Tagesblick, 5.5.2022 Donnerstag

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CORONA – HYGIENE – Kupfer statt Silber schaltet Coronaviren aus – So beschichtete Oberflächen zeigen bereits nach einer Stunde eine extrem effektive Wirkung – 5.5.2022
CORONA – VAKZINOLOGIE – COVID-19: Neue Impfstoffe, pflanzen- und proteinbasiert, schützen vor mittelschweren bis schweren Erkrankungen – 5.5.2022
CORONA – MEDIZIN – Seltene Fälle von PIMS und Long COVID („Post-Vac“) auch nach Impfung – Übersichtsartikel mit interaktiver online-Graphik – 5.5.2022
CORONA – FORSCHUNG – SARS-CoV-2: Schnelle Resistenzentwicklung auf Remdesivir im Labor – 5.5.2022
CORONA – INTERNATIONAL – WHO: Weltweit fast 15 Millionen Tote durch die Coronapandemie – 5.5.2022
CORONA – AFRIKA – Steigende Corona-Fallzahlen in Afrika bei weniger Todesfällen – 5.5.2022
CORONA – EUROPÄISCHE UNION – EMA rechnet mit Zulassung von Omikron-Impfstoffen bis September – 5.5.2022
CORONA – TSCHECHISCHE REPULBLIK – Tschechien beendet epidemische Corona-Notlage – 5.5.2022
CORONA – DEUTSCHLAND – Omikron-Subvariante BA.2 legt noch zu, andere Varianten weiter selten – 5.5.2022
CORONA – ÖSTERREICH – FRANKREICH – Corona-Impfung – Valneva strebt Zulassung für VLA2001 als Booster an – Erste Studienergebnisse werden im dritten Quartal 2022 erwartet – 5.5.2022
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ADIPOSITAS / LEBERVERFETTUNG – Nicht alle Menschen mit Leberverfettung sind krank – Deutschland: Fettleber-bedingter Fibrose oder Leberzirrhose verdreifacht sich in kopmmenden zehn Jahren von 500.000 auf 1,5 Millionen – Lebererkrankung mithilfe von Risikoscores für eine Fibrose abschätzen – Risikopatienten-Screening und „fatty liver index“ – 5.5.2022
KLIMAWANDEL – Klimaforscher: Hitze-Extreme werden immer häufiger – 5.5.2022
KLIMAWANDEL – Untere Lobau trocknet aus – Wissenschafter-Kritik an Wiener Politik – Forscher fordern die Wiedervernetzung der Naturlandschaft mit der Donau – Verlust des Lebensraums droht – 5.5.2022
KLIMASCHUTZ – Internationale Modeindustrie: Klimaschutz oftmals ein Fremdwort – 5.5.2022
SOCIALMEDIA – Jeder zweite Social-Web-User folgt Influencern – Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 81 Prozent – Mode, Wohnen sowie Design dominieren – Bestandteil des Marketings – Viele teilen und kommentieren – 5.5.2022
HUMANBIOLOGIE / GESELLSCHAFT – Extreme Gen-Drift bei einer der letzten Jäger- und Sammler-Gruppen – Gesellschaft der Maniq in Südthailand – Lange Isolation führte zu extremen genetischen Drift – Jäger-Sammler-Gemeinschaften bisher schlecht erfasst – Lebensraum der Maniq zunehmend bedroht – 5.5.2022
GESELLSCHAFT / ARMUT – Armut lässt sich an nächtlichen Satellitenbildern ablesen – 5.5.2022
GESELLSCHAFT / RASSISMUS – ROUNDUP 2/Studie: 90 Prozent der Bevölkerung sieht Rassismus in Deutschland – Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) – Studie nicht repräsentativ für einzelne Gruppen – Verallgemeinerungen per „Abstammung“: „Rassismus“ definiert als Ideologie sowie diskursive und soziale Praxis – 5.5.2022
GESELLSCHAFT / WISSENSCHAFT – Klimakrise – Zu Widerstand aufrufende Wissenschafter „neues Phänomen“ – Wissenschafter Kalmus fesselte sich an die Eingangstüren einer US-Bank – UNO-Generalsekretär Guterres hielt Brandrede – Globale Widerstandsbewegung – Politologe Steurer: angemessene Notwehrreaktion – 5.5.2022

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INTERNATIONAL – IfW: Welthandel stabilisiert sich – Folgen des Lockdowns in Shanghai bleiben überschaubar – RUsslands Handel in Bodenbildung – Schiffsbewegungen in Deutschland im Aufwind – 5.5.2022

INTERNATIONAL – Ölallianz Opec+: Trotz Sanktionen kein Anzeichen für Strategiewechsel – 5.5.2022
BÖRSEN – ANALYSE – Bondmisere: der Absturz der Anleihen – Chart des Tages * Analysekranz am Ende des Beitrags– 5.5.2022
BÖRSE – Ölpreise geben nach – Brent sank um 0,58 auf 109,55 und WTI um 0,75 auf 107,06 USD je FassOpec+ bestätigt zurückhaltende Förderpolitik – 5.5.2022
BÖRSE – US-Anleihen weiten Verluste aus – Rendite steigt über 3 Prozent – Rendite für zehnjährige Staatspapiere steigt auf 3,07 [Vortag: 2,94] Prozent – 5.5.2022
BÖRSEN – Deutsche Anleihen: Deutliche Kursverluste – Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg auf 1,04 [Vortag: 0,97] Prozent – Doch stärkere FED-Zinsschritte erwartet – Bank of England erhöht Leitzinsen auf 1,00 Prozent – 5.5.2022, 17:35
BÖRSEN – Aktien Wien Schluss: Aktien von Verbund und EVN brechen ein – Hehammer-Aussagen als Kursbelastung: überproportionale Öl-Preis-Gewinne von Energieunternehmen sollen abgeschöpft werden – 5.5.2022, 18:17
ZENTRALBANKEN – ANALYSE – Besser als nichts? Geldmenge steuert nicht die Inflation – Langfristiger realer Zins ohne stabiles Gleichgewichtsniveau – Inflationserwartungen haben keinen Einfluss auf die geldpolitische Steuerung der Inflation – Crux für Notenbanker: „Keine Beziehung zwischen Geldmenge und Inflation oder Inflationserwartungen und Inflation“ – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – KOMMENTAR – Inflation ohne Anker – Die Gefahr der zwei Spiralen – Auf langfristige Erwartungen fixiert – Überschiessen bewirkt Lohndruck – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – USA – ROUNDUP 2: US-Notenbank erhöht Tempo im Kampf gegen Inflation – Druck auf EZB – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – GROSSBRITANNIEN – ROUNDUP: Britische Notenbank hebt Leitzins auf höchstes Niveau seit Finanzkrise – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – Bank of England hebt Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte an – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – Panetta: EZB braucht für Zinsentscheidung BIP-Daten für 2. Quartal – 5.52022
EUROPÄISCHER STABILITÄTSMECHANISMUS – ESM schlägt Euro-Stabilisierungsfonds von 250 Mrd Euro vor – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – EZB-Direktor Panetta: Könnten Ende negativer Zinssätze beschließen – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – EZB/Lane: Geldpolitik muss langsam normalisiert werden – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – TSCHECHISCHE REPUBLIK – Tschechien erhöht Leitzins auf höchsten Stand seit 1999 – Leitzins steigt um 0,75 Prozentpunkte auf 5,75 Prozent – Inflation zuletzt bei 12 Prozent – Hohe Energie- und Rohstofpreise treiben – 5.5.2022
ZENTRALBANKEN – ÖSTERREICH – OeNB rechnet für 2022 mit bis zu neun Prozent Inflation – 5.5.2022
USA – US-Produktivität sinkt im 1. Quartal stärker als prognostiziert – 5.5.2022
USA – Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe höher als erwartet – 6.5.2022
CHINA – Lockdowns in China belasten europäische, in China tätige Firmen schwer – 5.5.2022
TÜRKEI – Türkei: Inflation steigt auf knapp 70 Prozent – 5.5.2022

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n-tv-Liveticker zum Ukraine-Krieg – 6.5.2022

RUSSLAND – UKRAINE – Die Kriegsnacht im Überblick: Weitere Evakuierungen aus Mariupol in Aussicht – Ukraine fürchtet Landungsangriff auf Odessa *** Evakuierungsbusse fahren nach Mariupol – Sanitäter aus Mariupol bittet Erdogan um Unterstützung – Kiew: Russen wollen Asowstal bis zum 9. Mai erobern – Medien: Ukraine hat dank US-Informationen „Moskwa“ versenkt – Selenskyj bekräftigt Forderung nach Marshall-Plan für die Ukraine – Selenskyj: Bisher über 2000 russische Raketenangriffe – Ukrainer halten russische Landungsoperation bei Odessa für möglich – Das wird heute wichtig – inkl. Kartenwerk * Meldungskranz am Ende des Beitrags – 6.5.2022, 7:17

RUSSLAND – UKRAINE – Der Kriegstag im Überblick: Kreml: Westliche Hilfe bremst Vormarsch – Putin verlangt Aufgabe der Asowstal-Kämpfer *** Moskau: Westliche Hilfen bremsen Russland – Putin verlangt Aufgabe der Asowstal-Kämpfer – Baerbock reist nach Kiew – Selenskyj lädt auch Steinmeier und Scholz ein – Putin entschuldigt sich bei Israel für Hitler-Vergleich – Lukaschenko verwundert über Kriegsdauer – Ukraine meldet Gegenoffensiven in der Region Charkiw – Geberkonferenz sammelt sechs Milliarden Euro ein – Gazprom will Nord Stream 2 zur Versorgung Russlands nutzen – * Meldungskranz am Ende des Beitrags – 5.5.2022, 20:12

RUSSLAND – UKRAINE – GESAMT-ROUNDUP 2: Baerbock demnächst nach Kiew *** Israel: Putin entschuldigt sich für Außenminister – Geberkonferenz sammelt Milliarden für Ukraine – Stahlwerk Azovstal weiter umkämpft – Unklarheit über Fluchtkorridore – Russen melden militärische Erfolge – Beschuss in Grenzregion – US-Informationen tragen wohl zum Tod russischer Generäle bei – Sanktionen gegen Oligarchen – 5.5.2022, 21:17

RUSSLAND – UKRAINE – EUROPÄISCHE UNION – EU-Staaten fordern Änderungen an Plänen für neue Russland-Sanktionen – Deutschland fordert Vorgehen gegen Sberbank und eingeschränkte zivile atomare Zusammenarbeit mit Russland – Ausnahmen gewünscht für Er-Öl-Sanktion von Ungarn, Tschechische Republik, Bulgarien – Überarbeiteter EU-Entwurf am Freitag? – 5.5.2022

RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – „Elite steuert Krieg“ Jeder Fünfte glaubt an Ukraine-Verschwörung – Die Umfrage zeigt auch einen Zusammenhang zu Corona-Verschwörungsmythen – 5.5.2022, 18:42

RUSSLAND – UKRAINE – UMFRAGE – Europäische Union: Mehrheit der EU-Bürger unterstützt Russland-Sanktionen – 5.5.2022

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RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL – DEUTSCHLAND – Scholz: G7 ist weit mehr als eine Allianz von Industrieländern – Scholz: G7 ist „starke globale Allianz, die auf demokratischen Werten und Zielen basiert.“ – 5.5.2022
RUSSLAND – UKRAINE – UKRAINE – Ukraine erwägt gelockertes Ausreiseverbot für Männer – 5.5.2022
RUSSLAND – UKRAINE – BULGARIEN – Auch Bulgarien fordert Ausnahme bei Öl-Embargo gegen Russland – 5.5.2022
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Über 600 000 ukrainische Staatsangehörige in Deutschland registriert – 5.5.2022
RUSSLAND – UKRAINE – ÖSTERREICH – Ukrainische Flüchtlinge bekommen mehr Angebote – 5.5.2022

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VATIKAN – Papst Franziskus erstmals öffentlich im Rollstuhl aufgetreten – 85-jähriges Kirchenoberhaupt leidet seit einigen Monaten an starken Knieschmerzen, die ihn in seiner Bewegungsfreiheit deutlich einschränken – 5.5.2022
GROSSBRITANNIEN – Großbritannien: Wirtschaftsstimmung trübt sich merklich ein – 5.5.2022
EUROPA – European Labour Market Barometer steigt trotz Ukraine-Kriegs – 5.5.2022
GRIECHENLAND – Energiekosten: Athen bittet Energieunternehmen zur Kasse – Stromkonzerne sollen stärker besteuert werden – 5.5.2022
ITALIEN – ROUNDUP: Russland belastet HVB-Mutter Unicredit in 2022Q1: Gewinnrückgang um 70 Prozent – Sonstiges Geschäft läuft gut – Unicredit-Chef Andrea Orcel: in 2022Q1 getroffene Maßnahmen gegen Russland-Risiken erscheinen ausreichend – 5.5.2022
FRANKREICH – EUROPÄISCHE UNION – Engie fordert von der EU Klarheit über Bezahlung von russischem Gas – 5.5.2022
FRANKREICH – Frankreich: Industrie produziert erneut weniger – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – INFRASTRUKTUR – Bund und Niedersachen unterzeichnen Vereinbarung für LNG-Infrastruktur – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – INFRASTRUKTUR – Bund lässt Gazprom-Speicher mit eigenem Gas befüllen – Bericht – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – Ifo: Unternehmen in Deutschland wollen Preise erhöhen – Inflation bleibt hoch – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – Deutscher Auftragseingang im März weitaus schwächer als erwartet – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – Deutscher Industrieumsatz sinkt im März um 5,9 Prozent – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – ROUNDUP: Flüchtlinge aus Ukraine treffen auf angespannten Wohnungsmarkt – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – Deutschland bei Arbeitskosten in der EU 2021 an siebter Stelle – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – ROUNDUP: Risiken und Chancen: Geflüchtete Ukrainerinnen auf Arbeitssuche – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – Habeck: Übergang für EU-Ölembargo ausreichend lang für Vorkehrungen – 5.5.2022
DEUTSCHLAND – 14 Mrd.: Deutschland will weitere Chipkonzerne anlocken – 5.5.2022
ÖSTERREICH – Haushaltsenergiepreise mit Rekordanstieg von 42 Prozent – „In diesem Ausmaß neu“ – Diesel um 55 Prozent teurer als im Vorjahr – Erdgas um 73,1 Prozent teurer – „Problematische Abhängigkeit von fossilen Energieträgern“ – 5.5.2022
ÖSTERREICH – März-Vergleich: Haushaltsenergie im März 42 Prozent teurer – Ausgearbeiteter Artikel – 5.5.2022
ÖSTERREICH – Österreich stellt sich auf viele deutsche Touristen im Sommer ein – 5.5.2022
ÖSTERREICH – WIFO: Leerstandsabgabe hilft nicht bei Wohnungsmangel – 5.5.2022
ÖSTERREICH – Diskussion über Wege aus Fachkräftekrise – Lehrlingsmangel: Firmen schließen sich zusammen – 5.5.2022
ÖSTERREICH- Nehammer: Regierung könnte Krisengewinner zur Kasse bitten – 5.5.2022, 12:56
ÖSTERREICH – Wiener Volksschüler mit Deutschproblemen oft in Österreich geboren – 80 Prozent der außerordentlichen
ÖSTERREICH – UNTERNEHMEN – OMV setzt vorerst weiter stark auf Öl und Gas – Erdgas als „Brückentechnologie“ – 5.5.2022

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Zur freundlichen Erinnerung:

KURZWELLENEMPFANG – Weitere ORF-Radio-Journale werden via Kurzwelle ausgestrahlt – 1.3.2022
Ab sofort bietet der ORF zusätzlich zum “Ö1 Morgenjournal” (6155 kHz, 7.00 Uhr, Montag bis Samstag), täglich auch das “Ö1 Mittagsjournal” (13730 kHz, 12.00 Uhr, Montag bis Samstag) und das “Ö1 Abendjournal” (5940 kHz, 18.00 Uhr, Montag bis Freitag und Sonntag) via Kurzwelle an.
https://www.leadersnet.at/news/56617,weitere-orf-radio-journale-werden-via-kurzwelle-ausgestrahlt.html

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CORONA – HYGIENE – Kupfer statt Silber schaltet Coronaviren aus – So beschichtete Oberflächen zeigen bereits nach einer Stunde eine extrem effektive Wirkung – 5.5.2022
Bochum (pte093/05.05.2022/13:00) – Mit Silber beschichtete Oberflächen töten das SARS-CoV-2-Virus nicht ab, Kupfer tut dies hingegen schon. Das haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) http://rub.de in Zusammenarbeit mit dem BG-Uniklinikums Bergmannsheil Bochum herausgefunden. Details wurden in „Scientific Reports“publiziert.
*** Kampf gegen SARS-CoV-2
Zur Wirkung der Oberflächen auf das Bakterium Staphylococcus aureus berichtet Marina Breisch von der Chirurgischen Forschung des BG-Uniklinikums Bergmannsheil Bochum http://bit.ly/38TC6TP : „Oberflächen mit Opferanodeneffekt, speziell Nanoflecken, bestehend aus Silber und Platin sowie die Kombination aus Silber und Kupfer, stoppten das Bakterienwachstum effizient.“ Anders sah es bei SARS-CoV-2 aus.
Dünne Kupferschichten reduzierten die Viruslast schon nach einer Stunde deutlich. Gesputterte Silberoberflächen hatten dagegen nur eine geringfügige Wirkung, und auch Silbernanoflecken beeindruckten das Virus nicht. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir eine klare antivirale Wirkung von kupferbeschichteten Oberflächen gegen SARS-CoV-2 innerhalb von einer Stunde nachweisen konnten, während silberbeschichtete Oberflächen keinen Einfluss auf die virale Infektiosität hatten“, so RUB-Virulogin Stephanie Pfänder.
https://www.pressetext.com/news/20220505093

CORONA – VAKZINOLOGIE – COVID-19: Neue Impfstoffe, pflanzen- und proteinbasiert, schützen vor mittelschweren bis schweren Erkrankungen – 5.5.2022
Quebec City und Peking – Die schnell nachlassende Schutzwirkung von mRNA-Vakzinen und die häufigen Durchbruchinfektionen durch neue Virusvarianten zeigen, dass ein idealer COVID-19-Impfstoff noch nicht ge­funden worden ist. Im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMoa2201300 [Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt übernehmen] und NEJMoa2202261) wurden jetzt die Ergebnisse von Phase-3-Studien zu zwei Impfstoffen vorgestellt, die mit anderen technologischen Plattformen erzeugt wurden.
Der Impfstoff CoVLP des Herstellers Medicago aus Quebec City wird in den Blättern von Nicotiana bentha­miana erzeugt, einer in Australien heimischen Tabakpflanze. Die Pflanze wird seit längerem in der Forschung verwendet, da sie von zahlreichen Viren befallen wird. SARS-CoV-2 gehört nicht dazu, den kanadischen For­schern ist es aber gelungen, mithilfe eines Bakteriums (Agrobacterium tumefaciens) die Gene von SARS-CoV-2 in die Zellen der Tabakpflanze zu integrieren.
Die Pflanze erzeugt dann virus-artige Partikel, die als „Coronavirus Virus-Like Particle“ (CoVLP) bezeichnet werden und sich aus Pflanzenblättern isolieren lassen. CoVLP sind nicht infektiös, da sie keine Gene enthal­ten. Sie tragen auf ihrer Oberfläche aber die Antigene von SARS-CoV-2, was sie als Impfstoff interessant macht. Zur Verstärkung wurde dem Impfstoff, der seit kurzem als Covifenz in Kanada zugelassen ist, das Adjuvans AS03 des Herstellers GlaxoSmithKline zugefügt.
Die Phase-3-Studie wurde zwischen März und September vergangenen Jahres in Argentinien, Brasilien, Kana­da, Mexiko, Großbritannien und den USA durchgeführt. An 85 Zentren erhielten 24.141 jüngere Erwachsene (median 29 Jahre) im Abstand von 21 Tagen zwei intramuskuläre Injektionen mit CoVLP oder Placebo.
In den ersten anderthalb Monaten nach der 2. Dosis kam es zu 165 bestätigten symptomatischen Infektionen, von denen 40 in der Impfstoff- und 125 in der Placebogruppe auftraten. Karen Hager vom Hersteller Medica­go und Mitarbeiter ermitteln eine Impfstoffwirksamkeit von 69,5 %, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 56,7 % bis 78,8 % signifikant war.
Die Schutzwirkung vor mittelschweren bis schweren Erkrankungen betrug in einer „Post-hoc“-Analyse 78,8 % (55,8-90,8 %). Bei Teilnehmern, die zu Studienbeginn seronegativ waren, betrug die Impfstoffwirksamkeit gegen jeden Schweregrad der Erkrankung 74,0 % (62,1-82,5 %). Interessanterweise war die mittlere Viruslast in den Abstrichen der Geimpften bei Durchbruchinfektionen mehr als 100-mal so niedrig wie in der Placebo-Gruppe.
Die COVID-19-Vakzine ZF2001 des chinesischen Herstellers Anhui Zhifei Longcom aus Peking gehört wie NVX-CoV2373 von Novavax zu den proteinbasierten Impfstoffen. Während NVX-CoV2373 ein komplettes Spike-Protein enthält, besteht ZF2001 nur aus dem Abschnitt der Rezeptorbindungsstelle (RBD), wobei jeweils zwei RBD über eine Disulfidbrücke miteinander verbunden sind. Da Antikörper gegen die RBD die stärkste neutralisierende Wirkung haben, verspricht ein solcher RBD-Dimer-basierter Impfstoff eine optimale Schutz­wirkung.
ZF2001 wurde vom 12. Dezember 2020 bis zum 15. Dezember 2021 an 31 Zentren in Ecuador, Indonesien, Usbekistan und Pakistan mit Placebo verglichen (Eine zusätzliche Sicherheitsprüfung fand an einem Zentrum in China statt). Die Teilnehmer erhielten im Abstand von jeweils 30 Tagen drei Impfdosen. In den sechs Monaten nach der Impfung kam es in der ZF2001-Gruppe zu 158 symptomatischen Infektionen gegenüber 580 in der Placebo-Gruppe.
Das Team um Lidong Gao von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking errechnet eine Impfstoffwirksamkeit von 75,7 % (71,0-79,8 %). Zu einem schweren oder kritischen COVID-19 kam es bei 6 Geimpften und 43 scheinbar Geimpften, was eine Impfstoffwirksamkeit von 87,6 % (70,6-95,7 %) ergibt.
COVID-19-bedingte Todesfälle traten bei zwei beziehungsweise zwölf Teilnehmern auf. Die Impfstoffwirk­samkeit betrug hier 86,5 % (38,9-98,5 %). Sicherheitsprobleme sind in der Studie nicht aufgetreten. ZF2001 ist als Zifivax mittlerweile in China, Usbekistan, Indonesien und Kolumbien zugelassen.
Ein Vorteil der beiden Impfstoffe ist, dass sie wie Nuvaxovid bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden können, was ihren Einsatz in Ressourcen-armen Ländern erleichtert. Da die Studien relativ spät durchgeführt wurden, ist die Impfstoffwirksamkeit vor dem Hintergrund der Alpha- und Delta-Wellen zu beurteilen, in denen die Schutzwirkung der mRNA-Impfstoffe, die in den klinischen Studien zu 95 % wirksam waren, nachgelassen hatte. Daten zur Schutzwirkung gegen Omikron liegen nicht vor. © rme/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133957/COVID-19-Neue-Impfstoffe-pflanzen-und-proteinbasiert-schuetzen-vor-mittelschweren-bis-schweren-Erkrankungen

