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FAZIT DES TAGES – oder: Nachrichten aus dem irrwitzigen Weltzirkus
- Israel-Hamas-Hisbollah-Krieg: Weitere Angriffe auf Israel aus verschiedenen Regionen. Netanjahu reist in die USA. Gaza-Gespräche angeblich vor erfolgreichem Abschluss.
- Ukraine-Krieg: Heftige Drohnen-Angriffe Russlands. Geländegewinne auf beiden Seiten. Trump zweifelt an Beendigung des Krieges. USA stoppen teilweise Hilfslieferungen an die Ukraine.
- USA: Angedrohte Zölle könnten Realität werden.
Musk will Partei gründen.
Verheerende Flutwelle in Texas. - Weitere COMMENTS vorhanden
MÄRKTE – Wochenausblick
REPORT
WIRTSCHAFTSMELDUNGEN IM ÜBERBLICK seit 1. Juli
Viel Stoff – Nutze die Suchfunktion!
Apropos Weltzirkus: Zirkus ist was für Kinder und Junggebliebene, Staunen und Lachen über die Clowns! Im Weltzirkus tummeln sich viele Zauberkünstler und Clowns. Lachen wir also, Lachen ist die beste Medizin gegen Depressionen.
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MÄRKTE
KEIN BÖRSENHANDEL – US-Unabhängigkeitstag: Am 4. Juli 1776 hatten britische Kolonien ihre Unabhängigkeit von Großbritannien erklärt und den Weg für die Gründung der Vereinigten Staaten geebnet.
DJI – BAHA *** DJI – KGV *** Rendite 10-jg. US-Anleihen
DAX Deutsche Börse *** DAX – KGV *** Rendite 10-jg. Bundesanl. *** Euro-Bund Futures
WOCHENAUSBLICK: Anleger fiebern Zoll-Deadline entgegen
FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Anleger am deutschen Aktienmarkt warten wie gebannt auf den 9. Juli. Denn am kommenden Mittwoch wird die Verhandlungsfrist für ein Handelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union ablaufen. Auch andere Staaten arbeiten bis dahin noch an einer Einigung, um hohen Strafzöllen von US-Präsident Donald Trump zu entgehen. Die Hoffnung, dass die Frist womöglich noch verlängert wird, hatte sich zuletzt zerschlagen.
„Es ist natürlich möglich, dass jetzt noch einige Last-Minute-Deals abgeschlossen werden. Viele Staaten werden sich aber schon in der kommenden Woche höheren Zöllen ausgesetzt sehen. Und Stand jetzt gehören dazu auch die Staaten der EU“, fasste Analyst Thomas Altmann von QC Partners die Lage zusammen. Gerade die exportorientierte deutsche Wirtschaft würden die Strafzölle hart treffen.
Die Europäische Union hatte jüngst signalisiert, einen US-Basiszoll von zehn Prozent dauerhaft zu akzeptieren. Trotzdem werde eine Einigung mit den USA vor Mittwoch schwierig. Daher sei bereits ein möglicher grober Rahmenvertrag als Erfolg zu werten, schrieb Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Aus seiner Sicht ist wegen der anhaltenden Unsicherheit mit erhöhter Marktvolatilität zu rechnen. Katastrophale Zollentwicklungen seien aus Eigeninteresse der USA aber nicht zu erwarten.
Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank mahnte dennoch: „Selbst wenn die Welt nicht zur Globalisierungs-Diaspora wird, am Ende wird das Zoll-Niveau auf US-Importe mindestens dreimal so hoch ausfallen wie vor Trumps Amtsantritt.“ Das perspektivische Gewinnwachstum von US-Unternehmen werde bereits von steigendem Kostendruck getrübt. Und an der Wall Street werde schon das Ende des Gewinnwachstumstrends diskutiert.
Trotzdem zeigten sich die Anleger in den vergangenen Tagen relativ gelassen. Die Experten von Index-Radar beobachteten eine Art „volatilen Gleichmut“ an der Börse: „Die Märkte scheinen sich an Trumps Methode gewöhnt zu haben – Eskalation mit anschließendem Rückzieher.“ Der Dax ließ in der abgelaufenen Woche zwar ein paar Federn, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau unweit der Anfang Juni aufgestellten Bestmarke. Das erste Halbjahr fiel mit einem Kursplus von rund 20 Prozent für den Leitindex sehr stark aus.
Neuer Schwung allerdings ist vorerst nicht in Sicht, laut Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen droht dem Dax sogar eine kalte Dusche. „Die Börse ist mitten im Sommerloch“, kommentierte Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Sollten Erfolgsmeldungen im Handelskonflikt ausbleiben, erwartet er erste spürbare Verkäufe – zumal die Jahreszeit eher für schwächere Kurse spreche. Auch Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets verwies darauf, dass wegen der Saisonalität nach einem zwar noch guten Juli dann aber eine Durststrecke im August und September bevorstehe.
Passend dazu hält die neue Woche neben der Zollthematik kaum spannende Termine bereit. Am Montag kommen Daten zur Industrieproduktion in Deutschland im Mai. Bei den Auftragseingängen musste die Industrie nach einer Erholung zuletzt wieder einen Dämpfer hinnehmen. Am Dienstag folgt die deutsche Handelsbilanz im Mai. Obendrein stehen am Freitag Details zur Inflationsentwicklung im Juni auf der Agenda.
Unternehmensseitig dürften abermals die Autobauer im Fokus stehen, nicht nur wegen der US-Zölle. Zum Wochenstart berichtet Mercedes-Benz über die Auslieferungen im zweiten Quartal, auch in den USA. Dort war der Absatz von Volkswagen im abgelaufenen Jahresviertel eingebrochen. Weltweite Absatzzahlen präsentiert VW am Mittwoch.
Außerdem legen am Donnerstag sowohl Südzucker als auch der Pharma- und Kosmetik-Verpackungshersteller Gerresheimer Quartalszahlen vor./niw/la/jha/he
— Von Nicklas Wolf, dpa-AFX —
© 2025 dpa-AFX
GESELLSCHAFTSSEISMOGRAPH BÖRSEN
findet sich am Ende des Tagesblicks
HELLMEYER (Märkte u.a.m.)
- Märkte: „US-Zoll-Blues“ an den Märkten, Liquiditätspräferenz!
- Deutschland: Dienstleistungssektor mit Nullnummer
- Deutschland: Konzept für Industriestrompreis bringt 4 Mrd. EUR Entlastung
- Kein Hellmeyer Report am 23. und 24. Juli 2025
Nachrichten in Kurzform:
• Berlin: Die Zahl der Asylanträge sank im 1. Halbjahr 2025 um 43% auf 65.495
Asylanträge.
# Positiv
• Berlin: Der Bundesrechnungshof warnte, dass die gesetzliche Pflegeversicherung
auf eine massive Finanzlücke in Höhe von 12,3 Mrd. EUR bis 2029 zusteuere.
# Negativ
• Berlin: Der Auftragseingang der Industrie fiel per Mai um 1,4% im Monatsvergleich.
Problemhaft entwickelt sich vor allen Dingen die Inlandsnachfrage.
# Kritisch
• Brüssel: Laut Medienbericht beabsichtigt die EU, kritische Mineralien zur Vorsorge
einzulagern.
# Nachvollziehbar
• Brüssel: Laut Insidern ist kein Durchbruch bei den Zollverhandlungen mit den USA
in Sicht.
# Die EU wird heute wohl einen Brief mit Zollsätzen erhalten …
• Washington: Trump sagte, dass Putin sich des Risikos drohender US-Sanktionen
bewusst sei.
# Schauen wir mal!
• Washington: Laut Trump könnte es bereits in dieser Woche ein Gaza-Abkommen
geben.
# Wäre positiv!
US-Zollbriefe an 12 Länder unterzeichnet
US-Präsident Trump hat Briefe an 12 Länder unterzeichnet, in denen die verschiedenen
Zollsätze für ihre in die USA eingeführten Waren festgelegt sind. Er sagte, dass die
Briefe am Montag verschickt werden würden. Trump lehnte es ab, zu sagen, welche
Länder im ersten Stapel der Briefe enthalten sein werden.
Trump will Länder, die sich einer Politik der BRICS-Staaten anschließen, die sich seiner
Auffassung zufolge gegen die USA richtet, mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 10%
belegen. Es werde keine Ausnahmen von dieser Politik geben.
* Wir sind gespannt
Musk verkündet Gründung einer politischen Partei
Nach seinem Zerwürfnis mit Trump hat Musk die Gründung einer Partei bekannt
gegeben. Es würde die Amerika-Partei gegründet, um den US-Bürgern die Freiheit
zurückzugeben“, so Musk
* Interessant. Kommt es zum Ende des Zwei-Parteien-Systems?
Märkte: „US-Zoll-Blues“ an den Märkten, Liquiditätspräferenz! – D: Dienstleistungssektor mit Nullnummer – D: Konzept für Industriestrompreis bringt 4 Mrd. EUR Entlastung
EUR/USD eröffnet bei 1,1772 (05:51 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1765 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 144,82. In der Folge notiert EUR-JPY bei 170,46. EUR-CHF oszilliert bei 0,9354.
Märkte: „US-Zoll-Blues“ an den Märkten, Liquiditätspräferenz!
Die Finanzmärkte stehen unter dem Einfluss des „US-Zoll-Blues“. Die Deadline des 9. Juli nähert sich. Ohne Einigungen werden die Zölle, die Trump jetzt bekanntgeben wird ab 1. August greifen.
Die erhöhte Risikoaversion ist verständlich, denn es ergeben sich im Vorwege mangels Einigung über Handelsabkommen in der erweiterten Verhandlungsphase Risiken, dass das Zollregime zunächst schärfer ausfällt als zuvor von den Märkten antizipiert wurde. Zudem verschärfte Trump seine Zolldrohungen gegen BRICS-Länder. Trump will Länder, die sich einer Politik der BRICS-Staaten anschließen, die sich seiner Auffassung zufolge gegen die USA richtet, mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 10% belegen. Es werde keine Ausnahmen von dieser Politik geben.
Märkte reagieren mit Liquiditätspräferenz auf das aktuelle Eventrisiko. Nahezu alle Aktienmärkte standen unter Verkaufsdruck. Auch Gold litt unter der Liquiditätspräferenz.
Das Treffen der BRICS-Länder findet derzeit in Rio de Janeiro statt und wird in unseren Medien kaum gespiegelt. Dynamische Fortentwicklungen finden in diesem Format aktuell nicht statt. Es wird konsolidiert und es werden die bisherigen Projekte fortgeschrieben. Auf Basis Kaufkraftbasis stehen die BRICS-Länder per 2024 bei 40,2% des globalen BIP. Die G-7 Länder bringen es auf 28,8% (Daten IWF). „Food for thought“, auch wegen der US-Zollpolitik …
Aktienmärkte: Late Dax -0,73%, EuroStoxx 50 -1,26%, S&P 500 -0,64%, Dow Jones -0,56%, NASDAQ 100 -0,68%.
