Tagesblick – 8.8.2024 Donnerstag

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FAZIT DES TAGES – SOMMERAUSGABE

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen,
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei,
Schenke dabei was in dir wohnt.
An Meinung, Geschmack und Humor,
Sodass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List,
Sei eingedenk, dass dein Geschenk
Du selber bist.

Joachim Ringelnatz, 1883-1934, deutscher Dichter, Kabarettist , Humorist und Maler. Bekannt sind seine humoristischen, teils skurrilen und expressionistischen Dichtungen.

IN EIGENER SACHE: Sommerzeit – der Tagesblick wird in der kommenden Zeit weniger umfangreich erscheinen oder sogar eine Zeitlang schweigen. Der Schreiber freut sich auf erholsame Sommertage.

COMMENT – FAZIT:

  • Israel-Hamas-Hisbollah-Krieg: Hungern-lassen-Aussage erzürnt Politik. Ein negativer Punktesieg für Israel.
  • Ukraine-Krieg: Ukrainischer Überfall auf Kursk lässt im Kreml die Wogen hochgehen. Sinwar im Visier von Israel.  

Märkte

Israel, Ukraine

Meldungen

Themenreigen – Gesundheitssystem: Deutsche Ärzte in Not; Umwelt: Heißer Juli;

Unternehmen

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Viel Stoff – Nutze die Suchfunktion!

HELLMEYER-Report (gekürzt)

Wie angekündigt kein Anlegerreport bis 9.8.2024. Nächster Hellmeyer-Report am Montag, den 12.8.2024. 

MÄRKTE

DJI – BAHA *** DJI – KGV *** Rendite 10-jg. US-Anleihen

DAX Deutsche Börse *** DAX – KGV *** Rendite 10-jg. Bundesanl. *** Euro-Bund Futures

MiNACHBÖRSE/XDAX -1,1% auf 17.422 Pkt – Allianz gut behauptet1.096Dow Jones News
MiMÄRKTE USA/Erholung hält nicht – Halbleiteraktien sehr schwach953Dow Jones News
MiROUNDUP/Aktien New York Schluss: Klare Verluste – Erholung droht zu enden1.019dpa-AFX
MiDevisen: Euro wenig bewegt947dpa-AFX
MiMÄRKTE EUROPA/Risikobereitschaft zurück – Aktien deutlich im Plus1.021Dow Jones News
MiUS-Anleihen: Kursverluste – Beruhigung an den Märkten1.022dpa-AFX
MiDeutsche Anleihen: Kursverluste – Erholung an den Aktienmärkten belastet US-Anleihen: Kursverluste – Beruhigung an den Märkten NEW YORK (dpa-AFX) – Die Kurse von US-Staatsanleihen haben am Mittwoch erneut nachgegeben. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) sank um 0,32 Prozent auf 113,52 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere stieg auf 3,94 Prozent. Die anhaltende Erholung an den Aktienmärkten belastete die US-Bonds. Auch an den US-Aktienmärkten hielt die Stimmungsverbesserung nach den Turbulenzen am Montag an. Die als sicher geltenden Anleihen waren daher weniger gefragt. Auch Aussagen aus der japanischen Notenbank beruhigten die Märkte. Notenbankvize Shinichi Uchida hatte, dass es vorerst keine weiteren Zinserhöhungen geben werde. Die Notenbank werde „ihren Leitzins nicht erhöhen, wenn die Finanz- und Kapitalmärkte instabil sind“. Am Aktienmarkt in Tokio waren die Kursbewegungen am Montag und Dienstag besonders heftig gewesen./jsl/zb © 2024 dpa-AFX957dpa-AFX
MiDeutsche Anleihen: Kursverluste – Erholung an den Aktienmärkten belastet FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch erneut nachgegeben. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel am Nachmittag um 0,39 Prozent auf 134,19 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf 2,27 Prozent. Auch in anderen Ländern der Eurozone stiegen die Renditen. Die anhaltende Erholung an den Aktienmärkten belastete die Festverzinslichen. Sowohl in Asien als auch in Europa hielt die Stimmungsverbesserung nach den Turbulenzen am Montag an. Die als sicher geltenden Anleihen waren weniger gefragt. Der Bund-Future liegt mittlerweile auch unter dem Niveau vom Wochenbeginn. Auch Aussagen aus der japanischen Notenbank beruhigten die Märkte. Notenbankvize Shinichi Uchida hatte, dass es vorerst keine weiteren Zinserhöhungen geben werde. Die Notenbank werde „ihren Leitzins nicht erhöhen, wenn die Finanz- und Kapitalmärkte instabil sind“. Am Aktienmarkt in Tokio waren die Kursbewegungen am Montag und Dienstag besonders heftig gewesen. Hinzu kamen besser als erwartet ausgefallene Daten aus der deutschen Industrie. Die Produktion war im Juni etwas stärker gestiegen als von Volkswirten erwartet. Commerzbank Ökonom Vincent Stamer zeigt sich trotzdem für die weitere Entwicklung skeptisch: „Der Anstieg der deutschen Industrieproduktion um 1,4 Prozent konnte den Rücksetzer im Mai nur zur Hälfte ausgleichen.“ Er verwies auch auf andere Frühindikatoren, die auf einen schwachen Auftakt des zweiten Halbjahres hindeuteten. „Wir rechnen allenfalls mit einer blutleeren Erholung.“/jsl/zb © 2024 dpa-AFX938dpa-AFX
MiROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax erholt sich – Japans Notenbank beruhigt1.162dpa-AFX
MiXETRA-SCHLUSS/Berichtssaison begleitet Erholungstag im DAX940Dow Jones News
MiAktien Wien Schluss: ATX legt deutlich zu – Positives internationales Umfeld1.143dpa-AFX
MiAktien Schweiz stramm auf Erholungskurs – Satte Gewinne querbeet1.065Dow Jones News
MiAktien Europa Schluss: Kräftige Erholung im Sog der Übersee-Börsen531dpa-AFX
MiDax auf Erholungskurs – Continental vorn591dts Nachrichtenagentur

ISRAEL

ILTV – Israel Live Television (englischsprachig)

Tägliche Video-Zusammenfassungen als ILTV News Flash.

ISRAEL – UNDERSTANDIG WAR (ISW)  

Tägliche Updates des Institute for the Study of War (ISW) inkl. kurzfristig aktualisiertem Kartenwerk. Themen: Ukraine, Iran, China/Taiwan u.a.m.
Speziell für den Israel-Hamas-Hisbollah-Huthi-Krieg siehe hier (hinunterscrollen zu aktuellen Berichten).

ISRAEL im n-tv Liveticker

07.08.2024 22:07

Hinweise auf Israel-Angriff? Ägypten verbietet Nacht-Flüge über Teheran

Ein möglicher Vergeltungsangriff Irans gegen Israel liegt seit Tagen in der Luft. Ägypten gibt nun eine höchst ungewöhnliche Flug-Anweisung heraus. Experten werten dies als Anzeichen für einen kurz bevorstehenden militärischen Schlag. Teheran bezeichnet die Lage hingegen als normal.

07.08.2024 21:31

Scharfe Kritik aus Berlin Aushungern lassen: Israel-Minister empört mit Aussage zu Gaza

Bezalel Smotrich würde den Hungertod von zwei Millionen Menschen in Kauf nehmen, um die Freilassung der Hamas-Geiseln zu erzwingen. Mit seinen Äußerungen löst der israelische Finanzminister bei westlichen Verbündeten scharfe Kritik aus. Berlin wird deutlich.

07.08.2024 19:11

Wer ist der neue Hamas-Chef? Der „Schlächter von Chan Junis“ hat nichts zu verlieren

Einst retteten ihm israelische Ärzte das Leben, er saß jahrzehntelang in Haft, jetzt ist Jihia Sinwar das politische Oberhaupt der Hamas. Was will der Drahtzieher des 7. Oktober, der die Terrorgruppe aus einem unterirdischen Versteck heraus führt? Von Marc Dimpfel

07.08.2024 17:22

„Keine schnelle Evakuierung“ Auswärtiges Amt warnt Deutsche im Libanon

Auswärtiges Amt und Verteidigungsministerium fordern die im Libanon verbliebenen Deutschen „zur dringenden Ausreise auf“. Auf der Krisenvorsorgeliste der deutschen Botschaft stehen demnach 2900 Menschen. Bei einer Eskalation sollen sie nicht auf eine Evakuierungsoperation vertrauen, heißt es.

07.08.2024 05:54

Israel will ihn rasch beseitigen US-Außenminister: Waffenruhe hängt jetzt an Hamas-Chef Sinwar

Jihia al-Sinwar ist der neue politische Anführer der Hamas und damit Israels Staatsfeind Nummer eins. Von ihm hänge jedoch ab, ob es im Gaza-Krieg zur Waffenruhe und zu einem Geisel-Deal kommt, meint der US-Außenminister.

NAHOST-KONFLIKT n-tv aktuell

NACHT IM ÜBERBLICK – ISRAEL  

WEITERE ISRAEL-MELDUNGEN

ROUNDUP 2/Islamische Länder: Israel voll verantwortlich für Tod Hanijas

DSCHIDDA (dpa-AFX) – Israel ist nach Ansicht von 57 islamischen Staaten „voll verantwortlich“ für die Tötung des Hamas-Auslandschefs Ismail Hanija in Teheran. Die Tötung sei ein „eklatanter Bruch des Völkerrechts und der UN-Charta“, heißt es in der Abschlusserklärung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) nach einer Notfallsitzung in Saudi-Arabien. Israel habe die „Souveränität, territoriale Unversehrtheit und nationale Sicherheit“ des Iran ernsthaft verletzt.

Es ist die bisher größte Gruppe von Staaten, die Israel beschuldigt, die gezielte Tötung im Iran durchgeführt zu haben. Der OIC, die sich als kollektive Stimme der muslimischen Welt versteht, gehören 57 Länder aus vier Kontinenten an. Der Iran hatte die Sitzung mit Pakistan beantragt. In der OIC sitzen auch einflussreiche nicht-arabische Staaten, darunter die Türkei.

Kampf für Palästinenser noch verstärkt

Israel hat sich zu dem Vorwurf bislang nicht öffentlich geäußert. Mehrere Experten sind aber der Ansicht, dass nur Israel über die Mittel und die Motivation verfügte, den Hamas-Auslandschef im Herzen Teherans gezielt zu töten. US-Medien hatten zuvor berichtet, dass Hanija durch eine Bombe getötet worden sei – und demnach durch einen lange vor Hanijas Teheran-Reise platzierten Sprengsatz.

Der Kampf um Gerechtigkeit für die Palästinenser werde nun noch verstärkt geführt, sagte der Außenminister Gambias, Mamadou Tangara, dessen Land derzeit den Vorsitz in der Organisation hat. Die Tötung werde die Palästinenserfrage „nicht unterdrücken“, sondern deren Dringlichkeit noch stärker hervorheben, sagte Tangara. „Diejenigen, die Frieden und Gerechtigkeit anstreben“, würden jetzt nur noch entschlossener handeln.

