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FAZIT DES TAGES ULTRAKURZ – oder: Nachrichten aus dem irrwitzigen Weltzirkus
- ISRAEL-HAMAS-HISBOLLA-KRIEG: Israel tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur.
Syrien: IS tötet US-Soldaten, Trumpp kündigt Vergeltung an. - UKRAINE-KRIEG: Russland mit Geländegewinnen.
Kräftiger ukrainischer Nadelstich (Ölraffinerie).
Berlin: Treffen in Vorbereitung, erste Politiker eingetroffen.
Übersicht über Verhandlungspunkte.
Merz-Rhetorik: Wer noch glaubt, dass Russland nicht angreife …
Umfrage: 47 Prozent für Verwendung russischen Vermögens für die Ukraine. - USA: Attentat an US-Universität, zwei Tote.
Fotos: prominente US-Amerikaner auf Epstein-Veranstaltungen. - UNGARN: Proteste gegen Orban: Missbrauchsfälle in staatlichen Kinderheimen.
- MALLORCA: Flugzeug musste wegen Tumult an Bord umkehren.
- DEUTSCHLAND: Anschlag auf Weihnachtsmarkt vereitelt.
- Weitere COMMENTS vorhanden
MÄRKTE – Konsolidierung vor dem Wochenende. Furcht vor überteuerten KI-/Tech-Aktien.
MARKTRELEVANTES – Schwache EU-Wirtschaft gefährdet auch US- und Weltwirtschaft. Schock im Anmarsch: China wird Europa wirtschaftlich überrollen. – COMMENT
THEMENREIGEN – PSYCHOLOGIE: Notorisches Zuspätkommen hat Gründe.
Viel Stoff – Nutze die Suchfunktion!
Apropos Weltzirkus: Zirkus ist was für Kinder und Junggebliebene, Staunen und Lachen über die Clowns! Im Weltzirkus tummeln sich viele Zauberkünstler und Clowns. Lachen wir also, Lachen ist die beste Medizin gegen Depressionen.
EMPFEHLUNG
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Dazu allerdings ca. 15 bis 20 Minuten Zeit für konzentriertes Zuhören einplanen.
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Was denkt „das Volk“? Wer über gute Nerven und über argumentativ gefestigte Einstellungen verfügt sowie sich darüber informieren möchte, was die Hirne und Herzen der Menschen bewegt, der schaue auf X(Twitter) und Bluesky. Sehr aufschlussreich, aber bitte: Warm anziehen und Brechschale vulgo Speibeimer bereithalten!
MÄRKTE
DJI – BAHA *** DJI – KGV *** Rendite 10-jg. US-Anleihen
DAX Deutsche Börse *** DAX – KGV *** Rendite 10-jg. Bundesanl. *** Euro-Bund Futures
COMMENT: Wochenend-Konsolidierung: sicher ist sicher … Und ein wenig KI-/Tech-Aktien-Furcht: zu teuer? nicht zu teuer? zu teuer? nicht zu teuer? usw. Diese Fragen beuteln vor allem die US-Anleger.
MARKTRELEVANTES AUS DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN (DWN)
Schwächelnde EU-Wirtschaft gefährdet auch die USA
Die Kritik von JPMorgan-Chef Jamie Dimon wegen der strukturellen Schwäche der Europäischen Union richtet sich auch an Washington. Eine schwächelnde EU kann für die USA und die globale Wirtschaft gleichermaßen gefährlich werden.
China wird Europa überrollen: harter Schock steht bevor, so ein China-Analyst
Und auf Europa rollt bereits eine weitere ökonomische Erschütterung zu: Der prominente China-Analyst Dan Wang beschreibt, wie Pekings technologische Übermacht die industrielle Basis Europas erschüttert wird. Sein Urteil: Der nächste Wirtschaftsschock wird Europa noch härter treffen.
COMMENT: Genau diese zwei Meldungen signalisieren, dass die USA an einer Erstarkung der Wirtschaft Europas existentiell interessiert sind und in Zukunft auch interessiert bleiben werden.
Der narrische Mann Trump entpuppt sich nach und nach als bauernschlauer Deal-Maker, der in grober Art mit Hin und Her eingefahrene Hinsichtel-Rücksichtel-Einstellungen auf dem diplomatischen Parkett niederreißt. Und auch auf dem Demokratiefeld: Demokratie als Schönwetter-Regierungsform ist bei schlechtem Wetter nicht sehr geeignet, Regen- und Sturmschutz bereitzustellen. Was hier passiert, ist ein möglicher Ritt über den Bodensee und die Opferung der Demokratie um den Erhalt der US-Hegemonie willen. Und des „Westens“ unter dem Schutzmantel dieser US-Hegemonie. Es steht sehr viel auf dem Spiel, aber nicht wegen Russland, sondern wegen der BRICS-Plus-Staaten.
Eine selbstsichere und gute Wirtschaft Europas wird für Russland das beste Hemmnis sein, das dieses autoritäre Regime überwinden müsste, wenn es denn zuvor die NATO niedergemetzelt hätte, bevor es sich Westeuropa einverleibt hätte. Gelänge dies, begönne der Kampf Russlands mit dem Widerstand in der westeuropäischen Bevölkerung, den Unternehmen dort und der West- und wohl auch internationalen Politik. Ein Mammutunternehmen, das Russland Zeit und Geld en masse kosten würde mit ungewisser Aussicht auf Erfolg.