Aktienmärkte in Fernost Stand 05:59 Uhr: Nikkei (Japan) -0,45%, CSI 300 (China) -0,59%,
Hangseng (Hongkong) -0,45%, Sensex (Indien) -0,06% und Kospi (Südkorea) +0,09%.
Rentenmärkte: Die 10-jährige Bundesanleihe rentiert heute früh mit 2,57% (Vortag 2,58%),
während die 10-jährige US-Staatsanleihe eine Rendite in Höhe von 4,33% (Vortag 4,32%) abwirft.
Devisenmärkte: Der EUR (+0,0001) war im Tagesvergleich gegenüber dem USD kaum verändert.
Gold (-27,50 USD) verlor Boden, während Silber (0,00 USD) gegenüber dem USD unverändert notiert.
Der Bitcoin notiert bei 109.460 USD (06:02 Uhr). Gegenüber der Eröffnung am Vortag ergibt sich ein Anstieg im Tagesvergleich um 120 USD.
Deutschland: Dienstleistungssektor mit Nullnummer (M)
Der Umsatz im Dienstleistungssektor (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) lag im April 2025 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes kalender- und
saisonbereinigt sowohl real (preisbereinigt) als auch nominal (nicht preisbereinigt) auf dem
gleichen Niveau wie im März 2025.
Verglichen mit dem Vorjahresmonat April 2024 verzeichneten die kalender- und
saisonbereinigten Umsätze einen Anstieg von real 0,3% und nominal 2,6%.
Den größten realen Umsatzzuwachs im April 2025 gegenüber dem Vormonat verzeichnete das Grundstücks- und Wohnungswesen mit einem Anstieg von 1,0%, gefolgt vom Bereich Verkehr und Lagerwesen sowie von den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit einem Plus in Höhe von jeweils 0,3%. Im Gegensatz hierzu sanken die realen Umsätze im Bereich Information und Kommunikation und in der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen um 0,7% beziehungsweise 0,8%.
Kommentar: Der Anteil des Dienstleistungssektors an der Gesamtwirtschaft liegt in Deutschland bei rund 70%. Es ist damit von hoher Priorität. Das Ergebnis im Monatsvergleich ist wenig erbaulich. Im Jahresvergleich liegt der Anstieg real bei überschaubaren 0,3%. Wenn man einen Blick auf die Komposition wirft, schmerzen die negativen Beiträge in den Sektoren Information und Kommunikation und in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (Qualitätsmängel).
Deutschland: Konzept für Industriestrompreis bringt 4 Mrd. EUR Entlastung
Das Wirtschaftsministerium erwägt bezüglich des Industriestrompreises Entlastungen von circa 4 Mrd. EUR. Die Zahl der Firmen, die davon profitieren könnten, würde von 350 auf 2.200 steigen. Ressortchefin Reiche hatte Ende Juni angekündigt, ein konkretes Konzept für einen Industriestrompreis vorzulegen, um die Strompreise zügig zu senken. Im Wirtschaftsausschuss verwies sie darauf, dass die EU-Mitgliedsländer die Hälfte des Stromverbrauchs energieintensiver Unternehmen auf bis zu fünf Cent pro Kilowattstunde heruntersubventionieren dürften. Eine Ministeriumssprecherin erklärte, gemäß CISAF könnte für rund 2.200 Firmen ein
Industriestrompreis eingeführt werden.
Kommentar: Dieses Konzept geht in die richtige Richtung. An dem Thema Energie hängt die
Zukunft unseres Geschäftsmodells. Dieses Konzept ist ein Baustein. Sehr viel mehr Bausteine müssen folgen, denn das Problem betrifft nicht nur 2.200 Unternehmen. Alleine reicht dieses Konzept nicht aus, die Konkurrenzfähigkeit des Standorts zu gewährleisten.
Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden
Eurozone: Ex Spanien und PPI enttäuschend – Frankreich unter Druck!
Die Erzeugerpreise der Eurozone sanken per Mai im Monatsvergleich um 0,6% (Prognose -0,5%, Vormonat -2,2%) und nahmen im Jahresvergleich um 0,3% (Prognose 0,3%) nach zuvor 0,7% zu, Es ist der geringste Anstieg im Jahresvergleich seit Dezember 2024.
Deutschland: Der Auftragseingang der Industrie sank unerwartet stark im Monatsvergleich um 1,4% (Prognose -0,1%). Schwache Inlandsnachfrage war maßgeblich verantwortlich. Der Vormonatswert wurde dagegen von +0,6% auf +1,6% revidiert. Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 6,2% nach zuvor 6,8% (revidiert von 5,9%).
Frankreich: Die Industrieproduktion gab per Mai im Monatsvergleich um 0,5% nach (Prognose +0,3%) nach zuvor -1,4%.
Spanien: Die Industrieproduktion legte per Mai im Jahresvergleich um 1,7% (Prognose 1,3%) nach zuvor 0,6% zu.
Exkurs: Frankreichs Datensätze generieren zunehmend Sorgen. Frankreich scheint bemüht,
Deutschland vom letzten Platz der BIP-Statistik verdrängen zu wollen.
Prekär für die Eurozone ist, dass Deutschland und Frankreich die wirtschaftlichen
Schwergewichte der Eurozone sind.
Der Anstieg des Euros und der Verfall der Position der Eurozone innerhalb der Weltwirtschaft sind zwei Paar Schuhe, die dauerhaft nicht zusammenpassen!
Japan: Devisenreserven höher
Die Devisenreserven stellten sich per Berichtsmonat Juni auf 1.313,8 Mrd. USD nach zuvor
1.298,1 Mrd. USD.
Hier den Hellmeyer Report lesen
SENTIX
Bais geht stramm nach oben, Neutralität auch – sentix Survey Essentials (27-2025)
Die Ruhe am Aktienmarkt ist keinesfalls übertragbar auf das aktuelle Investorenverhalten. Denn die Anleger sind hochirritiert: Der Super Neutrality Index für europäische Aktien bleibt auf einem anspruchsvollen Niveau und brütet einen Vola-Impuls aus. Dieser könnte sich über die Sommermonate entladen. Die Investoren blicken durch eine potentielle Sommerschwäche hindurch, der mittelfristige Bias geht für Aktien stramm nach oben. Können die Bonds/steigende Ölpreise diese Zuversicht ins Wanken bringen? Welche Rolle spielt dabei der US-Dollar?
Weitere Ergebnisse
- Bonds: Steigende Ölpreise könnten belasten
- Edelmetalle: Konsolidierung steht vor dem Ende
- sentix Konjunkturindex: Montag, 07.07.2025 um 10:30 MESZ
ISRAEL-IRAN-HAMAS-HISBOLLAH-KRIEG
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ISRAEL-IRAN-KRIEG im n-tv Liveticker
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WEITERE ISRAEL-MELDUNGEN
URAINE-KRIEG im n-tv Liveticker
Detaillierte Meldungsübersicht. Daraus eine Auswahl:
+++ 07:05 Brics-Staaten verurteilen Angriffe – auf Russland +++
Die Brics-Staaten kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung die jüngsten Angriffe auf die russische Eisenbahninfrastruktur. „Wir verurteilen auf das Schärfste die Angriffe auf Brücken und Eisenbahninfrastrukturen, die am 31. Mai sowie am 1. und 5. Juni 2025 in den Regionen Brjansk, Kursk und Woronesch der Russischen Föderation absichtlich auf Zivilisten gerichtet waren und bei denen mehrere Zivilisten, darunter auch Kinder, ums Leben kamen“, heißt es in dem Dokument. Die Regionen Brjansk, Kursk und Woronesch liegen alle in der Nähe der nordöstlichen Grenze der Ukraine und spielen eine zentrale Rolle im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die zivilen Opfer in der Ukraine und die massive Zerstörung der Infrastruktur dort werden in der Erklärung nicht bedauert. Zur Gruppe der elf Brics-Staaten gehören neben Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika seit 2023 auch Ägypten, Äthiopien, Indonesien, der Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
+++ 02:41 Bürgermeister: Sechs ukrainische Drohnen auf dem Weg nach Moskau abgeschossen +++
Russische Luftabwehreinheiten haben am Sonntag sechs ukrainische Drohnen abgeschossen, die auf dem Weg nach Moskau waren, erklärt Bürgermeister Sergej Sobjanin. Sobjanin schreibt auf dem Messenger-Dienst Telegram, Spezialisten untersuchten Trümmer der Drohnen in der Nähe der russischen Hauptstadt. Schäden oder Opfer erwähnt er nicht. Der Gouverneur der Region Leningrad außerhalb von Russlands zweitgrößter Stadt St. Petersburg sagt, es seien zwei Drohnen abgeschossen worden, ohne dass es zu Schäden oder Opfern gekommen sei.
+++ 23:50 Kiews Generalstab: Russland greift mit 1275 Kampfdrohnen an +++
Russische Angreifer und ukrainische Verteidiger haben sich an den Frontabschnitten im Osten der Ukraine erneut schwere Gefechte geliefert. Wie der ukrainische Generalstab am Abend mitteilt, seien im Tagesverlauf insgesamt 149 russische Angriffe gemeldet worden. Die Angriffe seien von 1275 Kampfdrohnen und 61 russischen Kampfflugzeugen unterstützt worden. Die meisten und schwersten Kämpfe meldet der Generalstab einmal mehr aus der Umgebung der Stadt Pokrowsk. Dort seien russische Soldaten zu 40 Angriffen angetreten, heißt es aus Kiew. Die Attacken seien abgeschlagen worden. Dabei habe die russische Armee 117 Soldaten eingebüßt.
+++ 22:20 „Dachne ist ukrainisch!“ – Soldaten hissen Flagge als Beweis +++
Ukrainische Soldaten hissen die Flagge ihrer Brigade im Dorf Dachne in der Oblast Dnipropetrowsk. Das teilt die Brigade mit und veröffentlicht dazu ein Video bei Facebook mit der Überschrift „Dachne ist ukrainisch!“. So wollen die ukrainischen Truppen zeigen, dass sie den Angriffen Moskaus weiterhin standhalten. Zudem weist die Ukraine mit der Aktion Behauptungen Moskaus zurück, dass russische Truppen den Brückenkopf in der Region Dnipropetrowsk erobert hätten. „Während der Feind Falschmeldungen verbreitet und behauptet, das Dorf Dachne in der Region Dnipropetrowsk zu kontrollieren, zeigen wir die Realität! Heute, am 6. Juli 2025, widerlegen die Soldaten des 2. Bataillons der 37. Marineinfanteriebrigade nicht nur die Behauptungen des Feindes, sondern zeigen auch deutlich, wer dieses Land wirklich kontrolliert“, heißt es in der Erklärung.