Israel „macht vor nichts halt“

OIC-Generalsekretär Hissein Brahim Taha verurteilte die Tötung Hanijas scharf und sprach ebenfalls von einem Bruch der Souveränität des Iran. Israel „macht vor nichts halt, während es jedes internationale Gesetz und Resolution bricht“. Der UN-Sicherheitsrat müsse die nötigen Schritte unternehmen, damit die „Besatzungsmacht“ Israel die Regeln des Völkerrechts respektiere.

Mit Blick auf die Tötung im Iran sagte Tangara: „Die Souveränität und territoriale Unversehrtheit von Staaten sind fundamentale Grundsätze, die die internationale Ordnung untermauern.“ Dies sei auch in den Chartas der Vereinten Nationen und der OIC sowie in anderen internationalen Vereinbarungen festgeschrieben.

Nach der Tötung Hanijas sowie der Tötung eines Militärkommandeurs der Hisbollah-Miliz im Libanon steigt die Gefahr eines großen Kriegs im Nahen Osten./jot/DP/he © 2024 dpa-AFX

ROUNDUP 2: Israels Finanzminister entsetzt mit Äußerungen zu Aushungern

BERLIN/PARIS (dpa-AFX) – Deutschland, Frankreich und die EU haben sich entsetzt über Äußerungen des israelischen Finanzministers Bezalel Smotrich geäußert, mit denen er die Nahrungsmittelhilfe für Palästinenser im Gazastreifen bedauert und ein Aushungern als moralisch gerechtfertigt bezeichnet.“Es sind völlig inakzeptable und empörende Äußerungen des israelischen Finanzministers. Wir weisen sie auf das Allerschärfste zurück“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

„Es ist ein Gebot der Menschlichkeit und ein Grundprinzip des humanitären Völkerrechts, das auch im Krieg Zivilistinnen und Zivilisten geschützt werden müssen und zum Beispiel Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln bekommen müssen“, so der Sprecher.

EU: Aushungern von Zivilisten ist Kriegsverbrechen

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell teilte mit, man erwarte von der israelischen Regierung, dass sie sich eindeutig von den Worten von Minister Smotrich distanziere. Die Äußerungen zeigten erneut dessen Verachtung für das Völkerrecht und die grundlegenden Prinzipien der Menschlichkeit. Das absichtliche Aushungern von Zivilisten sei ein Kriegsverbrechen.

Smotrich hatte sich laut israelischen Medienberichten zur internationalen Situation seines Landes geäußert und eine Blockade der Hilfsgüter bis zur Freilassung aller Geiseln als moralisch und gerechtfertigt bezeichnet, selbst wenn dies den Hungertod von zwei Millionen Menschen im Gazastreifen bedeute. Aber die internationale Gemeinschaft werde dies nicht zulassen, so Smotrich.

Paris: Hilfe ist verpflichtend

Das Pariser Außenministerium sprach von „skandalösen Äußerungen“ und rief die israelische Regierung ebenfalls auf, „diese inakzeptablen Äußerungen scharf zu verurteilen“. „Frankreich erinnert daran, dass die Bereitstellung humanitärer Hilfe für zwei Millionen Zivilisten, die sich in einer absoluten Notsituation in einem Gebiet befinden, das unter Blockade steht und dessen Zugangspunkte Israel kontrolliert, eine Verpflichtung nach dem humanitären Völkerrecht ist, wie der Internationale Gerichtshof in Erinnerung gerufen hat.“

Internationaler Strafgerichtshof ist bereits befasst

Auf die Frage, ob die Bundesregierung daran eine Völkermordabsicht („genocidal intent“) erkenne oder diese Äußerungen so bewerte, sagte der Außenamtssprecher, er sei sicher, „dass die Äußerungen auch in Den Haag sehr aufmerksam verfolgt werden, wo ja gerade über diese Art von Fragen beraten wird“.

Am 21. Mai hatte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag Haftbefehle gegen Netanjahu und andere Israelis beantragt. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, für das Aushungern von Zivilisten als Methode der Kriegsführung sowie für willkürliche Tötungen und zielgerichtete Angriffe auf Zivilisten verantwortlich zu sein./cn/DP/he © 2024 dpa-AFX

PRESSESTIMME – Berliner Morgenpost: Teil der Staatsräson – Militärischer Notfallsbeistand / Kommentar von Thorsten Knuf zu Israel

Berlin (ots) – Es gibt Diskussionen, die man nicht mehr loswird. Dazu gehört die über die Frage, ob Deutschland Israel im Notfall militärisch beistehen sollte, wenn die Sicherheit oder gar die Existenz des jüdischen Staates auf dem Spiel steht. Diese Frage stellte sich unmittelbar nach dem Terror-Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Und sie stellt sich jetzt im Angesicht eines drohenden Flächenbrandes im Nahen Osten. Hierzulande fordern bereits erste Politiker, die Bundeswehr zu aktivieren, wenn der Iran und seine Verbündeten Israel im großen Stil attackieren. Die Bundesregierung spielt auf Zeit: Sie sagt, dass sich die Frage „aktuell“ nicht stelle.

Zur Erinnerung: Israel ist kein Nato-Mitglied. Es gibt im Kriegsfall keine Beistandspflicht. Aber so etwas wie eine moralische Verpflichtung gibt es durchaus: Hierzulande gilt seit der historischen Rede der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Jerusalemer Knesset von 2008 unverändert das Diktum, dass die Sicherheit Israels Teil der deutschen Staatsräson sei.

Sollte Israel eines Tages um militärische Hilfe bitten, dann wird sich Deutschland dem kaum verschließen können. Der jüdische Staat verfügt über eine der schlagkräftigsten Armeen der Welt. Israel kann überdies mit dem Beistand der USA, Großbritanniens und Frankreichs rechnen. Aber auch die marode Bundeswehr verfügt über Fähigkeiten, die im Falle eines Großkonflikts im Nahen Osten nützlich wären. Die Luftbetankung gehört dazu. Oder der Einsatz von Eurofightern, die iranische Drohnen vom Himmel holen könnten.

Natürlich ist wünschenswert, dass all das nicht erforderlich sein wird. Ausschließen lässt es sich nicht.

Pressekontakt:

BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/53614/5839312

© 2024 news aktuell

Israels Generalstabschef: Hamas-Chef Sinwar im Visier

TEL AVIV (dpa-AFX) – Der israelische Generalstabschef Herzi Halevi sieht in der Wahl des bisherigen Chefs der Hamas im Gazastreifen zum neuen Leiter des Politbüros der Islamisten eine zusätzliche Motivation, Jihia al-Sinwar ausfindig zu machen. „Wir werden uns alle Mühe geben, ihn zu finden, ihn ins Visier zu nehmen und dafür zu sorgen, dass der Chef des Politbüros erneut ersetzt wird“, sagte Halevi beim Besuch eines Luftwaffenstützpunkts.

„Wir haben in den vergangenen Wochen sehr wichtige Operationen durchgeführt und dabei die ranghöchsten Kommandeure unserer problematischsten Feinde ausgeschaltet, und wir machen nicht halt.“ Sinwars neuer Titel spreche ihn nicht davon frei, ein Mörder zu sein, sagte Halevi über den Hamas-Führer, der als Drahtzieher des Terrorangriffs am 7. Oktober 2023 gilt.

Nach dem Besuch des Stützpunkts betonte Halevi die „höchste Bereitschaft“ des Militärs angesichts der Eskalation der vergangenen Tage. „Wir werden wissen, wie wir überall im Libanon, überall in Gaza, überall im Nahen Osten, ober- oder unterirdisch, eine sehr schnelle Offensive durchführen können“, betonte er. „Wir werden unseren Feinden, denen, die uns angreifen, denen, die in jeder Rede davon sprechen, wie sie den Staat Israel zerstören werden, eine sehr klare Botschaft senden.“/czy/DP/he © 2024 dpa-AFX

Türkei beantragt Beitritt zur Völkermord-Klage gegen Israel

ISTANBUL (dpa-AFX) – Die Türkei schließt sich einer von Südafrika angestrengten Völkermord-Klage gegen Israel an. Ein entsprechender Antrag wurde von einer Delegation in Den Haag beim Internationalen Gerichtshof (IGH) eingereicht, wie Numan Kurtulmus, Sprecher des türkischen Parlaments, auf der Plattform X mitteilte. Die Türkei hatte den Schritt bereits im Mai angekündigt.

Kurtulmus nannte den Antrag einen „historischen Schritt für die palästinensische Sache.“ Die Türkei werde ihre Arbeit fortsetzen, um sicherstellen, dass Israel für das Verbrechen des Völkermords vor internationalen Gerichten angeklagt und für die von dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und „seiner Bande begangenen Verbrechen“ aufs Härteste bestraft werde.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der gute Beziehungen zur Hamas unterhält, hatte den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen wiederholt kritisiert. Er wirft Israel zudem „Völkermord“ an den Palästinensern vor. Israel bestreitet die Völkermord-Vorwürfe. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind vor diesem Hintergrund zurzeit sehr angespannt.

Südafrika hatte Ende 2023 Klage gegen Israel eingereicht und dem Land die Verletzung der Völkermordkonvention vorgeworfen. Das UN-Gericht hatte Israel in einer Eil-Entscheidung zu Schutzmaßnahmen verpflichtet, um einen Völkermord zu verhindern. Zudem müsse Israel mehr humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen zulassen.

Ende Mai hatte der Internationale Gerichtshof Israel dann verpflichtet, den umstrittenen Militäreinsatz in Rafah im Süden des Gazastreifens unverzüglich zu beenden. Neben der Türkei haben sich mehrere andere Länder, darunter Spanien als erstes EU-Land, der Klage angeschlossen.

Israel beruft sich auf sein Recht auf Selbstverteidigung, nachdem Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober den Süden Israels überfallen und rund 1200 Menschen getötet hatten. Seither führt Israel im Gazastreifen Krieg gegen die Hamas. Den Kämpfen sind aber auch Tausende palästinensische Zivilisten zum Opfer gefallen. Israel steht deshalb weltweit in der Kritik./jam/DP/zb © 2024 dpa-AFX

UKRAINE

UKRAINE – LANDKARTE

UKRAINE – UNDERSTANDIG WAR (ISW)  

Tägliche Updates des Institute for the Study of War (ISW) inkl. kurzfristig aktualisiertem Kartenwerk. Themen: Ukraine, Iran, China/Taiwan u.a.m.
Speziell für den Ukraine-Krieg siehe hier (hinunterscrollen zu aktuellen Berichten).