CORONA – MEDIZIN – Seltene Fälle von PIMS und Long COVID („Post-Vac“) auch nach Impfung – Übersichtsartikel mit interaktiver online-Graphik – 5.5.2022
Berlin – Im Fokus der unerwünschten Ereignisse nach einer COVID-19-Impfung standen bisher vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als „sehr selten“ eingestufte anaphy­laktische Reaktionen, Myokarditis und Perikarditis, das Guillain-Barré-Syndrom sowie Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS).
Weit weniger Aufmerksamkeit haben seltene Fälle eines Multisystemischen Entzündungssyndrom (MIS-C, auch bekannt als PIMS, Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) und Long COVID erhalten, die ebenfalls nach einer Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus ohne vorherige Infektion auftreten können. Aktuell gibt es jedoch kaum Studien und verlässliche Zahlen dazu.
Deutsche und US-Forschende haben mit dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) über noch nicht publizierte Daten, den aktuellen Forschungsstand und Fallzahlen gesprochen – unter anderem auch einer der Verantwortlichen des PIMS-Survey der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) sowie der Leiter der bisher einzigen Spezialambulanz für Long COVID Fälle nach Impfung in Deutschland – der sogenannten Post-Vac-Ambulanz in Marburg.
Das PIMS-Risiko aufgrund einer Impfung ist deutlich geringer als nach Infektion
In Deutschland seien es aktuell 23 PIMS-Fälle, die trotz oder wegen einer Impfung der DGPI gemeldet wor­den seien (Stand 2. Mai 2022), sagte Jakob Armann vom Universitätsklinikum Dresden, der den PIMS-Survey zusammen mit anderen Pädiatern leitet. Das entspricht 2,74 % der zum jetzigen Zeitpunkt 840 gemeldeten Fälle.
Die Rechnung hat jedoch einen Haken, wendete Armann ein. Denn die Vergleichsgröße müssten nicht alle PIMS-Fälle, sondern jene seit Beginn der Impfkampagne sein. Dann wären es knapp 6 % (23 von etwa 400). „Zusätzlich kompliziert werden diese Analysen dadurch, dass die Impfquote über einen gewissen Zeitraum entstanden ist.“
Zudem hänge das PIMS-Risiko sehr stark von der Variante ab: Das höchste Risiko trugen jene, die sich mit dem Wildtyp oder der Alpha-Variante infiziert haben, dieses sank dann über die Delta-Variante zur Omikron Variante relevant ab. Den Einfluss der Varianten auf das PIMS-Risiko könne man an verschiedenen Registern nachvollziehen, erläuterte Armann und verwies auf die Grafik zu wöchentlichen PIMS- und COVID-19-Fälle der DGPI:
INTERAKTIVE ONLINE-GRAPHIK – nicht verlinkbar
Da das Auftreten von Delta in Deutschland in etwa mit dem Beginn der Impfkampagne der 12-17-Jährigen und die Omikron-Variante mit dem Impfbeginn der 5-11-Jährigen zusammenfällt, lassen sich die verschiede­nen Effekte nur schwer voneinander trennen und erschweren die Analysen laut Armann erheblich.
Seit Mai 2020 können Krankenhäuser PIMS-Fälle online freiwillig an die DGPI melden. Seitdem haben etwa 58 % der Zentren (208 von etwa 360) der DGPI 840 PIMS-Fälle gemeldet, davon 3,7 % mit Folgeschäden, die meisten betrafen das Herz-Kreislaufsystem. Mitte Februar lagen die Meldezahlen noch bei 688 PIMS-Fällen.
Wie viele PIMS-Fälle es bei Kindern aufgrund einer Impfung in Deutschland tatsächlich gibt, kann derzeit nur abgeschätzt werden. Auch wenn die Beteiligung der Zentren am PIMS-Survey her­vorragend sei, werde sicher nicht jeder einzelne Fall gemeldet, so Armann.
Auch die Frage nach möglichen Risikofaktoren kann Armann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beant­worten: „Risikofaktoren konnten wir bisher nicht feststellen. Um sinnvolle Analysen durchführen zu können, ist eine Fallzahl von 23 auch zu klein.“
Um die Fallzahlen besser einordnen zu können, lohnt sich dennoch ein Blick auf die Gesamtzahl der geimpften Kinder in Deutschland und die kumulierten Infektionen (Kasten).
Studien zum Thema findet man kaum – lediglich Einzelfallberichte, etwa in Emerging Infectious Diseases (2022; DOI: 10.3201/eid2805.212418) und The Pediatric Infectious Disease Journal (2022; DOI: 10.1097/INF.0000000000003442).
Auch Matthias Keller, Chefarzt der Kinderklinik Passau, berichtete dem DÄ bereits Anfang März von einem 7-jährigen Jungen, der nach einer 3. Impfung ein schweres PIMS entwickelt hatte. Diesen Fall habe er an die DGPI gemeldet. Seitdem hatte er keine weiteren Post-Vac-Fälle an seiner Klinik.
„Es ist bekannt, dass PIMS nach Impfung auftreten kann.“ Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) habe dies zuletzt als sehr selten bewertet, seltener als bei der COVID-19-Erkrankung selbst. „Hier muss aber bedacht werden, dass diese Datenanalyse nach 2-fach Impfung stattgefunden hat. Unser Fall hat das PIMS nach der 3. Impfung entwickelt.“
*** Erste Daten von der CDC
Die von Keller zitierten Daten zu Post-Vac bei Kindern ermittelten Forschende um Anna R. Youssaf von der CDC in Atlanta: In weit weniger als 1 % der Fälle trete MIS-C (Multisystem inflammatory syndrome in chil­dren) bei Jugendlichen nach einer Coronaimpfung auf.
Die im Lancet veröffentlichte Studie wertete 21 MIS-C-Fälle aus, die zwischen Dezember 2020 und August 2021 nach einer Impfung in der Altersgruppe von 12-20 Jahren dem Register für unerwünschte Impfneben­wirkungen (VAERS) gemeldet worden waren (2022; DOI: 10.1016/S2352-4642(22)00028-1).
Von den 21 Fällen, die alle ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, hatten jedoch nur 6 Personen keinen Nachweis einer Infektion. In einem Fall trat MIS-C nach der 1. Impfung auf, in 5 Fällen nach der 2. MIS-C trat 5 Tage nach der 1. Dosis und 0 bis 84 Tage nach der 2. Impfung auf.
Bis zum 31. August 2021 hatten gut 21 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren eine oder mehrere Dosen eines COVID-19-Impfstoffs erhalten. Die Gesamtmelderate für MIS-C nach der Impfung lag somit bei 1,0 Fällen pro 1 Million. Die Melderate jener, die keine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion hatten, lag bei 0,3 Fällen pro 1 Million Geimpfter.
US-Institut berichtet über einzelne Fälle von Long COVID nach Impfung
Auch bei Erwachsenen ist davon auszugehen, dass Long COVID deutlich seltener nach einer Impfung auftritt als nach einer Infektion. Experten nennen dieses Syndrom Post-Vac.
Veröffentlichte Studien gibt es auch hier kaum. Ein Beitrag in Science (2022; DOI: 10.1126/science.ada0394 [Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt übernehmen] ) berichtete kürzlich über 34 Post-Vac-Fälle, die das National Institutes of Health (NIH) unter Leitung von Avindra Nath, klinischer Direktor am National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) untersucht hatte.
Die Erkenntnisse zu den Patientenfällen konnte das NIH bisher nicht veröffentlichen. Zwei führende medizi­nische Fachzeitschriften lehnten es ab, eine Fallserie von etwa 30 Personen zu veröffentlichen, die Nath erst­mals im März 2021 eingereicht hatte.
Nath sagte Science, er könne die Ablehnung nachvollziehen. Die Daten wären nicht eindeutig gewesen, es handelte sich um Beobachtungsstudien. Anschließend reichten die Wissenschaftler eine Fallserie mit 23 Per­sonen ein, die bisher noch nicht angenommen wurde, wie die Pressestelle des National Institute of Neurolo­gical Disorders & Stroke heute mitteilte.
Auf Nachfrage wollte Nath sich nicht weiter zu dem Thema äußern. Er verwies auf geeignetere Experten, wie etwa Igor Koralnik von der Northwestern University in Chicago.
Aufgrund der hohen Nachfrage von Personen mit Long COVID nach einer Infektion sehe dieser in seiner Klinik kaum Patienten mit Symptomen, die im Zusammenhang mit einer Impfung stehen, sagt Koralnik dem DÄ.
Einige Patienten mit Long COVID hätten aber auch über vorübergehende Symptome im Zusammenhang mit dem Impfstoff berichtet. „Wir haben einen Artikel zur Veröffentlichung eingereicht, in dem es unter anderem um diese Symptome geht“, ergänzte Koralnik.
*** Die Wartelisten für Post-Vac-Patienten sind lang
Anlass zu Hoffnung auf neue Erkenntnisse und Daten gibt auch der Leiter der einzigen Spezialambulanz in Deutschland, Bernhard Schieffer. „Aktuell überblicken wir zirka 200 Patienten aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Post-Vac-Syndrom, die wir seit Anfang 2022 systematisch erfassen und bei uns gesehen haben. Die Patienten präsen­tieren sich mit einem sehr heterogenen Bild welches dem eines Long-COVID-Syndroms sehr ähnelt“, erklärte der Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin vom Universitäts­klini­kum Marburg.
Bis Ende des Jahres sei die Spezialambulanz ausgebucht und aktuell stünden mehr als 1.800 Menschen auf der Warteliste. Einen Termin in der Ambulanz bekomme nur, wer unter Long-COVID-Symptomen leide und noch keine COVID-19-Infektion durchgemacht habe.
Ziel ist es, die Menschen mit einem erhöhten Risiko für Post-Vac vor der nächsten Impfkampagne im Herbst herauszufiltern. Bernhard Schieffer, Universitätsklinikum Marburg
Auch an der Klinik für Neurologie, Charité Universitätsmedizin Berlin werden Post-Vac Patienten systematisch betreut, im Gegensatz zur Marburger Ambulanz allerdings nur Patienten mit primär neurologischer Manifestation.
„Wir erhalten seit Herbst 2021 Anfragen von Patienten mit neurologischen Manifestationen post-Impfung, die wir aktuell aufgrund des hohen Andrangs auf einer Warteliste führen. Seit Januar 2022 sehen wir in unserer neurologischen post-COVID-19 Sprechstunde systematisch diese Patienten mit neurologischen Beschwerden post SARS-CoV-2 Impfung“, sagte Christiana Franke dem DÄ. Noch könne man nicht ausschließen, dass sich hinter den Beschwerden nicht doch eine andere, nur im zeitlichen Zusammenhang neu aufgetretene Erkrankung verberge, gibt Franke zu Bedenken.
Neben der Versorgung dieser Patienten wolle man in Kooperation mit dem Labor von Harald Prüß vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) auch einen wissenschaftlichen Beitrag leisten. Klinische Symptome und die Zusatzdiagnostik (Untersuchungen von Blut, Liquor, Bildgebung und Elektrophysiologie) sollen genau erhoben werden, so die Berliner Neurologin. Zudem seien sie auf der Suche nach möglichen pathophysiologische Mechanismen, analog zum post-COVID-19 Syndrom.
Die Ursachen für ein Post-Vac-Syndrom seien aktuell noch nicht klar, erklärte auch Schieffer. Häufig hätten Patienten ein bis dahin unbekanntes immunologisches Defizit, wie eine Autoimmunerkrankung oder ein genetisches Defizit, berich­tete Schieffer der Hessenschau. Dazu zählten beispielsweise eine rheumatoide Arthritis, eine Psoriasis, eine Zöliakie oder bestimmte Viren, die durch die COVID-19-Infektion reaktiviert würden.
Schieffer ist überzeugt, dass es Forschungsteams auch an der Universitätsklinik Marburg in den nächsten Monaten gelingen werde, mögliche Auslöser eines Post-Vac-Syndroms zu identifizieren.
Aktuell bereitet die Universität Marburg mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine deutschlandweite Erhebung vor mit dem Ziel,
ZITAT: „die Menschen mit einem erhöhten Risiko für Post-Vac vor der nächsten Impfkampagne im Herbst herauszufiltern und diese Menschen dann zu schützen“
*** Kaum dokumentierte Post-Vac-Fälle
Über die Häufigkeit des Post-Vac-Syndroms könne bei einem fehlenden Impfregister und bislang fehlender Dokumentation von Post-Vac-Fällen nur spekuliert werden, so Schieffer. Im Hinblick auf die Nebenwirkungen, die im Post-Marketing-Report von Biontech/Pfizer angegebenen sind, schätzt er die Wahrscheinlichkeit von Post-Vac auf 0,02 % nach einer Impfung.
Prüß vom DZNE, Oberarzt der Klinik für Neurologie und experimentelle Neurologie, Charité Universitätsmedizin Berlin schätzt das Risiko für neurologische Post-Vac-Syndrome noch niedriger, wie er dem DÄ auf Nachfrage mitteilte.
Die Inzidenz von Long COVID variiert in Studien stark, liegt aber deutlich darüber. Studien gehen von 2 % bis hin zu mehr als 60 % aus. Im DÄ wurde darüber berichtet:
*** Post-COVID-Syndrom: Anhaltend krank nach SARS-CoV-2
Fatigue, Atemnot, Vergesslichkeit – ein Teil der COVID-19-Patienten leidet unter anhaltenden Beschwerden auch nach einem milden Verlauf. Die Angaben zur Prävalenz des Post-COVID-Syndroms schwanken beträchtlich, die Symptome sind vielfältig und wenig spezifisch, die Therapie ist an den Beschwerden orientiert. …
=> https://www.aerzteblatt.de/archiv/223824/Post-COVID-Syndrom-Anhaltend-krank-nach-SARS-CoV-2
Schieffer möchte mit seinen Aussagen und Forschungen auf keinen Fall in die Nähe der Impfgegner gerückt werden. „Ich befürworte die Impfung ausdrücklich. Sie ist der einzige Weg aus der Pandemie und zum Schutz der Bevölkerung,“ betonte er gegenüber dem DÄ.
Eine erste Annährung an die Häufigkeit des Post-Vac-Syndroms liefert zudem das PEI. Dem DÄ sagte das Bundesinstitut heute, es seien 41 Verdachtsfallmeldungen von chronischem Fatigue-Syndrom (CFS) im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung erfasst worden seit Beginn der Impfkampagne bis zum 10.03.2022 seit Beginn der Impfkampagne bis zum 10. März 2022. „Auch auf EU-Ebene gibt es bisher keine Hinweise auf ein Risikosignal für Long COVID nach COVID-19-Impfungen“, teilte das PEI mit und verwies auf das monatliche „Safety Update“ der Europäischen Arzneimittelagentur EMA.
Das PEI beobachte Meldungen dieser Art, insbesondere mit Symptomen einer CFS, habe bisher aber kein mit einem Impfstoff assoziiertes Risikosignal erkennen können, ergänzte das PEI. Die Verdachtsfallmeldungen zu CFS lägen zudem deutlich unter der bisher beobachteten Prävalenz in der Bevölkerung.
Die Symptome des Erschöpfungssyndroms, das auch nach anderen Infektionen auftritt, ähneln stark denjenigen von Long COVID: Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, Kurzatmigkeit, Schlaf­störungen, Licht-, Geruchs- und Lärm-Empfindlichkeit, sowie Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit, die sich unter dem Begriff „Brain Fog“ oder „Gehirnnebel“ subsummieren.
*** Über mögliche Ursachen wird spekuliert
Möglicherweise sei eine Reaktivierung einer Epstein-Barr-Virus (EBV)-Infektion in der Entstehung von Long COVID und Post-Vac beteiligt, wie Professor Scheibenbogen der Charité im Coronavirus-Update vom 12. April von NDR Info erläuterte.
Eine Rolle bei der Entstehung von Long COVID und auch von Post-Vac könnten zudem Autoantikörper spielen.
„Wir hatten bisher 3 Fälle, in denen Menschen genau die Autoantikörper aufwiesen, die wir sonst bei Perso­nen mit Long COVID sehen,“ sagte Christian Mardin dem DÄ. Dazu gehörten beispielsweise Antikörper gegen Angiotensin-konvertierenden Enzyms 2 (ACE2), an den auch das Spikeprotein bindet, oder gegen Beta2-Glykoprotein.
Er leitet eine Studiengruppe, die an der Therapie von Long COVID an der Uniklinik Erlangen forschen. Obwohl das Team primär Personen untersucht, die eine Infektion durchgemacht haben, sehen sie auch hier Menschen ohne durchgemachte Infektion. Allerdings seien diese Fälle extrem selten, so Mardin.
„Eine Publikation zu Autoantikörpern bei neurologischen Symptomen Post-Vac gibt es bislang noch nicht“, sagte Franke. Die Untersuchung liefe aber bereits auf Hochtouren. Eine Publikation zu Autoantikörpern beim post-COVID-19 Syndrom liege hingegen gerade bei einem Journal zur Begutachtung vor. Zudem ist an der Charité eine klinische Studie in Planung, bei der die meisten Antikörper mittels Immunadsorption (5 Sitzungen, jeden zweiten Tag) aus dem Blut der Patienten mit Long COVID (nicht Post-Vac)-Beschwerden entfernt werden sollen.
Das Verfahren sei jedoch teuer und möglicherweise nicht allgemein verfügbar, heißt es im Science-Beitrag. Die klinische Studie wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte mit 70 Patienten starten, teilte Prüß mit. Jeder 3. Patient erhalte eine Placebo-Blutwäsche. Es sollen nur Patienten eingeschlossen werden, bei denen im Liquor Autoantikörper nachweisbar sind. © gie/mim/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133796/Seltene-Faelle-von-PIMS-und-Long-COVID-auch-nach-Impfung

CORONA – FORSCHUNG – SARS-CoV-2: Schnelle Resistenzentwicklung auf Remdesivir im Labor – 5.5.2022
Nashville/Tennessee – Die hohe Mutationsrate von SARS-CoV-2 bedroht nicht nur die Effektivität von Impfstoffen und Antikörperpräparaten. Über kurz oder lang könnte es auch zu Resistenzen gegen Virustatika kommen.
In einer Laborstudie in Science Translational Medicine (2022; DOI: 10.1126/scitranslmed.abo0718) wurden nur 13 Passagen benötigt, bis die Wirksamkeit von Remdesivir nachließ.
Remdesivir war das erste Virustatikum, das zur Behandlung von COVID-19 zugelassen wurde. Das Mittel muss intravenös verabreicht werden, was seinen Einsatz erschwert, zumal die beste Wirkung in den ersten Tagen der Erkrankung erzielt wird. Bisher ist es nicht zu klinisch relevanten Resistenzen gekommen. Wie leicht dies möglich wäre, zeigen Experimente, die ein Team um Mark Denison von der Vanderbilt Universität in Nashville an Vero E6-Zellen durchgeführt hat.
Die Zellen wurden unter Zugabe von GS-441524, dem aktiven Metaboliten von Remdesivir, in Serie mit SARS-CoV-2 infiziert. Bereits nach der 13. Passage hatten sich Varianten gebildet, die eine verminderte Empfindlichkeit auf Remdesivir hatten.
Gensequenzierungen ergaben, dass Mutationen im Gen für die RNA-abhängige RNA-Polymerase für die Resistenz verantwortlich waren. Dies war erwartet worden, da Remdesivir, genauer GS-441524, die Tätigkeit dieses Enzyms stört. Es wird als falscher Baustein eingebaut, was zu einem vorzeitigen Abbruch der Proteinketten führt.
Die Forscher fanden in den Viren gleich mehrere Resistenzmutationen, die sich teilweise nacheinander entwickelt hatten und durch unterschiedliche Mechanismen die Empfindlichkeit von Remdesivir herabsetzten. Der Einbau der Mutationen in ein murines Coronavirus steigerte die Resistenz bis auf das 38-Fache.
Eine Analyse der GISAID-Datenbank, die die Genome von mehr as 8 Millionen Isolaten von SARS-CoV-2 enthält, ergab, dass die Labormutationen bisher kaum bei Infizierten aufgetreten sind.
Denison vermutet, dass die Mutationen die normale Replikation der Viren vermindern. Sie können sich deshalb im Normalfall nicht gegenüber anderen Varianten durchsetzen. Dies könnte sich allerdings ändern, wenn Remdesivir häufiger eingesetzt würde. © rme/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133959/SARS-CoV-2-Schnelle-Resistenzentwicklung-auf-Remdesivir-im-Labor

CORONA – INTERNATIONAL – WHO: Weltweit fast 15 Millionen Tote durch die Coronapandemie – 5.5.2022
Genf – Die Coronapandemie hat nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2020 und 2021 weltweit etwa 14,9 Millionen Menschen das Leben gekostet.
Die Zahl umfasst sowohl verstorbene Coronainfizierte als auch Menschen, die vermutlich infiziert aber nicht getestet waren sowie Menschen mit anderen Krankheiten oder Verletzungen, die wegen der Überlastung der Gesundheitssysteme nicht rechtzeitig behandelt werden konnten, wie die WHO heute in Genf berichtete.
Unter den Coronainfizierten lag die Zahl der registrierten Todesfälle Ende 2021 gemäß Meldungen der WHO-Mitgliedsländer bei 5,4 Millionen. Heute liegt sie bei etwas mehr als 6,2 Millionen.
Die WHO-Schätzung stimmt in etwa mit den Berechnungen des US-Instituts für Gesundheitsmetrik (IHME) überein, das seit langem täglich Schätzungen liefert.
Die WHO fordert mehr Investitionen ins Gesundheitswesen, damit künftig lebensnotwendige Behandlungen in Krisenzeiten wie einer Pandemie nicht aufgeschoben werden müssen.
Nach WHO-Angaben war die Übersterblichkeit am größten in Südostasien, Europa und Nord- und Südamerika mit zusammen 84 Prozent aller Fälle. Übersterblichkeit heißt hier, wie viel mehr Menschen 2021 und 2022 im Vergleich zu Vorjahren ohne Pandemie gestorben sind.
68 Prozent der zusätzlichen Todesfälle ordnet die WHO zehn Ländern zu: Brasilien, Ägypten, Indien, Indone­sien, Mexiko, Peru, Russland, Südafrika, der Türkei und den USA. Gut 80 Prozent der zusätzlichen Todesfälle passierten in Ländern mit mittleren Einkommen. 57 Prozent der Verstorben waren Männer.
In die WHO-Berechnung floss ein, dass durch die Pandemie auch Todesfälle verhindert wurden, etwa Unfälle im Straßenverkehr oder bei der Arbeit, weil vielerorts Ausgangssperren galten und Menschen von Zuhause arbeiteten. Die WHO hat auch länderspezifische Eigenheiten beachtet.
Indien hatte die geplante WHO-Schätzung schon im Vorfeld kritisiert. Die Methodologie funktioniere bei einem Land wie Indien mit 1,3 Milliarden Einwohnern nicht. Die Webseite „Devex“ und die New York Times berichteten, die Regierung in Neu Delhi sei mit der hohen Totenschätzung der WHO nicht einverstanden.
Die Behörden nannten einen Tag vor der WHO-Veröffentlichung die Zahl von 475.000 zusätzlichen Todesfällen im Jahr 2020. Die WHO-Schätzung liegt fast doppelt so hoch. Indien erlebte die mit Abstand schlimmste Coronawelle erst 2021. Bilder von Massenbegräbnissen gingen in dem Jahr um die Welt. © dpa/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133976/WHO-Weltweit-fast-15-Millionen-Tote-durch-die-Coronapandemie
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55971100-roundup-who-weltweit-fast-15-millionen-tote-durch-die-corona-pandemie-016.htm

CORONA – AFRIKA – Steigende Corona-Fallzahlen in Afrika bei weniger Todesfällen – 5.5.2022
JOHANNESBURG (dpa-AFX) – In Afrika nehmen die Corona-Infektionen laut der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC zu, enden aber immer seltener tödlich. „Während die Fallzahlen zunahmen, sanken die Todeszahlen“, brachte es Ahmed Ogwell, der stellvertretende Leiter der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC), am Donnerstag beim Wochenvergleich der Fallzahlen auf den Punkt.
Vor allem Südafrika sei zahlenmäßig für die 38-prozentige Zunahme auf dem Kontinent verantwortlich. Die Todeszahlen sanken im gleichen Zeitraum dagegen um 59 Prozent. In ganz Afrika wurden seit dem Beginn der Pandemie bisher 11,4 Millionen Corona-Neuinfektionen und rund 252 000 Todesfälle gezählt. Die Dunkelziffer bei den Infektionen dürfte nach Angaben von Experten auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen aber weitaus höher sein.
Der Kontinent hat mittlerweile 784 Millionen Impfdosen beschafft, doch sind in Afrika erst rund 17 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Ogwell forderte dazu auf, verstärkt Impfdosen auf dem Kontinent zu kaufen. Mit Blick auf Berichte über eine drohende Schließung der Aspen-Produktionsstätte in Südafrika mangels ausreichender Nachfrage meinte er: „Wir hoffen, dass es nicht dazu kommt; wir haben einen Markt in Afrika.“
Nach seinen Angaben befinden sich elf Länder auf dem Kontinent aktuell in einer fünften Infektionswelle – Mauritius sogar in der sechsten. „Der Trend ist, dass die Mehrheit der Länder, die sich in der fünften Welle befinden, höhere Fallzahlen haben als bei der vierten Welle“, sagte Ogwell, betonte aber: „Positiv ist der Umstand, dass wir weniger (Menschen) haben, die ins Krankenhaus müssen und weniger, die ihr Leben als Folge eines Kontakts mit diesem Virus verlieren.“ Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu koordinieren./rek/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55969965-steigende-corona-fallzahlen-in-afrika-bei-weniger-todesfaellen-016.htm

CORONA – EUROPÄISCHE UNION – EMA rechnet mit Zulassung von Omikron-Impfstoffen bis September – 5.5.2022
Amsterdam – Impfstoffe gegen die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 könnten nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) spätestens Ende September eine Zulassung erhalten.
Die größten Chancen bestünden dabei für entsprechend angepasste mRNA-Impfstoffe der Unternehmen Mo­derna und Biontech, sagte der EMA-Direktor für Impfstrategie Marco Cavaleri heute bei einer Pressekonferenz der Behörde in Amsterdam.
Die erforderlichen klinischen Studien seien im Gange. Die EMA prüfe auch Präparate anderer Hersteller. Es sei aber „kein Geheimnis“, dass die Anpassungen von mRNA-Impfstoffen von Moderna und Biontech an Omikron bereits recht weit fortgeschritten seien. Einzelheiten zu den bislang erhobenen Studiendaten nannte er nicht.
Cavaleri appellierte zugleich, an ungeimpfte Menschen, sich noch vor dem Herbst/Winter durch Impfungen vor Corona zu schützen. „Oberste Priorität muss die Schließung der Impflücke haben.“ Nur 50 % der Europäer seien bislang vollständig geimpft und geboostert, während 15 % der über 18-Jährigen Einwohner Europas bislang noch keine einzige Impfung gegen COVID-19 erhalten hätten.
Die EMA teilte auch mit, man prüfe derzeit eine Zulassung des Coronaimpfstoffs von Moderna für Kleinkinder. Der US-Pharmakonzern hat demnach beantragt, die Zulassung von Spikevax auf Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren auszuweiten. Es handele sich um den ersten Zulassungsantrag „für diese junge Alters­gruppe“, sagte Cavaleri.
Die EMA hatte den Moderna-Impfstoff im Februar für Kinder ab 6 Jahren zugelassen. Nach Angaben des Unternehmens haben Studien gezeigt, dass der Impfstoff auch bei kleineren Kindern sicher sei und eine wirksame Immunantwort gegen das Coronavirus hervorrufe. © dpa/afp/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133980/EMA-rechnet-mit-Zulassung-von-Omikron-Impfstoffen-bis-September
https://science.apa.at/power-search/16827772619778412967
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970948-ema-rechnet-mit-zulassung-von-omikron-impstoffen-bis-september-016.htm

CORONA – TSCHECHISCHE REPULBLIK – Tschechien beendet epidemische Corona-Notlage – 5.5.2022
PRAG (dpa-AFX) – Tschechien hat die epidemische Notlage wegen der Corona-Pandemie beendet. Die letzten verbliebenen Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gelten seit Donnerstag an nicht mehr. „Die Inzidenz fällt und fällt“, sagte Gesundheitsminister Vlastimil Valek in Prag. Innerhalb von sieben Tagen gab es nach aktuellen Zahlen 77 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Die Krankenkassen bezahlen nun PCR-Tests nur noch dann, wenn sie von einem Arzt verordnet werden.
Seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren starben in Tschechien nach offiziellen Angaben 40 194 Menschen im Zusammenhang mit einer Infektion. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,5 Millionen Einwohner./hei/DP/jha
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55965640-tschechien-beendet-epidemische-corona-notlage-016.htm

CORONA – DEUTSCHLAND – Omikron-Subvariante BA.2 legt noch zu, andere Varianten weiter selten – 5.5.2022
BERLIN (dpa-AFX) – Die schon seit Wochen in Deutschland stark dominierende Omikron-Subvariante BA.2 hat nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zuletzt noch einmal zugelegt. Ihr Anteil habe nach jüngsten Erkenntnissen – einer Stichprobe von vorletzter Woche – knapp 98 Prozent betragen, wie im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend ausgewiesen ist. Der zuvor für die meisten Corona-Ansteckungen verantwortliche Subtyp BA.1 liegt demnach nur noch bei unter zwei Prozent, die relativ neu aufgekommenen Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 spielen nach den Daten bisher eine untergeordnete Rolle.
So wird BA.4 mit einem Anteil von 0,1 Prozent gelistet, BA.5 mit 0,3 Prozent. Mischvarianten seien „bisher nur vereinzelt nachgewiesen“ worden, heißt es. In Deutschland wird nur bei einem kleinen Teil positiver Proben das Erbgut komplett untersucht.
Im Wochenbericht halten die RKI-Experten zudem fest, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche im Vergleich zu der davor weiter gesunken sei – nämlich um 19 Prozent. Auch die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit Covid-19-Diagnose sei weiter gesunken, die Zahl der Todesfälle habe ebenso abgenommen. „Der Infektionsdruck bleibt trotzdem mit knapp 600 000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen weiterhin hoch“, mahnen sie. Die Impfung habe nach wie vor mit ihrer starken Schutzwirkung gegen schwere Verläufe eine große Bedeutung./jjk/DP/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55973533-omikron-subvariante-ba-2-legt-noch-zu-andere-varianten-weiter-selten-016.htm

CORONA – ÖSTERREICH – FRANKREICH – Corona-Impfung – Valneva strebt Zulassung für VLA2001 als Booster an – Erste Studienergebnisse werden im dritten Quartal 2022 erwartet – 5.5.2022
Der austro-französische Konzern Valneva strebt eine Zulassung seiner Corona-Schutzimpfung VLA2001 als Booster nach anderen Vakzinen oder einer Infektion an. Dafür wurde eine klinische Studie mit menschlichen Probanden in den Niederlanden gestartet, gab Valneva in einer Aussendung bekannt. Für eine mögliche Zulassung als Grundimmunisierung gegen Covid-19 in der EU befindet sich der Totimpfstoff weiterhin im Prüfungsverfahren bei der Arzneimittelagentur EMA.
*** Erste Studienergebnisse werden im dritten Quartal 2022 erwartet
Valneva hofft weiterhin in diesem Quartal eine bedingte Marktzulassung für VLA2001 in der Europäischen Union zu erhalten, wurde in der Aussendung betont. Inzwischen wurde aber die Studie gestartet, die Booster-Daten entweder nach Erstimpfung mit einem mRNA-Impfstoff oder nach einer natürlichen Covid-19-Infektion liefern wird. Sollten die Daten positiv ausfallen, könnten sie die mögliche Genehmigung von VLA2001 als sogenannte heterologe Auffrischungsimpfung nach anderen Vakzinen unterstützen.
Die Studie werde voraussichtlich 150 Teilnehmer umfassen, die mindestens sechs Monate nach der Erstimpfung mit einem zugelassenen mRNA-Covid-19-Impfstoff oder nach einer natürlichen Covid-19-Infektion eine VLA2001-Auffrischungsimpfung erhalten. Ersten Ergebnisse werden im dritten Quartal 2022 erwartet. „Diese Studie ist äußerst wichtig, da sie die ersten Booster-Daten bei ungeimpften Erwachsenen nach einer natürlichen Covid-19-Infektion liefern wird“, berichtete Juan Carlos Jaramillo, Chief Medical Officer von Valneva.
https://science.apa.at/power-search/11587332918295452796
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ADIPOSITAS / LEBERVERFETTUNG – Nicht alle Menschen mit Leberverfettung sind krank – Deutschland: Fettleber-bedingter Fibrose oder Leberzirrhose verdreifacht sich in kopmmenden zehn Jahren von 500.000 auf 1,5 Millionen – Lebererkrankung mithilfe von Risikoscores für eine Fibrose abschätzen – Risikopatienten-Screening und „fatty liver index“ – 5.5.2022
Wiesbaden – Die Prävalenz der Steatose der Leber steigt kontinuierlich. Derzeit kann man in Deutschland bei 25 bis 30 % eine Steatose der Leber beziehungsweise eine Nicht-alkoholischen Fettleber-Erkrankung (NAFLD) finden. Daher forderten mehrere Fachgesellschaften kürzlich in einem Positionspapier verstärkte gesundheits­politische Anstrengungen.
Die Speicherung von Energie gehört aber auch zu den physiologischen Aufgaben der Leber. Der Kon­gresssekretär der Deutschen Gesellschaft für In­ne­re Medizin (DGIM) Simon Hohenester ist über­zeugt, dass nicht jeder 4. mit einer diagnostizier­ten Leberverfettung tatsächlich krank ist.
Denn nicht jede Abweichung von der Norm sei mit einer Erkrankung gleichzusetzen, betonte der Ober­arzt an der Medizinischen Klinik und Polikli­nik II des LMU Klinikums München bei einer Kon­gresspressekonferenz der DGIM. Die Norm würde der Einlagerung von Fetttröpfchen in mehr als 5 % der Leberzellen entsprechen (siehe Kasten).
Die Steatose sei daher ein häufiger Zufallsbefund – eine sichere klinische Relevanz des Zufallsbefunds einer reinen Steatose sei derzeit nicht eindeutig belegt, erklärte Hohenester. Ein Screening der Allgemeinbevölkerung würde aufgrund der geringen klinischen Relevanz und des geringen Progressionsrisikos nicht empfohlen.
„Wie auch beim Bluthochdruck oder den Cholesterinwerten ist es eine medizinsich-wissenschaftliche Heraus­forderung, die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit zu definieren“, so der Münchner Arzt.
*** Lebererkrankung mithilfe von Risikoscores für eine Fibrose abschätzen
Die neue Leitlinie, die im April 2022 erschienen ist, macht deutlich, dass für die Abschätzung einer relevanten Lebererkrankung eine vorliegende Leberfibrose – der Vorstufe der Zirrhose – entscheidend ist. „Dieses Risiko sollte bei allen Patienten mit einer Steatose mithilfe etablierter Risikoscores abgeschätzt werden“, appelierte Hohenester an Ärztinnen und Ärzte.
Zeigt sich hierbei ein hohes Risiko für eine Fibrose oder ein intermediäres Risiko mit zusätzlicher Erhöhung der Serum-„Leberwerte“, sollte eine spezifische Diagnostik beim Gastroenterologen oder Hepatologen erfolgen. „Das Stadium der Fibrose ist der entscheidende Faktor für die Relevanz der NAFLD.“
Die im Fachbereich anerkannten Zahlen, die eine Maximalschätzung darstellen, gehen laut Hohenester von 0,6 % „Leberkranken“ aus, das heißt Patienten mit F3 / F4 Fibrose.
Im Positionspapier der Fachgesellschaften heißt es dazu: Die Zahl der Betroffenen mit Fettleber-bedingter Fibrose oder Leberzirrhose wird sich in den kommenden 10 Jahren in Deutschland etwa verdreifachen (von zirka 500.000 im Jahr 2015 auf 1,5 Millionen im Jahr 2030).
ZITAT: „Bei diesen Risikopatienten muss der Befund einer Fettleber als Warnsignal behandelt werden.“ Simon Hohenester, LMU Klinikum München
Trotzdem könne die NAFLD auch bei Lebergesunden ein metabolisches Warnsignal sein, betonte Hohenester. Ein Screening in Risikopopulationen sei wichtig, das heißt bei Patienten zum Beispiel mit Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas, arterieller Hypertonie, Hypertriglyzeridämie, Hypercholesterinämie oder metabolischem Syndrom.
Es könne mittels Ultraschall oder der Berechnung des „fatty liver index“ durchgeführt werden. „Bei diesen Risikopatienten muss der Befund einer Fettleber als Warnsignal behandelt werden“, ergänzte Hohenester. © gie/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133882/Nicht-alle-Menschen-mit-Leberverfettung-sind-krank

KLIMAWANDEL – Klimaforscher: Hitze-Extreme werden immer häufiger – 5.5.2022
POTSDAM (dpa-AFX) – Hitzewellen wie derzeit in Indien können nach Angaben des Klimaforschers Stefan Rahmstorf im Zuge des Klimawandels immer häufiger werden. „Solange die globale Erwärmung weitergeht ist klar, dass auch die Hitze-Extreme weiter zunehmen werden“, sagte der Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) der Deutschen Presse-Agentur. In Indien leiden derzeit Millionen Bewohner unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 45 Grad Celsius – und das schon Ende April, Anfang Mai.
Ein Ende der Hitzewelle sei zunächst nicht absehbar. In Indien erreiche man derzeit Werte, „wo es wirklich gefährlich ist, sich längere Zeit im Freien aufzuhalten“. Rahmstorf zufolge werden sich Regionen, in denen sich Menschen nicht mehr im Freien aufhalten können, im Zuge der weiteren Erderwärmung immer weiter ausdehnen. Zudem sei Indien derzeit, wegen der Überlastung des Stromnetzes, zunehmend von Stromausfällen betroffen.
Dieses Problem könne seiner Meinung nach nur durch eine rasche Energiewende behoben werden. „Wir müssen das Pariser Abkommen umsetzen, damit das Ganze nicht völlig aus dem Ruder läuft“, warnte Rahmstorf. Allerdings glaube er, dass es seit der Bewegung Fridays for Future ein erhebliches Umdenken auf der ganzen Welt gegeben hat. „Die Menschen verstehen allmählich, dass wir jetzt sofort den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch senken müssen“, sagte Rahmstorf./djj/DP/zb
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55962471-klimaforscher-hitze-extreme-werden-immer-haeufiger-016.htm

KLIMAWANDEL – Untere Lobau trocknet aus – Wissenschafter-Kritik an Wiener Politik – Forscher fordern die Wiedervernetzung der Naturlandschaft mit der Donau – Verlust des Lebensraums droht – 5.5.2022
Während Umweltschützer die Wiener Lobau durch künftige Verkehrsprojekte gefährdet sehen, haben Organisationen und Forschende am Mittwoch auf eine bereits vorhandene Gefahr in dem Naturschutzgebiet hingewiesen. „Die Untere Lobau trocknet aus“, warnten u.a. Experten von Universität Wien, BOKU Wien und Naturhistorischem Museum. Die Naturlandschaft müsse wieder mit der Donau vernetzt werden, appellierten sie an Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Die Situation sei „dramatisch“.
*** Forscher fordern die Wiedervernetzung der Naturlandschaft mit der Donau
Tier- und Pflanzenarten verschwinden, immer häufiger kommt es zu Fischsterben, wurde bei einer Pressekonferenz erläutert. Ohne eine deutliche Wiederanbindung an das Wasser der Donau werde die Untere Lobau bald ihren Auencharakter, ihre Artenvielfalt, ihre letzten Wasserflächen und damit auch ihren Wert im Rahmen des Nationalparks Donau-Auen verlieren.
Während im niederösterreichischen Teil des Nationalparks seit Jahren die Wälder zur Donau hin geöffnet und ehemalige Nebenarme wieder an den Strom angebunden werden, „schaut die selbsternannte Umweltmusterstadt Wien dem Sterben des ihr anvertrauten Teils des Nationalparks tatenlos zu“, wurde in einer Aussendung nach der Pressekonferenz kritisiert. Die Stadt unterbinde sogar die seit Jahren auf dem Tisch liegenden Renaturierungskonzepte. „Das ist eine aktive Sterbehilfe“, fand Ulrich Eichelmann von Riverwatch drastische Worte. „Die Lobau braucht Wasser, und zwar viel und sofort“, erläuterte der Ökologe Peter Weish vom Wiener Naturschutzbund.
*** Verlust des Lebensraums droht
Eine 2015 abgeschlossene Studie zu Möglichkeiten, die Gewässer der Lobau mit der Donau zu vernetzen, komme zu dem eindeutigen Befund: Ohne Management, ohne signifikant Wasser in die Lobau zu leiten, geht dieser wertvolle Lebensraum verloren. Dahinter verberge sich auch ein Interessenskonflikt um die zeitweise Nutzung des Grundwassers der Lobau durch die Stadt Wien. Sieben Jahre seien seit der Studie vergangen und nichts dazu entwickelt worden, kritisierten die Experten am Mittwoch. „Auch wenn der Status ‚Nationalpark‘ grundsätzlich eine Grundwassergewinnung zulässt, darf die Grundwassergewinnung nicht eine Verschlechterung des ökologischen Zustands und einen Biodiversitätsverlust zur Folge haben“, wurde festgehalten.
Außerdem wurden kurzfristig umzusetzende, erste Maßnahmen gefordert. Es sollte eine testweise Einleitung von Wasser erfolgen, um abzuklären, ob die Brunnen abseits der Annahmen von Modellberechnungen tatsächlich gefährdet sind, sowie im Wasserwerk Lobau eine moderne Aufbereitungsanlage installiert werden. Das eigentliche Ziel müsse aber die Wiederanbindung der Unteren Lobau an die Donau sein. Damit bekäme Wien endlich auch eine echte Au zurück, erklärten die Experten.
https://science.apa.at/power-search/2667149183212503887