+++ 21:51 Moskau: Noch kein Termin für dritte Gesprächsrunde mit den USA +++
Nach Angaben des russischen Außenministeriums steht noch kein Termin für eine neue Gesprächsrunde zwischen Moskau und Washington fest. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Laut der russischen Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, nehme Moskau wahr, dass die USA an der Wiederherstellung der Beziehungen interessiert seien. Eine dritte Runde sei zwar geplant gewesen, so die russische Diplomatin, aber „die amerikanische Seite hat beschlossen, sie zu verschieben“. Die russische Botschaft in Washington und das US-Außenministerium stünden jedoch weiterhin im Dialog, so Sacharowa.
+++ 21:03 Russland muss wegen Drohnenangriffen fast 300 Flüge streichen +++
Mehrere russische Flughäfen haben wegen ukrainischer Drohnenangriffe fast 300 Flüge streichen müssen. Das berichtet „Kyiv Independent“ unter Berufung auf eine Mitteilung der russischen Luftfahrtbehörde. Demnach fielen 287 Flüge auf drei großen Flughäfen aus: Moskau-Scheremetjewo, St. Petersburg-Pulkowo und dem Flughafen Strigino in Nischni Nowgorod. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden zwischen dem 5. und 6. Juli in der Nacht 120 Drohnen auf russischem Territorium abgefangen.
+++ 18:45 Ukrainische Drohnen stören erneut Flugverkehr über Russland +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben mit mehreren Drohnen erneut den Flugverkehr in Teilen Russlands kräftig gestört. Nach dem Flughafen Pulkowo bei St. Petersburg wurde auch der Flugverkehr am größten Moskauer Flughafen Scheremetjewo vorübergehend eingestellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldet. Auch bei Kirow, knapp 800 Kilometer nordöstlich von Moskau, kam der Flugverkehr vorübergehend zum Erliegen. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin wurden sechs ukrainische Drohnen beim Anflug auf die russische Hauptstadt abgeschossen. Ähnliches wurde auch aus Kaluga gemeldet, dort wurden nach offizieller Darstellung sieben Drohnen zerstört. Bei St. Petersburg seien zwei Drohnen von der Flugabwehr getroffen worden. Über weitere Auswirkungen wie mögliche Treffer durch die ukrainischen Drohnen machte Russland keine Angaben.
+++ 18:13 Kämpfe in Donezk: Gouverneur fordert Bewohner von zwei Frontstädten zur Evakuierung auf +++
Nach russischen Angriffen in der Oblast Donezk fordert der Gouverneur die Bewohnerinnen und Bewohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Bei den jüngsten Attacken auf die Frontstädte Kostjantyniwka und Druschkiwka kamen mindestens fünf Menschen ums Leben und weitere wurden verletzt. „Es ist zu gefährlich, um hier zu bleiben! Gehen Sie in sicherere Regionen in der Ukraine“, schreibt Vadym Filaschkin bei Telegram. Der Gouverneur der Oblast warnt, dass sowohl Kostjantyniwka als auch Druschkiwka „unter ständigem feindlichem Beschuss“ stünden, und fordert die Bewohner zum Umzug auf. Laut der Website „DeepState“, die Schlachtfeldkartierungen durchführt, liegt die Stadt nur 10 bis 15 Kilometer von mehreren Gebieten entfernt, die derzeit von russischen Streitkräften besetzt sind.
+++ 16:22 Bericht: Moskau verlegt Truppen aus Richtung Saporischschja in die russische Oblast Rostow +++
Das russische Militär verlegt offenbar Truppen aus Richtung Saporischschja in die russische Oblast Rostow. Das meldet die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform. Demnach veröffentlichte Petro Andrjuschtschenko, Leiter des Zentrums für Besatzungsforschung und ehemaliger Berater des Bürgermeisters von Mariupol, entsprechende Videos und Fotos. „Eine große Transportbewegung von Lastwagen mit Personal aus Richtung Saporischschja über Mariupol nach Taganrog/Rostow. Über 20 Lastwagen in einem Konvoi, begleitet von Rosgvardia und Bussen (GAZelle-Transportern)“, so Andrjuschtschenko. „Angesichts der verbesserten Stellungen der Ukraine und der sich verschlechternden Lage des Feindes im Norden könnte es sich um Verstärkung für die Region Sumy handeln?“, spekulierte er in dem Telegram-Beitrag. Andrjuschtschenko zufolge umfasste der russische Konvoi eine gemischte Truppenzusammensetzung, darunter auch Einheiten aus dem Kaukasus.
+++ 15:34 Stützpunkt der Schwarzmeerflotte: Luftalarm in russischer Hafenstadt in der Nacht +++
Die russische Hafenstadt Noworossijsk in der Region Krasnodar ist Berichten zufolge mit Drohnen angegriffen worden. Wie aus einer Meldung des Telegram-Kanals „Astra“ hervorgeht, herrschte in der Stadt, die der Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte ist, in der vergangenen Nacht über mehrere Stunden Luftalarm.
+++ 12:06 Russland will zwei Orte in der Ostukraine eingenommen haben +++
Das russische Militär hat eigenen Angaben zufolge zwei Ortschaften im Osten der Ukraine unter seine Kontrolle gebracht. Es handele sich um Soboliwka in der Region Charkiw und Piddubne in der Region Donezk, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zudem meldet die Nachrichtenagentur Interfax, russische Einheiten hätten einen ukrainischen Luftwaffenstützpunkt, eine Fabrik für Drohnen-Komponenten und Munitionslager angegriffen. Eine ukrainische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Russland hat Eroberungen in der Vergangenheit bereits vorschnell oder fälschlicherweise vermeldet.
+++ 08:09 Rutte: Russlands Tempo bei Aufrüstung ist „beispiellos“ +++
Europa müsse seine Verteidigung gegen ein wiedererstarktes Russland drastisch verstärken, hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte gegenüber der „New York Times“ gesagt. Er lobt darüber hinaus US-Präsident Trump dafür, dass er das Bündnis zu einem noch nie dagewesenen Engagement angetrieben habe. „Russland stellt sich in einem Tempo und einer Geschwindigkeit neu auf, die in der jüngeren Geschichte beispiellos sind“, so Rutte. „Sie produzieren jetzt in drei Monaten dreimal so viel Munition wie die gesamte NATO in einem Jahr. Das ist langfristig kein nachhaltiges Wachstum, aber die Russen arbeiten mit den Nordkoreanern, mit den Chinesen und den Iranern, den Mullahs, zusammen, um diesen unprovozierten Angriffskrieg gegen die Ukraine zu führen.“
+++ 08:09 Rutte: Russlands Tempo bei Aufrüstung ist „beispiellos“ +++
Europa müsse seine Verteidigung gegen ein wiedererstarktes Russland drastisch verstärken, hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte gegenüber der „New York Times“ gesagt. Er lobt darüber hinaus US-Präsident Trump dafür, dass er das Bündnis zu einem noch nie dagewesenen Engagement angetrieben habe. „Russland stellt sich in einem Tempo und einer Geschwindigkeit neu auf, die in der jüngeren Geschichte beispiellos sind“, so Rutte. „Sie produzieren jetzt in drei Monaten dreimal so viel Munition wie die gesamte NATO in einem Jahr. Das ist langfristig kein nachhaltiges Wachstum, aber die Russen arbeiten mit den Nordkoreanern, mit den Chinesen und den Iranern, den Mullahs, zusammen, um diesen unprovozierten Angriffskrieg gegen die Ukraine zu führen.“
+++ 02:57 Indikatoren sehen Russland vor dem Abschwung +++
Russlands Wirtschaft, die sich anfänglichen Sanktionen widersetzte und deren Wachstum auf massive Militärausgaben und starke Ölexporte zurückzuführen war, zeigt nun deutliche Anzeichen eines Abschwungs. Die jüngsten Konjunkturindikatoren zeigen rote Zahlen: Die Produktionsaktivität ist rückläufig, die Verbraucherausgaben werden eingeschränkt und die Inflation bleibt hartnäckig hoch und belastet den Staatshaushalt, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ). Russische Politiker geben offen zu, dass eine Rezession droht. Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow warnte letzten Monat, Russland stehe am Rande einer Rezession, während Finanzminister Anton Siluanow die Situation als „perfekten Sturm“ bezeichnete.
+++ 00:53 Russland: Massive Drohnenangriffe aus der Ukraine +++
Das russische Verteidigungsministerium berichtete den gesamten Tag über von ukrainischen Drohnenangriffen. Es kam zu massiven Behinderungen im Passagierflugverkehr mitten in den russischen Sommerferien. Nach nicht unabhängig überprüfbaren ukrainischen Angaben gab es etwa Drohneneinschläge auf einer russischen Luftwaffenbasis im Gebiet Woronesch und in einem Rüstungsbetrieb in der Stadt Tscheboksary rund 670 Kilometer östlich von Moskau.
+++ 21:26 Trump nicht mehr sicher, ob er den Ukraine-Krieg beenden kann +++
Im US-Wahlkampf tönte Donald Trump noch, dass er den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden könnte. Seit seinem Amtsantritt im Januar ist sehr viel mehr Zeit vergangen und wiederholt hat der US-Staatschef seine vorigen Aussagen relativiert. Nun ist Trump sich wohl nicht mal mehr sicher, ob er den Krieg überhaupt irgendwie oder irgendwann beenden könnte. Darauf angesprochen von einem Reporter an Bord der Air Force One, sagte Trump laut einem „Politico„-Bericht: „Ich weiß es nicht. Ich kann Ihnen nicht sagen, ob das passieren wird.“ Auf die Frage, ob die Beendigung des Krieges Priorität habe, sagte der Präsident demnach: „Ja. Ich würde es gerne sehen.“ Dann nutzte der Republikaner erneut die Gelegenheit, um gegen seinen Vorgänger auszuholen: „Wir haben vielen Ländern geholfen. Die Ukraine-Situation – das ist ein Biden-Deal. Es ist kein Trump-Deal. Ich versuche, das zu Ende zu bringen.“
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.
WEITERE UKRAINE-MELDUNGEN
BERICHT – Hinter verschlossener Türe legte Chinas Aussenminister die Zurückhaltung ab: Russland darf nicht verlieren! – Antonio Fumagalli (Brüssel), NZZ, 04.07.2025
Gegenüber der EU-Aussenbeauftragten hat Wang Yi erklärt, der Ukraine-Krieg verhindere, dass die USA sich voll auf Asien fokussieren.