UKRAINE im n-tv Liveticker

+++ 09:45 UN: Russen foltern 95 Prozent der ukrainischen Kriegsgefangenen +++

Mitarbeiter russischer Straflager sollen ukrainische Kriegsgefangene bereits bei den ersten Verhören foltern. Darüber hinaus sei die Praxis der Folter in russischer Gefangenschaft „weit verbreitet und systematisch“. Dies erklärt die Leiterin der UN-Menschenrechtsüberwachungsmission in der Ukraine (HRMMU), Danielle Bell, in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehsender NOS. Sie sagt, dass die Russische Föderation 95 Prozent der ukrainischen Kriegsgefangenen in ihren Gefängnissen folterte. Demnach sollen die ukrainischen Kriegsgefangenen mit Metallstangen und Stöcken geschlagen, nackt ausgezogen und mit Stromschlägen traktiert werden. „Das ist zweifellos das Schlimmste, was ich in den 20 Jahren meiner Karriere gesehen habe“, sagt Bell dazu. Die Informationen über die ukrainischen Gefangenen in Russland sammelt vor allem durch Befragungen der ukrainischen Kriegsgefangenen nach ihrer Befreiung. Gleichzeitig hat die UN-Mission direkten Zugang zu den russischen Kriegsgefangenen und kann sich ein Bild von der Haftanstalt machen.

+++ 08:49 Estland führt verschärfte Zollkontrollen an der Grenze zu Russland ein +++
Estland führt vollständige Zollkontrollen an seiner östlichen EU-Außengrenze zu Russland ein. Dies hatte die Regierung des baltischen NATO-Staates Anfang August beschlossen. Ab dem 8. August werden nun alle Personen, die die Grenze zu Russland überqueren, sowie die gesamte Fracht einer Kontrolle unterzogen. Demnach sollen die Kontrollen an den Straßen- und Schienengrenzübergängen in Narva, Koidula und Luhamaa schrittweise eingeführt werden. Bisher waren die Überprüfungen von Passagieren und Fahrzeugen stichprobenartig und risikobasiert erfolgt. Mit der Verschärfung soll nach Angaben von Ministerpräsident Kristen Michal der Transit und Transport von EU-Sanktionen unterliegenden Gütern durch Estland unterbunden und die Sicherheit des Landes gestärkt werden. Die Grenze zwischen Russland und Estland ist 294 Kilometer lang.

+++ 08:11 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 587.510 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb der vergangenen 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1140. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen außerdem zwei Panzer, 36 Artilleriesysteme, 81 Drohnen, und ein Helikopter zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland demnach seit Beginn des Großangriffs 8431 Panzer, 16.487 Artilleriesysteme und 366 Flugzeuge, 327 Hubschrauber, 13.293 Drohnen, 28 Schiffe und ein U-Boot verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen – wobei das auch nur Mindestwerte sind.

+++ 07:32 Medwedew droht mit Verschärfung der russischen Invasion in der Ukraine +++
Der Vize-Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, droht angesichts des ukrainischen Vorstoßes in die russische Grenzregion Kursk mit einer Ausweitung der Invasion in der Ukraine. Der russische Militäreinsatz dürfe sich nicht mehr nur darauf beschränken, die Gebiete in der Ukraine zu sichern, die Russland als sein Gebiet betrachte, sagt der Ex-Präsident. Vielmehr sollten die Streitkräfte in Richtung der Städte Odessa, Charkiw, Dnipro, Mykolajiw, Kiew und darüber hinausdrängen. Der Vormarsch werde erst dann eingestellt, wenn es Russland für vorteilhaft halte. Ukrainische Truppen sind russischen Angaben zufolge bei einem Gegenangriff weit auf russisches Gebiet in der Region vorgestoßen. Es soll zu heftigen Kämpfen gekommen sein. In der Region wurde der Notstand ausgerufen.

+++ 07:05 Russland: 14 ukrainische Flugobjekte über Kursk und Belgorod zerstört +++
Die russischen Luftverteidigungskräften zerstörten in der Nacht vierzehn unbemannte ukrainische Flugobjekte über dem Gebiet Belgorod und zwei über dem Gebiet Kursk. Das teilt das russische Verteidigungsministerium auf Telegram mit. Luftverteidigungssysteme haben sechs Drohnen und fünf weitere Raketen über der Region Kursk abgeschossen, sagt der Gouverneur der Region, Alexej Smirnow. Am frühen Morgen des 6. August griffen die ukrainischen Streitkräfte die Grenzgebiete der Region Kursk an. Nach neuesten Angaben des Generalstabs der russischen Streitkräfte kommt es weiterhin zu Zusammenstößen in Grenzgebieten. In Kursk (siehe Einträge 19:08, 19:38 und 20:41)wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und die Anwohner werden evakuiert.

+++ 06:25 Ukraine ruft Luftalarm wegen russischem MiG-31K-Angriff aus +++
Die Luftwaffe der Ukraine ruft Luftalarm über der gesamten Ukraine aus. Als Ursache für die Luftangriffswarnung gibt die ukrainische Luftwaffe eine Raketenbedrohung durch eine russische MiG-31K an. Der Flugzeugtyp ist ein Abfangjäger, der noch aus der Sowjetunion stammt und nach dem Militärflugzeughersteller Mikojan-Gurewitsch benannt ist. Die MiG-31K kann Hyperschall-Raketen wie die Ch-47M2 Kinschal tragen.

+++ 05:32 ISW: Ukrainische Panzerfahrzeuge stehen in Kursk zehn Kilometer hinter russischer Grenze +++
Ukrainische Truppen sind laut einer Auswertung des Instituts für Kriegsstudien (ISW) inzwischen bis zu zehn Kilometer in die russische Region Kursk vorgedrungen. Das bestätigten Aufnahmen von Panzerfahrzeugen hinter der Grenze. Ukrainische Kräfte seien demnach in mindestens zwei russische Verteidigungslinien und eine Festung eingedrungen. Laut einer russischen Quelle hätten die Ukrainer seit Beginn der Operation am 6. August 45 Quadratkilometer im Gebiet Kursk eingenommen, schreibt das ISW. Russische Behörden hatten über die Region gestern den Ausnahmezustand verhängt.

+++ 02:30 Ukraine hebt Schwelle für Gefängnis bei Kleindiebstahl an +++
Für Diebstähle im geringen Wert droht in der Ukraine keine Gefängnisstrafe mehr. Präsident Selenskyj hat eine entsprechende Gesetzesnovelle unterschrieben, wonach Diebstähle im Wert von umgerechnet bis zu rund 67 Euro künftig als Ordnungswidrigkeiten gelten und mit Ordnungsgeldern geahndet werden. Bisher galt ein Wert des Diebesguts von umgerechnet knapp 6,7 Euro als Höchstwert für geringfügige Diebstähle. Hintergrund ist das seit dem russischen Einmarsch geltenden Kriegsrecht. Dieses sieht für Plünderungen und Diebstahl bis zu acht Jahre Gefängnis vor. Als Beispiel wurde im Gesetzentwurf ein Windeldiebstahl in einem Supermarkt im Januar 2023 im Wert von umgerechnet knapp acht Euro in der westukrainischen Stadt Riwne angeführt. Darauf steht künftig keine Gefängnisstrafe mehr. Der Täter hatte in dem Fall jedoch noch eine Strafe von über drei Jahren Gefängnis erhalten.

+++ 00:27 Klingbeil: Stationierung von US-Raketen in Deutschland ist richtig +++
SPD-Chef Lars Klingbeil verteidigt die Pläne für eine Stationierung von weitreichenden US-Waffen in Deutschland gegen Kritik aus der eigenen Partei. „Diese Stationierung ist richtig, weil sie uns hilft, dass wir uns wehren können, falls Russland auf die Idee kommen sollte, uns anzugreifen“, sagt Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie sei Teil der glaubwürdigen Abschreckung. Am Rande des NATO-Gipfels im Juli hatten das Weiße Haus und die Bundesregierung bekanntgegeben, dass die USA von 2026 an in Deutschland wieder Waffensysteme stationieren wollen, die weit bis nach Russland reichen. Genannt wurden Tomahawk-Marschflugkörper, SM-6-Raketen und neue Hyperschallwaffen. In der SPD gibt es kritische Stimmen, unter anderem Fraktionschef Rolf Mützenich warnt vor dem Risiko einer militärischen Eskalation.

+++ 22:38 Menschenrechtler Orlow will für russische Gefangene kämpfen +++
Der beim Gefangenenaustausch zwischen Russland und westlichen Staaten freigekommene Moskauer Menschenrechtler Oleg Orlow will seine Bürgerrechtsarbeit auch im Exil fortsetzen. „Memorial kann man nicht zerstören“, sagt der 71-Jährige bei einer Pressekonferenz im Zentrum Liberale Moderne in Berlin. Die von ihm mitbegründete, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Menschenrechtsorganisation Memorial setzt sich auch für politische Gefangene in Russland ein. Orlow nimmt an, dass noch mindestens 800 politische Gefangene in Russland inhaftiert sind – konservativ geschätzt. Seine neue Rolle im Exil in Deutschland fällt ihm schwer, wie Orlow erzählte. Er wäre lieber in seiner Heimat, befürchtet aber Strafverfolgung. Orlow hofft nun nach eigener Darstellung, dass er sich im Exil für die Freilassung weiterer politischer Gefangener einsetzen kann, darunter acht Schwerkranke. „Als sich herausstellte, dass diese Leute nicht auf der Liste waren, waren wir sehr enttäuscht – wir, die ausgetauscht wurden.“ Memorial arbeite trotz Repressionen weiter in Russland, aber auch aus dem Ausland.

+++ 21:30 Doch nicht tot? Bekannter russischer Propagandist verletzt +++
Der bekannte russische Propagandist Jewgeni Poddubnyj ist in der Region Kursk verletzt worden. Die staatliche Fernsehgesellschaft VGTRK erklärt auf Telegram, Poddubnyj sei bei einem Angriff einer ukrainischen Drohne in der Region Kursk verletzt worden und ins Krankenhaus eingeliefert. Zuvor hatten zahlreiche russsiche Medien übereinstimmend den Tod Poddubnyjs gemeldet. Jewgeni Poddubnyj ist einer der bekanntesten russischen „Kriegsberichterstatter“ Russlands. Sein Telegram-Kanal zählt rund 734.000 Follower. Vorläufigen Informationen zufolge drehte er am Mittwoch eine Reportage über die Kämpfe in der Region Kursk.

+++ 20:41 Region Kursk ruft Notstand aus +++
In der russischen Region Kursk ist inmitten einer ukrainischen Bodenoffensive der Notstand ausgerufen worden. Dies teilt der Gouverneur der Region, Alexej Smirnow, in einem Posting auf Telegram mit. Die Ukraine ist bei einem Gegenangriff weit auf russisches Gebiet bei Kursk vorgestoßen. Die Offensive hatte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums am Dienstag begonnen und am Mittwoch den Nordwesten der Stadt Sudscha erreicht.

+++ 20:14 Kämpfe in der Nähe: Russland verstärkt Schutz von AKW Kursk +++
Aufgrund des ukrainischen Vorstoßes ins russische Grenzgebiet Kursk verstärkt die russische Nationalgarde den Schutz des Atomkraftwerks Kursk. Außerdem seien zusätzliche Kräfte für die Bekämpfung von Sabotage- und Aufklärungstrupps in den Gebieten Kursk und Belgorod herangezogen worden, teilt die Behörde mit. Das geschehe in Kooperation mit den russischen Grenztruppen und der Armee. Das Atomkraftwerk mit vier Blöcken und einer Leistung von fast zwei Gigawatt befindet sich nur gut 60 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Tags zuvor hatten ukrainische Truppen unterstützt von Panzern und Artillerie die russische Grenze vom Gebiet Sumy aus bei Sudscha überschritten. Unbestätigten Berichten zufolge seien sie dabei bis zu 15 Kilometer in Richtung des AKWs vorgedrungen.