KLIMASCHUTZ – Internationale Modeindustrie: Klimaschutz oftmals ein Fremdwort – 5.5.2022
Beim Klimaschutz gibt es zwar Fortschritte in der Modeindustrie, doch sie sind nur gering. Zu dem Ergebnis kommt eine Untersuchung von 150 globalen Marken für den „Circular Fashion Index“ der Managementberatung Kearney. Sowohl in der Produktion als auch in der Wiederverwertbarkeit ihrer Produkte ist die Modeindustrie noch weit von nachhaltigen Standards entfernt.
Die Modeindustrie steht nicht erst seit gestern in der Kritik. Wenn es etwa um die Arbeitsbedingungen in der Produktion geht, steht die Branche geradezu sinnbildlich für niedrige Standards, die bis zur Ausbeutung reichen. Daneben rückten zuletzt vermehrt ökologische Fragestellungen in den Fokus.
Diese spiegeln sich auch im „Circular Fashion Index“ wider, den die Beratungsfirma 2020 das erste Mal erstellt hatte. Marken aus insgesamt 20 Ländern aus den sechs Kategorien „Sport und Outdoor“, „Unterwäsche und Dessous“, „Luxus“, „Premium bzw. erschwinglicher Luxus“, „Massenmarkt“ und „Fast Fashion“ wurden dahingehend untersucht, wie nachhaltig sie arbeiten und wie sie im Sinne einer Kreislaufwirtschaft den Lebenszyklus ihrer Produkte verlängern.
*** Sieben Kriterien untersucht
2020 lag die Bewertung der Klimafreundlichkeit der Modeunternehmen bei einem Medianwert von nur 1,6 von zehn möglichen Punkten. Inzwischen arbeitete sich die Branche auf einen Wert von 2,85 hinauf.
*** Die Produktion findet im „Circular Fashion Index“ nur wenig Beachtung. Darin geht es vor allem um die Lebensdauer der Produkte.
Die Ergebnisse wurden anhand von sieben Kriterien errechnet, die sowohl den Markt mit neuen Produkten – Anteil recycelten Materials, Verfügbarkeit von Reparaturdiensten und Pflegehinweise – als auch den Sekundärmarkt bewerten. Hier wurden zum Beispiel Secondhand-Verkauf, Vermietung und Wiederverwendung von gebrauchter Kleidung erhoben, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.
„Die Modebranche hat sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre auf den Weg gemacht und viel angepackt, um den Lebenszyklus ihrer Waren zu verlängern und die Umweltrisiken zu reduzieren“, hieß es von Studienautor Mirko Warschun. Aber die Modeindustrie stehe immer noch am Beginn eines längeren Weges, so der Handelsexperte.
*** Bessere Werte vor allem bei teureren Marken
Dabei scheint Klimaschutz in der Mode aus Käufersicht auch eine Frage der Finanzen zu sein: Luxus- und Premiummarken schnitten dank ausführlicher Pflegeanleitungen und Reparaturleistungen in der Untersuchung am besten ab. An der Spitze lagen die Marken Patagonia, Levi’s und The North Face, sie kamen auf Werte von 8,50, 8,20 bzw. 8,05. Schon vor zwei Jahren war dieses Trio Spitzenreiter.
Mit Blick auf die Branche als Ganzes sieht die Bilanz beim Recycling freilich ziemlich mager aus. Nur sieben Prozent der befragten Unternehmen verwenden laut den Ergebnissen in glaubhaftem Maße regelmäßig recycelte Materialien, 54 Prozent nur für einige ausgewählte Artikel – und 39 Prozent überhaupt nicht.
*** Secondhand spielt für die Modeindustrie noch immer eine untergeordnete Rolle
Noch schlechter fällt das Urteil aus, wenn es um aufwendigere Aktionen zur Langlebigkeit der Produkte geht: Umfassende Reparaturdienste werden nur von fünf Prozent der Marken angeboten, hier sind es vor allem die Luxusmarken. Auch Secondhand-Verkauf ist ein Angebot, das aktuell nur fünf Prozent der 150 Marken ihrer Kundschaft machen, zwei Prozent offerieren Miet- oder Leasingdienste.
*** Nachhaltigkeit stellt Geschäftsmodell infrage
Kearney untersuchte auch die Kommunikationsmaßnahmen im Bereich Klimaschutz. Diese wären eigentlich „einfach und schnell“ umzusetzen, so die Beratungsfirma. Doch auch hier zeigte sich über weite Strecken ein Bild der Zurückhaltung: 44 Prozent der Marken verzichten ganz auf Kommunikation zu Nachhaltigkeit, und 40 Prozent geben bei den Pflegehinweisen gerade die Mindestangaben an.
Für Frederic Dittmar, Koautor der Studie, offenbare der „Circular Fashion Index“ nicht nur die zögerliche Haltung der Modebranche. Er mache auch deutlich, „wie tief Nachhaltigkeit besonders bei Fast Fashion die bisherigen Geschäftsmodelle infrage stellt“, so der Analyst. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263867/
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55969962-studie-modeindustrie-zeigt-nur-wenig-fortschritt-beim-klimaschutz-016.htm
Link:
Kearny
https://www.de.kearney.com/

SOCIALMEDIA – Jeder zweite Social-Web-User folgt Influencern – Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 81 Prozent – Mode, Wohnen sowie Design dominieren – Bestandteil des Marketings – Viele teilen und kommentieren – 5.5.2022
Berlin (pte080/05.05.2022/10:30) – Jeder zweite Social-Media-Nutzer in Deutschland folgt Influencern. Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 81 Prozent, die Posts, Videos und Stories ihrer Stars auf Instagram, Facebook, TikTok und Co abonniert haben. 57 Prozent sind es bei den 30- bis 49-Jährigen. Unter den über 50-Jährigen (25 Prozent) sowie über 65-Jährigen (21 Prozent) sind es deutlich weniger, wie eine Umfrage des Digitalverbands BITKOM http://bitkom.org zeigt.
*** Bestandteil des Marketings
Befragt wurden 1.005 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, darunter 599 User sozialer Netzwerke. Demnach folgen 71 Prozent Influencern aus den Bereichen Mode, gefolgt von Wohnen & Design (62 Prozent), Kosmetik & Make-up (49 Prozent), Reisen (45 Prozent) oder Fitness & Sport (42 Prozent). 40 Prozent interessieren sich auch für Promis und VIPs wie Kim Kardashian, Heidi Klum oder Daniela Katzenberger. Ernährung & Gesundheit finden 38 Prozent interessant.
„In der digitalen Welt sind Influencer immer wichtiger geworden und mittlerweile fester Bestandteil vieler innovativer Marketing-Strategien. Sie setzen Trends, steigern die Brand-Reputation zahlreicher Unternehmen und sind aus dem Marketing-Ökosystem der sozialen Medien nicht mehr wegzudenken“, sagt BITKOM-Expertin Rebekka Weiß.
*** Viele teilen und kommentieren
Der Umfrage nach haben 40 Prozent der Follower schon einmal einen Beitrag ihrer Idole geteilt. 37 Prozent haben einen Rabatt-Code genutzt und 29 Prozent einen Beitrag kommentiert. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) hat schon einmal ein Produkt auf Empfehlung eines Influencers gekauft. Den allermeisten Nutzern (92 Prozent) ist dabei bewusst, dass Influencer ihr Geld damit verdienen, für Produkte zu werben.
Zwei Drittel (67 Prozent) finden, dass Werbung und gesponserte Produkte als solche gekennzeichnet sein sollten. „Nutzer sozialer Netzwerke müssen erkennen können, ob es sich bei einem Post um Werbung handelt oder nicht. Zugleich hängt es immer von den Einzelumständen ab, ob ein Post oder eine Story wirklich werblich ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass Influencer Rechtssicherheit im Umgang mit ihren Beiträgen haben“, kommentiert Weiß.
https://www.pressetext.com/news/20220505080

HUMANBIOLOGIE / GESELLSCHAFT – Extreme Gen-Drift bei einer der letzten Jäger- und Sammler-Gruppen – Gesellschaft der Maniq in Südthailand – Lange Isolation führte zu extremen genetischen Drift – Jäger-Sammler-Gemeinschaften bisher schlecht erfasst – Lebensraum der Maniq zunehmend bedroht – 5.5.2022
Im Regenwald im Süden Thailands leben die Maniq, eine der letzten als Jäger und Sammler lebenden Gemeinschaften der Welt. Österreichische Forscher haben nun ihre evolutionäre genetische Geschichte entschlüsselt und sind dabei auf überraschende Ergebnisse gestoßen. Wie sie im Fachblatt „Genome Biology and Evolution“ berichten, weisen die Maniq eine der stärksten genetischen Differenzierungen aller menschlicher Populationen auf.
Die kleine Gesellschaft der Maniq lebt in den bewaldeten Hügeln Südthailands, die Größe der Population wird auf etwa 300 Personen geschätzt. Kulturell werden die Maniq zu den Semang-Gruppen gezählt, welche sonst auf der malaiischen Halbinsel zu finden sind. Über die demografische Geschichte der Region wird aber aufgrund der komplexen Beziehungen zwischen den verschiedenen Gesellschaften auf dem südostasiatischen Festland in der Wissenschaft schon lange diskutiert.
Ein Forscherteam um Tobias Göllner vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien sowie Maximilian Larena von der Universität Uppsala (Schweden) hat nun gemeinsam mit thailändischen Kollegen neue Erkenntnisse über die Maniq und ihre Beziehungen zu anderen indigenen Gruppen auf dem südostasiatischen Festland gewonnen. Dank der langjährigen Beziehungen des Wiener Kulturanthropologen Helmut Lukas zu der Gruppe und der Beteiligung der Maniq konnten sie genetisches Material von Angehörigen der Gruppe untersuchen. Diese Daten verglichen die Forscher dann sowohl mit DNA-Proben von heutigen Populationen aus der Region, als auch mit Erbgut steinzeitlicher Populationen sowie von Neandertalern und Denisovian.
*** Lange Isolation führte zu extremen genetischen Drift
„Eine unserer wichtigsten Schlussfolgerungen ist, dass die Maniq schon sehr lange in der Region leben und sich als eine sehr isolierte Population gehalten haben“, erklärte Göllner gegenüber der APA. Auf die lange Abschottung schließen die Wissenschafter aufgrund der „extremen genetischen Drift, die wir bei den Maniq festgestellt haben“. Hintergrund dieses Drift-Effekts sind normale Mutationen im Erbgut, die andauernd passieren. „Meistens sind das neutrale Mutationen, die keine Veränderung der biologischen Fitness mit sich bringen, und die sich in einer abgeschlossenen Population über die Zeit stark akkumulieren“, so Göllner. Diese genetische Differenzierung der Maniq gehört zu den stärksten bisher bekannten weltweit.
Für die Forscher ist dies ein deutliches Signal für eine lange Geschichte geografischer und kultureller Isolation, eine historisch geringe Bevölkerungsgröße und die kulturelle Praxis der Maniq, weitgehend innerhalb der eigenen Gesellschaft zu heiraten. Damit werde eine schon lange von kultur- und sozialanthropologischer Seite aufgestellten Vermutung naturwissenschaftlich bestätigt, freut sich der Biologe, der die Arbeit im Zuge seines PhD-Studiums an der Uni Wien durchgeführt hat.
Blickt man weiter zurück in der Abstammungsgeschichte der Maniq finden sich weiters Spuren der Hòabìnhian, einer Jäger-und-Sammler-Gesellschaft aus der mittleren Steinzeit, die vor mehr als 10.000 Jahren im heutigen Vietnam lebte. Während man im Genom der Maniq Anteile von Neandertaler-DNA findet, konnten keine Spuren von Denisova-Erbgut gefunden werden. Dieses Ergebnis sei für die Region nicht untypisch, jedoch noch ein großes Feld wissenschaftlicher Diskussionen, so Göllner.
*** Jäger-Sammler-Gemeinschaften bisher schlecht erfasst
Um all diese Ergebnisse zu bestätigen, möchte Göllner weitere Studien mit größeren Stichproben oder vollständigen Genomsequenzierungsdaten durchführen. Er weist darauf hin, dass Jäger-Sammler-Gemeinschaften bisher in genomischen Studien sehr schlecht erfasst seien und es sich angesichts der schwierigen aktuellen Situation der Maniq um „wichtige Evidenzen einer der letzten Jäger-Sammler-Populationen handelt“. Darüber hinaus möchte das Forscherteam Einblicke in die wichtigen genetischen Anpassungsmerkmale von Jägern und Sammlern gewinnen und wie sie sich von Populationen unterscheiden, die zu einem landwirtschaftlichen, modernen Lebensstil übergegangen sind.
Göllner betont, dass zukünftige Arbeiten mit den Maniq immer schwieriger werden, „da die Gesellschaft auf Grund externer Faktoren immer mehr unter Druck gerät.“. Neben Diskriminierung und Eindringen von Außenstehenden in ihren Lebensraum, ist vor allem die Abholzung des Regenwalds ein zentrales Problem.
„Die Maniq sind sehr deeskalativ und würden nie jemanden sagen: ‚Du darfst hier nicht herkommen‘. Wenn es ihnen zu viel wird, packen sie ihre Sachen und gehen. Doch das Ausweichen wird durch den zunehmend kleiner werdenden Lebensraum immer schwieriger.“ Die Gesellschaftsform der Jäger und Sammler sei die wohl ursprünglichste Form wie Menschen miteinander gelebt haben. Wenn die aktuellen Entwicklungen jedoch anhalten, wird es nicht mehr möglich sein den nomadischen Lebensstil beizubehalten.
Service: Internet: https://doi.org/10.1093/gbe/evac021
https://science.apa.at/power-search/17822020918787384754

GESELLSCHAFT / ARMUT – Armut lässt sich an nächtlichen Satellitenbildern ablesen – 5.5.2022
Satellitenbilder der nächtlichen Erde zeigen nicht nur die Ausbreitung menschlicher Siedlungen, die Stärke der Beleuchtung gibt Wissenschaftern auch Aufschlüsse über Infrastruktur, Bevölkerungsdichte oder wirtschaftliche Entwicklung eines Ortes. Forscher zeigen nun in einer Studie im Fachblatt „Nature Communications“, wie gut sich auch das Gegenteil – nämlich bittere Armut – auf den Bildern nachvollziehen lässt. Rund 20 Prozent aller Siedlungen bleiben demnach dunkel.
*** Von Satellitenaufnahmen lässt sich allerhand ablesen
Inwiefern sich aus den immer genauer werdenden Erdbeobachtungsdaten auch Schlüsse über wirtschaftlich weniger entwickelte Länder ziehen lassen, wurde in der Wissenschaft bisher noch weniger beachtet, heißt es in einer Aussendung des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien. Forscher um Ian McCallum oder Steffen Fritz vom IIASA leiteten die aktuelle Studie, mit beteiligt war u. a. auch Jesús Crespo Cuaresma von der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien. Gerade in Gegenden mit wenig Infrastruktur, über die mitunter auch nicht viele Informationen vorliegen, sollten sich anhand der Helligkeit – respektive der dort bei Nacht herrschenden Dunkelheit – auch Schlüsse über Wirtschaftswachstum, Armut oder Verteilungsgerechtigkeit ziehen lassen, vermuteten die Wissenschafter.
*** Zusammenhang zwischen Dunkelheit und Armut
Ihr Schwerpunkt lag auf 49 Ländern Afrikas, Asiens und Amerikas. Hier lagen regionale Daten über die Vermögensstruktur der Haushalte vor. Diese Informationen verglichen die Forscher mit Satellitenaufnahmen, die in den Nachtstunden gemacht wurden. Nach der Analyse konnten rein aufgrund des Anteils an Siedlungen, die kein von Satelliten aus erkennbares Licht abstrahlten, Rückschlüsse über das ungefähre Einkommen von 2,4 Millionen Haushalten gemacht werden. Diese Ergebnisse stimmten zu 87 Prozent mit den Wirtschaftsdaten überein, so die Wissenschafter.
Legte man den Fokus auf die gesamt Welt, zeigte sich, dass im Jahr 2015 von 19 Prozent der Siedlungen zu wenig Licht ausging, um es auf den Bildern aus dem All zu sehen. Das galt für 39 Prozent der bekannten Siedlungen Afrikas und immerhin noch für 23 Prozent der asiatischen Dörfer oder Städte. Deutlich höher war dieser Anteil in ländlicheren Gebieten, wo einerseits die Siedlungen selbst kleiner, aber auch die Anbindung an das Stromnetz von mitunter dichter bewohnten Orten schlechter ausgebaut ist. Insgesamt konnte am Anteil spärlich beleuchteter Siedlungen das Einkommensniveau einer Region erstaunlich gut abgelesen werden. Besonders viele „dunkle Orte“ gab es in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, Bangladesch oder Vietnam, aber auch in industrialisierteren Ländern wie China.
„Durch das Identifizieren solcher unbeleuchteter Gegenden, können wir Maßnahmen zur Armutsbekämpfung besser abstimmen und Regionen finden, wo man sich auf einen besseren Zugang zu Elektrizität konzentrieren sollte“, so Fritz. Dies sei besonders interessant, weil sich Planungen meistens auf städtische Gebiete konzentrieren würden. Dabei brächte ein Anschluss an die Stromversorgung gerade vielen Menschen am Land die Chance, sich aus großer Armut zu befreien, meinen die Wissenschafter. Das gelte vor allem für das südliche Afrika, wo auch durch die Covid-19-Pandemie Bemühungen zur Verbesserung der Lebenssituation vieler Menschen um Jahre zurückgeworfen wurden. Ob Industriestaaten ihren Energieaufwand für Beleuchtung zurückfahren, lasse sich mit der neuen Methode darüber hinaus ebenso nachvollziehen.
Service: https://doi.org/10.1038/s41467-022-30099-9
https://science.apa.at/power-search/15805832576441207790

GESELLSCHAFT / RASSISMUS – ROUNDUP 2/Studie: 90 Prozent der Bevölkerung sieht Rassismus in Deutschland – Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) – Studie nicht repräsentativ für einzelne Gruppen – Verallgemeinerungen per „Abstammung“: „Rassismus“ definiert als Ideologie sowie diskursive und soziale Praxis – 5.5.2022
BERLIN (dpa-AFX) – Rassistische Vorfälle sind in Deutschland kein Randphänomen. Rund 45 Prozent der Bevölkerung haben laut einer repräsentativen Umfrage schon einmal persönlich rassistische Vorfälle beobachtet. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung (etwa 22 Prozent) gibt an, bereits selbst von Rassismus betroffen gewesen zu sein. Das geht aus der Auftaktstudie zu einem neuen Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde und in den nächsten Jahren fortgeschrieben werden soll. Unabhängig vom eigenen Erleben stimmen 90 Prozent der Menschen hierzulande der Aussage „Es gibt Rassismus in Deutschland“ zu.
Die Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) zeigt, dass junge Menschen häufiger von direkten Rassismuserfahrungen als Ältere berichten. Das mag mit einem geschärften Problembewusstsein bei den Jüngeren zusammenhängen, womöglich aber auch damit, dass junge Betroffene mehr Kontakt zu Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft haben.
Die Forscher hatten neben der repräsentativen Befragung der Bevölkerung im Alter ab 14 Jahren auch gezielt Angehörige von sechs Minderheiten in den Blick genommen: Schwarze Menschen, Muslime, Asiaten, Sinti und Roma, Juden und osteuropäische Menschen. Die Befragten konnten sich dabei sowohl selbst einer dieser Gruppen zuordnen als auch angeben, ob sie von Außenstehenden einer dieser Gruppen zugeordnet werden.
Von den Angehörigen der sechs Minderheiten gaben insgesamt 58 Prozent an, schon einmal selbst Rassismus ausgesetzt gewesen zu sein. In der Altersgruppe zwischen 14 und 24 Jahren waren es mit rund 73 Prozent aber deutlich mehr als bei den über 65-Jährigen mit 24,2 Prozent.
In Bezug auf die einzelnen Gruppen ist die Studie allerdings nicht repräsentativ. Die Antworten von Befragten mit höherer Bildung zeigten dennoch, dass das Ausmaß von Erfahrungen mit Rassismus nichts mit „gelungener Integration“ zu tun habe, betont Dezim-Direktorin Naika Foroutan.
„Jahrzehntelang wurde Rassismus in Deutschland verschwiegen oder gar bestritten, das wirkt bis heute nach“, sagt die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, Reem Alabali-Radovan. Sie verspricht: „Wir packen Strukturen an, die im Alltag rassistisch diskriminieren – in den Behörden, bei der Polizei, am Arbeits- oder Wohnungsmarkt.“
„Rassismus“ wird in der Studie definiert als eine Ideologie sowie als eine diskursive und soziale Praxis, in der Menschen aufgrund von äußerlichen Merkmalen in verschiedene Gruppen eingeteilt werden, denen per „Abstammung“ verallgemeinerte, unveränderliche Eigenschaften zugeschrieben werden.
Dass bestimmte ethnische Gruppen, beziehungsweise Völker intelligenter als andere sind, glauben dem Monitor zufolge zwar lediglich neun Prozent der Bevölkerung. Der Aussage, dass gewisse ethnische Gruppen oder Völker „von Natur aus fleißiger sind als andere“, stimmte allerdings rund ein Drittel der Befragten zu.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, Rassismuskritik werde oft dadurch abgewehrt, dass Betroffenen eine Hypersensitivität unterstellt werde. Den Angaben zufolge ist ein Drittel der Bevölkerung tendenziell der Auffassung, dass Menschen, die sich über Rassismus beschweren, „häufig zu empfindlich“ seien. 11,6 Prozent der Befragten stimmten dieser Aussage voll und ganz zu, 21,5 Prozent stimmten ihr eher zu.
Um dieses Phänomen genauer zu beleuchten, haben die Wissenschaftler konkrete Situationen zur Beurteilung vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass es beispielsweise knapp zwei Drittel der Bevölkerung voll und ganz (rund 35 Prozent) oder eher (gut 30 Prozent) rassistisch finden, wenn als Angehörige einer bestimmten Minderheit wahrgenommene Menschen bei der Einreise nach Deutschland wesentlich häufiger kontrolliert werden. Dass auch nett gemeinte Komplimente als Rassismus empfunden werden können, ist etwa jedem vierten Menschen in Deutschland voll und ganz bewusst. Der Klassiker ist hier der Satz: „Sie sprechen aber sehr gut Deutsch.“
Insgesamt mehr als die Hälfte der Befragten bewerteten es als rassistisch, wenn ein Comedian klischeehafte Witze über eine bestimmte ethnische oder religiöse Gruppe macht. Allerdings gehen im Alltag die Meinungen darüber auseinander, was denn ein „klischeehafter Witz“ ist.
Jeder Zweite (47 Prozent) der Befragten gibt an, in den vergangenen fünf Jahren schon einmal einer rassistischen Aussage im Alltag widersprochen zu haben. Dennoch lässt sich – bezogen auf bestimmte Wahrnehmungen von Rassismus – auch ein gewisses Abwehrverhalten in der Bevölkerung beobachten. Fast die Hälfte aller Befragen (44,8 Prozent) stimmte tendenziell der Aussage zu, dass „Rassismusvorwürfe und politische Korrektheit“ die Meinungsfreiheit einschränken.
Es sei wichtig, dass mit dem Rassismusmonitor endlich verlässliche Daten zum Umfang des Problems vorlägen, sagte der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Gökay Sofuoglu, und mahnte ausreichend Mittel für Antirassismus-Projekte an. „Wenn der Haushalt 2022 so bleibt, lässt die Bundesregierung die Opfer von Rassismus de facto für dessen Bekämpfung zahlen.“ Bei Verhandlungen mit staatlichen Stellen habe er zuletzt wiederholt erlebt, dass dieses Thema unter Verweis auf die Kosten der Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine „immer wieder nach hinten geschoben“ werde./abc/DP/eas © 2022 dpa-AFXhttps://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970220-roundup-2-studie-90-prozent-der-bevoelkerung-sieht-rassismus-in-deutschland-016.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55966988-roundup-studie-90-prozent-der-bevoelkerung-sieht-rassismus-in-deutschland-016.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55965967-studie-fast-jeder-zweite-hat-rassismus-schon-persoenlich-wahrgenommen-016.htm

GESELLSCHAFT / WISSENSCHAFT – Klimakrise – Zu Widerstand aufrufende Wissenschafter „neues Phänomen“ – Wissenschafter Kalmus fesselte sich an die Eingangstüren einer US-Bank – UNO-Generalsekretär Guterres hielt Brandrede – Globale Widerstandsbewegung – Politologe Steurer: angemessene Notwehrreaktion – 5.5.2022
In den vergangenen Wochen haben Klimaforscherinnen und Klimaforscher weltweit zu zivilem Ungehorsam aufgerufen und sich auch selbst an Protesten gegen die Klimapolitik beteiligt. Für den Politologen Reinhard Steurer, Professor für Klimapolitik an der BOKU Wien, handelt es sich um eine „relativ neues Phänomen“, wie er der APA sagte. Eine Rolle gespielt hat dabei auch die Rede von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres Anfang April bei der Vorstellung des jüngsten IPCC-Berichts.
*** Wissenschafter Kalmus fesselte sich an die Eingangstüren einer US-Bank
„Es gab zwar schon früher kleinere Bewegungen und einzelne Aktionen von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, als globale Bewegung mit Aufsehen erregenden Aktionen ist das aber neu“, so Steurer. Für ihn sei der Protest auch nicht weiter verwunderlich. Die Forscher würden aktiv, „weil gerade sie genau wissen, dass die Klimakrise mittlerweile weiter in einen Klimanotstand eskaliert ist“, die politischen Reaktionen aber nach wie vor höchst unzulänglich seien.
Einer der bekanntesten Demonstranten der vergangenen Wochen war der NASA-Klimawissenschafter Peter Kalmus. Am Mittwoch, den 6. April, fesselte er sich gemeinsam mit anderen Wissenschaftern an die Eingangstüren der US-Bank JP Morgan Chase in Los Angeles, weil das Geldhaus neue fossile Projekte finanziert. Die Verhaftung nahm er in Kauf. „Ich bin bereit ein Risiko für diesen großartigen Planeten einzugehen“. Als er sagt, er tue das für seine beiden Söhne, bricht ihm die Stimme.
*** UNO-Generalsekretär Guterres hielt Brandrede
Zwei Tage zuvor hatte UNO-Chef Guterres in einer Brandrede zu einer Art Revolution aufgerufen. „Wir stehen in der Schuld junger Menschen, der Zivilgesellschaft und indigener Gemeinschaften, die Alarm geschlagen und die Politiker zur Verantwortung gezogen haben. Wir müssen auf ihrer Arbeit aufbauen, um eine Graswurzelbewegung zu gründen, die nicht ignoriert werden kann.“
Für Steurer sei Guterres „einer der wenigen Politiker, der die Warnungen der Wissenschaft ernst nimmt und in eigene Worte fast“. Guterres‘ Aufruf zum Widerstand dürfte den Protesten zusätzlichen Schwung verliehen haben: „Natürlich bestärkt und legitimiert er damit jene Teile der Klimabewegung, die sich nicht mehr mit offenbar zu wenig wirksamen Stellungnahmen und Demonstrationen begnügen“, so Steurer.
*** Globale Widerstandsbewegung
Wie Steurer erklärt, ist Kalmus Teil einer globale Bewegung von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, die sich dem zivilen Widerstand verschrieben haben. Diese Bewegung gebe es bereits seit September 2020, sei aber erst 2022 aufgrund der IPCC-Berichte und der global vernichtenden Bilanz der Klimapolitik lautstark in Erscheinung getreten. An dieser Bewegung würden sich tausende Forscher aller Karrierestufen, von Doktoratsstudierenden bis hin zu erfahrenen Wissenschaftern, beteiligen.
*** Politologe Steurer: angemessene Notwehrreaktion
Für Steurer handelt es sich bei den Protesten „um eine angemessene Notwehr-Reaktion von jenen, die schon heute wissen, wie groß die Katastrophe in wenigen Jahren werden wird, wenn sich unser Kurs nicht grundlegend ändert. Da geht es dann nicht nur um Dürren und Überschwemmungen, sondern um Millionen Tote durch Hitze und Ernteausfälle.“
Der Wiener Politikwissenschafter erwartet, dass die Proteste noch heftiger werden. „Man muss kein Hellseher sein um zu sehen, dass sich der Klimanotstand weiter zuspitzen und politischen Reaktionen darauf unangemessen bleiben werden. Solange das so ist, werden sämtliche Formen des Widerstands weiter zunehmen.“
Steuer kann den Aktionen etwas Positives abgewinnen. „Das ist ein gutes Zeichen, denn solange sich jene, die am meisten über den Klimanotstand wissen, mit hohem persönlichem Einsatz dagegen stellen und dafür sogar ihre berufliche Laufbahn riskieren, haben sie noch nicht aufgegeben.“
https://science.apa.at/power-search/15657600253121061755

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INTERNATIONAL – IfW: Welthandel stabilisiert sich – Folgen des Lockdowns in Shanghai bleiben überschaubar – RUsslands Handel in Bodenbildung – Schiffsbewegungen in Deutschland im Aufwind – 5.5.2022
KIEL/BERLIN (Dow Jones)–Der Warenverkehr hat sich im April laut dem jüngsten Kiel Trade Indicator in zahlreichen Volkswirtschaften stabilisiert. Laut dem jüngstem Datenupdate für April dürfte der Welthandel im Vergleich zum Vormonat preis- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent zulegen, gab das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) bekannt. Einen vergleichbaren Zuwachs habe es zuletzt im Januar gegeben, vor Kriegsausbruch.
*** Schiffsbewegungen in Deutschland im Aufwind
Für Deutschland lassen die Schiffsbewegungen laut IfW auf eine positive Entwicklung gegenüber dem März schließen, sowohl die Exporte mit plus 3,2 Prozent als auch die Importe mit plus 1,4 Prozent liegen nach den Berechnungen im Plus. Gleiches gelte für die EU, ihre Exporte dürften um 0,7 Prozent steigen, ihre Importe um 1,1 Prozent.
„Die ersten Schockwellen der russischen Invasion in der Ukraine für den globalen Warenaustausch sind offenbar verdaut, und die Handelsdaten im April stabilisieren sich. Fast alle wichtigen Volkswirtschaften können Zuwächse oder zumindest eine Seitwärtsbewegung erwarten“, sagte der Leiter des Kiel Trade Indicator, Vincent Stamer.
*** Folgen des Lockdowns in Shanghai bleiben überschaubar
In den USA dürften die Exporte im April mit einem Zuwachs von 5 Prozent klar im positiven Bereich liegen, für die Importe zeichne sich ein Minus von 1,4 Prozent ab. In China deute sich sowohl bei den Exporten mit 0,0 Prozent Veränderung als auch bei den Importen mit 0,9 Prozent Minus eine Stagnation und damit ein Handel auf Märzniveau an. „Der Lockdown in Shanghai bremst zwar Chinas Exportwachstum aus, Rückgänge im Handel scheinen sich aber auf den Hafen von Shanghai zu beschränken“, sagte Stamer.
Der Abstand der Warenausfuhren habe sich im Vergleich zu Chinas übrigen Häfen auf ein Minus von rund 25 Prozent eingependelt. „Trotz Lockdown verlassen immer noch ein Großteil aller Güter den Hafen, das ist ein gutes Zeichen für die weltweiten Lieferketten“, so Stamer. Die weltweiten Staus im Containerschiffnetzwerk verharrten auf hohem Niveau, rund 11 Prozent aller weltweit verschifften Waren steckten im Stau.
*** Russlands Handel in Bodenbildung
Für Russlands Handel zeichne sich im April eine Bodenbildung nach den teils herben Einbrüchen der vergangenen drei Monate ab. Im Vergleich zum März dürften die Exporte nur moderat um 1,6 Prozent zurückgehen, und die Importe könnten um 2,3 Prozent zulegen. Russland beginne womöglich damit, Importe aus Europa mit Importen aus Asien zu substituieren. „Dafür spricht, dass im Hafen von Novorossiysk im Schwarzen Meer zuletzt wieder deutlich mehr Containerschiffe eingelaufen sind, wohingegen der in den Europahandel eingebundene Hafen von St. Petersburg weiter Rückgänge verzeichnet“, so Stamer. „Dies könnte ein erstes Indiz für Handelsumlenkungen sein.“ DJG/ank/brb © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55965261-ifw-welthandel-stabilisiert-sich-015.htm