Solche Worte hört man in der vorsichtigen Welt der Diplomatie nicht täglich: In Bezug auf die Sicherheit «sind unsere Beziehungen zunehmend belastet», sagte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas am Mittwoch vor dem Treffen mit dem chinesischen Aussenminister Wang Yi. Chinesische Unternehmen seien «Moskaus Rettungsanker, um seinen Krieg gegen die Ukraine aufrechtzuerhalten», sagte sie und beschuldigte Peking, Cyberangriffe durchzuführen, sich in Demokratien einzumischen und unfaire Handelspraktiken zu betreiben.
Krieg in Europa zu ermöglichen und gleichzeitig engere Beziehungen zu Europa anzustreben, sei «ein Widerspruch, den Peking angehen muss», so die Chef-Diplomatin unmissverständlich. Sie bezog sich damit auf die chinesische Lieferung von Bestandteilen – teilweise aus europäischer Produktion –, die Russland in Waffensystemen einbaut.
Von chinesischer Seite gab es zumindest offiziell freundlichere Worte: Zwischen Brüssel und Peking bestehe «kein grundsätzlicher Interessenkonflikt», man teile ein «breites Spektrum gemeinsamer Interessen», hiess es in einem Communiqué des chinesischen Aussenministeriums. Europa steht derzeit vor verschiedenen Herausforderungen, «aber keine davon war, ist oder wird aus China kommen», so der Wortlaut nach der mehrstündigen Sitzung.
«Eine Lektion in Realpolitik»
Hinter verschlossenen Türen hat Wang aber offenbar doch ziemlich ausgeteilt. Er habe Kallas «eine Lektion in Realpolitik» erteilt, berichtet die «South China Morning Post» am Freitag. Dabei sei es in erster Linie um den Ukraine-Krieg gegangen. Verschiedentlich hat China schon betont, dass es sich nicht als Konfliktpartei sehe. Bei der mehrstündigen Sitzung mit den EU-Vertretern habe der Aussenminister gesagt, dass der Krieg schon längst beendet wäre, wenn Peking im grossen Stil Waffen und finanzielle Hilfen an Moskau senden würde.
Für grosses Aufsehen sorgte aber eine andere Aussage Wangs: Wie EU-Diplomaten hinter vorgehaltener Hand bestätigen, sagte der Aussenminister, dass China die Niederlage Russlands nicht wolle – denn sie würde dazu führen, dass sich die USA noch stärker als bisher Asien zuwendeten. Dies liege naturgemäss nicht im Interesse Pekings. Ob Wang damit indirekt auch Chinas Unterstützung für Moskau eingestand, ist nicht klar.
Europa als wichtigste Unterstützer
Die europäisch-chinesischen Gespräche kommen in verschiedener Hinsicht zu einem brisanten Zeitpunkt: Russland greift die ukrainische Bevölkerung auf immer breiterer Front an. Zwischen Washington, Moskau und Kiew laufen derweil die Drähte heiss, um eine Waffenruhe zu erwirken, welche die Ukraine dringend braucht.
Die Europäer sind an diesen Gesprächen nicht direkt beteiligt, sie sind aber mittlerweile die wichtigsten Unterstützer des angegriffenen Landes. Das gilt für die Lieferung von Waffen, bei der die Europäer die von den USA hinterlassene Lücke bislang haben auffüllen können, aber auch bei den 17 Sanktions-Paketen gegen Russland oder bei der Aufnahme von Millionen von Flüchtlingen. Die europäischen Staaten haben ein ureigenes Interesse daran, dass die Ukraine diesen Krieg nicht verliert – ganz anders als China.
Zölle als Antwort auf Zölle
Ende Juli findet ein EU-China-Gipfel statt, das Treffen von Kallas und Wang diente eigentlich seiner Vorbereitung. Auf der Agenda sollen vor allem die angespannten Handelsbeziehungen stehen. In der EU sorgen die chinesischen Exportkontrollen bei seltenen Erden für Unmut, die für den Betrieb von Elektromotoren wichtig sind.
China wehrt sich seinerseits gegen die von der EU erhobenen Zölle auf Elektroautos. Die Europäer argumentieren, dass Pekings Subventionen bei deren Herstellung zu Marktverzerrungen geführt hätten. Peking erhöht jetzt den Druck: Ab Samstag belegt es europäischen Brandy mit hohen Einfuhrabgaben – was wiederum in Brüssel für rote Köpfe sorgt. Die neuen Zölle seien «unfair, unbegründet und widersprüchlich», so ein Sprecher der Kommission.
ZENTRALBANKEN
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WIRTSCHAFTSMELDUNGEN IM ÜBERBLICK
WEITERE MELDUNGEN
ORF MELDUNGBÜNDEL WELT
Erste Gesprächsrunde zu Gaza-Waffenruhe offenbar ergebnislos
Trump droht nach BRICS-Kritik mit Zusatzzöllen
Polen beginnt Kontrollen an Grenze zu Deutschland
Musk-Partei: Ankündigung mit großem Fragezeichen
Israel beruft 54.000 ultraorthodoxe Juden ein
Ukraine-Krieg
Ukraine meldet Verletzte nach Angriff auf Charkiw
Russland: Drohnen mit Kurs auf Moskau abgeschossen
US-Finanzminister: Ohne Einigung Zölle ab 1. August
USA
Sommercamp in Texas nach Flut verwüstet – APA, 6.7.2025
Die Zahl der Todesfälle bei den Überschwemmungen im US-Bundesstaat Texas ist nach Behördenangaben auf mindestens 59 gestiegen. Mit Stand Samstagabend waren es in Kerr County demnach 21 Kinder und 38 Erwachsene, die noch nicht alle identifiziert waren. In angrenzenden Bezirken wurden mindestens acht weitere Tote gemeldet, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf die regionale Verwaltung berichteten. …
Trump bestätigt Inkrafttreten von US-Zöllen ab 1. August – APA, 7.7.2025
US-Präsident Donald Trump hat das Inkrafttreten der angedrohten hohen Einfuhrzölle ab dem 1. August bestätigt, sollte es nicht zuvor zu einer Einigung mit verschiedenen Ländern kommen. Die USA stünden kurz vor dem Abschluss mehrerer Handelsabkommen in den kommenden Tagen und würden verschiedene Länder bis zum 9. Juli über höhere Zölle informieren, teilte Trump mit.
Tech-Milliardär Elon Musk will eigene Partei gründen – APA; 6.7.2025
US-Milliardär Elon Musk ist zuversichtlich, dass er mit einer neuen Partei namens America Party das Zweiparteiensystem aus Republikanern und Demokraten aufbrechen kann. Dies sei „nicht schwer, um ehrlich zu sein“, schrieb der Tesla-Eigner auf seiner Online-Plattform X. Er antwortete auf einen Beitrag mit der Überschrift „Wie Elon den Würgegriff der zwei Parteien brechen könnte“. …
NAHER OSTEN – MENA WATCH (Mena-Watch auf Wikipedia)
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EUROPA
Zollstreit mit USA: Von der Leyen dämpft Erwartungen an Deal, Donnerstag, 3.7.2025l
Kreise: Von der Leyen muss sich Misstrauensvotum stellen – Mittwoch, 2.7.2025
DEUTSCHLAND – WAHLUMFRAGEN
UMFRAGEN
| So | Umfrage zeigt: Schweizer Manager distanzieren sich von den USA | 1 | Blick.ch | |
| So | Umfrage Juli 2025: EU-Energielabel für Smartphones und Tablets: Sinnvoll oder nicht? | 1 | Caschys Blog | |
| Sa | Umfrage zu Exportmärkten: Schweizer Unternehmen trauen den USA nicht mehr: Viele Schweizer Firmen wollen … | 2 | Tages-Anzeiger | |
| Sa | Umfrage: Jeder dritte Deutsche will weniger Klimaschutz-Maßnahmen | 2 | t-online.de | |
| Sa | Warum Männer laut Umfrage eher in Aktien investieren als Frauen | 3 | Business Insider | |
| Sa | Umfrageauswertung Juni 2025: Mehrheit für das Rauchverbot an öffentlichen Plätzen | 1 | Caschys Blog | |
| Fr | Umfrage: Menschen in Deutschland haben vom Klimaschutz genug | 2 | t-online.de | |
| Fr | Umfrage: Bankkunden bemängeln Self-Service-Angebote | 1 | IT Finanzmagazin | |
| Fr | Umfrage bei zehn Lebensversicherern: Kritische Bafin fordert Nachbesserungen bei Hybridprodukten | 4 | DAS INVESTMENT | |
| Fr | Juristische Qualität auf dem Prüfstand: Tagesspiegel-Umfrage ermittelt „Berlins beste Anwälte“ – Teilnahme jetzt möglich | 3 | Der Tagesspiegel | |
| Do | Umfrage: Große Mehrheit für Wiedereinführung der Wehrpflicht | 472 | dpa-AFX | |
| Do | Umfrage: Drei von vier Deutschen sprechen sich für Wehrpflicht aus | 380 | dts Nachrichtenagentur | |
| Do | Umfrage: US-Dienstleister melden sich im Juni mit Wachstum zurück | 5 | Reuters Deutschland | |
| Do | Knappe Mehrheit in Umfrage für Alkohol erst ab 18 Jahren | 2 | Deutsches Ärzteblatt | |
| Do | R+V-Umfrage: Jugendliche wollen schon früh finanziell vorsorgen | 233 | Mein Geld | |
| Do | VAA-Einkommensumfrage | 1 | CHEManager | |
| Do | Umfrage: Jugendliche wollen schon früh finanziell vorsorgen | 228 | news aktuell | |
| Do | Hypothekenachfrage in Großbritannien wird laut BoE-Umfrage sinken | 1 | Investing.com Deutsch | |
| Do | Umfrage von Trend Micro: KI etabliert sich in der Cyberabwehr von Schweizer Unternehmen | 2 | Netzwoche | |
| Do | Hiscox KI-Umfrage 2025: Dienstleistungs-Unternehmen setzen stark auf Künstliche Intelligenz – unterschätzen aber Risiken und Absicherung | 228 | news aktuell | |
| Mi | ADP-Umfrage: Überraschendes Stellenminus von 33.000 bei US-Firmen im Juni | 5 | Reuters Deutschland | |
| Mi | Canaccord Genuity behält Kaufempfehlung für Holley-Aktie nach Preisumfrage bei | 1 | Investing.com Deutsch | |
| Mi | Umfrage zum Konsum: Deutsche sehen Alkohol als Kulturgut | 2 | Lebensmittel Praxis | |
| Mi | Umfrage: Deutsche Softwarebranche legt wegen KI stark zu | 4 | Golem.de | |
| Mi | Aktuelle Umfrage: Mehrheit der Deutschen schätzt Sekt, Wein und Spirituosen als Genuss- und Kulturgut / Bewusster Genuss prägt den Trinkstil | 286 | news aktuell | |
| Di | Geopolitik bremst Investmentbereitschaft – Fidelity-Umfrage zeigt gespaltene Stimmung | 2 | e-fundresearch.com | |
| Di | Repräsentative Umfrage unter deutschen Männern gibt interessante Aufschlüsse über Potenzprobleme und Anforderungen an ihre Behandlung | 239 | news aktuell | |
| Di | Gestrandet mit dem Survival-Profi? / So wählen Deutsche ihren Urlaubspartner laut Opodo-Umfrage | 193 | news aktuell | |
| Di | Umfrage: Jeder Fünfte fühlt sich durch Behörden benachteiligt | 224 | dts Nachrichtenagentur | |
| Di | Umfrage: Termingarantie statt Wunsch-Arzt? | 3 | APOTHEKE ADHOC | |
| Di | Strompreise für 2026 dürften laut Umfrage sinken | 1 | investrends.ch | |
| Di | Umfrage: Zwei von drei Frauen fühlen sich für die Zukunft finanziell nicht gut gerüstet | 2 | Verivox | |
| Di | Umfrage: Japans Großunternehmen sehen Wirtschaft im Stillstand | 3 | Sumikai | |
| Di | Umfrage: Viele bereit zu Zugeständnissen für schnellere Arzttermine | 170 | dpa-AFX |
ÖSTERREICH – WAHLUMFRAGEN – APA-WAHLTREND
ÖSTERREICHISCHES PARLAMENT
ORF-MELDUNGSBÜNDEL ÖSTERREICH
Bildungsabbrüche bei Migranten: Großes Stadt-Land-Gefälle
Wie viele Bankomaten auf dem Land tatsächlich fehlen
OGH-Präsident gegen Dreierspitze bei Bundesstaatsanwaltschaft
300 Wiener Leihräder mit Elektromotor
Stromausfall in Wien betraf U-Bahn und 8.300 Haushalte
Pandemie hat Wiener Wohnungsmarkt verändert
UNTERNEHMEN
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GESELLSCHAFTSSEISMOGRAPH BÖRSEN
*** nicht aktualisiert ***
AKTIENEMPFEHLUNGEN – BUY & SELL
Aktuell (—):
Aktien um 10 Euro je Stück sind FETT hervorgehoben.