+++ 19:38 Angriffe in Gebiet Kursk: Europäischer Gaspreis steigt auf Jahreshoch +++
Der Preis für europäisches Erdgas ist auf den höchsten Stand in diesem Jahr gestiegen. Der richtungweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat legte in Amsterdam um 5,7 Prozent auf 38,78 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. Am Markt wird auf die Angriffe der Ukraine auf die russische Region Kursk verwiesen. Die Kämpfe finden offenbar in der Nähe von Sudza statt, eines wichtigen Einspeisepunktes für Erdgas. Dieses gelangt durch ukrainische Pipelines nach Westeuropa. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, geht der Gazprom-Konzern derzeit noch von normalen Gaslieferungen aus.

+++ 19:08 Ukraine evakuiert Orte im Grenzgebiet zum russischen Kursk +++
Angesichts schwerer Kämpfe im russischen Gebiet Kursk ordnen die ukrainischen Behörden Evakuierungen von weiteren Orten in der benachbarten Region Sumy an. Die Maßnahmen betreffen 23 Siedlungen, sagt der Militärgouverneur von Sumy, Wolodymyr Artjuch, im ukrainischen Fernsehen. Etwa 6.000 Menschen, darunter mehr als 400 Kinder und Jugendliche, sollen aus der grenznahen Region in Sicherheit gebracht werden. Tags zuvor hatten ukrainische Truppen einen Vorstoß über die ukrainisch-russische Grenze in Richtung der Stadt Sudscha im Gebiet Kursk unternommen und waren dabei mehrere Kilometer weit auf russisches Staatsgebiet vorgedrungen. Moskau sprach von gut 1.000 mit schwerer Technik ausgerüsteten ukrainischen Soldaten. Kiew hat die Vorgänge bisher nicht kommentiert. Aufgrund von regelmäßigem russischem Beschuss grenznaher Orte hatten die örtlichen Behörden bereits im Mai Evakuierungen aus einem Bereich von zehn Kilometern Entfernung von der Grenze angeordnet.

+++ 18:31 Jaschin kritisiert Freilassung gegen seinen Willen +++
Der russische Oppositionelle Ilja Jaschin, der ebenfalls beim Gefangenenaustausch freikam, kritisiert im Interview mit dem „Spiegel“ die Freilassung gegen seinen Willen: „Ich wurde nicht ausgetauscht, ich wurde gewaltsam aus meinem Land vertrieben.“ Er habe in Russland bleiben wollen, unabhängig von den Risiken. In Russland wiege das Wort eines Oppositionellen mehr als im Ausland. „Es ist kaum zu begreifen, dass viele meiner unschuldigen Mitstreiter weiter hinter Gittern sitzen.“ Jaschin erzählt, wie er während seiner Haftzeit versuchte, andere Gefangene davon abzuhalten, in den Krieg zu ziehen. Dreien habe er es ausreden können, 30 seien an die Front gegangen. „Für die Gefangenen wurde der Krieg zu einer Partie Russisch Roulette. Großes Geld, hohes Risiko.“ Dagegen anzukommen, sei schwer. Jaschin bedauere, dass der Preis für seine Freiheit die Freilassung eines Mörders sei. „In Russland wird man weiter Menschen ins Gefängnis stecken, um sie später gegen Verbrecher und Spione auszutauschen.“

Auch Kara-Mursa stimmte nicht zu Kreml-Kritiker Jaschin: Ich wollte nicht ausgetauscht werden

+++ 17:55 Kara-Mursa: Wäre der Austausch früher erfolgt, könnte Nawalny noch am Leben sein +++
Im Interview mit der „Zeit“ sagt Kara-Mursa außerdem, er glaube, dass der Oppositionelle Alexej Nawalny, der im Februar im Straflager starb, noch am Leben sein könnte, wenn der Austausch früher erfolgt wäre. „Ich kann nicht anders, als zu denken: Wenn alles etwas schneller und reibungsloser gelaufen wäre, wenn die deutsche Regierung weniger Hindernisse zu überwinden gehabt hätte, wenn sie weniger auf die Kritik hätte reagieren und nicht so viele Leute davon hätte überzeugen müssen, dass dieser Schritt notwendig ist, dann hätte Alexej vielleicht mit uns zusammen im Flugzeug gesessen.“

+++ 17:43 Kara-Mursa: „Ich war mir sicher, dass sie mich im Wald erschießen“ +++
Der russische Oppositionspolitiker Wladimir Kara-Mursa, der im Rahmen des großangelegten Gefangenenaustauschs am 1. August freigelassen und nach Deutschland gebracht wurde, sagt in einem Interview mit der „Zeit“, er sei sich vor der Freilassung bis zum letzten Moment sicher gewesen, „dass ich zu meiner Hinrichtung gebracht werde“. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli sei seine Zellentür geöffnet worden, erinnert sich der Politiker. „Da standen der Gefängnisdirektor und ein Konvoi aus Männern in Zivilkleidung. Sie sagten: Du hast 20 Minuten, um zu packen. Ich war mir sicher, dass sie mich in den Wald bringen und erschießen. Aber sie brachten mich zum Flughafen.“

+++ 17:12 Rekord: Ukrainische Grenzer stoppen LKW mit 48 Wehrpflichtigen +++
Der ukrainische Grenzschutz hat im Süden des Landes 48 wehrpflichtige Männer in einem Lastkraftwagen an der Flucht in das von prorussischen Kräften kontrollierte moldauische Gebiet Transnistrien gehindert. Die Zahl stelle einen neuen Rekord dar, teilt die Behörde mit. Drohnenaufnahmen zeigen, wie mehrere Gruppen von Männern nacheinander auf die Ladefläche des LKW steigen und dieser später von Grenzschützern angehalten wird. Die Festnahmen erfolgten den Angaben nach im Odessaer Gebiet bei dem Dorf Tschorna gut zehn Kilometer von der Grenze entfernt. Die Männer sollen dem Fluchthelfer umgerechnet jeweils mehr als 3300 Euro gezahlt haben. Ihnen droht nun neben einer Ordnungsstrafe für den versuchten illegalen Grenzübertritt auch die Einberufung in die ukrainische Armee.

+++ 16:21 Russland: Bis zu 1000 Ukrainer an Grenzattacke beteiligt +++
An dem Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf die Grenzregion Kursk im Westen Russlands sind nach Angaben des russischen Generalstabs „bis zu 1000“ Soldaten beteiligt. Das gab der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow bei einem vom russischen Fernsehen übertragenen Treffen mit Präsident Putin bekannt, nachdem der Angriff am Vortag gestartet worden war. „Das tiefe Vorrücken des Feindes auf das Gebiet wurde durch Schläge der Luftwaffe und der Artillerie gestoppt“, sagt Gerassimow weiter.

Kursker fliehen in Scharen Putin beklagt plötzlich „wahllosen Beschuss ziviler Ziele“

+++ 16:02 Von der Leyen: Seit Kriegsbeginn 108 Milliarden Euro Hilfe bereitgestellt +++
Die EU hat nach Angaben der Präsidentin der Europäischen Union, Ursula von der Leyen, der Ukraine seit Beginn des großangelegten Krieges 108 Milliarden Euro an Hilfen bereitgestellt. „Die EU steht der Ukraine seit dem ersten Tag des russischen Angriffskrieges zur Seite“, schreibt sie auf X. „Die Ukraine wird sich in diesem Überlebenskrieg durchsetzen. Und die EU wird der Ukraine und ihrer Bevölkerung so lange zur Seite stehen, wie es nötig ist“, heißt es weiter.

+++ 15:32 Bericht: Ukrainischer Soldat in russischer Haft getötet +++
Der Soldat der Asow-Brigade, Oleksandr Ischtschenko, der vor neun Tagen in russischer Gefangenschaft gestorben ist, wurde offenbar getötet. Der 55-jährige Ukrainer starb durch stumpfe Gewalteinwirkung auf die Brust. Das berichtet „Kyiv Independent“ unter Berufung auf einen gerichtsmedizinischen Bericht, den der stellvertretende Kommandeur der Asow-Brigade, Swiatoslaw Palamar, veröffentlichte. Palamar bezeichnete den Tod Ischtschenkos als „einen weiteren brutalen Mord an einem ukrainischen Kriegsgefangenen“. Aus dem veröffentlichten Bericht ging hervor, dass der Tod des Soldaten auf mehrere Rippenbrüche und einen Schock zurückzuführen war. Ischtschenko war 55 Jahre alt und stammte aus Mariupol. Er schloss sich der Asow-Brigade kurz nach Beginn der Invasion an. Er wurde 2022 während der Kämpfe in Mariupol gefangen genommen. Ischtschenko gehörte zu den 24 Ukrainern, die im vergangenen Jahr von Russland in einem Scheinprozess angeklagt wurden. Er war in einer Haftanstalt in Rostow am Don inhaftiert.

+++ 14:44 Angriffe auf Kursk: Putin spricht von „groß angelegter Provokation“ +++
Angesichts der anhaltenden Angriffe ukrainischer Kräfte auf die westrussische Grenzregion Kursk wirft Kremlchef Putin Kiew eine „groß angelegte Provokation“ vor. „Wie Sie wissen, hat das Kiewer Regime eine weitere groß angelegte Provokation unternommen“, sagt Putin in einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Regierungsvertretern. Die Ukraine feuere „wahllos, mit Waffen verschiedener Art, auf zivile Gebäude, Wohnhäuser und Krankenwagen“.

+++ 14:25 Russisches Verteidigungsministerium gibt anhaltende Kampfhandlungen in Kursk zu +++
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigt Berichte zu anhaltenden Kampfhandlungen in Kursk. „Die Operation zur Vernichtung der Gruppierungen der Streitkräfte der Ukraine wird fortgesetzt“, teilt das Ministerium in Moskau mit. Demnach gab es Gefechte in grenznahen Ortschaften auf russischem Gebiet gegen ukrainische Eindringlinge. Noch am Vortag hatte das Verteidigungsministerium behauptet, dass ein Versuch, die Grenze zu durchbrechen, gescheitert sei. Nun heißt es, dass ein tiefes Eindringen auf russischem Staatsgebiet verhindert worden sei. Laut Verteidigungsministerium kämpfen Soldaten gemeinsam mit Grenzschützern in dem Gebiet gegen die Eindringlinge.