Herr Merz verkennt die Realitäten und die geschichtlichen Veränderungen seit 1938: wir haben nicht mehr ein Münchner Abkommen und die Erlaubnis für Hitler, das Sudetenland Deutschland einzugliedern mit dem Ergebnis der Vergewaltigung der tschechoslowakischen Souveränität. Das heißt: nicht mehr die Bedrohung durch Russland, sondern die Bedrohung „des Westens“ unter Führung des Noch-Hegemons USA durch die BRICS-Plus-Staaten, allen voran durch China.
Die Nato wird – eben jener Wirtschaftsinteressen und eben auch der politischen Hegemonial-Interessen der USA halber – durch die Vereinigten Staaten mit „Bomben und Granaten“ unterstützt werden. Dem wird das technisch zurückgebliebene Russland – und Technik-Aufholung dauert – nichts so leicht entgegensetzen können. Schon gar nicht in bloß fünf Jahren gemäß Rutte vor wenigen Tagen: demographisch muss sich Russland erst vom Ukraine-Krieg erholen und damit auch wirtschaftlich; denn: es fehlen die Männer im berufsfähigen Alter, die gefallen sind oder arbeitsuntauglich versehrt. Zudem drohen weiter schwelende „Weg-von-Moskau-Bewegungen“. Russland schüfe sich in Westeuropa als auch im eigenen russischen Riesengebiet eine wohl nicht zu bewältigende sicherheitspolitische Aufgabe.
Am Zerfall Russlands aber ist die USA nicht interessiert, sie braucht Russland im Boot gegen China, sie braucht nicht neue Kleinstaaten mit Atommacht auf russischem Boden und ein geschwächtes Russland. Sie braucht Russland als Ressourcenlieferant und Absatzmarkt. Sie braucht auch die Ukraine aus gleichen Gründen und ist – so wurde gerade vermeldet – daher mit einem verbesserten Beitrittsstatus der Ukraine mit 2027 einverstanden.
Was „im Westen“ zu hören ist, ist weit eher realitätsferne Propaganda, um die Zustimmung zur derzeitigen kostenintensiven Angst-vor-Russland-Politik europaweit auf bevölkerungs- und politischer Ebene zusammenzuhalten. Dumm, dass die europäischen Polit-Spitzen ordentlich das Gesicht verlören, bekennten sie ihre Fehleinschätzungen und eine verfehlte Sanktionspolitik öffentlich ein.
Zwischenzeitlich werden die BRICS-Plus-Staaten einen noch höheren Anteil an der Weltwirtschaftsleistung (Welt-BIP, derzeit rund 70 Prozent) erlangt haben, nicht zuletzt dank China (siehe auch den Börsen-Kurier-Artikel vom 11.12.2025 in den Börsennachrichten von morgen, 15.12.2025: ChinaWirtschft.Top).
Der „Westen“ mit Zugpferd USA und schwachem Euroland resp. schwacher EU wird sich sehr anstrengen müssen, dem künftig etwas entgegen zu setzen. Darum geht es im Ukraine-Krieg.
GESELLSCHAFTSSEISMOGRAPH BÖRSEN
findet sich am Ende des Tagesblicks und wurde aktualisiert am
- 8.12.2025: Hauptversammlungen für österreichische Aktiengesellschaften
- 5.12.2025: Kontenmeldepflicht, Vermögensregister
HELLMEYER-REPORT (Märkte u.a.m.)
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ZENTRALBANKEN
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WIRTSCHAFTSMELDUNGEN IM ÜBERBLICK
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ISRAEL-IRAN-HAMAS-HISBOLLAH-KRIEG
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ISRAEL-IRAN-KRIEG im n-tv Liveticker
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ISRAEL – NAHOST-KONFLIKT im n-tv Liveticker
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ISRAEL – NAHOST-KONFLIKT im FAZ-Liveblog
Chronologisch absteigend, jüngste Meldungen zuoberst:
Sonntag, 14. Dezember 2025
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Samstag, 13. Dezember 2025
US-Soldaten getötet: Trump kündigt Vergeltung gegen Terrormiliz Islamischer Staat an
Nach dem Tod von drei Amerikanern bei einem Angriff in Syrien hat US-Präsident Donald Trump Maßnahmen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angekündigt. Auf die konkrete Frage eines Journalisten an Trump vor dessen Abflug zu einem Football-Spiel, ob sich ein Vergeltungsschlag gegen den IS richten werde, antworte Trump: „Ja, wir werden zurückschlagen.“ Es werde sehr harte Vergeltungsmaßnahmen geben, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Trump betonte, auch der syrische Präsident, Ahmed al-Scharaa, sei über diesen Angriff äußerst verärgert und beunruhigt. Trump hatte den Übergangspräsidenten erst im November im Weißen Haus empfangen und klargemacht, dass er ihn unterstütze. Bei dem Angriff wurden den Angaben zufolge zwei Soldaten und ein US-Dolmetscher getötet und drei Soldaten verletzt. Ihnen gehe es aber gut, schrieb der Präsident.
Die USA führen in Syrien und im benachbarten Irak eine internationale Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an. Der Einsatz begann, nachdem der IS 2014 große Gebiete in beiden Ländern überrannt hatte. Der IS gilt als militärisch besiegt, in beiden Ländern sind aber weiterhin IS-Kämpfer aktiv, die auch Anschläge verüben.