Die erwarteten stolzen Kursgewinne sind dem Übermut der tollen Analystenzunft zu verdanken! Hirn selbst einschalten und kritisch bewerten. MERKE: Klappern gehört zum Geschäft. Es geht letztlich nicht so sehr um die Beratung der Anleger, sondern um die spekulativ selbst gehaltenen Aktien der Häuser (Banken, Fonds, Anlagegesellschaften etc.), für die die Analysten tätig sind: wenn viele kaufen, steigen die Kurse, und 5% Plus sind zwar weniger als 15% oder 35%, aber besser als 5% Minus. Zudem lassen sich schnell noch eigentlich „schlechte“ Aktien im Portfolio des Hauses (Banken, Fonds, Anlagegesellschaft etc.) verkaufen, für die der Analyst tätig ist, sofern die werten privaten Anleger den Kaufempfehlungen folgen. So schaut’s aus im Schneckenhaus! Nochmals: Hirn selbst einschalten. Die Finanzbranche lebt vom Trübe-Machen des Wassers!
NICHT ZULETZT: Verkaufsempfehlungen werden ungern gegeben, da sie auf das Portfolio der Häuser (Banken, Fonds, Anlagegesellschaft etc.) rückschließen lassen, zu denen die Analysten gehören. Verkaufsempfehlungen werden aus zwei Gründen gegeben: a) es ist tatsächlich Feuer am Dach des analysierten Unternehmens, b) das Haus möchte die Aktien des zum Verkauf empfohlenen Unternehmens billiger zurückkaufen, sofern den Verkaufsempfehlungen gefolgt wird. Letztlich agieren an der Börse die Optimisten, und die wollen positive Nachrichten hören, also werden sie von den Häusern und ihren Analysten entsprechend bedient.
UND ZU ALLERLETZT: die Analysten bespiegeln sich untereinander: wer hat was empfohlen oder nicht empfohlen, es kommt zu herdenpsychologischen Erscheinungen derart: der Leithammel hat empfohlen, also machen wir das auch. Die jeweiligen Analysen werden entsprechend (um)formuliert. Das zweite Moment: die Konkurrenz, die u.U. zu skurrilen Interpretationen des analysierten Unternehmens führt.
FAZIT: was die Analystenzunft von sich gibt, kann aufschlussreich sein, muss es aber nicht, vermittelt einen zusätzlichen Eindruck zu einzelnen Aktiengesellschaften. Wichtig ist der Blick auf zweierlei: a) entscheidend: auf die volkswirtschaftliche Situation des Landes, der Welt; b) sekundär (!) auf das Unternehmen und seine Branche: Charakter des Managements, klare, gut durchschaubare Produktpalette, Langlebigkeit des Unternehmens und seine Stetigkeit im Gebaren.
Renten- und Aktienmärkte
Man halte sich vor Augen: Aktienmärkte sind die Pfützen in der Welt der Veranlagungsmöglichkeiten. Anleihenmärkte (Rentenmärkte, Kapitalmärkte) sind die großen Ozeane ebendort. Daher sind Aktienmärkte volatil und reagieren auf den leisesten Windhauch mit u.U. kräftigen Ausschlägen. Die Seelen der Anleger sind sehr verletzlich: Angst und Gier bestimmen hier jegliches Handeln, die vernünftige Veranlagungsentscheidung steht an zweiter Stelle. Das verursacht in den kleinen Geldpfützen der Aktienmärkte hohe Wellen. Aber dort stehen nach erster Erschütterung später die rationalen Kaufs- und Verkaufsentscheidungen felsenfest – bis zur nächsten Seelenerschütterung.
Anleiheanleger sind cooler und gezügelter im Gemüt. Hier geht es eher um Langfristperspektiven. Alles dreht sich um den Zins und wie er sich weiterentwickelt. Wer an der Zinsschraube dreht, dreht am Schicksal ganzer Volkswirtschaften. Da ist das aufgeregte Gegackere an den Aktienmärkten geradezu uninteressant.
Aber kommen Anleihemärkte einmal ins Rutschen – nach oben oder nach unten – dann ist Feuer am Dach. Schon 0,5 oder gar 1 Prozent Veränderung in einem Anleihenindex sind eine „Weltbewegung“ im Milliarden- oder Billionengeldmeere der Anleiheozeane.
Dazu kommt: Die Anleiherenditen konkurrenzieren mit den Aktienrenditen. Eine hohe Anleiherendite jenseits der 3 Prozent wirkt umso „giftiger“ auf die Aktienkursentwicklungen, je höher sie ist. Liegt sie unter 3 Prozent, begünstigt sie die Aktienkäufe, Je deutlicher sie unter 3 Prozent liegt, umso eher. Das ist die Regel. Die Ausnahme – so, wie wir sie gerade sehen – bestätigt diese Regel. Früher oder später wird sie ihre dominante Stellung als Regel wieder einnehmen.
Diese Verhältnisse sind es, die im Tagesblick in der Regel die Berichte zu den Anleihemärkten wiedergeben lassen, dass aufgeregte Geflattere und Gegackere an den Aktienmärkten im Detail interessiert in der Regel nicht die Bohne.
Zur Renditebestimmung bei Anleihen: notiert die Anleihe zu 100 Prozent, dann stimmen Anleihezinssatz (der Couponzins) und Anleiherendite überein. Sinkt der Anleihekurs unter 100 Prozent, steigt die Rendite, umgekehrt gilt: steigt der Anleihekurs, so sinkt die Rendite. So einfach ist das. Und so weltbewegend in der Tat.
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Allgemeine Empfehlungen: Es geht vornehmlich um die Zukunft der Energiegewinnung und die Energielieferanten. Renner bleiben Telekommunikations-Unternehmen, deren Dienstleistungen in einer digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft unabkömmlich sind. Unter den Logistik-Aktien sind in der Regel die Post-Aktien interessant. Diese Branchen sind weniger konjunkturabhängig als z.B. Konsumaktien, darunter die Post-Aktien noch am ehesten.
Hinzu kommt, dass die klassischen erdölverarbeitenden Energielieferanten (Up- und Downstream) mehr oder weniger energisch in großem Stil auf Alternativenergien umstellen. Es bleibt ihnen angesichts des Klimawandels, der öffentlichen Meinung und der in absehbarer Zeit erschöpften Welt-Erdölreserven auch nichts anderes übrig. Über das Kapital für den weltlebensnotwendigen Umbau verfügen sie dank ihrer Aktionäre. Es geht aus Sicht der Unternehmen um zukunftsträchtige Geschäftsmodelle in einer überschaubaren Branche – Energie – und aus Sicht der Aktionäre um steigende Unternehmenswerte / Aktienkurse als Inflationsschutz und sichere, möglichst stabil wachsende Dividenden, ebenfalls hinsichtlich des Inflationsschutzes.
Anti-Nachhaltigkeits-Bewegung in den USA als 180-Grad-Wendung in der Veranlagungsgebarung
Der aktuelle politische Druck in den USA zwingt eine Reihe großer Vermögensverwalter, darunter die weltgrößten wie Blackwater und Vanguard (verwaltetes Vermögen: 20 Billionen US-Dollar), nachhaltige Unternehmen potentiellen Anlegern nicht mehr zu empfehlen. Sie selbst verkaufen solche Unternehmen aus ihren Portfolios. Es gibt sogar seitens republikanisch regierter Bundesstaaten wie insbesondere Texas Kaufverbote für staatliche Pensions- u.a. Fonds.
Ausgestiegen sind bereits US-amerikanische Großbanken wie JP Morgan, Goldman Sachs, Wells Fargo, Bank of America, Citigroup (verwaltetes Vermögen: 9 Billionen). Ähnliches betrifft die Kreditvergabe. Offen bleibt, wie private und Unternehmensanleger (nicht-staatliche Fonds) künftig disponieren werden.
Unter den angebotenen Finanzanlagen kursieren seit geraumer Zeit besondere Nachhaltigkeitsprodukte in Form sog. ESG-Fonds (mehr dazu hier), die hohe Renditen versprachen und daher recht starken Zulauf hatten; die Renditen wurde seit Erhöhung der Kreditzinsen gebremst, da dadurch kreditfinanzierte Nachhaltigkeitsprojekte (Windparks, Solaranlagen etc.) weniger rentabel wurden.