+++ 13:35 Russland: Tausende Menschen aus Kursk geflohen – Putin nimmt sich der Situation an +++
Aus den von ukrainischer Seite angegriffenen Grenzortschaften im russischen Gebiet Kursk sind nach Behördenangaben bisher schon Tausende Menschen geflohen. Die Bürger hätten ihre Wohnungen in Privatfahrzeugen verlassen, sagte der geschäftsführende Gouverneur Alexej Smirnow in einer Videobotschaft. Zudem seien 200 Menschen in Transportfahrzeugen und Bussen aus den beschossenen Ortschaften in Sicherheit gebracht worden. Smirnow sagte, er habe noch in der Nacht mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Der Präsident habe die Situation unter persönliche Kontrolle genommen. Es seien auch Notunterkünfte mit rund 2.500 Plätzen eingerichtet worden. Dort seien auch Psychologen im Einsatz.

+++ 12:57 „Von Besatzern versteckt“ – Partisanengruppe meldet Entdeckung von legendärem Schiff auf der Krim +++
Die auf der von Russland besetzten Krim aktive proukrainische Partisanengruppe Atesh hat laut eigenen Angaben zwei russische Schiffe entdeckt. Dabei soll es sich um Landungsschiffe vom Projekt 775 handeln, von denen die Ukraine schon viele versenkt oder beschädigt hat. „Die Besatzer verstecken ihre Schiffe in den Buchten, in der Hoffnung, sie retten zu können“, schreibt Atesh auf Telegram. Die beiden 775er sollen sich in der Bucht von Kilen befinden. Eine davon ist die in der Ukraine bestens bekannte „Konstantin Olshansky“, die 2014 von den Russen gekapert und gestohlen wurde. Das legendäre Schiff hat eine bewegte Geschichte in den Reihen beider Konfliktparteien hinter sich und wurde laut ukrainischen Angaben vor einigen Monaten bei einem Angriff beschädigt. Zuvor soll die „Konstantin Olshansky“ als Ersatzteillager gedient haben. Von der Partisanengruppe heißt es, man habe die Informationen über die Standorte mit den ukrainischen Streitkräften geteilt. „Es besteht kein Zweifel, dass in naher Zukunft die nächsten Schiffe untergehen werden.“

+++ 12:24 Russischer Militärblogger muss lange in Haft +++
In Russland ist der Militärblogger Andrej Kurschin zu sechseinhalb Jahren Straflager verurteilt worden. Er habe falsche Informationen über die Streitkräfte verbreitet, teilt die Ermittlungsbehörde mit. Kurschin betrieb den Telegram-Kanal „Moscow Calling“, der die Ziele von Russlands Krieg gegen die Ukraine unterstützte. Allerdings kritisierte Kurschin die Art und Weise, in der die Militärführung den Feldzug leitete. Analysten des Instituts für Kriegsforschung beschrieben Kurschin zum Zeitpunkt seiner Festnahme im August 2023 als einen „Ultranationalisten am äußersten Rand“, der die Grenzen zulässiger Kritik an den russischen Kriegsanstrengungen überschritten habe.

+++ 11:38 Britischer Geheimdienst äußert sich zu versenktem U-Boot der russischen Marine +++
Das britische Verteidigungsministerium teilt ein Geheimdienst-Update zu der Versenkung des russischen U-Bootes „Rostow am Don“ an der Krim vor einigen Tagen. „Im Gegensatz zu einigen Berichten war das U-Boot höchstwahrscheinlich noch nicht vollständig von einem früheren Angriff auf die Krim im September 2023 repariert worden“, heißt es aus London. Der jüngste Angriff sei „mit ziemlicher Sicherheit das letzte Kapitel für das U-Boot, da es höchstwahrscheinlich wirtschaftlich sinnvoller ist, ein Ersatz-U-Boot zu bauen“. Der Geheimdienst spricht von einem moralischen Auftrieb für die ukrainischen Streitkräfte durch den Angriff. Es wird jedoch für unwahrscheinlich gehalten, dass er größere Auswirkungen auf die russischen Langstreckenangriffe auf die Ukraine von der Schwarzmeerflotte aus haben wird. „Der Angriff verdeutlicht jedoch die zunehmenden Risiken für die russischen Streitkräfte auf der Krim und wird Russland höchstwahrscheinlich dazu zwingen, alle Pläne zur Rückverlegung bedeutender Seestreitkräfte auf die Halbinsel zu überdenken.“

Angriff auf die „Rostow am Don“ Ukraine: Haben russisches U-Boot versenkt

+++ 11:03 Strategiewechsel oder Ablenkung? Ukraine „verunsichert den Feind“ mit unklarer Kursk-Lage +++
Das ukrainische Militär steht insbesondere in der Region Donezk enorm unter Druck, die Russen „rücken jeden Tag vor“, wie ntv-Reporterin Nadja Kriewald berichtet. Gleichzeitig gibt es Meldungen über ukrainische Vorstöße im Norden, über deren Hintergründe Kiew sich bedeckt hält.

Strategiewechsel oder Ablenkung? Ukraine „verunsichert den Feind“ mit unklarer Kursk-Lage

+++ 10:34 Moskau meldet Verletzte durch ukrainischen Vorstoß auf russische Region Kursk +++
Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums sind bei dem ukrainischen Angriff auf die an der Grenze gelegene Region Kursk 24 Menschen verletzt worden. Darunter seien sechs Kinder, behauptet die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium.

Politik 07.08.24

Blogger widersprechen Kreml Ukrainische Soldaten erobern russische Grenzorte

+++ 10:07 Russland greift mit Drohnen an – Ukraine meldet perfekte Abschussquote +++
Die ukrainische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben 30 russische Drohnen abgefangen und zerstört. Das seien alle Drohnen, die die russischen Truppen in der Nacht auf Ziele in sieben Regionen abgefeuert hätten, erklärt die ukrainische Luftwaffe auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram.

Quellen: ntv.de, ino/rts/AP/dpa/AFP

NACHT IM ÜBERBLICK – UKRAINE

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WEITERE UKRAINE-MELDUNGEN

Notstand ausgerufen: Ukraine dringt in Grenzregion Kursk ein

Angesichts ukrainischer Angriffe sind aus der russischen Grenzregion Kursk nach Angaben des dortigen Gouverneurs Tausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. Wenig später wurde der Notstand ausgerufen. Die Gefechte in der Region dauerten am Mittwoch den zweiten Tag in Folge an. Russischen Militärbloggern zufolge sei es ukrainischen Soldaten gelungen, sich auf russischem Gebiet zu verschanzen. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einer „großen Provokation“.

„Mehrere tausend Menschen haben die unter Beschuss befindliche Region mit unserer Hilfe verlassen“, teilte Gouverneur Alexej Smirnow in einer Videobotschaft am Mittwoch im Onlinedienst Telegram mit. Sagte er zu diesem Zeitpunkt noch, die Lage sei „unter Kontrolle“, rief er später am Tag den Notstand aus.

Aufgrund des ukrainischen Vorstoßes verstärkte die russische Nationalgarde den Schutz des Atomkraftwerks Kursk. Außerdem seien zusätzliche Kräfte für die Bekämpfung von Sabotageakten und Aufklärungstrupps in den Gebieten Kursk und Belgorod herangezogen worden, teilte die Behörde mit. Das Atomkraftwerk mit vier Blöcken und einer Leistung von fast zwei Gigawatt befindet sich nur gut 60 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Putin sieht „schwere Provokation“

Noch am Vortag hatte das Verteidigungsministerium behauptet, dass ein Versuch, die Grenze zu durchbrechen, gescheitert sei. Nun hieß es, dass ein tiefes Eindringen in russisches Staatsgebiet verhindert worden sei. Zuvor hatten russische Militärblogger gemeldet, dass ukrainische Kämpfer mindestens zehn Kilometer hinter die Grenze im Gebiet Kursk vorgedrungen seien.

„Das Kiewer Regime hat eine weitere große Provokation gestartet“, sagte Putin vor Mitgliedern der russischen Regierung über den Angriff auf Kursk. Die ukrainischen Streitkräfte hätten „wahllos zivile Ziele“ in der Region beschossen.

Evakuierungen auch auf ukrainischer Seite

Unterdessen ordnete auch die Ukraine 6.000 Menschen an, das Grenzgebiet zu Kursk zu verlassen. „Ich habe gerade den Befehl zur Zwangsevakuierung von 23 Siedlungen in fünf Gemeinden in der Region Sumy unterzeichnet“, teilte Regionalgouverneur Wolodymyr Artjuch mit. Die Situation in der unmittelbar an Kursk grenzenden Region Sumy sei „sehr angespannt“.

Schwere Kämpfe

Laut Verteidigungsministerium in Moskau kämpfen Soldaten gemeinsam mit Grenzschützern in dem Gebiet gegen die Eindringlinge. Sie hätten mit Unterstützung durch Flugzeuge, Raketenstreitkräfte und Artillerie feindliche Gruppierungen vernichtet. Der Gegner habe mindestens 260 Mann sowie 50 Einheiten Technik verloren, darunter sieben Panzer. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Angaben russischer Militärblogger zeichnen ein anderes Bild. So seien russische Soldaten in der Nacht aus Swerdlikowo gedrängt worden. Im Grenzort Oleschnja gut zehn Kilometer südlich sollen russische Truppen gar umzingelt worden sein. Es gibt unbestätigte Berichte über russische Soldaten, die sich ergeben hätten. Bereits am Dienstag kursierten Videos in sozialen Netzwerken, die gefangen genommene russische Soldaten zeigen sollen.

Tausende auf der Flucht

Aus den beschossenen Ortschaften flohen nach russischen Behördenangaben Tausende Menschen. Es gab mehrere Tote und mehr als 20 Verletzte. Aus der Ukraine gab es dazu keine offizielle Stellungnahme.

Russische Militärblogger behaupten, dass tschetschenische Kämpfer die russische Grenze zuvor gesichert hätten. Als die ukrainischen Soldaten angriffen, hätten sie jedoch ihre Stellungen aufgegeben und sich zurückgezogen. Das in Russland sehr populäre Militärblog Rybar berichtete, dass es ukrainischen Soldaten sogar gelungen sei, sich auf russischem Gebiet zu verschanzen.

Generalstab: Bis zu 1.000 Ukrainer beteiligt

Die Bevölkerung des Ortes Sudscha – etwa zehn Kilometer hinter der Grenze – sei in Sicherheit gebracht worden. Sudscha ist auch ein Knotenpunkt für Gasleitungen, über die noch Gas vor allem nach Osteuropa fließt. Unbestätigten Angaben zufolge sollen ukrainische Soldaten bereits in elf russische Siedlungen eingedrungen sein. Verschiedene Blogger schätzen die Stärke der Ukrainer auf 900 bis 2.000 Mann. Nach Angaben des russischen Generalstabs wiederum sind „bis zu tausend“ Soldaten beteiligt.

In der Vergangenheit hatte es solche Durchbrüche von ukrainischer Seite in der Region Belgorod gegeben. Zu den Aktionen bekannten sich Freiwilligenbataillone, die aus Russen bestehen, aber aufseiten der Ukraine kämpfen. Ziel der Ukraine könnte es aus Sicht von Experten sein, die russischen Truppen von Angriffen auf das Nachbarland abzulenken.