INTERNATIONAL – Ölallianz Opec+: Trotz Sanktionen kein Anzeichen für Strategiewechsel – 5.5.2022
WIEN (dpa-AFX) – Die Ölproduktionsländer der Gruppierung Opec+ beraten am Donnerstag vor dem Hintergrund des angekündigten EU-Embargos auf russisches Öl über ihre künftige Förderpolitik. Vor der Online-Sitzung der Allianz gab es keine Anzeichen, dass die bisherige Strategie der vorsichtigen monatlichen Produktionsausweitungen aufgegeben wird, um russische Ausfälle auszugleichen. Laut Analysten ist vorgesehen, die tägliche Fördermenge der Opec+ im Juni erneut um 432 000 Barrel (1 Barrel 159 Liter) zu erhöhen.
Im Rahmen der Opec+ kooperiert die von Saudi-Arabien dominierte Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit einer von Russland angeführten Gruppe von Partnerländern. Opec-Generalsekretär Mohammad Sanusi Barkindo ließ am Mittwoch keine Zweifel, dass seine Organisation trotz der russischen Invasion in die Ukraine hinter der Allianz steht. Die Zusammenarbeit, wie sie in der Opec+ gepflegt werde, „sichert die ungestörte, stabile und sichere Energieversorgung für die ganze Welt“, sagte er in Wien.
Laut dem am Mittwoch präsentierten Vorschlag der EU-Kommission soll die Einfuhr von russischem Rohöl innerhalb von sechs Monaten auslaufen, der Import von Erdölprodukten innerhalb von acht Monaten./al/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55962333-oelallianz-opec-trotz-sanktionen-kein-anzeichen-fuer-strategiewechsel-016.htm

BÖRSEN – ANALYSE – Bondmisere: der Absturz der Anleihen – Chart des Tages * Analysekranz am Ende des Beitrags– 5.5.2022
Von Frank Heiniger
GRPAHIK: https://www.fuw.ch/wp-content/uploads/2022/05/screenshot-2022-05-03-224235-640×390.jpg
Für Anleiheninvestoren sind es wahrlich keine erfreulichen Zeiten. Mit der vielerorts erwarteten respektive bereits umgesetzten Straffung der Geldpolitik sowie dem allgemeinen Anstieg der Marktzinsen sind die Bondnotierungen massiv unter Druck geraten.
Wie stark Anleihen gelitten haben, illustriert der Bloomberg US Aggregate Bond Market Total Return Index, der das für Anleger zugängliche Bonduniversum in den USA abbildet und dabei verschiedene Marktsegmente mit Anlagequalität (Investment Grade) umfasst – darunter Staats- und Unternehmensanleihen sowie bestimmte hypothekarbesicherte Wertpapiere (MBS, Mortgage Backed Securities).
Wie der obige Chart zeigt, ist der Index (blaue Linie) 8,5% unter den 200-Tages-Durchschnitt (orange Linie) gefallen. Einen so raschen Kursverfall der Anleihenbenchmark hat es – zumindest über den von den Analysten betrachteten Zeitraum von mehr als dreissig Jahren – noch nie gegeben. Der aktuelle Abschlag ist mehr als doppelt so gross wie der bisher verzeichnete Rekord von knapp über 4%. (Quelle der Grafik: Bespoke Investment)
https://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-2304
SIEHE DAZU AUCH:
=> Zinsängste: grottentiefer US-Realtzins – Chart des Tages – 2.5.2022
GRAPHIK: https://www.fuw.ch/wp-content/uploads/2022/05/ds-realer-us-leitzins-640×463.png
https://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-2302
=> Annus horribilis für Anleihen, aber nicht überall – Anleihen aus Südamerika und Osteuropa mit hohen Renditen – Chart des Tages – 27.4.2022
GRAPHIK: https://www.fuw.ch/wp-content/uploads/2022/04/em-bonds-1.png
https://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-2299

BÖRSE – Ölpreise geben nach – Brent sank um 0,58 auf 109,55 und WTI um 0,75 auf 107,06 USD je FassOpec+ bestätigt zurückhaltende Förderpolitik – 5.5.2022
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) – Die Ölpreise haben nach deutlichen Vortagsgewinnen am Donnerstag etwas nachgegeben. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 109,55 US-Dollar. Das waren 58 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 75 Cent auf 107,06 Dollar.
Unbeeindruckt von den Plänen für ein EU-Embargo gegen russisches Öl hält die Allianz Opec+ an ihrer Strategie einer nur vorsichtigen Ausweitung der Produktion fest. Die von Saudi-Arabien und Russland dominierte Gruppe will nach eigenen Angaben vom Donnerstag im Juni 432 000 Barrel am Tag zusätzlich aus der Erde holen. Dieser eher moderate Schritt sei schon deshalb geboten, weil die Probleme mit der Pandemie anhielten, spielte das Kartell auf die Situation in China an. Damit kann die EU zunächst nicht damit rechnen, dass die Opec-Mitglieder etwaige Lieferausfälle von russischem Öl kompensieren.
Am Vortag hatten die Ölpreise deutlich zugelegt. Auslöser war die Aussicht auf ein EU-Embargo für russisches Rohöl. Die EU-Kommission schlägt vor, den Bezug als Sanktion wegen des Angriffs auf die Ukraine innerhalb eines halben Jahres auslaufen zu lassen. Die Mitgliedsländer müssen dem Vorschlag aber noch einstimmig billigen, was noch nicht sicher ist.
Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verweist auf einen Aspekt des möglichen neuen EU-Sanktionspakets: „Demnach soll es in Europa ansässigen Unternehmen künftig verboten werden, Öllieferungen aus Russland über den Seeweg zu transportieren und diese zu versichern.“ Davon wären alle Öllieferungen betroffen und nicht nur die nach Europa. „Diese Sanktion hätte somit weitreichendere Folgen für den Ölmarkt als das sich abzeichnende EU-Ölembargo“, schreibt Fritsch. Der Großteil der Versicherungen im Schiffsverkehr unterliege europäischem Recht./jsl/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55972804-oelpreise-geben-nach-opec-bestaetigt-zurueckhaltende-foerderpolitik-016.htm
ENERGIEPREISE UND NAHRUNGSMITTEL – Klicke auch “see more on advanced chart”, wähle Chartdarstellung (Candles)
Light Crude Oil Futures
https://www.tradingview.com/symbols/NYMEX-CL1!/
Natural Gas
https://www.tradingview.com/symbols/NYMEX-NG1!/
ÜBERSICHTEN
Futures Markets/Energy
https://www.tradingview.com/markets/futures/quotes-energy/
Futures Markets /Agricultural
https://www.tradingview.com/markets/futures/quotes-agricultural/

BÖRSE – US-Anleihen weiten Verluste aus – Rendite steigt über 3 Prozent – Rendite für zehnjährige Staatspapiere steigt auf 3,07 [Vortag: 2,94] Prozent – 5.5.2022
NEW YORK (dpa-AFX) – US-Staatsanleihen haben am Donnerstag im Handelsverlauf ihre Kursverluste spürbar ausgeweitet. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel zuletzt um 0,93 Prozent auf 118,05 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere stieg auf 3,07 Prozent./ck/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55974028-us-anleihen-weiten-verluste-aus-rendite-steigt-ueber-3-prozent-016.htm
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https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55974331-maerkte-usa-wall-street-stuerzt-mit-konjunktursorgen-ab-015.htm
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10-Year Break Even Inflation
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US Government Bonds 10 YR Yield
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Dow Jones Futures
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BÖRSEN – Deutsche Anleihen: Deutliche Kursverluste – Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg auf 1,04 [Vortag: 0,97] Prozent – Doch stärkere FED-Zinsschritte erwartet – Bank of England erhöht Leitzinsen auf 1,00 Prozent – 5.5.2022, 17:35
FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Donnerstag deutlich nachgegeben. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel um 0,78 Prozent auf 152,37 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg auf 1,04 Prozent.
Der Bund-Future gab zeitweise Gewinne ab und drehte deutlich in die Verlustzone. Gestützt worden waren die Anleihekurse zunächst durch Äußerungen aus den Reihen der US-Notenbank Fed. Zwar hatte die Fed ihren Leitzins am Vorabend zur Bekämpfung der hohen Inflation deutlich um 0,5 Prozentpunkte angehoben und weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt. Fed-Chef Jerome Powell erteilte aber der an den Märkten gehandelten Möglichkeit noch stärkerer Schritte um beispielsweise 0,75 Punkte eine Absage.
Am Nachmittag setzte dann eine Gegenbewegung ein. Laut Händlern wächst die Erwartung, dass die US-Notenbank doch noch stärker die Zinsen anheben muss. So stiegen die Renditen für zehnjährige US-Anleihen um 0,15 Prozentpunkte auf 3,09 Prozent.
Die Bank of England hat unterdessen den Leitzins wie erwartet auf 1,00 Prozent angehoben. Der Ausblick auf weitere Zinserhöhungen fiel jedoch verhaltener als erwartet aus. Die meisten Notenbanker seien der Ansicht, dass eine weitere Straffung zu einem gewissen Grad notwendig sei, heißt es in der Erklärung der Notenbank. Die Formulierung deutet darauf hin, dass einige Zentralbanker für eine vorsichtigere Geldpolitik eintreten. Die Renditen gerieten zunächst deutlich unter Druck. Sie erholten sich jedoch zuletzt wieder./jsl/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55972273-deutsche-anleihen-deutliche-kursverluste-016.htm
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BÖRSEN – Aktien Wien Schluss: Aktien von Verbund und EVN brechen ein – Hehammer-Aussagen als Kursbelastung: überproportionale Öl-Preis-Gewinne von Energieunternehmen sollen abgeschöpft werden – 5.5.2022, 18:17
WIEN (dpa-AFX) – Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag mit massiven Verlusten präsentiert. Der ATX gab um beachtliche 3,24 Prozent auf 3151,27 Punkte nach. Auch an den europäischen Leitbörsen gab es nach klaren Verlaufsgewinnen zum Sitzungsende überwiegend Rückgänge zu sehen, nachdem im Späthandel eine sehr schwache Stimmung an der Wall Street europaweit die Aktienkurse belastet hatten.
Die Produktivität in der US-Wirtschaft ist im ersten Quartal deutlicher eingebrochen als befürchtet und sank so stark wie seit dem Jahr 1947 nicht mehr. Diese Entwicklung übte Druck auf die US-Börsen aus.
Auf dem heimischen Leitindex lasteten zusätzlich vor allem die satten Verluste der Energiewerte. Die Verbund-Aktie rasselte um fast 13 Prozent in die Tiefe. Als kursbelastend werteten Marktbeobachter Aussagen von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP). Die Bundesregierung denke darüber nach, wie Gewinne von Firmen mit Staatsbeteiligung, die überproportional von der Krise profitieren, gesetzlich abgeschöpft werden können.
Als Beispiel nannte Nehammer in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ hohe Gewinne bei der Stromproduktion aus Wasserkraft, wo nun die hohen Gaspreise der Maßstab für den Strompreis sind. 51 Prozent des Grundkapitals vom Verbund befinden sich im Eigentum der Republik Österreich. Die Aktie des niederösterreichischen Stromversorgers EVN rutschte um mehr als sieben Prozent ab. Das Land Niederösterreich ist mit 51,0 Prozent Mehrheitseigentümer der EVN. Die OMV-Aktie büßte 2,8 Prozent ein. Hier ist mit 31,5 Prozent die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) beteiligt.
Abwärts ging es auch mit den Papieren der schwergewichteten Banken, nachdem sie im Verlauf noch positive Vorzeichen aufgewiesen hatte. Bawag verbilligten sich um 0,9 Prozent und die Aktionäre der Erste Group mussten ein Minus von 2,1 Prozent verbuchen. Raiffeisen Bank International gaben weitere 0,9 Prozent ab, nachdem die Titel bereits am Vortag nach Zahlenvorlage um vier Prozent verloren hatten.
Die Meldungslage auf Unternehmensebene gestaltete sich recht dünn. Erst zum Wochenausklang wird Polytec Erstquartalszahlen für 2022 vorlegen. Im Vorfeld verbuchte die Aktie des Autozulieferers ein Minus in Höhe von 1,6 Prozent.
Von Analystenseite meldete sich Raiffeisen Research und revidierte das Kursziel für die Aktien der AMAG von 41 Euro auf 38,50 Euro nach unten. Die neutrale Anlageempfehlung „Hold“ für die Papiere des Aluminiumkonzerns wurde beibehalten. Die AMAG-Aktie schloss mit plus 0,6 Prozent auf 35,00 Euro./ste/sto/APA/ngu © 2022 dpa-AFX
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ZENTRALBANKEN – ANALYSE – Besser als nichts? Geldmenge steuert nicht die Inflation – Langfristiger realer Zins ohne stabiles Gleichgewichtsniveau – Inflationserwartungen haben keinen Einfluss auf die geldpolitische Steuerung der Inflation – Crux für Notenbanker: „Keine Beziehung zwischen Geldmenge und Inflation oder Inflationserwartungen und Inflation“ – 5.5.2022
Von Martin Lüscher
GRAPHIK: https://www.fuw.ch/wp-content/uploads/2022/05/unnamed-640×314.png
In der Ökonomie gibt es viele Theorien. Praxistauglich sind sie aber leider nicht immer. Das gilt beispielsweise für die Theorie, dass Inflation ein monetäres Problem ist. Dass also ein hohes Geldmengenwachstum die Inflation antreibt.
Wie der unabhängige Finanzmarktstratege Joachim Klement schreibt, gibt es «weder einen stabilen Zusammenhang zwischen Geldangebot und Inflation noch zwischen Inflation und langfristigen Zinsen». Das bestätigt der Blick auf die Geschichte von Grossbritannien.
Führte Ende des 19. Jahrhunderts ein Anstieg des Geldangebots um 1% zu einer Inflationssteigerung von 4%, beträgt die Steigerung heuer nur noch 0,08% (grüne Linie und linke Skala). «Experten, die behaupten, dass das Drucken von Geld durch die Zentralbanken zu Inflation führt, sollten nicht ernst genommen werden», urteilt Klement entsprechend.
Doch es kommt noch schlimmer. Die blaue Kurve (rechte Skala) zeigt den realen langfristigen Zins. Dieser ist grossen Schwankungen unterworfen und laut Klement nicht stationär – er hat also kein Gleichgewicht. Das ist ein Problem, suchen die Währungshüter doch den neutralen Zins – bei welchem die Inflation in Schach und die Arbeitslosenrate niedrig gehalten werden kann.
Die blaue Kurve zeigt gemäss Klement zwar nicht den neutralen Zins, komme ihm jedoch sehr nahe. «Wir können den neutralen Zins aber nicht nur nicht messen, sondern er verändert sich im Laufe der Zeit und nähert sich nie einem stabilen Gleichgewichtsniveau – nicht einmal auf sehr, sehr lange Sicht.»
Zusammen mit der Erkenntnis, dass Inflationserwartungen keinen Einfluss auf die Inflation haben, sehen sich Währungshüter in den Worten von Klement mit folgendem Problem konfrontiert: «Die Zentralbanker versuchen, die Inflation zu steuern, indem sie den neutralen Zins anpeilen, den sie anhand der Inflationserwartungen bestimmen und durch Anpassung der Geldmenge über Änderungen der Leitzinsen beeinflussen. Leider gibt es keine Beziehung zwischen Geldmenge und Inflation oder Inflationserwartungen und Inflation, und die Höhe des neutralen Zinses ändert sich ständig.»
Besser als nichts?
(Quelle der Grafik: Jorda et al. (2017), Macrohistory Database via Klement on Investing)
https://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-2305

ZENTRALBANKEN – KOMMENTAR – Inflation ohne Anker – Die Gefahr der zwei Spiralen – Auf langfristige Erwartungen fixiert – Überschiessen bewirkt Lohndruck – 5.5.2022
Von Philippe Béguelin, FuW-Ressortleiter
Wenn die Inflationserwartungen verankert sind, ist alles gut – so der Glaubenssatz. Doch er bringt Unsicherheit und wird nun demontiert.
Ein Glaubenssatz der Geldpolitik wankt. Er besagt: Die erwartete Inflation prägt die aktuelle Inflation. Solange die Erwartungen das Ziel der Notenbank anpeilen, ist alles gut. Andernfalls bricht Hektik aus, wie bei der Europäischen Zentralbank, als sie 2014 das Anleihenkaufprogramm ansagte, das den Frankenschock auslöste. Oder die Märkte sind verunsichert, weil die US-Notenbank angesichts der moderaten Erwartungen weiter darauf beharrt, die hohe Inflation sei vorübergehend.
Doch die Doktrin wird jetzt zerpflückt, und zwar ausgerechnet von einem Ökonomen des Federal Reserve. Falls der Dissident die führenden Währungshüter – inklusive seines Chefs Jerome Powell – nicht über­zeugen kann, könnte die Inflation hartnäckig hoch bleiben.
Powell verficht den Glaubenssatz, so auch am jährlichen internationalen Notenbanktreffen in Jackson Hole im vergangenen August: Das geldpolitische Konzept betone, dass es für maximale Beschäftigung und Preisstabilität wichtig sei, die langfristigen Inflationserwartungen bei 2% zu verankern. Solange die Erwartungen verankert seien, könne und solle die Geldpolitik über temporäre Inflationsschwankungen hinwegsehen – dies sei die «allgemeine Auffassung» unter Währungshütern und Analysten.
Der Dissident entgegnet: «Die etablierte Wirtschaftstheorie ist voll von Ideen, von denen ‹jeder weiss›, dass sie wahr sind, die tatsächlich aber völliger Unsinn sind.»
*** Die Gefahr der zwei Spiralen
Die Analyse des Kritikers läuft darauf hinaus, dass die Notenbank seit Jahrzehnten auf das Falsche fokussiert. Den Aufsatz hat das Fed aber nicht etwa zurückge­wiesen, sondern selbst publiziert, auch wenn in der Fussnote – wie bei solchen Studien von Mitarbeitern ­üblich – vermerkt ist, das Erscheinen signalisiere keine Zustimmung des Direktoriums.
Gemäss Doktrin droht Gefahr, wenn die Arbeitnehmer annehmen, dass die Konsumentenpreise steigen werden, denn dann fordern sie mehr Lohn. Zunehmende Lohnkosten versuchen die Unternehmen mit höheren Verkaufspreisen aufzufangen, und voilà, die Lohn-Preis-Spirale kommt in Schwung.
Wenn umgekehrt, wie in den Jahren vor Corona, die erwartete Inflation niedrig ist oder fällt, fürchten Notenbanker eine Deflationsspirale. So rechtfertigte der damalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, das mächtige Anleihenkaufprogramm, das seit Anfang 2015 – mit einer Pause 2019 – bis heute läuft.
Draghi bereitete die Finanzgemeinde im Sommer 2014 in Jackson Hole vor: «Im August zeigen die Märkte ein Absinken der Inflationserwartungen über alle Horizonte.» Es war das erste Mal, dass er von seinem Mantra abkehrte, die Inflationserwartungen seien nahe beim EZB-Ziel von knapp 2% «fest verankert».
Während also die Finanzkrise 2008 und die Eurokrise ab 2010 die EZB nicht dazu bewogen, über längere Zeit planmässig Obligationen zu kaufen, waren die fallenden Inflationserwartungen vier Jahre später Grund genug. Das bekam vor allem die Schweiz zu spüren. Mit dem Anleihenkauf forcierte die EZB eine breite Euroschwäche, wogegen die Nationalbank nicht auf Dauer ankämpfen wollte und deshalb den Mindestkurs von 1.20 Fr./€ aufgab.
Der Dissident – Jeremy Rudd ist seit 1999 Ökonom beim Fed und derzeit Senior Adviser – seziert die massgebenden Theorien. Sie basieren auf Arbeiten der Nobelpreisträger Milton Friedman, Robert Lucas und Edmund Phelps aus den Siebzigerjahren. Die Annahmen dahinter erweisen sich teilweise alsunrealistisch – manchmal sogar als überraschend plump. Rudd fragt im Titel seiner Studie: «Why do we think that inflation expectations matter for inflation? (And should we?)»
Ein Beispiel aus der Theoriewelt: Bei Lohnverhandlungen antizipieren die Arbeitnehmer ihr künftiges reales Einkommen. Sie berücksichtigen also die erwartete Inflation und haben gemäss Fachjargon keine Geldillusion. Die Arbeitgeber hingegen schon, sie merken nicht, wenn die erwartete Inflation steigt, und bezahlen höhere Löhne. So kommt die Inflationsspirale in Gang.
*** Auf langfristige Erwartungen fixiert
Zu fragwürdigen Annahmen kommt eine grundlegende Diskrepanz: In den Theorien gemäss den Nobelpreisträgern ist die treibende Kraft für höhere Löhne die kurzfristige Inflationserwartung für das nächste Jahr. Doch die heutige geldpolitische Strategie setzt auf die langfristigen Erwartungen, die verankert werden sollen. Paradoxerweise habe es eine Verwandlung gegeben, schreibt der Marktstratege Joachim Klement in einem Kommentar zum Aufsatz von Rudd – er ist bei der Londoner Investmentgesellschaft Liberum und war früher bei Wellershoff & Partners und bei UBS (…). «Eine Theorie, die auf dem einen basiert, hat sich in eine Strategie verwandelt, die vom anderen abhängt.»
Erfasst werden die Inflationserwartungen am Finanzmarkt und in der Bevölkerung. Die Umfragen der Distriktnotenbank New York, des Forschungsinstituts Conference Board und der Universität Michigan für die USA sind aber aufgrund ihrer Ausgestaltung nicht über jeden Zweifel erhaben, wie die niederländische Notenbank DNB 2016 nachgewiesen hat. Skeptiker erklären auch, in den USA müsse man bloss auf die Zapfsäule schauen: Steigt der Benzinpreis, erwarten die Leute Inflation.
Am Finanzmarkt werden für die langfristigen Erwartungen Terminkontrakte (Swaps) betrachtet. Sie beziffern, welche Inflation der Markt in fünf Jahren für die nachfolgenden fünf Jahre vorhersagt. Diese 5J5J Forward Swaps sollten durch kurzfristige Schwankungen der Teuerung nicht verzerrt sein. Ihre Aussagekraft wird aber in Frage gestellt, etwa von der Distriktnotenbank San Francisco in einer Untersuchung aus dem Jahr 2015.
*** Überschiessen bewirkt Lohndruck
Rudd findet weder in der Theorie noch in den Daten stichhaltige Gründe für die Bedeutung der Erwartungen. Er argumentiert, seit den Neunzigerjahren sei die Teuerung in den Lohnverhandlungen kaum relevant, sie sei «nicht mehr auf dem Radarschirm der Arbeitnehmer». Das entspreche der Definition von Preisstabilität des früheren Fed-Chefs Alan Greenspan: «Ein Umfeld, in dem die Inflation so gering und stabil ist, dass sie nicht wesentlich in die Entscheidungen der Haushalte und der Unternehmen einfliesst.» Dazu kommt beim Lohn die geringere Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer wegen der Globalisierung und der schwächeren Gewerkschaften. So zielt die Geldpolitik mit ihrer Fixierung auf die langfristigen Inflationserwartungen ins Leere.
In Wahrheit reagieren die Arbeitnehmer gemäss Rudd anhand ihrer Erfahrung, wenn die Inflation vom bisherigen Trend abweicht. Steigen die Preise schneller als in letzter Zeit üblich, nimmt die Kaufkraft der Kon­sumenten spürbar ab. Dann fordern Angestellte mehr Lohn und wechseln dafür auch eher die Stelle. Lässt die Teuerung nach, entspannt sich die Lage. Ausschlag­gebend ist also nicht die erwartete Inflation, sondern die erlebte Änderung der aktuellen Inflation.
In dieser Welt ist es riskant, dass das Fed seit August 2020 das Inflationsziel als Durchschnitt definiert. Eine Teuerung unter 2% wird mit einer solchen darüber kompensiert – «überschiessen» gehört zum Plan. Nach dem langen flachen Verlauf und dem Einbruch in der Coronakrise hat die US-Inflation dieses Jahr markant zugenommen, von 1,4% im Januar auf 5,3% im September. Damit wächst der Druck der Arbeitnehmer für mehr Lohn. Dauert das Überschiessen an, droht eine Lohn-Preis-Spirale, selbst wenn die langfristigen Inflationserwartungen verankert bleiben.
Der Glaubenssatz selbst ist alles andere als «fest verankert». Ohne ihn wäre es zwar für die Währungshüter noch schwieriger, sich zu orientieren. Aber sie würden wenigstens nicht mehr in die falsche Richtung schauen.
https://www.fuw.ch/article/inflation-ohne-anker