In der Europäischen Union will man sich weiter an entsprechende Nachhaltigkeitsauflagen festhalten. Bislang wurden in europäische ESG-Fonds 9 Billionen Euro investiert, was 61 Prozent des gesamten Fondmarktvolumens entspricht. Der Zufluss hat sich 2024 allerdings um die Hälfte auf 37 Milliarden Euro reduziert. Zudem wurden mehr ESG-Fonds geschlossen als eröffnet. Nicht nur die hohen Zinsen, die die ESG-Fonds-Renditen beeinträchtigten, führten dazu, sondern auch „grüne Schönfärberei“: es stellte sich da und dort heraus, dass die versprochene Nachhaltigkeit mehr auf dem Papier als in der Wirklichkeit bestand. (Quelle: Wirtschaft vor Acht, ARD, 10.1.2025 (KURZVIDEO, bis 17.1.2025 verfügbar))
FAZIT: Es bleibt abzuwarten, was das für den Klimaschutz in den USA und weltweit künftig bedeutet. Für Österreich stellt sich die Frage, wie eine künftige Regierung sich in Sachen Klimaschutz verhalten wird.
Aktienkauf – der Erwerb einer Unternehmensbeteiligung – bedeutet Übernahme eines Risikos in Hinblick auf das künftige Unternehmensschicksal. Die Dividende stellt eine Risikoprämie dar.
Aktienanalytischer Blick auf Aktien im Euroraum und speziell Österreich (Stand: 24.2.2025):
ACHTUNG – STEUERVERÄNDERUNGEN ANTE PORTAS:
Ins Gerede kommen in absehbarer Zeit auf EU-Ebene und auf Österreich-Ebene vermutlich Aktienbesteuerung (Verkaufsgewinne, Dividenden) ebenso wie Vermögens- und Erbschaftssteuer. Diese Steuern sind in Veranlagungsüberlegungen mit einzubeziehen.
Im Folgenden sind Aktien um 10 Euro je Stück und darunter FETT hervorgehoben.
Neu aufgenommene Aktien werden mit ### gekennzeichnet.
Beobachtenswert ist der Umweltschutz- und Wasserwirtschaftswert Veolia
Ein Kaufsignal liefern weiterhin ENI, UNICREDIT und TOTAL ENERGIES, im Vergleich zum 3.2.2025 stabile Bewertung mit jeweils fünf Sternen bewertet.
Ein Kaufsignal liefern ENEL, PORR, SHELL, VERBUND, ### VIENNA INSURANCE GROUP mit jeweils vier Sternen bewertet.
Im Vergleich zum 3.2.2025 erweiterte stabile Bewertung mit jeweils vier Sternen bewertet.
Ein niedriges KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) zeichnet aus:
RWE, TOTAL ENERGIES, ### UNICREDIT SPA, PORR, OMV, ### UNIQA, EVN, ENEL, TELECOM AUSTRIA, ### STRABAG, WIENERBERGER, SHELL, PALFINGER.
Aufsteigende Reihenfolge: die erste Aktie RWE ist die mit dem niedrigsten KGV = 4,8, PALFINGER die mit dem höchsten KGV = 9,3.
Im Vergleich zum 3.2.2025 erweiterte stabile Bewertung.
Ein niedriges dynamisches KGV (PEG, Price-Earning-to-Growth) weisen u.a. auf:
ENI, UNICREDIT, ### KONTRON AG, OMV, SHELL, PORR, WIENERBERGER, PALFINGER,
Nicht mehr dazu gehören: VIENNA INSURANCE GROUP, TELECOM AUSTRIA.
Aufsteigende Reihenfolge: die erste Aktien ENI = 0,5 ist die mit dem niedrigsten, PALFINGER die mit dem höchsten PEG = 1,4.
Im Vergleich zum 3.2. 2025 ist die Auswahl verändert, einzelne Aktien kamen dazu, andere fehlen nun!
Als Aktien mit langfristigem Kurspotential werden u.a. gesehen:
TOTAL ENERGIES, ENI, VERBUND, E.ON.SE, EVN, RWE.
Aufsteigende Reihenfolge: am Anfang der Reihe steht jene mit der größten Langfristchance.
Im Vergleich zum 3.2.2025 bleibt die Auswahl stabil, die Reihenfolge hat sich geändert.
Als Aktien mit hoher Sicherheit werden u.a. bewertet VIENNA INSURANCE GROUP, VERBUND; die Bewertungen bleiben unverändert zum 3.2.2025.
Aufsteigende Reihenfolge: am Anfang der Reihe steht jene Aktie mit der größten Sicherheit.
Aktien mit hoher Dividendenrendite sind:
OMV, ORANGE, TELEFONICA, ENI, UNIQA, ENEL.
Aktien mit der größten Dividendenrendite stehen am Anfang der Reihe: OMV 12,6%, am Ende die mit der niedrigsten: Enel 6,7%, jeweils vor Steuer.
Im Vergleich zum 3.2.2025 bleibt die Auswahl gleich, die Reihenfolge hat sich geändert.
KAUFKRITERIEN neben den aktienanalytischen Kennzeichnungen sind der Reihe nach: WER? – Qualität und Charakter (Psychologie!) des Managements, Häufigkeit des Managementwechsels, Unternehmenskultur; WAS? – Produkteinfachheit: „einfach gestrickte“, leicht zu durchschauende/transparente Produkte oder Dienstleistungen, eher kleine Produktpalette bzw. enger umschriebenes Dienstleistungsangebot, Konstanz der Nachfrage; WIE? – Sicherheit, Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen Wechselfällen, finanzielle Stabilität des Unternehmens, Konkurrenzsituation; WO? – geographische und „politische“ Lage möglichst fern von Krisengebieten inkl. solchen mit politischer Unruhe oder in Ländern mit totalitären Systemen oder deutlich defekten Demokratien (illiberale Demokratien); WANN? – Lebensdauer bzw. Überlebensdauer (Weltkriege etc.) des Unternehmens bisher, Stetigkeit der Dividendenzahlungen.
FAZIT: vor dem Kauf einer Unternehmensbeteiligung sich zur Aktiengesellschaft schlau machen: WER, WAS, WIE, WO, WANN.
ZWEI DINGE sind zusätzlich zu beachten:
# Langfristanlage durch Erwerb von Defensiv-Aktien (u.a. Energie, Telekom),
# Verbleib in einem Währungsraum, das ist der Euroraum. Daher werden die allseits seit Jahren gehypten US-Aktien hier mit Absicht außen vor gelassen, um das Währungsrisiko klein zu halten. Gleiches gilt für den Erwerb von Schweizer Aktien, wie die Vergangenheit mit Blick auf das sehr wechselhafte Wechselkursverhältnis Schweizer Franken / Euro gezeigt hat.
Die Europäischen Union als Veranlagungsrisiko?
Das Staatssystem der Europäischen Union kommt einer defekten Demokratie gleich und erstreckt sich in den Währungsraum (Euroland), in dem gehandelt wird. Man spricht auch von einem Demokratie-Defizit der Europäischen Union. Risiken dieser defekten Demokratie, um einige zu nennen, sind: Regelungen „von oben herab“ auf nicht sehr transparente Weise und Steuervorgaben, die sich durch Negieren realer Alltagserfordernisse auszeichnen, Überwachungsbestrebungen, hoher Bürokratieaufwand für Unternehmen und Bürger. All dies markiert Abgehobenheit und Bürgerferne der EU-Politik.
Kennzeichnend für das Gebaren (Governance) der EU ist ein Ineinandergreifen von EU-Exekutive (Kommission mit ihren Kommissariaten) und einem nicht gut überschaubaren Geflecht zahlreicher, der EU nahestehenden und von ihr geförderten Institutionen, Organisationen und Einrichtungen, die auf vielen Ebenen EU-Kommissionsvorgaben umsetzen helfen. Sie helfen insbesondere dabei, die von EU-Rat- und EU-Kommission angedachten, aber für Bürger und Unternehmen noch nicht „akzeptablen“ Vorgaben „schmackhaft“ zu machen, um so zu einer ausreichend hohen Akzeptanz in der Bevölkerung zu führen, die eine politische Umsetzung ermöglicht.
Junker sagte 1999 dazu sehr verkürzt und sinngemäß: was wir heute als EU nicht durchsetzen, das werden wir dann schon später durchsetzen. Dem Lobbyismus Richtung EU-Exekutive (insbesondere seitens der Unternehmen) steht ein „Lobbyismus“ seitens der EU in Richtung auf die Einrichtungen der Mitgliedsländer sowie auf die Unternehmen und die Bevölkerung gegenüber, dessen Räderwerk für den Normalbürger praktisch nicht durchschaubar ist. Inwieweit kommt dies einem autokratischen Verhalten von der Maschek-Seite gleich?
Hauptziel der EU-Bestrebungen ist die Etablierung der Vereinigten Staaten von Europa, die den derzeit bestehenden Verbund der Mitgliedsstaaten ersetzen soll. Das deutet auch der Wechsel der Namensgebungen im Zeitverlauf an:
# Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, umgangssprachlich auch Montanunion, 1951)
# Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, 1957 inklusive EURATOM)
# Europäische Gemeinschaften (EG, 1965 ff., Fusion von EWG, EURATOM und einzelnen EG-Organen, Fusions- und Folgeverträge)
# Europäische Gemeinschaft (EG, seit 1993 ff., Maastricht- und Folgeverträge)
# Europäische Union (EU, 2007, Lissabon- und Folgeverträge)
| 1948 1948 Brüsseler Pakt | 1951 1952 Paris | 1954 1955 Pariser Verträge | 1957 1958 Rom | 1965 1967 Fusions- vertrag | 1986 1987 Einheitliche Europäische Akte | 1992 1993 Maastricht | 1997 1999 Amsterdam | 2001 2003 Nizza | 2007 2009 Lissabon | ||||||||||||||||||||||
| Europäische Gemeinschaften | Drei Säulen der Europäischen Union | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) | → | ← | |||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) | Vertrag 2002 ausgelaufen | Europäische Union (EU) | |||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) | Europäische Gemeinschaft (EG) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| → | Justiz und Inneres (JI) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS) | ← | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ) | → | Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) | ← | ||||||||||||||||||||||||||||
| Westunion (WU) | Westeuropäische Union (WEU) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| aufgelöst zum 1. Juli 2011 | |||||||||||||||||||||||||||||||
Problematisch bleibt dabei: je größer die Zentralisation von Staatsmacht, umso größer die Machtfülle, die mit „eiserner Harke“ über berechtigte (!) Einzelinteressen der Mitgliedsstaaten und damit der Bürger drüberfährt. Das Prinzip der Subsidiarität bleibt dabei auf der Strecke, so wie dieses Prinzip z.B. Österreich 1994 anlässlich der Vorabstimmungskampagnen versprochen wurde. Wurde das Versprechen eingelöst?