US-Soldaten und ein US-Dolmetscher in Syrien „von verbündeten Streitkräften“ getötet
Bei einem Angriff in Syrien sind nach Angaben des Pentagon zwei US-Soldaten und ein US-Dolmetscher getötet worden, drei weitere Personen seien verletzt worden. Der tödliche Angriff sei in der Stadt Palmyra erfolgt, schrieb ein Pentagonsprecher auf X. Ihre Mission habe darin bestanden, laufenden Operationen gegen den IS und den Terrorismus in der Region zu unterstützen. „Wir trauern um den Verlust von drei großen amerikanischen Patrioten in Syrien“, erklärte US-Präsident Donald Trump und drohte mit „sehr ernster Vergeltung“.
Verteidigungsminister Pete Hegseth repostete den Tweet und schrieb, der Angreifer sei von verbündeten Streitkräften getötet worden. Er schrieb weiter: „Seien Sie gewiss: Wenn Sie Amerikaner angreifen – egal wo auf der Welt –, werden Sie den Rest Ihres kurzen, angstvollen Lebens in dem Wissen verbringen, dass die Vereinigten Staaten Sie jagen, finden und gnadenlos töten werden.“ Die für die Region zuständige Kommandozentrale des US-Militärs (Centcom) sprach von einem Einzeltäter.
Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana hatte zuvor berichtet, US-Streitkräfte seien in Syrien unter Beschuss geraten. Mehrere Militärangehörige seien bei dem Angriff nahe der antiken Stadt Palmyra verletzt worden. Auch zwei Angehörige der syrischen Streitkräfte seien verletzt worden. Der Angriff habe sich während einer gemeinsamen Ortsbegehung in dem Gebiet ereignet, meldete Sana unter Berufung auf Sicherheitskreise.
US-Hubschrauber flogen die Verwundeten zur Militärbasis al-Tanf nahe der syrischen Grenze zu Jordanien und Irak, meldete Sana weiter unter Berufung auf die namentlich nicht genannte Quelle. Der Angreifer sei getötet worden. Über das Motiv oder die genaueren Umstände des Vorfalls gebe es aber zunächst keine Informationen. Niemand habe sich zunächst zur Tat bekannt.
Israelisches Militär tötet hohen Hamas-Kommandeur im Gaza-Streifen
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hohen Kommandeur der Hamas im Gazastreifen getötet. In den vergangenen Monaten habe der Terrorist daran gearbeitet, die Fähigkeiten der Hamas und deren Waffenproduktion wiederherzustellen, teilte die Armee mit. Um wen es sich genau handelte, blieb in der Mitteilung offen.
Nach Informationen der israelischen Medien „Times of Israel“ und ynet.com wurde die Aktion mit einem Drohnenangriff in der Stadt Gaza ausgeführt. Der Getötete sei Raed Saad, ein Top-Kommandeur der Hamas. Saad soll nach israelischen Berichten Chefplaner des Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 im Süden Israels gewesen sein, bei dem rund 1200 Israelis getötet und mehr als 250 in den Gazastreifen verschleppt worden waren.
Hinter Izz al-Din al-Haddad, dem Kommandeur der Qassam-Brigaden, soll Saad der zweite Mann im militärischen Arm der Hamas gewesen sein. Er soll die Operations- und Produktionsabteilungen geleitet haben. Nach Angaben der „Times of Israel“ hatte er zuvor mehrere Attentatsversuche überlebt.
Palästinensische Medien berichteten, dass es bei dem Drohnenangriff auf ein Auto in der Stadt Gaza insgesamt vier Todesopfer gegeben habe. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt sich Saad in einem Gebiet auf, das gemäß einer Waffenruhe-Vereinbarung von der Hamas kontrolliert wird. Der gewöhnlich gut informierte Journalist Barak Ravid schrieb unter Berufung auf israelische Beamte, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump nicht vorab über den Angriff informiert worden sei.
WEITERE ISRAEL-MELDUNGEN
| Sa | Israel tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im Gazastreifen | 464 | dpa-AFX | |
| Sa | Bundesregierung ruft Israel zum Stopp des Siedlungsausbaus auf | 485 | dpa-AFX |
Israelischer Angriff: Israel tötet Hamas-Kommandeur Raed Saad – GMX, Aktualisiert am 14.12.2025, 7:34 (KURZVIDEO)
Israel tötet den Hamas-Kommandeur Raed Saad. Er galt als Drahtzieher des Anschlags vom 7. Oktober und arbeitete zuletzt am Aufbau der militärischen Kapazitäten der Hamas.
Nach eigenen Angaben: Israel tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im Gazastreifen – dpa / GMX, 13.12.2025, 16:02
Israels Armee tötet einen der verbliebenen Top-Kommandeure der Hamas im Gazastreifen. Um wen es sich handelt, lässt die Armee offen. Israelische Medien nennen den Namen.
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Kommandeur der Hamas im Gazastreifen getötet. In den vergangenen Monaten habe der Terrorist daran gearbeitet, die Fähigkeiten der Hamas und deren Waffenproduktion wieder herzustellen, teilte die Armee mit. Um wen es sich genau handelte, blieb in der Mitteilung offen.