Die Ukraine feuert immer wieder mit Artillerie und Raketen auf russisches Territorium und hat mit Langstreckendrohnen Ziele tief im Inneren Russlands angegriffen. Infanterieangriffe kommen allerdings selten vor. *** red, ORF.at/Agenturen

Links:

Ukraine evakuiert Orte im Grenzgebiet zum russischen Kursk

SUMY (dpa-AFX) – Angesichts schwerer Kämpfe im russischen Gebiet Kursk haben die ukrainischen Behörden Evakuierungen weiterer Orte in der benachbarten Region Sumy angeordnet. Die Maßnahmen betreffen 23 Siedlungen, sagte der Militärgouverneur von Sumy, Wolodymyr Artjuch, im ukrainischen Fernsehen. Etwa 6.000 Menschen, darunter mehr als 400 Kinder und Jugendliche, sollen aus der grenznahen Region in Sicherheit gebracht werden.

Tags zuvor hatten ukrainische Truppen einen Vorstoß über die ukrainisch-russische Grenze in Richtung der Stadt Sudscha im Gebiet Kursk unternommen und waren dabei mehrere Kilometer weit auf russisches Staatsgebiet vorgedrungen. Moskau sprach von gut 1.000 mit schwerer Technik ausgerüsteten ukrainischen Soldaten. Kiew hat die Vorgänge bisher nicht kommentiert.

Aufgrund von regelmäßigem russischem Beschuss grenznaher Orte hatten die örtlichen Behörden bereits im Mai Evakuierungen aus einem Bereich von zehn Kilometern Entfernung von der Grenze angeordnet. Die Ukraine verteidigt sich seit fast zweieinhalb Jahren gegen die russische Invasion./ast/DP/he © 2024 dpa-AFX

Ukraine: Grenzschutz hindert knapp 50 Männer an der Flucht

ODESSA (dpa-AFX) – Der ukrainische Grenzschutz hat im Süden des Landes 48 wehrpflichtige Männer in einem Lastkraftwagen an der Flucht in das von prorussischen Kräften kontrollierte moldauische Gebiet Transnistrien gehindert. Die Zahl stelle einen neuen Rekord dar, teilte die Behörde mit. Drohnenaufnahmen zeigen, wie mehrere Gruppen von Männern nacheinander auf die Ladefläche des Lkw steigen und dieser später von Grenzschützern angehalten wird.

Die Festnahmen erfolgte den Angaben nach im Odessaer Gebiet bei dem Dorf Tschorna gut zehn Kilometer von der Grenze entfernt. Die Männer sollen dem Fluchthelfer umgerechnet jeweils mehr als 3300 Euro gezahlt haben. Ihnen droht nun neben einer Ordnungsstrafe für den versuchten illegalen Grenzübertritt auch die Einberufung in die ukrainische Armee.

Die Ukraine wehrt sich seit fast zweieinhalb Jahren gegen die russische Invasion. Im Land gilt das Kriegsrecht, und es wurde eine Mobilmachung angeordnet. Zwangsrekrutierungen sind an der Tagesordnung. Wehrpflichtige Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren können nur in Ausnahmefällen ausreisen. Trotzdem versuchen es viele über die grüne Grenze oder mit gefälschten Dokumenten. Mehrere Dutzend kamen bei der Flucht aus dem osteuropäischen Kriegsland bereits ums Leben./ast/DP/zb © 2024 dpa-AFX

ZENTRALBANKEN

er bisher kaum. Amtsinhaber Holzmann dagegen gilt als geldpolitischer „Falke“.

Bank of Japan kassiert nach Marktturbulenzen Äußerungen zu Zinserhöhungen

Eine Woche, nachdem Japans oberster Zentralbanker die Weltmärkte mit Äußerungen über bevorstehende Zinserhöhungen erschüttert hatte, nahm einer seiner Stellvertreter diese am Mittwoch zurück und versprach, die Zinsen nicht zu erhöhen, solange die Märkte instabil sind. Die Äußerungen des stellvertretenden Gouverneurs der Bank of Japan, Shinichi Uchida, führten zu einer deutlichen Erholung der Aktienkurse in Tokio und fallenden Notierungen beim Yen. Damit näherten sich die Märkte wieder dem Stand vor der Pressekonferenz von Gouverneur Kazuo Ueda am 31. Juli an, in der er andeutete, dass er die Zinsen trotz schwacher Verbraucherausgaben in Japan weiter anheben wolle.

EZB teilt bei siebentägigem Dollar-Tender 151,3 Millionen zu

FRANKFURT (Dow Jones)–Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrem Dollar-Tender mit einer Laufzeit von sieben Tagen 151,3 Millionen US-Dollar an fünf Banken zugeteilt. Beim vorherigen Geschäft hatten vier Banken eine Summe von 153,9 Millionen nachgefragt und erhalten. Der Tender hat einen Festzinssatz von 5,56 (zuvor: 5,58) Prozent. Im März 2020 hatte die US-Notenbank mit fünf weiteren Zentralbanken, darunter die EZB, im Zuge der Pandemie-Krise vereinbart, die weltweite Versorgung mit Dollar-Liquidität zu verbessern.
DJG/apo/kla (END) © 2024 Dow Jones News

Österreichs Arbeitsminister Kocher wird neuer Notenbankchef

Die österreichische Regierungskoalition aus Österreichischer Volkspartei (ÖVP) und Grünen hat sich auf den Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) als neuen Gouverneur der Nationalbank geeinigt. Kocher wird im September 2025 Gouverneur Robert Holzmann im Amt nachfolgen, wie der ORF berichtete. Der 50 Jahre alte Wissenschaftler, der sich auf Verhaltensökonomie spezialisiert hat, galt lange als Favorit für den Posten, hieß es weiter vom ORF. Geldpolitische Aussagen gibt es von Koch

MELDUNGSÜBERBLICK

MiÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
MiUS-Rohöllagerbestände stärker als erwartet gesunkenDow Jones News
MiÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
MiIfo-Institut: Auftragsmangel belastet die WirtschaftDow Jones News
MiEZB teilt bei siebentägigem Dollar-Tender 151,3 Millionen zuDow Jones News
MiÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
MiDeutsche Exporte fallen im Juni 3,4 ProzentDow Jones News
MiDeutsche Produktion steigt im Juni um 1,4 ProzentDow Jones News
MiPRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, BranchenDow Jones News

WEITERE MELDUNGEN

OLYMPIADE im n-tv-Liveticker

OLYMPIADE im ORF-Liveticker

WELT

US-WAHLKAMPF im n-tv-Liveticker

US-WAHLKAMPF – Predict it

US-Rohöllagerbestände stärker als erwartet gesunken

WASHINGTON (Dow Jones)–Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 2. August stärker als erwartet verringert. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 3,728 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 0,5 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 3,436 Millionen Barrel reduziert.

Die Benzinbestände nahmen nach EIA-Angaben um 1,34 Millionen Barrel zu. Analysten hatten dagegen ein Minus von 1,3 Millionen Barrel erwartet, nachdem die Vorräte in der vorangegangenen Woche um 3,665 Millionen gesunken waren. Die Ölproduktion in den USA war in der Woche mit 13,4 Millionen Barrel pro Tag um 0,1 Millionen höher als in der Vorwoche. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab sich ein Zuwachs von 0,8 Millionen Barrel.

Webseite: http://www.eia.gov/petroleum/supply/weekly/  

DJG/DJN/brb/thl (END) © 2024 Dow Jones News

Chinas Exporte wachsen im Juli langsamer

Chinas Exporte sind im Juli langsamer gewachsen und damit hinter den Markterwartungen zurückgeblieben, die auf einer günstigen niedrigen Basis im Vorjahreszeitraum beruhten. Wie die Zollverwaltung mitteilte, stiegen die Ausfuhren im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,0 Prozent nach einem Anstieg von 8,6 Prozent im Juni. Dies lag unter dem von Ökonomen in einer Umfrage von Dow Jones Newswires erwarteten Wachstum von 9,4 Prozent.

EUROPÄISCHE UNION

DEUTSCHLAND – WAHLUMFRAGEN

Ifo-Institut: Auftragsmangel belastet die Wirtschaft

Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)–Der Auftragsmangel in Deutschland hat sich nach Erhebungen des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung verschärft und ist ein großes Hemmnis für die Konjunktur.

Im Juli berichteten 39,4 Prozent der Unternehmen von fehlenden Aufträgen, nach 38,4 Prozent im April, geht laut dem Institut aus dessen aktueller Umfrage hervor. „Der Mangel an Aufträgen belastet die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Fast jede Branche ist betroffen.“

In der Industrie stieg der Anteil laut den Angaben von 39,5 auf 43,6 Prozent. Vor allem im metallverarbeitenden Gewerbe und in der Elektroindustrie berichtete demnach mehr als jedes zweite Unternehmen über fehlende Aufträge.

Im Automobilbau seien es rund 43 Prozent und in der Chemie 40 Prozent.

Jahreszeitlich bedingt sei der Auftragsmangel nur für wenige Getränkehersteller (7,3 Prozent) ein Problem.

Bei den Dienstleistern fiel der Anteil laut Ifo-Institut von 32,4 auf 31,2 Prozent. Die schwache Konjunktur treffe auch die Werbebranche, wo knapp jedes zweite Unternehmen von fehlenden Aufträgen berichtete. Gleiches gelte für Personalagenturen und den Transportsektor.

„Die Nachfrage nach Leiharbeitern sinkt wegen der stagnierenden Wirtschaft“, sagte Wohlrabe. Der Logistikbranche fehlten vor allem die Transportaufträge aus der Industrie.

Knapp ein Drittel der Gastrobetriebe habe zu wenig Gäste. In der Veranstaltungsbranche liege der Anteil bei 38,5 Prozent. „Gerade kleinere Anbieter, abseits von Großereignissen, könnten jedoch mehr Veranstaltungen stemmen“, sagte Wohlrabe.

Wenig Grund zur Sorge hätten die Rechts- und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer.

DJG/ank/apo (END) © 2024 Dow Jones News

Haushaltsausschuss gibt Mittel für Förderprogramm „Jung kauft Alt“ frei

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat laut Bundesbauministerium die Mittel für das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ freigegeben. Damit könne das Programm zur Förderung von Eigentum im Bestand für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen bald starten. „Mit diesen Programmmitteln unterstützen wir insbesondere Familien mit kleinen und mittleren Einkommen beim Erwerb einer sanierungsbedürftigen Bestandsimmobilie“, sagte der Parlamentarische Bau-Staatssekretär Sören Bartol (SPD). „Das unterstützt auch ländliche Räume und dünn besiedelte Regionen, in denen historische Bausubstanz in Ortskernen leer steht. Damit leistet diese Förderung einen nachhaltigen und zugleich sozialen Beitrag zum Klimaschutz.“ Über die konkreten Förderkonditionen werde das Bundesbauministerium rechtzeitig vor Start des Programms informieren.