ZENTRALBANKEN – USA – ROUNDUP 2: US-Notenbank erhöht Tempo im Kampf gegen Inflation – Druck auf EZB – 5.5.2022
WASHINGTON/FRANKFURT (dpa-AFX) – Die deutliche Zinserhöhung in den USA erhöht den Druck auf Europas Währungshüter. Angesichts der höchsten Inflationsrate in den USA seit Jahrzehnten greift die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) durch: Sie erhöht ihren Leitzins um 0,5 Punkte und signalisiert eine „rasche“ weitere Straffung ihrer Geldpolitik.
Dieser entschlossene Kurs ist ein weiteres Signal an die Europäische Zentralbank (EZB), auch im Euroraum die Kurswende zu forcieren. „Frau Lagarde, so geht das!“, schrieb der Chefvolkswirt der Targobank, Otmar Lang, an EZB-Präsidentin Christine Lagarde gerichtet.
Denn auch im Währungsraum der 19 Länder hat die Inflation im April mit 7,5 Prozent ein Rekordhoch erreicht. Das ist meilenweit entfernt vom Mittelfristziel der EZB, die stabile Preise bei 2,0 Prozent Teuerung anstrebt. „Die Fed schreitet mutig voran“, kommentierte VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. „Die EZB sollte den Staffelstab jetzt übernehmen und ebenfalls deutlich machen, dass im laufenden Jahr mehrere Zinsanhebungen zu erwarten sind.“
Immerhin mehrten sich zuletzt die Anzeichen für eine baldige Kursänderung der EZB. „Jetzt reicht es nicht mehr zu reden, wir müssen handeln“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel dem „Handelsblatt“. „Aus heutiger Sicht halte ich eine Zinserhöhung im Juli für möglich.“ Zuvor sollten die Nettozukäufe von Anleihen eingestellt werden, voraussichtlich Ende Juni.
Schnabels Kollege Fabio Panetta sagte im Interview der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ (Donnerstag) zwar, die EZB könne die vor allem von hohen Energiepreisen und Lieferengpässen getriebene Inflation nicht alleine zähmen. Doch auch der Italiener sieht den Zeitpunkt für eine Abkehr von der seit Jahren ultralockeren Geldpolitik gekommen: „Unter den derzeitigen Umständen sind negative Zinssätze und Nettokäufe von Vermögenswerten möglicherweise nicht mehr notwendig“, sagte Panetta „La Stampa“. „In den nächsten Wochen werden wir entscheiden, wann im dritten Quartal die Nettoanleihekäufe enden werden. Wir werden dann über die Zinssätze entscheiden und könnten beschließen, die negativen Zinssätze zu beenden.“
Derzeit müssen Banken 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Volkswirte erwarten, dass die Notenbank mit Sitz in Frankfurt in diesem Jahr in mehreren Schritten zunächst diesen negativen Einlagensatz auf null Prozent anheben wird. In der Folge könnte dann auch der Leitzins im Euroraum, der seit mehr als sechs Jahren auf dem Rekordtief von null Prozent liegt, wieder steigen.
Die US-Inflationsrate liegt seit vielen Monaten deutlich über der von der Fed angestrebten Rate von mittelfristig zwei Prozent. Zuletzt waren es 8,5 Prozent. „Die Inflation ist viel zu hoch“, sagte Zentralbank-Chef Jerome Powell am Mittwoch vor Journalisten. „Wir handeln rasch, um sie wieder zu senken.“
Infolge der am Mittwoch angekündigten Erhöhung liegt der Leitzins in den USA nun in der Spanne von 0,75 bis 1 Prozent. Es war die zweite Erhöhung des Leitzinses seit Beginn der Corona-Pandemie – und der erste Anstieg um 0,5 Punkte seit 22 Jahren. Auch bei den nächsten Sitzungen des Zentralbankrats dürften wieder Zinserhöhungen um je 0,5 Punkte anstehen, sagte Powell. Bis Jahresende könnte der Leitzins der Fed Analysten zufolge bei oder über 2 Prozent liegen. Zudem baut die Fed von Juni an ihre Bilanzsumme ab, was den Märkten monatlich Liquidität in zweistelliger Milliardenhöhe entziehen wird.
Mit ihren Leitzinserhöhungen will die Fed Kredite verteuern, um die Nachfrage zu bremsen. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum. Für die Notenbank ist es daher ein gefährlicher Balanceakt: Sie will die Zinsen so schnell und stark anheben, dass die Inflation ausgebremst wird, ohne dabei aber gleichzeitig Konjunktur und Arbeitsmarkt abzuwürgen.
Die Finanzierungskosten etwa für Hypotheken in den USA haben sich durch die straffere Geldpolitik der Fed schon deutlich erhöht. Kritiker werfen der Zentralbank indes vor, zu spät auf den Anstieg der Preise reagiert zu haben. Ihrer Meinung nach hätte die Fed bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ihre Programme zur Unterstützung der Konjunktur aus der Corona-Krise einstellen und die Zinsen erhöhen sollen. Die Fed hatte die Inflation 2021 größtenteils noch als „vorübergehendes“ Phänomen beschrieben. Die EZB führte dieses Argument noch länger an.
Eine Herausforderung für die Notenbanken ist es, dass sie manche Ursachen der Preissteigerungen nur begrenzt beeinflussen können. „Die Geldpolitik hat nur begrenzten Spielraum, um diese importierte Inflation zu beeinflussen“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Panetta. Die Triebkräfte der Inflation seien global.
Powell erklärte, die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, etwa mit Blick auf steigende Energie- und Lebensmittelpreise, verstärkten den Inflationsdruck und dürften die Konjunktur belasten. Auch die Corona-Lockdowns in China dürften für neue Unterbrechungen der globalen Lieferketten sorgen, was sich auf Inflation und Wachstum auswirken könnte.
„Wir müssen an mehreren Fronten handeln, nicht nur durch die Geldpolitik“, mahnte EZB-Vertreter Panetta. „Die Ukraine zu unterstützen und alles in unserer Macht Stehende zu tun, damit der Krieg schnell beendet wird, ist zugleich der beste Weg, um die Inflation schnell zu senken.“/jbz/ben/DP/jsl © 2022 dpa-AFX
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ZENTRALBANKEN – GROSSBRITANNIEN – ROUNDUP: Britische Notenbank hebt Leitzins auf höchstes Niveau seit Finanzkrise – 5.5.2022
LONDON (dpa-AFX) – Die britische Notenbank bleibt angesichts der hohen Inflation auf Straffungskurs. Bei der Zinssitzung am Donnerstag hob sie den Leitzins zum vierten Mal in der Corona-Pandemie an. Der Leitzins steige um 0,25 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent, teilte die Bank of England nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses MPC in London mit. Analysten hatten den Schritt mit großer Mehrheit erwartet.
Der Leitzins in Großbritannien liegt damit so hoch wie zuletzt 2009, also während der Finanz- und Wirtschaftskrise. Eine erste Straffung hatten die Währungshüter Ende 2021 vorgenommen, weitere Schritte folgten im Februar und März. Hintergrund der strafferen geldpolitischen Ausrichtung ist die hohe Inflation, die zuletzt auf sieben Prozent gestiegen ist und damit klar über dem mittelfristigen Ziel der Notenbank von zwei Prozent liegt.
Die Notenbank kündigte zudem an, die zwecks Konjunkturstützung erworbenen Unternehmensanleihen ab September abstoßen zu wollen. Einen entsprechenden Plan für ihren wesentlich größeren Bestand an Staatsanleihen soll der Mitarbeiterstab ausarbeiten. Im August sollen erste Resultate dem geldpolitischen Ausschuss präsentiert werden. Der Wertpapierbestand der Notenbank beläuft sich auf Anleihen im Wert von knapp 900 Milliarden Pfund.
Die Zentralbank signalisierte die Notwendigkeit weiterer Zinsanhebungen, allerdings in abgeschwächter Form. Die meisten Notenbanker seien der Ansicht, dass eine weitere Straffung zu einem gewissen Grad notwendig sei, heißt es in der Erklärung der Notenbank. Die Formulierung deutet darauf hin, dass einige Zentralbanker für eine vorsichtigere Geldpolitik eintreten. Das britische Pfund reagierte darauf mit Kursverlusten, die Renditen britischer Staatsanleihen gaben ebenfalls nach.
Auf der anderen Seite sprachen sich von den neun Notenbankmitgliedern drei für eine stärkere Anhebung um 0,5 Punkte aus. In diesem Ausmaß hatte am Mittwochabend die US-Notenbank Fed ihren Leitzins angehoben. Auch andere Zentralbanken hatten zuletzt große Zinsschritte vorgenommen, um die hohe Inflation zu dämpfen. Dazu gehören etwa die Notenbanken Kanadas und Neuseelands. Die Europäische Zentralbank (EZB) zögert dagegen noch, die Zinswende einzuleiten.
Im laufenden Jahr dürfte die Inflation laut Bank of England bis auf 10 Prozent steigen und anschließend zurückfallen. Die Wirtschaft werde zwar in diesem Jahr einer Rezession entgehen, für kommendes Jahr wird aber eine Schrumpfung um 0,25 Prozent erwartet. Den Krieg in der Ukraine bezeichneten die Währungshüter als Krise in einer Abfolge sehr großer Schocks./bgf/jsl/jha/ © 2022 dpa-AFX
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ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – Bank of England hebt Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte an – 5.5.2022
Von Paul Hannon
LONDON (Dow Jones)–Die Bank of England (BoE) hat ihre Geldpolitik wie erwartet zum vierten Mal in Folge gestrafft, will nun aber offenbar vorsichtiger vorgehen, da die Sorge vor einem Abgleiten der Volkswirtschaft in eine Rezession wächst. Wie die BoE mitteilte, beschloss der geldpolitische Ausschuss (MPC), den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,00 Prozent anzuheben, was die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwartet hatten.
Sechs Mitglieder des MPC stimmten für die Anhebung auf 1,00 Prozent, während Jonathan Haskel, Catherine L. Mann und Michael Saunders jeweils für eine stärkere Anhebung auf 1,25 Prozent stimmten.
Die Zentralbank teilte außerdem mit, dass sie ihre Mitarbeiter beauftragt hat, einen Plan für den Verkauf eines Teils der Anleihen auszuarbeiten, die sie im Rahmen ihrer früheren Konjunkturprogramme gekauft hat. Dieser Plan soll im August vorgestellt werden. Die Anleiheverkäufe würden aber erst später beginnen.
Die Zentralbank deutete jedoch an, dass sie die Zinssätze in den kommenden Monaten wahrscheinlich langsamer, wenn überhaupt, anheben wird, da die sehr hohen Energiepreise, die auf den Einmarsch Russlands in der Ukraine folgten, die Kaufkraft der Haushalte schmälern und das Wirtschaftswachstum schwächen würden.
In ihrer Erklärung teilte die BoE mit, dass eine weitere Anhebung des Leitzinses in den kommenden Monaten „immer noch angemessen“ sein könnte, fügte aber hinzu, dass zwei ihrer Entscheidungsträger diese Prognose nicht unterstützten und es stattdessen für wahrscheinlich hielten, dass der Leitzins bei 1,00 Prozent bleiben würde. DJG/hab/raz © 2022 Dow Jones News
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ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – Panetta: EZB braucht für Zinsentscheidung BIP-Daten für 2. Quartal – 5.52022
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)–Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sollte nach Aussage von EZB-Direktor Fabio Panetta nur auf Basis harter Daten über eine Zinserhöhung entscheiden. In einem Interview mit La Stampa plädierte Panetta dafür, die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das zweite Quartal abzuwarten. In Betracht käme damit frühestens die Sitzung am 8. September. Manche Marktteilnehmer und Analysten spekulieren auf eine Entscheidung bereits im Juli.
„Es wäre unvorsichtig, zu handeln, ohne vorher die harten Zahlen zum BIP für das zweite Quartal gesehen zu haben, und weitere Maßnahmen zu erörtern, ohne genau zu wissen, wie sich die Wirtschaft in den nächsten Monaten entwickeln könnte“, sagte Panetta, der den geldpolitischen „Tauben“ im EZB-Rat zugerechnet wird.
Panetta sagte, die EZB verfüge derzeit nicht über die nötigen harten Daten, um die Auswirkungen des Krieges auf Nachfrage und Wachstum genau zu bewerten. „Wir sprechen hier von potenziell großen Auswirkungen: Der Rückgang des Einkommens im Euroraum aufgrund der gestiegenen Importpreise beläuft sich auf 3,5 Prozent des BIP oder rund 450 Milliarden Euro.“ Die Entwicklung des BIP im ersten Quartal spiegele die Auswirkungen des Krieges nur teilweise wider.
Um ein klares Bild zu erhalten, müssen die EZB die Zahlen für das zweite Quartal abwarten. „Unsere Geldpolitik ist datengestützt, und wir können keine Entscheidungen treffen, bevor wir die Zahlen gesehen haben“, sagte der Italiener. Panetta zufolge macht es keinen großen Unterschied, ob dies zwei oder drei Monate früher oder später geschieht. „Was zählt, ist das Signal, die Richtung, in die es geht“, sagte er.
Das hat die EZB seiner Meinung nach getan. „In den nächsten Wochen werden wir entscheiden, wann im dritten Quartal die Nettoanleihekäufe enden werden. Wir werden dann über die Zinssätze entscheiden und könnten beschließen, die negativen Zinssätze zu beenden“, sagte er. DJG/hab/brb © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55966563-panetta-ezb-braucht-fuer-zinsentscheidung-bip-daten-fuer-2-quartal-015.htm

EUROPÄISCHER STABILITÄTSMECHANISMUS – ESM schlägt Euro-Stabilisierungsfonds von 250 Mrd Euro vor – 5.5.2022
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)–Der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM hat die Schaffung eines Euro-Stabilisierungsfonds im Volumen von 250 Milliarden Euro vorgeschlagen. In einem jetzt veröffentlichten ESM-Papier heißt es: „Der ESM könnte einen Stabilitätsfonds für das Euro-Währungsgebiet einrichten, der die finanzielle und makroökonomische Stabilität sichern würde, indem er den Mitgliedstaaten des Euroraums im Falle von externen Schocks Kredite gibt.“
Die Autoren des Papiers schlagen ein Gesamtvolumen von 250 Milliarden Euro vor, was etwas mehr als 2 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung des Euroraums im Jahr 2019 wären. „Dies würde in die bestehende Darlehenskapazität des ESM passen, so dass keine zusätzlichen Garantien oder steuerfinanzierte Beiträge der Mitgliedstaaten erforderlich wären“, heißt es weiter.
Um ihren Stabilisierungseffekt zu maximieren, sollten die Darlehen eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren haben und in den ersten drei Jahren tilgungsfrei sein. Das würde dazu beitragen, dass die Rückzahlung der Darlehen die wirtschaftliche Erholung nicht untergräbt. Der Zinssatz wäre der marktübliche 10-Jahres-Satz des ESM. Kredite wären auf 4 Prozent des BIP eines Mitgliedstaates begrenzt. DJG/hab/sha © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55969156-esm-schlaegt-euro-stabilisierungsfonds-von-250-mrd-euro-vor-015.htm

ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – EZB-Direktor Panetta: Könnten Ende negativer Zinssätze beschließen – 5.5.2022
TURIN (dpa-AFX) – Die Anzeichen für eine baldige Kursänderung der Europäischen Zentralbank (EZB) angesichts der extrem hohen Inflation mehren sich. „Unter den derzeitigen Umständen sind negative Zinssätze und Nettokäufe von Vermögenswerten möglicherweise nicht mehr notwendig“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ (Donnerstag). „In den nächsten Wochen werden wir entscheiden, wann im dritten Quartal die Nettoanleihekäufe enden werden. Wir werden dann über die Zinssätze entscheiden und könnten beschließen, die negativen Zinssätze zu beenden.“
Derzeit müssen Banken 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Volkswirte erwarten, dass die Notenbank in diesem Jahr wahrscheinlich in mehreren Schritten zunächst diesen negativen Einlagensatz auf null Prozent anheben wird. In der Folge könnte dann auch der Leitzins im Euroraum, der seit mehr als sechs Jahren auf dem Rekordtief von null Prozent liegt, wieder steigen.
Im Euroraum hatte die Inflation im April mit 7,5 Prozent ein Rekordhoch erreicht. Die EZB strebt mittelfristig stabile Preise bei einer Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. „Wir sollten nicht aus den Augen verlieren, dass die Inflation durch internationale Faktoren angeheizt wird, die die Kaufkraft verringern und die Verbrauchernachfrage und die Investitionen schwächen“, sagte Panetta. „Die Geldpolitik hat nur begrenzten Spielraum, um diese importierte Inflation zu beeinflussen. Die Triebkräfte der Inflation sind global, nicht europäisch.“
Vor allem kräftig steigende Energiepreise trieben die Teuerung zuletzt nach oben. Der russische Angriff auf die Ukraine hat die Lage noch verschärft. „Wir können die Inflation nicht im Alleingang eindämmen, ohne hohe Kosten für die Wirtschaft zu verursachen. Wir müssen an mehreren Fronten handeln, nicht nur durch die Geldpolitik“, sagte Panetta. „Die Ukraine zu unterstützen und alles in unserer Macht Stehende zu tun, damit der Krieg schnell beendet wird, ist zugleich der beste Weg, um die Inflation schnell zu senken.“/ben/DP/jha © 2022 dpa-AFX
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55964525-ezb-direktor-panetta-koennten-ende-negativer-zinssaetze-beschliessen-016.htm

ZENTRALBANKEN – EUROPÄISCHE UNION – EZB/Lane: Geldpolitik muss langsam normalisiert werden – 5.5.2022
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)–Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, hat sich für eine langsame („graduelle“) Normalisierung der EZB-Geldpolitik ausgesprochen. In einer Veranstaltung des Brüsseler Think Tanks Bruegel begründete Lane das damit, dass die EZB beobachten müsse, wie veränderte Finanzierungsbedingungen die Inflationsdynamik beeinflussen. Ein weiterer Faktor seien die unklaren Auswirkungen des Kriegs gegen die Ukraine.
„Es gibt eine große Bandbreite von Schätzungen über die Auswirkungen höherer Zinssätze auf das Aktivitätsniveau und den Inflationsdruck“, sagte Lane laut veröffentlichtem Redetext. Insbesondere sei es wahrscheinlich, dass es erhebliche Wechselwirkungen zwischen Veränderungen der Finanzierungsbedingungen und anderen makroökonomischen Kräften gebe. Dementsprechend müsse die Rückkopplung zwischen den verschiedenen Schritten im politischen Normalisierungsprozess und der Inflationsdynamik in den geldpolitischen Entscheidungsprozess einbezogen werden.
Lane sagte: „Insbesondere werden sich auf dem Normalisierungspfad sowohl die Benchmark-Zinsen am Markt als auch die Kreditmargen verändern. Während sich die Elastizität der Marktzinsen auf die allmähliche Verringerung und schließlich Beendigung der Nettokäufe auf der Grundlage früherer Erfahrungen recht genau schätzen lässt, ist die Reaktion der Kreditbepreisung der Banken … auf die Normalisierung der Politik nicht sehr gut vorhersehbar und hängt von einer Reihe von Faktoren ab.“
Die Auswirkungen höherer Zinssätze und einer Verschärfung der Kreditbedingungen für die Wirtschaftstätigkeit und die Bildung von Inflationserwartungen seien ihrerseits ebenfalls mit erheblicher Unsicherheit behaftet, argumentierte der EZB-Chefvolkswirt.
Zweitens deutet Lane zufolge die große Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, des Energieschocks und der Erholung nach der Pandemie darauf hin, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Wirtschaft schnell zu einem neuen stabilen Gleichgewicht zurückfinden wird. „Daraus folgt, dass neben dem grundlegenden Normalisierungsprozess auch zyklische Faktoren für den Verlauf der Geldpolitik von Bedeutung sein dürften.“
DJG/hab/sha © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55968448-ezb-lane-geldpolitik-muss-langsam-normalisiert-werden-015.htm

ZENTRALBANKEN – TSCHECHISCHE REPUBLIK – Tschechien erhöht Leitzins auf höchsten Stand seit 1999 – Leitzins steigt um 0,75 Prozentpunkte auf 5,75 Prozent – Inflation zuletzt bei 12 Prozent – Hohe Energie- und Rohstofpreise treiben – 5.5.2022
PRAG (dpa-AFX) – Die tschechische Notenbank bleibt ihrem Ruf als besonders konsequente Zentralbank treu. Am Donnerstag hob sie ihren Leitzins weiter und zudem besonders deutlich an. Der Zins steigt um 0,75 Prozentpunkte auf 5,75 Prozent, wie die Währungshüter nach ihrer Zinssitzung in Prag mitteilten. Analysten hatten überwiegend mit einer Straffung um 0,5 Punkte gerechnet. Nach der Anhebung liegt der Leitzins so hoch wie seit 1999 nicht mehr.
Die Notenbank Tschechiens gilt als äußerst strikt, wenn es um die Bekämpfung der hohen Inflation im Land geht. Seit vergangenen Sommer hat sie ihren Leitzins um 5,5 Prozentpunkte angehoben. Die landesweite Teuerung war zuletzt auf mehr als zwölf Prozent gestiegen und liegt damit weit über dem Inflationsziel der Zentralbank von zwei Prozent. Die hohe Inflation geht überwiegend auf steigende Energie- und Rohstoffpreise zurück – eine Entwicklung, die durch den Ukraine-Krieg noch verstärkt wird./bgf/la/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970795-tschechien-erhoeht-leitzins-auf-hoechsten-stand-seit-1999-016.htm

ZENTRALBANKEN – ÖSTERREICH – OeNB rechnet für 2022 mit bis zu neun Prozent Inflation – 5.5.2022
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Inflationseinschätzung für das Jahr 2022 nach oben revidiert. Im Falle einer weiteren Verschärfung des Ukraine-Konflikts und deutlicher Gaslieferungsausfälle könnte die Inflation empfindlich ansteigen – auf bis zu neun Prozent. Das geht aus dem heute veröffentlichten OeNB-Prognoseupdate hervor.
Nach diesem Szenario würde nicht nur die Inflation sprunghaft ansteigen, sondern auch das BIP-Wachstum 2022 fast vollständig verschwinden, so OeNB-Gouverneur Robert Holzmann in der Aussendung. Erfreulich seien hingegen die Beschäftigungszahlen. Diese liegen Holzmann zufolge über dem Vorkrisenniveau, die Arbeitslosigkeit darunter. Der Arbeitsmarkt sehe so gut aus wie schon lange nicht mehr.
Hinsichtlich der Geldpolitik auf dem Euro-Geldmarkt wird seitens der OeNB mit Entscheidungen über eine etwaige erste Leitzinserhöhung im Sommer 2022 gerechnet. Seit 2016 verharrt der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) bei null Prozent. Angesichts der hohen Inflation steigt der Druck auf die Währungshüter, die Zinswende bald einzuleiten. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263913/

USA – US-Produktivität sinkt im 1. Quartal stärker als prognostiziert – 5.5.2022
WASHINGTON (Dow Jones)–Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im ersten Quartal deutlicher als erwartet gesunken, während die Lohnstückkosten überraschend stark anzogen. Laut Mitteilung des Arbeitsministeriums sank die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 7,5 Prozent, während Volkswirte ein Minus von nur 5,2 Prozent prognostiziert hatten. Den für das vierte Quartal vorläufig gemeldeten Produktivitätszuwachs von 6,6 Prozent revidierten die Statistiker auf 6,3 Prozent. Die Lohnstückkosten nahmen im ersten Quartal um 11,6 Prozent zu, erwartet worden waren 10,5 Prozent. Für das vierte Quartal wurde ein revidierter Anstieg von 1,0 (vorläufig: 0,9) Prozent gemeldet.
DJG/DJN/hab/smh © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970332-us-produktivitaet-sinkt-im-1-quartal-staerker-als-prognostiziert-015.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970218-usa-produktivitaet-bricht-staerker-ein-als-erwartet-016.htm

USA – Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe höher als erwartet – 6.5.2022
WASHINGTON (Dow Jones)–Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung ist in der Woche zum 30. April 2022 deutlicher als erwartet gestiegen. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl saisonbereinigt um 19.000 auf 200.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf nur 182.000 vorhergesagt. Für die Vorwoche wurde der Wert nach oben revidiert, und zwar auf 181.000 von ursprünglich 180.000. Der gleitende Vierwochendurchschnitt erhöhte sich um 8.000 auf 188.000. In der Woche zum 23. April erhielten 1,384 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung, 19.000 weniger als in der Vorwoche.
Tabelle: http://www.dol.gov/ui/data.pdf DJG/DJN/hab/mgo © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970114-erstantraege-auf-us-arbeitslosenhilfe-hoeher-als-erwartet-015.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55969958-usa-erstantraege-auf-arbeitslosenhilfe-steigen-ueberraschend-016.htm

CHINA – Lockdowns in China belasten europäische, in China tätige Firmen schwer – 5.5.2022
PEKING (dpa-AFX) – Die strengen Corona-Lockdowns in China belasten die Geschäfte europäischer Firmen in der Volksrepublik schwer. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Handelskammer in Peking gaben 75 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sich die strengen Eindämmungsmaßnahmen negativ auf ihren Betrieb auswirken. Fast 60 Prozent der Firmen erklärten zudem, dass sie ihre Umsatzprognose in China für das laufende Jahr reduziert haben.
Die Unternehmen beklagten vor allem Probleme im Bereich der Logistik, Lagerhaltung und Lieferketten. Auch sei es schwierig, Geschäftsreisen zu planen oder überhaupt noch persönliche Treffen durchzuführen. Auch auf Rohstoffe oder Komponenten könne man nicht immer leicht zugreifen. Zudem erweise sich die Auslieferung fertiger Produkte innerhalb Chinas als schwierig.
„Der chinesische Markt hat für viele Befragte eine beträchtliche Menge an Anziehungskraft verloren“, schrieb die Kammer. Für 78 Prozent der Firmen sei China durch die Corona-Maßnahmen zu einem weniger attraktiven Investitionsziel geworden.
Die Handelskammer forderte die chinesische Regierung dazu auf, Änderungen vorzunehmen, um das Vertrauen in den chinesischen Markt wiederherzustellen. Statt weiterhin an einer strikten Null-Corona-Politik festzuhalten, müsse mehr unternommen werden, um den älteren Teil der Bevölkerung zu impfen. Auch empfahl die Kammer den Behörden, mRNA-Impfstoffe zuzulassen, die in China noch nicht in großen Mengen verwendet werden. Zudem sollte es positiven getesteten Menschen ohne oder mit nur leichten Symptomen ermöglicht werden, zu Hause und nicht mehr in zentralen Einrichtungen unter Quarantäne gestellt zu werden.
Auch der Krieg in der Ukraine wirkte sich auf einige Unternehmen in China negativ aus. So gaben ein Drittel der Befragten an, dass China wegen des Krieges zu einem weniger attraktiven Investitionsziel geworden sei. Auch hier wurde die Logistik als Problem genannt. Unternehmen müssen sich an neue Bedingungen anpassen, da der Schienengüterverkehr zwischen China und Europa keine Option mehr darstelle. Flugzeuge müssen den russischen und ukrainischen Luftraum umgehen, was ebenfalls zu höheren Kosten geführt habe./jpt/DP/zb
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55964287-lockdowns-in-china-belasten-europaeische-firmen-schwer-016.htm

TÜRKEI – Türkei: Inflation steigt auf knapp 70 Prozent – 5.5.2022
ANKARA (dpa-AFX) – In der Türkei zieht die Inflation auf sehr hohem Niveau weiter an. Im April stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp 70 Prozent, wie das Statistikamt am Donnerstag in Ankara bekanntgab. Analysten hatten im Schnitt mit einer Rate von 68 Prozent gerechnet. Im März hatte die Inflationsrate bei rund 61 Prozent gelegen. Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise im April um 7,25 Prozent.
Wie erheblich der Preisdruck auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen ist, zeigen die Erzeugerpreise. Sie stiegen im April um gut 121 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach knapp 115 Prozent im März. Die Erzeugerpreise liegen also mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Die Herstellerpreise beeinflussen die Lebenshaltungskosten der Verbraucher in der Regel mittelbar und mit Zeitverzug.
Die Inflationsrate in der Türkei wird durch mehrere Faktoren getrieben. Seit längerem sorgt die schwache Landeswährung Lira für erheblichen Preisauftrieb, da in die Türkei importierte Güter dadurch verteuert werden. Hinzu kommen erhebliche Probleme in den internationalen Lieferketten, die etwa Vorprodukte teurer werden lassen. Auch steigen die Preise vieler Rohstoffe, nicht zuletzt wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Die türkische Notenbank stemmt sich gegen die Entwicklung nicht mit Zinsanhebungen, sondern hat die Zinsen trotz hoher Inflationsraten sogar gesenkt./bgf/la/eas
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55964523-tuerkei-inflation-steigt-auf-knapp-70-prozent-016.htm

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n-tv-Liveticker zum Ukraine-Krieg – 6.5.2022
https://www.n-tv.de/politik/05-42-Polens-Vizeaussenminister-Scholz-sollte-nach-Kiew-reisen–article23143824.html

RUSSLAND – UKRAINE – Die Kriegsnacht im Überblick: Weitere Evakuierungen aus Mariupol in Aussicht – Ukraine fürchtet Landungsangriff auf Odessa *** Evakuierungsbusse fahren nach Mariupol – Sanitäter aus Mariupol bittet Erdogan um Unterstützung – Kiew: Russen wollen Asowstal bis zum 9. Mai erobern – Medien: Ukraine hat dank US-Informationen „Moskwa“ versenkt – Selenskyj bekräftigt Forderung nach Marshall-Plan für die Ukraine – Selenskyj: Bisher über 2000 russische Raketenangriffe – Ukrainer halten russische Landungsoperation bei Odessa für möglich – Das wird heute wichtig – inkl. Kartenwerk * Meldungskranz am Ende des Beitrags – 6.5.2022, 7:17
Laut UN-Generalsekretär Guterres und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyi steht eine weitere Evakuierungsaktion aus der belagerten Hafenstadt Mariupol an. Busse seien bereits auf dem Weg. Moskau will das Asowstal-Werk, in dem noch immer ukrainische Soldaten ausharren, bis zum 9. Mai erobert sehen. Davon zumindest geht die ukrainische Regierung aus. Nach Militärinformationen erscheint zudem ein Angriff auf die südöstliche Stadt Odessa vom Meer aus möglich. Darauf deuten laut ukrainischer Armee vermehrte Aufklärungsflüge russischer Drohnen hin.
*** Evakuierungsbusse fahren nach Mariupol
In der schwer zerstörten ukrainischen Hafenstadt Mariupol könnten heute weitere Zivilisten aus dem umkämpften Werk Asowstal evakuiert werden. Das teilten sowohl UN-Generalsekretär António Guterres als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend mit. Einzelheiten wurden nicht genannt. „Es ist unsere Politik, nicht über die Details zu sprechen, bevor sie abgeschlossen ist, um einen möglichen Erfolg nicht zu untergraben“, sagte Guterres. Nach ukrainischer Darstellung sind bereits Busse in Richtung Mariupol unterwegs.
In dem Stahlwerk, der letzten Bastion der Verteidiger von Mariupol, warten nach ukrainischen Angaben noch rund 200 Zivilisten auf eine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Bei zwei vorherigen Evakuierungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurden etwa 500 Menschen aus Mariupol und Umgebung auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet nach Saporischschja geholt.
*** Sanitäter aus Mariupol bittet Erdogan um Unterstützung
Ein Sanitäter aus dem Werk Asowstal bittet den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan um Unterstützung. „Beenden Sie diesen Alptraum“, bat der Mann, der sich als muslimischer Krim-Tatare mit dem Namen Hassan zu erkennen gab, in einer Videobotschaft. „Hier sterben Menschen, die einen durch Kugeln, die anderen vor Hunger, die Verwundeten aus Mangel an Medikamenten, unter schrecklichen Bedingungen.“ Er bat den türkischen Staatschef um Vermittlung in dem Konflikt, um Überwachung der Evakuierung der Menschen aus dem Werk, auch von ukrainischen Militärs.
*** Kiew: Russen wollen Asowstal bis zum 9. Mai erobern
Russland will nach Einschätzung der ukrainischen Regierung das belagerte Stahlwerk bis Montag erobern. Präsident Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch sagte, das Asowstal-Werk solle zum 77. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai erobert werden. „Das schönste Geschenk an einen Herrscher ist der Kopf seines Gegners. Ich erkenne klar das Bestreben, Asowstal zu erobern und Putin zum 9. Mai den ‚Sieg‘ zu schenken“, wurde er von der Agentur Unian zitiert.
„Sie wollen das unbedingt, aber mal sehen, ob ihnen das gelingt“, sagte Arestowytsch weiter. Die schweren Angriffe auf das Gelände des Stahlwerks ließen die Absichten des russischen Militärs klar erkennen. Zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, der in Russland am 9. Mai gefeiert wird, ist in Moskau am Montag eine große Militärparade geplant. Für die Feier strebt Russland einen militärischen Erfolg in der Ukraine an.
*** Medien: Ukraine hat dank US-Informationen „Moskwa“ versenkt
Wie Medien berichten, halfen Geheimdienstinformationen der USA dem ukrainischen Militär dabei, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, den Raketenkreuzer „Moskwa“ zu versenken. Die US-Regierung habe aber keine Kenntnis über die Pläne der Ukraine gehabt, schreiben mehrere US-Medien wie die „Washington Post“ und die „New York Times“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.
Die „New York Times“ hatte zuvor schon berichtet, dass sich die ukrainische Armee bei ihrem Widerstand gegen Russland teilweise auf Informationen aus den USA beruft. Die ukrainische Armee nimmt etwa für sich in Anspruch, seit Beginn des russischen Angriffs zwölf russische Generäle durch gezielten Beschuss getötet zu haben. Pentagon-Sprecher John Kirby dementierte diesen Bericht.
*** Selenskyj bekräftigt Forderung nach Marshall-Plan für die Ukraine
Ungeachtet der massiven finanziellen Unterstützung des Westens für die Ukraine hält Präsident Selenskyj an seinen Gedanken über eine Art Marshall-Plan für sein Land nach dem Krieg fest. Die internationale Geberkonferenz in Warschau, die wenige Stunden zuvor etwas über sechs Milliarden Euro Unterstützung für Kiew zusammengebracht hatte, sei „ein Element unseres Schutzes, ein Element des Schutzes für ganz Europa“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache.
Das Schicksal der Ukraine und Europas entscheide sich „nicht nur auf dem Schlachtfeld“, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich, beim Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg. Die in Warschau zugesagten Milliarden seien jedoch „nur ein Teil dessen, was wirklich notwendig ist, um das normale Leben in dem gesamten Gebiet wiederherzustellen, in das Russland den Krieg gebracht hat“. „Deshalb brauchen wir ein modernes Analogon des Marshall-Plans für die Ukraine.“ Mit dem Marshall-Plan, benannt nach dem damaligen US-Außenminister George Marshall, hatten die USA in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau in Westeuropa mit Milliardensummen unterstützt.
*** Selenskyj: Bisher über 2000 russische Raketenangriffe
Die russische Armee hat in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach den Worten von Präsident Selenskyj bisher 2014 Raketen gegen diverse Ziele eingesetzt. Darüber hinaus seien seit Beginn der Invasion der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar bereits 2682 Luftangriffe registriert worden.
*** Ukrainer halten russische Landungsoperation bei Odessa für möglich
Das ukrainische Militär hält eine russische Landungsoperation an der Schwarzmeerküste in der Umgebung der Hafenstadt Odessa für möglich. Nach einer Mitteilung der regionalen Militärführung werde das Gebiet verstärkt von russischen Aufklärungsdrohnen überflogen, berichtete die Zeitung „Ukrajinska Prawda“. Zudem sei die russische Marine vor dem von ukrainischer Seite kontrollierten Küstenabschnitt weiterhin stark präsent.
*** Das wird wichtig:
Die Reiselust deutscher Politiker in Richtung Kiew nimmt Fahrt auf:
* Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte am Donnerstagabend in Berlin an, dass Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen in Kürze die ukrainische Hauptstadt besuchen wird. Ein Termin wurde vom Auswärtigen Amt nicht genannt.
* Am Wochenende wird bereits die SPD-Politikerin und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas in der Ukraine erwartet.
https://www.n-tv.de/politik/Weitere-Evakuierungen-aus-Mariupol-in-Aussicht-Ukraine-fuerchtet-Landungsangriff-auf-Odessa-article23313310.html
Siehe auch https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55976235-roundup-warten-auf-weitere-evakuierung-aus-mariupol-die-nacht-im-ueberblick-016.htm
Weitere Meldungen zum Ukraine-Krieg:
Labyrinth aus Stahl und Beton Wo die Verteidiger von Mariupol ausharren
https://www.n-tv.de/politik/Wo-die-Verteidiger-von-Mariupol-ausharren-article23290309.html
Richter zu umkämpftem Stahlwerk „Ukraine befürchtet Asowstal-Einnahme bis zum 9. Mai“
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Ukraine-befuerchtet-Asowstal-Einnahme-bis-zum-9-Mai-article23313396.html
Mit Geheimdienst-Informationen Berichte: USA halfen Ukraine bei „Moskwa“-Versenkung
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Berichte-USA-halfen-Ukraine-bei-Moskwa-Versenkung-article23313369.html
EU für modernen „Marshallplan“ Geberkonferenz sammelt Milliardenhilfe für Ukraine
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Geberkonferenz-sammelt-Milliardenhilfe-fuer-Ukraine-article23312058.html
Tipps von Geheimdiensten USA sollen bei Beschuss der „Moskwa“ geholfen haben
https://www.n-tv.de/politik/USA-sollen-bei-Beschuss-der-Moskwa-geholfen-haben-article23313154.html
Andere Meldungen
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55974435-un-generalsekretaer-weitere-evakuierung-in-mariupol-016.htm