Beispiele der Machtfülle durch Zentralisierung liefern alle großen Staaten, u.a. Russland und China, die geradezu Musterbeispiele dafür darstellen.
Ein Problem des Staates an sich ist das Machtmonopol, das bei ihm liegt und liegen muss, will er Gesellschaft – das Staatsvolk – und die Abläufe darin mit Erfolg, also: durchsetzungskräftig organisieren. Das Problem ergibt sich aus dem Spannungsfeld zwischen unbeschränkter Freiheit des Individuums (Libertarismus) und unbeschränkter Freiheit des Staates (Totalitarismus).
Wie dieses Machtmonopol ausgestaltet wird, unterliegt in Demokratien dem Willen des Wahlvolkes, in nicht-demokratischen Staaten dem Willen des autoritären, totalitären oder autokratischen Machthabers. In defekten Demokratien ist die Mitbestimmung des Volkes eingeschränkt. Defekte Demokratien existieren in einer Grauzone, deren Konstituenten und ihre gegenseitige Einflussnahme nicht leicht zu bestimmen sind. Somit ist auch der Defektheitsgrad einer defekten Demokratie nicht leicht zu bestimmen und unterliegt, je nach politischer resp. ideologischer Perspektive, unterschiedlichen Wertungen.
Die idealtypische Dreiteilung der Regierungsformen existiert in der Wirklichkeit nicht: keine Demokratie der Welt entspricht der idealen Form, weist also im Ansatz Eigenschaften einer defekten Demokratie auf, kein totalitärer Staat schränkt die individuellen Freiheiten vollständig ein, es verbleibt den Bürgern dort ein mehr oder weniger großer Freiheitsraum.
Hinsichtlich des staatlichen Machtmonopols, das zudem bei anwachsender Zentralisation der Staatsgewalt zur Zunahme neigt, ergibt sich die Erkenntnis: so wenig Staat wie möglich, so viel Staat wie nötig als einer Einrichtung, die mit einem mit Rechtsgewalt in das Leben seiner Bürger eingreifenden Machtmonopol versehen ist, das für das „Funktionieren“ einer Gesellschaft unaufgebbar ist.
Die dafür notwendigen rechtlichen Verregelungen des Alltagslebens durch Allgemeines Gesetzbuch, Strafgesetzbuch, Angestelltengesetz etc.etc. sind zahllos und gelten bei ausnahmslos jeder Handlung, werden aber – ebenso regelhaft – dem Bürger erst dann bewusst, wenn es zu schwerwiegenden Regelverstößen oder Regelbruch-Sanktionierungen kommt.
Rechtliche Verregelungen sind Ausdruck der jeweiligen Ausprägungen eines Rechtsstaates; dieser wird in einer idealen Demokratie nicht durch Willküreinwirkungen korrumpiert: das ist ein wesentliches Kennzeichen demokratischer Rechtsstaatlichkeit. Auf Rechtsstaatlichkeit pflegen sich auch autoritäre, totalitäre oder autokratische, kurz: diktatorische Systeme zu berufen, doch wird der Rechtsstaat dort durch Willküreingriffe korrumpiert: Rechtsbiegung als Kennzeichen von Autokratien etc. In einer defekten Demokratie wird die Rechtsstaatlichkeit (leicht) eingeschränkt, womit das Risiko entsteht, in eine Autokratie abzugleiten.
Nur in formalrechtlicher Hinsicht war zum Beispiel auch der NS-Staat ein Rechtsstaat, besaß er doch gemäß der NS-Grundsätze umgearbeitete Gesetze aus der Weimarer Republik und neue Gesetze im Sinne der NS-Ideologie, auf die er sich in der Rechtsprechung berief und von denen viele in einem „normalen“, d.h. hier NS-konformen Rechtssetzungsprozess entwickelt wurden. Daran ändert nichts die Gepflogenheit, den NS-Staat in inhaltlich-ethischer Hinsicht als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Ein krasses Beispiel für einen NS-Rechtserlass im autokratischen Sinn ist unter diesem Link einsehbar.
Kennzeichnend für die Biegsamkeit des Rechts je nach Staatsraison ist die Tatsache, dass Juristen nach einem Regimewechsel ihre Posten in der Regel nicht verloren, sondern im neuen Regime weiter im Dienst des Rechts ihre berufliche Tätigkeit frei oder im öffentlichen Dienst ausübten. So wurden Juristen und Richter nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes ohne weiteres in den öffentlichen Dienst der entstehenden Bundesrepublik Deutschland übernommen. Vergleichbares geschah nach dem Fall der UdSSR oder DDR.
Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit bedeutet in einer Demokratie das Herstellen eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen einerseits den rechtsstaatlich gesicherten Freiheitsbedürfnissen des Individuums unter für ihn zureichenden wirtschaftlichen Gegebenheiten und andererseits den „Freiheitsbestrebungen“, somit Machtbestrebungen des Staates, mit dem Ziel, ein Höchstmaß an Gemeinwohl resp. Sozialfrieden in Freiheit herzustellen. Als Garant dafür dient die Gewaltenteilung und ein entsprechend stark regulierter und damit gewaltgebändigter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie als vierte Gewalt die Sicherstellung einer freien Presse. MOTTO: Nimm Freiheitsbeschränkungen mit Blick auf das Gemeinwohl aus Überzeugung an, wir helfen dir dabei durch politische Aufklärung und sachliche Bildungsarbeit!
Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit bedeutet in einer Autokratie, im Autoritarismus und vor allem im Totalitarismus Ausgesetztheit vor rechtsbeugenden willkürlichen Staatseingriffen auf die ohnehin reduzierten Freiheitsmöglichkeiten des Individuums unter nicht selten unzureichenden wirtschaftlichen Gegebenheiten zu Gunsten der Machtbestrebungen des Staates mit dem Ziel, ein Höchstmaß an „Gemeinwohl“ resp. „sozialem Frieden“ in Unfreiheit zu erzwingen. Als Garant dafür dient die Einschränkung, womöglich Aufhebung der Gewaltenteilung sowie ein entsprechend stark ausgeprägter und mit gering regulierter Gewalt ausgestatteter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie eine allgegenwärtige Brachial-Propaganda unter Ausschaltung der Pressefreiheit. MOTTO: Kusch, sonst trifft dich der Polizeiknüppel und du landest im Gulag, folgst du nicht den Propaganda-vermittelten Staatszielen!
Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit in einer defekten Demokratie gibt in (noch) geringem Ausmaß jene Prinzipien auf, die eine Demokratie hervorheben. Als Garant dafür dient eine Einschränkung der Gewaltenteilung und ein nicht allzu gestärkter und nicht allzu sehr mit herabgesetzter regulierter Gewalt ausgestatteter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie eine verhältnismäßig subtil eingesetzte Propaganda und Beeinflussungsmaschinerie. MOTTO: Folge der politischen Verführung und glaube, es sei deine Entscheidung, sonst zwiebeln wir dich mit Exekutivmaßnahmen!
Eine solche Beeinflussungsmaschinerie hat die exekutiv im Grunde genommen schwach aufgestellte EU entwickelt, was zu eben der Ausbildung dieser „Schattenexekutive“ geführt hat. Sie trägt damit – nicht so ohne weiteres sichtbar für den Normalbürger – ein Kennzeichen einer defekten Demokratie. Damit steht die Gefahr im Raum, weiter an demokratischen Eigenschaften einzubüßen und zu einem politischen und wirtschaftlichen Risiko heranzureifen. In der Tat bemüht sich die EU um Stärkung ihrer Polizeigewalt (Frontex, 2004, weiterer Ausbau) und damit um Ausbildung eines weiteren Kennzeichens defekter Demokratien insofern der Vorwurf stimmte, dass Frontex auch innerhalb der EU eingesetzt werden könnte.
Was die Beeinflussungsmaschinerie der EU betrifft, hat 2011 der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (1929-2022) die Europäische Union als “sanftes Monster Brüssel“ bezeichnet und von der „Entmündigung Europas“ gesprochen. Er anerkennt segensreiche Folgen ihres Wirkens, macht aber zugleich auf die strukturellen Defizite dieser überstaatlichen Einrichtung aufmerksam, die durch massive Öffentlichkeitsarbeit, um nicht zu sagen: Propaganda – geschickt durch das vorbeschriebene Geflecht an Organisationen, Instituten, Einrichtungen etc. vermittelt –, übertüncht werden. Bezeichnend ist sein Ausspruch: „Je dünner die Legitimität [ihres politischen Handelns], umso dicker der Glibber der PR.“
Die geschilderte Gefahr liegt nicht darin, sich im Euro-Währungsraum zu bewegen. Sie liegt darin, dass infolge mangelnder demokratischer Kontrolle politisch einer Gesinnungsethik und nicht einer Verantwortungsethik gefolgt wird. Damit einher ginge eine Abgehobenheit von den Realitäten des täglichen Lebens der Bürger und Unternehmen. Das führte kurz über lang zu einer Schwächung des Euros im Währungskonzert. Ein Risiko erwüchse dann eher daraus, dass es nicht sicher ist, ob der Währungsraum „Euro“ eines Tages zerbricht, zum Beispiel dadurch, dass im Konzert mit anderen Währungen die derzeit ohnehin angekratzte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Europäischen Union noch weiter geschwächt würde und der Euro fortgesetzt an Wert verlöre. Letzteres erleichterte das Auseinanderbrechen der Europäischen Union, die Eigeninteressen der Mitgliedsländer träten wieder stärker hervor.
Dieses Auseinanderbrechen der Europäischen Union ist derzeit unwahrscheinlich, aber denkmöglich als Folge von: fortgesetzter Wirtschaftsschwäche; weiter zunehmender Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Zunahme nationalkonservativer bis rechtsextremer Haltungen; fortgesetztem „Rütteln an den Ketten“ seitens ehemaliger UdSSR-Bruderstaaten; fortgesetzter Aufnahme neuer Mitgliedsländer speziell aus dem Balkan und dem ehemaligem UdSSR-Einflussbereich (Serbien, Ukraine); gravierenden, von den Bevölkerungen der Mitgliedsstaaten nicht mitgetragenen außen- und innenpolitischen Entscheidungen.
Bräche die EU, so bräche spätestens dann auch der Euro; im Übrigen weist die Geschichte der Währungsunionen auf deren Brüchigkeit hin: sie halten in der Regel nicht lange. Den Anleger zwingt unter anderem auch dies beizeiten zu überlegen, in welcher Währung er außerhalb des Euroraumes investieren soll. Angesichts des unsicheren Status des US-Dollars als Weltwährung ist dies eine herausfordernde Frage. Sie stellt sich glücklicherweise derzeit nicht, sondern taucht nur schemenhaft als Denkmöglichkeit am Horizont einer eher ferneren Zukunft auf. Aber: sie taucht auf und kann blitzesschnell elefantengroß im Raum stehen.
