. Gegenüber der Delta-Variante sticht die deutlich höhere Übertragbarkeit und die „Immunflucht“ heraus, also die Fähigkeit einem bestehenden Corona-Immunschutz zu entkommen. Allerdings dürfte das Risiko von schweren Erkrankungen sinken, wie Daten aus England zeigen. Eine Übersicht:
GRAPHIK: https://secure-psas.apa.at/apascience/?LfnudZuZUYNoEYhrBIvIiA1EeY2lFucEfd2C6oQhDcG5Mvj5QvJHh94QIdkzoAfRE4dMY9FrEAQ0Q_nukgZDCPyXf_Flnjj1qvd0e86-eDL3amRk2dqHOFKy4voYDw==
Bereits wenige Wochen nach dem ersten Nachweis der neuen Variante hat sich in vielen Ländern bewahrheitet, was Experten angesichts der von Omikron aufgegriffenen Erbgut-Mutationen befürchtet hatten. Die WHO stufte Omikron am 26. November 2021 als besorgniserregende „Variant of Concern“ (VOC) ein. Mittlerweile hat sie die zuvor dominante Delta-Variante verdrängt und sorgt für steigende Infektionszahlen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC schätzt das Risiko als „hoch bis sehr hoch“ ein (Stand: 7. Jänner 2022). Die WHO warnt, dass sich in zwei Monaten über die Hälfte der Europäer mit Omikron infiziert haben könnte.
*** Omikron befällt Lunge nicht so stark
Gegenüber früheren Wellen gibt es aber auch gute Nachrichten: erste, noch vorläufige Daten deuten auf ein weniger schweres klinisches Erkrankungsbild hin. So zitierte die WHO zuletzt Studien, wonach Omikron vor allem die oberen Atemwege wie Nase, Rachen und Bronchien befällt und weniger stark die Lunge.
Auch von den britischen Gesundheitsbehörden ausgewertete Daten lassen etwas mildere Krankheitsverläufe vermuten. Demnach ist das Risiko, mit Omikron auf einer Intensivstation zu landen, um rund die Hälfte geringer als bei der Delta-Variante. Das Risiko eines „normalen“ Spitalsaufenthalts sinkt auf ein Drittel. Auch wenn die Impfung gegen Omikron weniger stark anschlägt als gegen Delta, reduziert sie das Risiko einer schweren Erkrankung den britischen Zahlen zufolge doch deutlich (auf bis zu 19 Prozent gegenüber Ungeimpften).
Allerdings nimmt der Impfschutz im Lauf der Zeit rasch ab, wie eine Untersuchung anhand von fast 374.000 britischen Coronafällen zeigt. Demnach schützt eine doppelte Impfung mit Biontech-Pfizer auch nach fünf Monaten (20 bis 24 Wochen) noch zu über 60 Prozent gegen symptomatische Erkrankungen mit der Delta-Variante. Mit Omikron sinkt der Impfschutz dagegen auf rund zehn Prozent. Eine Booster-Impfung erhöht die Wirksamkeit dann zwar wieder auf fast 70 Prozent, aber auch hier lässt der Impfschutz nach fünf bis neun Wochen deutlich nach.
*** Omikron keine „milde“ Variante
In Österreich warnte zuletzt der Komplexitätsforscher Peter Klimek davor, Omikron als „milde“ Variante zu bezeichnen. Er betonte, dass sie beim Kontakt mit einer ungeschützten Bevölkerung möglicherweise nur etwas weniger gefährlich wäre als Delta. Auch die ECDC betont, dass die Risikoeinschätzung anders ausfallen könnte, wenn im Verlauf der Infektionswelle immer mehr ältere Menschen erkranken sollten.
In Österreich trifft Omikron auf eine Bevölkerung, die nur zu etwas mehr als der Hälfte gegen die neue Variante geschützt sein dürfte. Das Team um Simulationsforscher Niki Popper berechnete den Immunschutz auf Basis von Impfdaten, Infektionszahlen und Dunkelzifferschätzungen zuletzt mit 55 Prozent der Einwohner (Stand 1. Jänner). Zum Vergleich: Gegen die Delta-Variante waren 80 Prozent der Bevölkerung geschützt, so die „Modellbasierte Schätzung des Immunisierungsgrades in Österreich“.
Das liegt daran, dass Omikron mit seinen rund 30 Mutationen im Spike-Protein und anderen Regionen des Erregers eine deutlich erhöhte Fähigkeit zur „Immunflucht“ hat. Allerdings zeigen Studien, dass auch der Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung relativ kurz nach der Boosterimpfung sehr hoch sein dürfte. Auch bei schon länger Genesenen erhöht der „Booster“ die Anzahl der neutralisierenden Antikörper deutlich, wie eine im Fachmagazin „Nature“ erschienene Studie des in den USA tätigen österreichischen Virologen Florian Krammer kürzlich zeigte.
*** Infektionskurve mit Boostern abflachen
Hier liegt auch ein Schlüssel, warum viele Experten trotz hoher Omikron-Infektionszahlen mit einem weniger stark steigenden Krankenhaus-Belag rechnen als in früheren Wellen. Popper schätzt, dass bis zu 90 Prozent der Österreicher schon mit dem Erreger Kontakt hatten – sei es durch Impfung oder Infektion. Dies könnte den Anteil der schweren Covid-19-Verläufe reduzieren. Der Nachteil: ab welcher Anzahl von Neuinfektionen eine Überlastung des Spitalswesens droht, können Expertinnen und Experten damit nicht zuverlässig einschätzen. Weitgehend einig sind sie, dass der beste Weg, um die kommende steile Infektionskurve abzuflachen, die Boosterimpfungen sind.
Die ECDC warnt jedenfalls vor einer Überlastung der Gesundheitssysteme bei sehr hohen Infektionszahlen. Dazu kommt, dass durch die hohe Übertragbarkeit viele Menschen im Gesundheitsbereich und anderen wichtigen Arbeitsfeldern ausfallen könnten und Test- und Kontaktnachverfolgungssysteme überlastet werden.
Bei all den Unterschieden zu früheren Varianten bleibt aber zumindest etwas gleich: Die häufigsten Symptome einer Covid-19-Erkrankung haben sich Daten aus Großbritannien zufolge von der Delta- zur Omikron-Variante nicht grundlegend verändert. Die Top-Fünf-Krankheitsbilder sind nach wie vor eine rinnende Nase, gefolgt von Kopfschmerzen, Müdigkeit, Niesen und einer Halsentzündung.
Service:
ECDC-Bericht: http://go.apa.at/9qJq1b2B; Daten aus Südafrika: http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3996320;
UK Health Security Agency: http://go.apa.at/tmw1QPj3;
„Modellbasierte Schätzung des Immunisierungsgrades in Österreich“: http://www.dexhelpp.at/de/immunisierungsgrad/;
Krammer-Studie in „Nature“: https://doi.org/10.1038/d41586-021-03846-z
https://science.apa.at/power-search/6667962809756690162
FERNER: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130782/Haelfte-Europas-koennte-laut-WHO-in-acht-Wochen-mit-Omikron-infiziert-sein

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