RUSSLAND – UKRAINE – Der Kriegstag im Überblick: Kreml: Westliche Hilfe bremst Vormarsch – Putin verlangt Aufgabe der Asowstal-Kämpfer *** Moskau: Westliche Hilfen bremsen Russland – Putin verlangt Aufgabe der Asowstal-Kämpfer – Baerbock reist nach Kiew – Selenskyj lädt auch Steinmeier und Scholz ein – Putin entschuldigt sich bei Israel für Hitler-Vergleich – Lukaschenko verwundert über Kriegsdauer – Ukraine meldet Gegenoffensiven in der Region Charkiw – Geberkonferenz sammelt sechs Milliarden Euro ein – Gazprom will Nord Stream 2 zur Versorgung Russlands nutzen – * Meldungskranz am Ende des Beitrags – 5.5.2022, 20:12
Bei seinem Angriff auf die Ukraine verliert Russland offenbar mehrere Generäle. US-amerikanische Geheimdienste sollen daran keinen geringen Anteil haben – und damit das Ende des Militäreinsatzes hinauszögern, erklärt ein Kremlsprecher. Am Ausgang des Krieges soll es aber keinen Zweifel geben. Anders sieht es mit der russischen Zusage für eine Feuerpause für das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol aus. Die russischen Soldaten ließen keine Evakuierung von Zivilisten zu, sagen die ukrainischen Truppen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj räumen derweil ihren Zwist aus. Der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko wundert sich über die lange Kriegsdauer – und äußert vorsichtige Kritik an Russland. Der 71. Kriegstag im Überblick.
*** Moskau: Westliche Hilfen bremsen Russland
Russland glaubt trotz der westlichen Geheimdiensthilfe für die Ukraine an einen Sieg. „Unserem Militär ist bekannt, dass die USA, Großbritannien und die NATO als Ganzes ständig Informationen und andere Daten an die ukrainischen Streitkräfte übermitteln“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Dies trage ebenso wie die westlichen Waffenlieferungen „nicht zu einem schnellen Abschluss der Operation“ bei, ergänzte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Diese Unterstützung könne aber nicht verhindern, dass Russland seine selbstgesteckten Ziele erreichen werde.
Peskow reagierte mit seinen Aussagen auf einen Bericht der „New York Times“, demzufolge die Ukraine mithilfe von amerikanischen Geheimdienstinformationen russische Generäle tötet.
*** Putin verlangt Aufgabe der Asowstal-Kämpfer
Der russische Präsident Wladimir Putin fordert die Ukraine dazu auf, den im Asowstal-Stahlwerk verschanzten Kämpfern die Aufgabe zu befehlen. Russland sei bereit, den eingeschlossenen Zivilisten auf dem Gelände in Mariupol einen sicheren Abzug zu ermöglichen, heißt es in einer Erklärung des Präsidialamts in Moskau. Dies habe Putin Israels Ministerpräsidenten Naftali Bennett in einem Telefonat mitgeteilt.
Die Ukraine hatte Moskau zuvor vorgeworfen, gegen die vereinbarte Feuerpause zu verstoßen. Die russischen Soldaten ließen die Evakuierung von Zivilisten nicht zu, sagte Swjatoslaw Palamar, ein Kommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, in einem Telegram-Video.
*** Baerbock reist nach Kiew – Selenskyj lädt auch Steinmeier und Scholz ein
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Das bestätigte eine Sprecherin des Präsidenten. Mit dem Vorgang befasste Personen sagten zudem, dass Selenskyj sowohl Steinmeier als auch Kanzler Olaf Scholz nach Kiew eingeladen habe. Der ukrainische Präsident hatte zuvor einen Gesprächswunsch Steinmeiers wochenlang unbeantwortet gelassen.
Mit dem Gespräch und der Einladung endet ein wochenlanges Tauziehen um einen von der Ukraine abgesagten Kiew-Besuch Steinmeiers. Zunächst wird allerdings Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in die ukrainische Hauptstadt Kiew reisen. Das kündigte Bundeskanzler Scholz an. Es ist die erste Reise eines Regierungsmitglieds der Bundesregierung in das Land seit dem Überfall durch Russland.
*** Putin entschuldigt sich bei Israel für Hitler-Vergleich
Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich bei Israel für den Hitler-Vergleich seines Außenministers Sergej Lawrow entschuldigt. Dies teilte das Büro von Israels Ministerpräsident Naftali Bennett nach einem Telefonat mit Putin mit. Bennett habe die Entschuldigung angenommen und „für die Klarstellung der Einstellung des Präsidenten zum jüdischen Volk und zum Holocaust-Gedenken gedankt“.
Lawrow hatte in einem Interview behauptet, in der ukrainischen Regierung gebe es Neonazis. Bezogen auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fügte Lawrow hinzu: „Ich könnte mich irren, aber Hitler hatte auch jüdisches Blut.“
*** Lukaschenko verwundert über Kriegsdauer
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko zeigt sich verwundert über die Dauer des russischen Kriegseinsatzes. „Um ehrlich zu sein, ich hätte nicht gedacht, dass sich diese Operation so lange hinziehen würde. Aber ich stecke nicht tief genug drin, um zu sagen, ob sie nach Plan verläuft, wie die Russen sagen“, so Lukaschenko in einem Interview mit der US-Nachrichtenagentur AP. „Ich betone noch einmal, ich habe das Gefühl, dass sich diese Operation hinzieht.“ Angesprochen auf einen russischen Atomschlag gegen die Ukraine sagte Lukaschenko: „Der Einsatz von Atomwaffen ist nicht nur deshalb inakzeptabel, weil sie [die Ukrainer] direkt neben uns sind, da wir uns im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten nicht in Übersee befinden, sondern er ist auch inakzeptabel, weil er unseren Planeten zerstören könnte“, so Lukaschenko.
*** Ukraine meldet Gegenoffensiven in der Region Charkiw
Die ukrainischen Streitkräfte sind offenbar dazu übergegangen, Gegenoffensiven nahe Charkiw und der von Russland besetzten Stadt Isjum zu starten. Das sagte der ukrainische Generalstabschef Walerij Saluschnyj der Zeitung „Kyiv Independent“. Er fügte an, dass weiterhin erbitterte Kämpfe in der Nähe der Städte Popasna, Kreminna und Torske in der Region Luhansk stattfinden.
*** Geberkonferenz sammelt sechs Milliarden Euro ein
Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine hat in Warschau Zusagen von mehr als sechs Milliarden Euro erbracht. Das sagte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki zum Abschluss der gemeinsam mit Schweden organisierten Veranstaltung. Morawiecki zufolge wird das Geld „zur Unterstützung der Ukraine und all jener eingesetzt, die der Ukraine helfen“. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte weitere 200 Millionen Euro an Ukraine-Hilfe zu. Das Geld solle ukrainischen Binnenflüchtlingen zugutekommen. Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte zusätzliche 125 Millionen Euro an humanitärer Hilfe von Deutschland an. Zudem stellte EU-Ratspräsident Charles Michel Kiew einen „europäischen Marshall-Plan“ zum Wiederaufbau nach dem Krieg in Aussicht.
*** Gazprom will Nord Stream 2 zur Versorgung Russlands nutzen
Der russische Energieriese Gazprom will Teile der auf Eis gelegten Gas-Pipeline Nord Stream 2 vorerst für die Versorgung der eigenen Bevölkerung nutzen. Weil die Ostseepipeline derzeit nicht genutzt werde, habe Gazprom entschieden, „die überschüssigen russischen Gastransportkapazitäten an Land für die Entwicklung der Gasversorgung in den Regionen des Nordwestens von Russland zu nutzen“, teilte das Unternehmen mit. Die Mitteilung enthält auch eine Warnung an Berlin: Sollte sich Deutschland entscheiden, Nord Stream 2 doch noch in Betrieb zu nehmen, könne in naher Zukunft höchstens der erste Strang der unter Wasser verlegten Trasse angeschlossen werden. Der zweite Strang sei nun nicht mehr vor 2028 zu nutzen.
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Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa/rts
https://www.n-tv.de/politik/Kreml-Westliche-Hilfe-bremst-Vormarsch-Putin-verlangt-Aufgabe-der-Asowstal-Kaempfer-article23312577.html
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EU für modernen „Marshallplan“ Geberkonferenz sammelt Milliardenhilfe für Ukraine
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Geberkonferenz-sammelt-Milliardenhilfe-fuer-Ukraine-article23312058.html
„Meiner Bitte gefolgt“ Merz dankt Selenskyj für Einladung Steinmeiers
https://www.n-tv.de/politik/Merz-dankt-Selenskyj-fuer-Einladung-Steinmeiers-article23312424.html
Wilp zu Telefonat mit Selenskyj „Voraussetzungen für Steinmeier-Reise sind geschaffen“
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Voraussetzungen-fuer-Steinmeier-Reise-sind-geschaffen-article23312237.html
Intratext-Links:
https://www.n-tv.de/politik/Kreml-spielt-Rolle-westlicher-Geheimdienste-herunter-article23312087.html
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https://www.n-tv.de/politik/Asow-Kaempfer-Russen-schiessen-trotz-Waffenruhe-article23312494.html
https://www.n-tv.de/politik/Nach-Telefonat-Selenskyj-laedt-Steinmeier-und-Scholz-nach-Kiew-ein-article23311792.html
https://www.n-tv.de/politik/Baerbock-wird-nach-Kiew-reisen-article23312653.html
https://www.n-tv.de/politik/Ukraine-Krieg-Russland-wirft-Israel-vor-Nazi-Regime-in-Kiew-zu-unterstuetzen-article23305834.html
https://www.n-tv.de/politik/Lukaschenko-wundert-sich-ueber-langen-Krieg-article23312349.html
https://www.n-tv.de/politik/18-17-Putin-entschuldigt-sich-bei-Israel-fuer-Hitler-Vergleich–article23143824.html
https://twitter.com/KyivIndependent/status/1522188196599185408
Ferner:
Merz dankt Selenskyj für Einladung Steinmeiers
https://www.n-tv.de/politik/Merz-dankt-Selenskyj-fuer-Einladung-Steinmeiers-article23312424.html
Moskau meldet Tötung 600 ukrainischer Soldaten
https://www.n-tv.de/politik/Ukraine-Krieg-Moskau-meldet-Toetung-600-ukrainischer-Soldaten-article23310757.html
Jeder Fünfte glaubt an Ukraine-Verschwörung
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Gazprom Germania füllt größten Erdgasspeicher
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Andere Meldungen
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55969978-von-der-leyen-kuendigt-weitere-200-millionen-euro-fuer-ukraine-an-016.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55973168-roundup-4-steinmeier-telefoniert-mit-selenskyj-irritationen-ausgeraeumt-016.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55973003-israel-putin-entschuldigt-sich-wegen-lawrows-vergleich-016.htm

RUSSLAND – UKRAINE – GESAMT-ROUNDUP 2: Baerbock demnächst nach Kiew *** Israel: Putin entschuldigt sich für Außenminister – Geberkonferenz sammelt Milliarden für Ukraine – Stahlwerk Azovstal weiter umkämpft – Unklarheit über Fluchtkorridore – Russen melden militärische Erfolge – Beschuss in Grenzregion – US-Informationen tragen wohl zum Tod russischer Generäle bei – Sanktionen gegen Oligarchen – 5.5.2022, 21:17
BERLIN/KIEW (dpa-AFX) – Deutschland und die Ukraine haben ihre Verstimmungen wegen der geplatzten Kiew-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für beendet erklärt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte am Donnerstagabend in Berlin an, dass Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Kürze nach Kiew reisen wird. Zuvor hatten Steinmeier und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj miteinander telefoniert. Selenskyj sprach von einem „konstruktiven“ Gespräch. Das Bundespräsidialamt teilte mit: „Irritationen der Vergangenheit wurden ausgeräumt.“
Die Ukraine hatte Steinmeier Mitte April ausgeladen, kurz bevor er sich auf den Weg nach Kiew machen wollte. Dort wird dem heutigen Bundespräsidenten vorgeworfen, als Außenminister zu freundlich gegenüber Russland gewesen zu sein. Wegen der Absage an Steinmeier lehnte Scholz eine eigene Reise nach Kiew ab. Nun sprach Selenskyj eine Einladung an beide aus.
Wann genau nun Baerbock als erstes deutsches Regierungsmitglied seit Beginn des russischen Angriffskriegs in die Ukraine reisen wird, war zunächst unklar. Am Wochenende wird dort bereits Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) erwartet. Für Besuche von Steinmeier oder Scholz sind noch keine Termine bekannt.
In der Ukraine wurde auch am 71. Tag des russischen Angriffskriegs weiter gekämpft. Beide Seiten berichteten von Verlusten des Gegners. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen. In der bereits schwer zerstörten Hafenstadt Mariupol warten weiterhin mehrere Hundert Zivilisten darauf, aus einem schwer umkämpften Stahlwerk herauszukommen. Russland attackiert zunehmend auch Eisenbahnverbindungen, um Waffenlieferungen aus dem Westen zu verhindern. Der Krieg dauert bereits seit dem 24. Februar.
*** Israel: Putin entschuldigt sich für Außenminister
Russlands Präsident Wladimir Putin telefonierte am Donnerstag mit dem israelischen Regierungschef Naftali Bennett. Nach israelischen Angaben entschuldigte er sich dabei für Äußerungen seines Außenministers Sergej Lawrow, die als antisemitisch kritisiert worden waren. Bennett habe die Entschuldigung angenommen und für die „Klarstellung der Einstellung des Präsidenten zum jüdischen Volk und zum Holocaust-Gedenken“ gedankt, hieß es aus seinem Büro. Vom Kreml gab es für eine solche Entschuldigung zunächst keine Bestätigung.
Auslöser war ein Interview Lawrows im italienischen Fernsehen zum Krieg in der Ukraine. Moskau begründet den Angriff auch mit einer angeblich erforderlichen „Entnazifizierung“, obwohl Selenskyj jüdischer Abstammung ist. Lawrow sagte dazu, auch Hitler habe „jüdisches Blut“ gehabt. „Das heißt überhaupt nichts. Das weise jüdische Volk sagt, dass die eifrigsten Antisemiten in der Regel Juden sind.“ International gab es deshalb Empörung.
*** Geberkonferenz sammelt Milliarden für Ukraine
Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine-Flüchtlingshilfe in Warschau brachte Zusagen in Milliardenhöhe ein. Insgesamt seien mehr als sechs Milliarden Euro zusammengekommen, berichtete Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki. Die Europäische Union kündigte ein neues Hilfspaket von 200 Millionen Euro an. Auch Scholz kündigte weitere 125 Millionen Euro Hilfe an. Außerdem werde die Bundesregierung einen weiteren Kredit von 150 Millionen Euro vorbereiten. Aus der Ukraine sind bereits mehr als 5,6 Millionen Menschen geflohen. Zudem sind innerhalb des Landes Millionen auf der Flucht.
*** Stahlwerk Azovstal weiter umkämpft – Unklarheit über Fluchtkorridore
Die Kämpfe um das Stahlwerk Azovstal in Mariupol hielten weiter an. „Mit Unterstützung der Luftwaffe hat der Gegner seinen Angriff mit dem Ziel erneuert, das Fabrikgelände unter seine Kontrolle zu bringen“, teilte der ukrainische Generalstab mit. Der Kreml dementierte einen Sturm auf das Gelände. In dem Stahlwerk haben neben ukrainischen Kämpfern auch Zivilisten Zuflucht gesucht.
*** Russen melden militärische Erfolge – Beschuss in Grenzregion
Das russische Militär beschoss nach eigenen Angaben strategische Ziele in ukrainischen Großstädten. „Mit Hochpräzisionsraketen wurde auf dem Militärflughafen Kanatowo nahe Kirowohrad Flugzeugtechnik und in der Stadt Mykolajiw ein riesiges Munitionsdepot vernichtet“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zudem sei ein Treibstofflager zerstört worden. Die Luftwaffe und Heeresflieger hätten 93 Militärobjekte beschossen, die Artillerie mehr als 500 Ziele. In der an die Ukraine grenzenden westrussischen Region Belgorod wurden beim Beschuss von zwei Ortschaften nach Behördenangaben fünf Häuser und eine Stromleitung beschädigt.
*** US-Informationen tragen wohl zum Tod russischer Generäle bei
Die ukrainische Armee stützt sich bei ihren Angriffen auf russische Generäle einem Bericht der „New York Times“ zufolge teils auf Informationen aus den USA. Die Zeitung berief sich dabei auf Angaben nicht genannter ranghoher US-Militärs. Die ukrainische Armee will seit Beginn des Kriegs zwölf russische Generäle getötet haben. Moskau hat sich dazu nicht geäußert.
*** Sanktionen gegen Oligarchen
Die Bundesregierung will Sanktionen gegen russische Oligarchen besser durchsetzen. Dabei geht es darum, Vermögenswerte wie Luxusjachten, Villen und Flugzeuge einzufrieren. Um Probleme zu beheben, sollen bis zur Sommerpause des Bundestags gesetzliche Änderungen beschlossen werden, hieß es aus Regierungskreisen. Unter anderem soll ein nationales Register für Vermögen unklarer Herkunft und für sanktionierte Vermögenswerte eingerichtet werden./mrd/DP/he © 2022 dpa-AFX
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55973772-gesamt-roundup-2-baerbock-demnaechst-nach-kiew-016.htm
Andere Meldungen
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https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55973168-roundup-4-steinmeier-telefoniert-mit-selenskyj-irritationen-ausgeraeumt-016.htm
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RUSSLAND – UKRAINE – EUROPÄISCHE UNION – EU-Staaten fordern Änderungen an Plänen für neue Russland-Sanktionen – Deutschland fordert Vorgehen gegen Sberbank und eingeschränkte zivile atomare Zusammenarbeit mit Russland – Ausnahmen gewünscht für Er-Öl-Sanktion von Ungarn, Tschechische Republik, Bulgarien – Überarbeiteter EU-Entwurf am Freitag? – 5.5.2022
BRÜSSEL (dpa-AFX) – Deutschland und etliche andere EU-Staaten verlangen Änderungen an den Vorschlägen der EU-Kommission für neue Sanktionen gegen Russland. Die Bundesregierung fordert unter anderem ein noch schärferes Vorgehen gegen die russische Sberbank sowie Einschränkungen der zivilen atomaren Zusammenarbeit mit Russland, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag von Diplomaten erfuhr.
Umstritten sind den Angaben zufolge auch die Details für das vorgesehene Einfuhrverbot für russisches Öl. So halten Ungarn und die Slowakei die für sie vorgesehenen Ausnahmeregelungen für unzureichend. Zudem wollen auch Länder wie Tschechien und Bulgarien Ausnahmeregelungen, wenn es solche für Ungarn und die Slowakei gibt.
Der Vorschlag der Kommission sieht vor, Ungarn und der Slowakei noch 20 Monate eine Nutzung russischen Öls zu ermöglichen, weil diese von den Lieferungen besonders abhängig sind. Alle anderen Länder sollen die russischen Rohöllieferungen in sechs Monaten stoppen und den Bezug von Ölprodukten wie Diesel und Kerosin in acht Monaten. Als Strafmaßnahmen gegen die größte russische Bank, die Sberbank, ist vorgesehen, diese aus dem Finanzkommunikationsnetzwerk Swift auszuschließen. Es ist aber beispielsweise nicht vorgesehen, Geschäfte mit ihr zu verbieten und ihre Vermögenswerte in der EU einzufrieren.
Beim Thema Öl-Embargo gilt als möglich, dass sich die kritischen Länder im Gegenzug für zusätzliche Unterstützung beim Aufbau neuer Liefernetzwerke für Öl und Ölprodukte doch noch mit den Plänen einverstanden erklären. Widerstand gibt es zuletzt allerdings auch von Ländern wie Zypern, Griechenland und Malta. Sie fürchten, dass ein ebenfalls vorgesehenes Transportverbot für russisches Öl ihre Reedereien einseitig benachteiligt.
Nordische Länder sowie Deutschland und die Niederlande fordern nach Angaben von Diplomaten zudem eine ausführlichere Begründung dafür, dass Russlands staatlicher Fernseh-Nachrichtensender Russia 24 (Rossija 24) sowie die ebenfalls staatlichen Sender RTR Planeta und TV Centre in der EU verboten werden sollen. Um sich nicht den Vorwurf einzuhandeln, dass man die Medienfreiheit einschränke, müsse klar sein, dass die Sender Propagandakanäle seien, heißt es.
Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen hatte den Entwurf für ein sechstes europäisches Sanktionspaket gegen Russland in der Nacht zum Mittwoch an die Mitgliedstaaten übermittelt. Damit es umgesetzt werden kann, müssen alle zustimmen.
Angesichts der vielen Änderungswünsche wird nun erwartet, dass die Kommission einen überarbeiteten Entwurf präsentiert. Über ihn könnten am Freitag die ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten in Brüssel beraten. Ziel ist es, das Sanktionspaket spätestens am Wochenende zu beschließen./aha/DP/ngu
© 2022 dpa-AFX
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55971694-eu-staaten-fordern-aenderungen-an-plaenen-fuer-neue-russland-sanktionen-016.htm

RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – „Elite steuert Krieg“ Jeder Fünfte glaubt an Ukraine-Verschwörung – Die Umfrage zeigt auch einen Zusammenhang zu Corona-Verschwörungsmythen – 5.5.2022, 18:42
Putin gehe „gegen eine globale Elite vor, die im Hintergrund die Fäden zieht“ – dieser Aussage stimmen laut einer Umfrage zumindest teilweise fast 20 Prozent der Deutschen zu. Auch der Glaube an geheime US-Labore für Biowaffen ist weit verbreitet. In einer Bevölkerungsgruppe besonders stark.
Verschwörungserzählungen über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind in Deutschland einer Umfrage zufolge weit verbreitet und werden vor allem von AfD-Wählern und Ungeimpften geglaubt. Insgesamt stimmte knapp ein Fünftel der Befragten verschwörungsideologischen Aussagen über den Krieg „eher“ zu, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf die Umfrage des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (CEMAS) berichteten.
Unter den Wählern der AfD waren es sogar fast 60 Prozent. Bei den Linken-Wählern waren es 26 Prozent, unter FDP-Wählern rund 15 Prozent. Die Wähler von CDU/CSU (knapp 12 Prozent) und SPD (circa 10 Prozent) unterschieden sich in dieser Hinsicht hingegen kaum. Am geringsten war die Zustimmung zu verschwörungsideologischen Aussagen mit weniger als 4 Prozent unter Grünen-Wählern.
In der Umfrage wurde die Zustimmung zu etwa einem Dutzend Aussagen abgefragt. So stimmten rund 12 Prozent ganz und fast 20 Prozent zumindest teilweise der Aussage zu, Wladimir Putin gehe „gegen eine globale Elite vor, die im Hintergrund die Fäden zieht“. Dass Putin vom Westen zu einem Sündenbock gemacht werde, um von den wahren Problemen abzulenken, glaubten gut 15 Prozent der Befragten voll und ganz und etwa 16 Prozent teilweise.
*** Ungeimpfte stimmen Verschwörungserzählungen am häufigsten zu
Knapp sieben Prozent stimmten der unbelegten Verschwörungserzählung, die Ukraine betreibe zusammen mit den USA geheime Labore zur Herstellung von Biowaffen, vollständig zu und doppelt so viele teilweise. Die Umfrage zeigt auch einen Zusammenhang zwischen Corona-Verschwörungsmythen und solchen über den russischen Krieg gegen die Ukraine. Unter Ungeimpften und Menschen, die auch zu Protesten gegen Corona-Maßnahmen bereit sind, war die Zustimmung zu solchen Aussagen mit jeweils rund 56 Prozent am höchsten.
„Die Ergebnisse zeigen noch einmal für die Gesellschaft auf, was wir für den digitalen Raum bereits belegen konnten: Wo Corona-Leugnung vorher das Thema war, wird nun der Angriffskrieg gegen die Ukraine verschwörungsideologisch aufgeladen“, sagte die CEMAS-Geschäftsführerin Pia Lamberty dem RND. „Dementsprechend ist es wichtig, langfristig Strategien für den Umgang zu entwickeln. Diese Mobilisierungen werden nicht einfach so verschwinden – gerade in Anbetracht der multiplen Krisenlagen“, fügte sie hinzu.
Für die Studie hat CEMAS das Marktforschungsinstitut Bilendi & respondi vom 1. bis zum 12. April 2031 Menschen im Alter zwischen 18 und 92 Jahren mittels eines standardisierten Online-Fragebogens befragen lassen. Die Erhebung ist den CEMAS-Angaben zufolge für die deutsche Bevölkerung repräsentativ. Quelle: ntv.de, chl/AFP
https://www.n-tv.de/politik/Nach-Corona-auch-zum-Ukraine-Krieg-Jeder-Fuenfte-glaubt-an-Elite-Verschwoerung-article23310325.html

RUSSLAND – UKRAINE – UMFRAGE – Europäische Union: Mehrheit der EU-Bürger unterstützt Russland-Sanktionen – 5.5.2022
BRÜSSEL (dpa-AFX) – Eine große Mehrheit der EU-Bürger unterstützt einer Umfrage zufolge die nach dem Angriff auf die Ukraine verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland. 55 Prozent stimmten den Sanktionen voll zu, 25 Prozent stimmten eher zu, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des EU-Parlaments hervorgeht. Ähnlich sieht es bei den Sanktionen gegen russische Oligarchen aus: 55 Prozent waren voll dafür, weitere 24 Prozent eher dafür. Für die Erhebung wurden zwischen dem 13. und 20. April rund 26 000 Bürgerinnen und Bürger in den 27 Mitgliedsstaaten befragt.
Bis dahin hatte die EU bereits fünf Sanktionspakete beschlossen, die unter anderem einen Importstopp für Kohle und Strafmaßnahmen gegen russische Finanzinstitute enthielten. Inzwischen hat die EU-Kommission ein weiteres Sanktionspaket vorgeschlagen, das unter anderem ein Importstopp für russisches Öl enthält.
Auf die Frage, ob die Ukraine der EU beitreten solle, sagten der Umfrage zufolge 66 Prozent, dass sie dafür seien, wenn das Land dafür bereit sei. Der Aussage, dass es humanitäre Hilfe für die vom Krieg betroffenen Menschen geben müsse, stimmten 64 Prozent der Befragten voll und ganz zu. 29 Prozent stimmten eher zu.
Beim Thema Waffenlieferungen stellt sich ebenfalls eine Mehrheit der Befragten hinter den Kurs der Europäischen Union: Zwei Drittel der EU-Bürger (67 Prozent) begrüßen der Umfrage nach, dass die EU den Erwerb und die Lieferung militärischer Ausrüstung an die Ukraine finanziert./svv/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55972275-umfrage-mehrheit-der-eu-buerger-unterstuetzt-russland-sanktionen-016.htm

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RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL – DEUTSCHLAND – Scholz: G7 ist weit mehr als eine Allianz von Industrieländern – Scholz: G7 ist „starke globale Allianz, die auf demokratischen Werten und Zielen basiert.“ – 5.5.2022
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)–Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei einem Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft die besondere Bedeutung der Gruppe der sieben führenden Industrieländer (G7) vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine betont. „Die G7 ist weit mehr als nur ein Zusammenschluss industriell fortgeschrittener Nationen“, sagte Scholz in seiner auf Englisch gehaltenen Rede beim Civil7-Gipfel mit der Zivilgesellschaft. „Es ist eine starke globale Allianz, die auf demokratischen Werten und Zielen basiert.“
Deutschland hat derzeit den Vorsitz bei den G7 inne. Der Civil7-Gipfel ist die erste von mehreren Veranstaltungen zur Vorbereitung des G7-Gipfels Ende Juni in Elmau. Scholz betonte, in der gegenwärtigen Phase tue man „alles, damit sich in dieser Allianz keine Risse öffnen“. Angesichts des Ukraine-Kriegs stehe die G7 „geschlossen wie selten zuvor“ da. „Der Aggressionskrieg gegen die Ukraine hat zu einer nie dagewesenen Zusammenarbeit geführt“, konstatierte er. Auch sei ein Engagement der Zivilgesellschaft notwendiger denn je.
DJG/ank/mgo © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55971243-scholz-g7-ist-weit-mehr-als-eine-allianz-von-industrielaendern-015.htm

RUSSLAND – UKRAINE – UKRAINE – Ukraine erwägt gelockertes Ausreiseverbot für Männer – 5.5.2022
KIEW (dpa-AFX) – Das Ausreiseverbot für Männer im wehrfähigen Alter aus der Ukraine könnte nach Überlegungen der Kiewer Führung gelockert werden. „Es wird jetzt diskutiert, dass bestimmte Kategorien von Männern zumindest für kurze Zeit ins Ausland gehen dürfen“, sagte Präsidentenberater Olexij Arestowytsch im ukrainischen Fernsehen. Dabei nannte er unter anderem Wissenschaftler oder Geschäftsleute.
Die dafür notwendige Gesetzesänderung werde allerdings Zeit brauchen, sagte Arestowytsch. Es sei in Kriegszeiten eine schwierige moralische, organisatorische und rechtliche Frage. An der Grenze der Ukraine werden immer wieder Männer aufgegriffen, die das Land trotz Verbotes verlassen wollen. Manche legen gefälschte Bescheinigungen vor. Andere versuchen, sich den Weg mit Bestechung freizukaufen.
Verboten ist die Ausreise für Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Ausnahmen gelten für Familienväter, die drei oder mehr minderjährige Kinder zu versorgen haben. Auch alleinstehende Väter minderjähriger oder behinderter Kinder dürfen die Ukraine verlassen./fko/DP/zb
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55962236-ukraine-erwaegt-gelockertes-ausreiseverbot-fuer-maenner-016.htm

RUSSLAND – UKRAINE – BULGARIEN – Auch Bulgarien fordert Ausnahme bei Öl-Embargo gegen Russland – 5.5.2022
SOFIA (dpa-AFX) – Nach Ungarn, der Slowakei und Tschechien fordert nun auch Bulgarien eine Ausnahme bei dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Öl-Embargo gegen Russland. „Mit Sicherheit werden wir bei der EU-Kommission auf einen Aufschub bestehen“, sagte der bulgarische Energieminister Alexandar Nikolow am Donnerstag. Sein Land werde dies in der kommenden Woche einbringen, sagte Nikolow nach einem Treffen von Energieministern aus Südosteuropa sowie der Ukraine und von Aserbaidschan.
Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erörterten Vertreter und Minister aus Rumänien, Griechenland, der Türkei, Nordmazedonien, Serbien, der Ukraine, Bulgarien sowie Aserbaidschan die Zusammenarbeit bei der Energiesicherheit und die Diversifizierung in diesem Bereich. Ziel sei es, eine regionale Arbeitsgruppe als Teil der EU-Plattform für den Energieeinkauf zu schaffen. „Wir sehen, wie die Energiewirtschaft als Waffe missbraucht wird“, sagte Bulgariens Regierungschef Kiril Petkow./el/DP/jha
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55969973-auch-bulgarien-fordert-ausnahme-bei-oel-embargo-gegen-russland-016.htm

RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Über 600 000 ukrainische Staatsangehörige in Deutschland registriert – 5.5.2022
BERLIN (dpa-AFX) – Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind mehr als 600 000 ukrainische Staatsangehörige in Deutschland angekommen und von den Behörden erfasst worden. Wie viele von ihnen inzwischen in einen anderen EU-Staat weitergereist oder in ihre Heimat zurückgekehrt sind, geht aus den Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), über die zuerst die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtet hatten, allerdings nicht hervor, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Donnerstag erklärte.
Seinen Angaben zufolge sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar bis Ende April 610 103 Menschen neu im Ausländerzentralregister erfasst worden, darunter 600 168 ukrainische Staatsangehörige. Der Sprecher des Ministeriums sagte: „Die Erfassung und Registrierung der Menschen, die seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, durch die zuständigen Länder und Kommunen geht inzwischen schnell voran.“
Unter den erfassten Menschen seien rund 216 000, die bereits vollständig – also auch mit Fingerabdruck – registriert worden seien. Der Bund unterstütze die Registrierung mit 260 Bamf-Mitarbeitern und 180 zusätzlichen Registrierungsstationen.
Bei den im Ausländerzentralregister seit Kriegsbeginn eingereisten Geflüchteten handelt es sich laut Ministerium zu rund 69 Prozent um Frauen und Mädchen. Fast 40 Prozent der Geflüchteten sind Kinder und Jugendliche.
Da es an den EU-Binnengrenzen in der Regel keine festen Grenzkontrollen gibt, ist nicht genau bekannt, wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommen sind. Die Bundespolizei kontrolliert allerdings seit Kriegsbeginn verstärkt in Zügen, die etwa aus Polen kommen, sowie im Grenzgebiet. Dabei wurden mehr als 400 000 Flüchtlinge aus der Ukraine festgestellt./abc/DP/zb
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55966783-ueber-600-000-ukrainische-staatsangehoerige-in-deutschland-registriert-016.htm