Pistorius: China tritt zunehmend dominant auf

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat nach seiner Indopazifik-Reise das Verhalten der chinesischen Führung scharf kritisiert. „China tritt zunehmend dominant auf und sorgt mit seinem Vorgehen für Verunsicherung und Unruhe in der Region. Damit gefährdet es auch die Stabilität im Indopazifik“, sagte Pistorius dem Nachrichtenportal T-Online. Ziel seiner achttägigen Reise nach Hawaii, Südkorea und auf die Philippinen sei gewesen, den Partnern in der Region zu signalisieren, „dass wir ihre Sorgen teilen und uns dafür einsetzen, dass sich Länder wie China an geltendes Recht halten.“

Scholz zum Haushalt: „Das geht“

Aus dem Urlaub hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in den Streit zum Haushalt eingeschaltet. Auf zwei Gutachten zum Haushalt schaue er anders als Finanzminister Christian Lindner (FDP), berichtete die ARD. Scholz sehe eine Stärkung von Bahn und Autobahngesellschaft rechtlich für machbar an. „Es war sinnvoll, die Handlungsoptionen der Bundesregierung gutachterlich überprüfen zu lassen, wie Deutsche Bahn und die Autobahnen im Haushalt finanziell gestärkt werden können. Klares Ergebnis des juristischen Gutachtens: Das geht“, sagte der SPD-Politiker zu Zeit Online. Die Bundesregierung werde jetzt vertraulich die nächsten Schritte beraten.

ÖSTERREICH – WAHLUMFRAGEN  

„Außenhandel im Mai 2024 rückläufig“

von Statistik Austria finden Sie als PDF auf unserer Website

WIFO: Überinflation eingedämmt, Firmen pessimistisch

Die Überinflation in Österreich ist eingedämmt, analysiert das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO). Sie habe sich gegenüber dem Euro-Raum-Durchschnitt normalisiert.

Die Wirtschaft stagnierte im zweiten Quartal allerdings in der Industrie und am Bau, während es im Dienstleistungssektor einen leichten Anstieg gab. Die Stimmung in den Unternehmen sei insgesamt „äußerst pessimistisch“, vor allem in der Sachgütererzeugung, heißt es in einer heute veröffentlichten Einschätzung. *** red, ORF.at/Agenturen

Swift-Konzerte abgesagt: „Traum zerplatzt“ und „herzzerreißend“

Nach der Absage aller Taylor-Swift-Konzerte in Wien haben viele Fans in sozialen Netzwerken ihre Enttäuschung geäußert. Gleichzeitig zeigte man Verständnis, dass die Shows wegen eines Terrorverdachts sicherheitshalber abgesagt wurden. Auch die heimische Politik reagierte in der Nacht auf Donnerstag auf die Entwicklungen: Für viele sei ein „Traum zerplatzt“.

„Die Absage der Taylor Swift Konzerte durch die Veranstalter ist für alle Fans in Österreich eine herbe Enttäuschung“, schrieb etwa Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) auf X. „Die Situation rund um den offenbar geplanten Terroranschlag in Wien war sehr ernst. Dank der intensiven Zusammenarbeit unserer Polizei und dem neu aufgebauten DSN (Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, Anm.) mit ausländischen Diensten konnte die Bedrohung frühzeitig erkannt, bekämpft und eine Tragödie verhindert werden.“

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) schrieb ebenfalls auf dem Dienst von Elon Musk: „Für viele ist heute ein Traum zerplatzt. An drei Abenden hätten in Wien zehntausende #Swifties zusammen das Leben feiern sollen. Es tut mir sehr leid, dass euch das verwehrt bleibt. Swifties halten zusammen, das können Hass und Terror nicht kaputt machen.“

„Viele Herzerl brechen hören“

Es sei „herzzerreißend“, kommentierte SPÖ-Chef Andreas Babler die Absage der Konzerte in Wien. „Monatelange Vorfreude und dann das Aus. Unglaublich viele sind heute tief enttäuscht worden. Dabei hätten die nächsten Tage ein Fest werden sollen. Diese Nachricht tut wirklich weh.“ Babler ergänzte, dass Terror spalten, Angst schüren, „unsere Demokratie und unser Miteinander schwächen“ wolle. „Für Zusammenhalt statt Hass. Das ist auch, wofür Taylor Swift und ihre Fangemeinschaft stehen.“

NEOS-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger schrieb, ohne dabei Swift oder die Konzerte zu erwähnen: „Oh no! Ich konnte gerade ganz viele Herzerl brechen hören.“ In einem weiteren Beitrag schrieb sie, sie befürchte einen enormen „Imageschaden“ für Österreich und Wien. „In Paris, Berlin, London, München, … überall können Veranstalter und Sicherheitsbehörden Konzerte durchführen. Nur bei uns nicht? Sind wir dermaßen herabgewirtschaftet?“, so die NEOS-Chefin.

Wiens Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) hielt fest, dass es „so unglaublich traurig und bitter“ sei, „dass die Taylor Swift Konzerte abgesagt werden (…) Ich finde, wir dürfen uns nicht von Wahnsinnigen einschüchtern lassen“ – mehr dazu in wien.ORF.at.

FPÖ-Chef Herbert Kickl machte die Migrationspolitik der anderen Parteien für die Absage verantwortlich. „Terroristen und Gefährder leben mitten unter uns“, so Kickl mit Blick auf die Ermittlungen des Staatsschutzes – mehr dazu in noe.ORF.at. „Jugendliche, Eltern, die gespart haben, um ihren Kindern Karten für das Taylor-Swift-Konzert kaufen zu können – und jetzt? Jetzt ist der Traum zerplatzt.“

Austria Wien mit „Kopf hoch“

Der X-Account des Sportvereins FK Austria Wien teilte den Fans von Swift mit: „Kopf hoch, Swifties in Wien.“ Die Sicherheit gehe vor. „Lasst euch von ein paar Idioten nicht die Laune verderben. Die Armbänder werden beim nächsten Mal getauscht. Denkt an die schönen Momente bei euren Vorbereitungen.“

In ersten Reaktionen zeigten sich Fans am Boden zerstört: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich habe 13 Jahre auf diesen Moment gewartet, und zwei Männer müssen ihn für Tausende von uns ruinieren“, schrieb ein enttäuschter „Swiftie“ auf X.Gerade auf den Instagram-Beitrag von Barracuda reagierten viele emotional. „Ich habe über ein Jahr darauf gewartet, Taylor zu sehen! Ich habe sehr viel Geld bezahlt, um nach Wien zu fliegen und in einem Hotel zu übernachten. Ich habe keine Worte, wie enttäuscht und traurig ich bin“, so ein Fan und zitiert einen von Swifts Songs: „I hate it here“ (dt.: „Ich hasse es hier“).

Andere wiederum konnten die Absagen verstehen. „Sie versuchen uns nur davor zu beschützen, in einem Stadion getötet zu werden. Ich verstehe die gebrochenen Herzen, aber ich denke, sie haben unser Leben gerettet“, schrieb ein weiterer Fan.

Großes mediales Echo

Über die Absage der Konzerte wird in internationalen Medien ausführlich berichtet. So schrieb etwa CNN, dass die Absage die Fans „erschüttert und enttäuscht“ habe. Unter ihnen seien viele, die für das Konzert aus anderen Orten nach Wien geflogen waren. „Ich habe gemischte Gefühle, von Tränen bis hin zu Wut“, sagte eine 24-jährigen Irin gegenüber CNN und fügte hinzu, dass sie „wütend und dankbar ist, dass die beiden Leute erwischt wurden“.

Gegenüber der BBC sagte eine Britin, die Tickets für das Konzert am Samstag hatte, dass sie sich für viele Termine angemeldet habe, aber schließlich jenen in Wien zugesagt bekam. „Wir haben uns seitdem darauf gefreut“, sagte sie. Nun sei sie am Boden zerstört. „Aber ich bin froh, dass Sicherheit vorgeht.“

In der „New York Times“ sagte der New Yorker Terrorismusexperte Colin P. Clarke, dass ein Anschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert „perfekt zum Modus Operandi von ISIS“ passe. Es sei ein „hochkarätiges Ziel“, das im Falle eines erfolgreichen Angriffs zu großen Opfern unter der Zivilbevölkerung führen und gleichzeitig weltweites Aufsehen erregen würde. *** jkla, ORF.at

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Anschlagspläne: Hinweise laut Bericht von US-Geheimdienst

Nach der Festnahme zweier Terrorverdächtiger, die möglicherweise einen Anschlag auf die bevorstehenden Taylor-Swift-Konzerte in Wien geplant haben, werde nun im Umfeld der „kleinen Gruppe“ ermittelt, sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, am Donnerstag. Laut US-Berichten stammten die Hinweise vom US-Geheimdienst.

Den in Ternitz festgenommenen 19-Jährigen bezeichnete Ruf im Ö1-Morgenjournal als „unmittelbaren Haupttäter“, bei dem zweiten Festgenommenen handle es sich um einen 17-Jährigen. Auch dieser am Dienstagnachmittag in Wien festgenommene junge Mann habe „entsprechende Handlungen vorgenommen“ und Kontakt mit dem 19-Jährigen gehabt – mehr dazu in wien.ORF.at.

„Konkrete Vorbereitungshandlungen“ für einen möglichen Anschlag habe es im Haus des 19-Jährigen in Ternitz gegeben. Bei der Hausdurchsuchung am Mittwoch wurden neben mehreren chemischen Substanzen auch technische Vorrichtungen sichergestellt – mehr dazu in noe.ORF.at. Von dem Verdächtigen sei erst vor wenigen Wochen ein Treueschwur gegenüber dem aktuellen Führer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) auf einen Internetaccount hochgeladen worden, so Ruf.

Ruf bestätigte, dass es Hinweise von ausländischen Diensten gab. In Kombination mit Erkenntnissen der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hätten diese zum Ermittlungsergebnis geführt. Durch die Festnahmen des jungen Mannes und des Jugendlichen „wurde die Bedrohungslage dieser kleinen Gruppe minimiert“, betonte Ruf. Die Absage der Taylor-Swift-Konzerte sei die Entscheidung und Verantwortung der Veranstalter gewesen.

Bericht: US-Ermittler von Plänen nicht überzeugt

Das Innenministerium will am Donnerstagvormittag über die weiteren Entwicklungen informieren, wie es aus dem Ressort von Karner gegenüber ORF.at hieß. Wie US-Medien am Mittwoch und Donnerstag berichteten, kam der entscheidende Hinweis vom US-Geheimdienst. „Die Informationen über die Verdächtigen stammten von den US-Geheimdiensten und wurden an die österreichischen Behörden weitergegeben“, zitierte CBS News einen anonymen Informanten. Auch ABC News berichtete Ähnliches. Die Informationen seien auch Europol weitergeleitet worden.

Obwohl die Verdächtigen vom IS inspiriert wurden, glaubten die US-Ermittler nicht, dass die angebliche Verschwörung von IS-Aktivisten geleitet wurde. Der US-Geheimdienst habe mindestens einen der Verdächtigen, der sich Anfang Juli über die Messaging-App Telegram zum IS bekannte, gefunden. Die Ermittler seien auch nicht überzeugt davon, dass der angebliche Plan funktioniert hätte, und sie wüssten nicht, ob eine funktionierende Bombe hergestellt wurde.