Israelische Medien nennen den Namen des Hamas-Kommandeurs
Nach Informationen der israelischen Medien „Times of Israel“ und ynet.com handelte es sich um einen Drohnenangriff in der Stadt Gaza. Dabei soll der Top-Kommandeur der Hamas, Raed Saad, getötet worden sein. Palästinensische Medien berichteten, dass es insgesamt drei Todesopfer gegeben habe.
Saad soll nach israelischen Berichten Chefplaner des Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 im Süden Israels gewesen sein, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt worden waren.
Soll zuvor mehrere Attentatsversuche überlebt haben
Der getötete Kommandeur stand den Angaben zufolge in der Hierarchie der Kassam-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas, ganz weit oben. Er soll Leiter der Operations- und Produktionsabteilungen gewesen sein. Saad soll nach Angaben der „Times of Israel“ mehrere Attentatsversuche überlebt haben.
Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt er sich in einem Gebiet auf, das gemäß einer Waffenruhe-Vereinbarung von der Hamas kontrolliert wird. (dpa/bearbeitet von nap)
URAINE-KRIEG im n-tv Liveticker
Chronologisch absteigend, jüngste Meldungen zuoberst:
Detaillierte Meldungsübersicht. Daraus eine Auswahl:
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Sonntag, 14. Dezember 2025
+++ 11:27 Witkoff und Kushner sind in Berlin angekommen +++
Eine US-Delegation ist zu Beratungen über einen möglichen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg in Berlin angekommen. Wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur beobachtet, trafen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, in einem Hotel im Zentrum der Bundeshauptstadt ein. Trump vertraut einige seiner wichtigsten außenpolitischen Missionen dem befreundeten Immobilienunternehmer und Golfpartner Witkoff an. Am Montag soll der ukrainische Präsident nach Berlin reisen, um mit Vertretern der USA und der EU über einen Friedensplan zu sprechen.
+++ 11:15 Ukraine meldet heftigen Luftangriff auf die Region Odessa +++
Russland greift die ukrainische Region Odessa massiv aus der Luft an. Das berichtet die Zeitung „Ukrainska Prawda“ unter Berufung auf die ukrainische Luftwaffe. Eine russische KAB-Präzisionsbomben sei in Richtung der Stadt Sakota unterwegs.
+++ 10:41 Selenskyj: Hunderttausende Familien ohne Strom +++
In der Ukraine sind infolge russischer Drohnen- und Raketenangriffe nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj noch immer Hunderttausende Familien ohne Strom. „Die Lage ist nach wie vor schwierig“, schreibt Selenskyj auf seinen Kanälen in den sozialen Medien. Betroffen von den Stromausfällen seien die Regionen Mykolajiw, Odessa, Cherson, Tschernihiw, Donezk, Sumy und Dnipropetrowsk. Seit russischen Angriffen am Samstag sind einige ukrainische Regionen ohne Strom. In der Nacht auf Sonntag habe es erneut russische Angriffe gegeben. „Es gibt Verletzte“, sagt Selenskyj. Die Arbeiten auch an der Wiederherstellung der Wärme- und Wasserversorgungen liefen.
+++ 10:03 Ukraine greift mit Drohnen Russlands Ölindustrie an +++
Die Ukraine hat mit einem Drohnenangriff im russischen Gebiet Wolgograd einen Großbrand in dem Öldepot der Stadt Urjupinsk ausgelöst. Gouverneur Andrej Botscharow schreibt auf Telegram, dass benachbarte Häuser evakuiert worden seien. „Nach vorläufigen Angaben wurde niemand verletzt.“ Botscharow zufolge lösten Trümmer abgeschossener Drohnen den Brand aus. Die Ukraine nimmt immer wieder Anlagen der russischen Ölindustrie unter Drohnenbeschuss, weil Moskau mit den Einnahmen aus dem Energieverkauf auch seine Kriegsmaschinerie finanziert.
+++ 09:31 Kiesewetter ruft Europäer zu „sehr robusten Garantien“ für Ukraine auf +++
Vor den Ukraine-Beratungen ab Sonntag in Berlin fordert der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter im „Tagesspiegel“, dass die Europäer jetzt ihre Interessen und Ziele klar formulieren müssten. Die Ukraine sei „die erste Verteidigungslinie Europas. Ein ungesicherter Waffenstillstand und Verhandlungen zulasten der Ukraine können nicht im europäischen Interesse sein.“ Russland handele gnadenlos und werde jedes Abkommen testen und brechen. Es nutze die Zeit, in der die Ukraine zu Gebietsabtretungen gedrängt werde, „um weiter aufzurüsten und sich auf die Ausweitung des Krieges vorzubereiten“. Deshalb müssten die „Europäer beim Berliner Treffen sehr robuste Garantien für die Ukraine übernehmen, die der Ukraine Souveränität und Freiheit wie Selbstbestimmung ermöglichen. Territoriale Zugeständnisse bedeuten Diktatfrieden und Belohnung des Aggressors.“
+++ 08:58 Wie die Bewohner von Kostjantyniwka ums Überleben kämpfen +++
In der ukrainischen Front-Stadt Kostjantyniwka steht kaum noch ein unbeschädigtes Haus. Ständig muss mit Beschuss gerechnet werden, das Sirren von Drohnen ist allgegenwärtig. Fällt die Stadt an Russland, könnten auch andere Orte bedroht sein. Für die verbleibenden Anwohner ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben.