RUSSLAND – UKRAINE – ÖSTERREICH – Ukrainische Flüchtlinge bekommen mehr Angebote – 5.5.2022
Aus der Ukraine Geflohene fallen künftig unter das Integrationsgesetz. Das hat am Mittwoch der Menschenrechtsausschuss gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen. Damit sollen Deutschkurse und andere staatliche Integrationsangebote auch den hier gestrandeten Ukrainern zugänglich gemacht werden, berichtet die Parlamentskorrespondenz.
*** U.a. soll Schulbesuch für ukrainische Kinder gesichert werden
Zudem geht es um Erleichterungen bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen und Berufsqualifikationen und die Sicherung des Schulbesuchs ukrainischer Kinder. So wird eine Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen oder Berufsqualifikationen von Ukrainern auch in jenen Fällen ermöglicht, in denen die erforderlichen Unterlagen aufgrund der Fluchtsituation nicht vorgelegt werden können. Die Behörden können dann – analog zur Regelung für anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte – andere Verfahren wie Prüfungen, Arbeitsproben und Gutachten anwenden.
Änderungen im Bildungsdokumentationsgesetz zielen auf die Verarbeitung von Daten von Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine ab, um ihren Schulbesuch sicherzustellen.
Die FPÖ sieht den falschen Fokus. Statt die Betroffenen zum Bleiben zu motivieren, wäre es besser, jene Vertriebenen, die in die Ukraine zurückkehren können, besser zu unterstützen.
https://science.apa.at/power-search/2346222227338055168

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VATIKAN – Papst Franziskus erstmals öffentlich im Rollstuhl aufgetreten – 85-jähriges Kirchenoberhaupt leidet seit einigen Monaten an starken Knieschmerzen, die ihn in seiner Bewegungsfreiheit deutlich einschränken – 5.5.2022
Vatikanstadt, 05.05.2022 (KAP) Erstmals ist Papst Franziskus mit einem Rollstuhl zu einer Audienz geschoben worden. Fotos von seiner Begegnung mit Vertreterinnen der Vollversammlung von Ordensoberinnen am Donnerstag zeigen, wie er von einem Mitarbeiter in einem blau lackierten Rollstuhl in die vatikanische Audienzhalle gebracht wird. Wegen anhaltender schmerzhafter Beschwerden im Knie empfängt der Papst Gäste immer öfter und zuletzt ausschließlich im Sitzen. Ärzte hätten ihm verboten, lange zu stehen oder zu gehen, entschuldigte er sich.
Nach Aussage des vatikanischen Pressesprechers Matteo Bruni hatte der Papst den Rollstuhl in den vergangenen Tagen wohl schon öfter bei nicht öffentlichen Bewegungen genutzt. Es sei davon auszugehen, dass Franziskus den Rollstuhl in den kommenden Tagen noch öfter nutze. Es sei allerdings schwierig, Voraussagen zu machen, da nicht abzusehen sei, wie sich die Kniebeschwerden entwickeln.
Das 85-jährige Kirchenoberhaupt leidet seit einigen Monaten an starken Knieschmerzen, die ihn in seiner Bewegungsfreiheit deutlich einschränken. Zuletzt war die Rede von einem nicht näher definierten Eingriff, der akute Schwellungen im rechten Knie lindern solle. In einem Interview gab Papst Franziskus kürzlich an, dass die Beschwerden Folge eines Bänderrisses seien, der nur langsam verheile.
Ein Papst, der regelmäßig im Rollstuhl auftritt, wäre eine Novität. Zwar ließen sich auch Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gegen Ende ihres Pontifikats bei Messen und anderen Auftritten schieben, aber dies geschah meist mittels einer Art Roll-Podest. Franziskus selbst hatte zuletzt einige Messen wie in der Osternacht nicht mehr selbst geleitet, sondern sitzend vor den ersten Bankreihen daran teilgenommen. Auf der vergangenen Papstreise nach Malta Anfang April war er zudem per Lift in und aus dem Flugzeug gehievt worden.
https://www.kathpress.at/goto/meldung/2140949/papst-franziskus-erstmals-oeffentlich-im-rollstuhl-aufgetreten

GROSSBRITANNIEN – Großbritannien: Wirtschaftsstimmung trübt sich merklich ein – 5.5.2022
LONDON (dpa-AFX) – Die Stimmung in der britischen Wirtschaft hat sich im April merklich eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global gab gegenüber dem Vormonat um 2,7 Punkte auf 58,2 Punkte nach, wie die Marktforscher am Donnerstag in London laut einer zweiten Schätzung mitteilten. Zunächst war aber ein noch geringerer Wert von 57,6 ermittelt worden.
Belastet wurde der Indikator durch den starken Rückgang im Dienstleistungssektor. Der entsprechende Indikator fiel um 3,7 Punkte um 58,9 Punkte. In der ersten Schätzung waren noch 58,3 Punkte festgestellt worden. Der Indikator für die Industrie war hingegen laut Daten vom Dienstag etwas gestiegen.
Der doppelte Gegenwind durch die steigenden Lebenshaltungskosten und den Krieg in der Ukraine habe sich im April im Dienstleistungssektor bemerkbar gemacht, schreibt Andrew Harker, Direktor für Volkswirtschaft bei S&P Global. „Beunruhigend ist, dass die Unternehmen offenbar mit länger anhaltenden Auswirkungen rechnen“, schreibt er./jsl/la/jha/
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55965970-grossbritannien-wirtschaftsstimmung-truebt-sich-merklich-ein-016.htm

EUROPA – European Labour Market Barometer steigt trotz Ukraine-Kriegs – 5.5.2022
FRANKFURT (Dow Jones)–Trotz des Krieges in der Ukraine verzeichnet das European Labour Market Barometer im April den vierten Anstieg in Folge. Der Arbeitsmarkt-Frühindikator des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nimmt gegenüber März um einen Punkt auf 104,4 Punkte zu und erreicht damit den dritthöchsten Wert seit Beginn der Zeitreihe im Sommer 2018, wie das IAB mitteilte.
In der zweiten Veröffentlichung seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist der Indikator demnach in den meisten teilnehmenden Ländern gestiegen oder gleichgeblieben. Alle Länder, deren Barometer im März nachgegeben hatte, legten im April wieder zu. „Viele europäische Arbeitsverwaltungen schätzen die Arbeitsmarktaussichten in ihren Ländern derzeit ähnlich positiv ein“, berichtet Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.
Die Aussichten für die Arbeitslosigkeits- sowie die Beschäftigungsentwicklung für die nächsten Monate verbessern sich laut dem Bericht insgesamt weiter. Große Risiken bestünden allerdings hinsichtlich einer möglichen weiteren geopolitischen Ausweitung der Ukraine-Krise oder eines Energie-Lieferstopps.
Der Teilindikator für die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen nimmt im Vergleich zum März um 1,1 Punkte auf 103,7 Punkte zu. Der Wert deutet damit weiterhin auf sinkende Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten hin. Der Teilindikator für die Beschäftigung steigt um 0,8 Punkte auf 105 Punkte und liegt deutlich im positiven Bereich.
DJG/hab/cbr © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55965727-european-labour-market-barometer-steigt-trotz-ukraine-kriegs-015.htm

GRIECHENLAND – Energiekosten: Athen bittet Energieunternehmen zur Kasse – Stromkonzerne sollen stärker besteuert werden – 5.5.2022
Mit einschneidenden Maßnahmen will die griechische Regierung die Belastung der Bürger und Bürgerinnen durch die Energiekrise mindern. Die Preissteigerung der vergangenen Monate bei den Stromkosten werde zu 60 Prozent ausgeglichen, versprach Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis gestern.
Um das Programm zu finanzieren, bittet Athen die Energiekonzerne zur Kasse: Sie sollen vorerst auf alle Gewinne, die über den Durchschnittswerten des Vorjahres liegen, 90 Prozent Steuern zahlen müssen.
Subventionen für energiesparende Geräte geplant
Kernstück der Maßnahmen ist die Unterstützung privater Haushalte: Sie werden laut Mitsotakis die Erhöhungen ihrer Stromrechnungen, die durch die steigenden Energiepreise entstanden sind, zu 60 Prozent vom Staat zurückerstattet bekommen. Die Obergrenze der staatlichen Unterstützung liegt bei insgesamt 600 Euro.
Unterstützung beantragen können Bürger und Bürgerinnen mit bis zu 45.000 Euro Einkommen pro Jahr für die Stromrechnungen vom Dezember bis Mai. Darüber hinaus sind Subventionen für energiesparende Geräte wie Klimaanlagen und Kühlschränke geplant.
*** Stromkonzerne sollen stärker besteuert werden
„Gleichzeitig sollen Stromkonzerne stärker besteuert werden, wenn ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahr viel höher liegen“, sagte Mitsotakis. Das Programm werde insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro kosten, heißt es in der griechischen Finanzpresse. Mitsotakis versicherte, man werde deshalb keine Verschuldungsgrenzen sprengen.
Die Regierung arbeite außerdem daran, die Energiepreise von den Stromrechnungen der Menschen zu entkoppeln, sagte Mitsotakis – eine Maßnahme, die er auf EU-Ebene bereits Anfang April gefordert hatte.
Am Staatenbund übte er Kritik: Er hätte sich gewünscht, dass man angesichts der Energiekrise so geschlossen wie während der Pandemie agiert hätte. Doch eine gemeinsame Lösung sei nicht in Sicht. Deshalb müsse man handeln. „Wir können nicht warten, bis der langsame europäische Überseedampfer den Kurs ändert.“ red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263946/

ITALIEN – ROUNDUP: Russland belastet HVB-Mutter Unicredit in 2022Q1: Gewinnrückgang um 70 Prozent – Sonstiges Geschäft läuft gut – Unicredit-Chef Andrea Orcel: in 2022Q1 getroffene Maßnahmen gegen Russland-Risiken erscheinen ausreichend – 5.5.2022
MAILAND (dpa-AFX) – Die italienische Großbank Unicredit hat im ersten Quartal wegen ihres starken Engagements in Russland deutlich weniger verdient. Ansonsten lief das Geschäft aber gut – auch in Deutschland, wo die Bank mit der Hypovereinsbank vertreten ist. Zudem geht Unicredit-Chef Andrea Orcel davon aus, dass mit den im ersten Quartal getroffenen Maßnahmen die Risiken aus dem Geschäft in Russland größtenteils abgedeckt sind. An der Börse sorgte das für Erleichterung. Die Aktie, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine zu den größten Verlierern unter den Banktiteln gehört, legte kräftig zu.
Die Unicredit gehört in Europa zu den Instituten mit einem besonders starken Engagement in Russland – neben der österreichischen Raiffeisen Bank International und der französischen Societe Generale . Sie betreibt in dem Land 70 Filialen und beschäftigt etwa 4000 Mitarbeiter. Ein Rückzug ist daher schwierig, Orcel erwägt diesen Schritt trotzdem. In der Mitteilung zum ersten Quartal führte die Bank die Ergebnisse mit und ohne Russland aus.
Wegen Belastungen aus dem Russland-Geschäft sackte der Gewinn der Unicredit zum Jahresauftakt um rund 70 Prozent auf 247 Millionen Euro ab. Insgesamt wurden die Risiken in Russland um 1,85 Milliarden Euro reduziert – mehr als 1,2 Milliarden Euro über eine höhere Risikovorsorge für den Ausfall von Krediten sowie einer Abschreibung von rund 600 Millionen Euro. Klammert man Russland aus, zog der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte auf knapp 1,2 Milliarden Euro an. Die Erträge legten um 5,5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zu.
In Deutschland kletterte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent. Die Bank profitierte dabei von dem kräftigen Sparkurs bei ihrer Tochter HVB in der Vergangenheit. Die Kosten gingen um etwas mehr als sieben Prozent auf 647 Millionen Euro zurück, während die Erträge um 14 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zulegten. Nach wie vor offen ist, ob Orcel in Deutschland weitere Stellen abbauen will. Er hatte zuletzt angekündigt, die Zahl der Arbeitsplätze weiter reduzieren zu wollen.
Das starke Engagement in Russland ist eine Gefahr für Orcels Plan, in den kommenden Jahren mindestens 16 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe und Dividenden zu stecken. Für das Jahr 2021 sollen die Anteilseigner 3,7 Milliarden Euro erhalten. Der Unicredit-Chef, der jetzt etwas mehr als ein Jahr im Amt ist, will den Gewinn durch steigende Erträge kräftig erhöhen. Bis 2024 soll der Überschuss auf mehr als 4,5 Milliarden Euro klettern. 2021 waren es – bereinigt um Sondereffekte wie den Kosten für den Stellenabbau – rund 3,9 Milliarden Euro./zb/tav/jha/
© 2022 dpa-AFX
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55969970-roundup-russland-belastet-hvb-mutter-unicredit-sonstiges-geschaeft-laeuft-gut-016.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55964077-grossbank-unicredit-verdient-wegen-ukraine-krieg-deutlich-weniger-016.htm

FRANKREICH – EUROPÄISCHE UNION – Engie fordert von der EU Klarheit über Bezahlung von russischem Gas – 5.5.2022
Von Alice Doré
PARIS (Dow Jones)–Der französische Versorger Engie fordert von der Europäischen Union Klarheit über die Rahmenbedingungen für mögliche Zahlungen in Rubel für russisches Gas. Engie suche nach Möglichkeiten, Zahlungen in Rubel zu leisten und gleichzeitig die Sanktionen gegen Russland einzuhalten, sagte Konzernchefin Catherine MacGregor auf einer Pressekonferenz. Die Situation müsse „schnell gelöst werden“, da die Zahlungsfristen näher rückten und Ende Mai begännen, sagte sie. Wenn keine Lösung gefunden werde, könnten die Lieferungen von russischem Gas gestoppt werden.
Im März hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, dass Russland von als feindlich betrachteten Ländern für Gaslieferungen nur noch Zahlungen in Rubel akzeptiert. Einige europäische Staaten lehnten dies ab, da diese Forderung eine Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen darstelle. DJG/sha/brb © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55968346-engie-fordert-von-der-eu-klarheit-ueber-bezahlung-von-russischem-gas-015.htm

FRANKREICH – Frankreich: Industrie produziert erneut weniger – 5.5.2022
PARIS (dpa-AFX) – Die französische Industrie hat im März erneut weniger hergestellt. Gegenüber dem Vormonat fiel die Gesamtproduktion um 0,5 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Analysten hatten einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Die Warenherstellung im verarbeitenden Gewerbe ging ebenfalls zurück. Zum Vorjahresmonat stieg die gesamte Produktion leicht an, die Herstellung im verarbeitenden Gewerbe legte deutlicher zu./bgf/la/eas © 2022 dpa-AFX
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55964389-frankreich-industrie-produziert-erneut-weniger-016.htm

DEUTSCHLAND – INFRASTRUKTUR – Bund und Niedersachen unterzeichnen Vereinbarung für LNG-Infrastruktur – 5.5.2022
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)–Das Bundeswirtschaftsministerium und das niedersächsische Umweltministerium haben bei einem Besuch von Wirtschaftsminister Robert Habeck in Wilhelmshaven eine Absichtserklärung zum Ausbau der Importinfrastruktur für Flüssiggas (LNG) und grünes Gas unterzeichnet. Zugleich schloss Habeck laut einer Mitteilung seines Ministeriums Verträge für die Charterung von insgesamt vier schwimmenden Flüssigerdgasterminals – so genannten Floating Storage and Regasification Units (FSRU). Diese böten die Möglichkeit, sehr kurzfristig den Import von LNG zu starten, um so auch bei Gas die Unabhängigkeit von russischen Importen weiter voranzutreiben.
„Wir müssen heute mehr denn je unsere Energieversorgung auf robustere Säulen stellen“, sagte Habeck, der in Wilhelmshaven den ersten Rammschlag für den dortigen LNG-Anleger vornahm. Eine beschleunigte Energiewende ist das A und O für eine günstige, unabhängige und sichere Energieversorgung. „Wir müssen das Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau zu Wasser, zu Land und auf dem Dach verdreifachen und den Hochlauf der Wasserwirtschaft voranbringen.“
In dem Letter of Intent wird laut Wirtschaftsministerium die Bedeutung eines parallelen Vorgehens beim Ausbau der Infrastruktur betont. Zum einen gehe es um gemeinsame kurzfristige Lösungen zur Diversifizierung der Importmöglichkeiten. Gleichzeitig müsse aber von Anfang an mitgedacht werden, daneben auch Infrastrukturen „H2-ready“ zu konzipieren, also auch bereit für die Nutzung von Wasserstoff.
Zu den vier schwimmenden Flüssiggasterminals erklärte das Ministerium, die Spezialschiffe seien in der Lage, LNG von LNG-Tankern aufzunehmen, an Bord in den gasförmigen Aggregatzustand zurückzuverwandeln und anschließend ins Gasnetz einzuspeisen. Die Bundesregierung habe über die Unternehmen RWE und Uniper mittlerweile vier anstatt ursprünglich geplanter drei FSRU optioniert, um die Versorgungssicherheit in Deutschland weiter zu erhöhen. Haushaltsmittel der Bundesregierung in Höhe von 2,94 Milliarden Euro ständen hierfür zur Verfügung. Der Betrieb der Schiffe erfolgt den Angaben zufolge durch RWE und Uniper, mit denen der Bund jeweils Dienstleistungsverträge schließt.
Eines der Schiffe des Betreibers Höegh stehe bereits zur Verfügung und werde zum Jahreswechsel in Wilhelmshaven eingesetzt. Arbeiten zur Vorbereitung der Infrastruktur seien hier bereits vorangeschritten. Die Stationierung des zweiten Schiffs von Höegh sei für Anfang 2023 in Brunsbüttel vorgesehen. Für die Schiffe von Dynagas stehe eine Standortentscheidung noch aus, solle aber schnellstmöglich getroffen werden. Als weitere Standorte zur Stationierung einer FSRU kommen laut Wirtschaftsministerium Stade, Rostock, Hamburg-Moorburg oder Eemshaven in den Niederlanden in Betracht. DJG/ank/hab © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55966692-bund-und-niedersachen-unterzeichnen-vereinbarung-fuer-lng-infrastruktur-015.htm

DEUTSCHLAND – INFRASTRUKTUR – Bund lässt Gazprom-Speicher mit eigenem Gas befüllen – Bericht – 5.5.2022
BERLIN (Dow Jones)–Die Bundesregierung lässt laut einem Bericht von Business Insider Europas größten Gasspeicher von Gazprom mit eigenem Gas befüllen. Laut Bundesnetzagentur werden seit diesem Donnerstag täglich relativ kleine Mengen Gas in Rehden eingespeichert, die über eine Drittfirma besorgt werden.
„An der Beschaffung größerer Gasmengen für diesen Speicher wird intensiv gearbeitet. Ziel ist es, dass die Füllstandsvorgaben des Gasspeichergesetzes erreicht werden. Demnach soll die Speicher zum 1. Oktober zu 80 Prozent, zum 1. November zu 90 Prozent und am 1. Februar zu 40 Prozent gefüllt sein“, zitiert Business Insider die Behörde.
Offenbar hofft die Behörde darauf, dass die Firma dem nicht widerspricht, was durchaus ihr Recht wäre. Doch das Unternehmen habe sich seit fast anderthalb Jahren nicht gerührt und kein Gas eingespeichert, heißt es aus dem Markt. Anders wäre aber eine rechtzeitige Befüllung des Gasspeichers bis zum nächsten Herbst/Winter nicht möglich.
Zwar hat die Bundesregierung erst vor kurzem ein neues Gesetz verabschiedet, in dem Gasspeicher-Betreiber zum Befüllen der Speicher verpflichtet werden: Bis 1. Oktober müssen sie zu 80 Prozent voll sein, wofür die Betreiber bis 1. August entsprechende Daten zu Füllstandsmengen abgeben müssen. Erst danach könnte der Staat dann tätig werden und die Speicher zwangsbefüllen.
Doch das, heißt es aus Regierungskreisen, wäre mit Blick auf Rehden zu spät, da der Speicher aufgrund seiner technischen Beschaffenheit dann nicht mehr rechtzeitig zur kalten Jahreszeit befüllt werden kann. DJG/hab/mgo © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970420-bund-laesst-gazprom-speicher-mit-eigenem-gas-befuellen-bericht-015.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55970794-groesster-deutscher-gasspeicher-wird-wieder-befuellt-016.htm

DEUTSCHLAND – Ifo: Unternehmen in Deutschland wollen Preise erhöhen – Inflation bleibt hoch – 5.5.2022
MÜNCHEN (dpa-AFX) – Das Ifo-Institut rechnet mit einer anhaltend starken Inflation, da immer mehr Unternehmen in Deutschland ihre Preise erhöhen wollen. Sie dürfte „auch in den kommenden Monaten bei über 7 Prozent liegen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Donnerstag. Grundlage ist eine Umfrage der Münchner Wirtschaftsforscher zu den Preiserwartungen der Unternehmen.
Der zugehörige Index stieg im April auf den Rekordwert von saisonbereinigt 62 Punkten. Das bedeutet, dass der Prozentsatz jener Unternehmen, die Preise erhöhen wollen, um 62 Punkte höher ist als der Prozentsatz jener, die Preise senken wollen. Insbesondere im Großhandel, Einzelhandel und in der Industrie wollen demnach viele Unternehmen die Preise steigern. Wie hoch die Anhebungen ausfallen sollen, wurde nicht abgefragt.
Hauptursache für die steigenden Preise seien höhere Kosten bei der Beschaffung von Energie, Rohstoffen, sonstigen Vorprodukten und Handelswaren, hieß es vom Ifo. Allerdings schlagen diese nicht immer voll auf die Preise durch, wie Wollmershäuser sagte. Nur ein Teil der Unternehmen könne die Kosten komplett an die Kunden weitergeben./ruc/DP/jha
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55964288-ifo-unternehmen-in-deutschland-wollen-preise-erhoehen-inflation-bleibt-hoch-016.htm

DEUTSCHLAND – Deutscher Auftragseingang im März weitaus schwächer als erwartet – 5.5.2022
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)–Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat sich im März weitaus schwächer als erwartet entwickelt, was zum Teil an fehlenden Großaufträgen und einer schwachen Nachfrage aus Ländern außerhalb des Euroraums lag. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) sank der Auftragseingang gegenüber dem Vormonat um 4,7 Prozent und lag kalenderbereinigt um 3,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Februar hatte er um 4,3 Prozent darüber gelegen. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen monatlichen Rückgang von 0,5 Prozent prognostiziert. Ohne Großaufträge ergab sich ein Minus von nur 2,2 Prozent. Den für Februar gemeldeten Rückgang bei den gesamten Auftragseingängen von 2,2 Prozent revidierten die Statistiker auf 0,8 Prozent.
Die Inlandsbestellungen verringerten sich im März auf Monatssicht um 1,8 (Vormonat: plus 0,6) Prozent, während die Auslandsaufträge um 6,7 (minus 1,6) Prozent nachgaben. Die Auftragseingänge aus dem Euroraum stiegen dagegen um 5,6 (minus 3,1) Prozent, während die von außerhalb des Euroraums um 13,2 (minus 0,9) Prozent zurückgingen. Die Bestellungen von Vorleistungsgütern verringerten sich um 1,5 (minus 1,7) Prozent und die von Investitionsgütern um 8,3 (minus 0,6) Prozent. Die Auftragseingänge für Konsumgüter dagegen zogen um 6,4 (plus 1,9) Prozent an.
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) erklärte, im merklichen Rückgang der Auftragseingänge zeigten sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine. „Der Ausblick für die nächsten Monate fällt derzeit gedämpft aus“, befand das BMWi. DJG/hab/smh © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55963822-deutscher-auftragseingang-im-maerz-weitaus-schwaecher-als-erwartet-015.htm

DEUTSCHLAND – Deutscher Industrieumsatz sinkt im März um 5,9 Prozent – 5.5.2022
FRANKFURT (Dow Jones)–Der preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im März stark gesunken. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts verringerte er sich gegenüber dem Vormonat um 5,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag er kalenderbereinigt um 6,2 Prozent niedriger. Der für Februar gemeldete monatliche Rückgang von 1,4 Prozent wurde auf 2,2 Prozent revidiert. DJG/hab/sha © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55963823-deutscher-industrieumsatz-sinkt-im-maerz-um-5-9-prozent-015.htm

DEUTSCHLAND – ROUNDUP: Flüchtlinge aus Ukraine treffen auf angespannten Wohnungsmarkt – 5.5.2022
FRANKFURT (dpa-AFX) – Angesichts der gewaltigen Zerstörungen und des Leids in der Ukraine sind Hunderttausende Menschen nach Deutschland gekommen – vor allem Frauen, Kinder und Alte. Viele dürften vorerst nicht in ihre Heimat zurückkehren. Wo aber sollen all die Menschen wohnen? Lassen sich die Flüchtlinge einigermaßen gleichmäßig auf Deutschland verteilen oder kommen die Wohnungsmärkte in den Städten noch mehr unter Druck? Während manche Immobilienverbände fordern, die Bundesregierung müsse ihr Wohnbauziel erhöhen, beruhigen Experten. Sie halten die Zuwanderung für handhabbar – unter Bedingungen.
Nach Jahren starker Zuwanderung hatte sich die Lage in den Ballungsräumen zuletzt etwas beruhigt: Während der Pandemie kamen weniger Menschen nach Deutschland, der Neubau zog an. Mit den Ukraine-Flüchtlingen zeichne sich eine Kehrtwende ab, glaubt Thorsten Lange, Ökonom bei der DZ Bank. „Die Entspannung am Wohnungsmarkt ist erst einmal passé“.“ Angesichts der Zerstörung ihrer Heimat und guter Jobaussichten hierzulande dürften viele Flüchtlinge länger bleiben. „Damit würde die Wohnungsnachfrage einen erheblichen Schub bekommen.“
Anders als in der Krise 2015, als viele junge Männer aus Syrien und Afghanistan nach Deutschland flohen, gehe es nun hauptsächlich um Familien mit Kindern, schreibt Lange. „Somit werden neben den Wohnungen auch Plätze in Kitas und Schulen benötigt.“ Bisher sind laut Bundesinnenministerium mehr als 402 000 Flüchtlinge (Stand 4. Mai) aus der Ukraine angekommen. Die genaue Zahl ist nicht bekannt.
Es sei noch früh, um zu spekulieren, wie sich der Flüchtlingsstrom auf den Wohnungsmarkt auswirke, sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Gibt es einen Waffenstillstand, dürften einige Menschen in die Ukraine zurückgehen.“ Im Falle eines jahrelangen Konflikts wie in Syrien dürften hingegen noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen.
DZ-Bank-Analyst Lange verweist auf die Verteilungsfrage. Günstig wäre es, wenn sich Leerstände bei Wohnungen auf dem Land abbauten, während die Lage in Großstädten schwierig sei. Dort fehlten vor allem billige Wohnungen, so dass sich der Wettbewerb in diesem Bereich verschärfen könnte. „Der Mietanstieg könnte sich wieder beschleunigen.“
Auch Politiker sind besorgt. Viele Menschen kämen in Ostdeutschland an, besonders an Verkehrsknotenpunkten und großen Städten, sagte vor kurzem Thomas Beyer, Bürgermeister von Wismar. „Dort droht bereits eine Belastung und waren Wohnungen schon vor dem Krieg knapp.“
Der baupolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak, und manche Immobilienverbände wie der ZIA glauben bereits, dass die Bundesregierung ihr Wohnbauziel wegen der Flüchtlinge erhöhen muss. Die Bundesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, jährlich 400 000 neue Wohnungen zu bauen – weit mehr, als 2020 fertig wurden (gut 306 000). Bauministerin Klara Geywitz (SPD) hält trotz Kriegsfolgen daran fest. IW-Experte Voigtländer glaubt, dass sogar weniger Neubau genügt. „310 000 neue Wohnungen pro Jahr reichen, um den Bedarf zu decken“, sagt er. In 45 Prozent der Kreise werde zu viel gebaut.
Auch andere Fachleute denken, dass die Unterbringung der Menschen aus der Ukraine handhabbar ist. Analyst Jochen Möbert von der Deutschen Bank erwartet etwa eine Million Flüchtlinge. Davon dürften 250 000 in die 126 größten Städte des Landes ziehen. Möbert rechnet zwar mit einer Wohnungsknappheit 2022, die aber nächstes Jahr beseitigt sein werde.
Auch das Forschungsinstitut Empirica sieht keinen Grund zur Panik. Es kalkulierte im März in drei Szenarien mit 310 000 bis 1,29 Millionen Kriegsflüchtlingen, was einem Bedarf von 120 000 bis 500 000 Wohnungen entspreche. Da zugleich bundesweit Hunderttausende Wohnungen leer stehen und sehr schnell bezogen werden können, müsste weniger als die Hälfte der Extra-Wohnungsnachfrage durch Neubau gedeckt werden. Nötig seien einmalig 50 000 bis 230 000 Wohnungen. „Vorausgesetzt, die Flüchtlinge verteilen sich halbwegs übers Land.“ Zum Vergleich: Es gibt rund 42 Millionen Wohnungen in Deutschland.
„Wir sehen bereits, dass viele der Menschen in die Ukraine zurückkehren“, sagt Studienautor Harald Simons. Die Lage sei anders als bei den Flüchtlingen aus Syrien oder Afghanistan: Eine Rückreise in die Ukraine liege in Autoreichweite. Viele Ukrainer dürften hierzulande auf der Suche nach günstigen Wohnungen auf das Land gehen und weniger in Schwarmstädte wie Berlin, vermutet Simons. Die Hälfte könne in leerstehenden Wohnungen unterkommen. „Es wird wahrscheinlich keine Dramen auf dem Wohnungsmarkt geben.“
Der Zustrom sei eine Chance für ländliche Regionen und vor allem für Ostdeutschland, wo viele Ukraine-Flüchtlinge einträfen, sagt Simons. „Dort gibt es Jobs, Wohnungen und Gemeinschaften von Landsleuten.“ Die Flüchtlinge hätten wegen des Fachkräftemangels gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Viele seien gut gebildet und zahlreiche Frauen erwerbstätig. Simons ist optimistisch, dass die Menschen auf dem regulären Immobilienmarkt oder bei Bekannten unterkommen. „Ich warne vor Containersiedlungen in Gewerbegebieten irgendwo am Stadtrand.“/als/DP/zb
© 2022 dpa-AFX
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55962332-roundup-fluechtlinge-aus-ukraine-treffen-auf-angespannten-wohnungsmarkt-016.htm

DEUTSCHLAND – Deutschland bei Arbeitskosten in der EU 2021 an siebter Stelle – 5.5.2022
FRANKFURT (Dow Jones)–Die Arbeitskosten im produzierenden Gewerbe und dem gewerblichen Dienstleistungssektor Deutschlands haben 2021 deutlich über dem EU-Durchschnitt gelegen. Wie aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, lag Deutschland 37,30 Euro je Arbeitsstunde aber insgesamt wie schon 2020 nur auf Platz 7. Dänemark hatte im EU-Vergleich mit 48,30 Euro die höchsten Arbeitskosten je geleisteter Arbeitsstunde, Bulgarien mit 6,80 Euro die niedrigsten. Im Vorjahresvergleich stiegen die Arbeitskosten in Deutschland kalenderbereinigt um 1,4 Prozent.
Im verarbeitenden Gewerbe kostete eine Arbeitsstunde 2021 durchschnittlich 41,90 Euro. Beschränkt auf diesen Wirtschaftsabschnitt waren die Arbeitskosten in Deutschland im EU-Vergleich die vierthöchsten. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 45 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (28,90 Euro). Bei den marktbestimmten Dienstleistungen lag Deutschland mit Arbeitskosten von 34,80 Euro pro Arbeitsstunde EU-weit auf dem neunten Rang (22 Prozent über dem EU-Durchschnitt). DJG/hab/sha © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55964406-deutschland-bei-arbeitskosten-in-der-eu-2021-an-siebter-stelle-015.htm