FAZIT: die Europäische Union birgt für den Anleger derzeit nur am Zukunftshorizont sich abzeichnende Risiken. Sie entspringen u.a. daraus, dass die EU weniger aus der Position der Stärke als eher aus der der Schwäche handelt. Im Vergleich zur Situation des Kalten Krieges und damit zur Gründerzeit der EU-Vorläufereinrichtungen, in der es nur einen wirtschaftsmächtigen geopolitischen Spieler und gleichzeitigen Verbündeten – die USA – gab, steht die Europäische Union heute zwischen zwei Wirtschaftsblöcken: dem des USA-geführten Westens und dem des sog. globalen Südens. Das erzeugt Druck, allzumal Zeitdruck, treibt die EU an und lässt sie, will sie nicht aufgerieben werden, nach Machtvergrößerung durch Zentralisierung streben – ein Demokratierisiko ersten Ranges, damit in der weiteren Folge ein Wirtschafts- und letztlich Veranlagungsrisiko.
Grundsätzliches zur Währungsspekulation
Währungs-Spekulation ist ein äußerst schwieriges, glitschiges, hochriskantes Geschäft, bedarf langjähriger Erfahrung, tagtäglicher Marktbeobachtung und eines guten Magens: Schocks und erratische Marktbewegungen müssen ausgehalten werden – psychisch und finanziell. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Währungsspekulanten im deutschsprachigen Raum ist Folker Hellmeyer (Hellmeyer-Website, Hellmeyer-Kurzportrait (Goldseiten), Hellmeyer auf Netfonds usf.).
Zweck der Währungsspekulation?
Wie bei den Warenoptionsmärkten dient auch der Währungsoptionsmarkt dazu, sehr starke Schwankungen im Wert einer Währung (Devise) zu verhindern: sehr starken Verteuerungen oder Verbilligungen einer Währung im Devisenmarkt (Währungs- oder FOREX-Markt) wird so gegengesteuert. Dafür sorgen die vielen Marktteilnehmer, von denen ein Teil den künftigen Wert einer Währung (Devise) höher, der andere diesen Wert tiefer einschätzt. Dies führt dazu, dass sich eine Art mittlerer Wert für diese Währung einstellt. Währungsoptionsmärkte sind rund um den Globus nahezu 24/7, also nahezu täglich rund um die Uhr, offen (Warenoptionsmarkt, Optionen im Freihandel).
Anders ausgedrückt: Die Spekulanten sichern sich mit ihrem Engagement gegen das Risiko eines Währungsverfalls oder eines Währungsanstiegs ab. Währungsanstiege sind ein Risiko für Käufer auf Warenmärkten, Währungsabwertungen sind ein Risiko für Verkäufer auf Warenmärkten. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Dienstleistungen im internationalen Dienstleistungsaustausch. Die gegenläufigen Interessen auf dem Währungsoptionsmarkt „mitteln“ sich aus.
Allgemein gesprochen handelt es sich bei den Geschäften auf Optionsmärkten um Absicherungsgeschäfte oder Hedging.
Nochmals anders ausgedrückt: Auf aggregiertem Niveau (Makroebene) sorgt der Währungsoptionsmarkt für die Stabilität einer bestimmten Währung im Konzert der anderen Währungen im Devisen- resp. Währungsmarkt (Kassa- oder Spot-Markt, das Pendant zum Optionsmarkt).
Eine stabile Währung ist für die Volkswirtschaft, in deren Bereich diese Währung als Zahlungsmittel dient, eine Lebensnotwendigkeit für das optimale Funktionieren der volkswirtschaftlichen Grundvorgänge Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Erratische Schwankungen im Währungs- oder Devisenmarkt erschweren auf der Ebene der Unternehmen (Mikroebene) innerhalb und außerhalb einer Volkswirtschaft erheblich Kalkulationen mit Sicht auf künftig geplante Käufe und Verkäufe. Erratische Schwankungen einer Währung schwächen die Wirtschaftsleistung der zugehörigen Volkswirtschaft, eine stabile Währung fördert sie. Dies gilt auch für Volkswirtschaften außerhalb des entsprechenden Währungsraumes, sofern sie mit dieser Volkswirtschaft handelnd in Verbindung stehen.
FAZIT: Währungsoptionsmärkte sind für das Wirtschaftsgeschehen im Konzert der verschiedenen Volkswirtschaften überlebenswichtig.
Die heilige Trias
Diese Zusammenhänge bleiben in der Regel für Otto Normalverbraucher genauso verborgen wie die Bedeutung der nicht-demokratisch agierenden Zentralbanken, die mit ihren Zinsentscheidungen tief in das Wirtschaftsleben und somit in das Alltagsgeschehen der Menschen eingreifen. Warenmärkte, Währungsmärkte und Zentralbanken sind in einem fortlaufenden Marktgeschehen untrennbar und maßgeblich untereinander verbunden. Dabei modulieren und moderieren die Zentralbanken über den Zinssatz die Abläufe in Waren- und Währungsmärkten und den zugehörigen Optionsmärkten.
Für Otto Normalverbraucher sind Spekulanten auf diesen Märkten in aller Regel ganz, ganz böse Subjekte, die sich mit ihren Spekulationsgewinnen die Taschen vollstopfen.
Wer sind diese Subjekte auf Währungsoptionsmärkten?
Auf Währungs- und Währungsoptionsmärkten agieren in großer Zahl Staatsstellen, staatliche und private Pensionsfonds, multinationale und andere Unternehmen, Finanzinstitute (Banken u.a.), Hedgefonds u.a.
Otto Normalverbraucher verkennt in aller Regel den Sinn dieser Märkte und die Rolle der Spekulanten dort; denn:
Die Währungsoptionsmärkte zeichnen für das Wohl und Wehe im höchstpersönlichen Alltagsleben des kleinen Mannes auf der Straße verantwortlich, indem sie für relative Währungsstabilität sorgen. Doch Märkte sind keine Subjekte. Somit sind präzise gesprochen nicht „die Märkte“, sondern die Teilnehmer an Währungsoptionsmärkten – also die risikoübernehmenden Spekulanten – für das Wohl und Wehe von Otto Normalverbrauchers alltäglichem Leben verantwortlich.
Daher lässt sich interpretieren: In der Erhaltung der Währungsstabilität liegt der soziale Sinn der Spekulation. Dabei dient der Spekulationsgewinn als Entgelt für die risikobehaftete Sorge um eine stabile Währung.
Es kommt zu einem „paradoxen“ Effekt: die Befriedung der Einzelinteressen der Subjekte, den Spekulanten, trägt vermittels des Marktgeschehens zur Optimierung des Gemeinwohls bei.
Die Umsätze in Devisen- und Währungsoptionsmärkten sind die größten weltweit und erreichen täglich Milliarden bis Billionen von Währungseinheiten. Im Jahr 2022 wurden allein im Devisenmarkt täglich durchschnittliche Umsätze in Höhe von 7,5 Billionen US-Dollar gehandelt. Zu beachten ist, dass dabei immer Währungspaare gehandelt werden und zudem die Umsätze „doppelt“ anfallen: als Verkaufs- und als Kaufpreis in Summe. Das plustert das tägliche Handelsvolumen ordentlich auf.
Was für die Währungsoptionsmärkte gilt, gilt ebenso für die Warenoptionsmärkte: es geht um die Stabilisierung von in großen Mengen gehandelten Waren wie Weizen, Schweinehälften Orangensaft, Kaffee und vieles andere mehr. Die aufgezählten Waren stehen für solche, die für die Bevölkerungen hohe Bedeutung haben.
Wozu Optionsmärkte gut sind
Aber es gibt doch nach wie vor Preissprünge auf den Warenmärkten, von erratischen Ausschlägen an den Devisenmärkten war auch schon die Rede: wie passt das ins Bild?
Ohne die Terminbörsen wären die Ausschläge um einiges stärker, die Preise höher.
Drei Beispiele dazu:
#1 Hitler verbot die große Bremer Kaffeebörse. Daraufhin sicherte sich der Großhandel gegen Preisanstiege bei Kaffee ab, indem er von Haus aus deutlich höhere Preise für den Handel, die Geschäfte, einforderte. Resultat war der berühmt-berüchtigte Blümchenkaffee: die Konsumenten sparten am Kaffee, indem sie möglichst wenig davon zum Aufbrühen verwandten, also sah man durch den dünnen Kaffee das Blümchen am Grund der Kaffeetasse.
# 2 Waren, die nicht abgesichert werden können, weisen größere Preissprünge und höhere Preise auf; bremsend auf den Warenpreis (Aktienpreis, Devisenkurs) wirkt allein die Konkurrenz oder eine schwache Nachfrage oder ein überreichliches Angebot.
# 3 Die erste Warenoptionsbörse wurde 1848 in Chicago gegründet. Hintergrund war der bereits gewachsene Welthandel mit Waren, die großteils noch mit Segelschiffen über die Weltmeere transportiert wurden. Zwar befuhren die ersten Dampfschiffe Ende der 1830er Jahre den Atlantik, doch die eigentliche Verdrängung des Segelschiffs als Transportmittel setzte erst ab den 1870er Jahren ein.
Die Notwendigkeit, sich gegen den Verlust der Waren infolge Schiffuntergangs zu schützen oder sich überhaupt vor unerwarteten Preisveränderungen während der langen Schiffsfuhren abzusichern, führte zur Einrichtung der Chicagoer Warenbörse (Chicago Board of Trade), 1848 zunächst als Kassen- oder Spotmarkt, 1864 dann als Warenterminmarkt. Fortan konnten Käufer und Verkäufer Warenpreise vereinbaren für Warenlieferungen in ein, zwei, drei, sechs Monaten, was die Sicherheit der unternehmerischen Kalkulation erheblich erhöhte, da nun die Preisrisiken nicht von den Warenverkäufern und -käufern selbst, sondern von den Spekulanten übernommen wurden. Es entstand eine hochspezialisierte Zunft von Spekulanten, darunter viele Versicherungen.
Die Spekulanten hatten die Zeit und die Informationsmittel, sich über Warenpreisänderungen am Warenursprungsort und über Transportverzögerungen oder Schiffsunfälle zu informieren. Schlechte Kaffee- oder Kakao-Ernten, transportverzögernde Windflauten oder Schiffsunglücke blieben für sie kein Geheimnis, entsprechend diesen Informationen disponierten sie am Warenterminmarkt ihre Preisvorstellungen, doch in der Vergangenheit geschlossene Warenpreise für eine bestimmte Ware zu einem bestimmten Termin blieben davon unberührt.