„Wie schlecht kann Leben sein?“Wer noch in Kostjantyniwka lebt, hat keine andere Wahl
+++ 08:27 Gespräche in Berlin über „möglichen Waffenstillstand in Ukraine“ +++
Das diplomatische Ringen um ein Ende des Ukraine-Krieges verlagert sich ab Sonntag nach Berlin: Der US-Sondergesandte Steve Witkoff will sich dort nach Angaben des Weißen Hauses mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Staatenlenkern treffen. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen führen zunächst die außenpolitischen Berater „unter anderem der USA und der Ukraine“ Gespräche „zu einem möglichen Waffenstillstand in der Ukraine“.
+++ 07:58 Russland meldet Abschuss von 235 ukrainischen Drohnen in einer Nacht +++
In der Nacht hat die russische Luftwaffe 235 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten abgeschossen. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Betroffen von den ukrainischen Luftangriffen waren demnach vor allem russische Regionen wie Brjansk, Krasnador, Kursk oder auch die von Russland besetzte Halbinsel Krim.
+++ 07:03 Kiesewetter fordert Taurus-Lieferung an Kiew +++
Vor den Ukraine-Beratungen in Berlin fordert der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an Kiew. „Solange wir nicht Taurus liefern, (…), Luftverteidigung über der Westukraine übernehmen und Bereitschaft zu glaubwürdigen Sicherheitsleistungen zeigen, lässt sich Russland überhaupt nicht beeindrucken“, sagt Kiesewetter dem „Tagesspiegel“. „Russland ist eher amüsiert über unser Vorgehen und die Pseudoverhandlungen und bombardiert unvermindert weiter.“
+++ 06:11 ISW: Russische Streitkräfte rücken bei Lyman vor +++
Die russische Armee ist kürzlich in der Region Donezk vorgerückt. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Demnach sollen Russen im Nordwesten der Stadt Lyman Gebiete gewonnen haben. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.
+++ 04:35 BSW will Wehrdienst-Gesetz im Bundesrat stoppen +++
Das BSW will die Neuregelung des Wehrdienstes im Bundesrat verhindern – und hofft dabei auf die Hilfe der Linken und der Grünen. „Das Wehrdienstgesetz kann noch gestoppt werden. Regierungen mit BSW, Linken oder Grünen haben die Mehrheit in der Länderkammer“, sagt Parteigründerin Sahra Wagenknecht der Funke Mediengruppe. Man fordere Linke und Grüne auf, „nicht schon wieder umzufallen, sondern die Wehrpflicht in der Länderkammer abzulehnen“, so Wagenknecht. Mit Blick auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg kündigt sie an, den Wehrdienst zum Wahlkampfthema zu machen, wenn der scheidende Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, dem Gesetz nun zustimme.
+++ 01:40 Umfrage: 47 Prozent wollen Russlands Vermögen für Ukraine verwenden +++
Etwa jeder Zweite in Deutschland ist laut einer Umfrage dafür, Russlands eingefrorene Gelder für die Ukraine zu verwenden. In einer Befragung des Instituts Insa für die „Bild am Sonntag“ antworteten 47 Prozent auf eine entsprechende Frage mit „ja“. 34 Prozent antworteten mit „nein“. In der EU sind etwa 210 Milliarden Euro Guthaben der russischen Zentralbank eingefroren. Die EU hat eine Grundlage geschaffen, um dieses Geld für langfristige Kredite an die Ukraine zu nutzen. Russland soll es nur zurückbekommen, wenn es nach Kriegsende Reparationen zahlt und vollständige Wiedergutmachung leistet. Die Führung in Moskau läuft Sturm gegen diese Pläne.
Samstag, 13. Dezember 2025
+++ 23:35 Merz: Freilassung politischer Gefangener in Belarus „erfüllt mich mit Freude“ +++
Die Bundesregierung reagiert mit Freude und Erleichterung auf die Freilassung von mehr als 120 politischen Gefangenen in Belarus. Bundeskanzler Merz erklärt auf X, die Nachricht aus Belarus erfülle ihn „mit Freude“. Die Freilassung von Maria Kolesnikowa, Ales Bjaljazki und weiterer politischer Gefangener sei „überfällig und ein Erfolg der mutigen für Freiheit und Bürgerrechte kämpfenden Zivilgesellschaft“. Deutschland stehe „an ihrer Seite“, versichert Merz. Zuvor hatte sich Bundesaußenminister Johann Wadephul „sehr erleichtert“ gezeigt und der US-Regierung für ihren Einsatz gedankt.
+++ 22:08 Selenskyj bestätigt Teilnahme an Gesprächen in Berlin +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt seine Teilnahme an Gesprächen in Berlin über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges. „Derzeit bereiten wir uns auf Treffen mit der amerikanischen Seite und unseren europäischen Freunden in den nächsten Tagen vor. In Berlin wird es viele Veranstaltungen geben“, sagt Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten Videobotschaft. Er wird spätestens am Montag auch von Kanzler Friedrich Merz erwartet zu einem ukrainischen Wirtschaftstreffen. Unklar ist aber, ob Selenskyj bereits an diesem Sonntag in Berlin anreist und den US-Gesandten Steve Witkoff trifft.