Gegenüber ABC News hielten die Informanten aber fest, dass die chemischen Substanzen, die von den österreichischen Behörden gefunden wurden, durchaus die Motivation und einen Plan vermuten lassen.

Absage von Konzerten

Nachdem die Ermittlungen publik geworden waren, zog der Veranstalter der Konzerte die Reißleine. „Aufgrund der Bestätigung durch Regierungsbeamte über einen geplanten Terroranschlag im Ernst-Happel-Stadion haben wir keine andere Wahl, als die drei geplanten Shows zur Sicherheit aller abzusagen“, schrieb Barracuda Music auf Instagram.

Alle Tickets würden automatisch innerhalb der nächsten zehn Werktage rückvergütet. Ticketverkäufer Ö-Ticket schickte bereits entsprechende E-Mails aus. „Im Namen des Veranstalters“ würden alle drei Konzerte abgesagt, hieß es. Zitiert wurde anschließend das Statement von Barracuda.

Am Donnerstag hätte die 34-jährige Swift ihr erstes von drei aufeinanderfolgenden Konzerten im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion gegeben. Schätzungen erwarteten rund 170.000 Fans auf der Eras-Tour in Österreich. Seit Wochen beschäftigte der Superstar Fans und Medien, „Swifties“ aus vielen Ländern waren extra in die Bundeshauptstadt gereist. *** jkla, ORF.at/Agenturen

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GESUNDHEITSSYSTEM

Umfrage: Ärzte leiden unter Bürokratie und Zeitdruck

Mannheim (ots) – 80 Prozent der Medizinerinnen und Mediziner in Deutschland fühlen sich von ihrer Arbeit belastet. Das ergab die repräsentative „Umfrage zu den Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte“ des Karriere- und Informationsportals praktischArzt. Sogar nur drei Prozent der Befragten gab an, sich von der Arzt-Tätigkeit gar nicht belastet zu fühlen.

Das Wichtigste in Kürze

– Arbeitsbelastung: Rund 80 Prozent der Ärzte empfinden ihre Arbeit als belastend.
– 47 Prozent nennen als Grund: Zeitdruck und nichtärztliche Tätigkeiten.
– Rund die Hälfte der Ärzte in Deutschland ist unzufrieden mit den Arbeitszeiten. 39 Prozent klagen darüber, dass diese häufig auch die vereinbarte Arbeitszeit übersteigt.
– Die Balance zwischen Beruf und Privatleben wird von zwei Drittel als unbefriedigend beschrieben. Die Vielzahl an Wochenend- und Nachtdiensten ist ein Faktor, der zur Belastung beiträgt (37 Prozent).
– Ausführliche Ergebnisse auf praktischArzt.de (https://www.praktischarzt.de/magazin/umfrage-arbeitsbedingungen-2024/)

An der Umfrage von praktischArzt nahmen im Juni 2024 insgesamt 1.733 Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinstudenten in Deutschland teil. Das Teilnehmerfeld deckt dabei alle Altersklassen, Karrierestufen und Beschäftigungsverhältnisse ab. Außerdem sind sämtliche medizinischen Fachbereiche sowie Einrichtungen vertreten.

Mehrheit der Ärzte fühlt sich von den Arbeitsbedingungen belastet

Ein Drittel der Befragten gab an, sich bei der Arzttätigkeit „sehr belastet“ zu fühlen. Weitere 47 Prozent fühlen sich immerhin noch „eher belastet“. Demgegenüber stehen 17 Prozent, die während ihrer Arbeit weniger Belastung verspüren. Nur 3 Prozent fühlen sich im Arbeitsalltag „gar nicht belastet“.

Grafik 1: „Wie fühlen sich Ärzte bei der Arbeit?“ als Download (https://www.praktischarzt.de/wp-content/uploads/2024/08/Umfrage-Arbeitsbedingungen-Aerzte-2024_Q9_wie-fuehlen-sie-sich-bei-der-Arbeit.png)


Diese Faktoren belasten Ärzte am meisten

Vor allem die ausufernde Bürokratie und der hohe Dokumentationsaufwand sorgen bei den befragten Ärzten für Stress im Berufsalltag – 62 Prozent votierten dafür. Auch weitere Faktoren wie ein hoher Zeitdruck und das Abarbeiten vieler nichtärztlicher Tätigkeiten tragen zur allgemeinen Belastung bei (je 47 Prozent). Die tatsächliche Arbeitszeit, die häufig die vereinbarte Arbeitszeit übersteigt (39 Prozent), sowie die Vielzahl an Wochenend- und Nachtdiensten (37 Prozent) sind weitere Faktoren, die zur allgemeinen Belastung beitragen.

Grafik 2: „Die größten Belastungen im ärztlichen Arbeitsalltag“ als Download (https://www.praktischarzt.de/wp-content/uploads/2024/08/Umfrage-Arbeitsbedinungen-Aerzte-2024_Q10_groesste-Belastungen.png)

Viele Mediziner würden ihren Job nicht erneut wählen

Als Konsequenz sehen sich 40 Prozent der teilnehmenden Ärzte in ihren Erwartungen bezüglich des medizinischen Berufs enttäuscht. Dementsprechend gaben nur 63 Prozent der Befragten an, dass sie sich wieder für diesen Job entscheiden würden.

Auch ihren Arbeitgebern stellen die angestellten Ärzte ein zwiegespaltenes Zeugnis aus: Nur knapp 57 Prozent würden ihren aktuellen Arbeitgeber weiterempfehlen. Ähnlich steht es um die Identifikation mit dem Arbeitgeber: Rund 58 Prozent der befragten Ärzte können sich laut Umfrage mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber identifizieren.

Das ist Ärzten im Job wichtig

Die Umfrage ermittelte ebenfalls, welche Faktoren den Befragten in ihrem Berufsalltag besonders wichtig sind. Dabei entschieden sich die Mediziner vorrangig für ein gutes Arbeitsklima sowie die Arbeitsatmosphäre (84 Prozent), eine gute und transparente Kommunikation im Team (80 Prozent), ausreichend Zeit für Patienten (72 Prozent) sowie die Möglichkeit zu qualitativ hochwertigen Fort- und Weiterbildungen (70 Prozent) und eine ausgeglichene Work-Life-Balance (65 Prozent).

Grafik 3: „Die wichtigsten Kriterien für Ärzte bei ihrer Arbeit“ als Download (https://www.praktischarzt.de/wp-content/uploads/2024/08/Umfrage-Arbeitsbedinungen-Aerzte-2024_Q18_wichtigste-Kriterien.png)

An diesen Punkten könnten Arbeitgeber im Gesundheitswesen ansetzen. Denn laut Befragung zeigten sich beispielsweise knapp 60 Prozent der Ärzte unzufrieden mit ihrer aktuellen Work-Life-Balance beziehungsweise können ihren Beruf nur schwer mit Freizeit und Familie vereinbaren. 58 Prozent wünschen sich, mehr Zeit für die Behandlung ihrer Patienten zu haben.

Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz könnte darüber hinaus durch Faktoren wie der Möglichkeit zum selbstständigen Arbeiten, einer hohen Arbeitsplatzsicherheit, einem positiven Arbeitsklima wie auch einem guten Image eines Arbeitgebers gesteigert werden.

Fazit

Die Ergebnisse sind alarmierend für alle Akteure im Gesundheitswesen. Arbeitgeber brauchen zum Beispiel Lösungsansätze hinsichtlich effizienter Arbeitsprozesse und Personalplanung sowie der Einführung oder Verbesserung digitaler Lösungen für Dokumentation, Abrechnung und Terminmanagement. Und auch die Politik ist gefragt, bessere Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten zu schaffen oder zu verbessern, beginnend bei der Vereinfachung regulatorischer Anforderungen und verbesserter Digitalisierung bis hin zur Stärkung der Primärversorgung und Entlastung von Fachärzten und stärkerer Präventivorientierung. Denn klar ist: Das System selbst braucht eine bessere Gesundheit.

Die kompletten Ergebnisse als PDF zum Download (https://www.praktischarzt.de/wp-content/uploads/2024/08/praktisch-Arzt-Umfrage-Arbeitsbedingungen-Aerzte-2024.pdf)

Über die pA Medien GmbH

Die pA Medien GmbH betreibt die digitalen Karriere- und Informationsportale praktischArzt und Medi-Karriere mit monatlich über 2.000.000 Besucherinnen und Besuchern. praktischArzt bietet Informationen rund um die Themen Medizinstudium, Arztkarriere und Praxis-Niederlassung. Medi-Karriere beschäftigt sich mit den mehr als 350 nicht-ärztlichen Berufsbildern aus dem Gesundheitswesen, Sozialwesen und der Therapie.

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E-Mail: kontakt@praktischArzt.de
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UMWELT

Zweitheißester Juli seit Beginn der Aufzeichnungen

Die globale Temperatur hat im abgelaufenen Juli den zweithöchsten jemals gemessenen Wert erreicht. Der Monat lag 1,48 Grad Celsius über dem geschätzten Juli-Durchschnitt für 1850 bis 1900, der vorindustriellen Referenzperiode, wie der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union mitteilte.

Die durchschnittliche Oberflächenlufttemperatur im Juli betrug 16,91 Grad – nur 0,04 Grad weniger als die Rekordtemperatur im vergangenen Jahr.

Erstmals seit 13 Monaten kein Höchstwert

Von Juni 2023 bis Juni 2024 hatte Copernicus jeden Monat einen neuen Höchstwert seit Beginn der Datenaufzeichnungen bekanntgegeben. Diese 13 Monate lange Rekordstrecke ist nun zu Ende – „aber nur um Haaresbreite“, wie Copernicus-Vizedirektorin Samantha Burgess betonte.

Zu den Temperaturrekorden könnte unter anderem das natürliche Wetterphänomen „El Nino“ beigetragen haben. Es sorgt alle paar Jahre für einen Anstieg der Wassertemperaturen in Teilen des Pazifiks und höhere Lufttemperaturen. Derzeit entwickle sich wohl das Gegenstück „La Nina“, schreibt Copernicus.

Zwei neue Tageshöchstwerte

Trotz des minimalen Rückgangs in Bezug auf den ganzen Monat wurden im Juli die wärmsten jemals gemessenen Tage verzeichnet: Am 22. und 23. Juli lagen die weltweiten Durchschnittstemperaturen bei 17,16 beziehungsweise 17,15 Grad. Da diese geringe Differenz innerhalb des Unsicherheitsfaktors der Daten liege, könne man nicht mit Sicherheit sagen, welcher Tag der heißeste aller Zeiten gewesen sei, schreibt Copernicus.

In Europa überschritt die Durchschnittstemperatur im Juli den mittleren Wert für die Juli-Monate von 1991 bis 2020 um 1,49 Grad. Damit sei es der zweitwärmste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen in Europa gewesen, hieß es. Während es in Nordwesteuropa eher durchschnittlich oder sogar kühler als sonst gewesen sei, verzeichnete der Süden und Osten Europas überdurchschnittliche Temperaturen. *** red, ORF.at/Agenturen

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