DEUTSCHLAND – ROUNDUP: Risiken und Chancen: Geflüchtete Ukrainerinnen auf Arbeitssuche – 5.5.2022
NEUSS/BERLIN (dpa-AFX) – Eine nach Deutschland geflüchtete ukrainische Zahnärztin soll zur Probe sechs Monate ohne Lohn in der Praxis arbeiten. Ein Kosmetikstudio will eine gerade dem Krieg entkommene Ukrainerin als Vollzeitkraft mit 1000 Euro Monatsbrutto abspeisen. Um geflüchtete Frauen aus der Ukraine vor derartiger Ausbeutung zu schützen und sie hierzulande gemäß ihrer oft hohen beruflichen Qualifikation zu beschäftigten, müssten viele Hebel in Bewegung gesetzt werden, fordern Experten.
Nicht wenige Frauen wollen trotz fehlender deutscher Sprachkenntnisse möglichst schnell arbeiten und hinzuverdienen, sagt Sozialwissenschaftlerin Ildiko Pallmann vom Minor Projektkontor für Bildung und Forschung. Über rechtliche Fragen, das Arbeitsmarktsystem oder den Mindestlohn seien sie häufig noch nicht informiert. „Das erhöht die Gefahr, in ausbeuterische Arbeit zu gehen“, warnte sie am Donnerstag. Bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt müsse oberstes Ziel sein, die Frauen passend zu ihren Qualifikationen einzustellen.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. April sind nach neusten Erkenntnissen rund 600 200 ukrainische Staatsangehörige in Deutschland erfasst worden. Wie viele es genau sind, ist unbekannt. Bei den erwachsenen Kriegsflüchtlingen handelt es sich überwiegend um Frauen, viele kommen mit ihren Kindern. Die Voraussetzungen für eine Integration in der Arbeitsmarkt hierzulande seien günstig, betont Yuliya Kosyakova vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das Bildungs- und Qualifikationsniveau in der Ukraine sei recht hoch.
Ob Integration tatsächlich gelinge und in welchem Tempo, hänge von mehreren Faktoren ab. Wichtig: Die Anerkennung von Berufsabschlüssen und -erfahrungen der Frauen. Das sei mitunter „tückisch“. So könne etwa eine Anwältin mit Topkenntnissen im ukrainischen Recht in Deutschland schwerlich Verwendung finden, eine Mathe-Lehrerin aber vergleichsweise schnell in den Unterricht einsteigen.
Die grundsätzlich wichtigen Deutschkenntnisse sind umso bedeutender. Warum? Viele ukrainische Frauen arbeiten in „typisch weiblichen Berufen“ wie im Bildungs- oder Gesundheitsbereich, berichtet Forscherin Kosyakova. Da sind Ansprache und Kommunikation zentral.
Die ukrainische Krankenschwester Kateryna Nezhentseva hilft Geflüchteten tatkräftig. Die 44-jährige stammt aus dem von russischen Angriffen schwer getroffenen ostukrainischen Charkiw. Sie war schon im Jahr 2014 mit ihrem Sohn nach Neuss in Nordrhein-Westfalen gekommen und arbeitet dort seit einer neunmonatigen Praxis-Anerkennungszeit in den Rheinland Kliniken. „Viele Frauen wollen sofort arbeiten, aber das ist schwierig. Erst mal sind Wohnung und Papiere noch ein großes Thema. Und die deutsche Sprache ist das Problem.“ Sie berät Neuankömmlinge auch mit Hilfe von sozialen Medien, welche Wege es gibt, im Gesundheitsbereich Fuß zu fassen.
Ukrainerinnen informieren sich sehr stark über soziale Medien, erläutert Pallmann. Aus ihrer Beratung berichtet sie: Die meisten haben einen Hochschulabschluss, es sind vor allem Lehrerinnen, Betriebswirtinnen, Ärztinnen. Fragen rund um die Arbeit sollten in Integrationskurse eingebaut werden, findet sie. „Damit die Leute nicht so ausgeliefert sind.“
Wenn Frauen erst mal auch unterhalb ihrer Qualifikation jobben wollten, so dürfe man sie aber nicht aus den Augen verlieren, um sie später angemessen zu vermitteln. Und Pallmann mahnt: Es gebe bereits Beispiele, dass vor allem Subunternehmen etwa aus den Branchen Lager, Logistik oder Fleischindustrie billige Arbeitskräfte anheuern wollten: „Die sehen da jetzt natürlich auch Potenzial bei den Geflüchteten aus der Ukraine.“
Arbeitsmarktexpertin Kosyakova rät zu einer regional ausgewogeneren Verteilung der Flüchtlinge. Der allgemeine Kita-Platzmangel erweise sich oft als Hemmschuh für Mütter, an Integrations- und Sprachkursen teilzunehmen.
Nezhentseva hat einige Verwandte und Freundinnen nach Deutschland holen können, für sie Unterkünfte auch bei deutschen Familien gefunden. Sie weist noch auf ein weiteres Ausbeutungsrisiko hin. Bei der Wohnungssuche für eine Freundin bot ihr ein Mann am Telefon wörtlich an: „Die Frau kann bei mir wohnen und putzen und kochen. Und wenn wir beide uns gefallen, geht vielleicht noch mehr.“ Die 44-Jährige glaubt, dass es solche Fälle häufig gibt. „Und die Frauen sind verzweifelt, haben die Kinder, wollen mit ihnen nicht in den Sammelunterkünften bleiben. Sie können kein Deutsch und trauen sich nicht, sich an die Polizei zu wenden“, sagt sie.
Die ukrainischen Frauen steckten in einem Dilemma, wollten in der Heimat helfen, kämpfen, bei ihren Männern bleiben, aber zugleich ihre Kinder in Sicherheit bringen. Viele ihrer Angehörigen und Freunde harrten weiter in den umkämpften Gebieten aus. Bei aller Hilfe für die Flüchtlinge wird sie doch geplagt von Schuldgefühlen: „Ich bin hier sicher, kann lachen, die Sonne sehen. Und sie sind unter Bombenbeschuss.“/wa/DP/ngu
© 2022 dpa-AFX
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DEUTSCHLAND – Habeck: Übergang für EU-Ölembargo ausreichend lang für Vorkehrungen – 5.5.2022
Von Andrea Thomas
MESEBERG/BERLIN (Dow Jones)–Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht Deutschland ausreichend vorbereitet für das in sechs Monaten geplante EU-Ölembargo gegen Russland. Zwar könne es durchaus zu Stockungen bei der Versorgungen in Ostdeutschland kommen und auch höhere Preise seien denkbar. Aber die Bundesregierung sei auf alternative Bezugsquellen vorbereitet. Ein weiteres Entlastungspaket wegen der hohen Preise ist aber aktuell laut Bundeskanzler Olaf Scholz nicht geplant. Scholz hält zudem die geplanten Ausnahmeregelungen für Ungarn und die Slowakei beim Ölembargo wegen deren hoher Abhängigkeit für ein pragmatisches Vorgehen. Es gelte, dass Strafmaßnahmen ein Land nicht stärker schädigen sollten als Russland, so Scholz.
„Die Übergangsfrist ist so ausreichend lang, dass wir alle Vorkehrungen treffen können, um Alternativen für russisches Öl in Deutschland zu schaffen. Vorkehrungen schaffen heißt nicht, dass sie sich gleich realisieren“, sagte Habeck zum Abschluss der Klausurtagung des Bundeskabinetts auf Schloss Meseberg.
„Wir können natürlich nicht in dieser Situation garantieren, dass es nicht stockend wird, vor allem regional stockend wird.“
Denn die Raffinerie im ostdeutschen Schwedt, die vom russischen Staatskonzern Rosneft kontrolliert wird, sei eine Herausforderung. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass wir eine andere Versorgung auch von Öl für den Industriestandort Schwedt sicher stellen können“, versprach Habeck. Der dortige Standort solle erhalten bleiben. In der Region würden nicht die Lichter ausgehen. In Brandenburg und Berlin wird 90 Prozent der Versorgung mit Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin von der Schwedter PCK-Raffinerie sichergestellt.
*** Höhere Preise wegen Verknappung
Habeck erklärte zudem, dass die Ölpreise wohl durch das geplante Ölembargo steigen würden.
„Möglicherweise sind die auch schon eingepreist. Die Märkte reagieren ganz vorausschauend. Aber natürlich können die Preise auch deutlich nach oben gehen“, so Habeck. „Eine Verknappung von Öl auf dem Weltmarkt führt natürlich erst einmal prinzipiell zu höheren Preisen.“
Der Grünen-Politiker bot zugleich geflohenen Menschen aus Russland Arbeit in Deutschland an. Die vor dem Putin-Regime Geflüchteten oder solche, die das Land noch verlassen wollten, wolle man in Deutschland einen Arbeitsplatz anbieten. Man könne sie gut gebrauchen.
DJG/aat/mgo © 2022 Dow Jones News
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55955409-habeck-uebergang-fuer-eu-oelembargo-ausreichend-lang-fuer-vorkehrungen-015.htm

DEUTSCHLAND – 14 Mrd.: Deutschland will weitere Chipkonzerne anlocken – 5.5.2022
Die deutsche Regierung will mit 14 Milliarden Euro weitere Chipfirmen zu Investitionen in Europa und Deutschland bewegen. Das sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) heute bei einer Veranstaltung der Familienunternehmer in Hannover. Der Halbleitermangel sei ein großes Problem, weswegen der Staat hier mit Milliardensummen helfe. „Das ist richtig viel Geld“, so Habeck.
Der US-Konzern Intel hatte im März angekündigt, mit staatlicher Unterstützung ein neues großes Chip-Areal in Magdeburg zu bauen. Es würden 17 Milliarden Euro in den Bau zweier Halbleiterwerke investiert. Aus Kreisen der deutschen Regierung hieß es damals, der Staat schiebe das Projekt mit Fördermitteln im „Milliardenbereich“ an.
Habeck sagte, es solle weitere Beispiele wie Magdeburg geben. Es werde auf eine eigene Dynamik gehofft. Es gebe aber noch eine fast 100-prozentige Abhängigkeit bei Vorprodukten wie Batterien, in diesem Fall von China. „Wir müssen eine eigene Rohstoffsicherungsstrategie aufbauen.“ Das sei sehr dringend. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263900/

ÖSTERREICH – Haushaltsenergiepreise mit Rekordanstieg von 42 Prozent – „In diesem Ausmaß neu“ – Diesel um 55 Prozent teurer als im Vorjahr – Erdgas um 73,1 Prozent teurer – „Problematische Abhängigkeit von fossilen Energieträgern“ – 5.5.2022
Die starken Energiepreissteigerungen bekommen auch die Haushalte zunehmend zu spüren. Haushaltsenergie hat sich im März im Vergleich zum Jahr davor um 42,4 Prozent verteuert – ein Rekordwert, wie die Österreichische Energieagentur mitteilt.
Im Februar hatte der Preisanstieg „nur“ 27,4 Prozent betragen. Preistreiber waren im März einmal mehr Treibstoffe, Heizöl und Gas. Teurer als im Jahr davor waren auch alle anderen Energieträger.
Im Vergleich zum Vormonat Februar stiegen die Haushaltsenergiepreise um 14,5 Prozent, wie aus dem von der Energieagentur errechneten Energiepreisindex (EPI) hervorgeht. Die Inflationsrate im Jahresvergleich lag im März bei 6,8 Prozent und im Monatsabstand bei 2,1 Prozent.
GRAPHIK Entwicklung der Energiepreise in Österreich
https://assets.orf.at/mims/2022/19/91/crops/w=800,q=70,r=1/1336815_body_478991_energiepreise_a_o.png
COPYRIGHT: APA/ORF.at; Quelle: Energieagentur
*** „In diesem Ausmaß neu“
„Preissteigerungen, wie wir sie im März bei den Treibstoff- und Heizölpreisen beobachten mussten, sind in diesem Ausmaß neu“, so Energieagentur-Geschäftsführer Franz Angerer.
Die Preise für Heizöl stiegen im März angefeuert durch den Krieg Russlands in der Ukraine kräftig und haben sich im Vergleich zu März 2021 mit einem Anstieg von 118,5 Prozent mehr als verdoppelt. Im Vergleich zum Vormonat Februar betrug der Anstieg 51,5 Prozent. Eine typische Tankfüllung von 3.000 Litern kostete um fast 1.800 Euro mehr als im Februar 2022 und um etwa 2.500 Euro mehr als im März 2021.
*** Diesel um 55 Prozent teurer als im Vorjahr
Auch bei Sprit gingen die Preissteigerungen weiter. Diesel kostete um 55,0 Prozent mehr als im Jahr davor, Superbenzin um 45,3 Prozent. Im Vergleich zum heurigen Februar verteuerte sich Diesel um 23,8 Prozent und Super um 19,4 Prozent. Eine 50-Liter-Tankfüllung kostet bei Diesel um etwa 35 Euro mehr als im März 2021 und bei Superbenzin um rund 30 Euro mehr.
*** Erdgas um 73,1 Prozent teurer
Erdgas war im März um 73,1 Prozent teurer als im Jahr davor. Im Vergleich zum Vormonat Februar stieg der Gaspreis um 5,6 Prozent.
Der Fernwärmepreis stieg gegenüber März 2021 um 12,2 Prozent und war gegenüber Februar 2022 unverändert. Für Strom zahlten die Haushalte um 16,6 Prozent mehr als vor einem Jahr und um 1,3 Prozent mehr als im Februar.
Teurer waren auch Pellets und Brennholz. Pellets kosteten um 17,3 Prozent mehr als im März vergangenen Jahres und um 1,6 Prozent mehr als heuer im Februar. Der Preis für Brennholz stieg im Jahresabstand um 12,6 Prozent, im Monatsvergleich um 1,9 Prozent.
*** „Problematische Abhängigkeit von fossilen Energieträgern“
„Einmal mehr zeigt sich, wie problematisch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas ist“, so Angerer. Sie seien Auslöser der Klimakrise, darüber hinaus stellten die enormen Preissteigerungen und die fragliche Versorgungssicherheit die heimische und auch die gesamte europäische Volkswirtschaft vor größte Probleme.
Angerer verwies auch auf demokratiepolitische Bedenken: 80 Prozent des Erdgases in Österreich stamme aus Russland, bei den Rohölimporten liege Kasachstan vor dem Irak und Russland.
Die Energieagentur hatte Ende April eine Analyse im Auftrag des Klimaschutzministeriums veröffentlicht, wie Österreich von russischen Gasimporten unabhängig werden kann. „Wesentlich ist es, mit Energieeffizienzmaßnahmen den Gesamtverbrauch drastisch um rund ein Drittel zu senken. Gleichzeitig gilt es, die heimische Erzeugung von erneuerbaren Gasen auf 14 Terawattstunden zu erhöhen“, so Angerer.
Die inländische Förderung von zehn TWh Erdgas soll laut der Analyse auf gleichem Niveau bleiben. Die zusätzlich benötigten Mengen an Erdgas müssten über neue Routen aus anderen Ländern importiert werden. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263784/

ÖSTERREICH – März-Vergleich: Haushaltsenergie im März 42 Prozent teurer – Ausgearbeiteter Artikel – 5.5.2022
Die starken Energiepreissteigerungen bekommen auch die Haushalte zunehmend zu spüren. Haushaltsenergie hat sich im März im Vergleich zum Jahr davor um 42,4 Prozent verteuert – ein Rekordwert, wie die Österreichische Energieagentur (AEA) mitteilt. Im Februar hatte der Preisanstieg „nur“ 27,4 Prozent betragen.
Preistreiber waren im März einmal mehr Treibstoffe, Heizöl und Gas. Teurer als im Jahr davor waren auch alle anderen Energieträger. Im Vergleich zum Vormonat Februar stiegen die Haushaltsenergiepreise um 14,5 Prozent, wie aus dem von der Energieagentur errechneten Energiepreisindex (EPI) hervorgeht.
Die Inflationsrate im Jahresvergleich lag im März bei 6,8 Prozent und im Monatsabstand bei 2,1 Prozent. „Preissteigerungen, wie wir sie im März bei den Treibstoff- und Heizölpreisen beobachten mussten, sind in diesem Ausmaß neu“, so Energieagentur-Geschäftsführer Franz Angerer.
GRAPHIK Entwicklung der Energiepreise in Österreich
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COPYRIGHT: APA/ORF.at; Quelle: Energieagentur
Die Preise für Heizöl stiegen im März angefeuert durch den Krieg Russlands in der Ukraine kräftig und haben sich im Vergleich zu März 2021 mit einem Anstieg von 118,5 Prozent mehr als verdoppelt. Im Vergleich zum Vormonat Februar betrug der Anstieg 51,5 Prozent. Eine typische Tankfüllung von 3.000 Litern kostete um fast 1.800 Euro mehr als im Februar 2022 und um etwa 2.500 Euro mehr als im März 2021.
*** Teuerung trifft Haushalte hart: Diesel um 55 Prozent teurer als im Vorjahr
Auch bei Sprit gingen die Preissteigerungen weiter. Diesel kostete um 55,0 Prozent mehr als im Jahr davor, Superbenzin um 45,3 Prozent. Im Vergleich zum heurigen Februar verteuerte sich Diesel um 23,8 Prozent und Super um 19,4 Prozent. Eine 50-Liter-Tankfüllung kostet bei Diesel um etwa 35 Euro mehr als im März 2021 und bei Superbenzin um rund 30 Euro mehr.
73,1 Prozent Kostenplus bei Erdgas
Erdgas war im März um 73,1 Prozent teurer als im Jahr davor. Im Vergleich zum Vormonat Februar stieg der Gaspreis um 5,6 Prozent. Der Fernwärmepreis stieg gegenüber März 2021 um 12,2 Prozent und war gegenüber Februar 2022 unverändert. Für Strom zahlten die Haushalte um 16,6 Prozent mehr als vor einem Jahr und um 1,3 Prozent mehr als im Februar.
Heizkörper
*** Heizen ist bereits empfindlich teurer geworden
Teurer waren auch Pellets und Brennholz. Pellets kosteten um 17,3 Prozent mehr als im März vergangenen Jahres und um 1,6 Prozent mehr als heuer im Februar. Der Preis für Brennholz stieg im Jahresabstand um 12,6 Prozent, im Monatsvergleich um 1,9 Prozent.
*** „Problematische Abhängigkeit“
„Einmal mehr zeigt sich, wie problematisch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas ist“, so Angerer. Sie seien Auslöser der Klimakrise, darüber hinaus stellten die enormen Preissteigerungen und die fragliche Versorgungssicherheit die heimische und auch die gesamte europäische Volkswirtschaft vor größte Probleme. Angerer verwies auch auf demokratiepolitische Bedenken: 80 Prozent des Erdgases in Österreich stamme aus Russland, bei den Rohölimporten liege Kasachstan vor dem Irak und Russland.
INTERAKTIVE ONLINE-GRAPHIK: Ersatz für russische Erdgasimporte bis 2030 (Quelle: Österreichische Energieagentur)
*** „Gesamtverbrauch um rund ein Drittel senken“
Die Energieagentur hatte Ende April eine Analyse im Auftrag des Klimaschutzministeriums veröffentlicht, wie Österreich von russischen Gasimporten unabhängig werden kann. „Wesentlich ist es, mit Energieeffizienzmaßnahmen den Gesamtverbrauch drastisch um rund ein Drittel zu senken. Gleichzeitig gilt es, die heimische Erzeugung von erneuerbaren Gasen auf 14 Terawattstunden zu erhöhen“, so Angerer.
Die inländische Förderung von zehn TWh Erdgas soll laut der Analyse auf gleichem Niveau bleiben. Die zusätzlich benötigten Mengen an Erdgas müssten über neue Routen aus anderen Ländern importiert werden. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263792/

ÖSTERREICH – Österreich stellt sich auf viele deutsche Touristen im Sommer ein – 5.5.2022
Wien – Österreich stellt sich in diesem Sommer auf viele Touristen aus Deutschland ein. „Die Nachfrage ist aktuell sehr gut, insbesondere in den bekannten österreichischen Urlaubsorten in Berg- und Seelagen“, sagte die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).
Freie Kapazitäten gebe es dagegen in den Städten. Köstinger nannte die Lage der Stadthotellerie „herausfordernd“. Denn: „Nach wie vor fehlen Kongresse, Messen und Großveranstaltungen aus Kunst und Kultur.“ Zudem fehlten Touristen aus Asien und Amerika wegen der eingeschränkten Reisefreiheit.
Neue Unsicherheit sei zudem durch den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine spürbar. „Ein Krieg mitten in Europa hat natürlich Auswirkungen“, sagte Köstinger den Funke-Zeitungen. „Speziell die Nachfrage aus den USA ist reduziert.“ Eine große Stornowelle ist aber bislang ausgeblieben.
Die österreichischen Tourismusbetriebe hätten die zurückliegenden zwei Pandemie-Jahre für Investitionen genutzt. Dadurch sei eine „extreme Qualitätssteigerung“ erreicht worden. Vor der Pandemie habe es zudem in einigen Städten bereits das Problem des „Overtourism“ durch zu viele Gäste gegeben. Das habe in der Bevölkerung Unmut hervorgerufen.
„Deshalb versuchen wir, den Tourismus in Österreich aus der Corona-Pandemie heraus gezielt weiterzuentwickeln“, sagte Köstinger. „Mehr Qualität statt Quantität. Übervolle Gänge und Gassen – das wird nicht mehr zurückkommen.“
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/55961443-oesterreich-stellt-sich-auf-viele-deutsche-touristen-im-sommer-ein-003.htm

ÖSTERREICH – WIFO: Leerstandsabgabe hilft nicht bei Wohnungsmangel – 5.5.2022
Nur mit einer Mobilisierung von Wohnraum durch eine Leerstandsabgabe „wird man den Wohnungsmangel in Österreich nicht in den Griff bekommen“, sagt der WIFO-Ökonom Michael Klien zu der neu aufgeflammten Diskussion zu diesem Thema. Helfen könne nur mehr Wohnbau.
Entscheidungen für einen Zweitwohnsitz würden durch eine Wohnungsleerstandsabgabe von einigen tausend Euro im Jahr nicht beeinflusst werden, meinte der Experte heute im Ö1-Morgenjournal.
RadiothekLogo von oe1 5.5.2022, 7.00 Uhr
*** WIFO-Experte Michael Klien zur Leerstandsabgabe
Wer sich eine Ferienwohnung an einem schönen Ort leisten könne, werde die im steirischen Modell angedachten 1.000 oder 2.000 Euro im Jahr in Kauf nehmen. Per Definition seien es ja eher wohlhabende Leute, die sich einen Zweitwohnsitz leisten. „Insofern wird es nicht den großen Unterschied machen.“
Um mehr Wohnungen auf den Markt zu bringen, müsse einfach mehr gebaut werden, „so banal es klingt“. Österreich sei in den vergangenen 20 Jahren um eine Million Köpfe gewachsen, „und damit geht einfach ein massiver Bedarf an Wohnraum einher“. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263826/

ÖSTERREICH – Diskussion über Wege aus Fachkräftekrise – Lehrlingsmangel: Firmen schließen sich zusammen – 5.5.2022
Über die Zukunft des Arbeitsmarktes haben gestern Abend Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Industrie in Spielberg (Steiermark) diskutiert. Dabei wurden mögliche Ansätze besprochen, wie man die Lücke zwischen offenen Stellen und Arbeitssuchenden schließen könnte.
*** Lehrlingsmangel: Firmen schließen sich zusammen
Der Lehrlingsmangel spitzt sich in Niederösterreich zu. Im April stieg die Zahl der offenen Lehrstellen um 69 Prozent auf 1.445. Einige Unternehmer haben daher eine eigene Initiative gegründet, um Lehrstellen attraktiver zu machen.
https://orf.at/stories/3263794/
https://steiermark.orf.at/stories/3154872/
https://noe.orf.at/stories/3154882/

ÖSTERREICH- Nehammer: Regierung könnte Krisengewinner zur Kasse bitten – 5.5.2022, 12:56
Die Bundesregierung denkt darüber nach, wie Gewinne von Unternehmen mit Staatsbeteiligung, die überproportional von der Krise profitieren, gesetzlich abgeschöpft werden können.
„Ich habe dem Finanzminister und der Wirtschaftsministerin den Auftrag gegeben, Vorschläge dafür vorzulegen“, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) der „Tiroler Tageszeitung“. Zugleich wies er darauf hin, dass die Teilprivatisierung von Betrieben nun in der Krise für den Staat Probleme aufwerfe.
Den „Finanzminister“ als Gewinner in der Krise zu sehen sei aber falsch, da dieser nur „Treuhänder von Steuergeld“ sei und Mehreinnahmen an den Staat als Gemeinschaft gingen. „Wir geben den Menschen auch schon viel Geld zurück. Wir müssen aber immer darauf achten, dass wir zielgerichtet handeln und nicht die Inflation weitertreiben“, so der Bundeskanzler.
*** „Eigentümer“ und Steuerzahler soll profitieren
Nehammer wies im Gespräch mit der „Tiroler Tageszeitung“ auch auf Probleme bei privatisierten Unternehmen hin, die sich in Krisenzeiten zeigten. Staatliches Krisenmanagement sei „durch die Privatisierung von Infrastrukturunternehmen deutlich schwieriger geworden“.
Denn auch wenn der Staat an einem börsennotierten Unternehmen beteiligt sei, selbst mehrheitlich wie beim Verbund, gelte Aktienrecht vor staatlichen Zielen. „Wenn keine Krise ist, werfen diese Unternehmen Dividenden ab. In der Krise behindert uns diese Struktur aber. Wir müssen daher nachdenken, wie wir zu einem neuen Weg kommen“, so Nehammer.
„Ziel muss sein, darauf zu achten, dass, wenn Unternehmen mit staatlicher Beteiligung große Gewinne erwirtschaften, die Eigentümer profitieren – und das sind am Ende die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler“, so Nehammer. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263852/

ÖSTERREICH – Wiener Volksschüler mit Deutschproblemen oft in Österreich geboren – 80 Prozent der außerordentlichen Schüler waren mehr als zwei Jahre im Kindergarten – Aufstockung bei Sprachförderkräften – 5.5.2022
Im Schuljahr 2020/21 waren laut Statistik Austria 14 Prozent der Kinder in Wiener Volksschulen als außerordentliche Schüler eingestuft, weil sie wegen Problemen in der Unterrichtssprache Deutsch dem Unterricht nicht ausreichend folgen können. Dabei wurden 60 Prozent dieser Kinder bereits in Österreich geboren, rund 80 Prozent haben mehr als zwei Jahre einen Kindergarten besucht, zeigt die Beantwortung einer Anfrage der ÖVP durch Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS).
*** 80 Prozent der außerordentlichen Schüler waren mehr als zwei Jahre im Kindergarten
Die Wiener ÖVP übte am Mittwoch angesichts dieser Zahlen scharfe Kritik an der Bildungs- und Integrationspolitik Wiens. „Die Stadt darf einfach nicht wegschauen, wenn Kinder in Deutschförderklassen durchschnittlich 2,6 Jahre im Kindergarten waren“, so Bildungssprecher Harald Zierfuß. Er forderte kleinere Gruppen, mehr Sprachförderkräfte und einen klaren Spracherwerb-Fokus in den Kindergärten. Außerdem sollten die Ergebnisse der Sprachstandsfeststellung als Frühwarnsystem genutzt werden. Für die Wiener ÖVP zeigen die Zahlen zudem ein Integrationsproblem der zweiten Generation in Wien: Diese gebe ihre Integrationsleistung und Deutschkenntnisse nicht an ihre Kinder weiter, gleichzeitig versage das Bildungssystem bei der Integration.
*** Aufstockung bei Sprachförderkräften
Bildungsstadtrat Wiederkehr verwies in seiner Anfragebeantwortung hingegen auf Effekte der Coronapandemie: In den vergangenen zwei Jahren hätten vor allem viele Kinder von nicht-berufstätigen Eltern den Kindergarten nicht besucht, während Lockdowns habe phasenweise auch kein regulärer Betrieb stattgefunden. Außerdem habe es wegen krankheitsbedingter Personalausfälle weniger Sprachförderangebot gegeben. Sprachentwicklung sei außerdem ein individueller Prozess, der von vielen Faktoren beeinflusst werde und unterschiedlich lange dauere.
Um die Sprachförderung zu verbessern, habe die Stadt mit September 2021 mit einer Aufstockung der Sprachförderkräfte begonnen, betont Wiederkehr. Er fordert außerdem, dass bei den Mitteln aus dem Bund-Länder-Vertrag (15a-Vertrag) zu den Kindergärten mehr Geld für Qualitätssteigerung (z.B. zur Verbesserung des für Sprachförderung wesentlichen Personalschlüssels) einsetzbar sein soll. Außerdem müsse auch im Bund 1 Prozent des BIP in die Kindergärten fließen.
In einer Stellungnahme gegenüber der APA befand man es im Büro Wiederkehrs außerdem „etwas eigenartig“, dass ausgerechnet die ÖVP sich hier zu Wort melde. Immerhin torpediere diese jegliche Integrationsbemühungen seit Jahren und sehe nicht ein, dass Wien besondere Herausforderungen im Kindergarten und Schulbereich habe und der Stadt trotzdem ständig die notwendigen Mittel verweigere. „Wir laden die Wiener ÖVP gerne ein, mit ihrem Bildungsminister zu reden und dafür einzutreten, was wir wirklich brauchen: 1.000 neue Lehrkräfte!“
https://science.apa.at/power-search/10798282128689728720

ÖSTERREICH – UNTERNEHMEN – OMV setzt vorerst weiter stark auf Öl und Gas – Erdgas als „Brückentechnologie“ – 5.5.2022
Die OMV wird nicht kurzfristig aus der Erdöl- und Gasförderung aussteigen, hat Konzernchef Alfred Stern angesichts eines drohenden Öl- und Gasembargos der EU gegen Russland gesagt.
„Wir investieren bis 2030 weiterhin massiv in Öl und Gas und entwickeln fünf neue Gasproduktionen, etwa in Norwegen oder im Schwarzen Meer, Stichwort Neptun“, sagte Stern im „Kurier“-Interview. „Von jährlich 3,5 Milliarden Euro investieren wir 1,6 Milliarden in Exploration & Produktion.“
*** Erdgas als „Brückentechnologie“
„Wir gehen nicht aus Energie hinaus, wir gehen nur langsam aus Öl- und Gas hinaus“, so Stern. Gas sei als Brückentechnologie notwendig für die Energiewende. Für ein Gasembargo sei man derzeit nicht bereit – sollten die russischen Gaslieferungen ausbleiben, könnte man die Wirtschaftstätigkeit in Österreich nicht mehr voll aufrechterhalten.
Deshalb arbeite man derzeit an einem Vorschlag für sanktionskonforme Zahlungsmodalitäten mit dem russischen Gasprom-Konzern, andererseits fülle man die Speicher – „derzeit sind wir bei 30 Prozent“, so der OMV-Chef. Außerdem würde der Verzicht auf russisches Gas auch zu einer Verteuerung führen: „Kein Gas mehr aus Russland und niedrige Preise, das geht sich nicht aus.“
Auch ein Ölembargo würde an Österreich nicht spurlos vorüber gehen, obwohl die OMV kein russisches Öl mehr in ihren Raffinerien verarbeitet. „Russland produziert zehn Millionen Barrel pro Tag, das ist ein Zehntel der Weltproduktion, 50 Prozent davon gehen in den Export“, sagte Stern. red, ORF.at/Agenturen
https://orf.at/stories/3263811/