+++ 21:12 Selenskyj: Kiew an Vorbereitung des Belarus-Gefangenen-Deals beteiligt gewesen +++
Nach der Freilassung Dutzender politischen Gefangenen in Belarus bestätigt Wolodymyr Selenskyj, dass unter den Freigelassenen auch mehrere Staatsbürger seines Landes seien. Demnach sei Kiew an den Vorbereitungen zur Freilassung der Gefangenen beteiligt gewesen. Selenskyj dankt den USA für ihre aktive Rolle. Er sagt, dass es nun darum gehen müsse, auch alle Ukrainer in russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause zu holen.
+++ 20:01 Ukraine: Siwersk fast vollständig unter russischer Kontrolle +++
Die Stadt Siwersk in der Region Donezk ist nach ukrainischen Angaben fast vollständig von der russischen Armee erobert worden. Nur ein kleiner Teil werde noch von ukrainischen Kräften gehalten, berichtet die Zeitung „Ukrainska Prawda“ unter Berufung auf das Militär. Die Lage sei kritisch, um verlorene Positionen zurückzugewinnen, müssten Reserven eingesetzt werden, deren Verfügbarkeit unklar sei, heißt es weiter. Ukrainische Truppen hatten zuletzt Teile der Stadt vor allem mit Drohnen gesichert.
+++ 19:30 Russischer Drohnenangriff auf türkisches Schiff im Schwarzen Meer +++
Russland hat nach ukrainischen Angaben ein türkisches Schiff im Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen. Das Schiff sei auf dem Weg nach Ägypten durch den sogenannten „Getreidekorridor“ – eine vereinbarte sichere Route für ukrainische Lebensmittelexporte trotz des Kriegs – mit einer Ladung Sonnenblumenöl gewesen, teilt die ukrainische Marine mit. Der Angriff erfolgte demnach in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Ukraine, aber außerhalb der Reichweite der ukrainischen Luftabwehr. An Bord befanden sich demnach elf türkische Staatsbürger. Die ukrainische Marine erklärt: „Russland verletzt grob und zynisch das Völkerrecht. Solche Handlungen widersprechen den grundlegenden Prinzipien der Freiheit der Schifffahrt.“ Verletzt wurde niemand, das Schiff setzt seinen Kurs zum Zielhafen in Ägypten fort. Die Marine veröffentlichte außerdem Aufnahmen der Schäden durch die Drohne.
+++ 18:22 Babis: Tschechien hat kein Geld für die Ukraine +++
Tschechien will sich an keiner künftigen EU-Finanzierung der Ukraine beteiligen. Das stellt der neu ernannte Regierungschef Andrej Babis in einer Videobotschaft mit Blick auf das für kommenden Donnerstag geplante EU-Gipfeltreffen klar. Auch einer tschechischen Beteiligung an Kreditgarantien der EU für das von Russland angegriffene Land erteilte der Rechtspopulist eine deutliche Absage. „Die Europäische Kommission muss einen anderen Weg zur Finanzierung der Ukraine finden“, sagt Babis in der an seine Wähler und die tschechische Bevölkerung gerichteten Videobotschaft auf X. „Wir werden für nichts garantieren und auch kein Geld geben“, versichert er. Tschechien habe selbst leere Kassen und deshalb „kein Geld für andere Staaten“. Jede Krone werde für die eigenen Bürger gebraucht.
+++ 17:36 Ukraine verhängt Sanktionen gegen fast 700 Schiffe +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt bekannt, dass Kiew Sanktionen gegen fast 700 weitere Schiffe verhängt hat, die Russland zur Finanzierung seines Krieges nutzt. Das größte Paket dieser Art richtet sich vor allem gegen Tanker und andere Schiffe, die Öl und andere Energieressourcen transportieren. Betroffen sind nicht nur Schiffe unter russischer Flagge, sondern auch unter Flaggen von mehr als 50 anderen Staaten. „Dies ist ein bedeutender Teil der russischen Flotte, die Mittel bereitstellt, um den Krieg zu verlängern“, schreibt Selenskyj auf Telegram. Die Ukraine will zudem erreichen, dass Partnerländer alle betroffenen Schiffe, Reedereien und die gesamte Infrastruktur russischer Energieexporte blockieren. „Druck auf Russland und Diplomatie zur Beendigung des Krieges müssen Hand in Hand gehen. Russland muss den Krieg beenden, den es selbst begonnen hat und weiterführt“, so Selenskyj.
+++ 16:41 USA: Lukaschenko kann auf Putin einwirken +++
Nach der Freilassung Dutzender politischen Gefangenen in Belarus und der Aufhebung der US-Sanktionen gegen die Kali-industrie des Landes verweist der US-Gesandte John Coale auf die enge Beziehung zwischen Alexander Lukaschenko und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. So könne Lukaschenko auf Putin einwirken, sagt Coale offenbar mit Bezug zum Thema Beendigung des Krieges in der Ukraine. „Sie sind langjährige Freunde und haben die nötige Beziehungsebene, um solche Themen zu besprechen.“ Dies sei ein Weg, um den Prozess zu erleichtern.
+++ 15:56 Freigelassene Gefangene aus Belarus in die Ukraine abgeschoben +++
Fast alle heute in Belarus freigelassenen politischen Gefangenen sind offenbar in die Ukraine abgeschoben worden. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation „Wjasna“. Auf Telegram veröffentlichte sie Fotos und Videos, auf denen unter anderem die Oppositionspolitiker Maria Kolesnikowa und Wiktor Babriko zu sehen sind. Der Gründer von „Wjasna“, Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki, kam ebenfalls frei. Er befinde sich aktuell in der US-Botschaft in der litauischen Hauptstadt Vilnius, heißt es von der Organisation.
In die Ukraine abgeschobenBelarus lässt 123 bekannte politische Gefangene frei
+++ 15:13 Erdogan: „Frieden ist nicht mehr fern +++
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nach einem Treffen mit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin mit US-Präsident Donald Trump über einen Friedensplan für die Ukraine sprechen. „Der Frieden ist nicht mehr fern“, sagt Erdogan. Er äußert sich vor der Presse auf seinem Rückflug aus Turkmenistan, wo er sich am Freitag mit Putin getroffen hat. Sein Büro veröffentlicht die Kommentare am Samstag. Erdogan und Putin hatten sich laut der russischen Nachrichtenagentur Tass am Rande des Internationalen Forums für Frieden und Sicherheit in Aschgabat getroffen. In der Türkei gab es bisher mehrere Verhandlungsrunden zwischen Russland und der Ukraine, sowohl in den ersten Kriegswochen 2022 als auch nach einer mehrjährigen Funkstille zuletzt im Mai 2025.
WEITERE UKRAINE-MELDUNGEN
Umfrage: 47 Prozent wollen Russlands Vermögen für Ukraine verwenden – 14.12.2025, 9:56
BERLIN (dpa-AFX) – Etwa jeder Zweite in Deutschland ist laut einer Umfrage dafür, Russlands eingefrorene Gelder für die Ukraine zu verwenden. In einer Befragung des Instituts Insa für die „Bild am Sonntag“ antworteten 47 Prozent auf eine entsprechende Frage mit „ja“. 34 Prozent antworteten mit „nein“. 12 Prozent machten keine Angaben, 7 Prozent erklärten, dass ihnen das Thema egal sei. Für die repräsentative Umfrage wurden am 11. und 12. Dezember 1.003 Menschen befragt.
Um wie viel Geld geht es?
Es geht um in der EU eingefrorenes Guthaben der russischen Zentralbank – etwa 210 Milliarden Euro. Die EU hatte am Freitag eine Grundlage geschaffen, um dieses Geld für die Ukraine zu nutzen. 25 der 27 Mitgliedstaaten stimmten dafür, eine Rückübertragung nach Russland unbefristet zu verbieten.
Das Geld soll für langfristige Kredite an die Ukraine genutzt werden. Russland soll es nur zurückbekommen, wenn es nach Kriegsende Reparationen zahlt und vollständige Wiedergutmachung leistet. Die Führung in Moskau läuft Sturm gegen diese Pläne.
Was noch abgefragt wurde
Beim Thema der direkten deutschen Hilfen für Kiew sind die Befragten gespalten. 44 Prozent wollen, dass Deutschland die Ukraine im nächsten Jahr wie bisher oder mehr unterstützt. 42 Prozent wollen, dass es weniger ist. 9 Prozent machten keine Angaben – 5 Prozent ist das Thema egal.
Eine Mehrheit von 53 Prozent rechnet laut Insa zudem nicht damit, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine im nächsten Jahr beendet wird. 31 Prozent sind da optimistischer. 16 Prozent machten keine Angaben.
Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg./bg/DP/zb
© 2025 dpa-AFX
Neue Ukraine-Verhandlungen stehen an: Was ist zu erwarten? – dpa / GMX, 14.12.2025, 8:23
Die Verhandlungen mit der Ukraine über den von US-Präsident Trump angestoßenen Friedensplan gehen in eine neue Runde. Präsident Wolodymyr Selenskyj soll heute oder morgen in Berlin eintreffen. Was ist drin für die Ukraine?
Die zwischen Vertretern der USA und der Ukraine geführten Gespräche über ein Ende des russischen Angriffskriegs werden heute in Berlin mit europäischer Beteiligung fortgesetzt. Verhandelt wird zunächst auf Beraterebene und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. An den Gesprächen sollen auch deutsche Unterhändler teilnehmen. Die USA hatten zuvor angekündigt, dass der Sondergesandte Steve Witkoff nach Berlin reisen werde. Ort und Zeitpunkt der Beratungen wurden geheim gehalten.
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte seine Teilnahme an Gesprächen in Berlin. Noch ist aber offen, ob er schon heute oder erst am Montag anreist.
Erstmals seit Bekanntwerden des umstrittenen Friedensplans der Regierung von US-Präsident Donald Trump wurde Deutschland als Verhandlungsort gewählt. Anfang Dezember hatte sich Witkoff etwa fünf Stunden lang mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen, um die ursprünglich einmal 28 Punkte des Plans durchzugehen. Putin zeigte sich danach zwar weiterhin zu Verhandlungen bereit, betonte aber, dass Russland auf dem Schlachtfeld die strategische Initiative habe – und seine Kriegsziele auch mit militärischer Gewalt durchsetzen könne, falls eine diplomatische Einigung scheitern sollte.
Russland stellt Merz als Kriegstreiber dar
Bei den Gesprächen in Berlin sind keine russischen Vertreter dabei. Moskau beobachtet die Entwicklungen genau – vor allem mit Blick auf die von Kanzler Friedrich Merz (CDU) vorangetriebenen Pläne einiger EU-Staaten, in Belgien eingefrorene russische Staatsmilliarden für die Unterstützung der Ukraine einzusetzen. Selenskyj unterstützt diese Idee, während Russland – das den völkerrechtswidrigen Krieg im Februar 2022 begonnen hatte – Merz angesichts der möglichen Finanzierung weiterer Waffenlieferungen an die Ukraine Kriegstreiberei vorwirft.
Der Kreml lehnte die jüngsten Änderungen der Europäer an dem Friedensplan von US-Präsident Trump als inakzeptabel ab. Trump wiederum macht Druck auf die Ukraine, einem Friedensabkommen zuzustimmen. Er sieht das von westlicher Unterstützung abhängige Land militärisch im Nachteil gegenüber dem Angreifer Russland und warnt, dass die Ukraine noch mehr Territorium verlieren könne.
Putin hatte Gebietsabtretungen von den Ukrainern gefordert und dabei auch Territorium für Russland beansprucht, das seine Armee bislang nicht kontrolliert. Selenskyj lehnte dies ab – und verwies zuletzt darauf, dass laut Verfassung nicht er, sondern nur das ukrainische Volk per Referendum über derlei Territorialfragen entscheiden könne.
Selenskyj will gerechten Frieden und Sicherheitsgarantien
Der ukrainische Staatschef machte einmal mehr deutlich, dass er keine russischen Maximalforderungen erfüllen werde, die einer Kapitulationserklärung seines Landes gleichkämen. „Unsere ukrainische Verhandlungsposition ist stark, weil wir unsere Positionen an der Front, in unserer Rüstungsindustrie und in unserer inneren Stabilität behaupten“, sagte er. Russische Behauptungen zu eroberten Gebieten und Städten in der Ukraine hatte Selenskyj immer wieder als Lügen zurückgewiesen – wie zuletzt in Kupjansk im Gebiet Charkiw, wo er demonstrativ mit geballter Faust für die Kamera posierte.
„Das Wichtigste sind meine Treffen mit Vertretern von Präsident Trump sowie Treffen mit unseren europäischen Partnern und vielen führenden Politikern über die Grundlage des Friedens – eine politische Vereinbarung über die Beendigung des Krieges“, sagte Selenskyj. Ukrainische Experten arbeiteten derzeit an den Details jener Sicherheitsgarantien, die er vor einem möglichen Friedensschluss mit Russland schriftlich fixiert sehen will.
Es gehe um einen gerechten Frieden für die Ukraine mit einer Garantie, dass es keine weitere russische Invasion geben werden, betonte Selenskyj. Geplant seien in Berlin auch Gespräche ukrainischer Beamter mit Vertretern der USA und europäischer Staaten über einen Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Landes. Merz will Selenskyj am Montag zu deutsch-ukrainischen Wirtschaftsgesprächen empfangen.
Was will Russland?
Russland besteht auf einen Frieden zu seinen Bedingungen. Zur Vielzahl der Forderungen gehört, dass die Ukraine nie Mitglied der Nato wird, weil sich Russland nach eigenen Angaben dadurch in seiner Sicherheit bedroht sieht.
Vor allem aber besteht Moskau darauf, den nicht nur industriell bedeutsamen Donbass im Osten der Ukraine – also die Gebiete Luhansk und Donezk – komplett unter seine Kontrolle zu bekommen. Die ukrainischen Truppen kontrollieren noch etwa 30 Prozent des Gebiets Donezk, darunter die strategisch wichtigen Orte Slowjansk und Kramatorsk. Bisher schloss die Führung in Kiew stets aus, ihre Streitkräfte von dort abzuziehen.
Gebietsfrage bleibt Knackpunkt der Verhandlungen
Ein Referendum in der Ukraine über Gebietsabtretungen lehnte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow ab. Er erinnerte daran, dass Russland den Donbass und die südlichen Regionen Cherson und Saporischschja schon 2022 per Verfassung in sein Staatsgebiet eingegliedert habe. International wird diese einseitige Annexion allerdings nicht anerkannt.
Zugleich lehnte Uschakow den Vorschlag einer entmilitarisierten Zone in der Region zwar nicht gänzlich ab, allerdings forderte er, dass die russische Nationalgarde und Polizei dort agieren sollten. Die Nationalgarde Rosgwardija ist militärisch organisiert und bewaffnet.
Für die Südukraine scheint der Vorschlag im Raum zu stehen, den Frontverlauf in den Gebieten Saporischschja und Cherson einzufrieren. Von Russland wird gefordert, andere besetzte Teile der Verwaltungsgebiete Sumy im Norden, Charkiw im Osten und Dnipropetrowsk im Süden zu räumen.
Russland hat sich zudem die Krim einverleibt und fordert die volle völkerrechtliche Anerkennung der Schwarzmeer-Halbinsel als Teil seines Staatsgebiets. Ein Kompromiss könnte sein, dass die USA und vielleicht auch andere Länder anerkennen, dass Moskau einen Teil der Ukraine kontrolliert und dies nicht gewaltsam geändert werden sollte. (dpa/bearbeitet von mak)
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„Wer noch glaubt, dass …“: Merz: Putin hört nicht auf – Freiheit steht auf dem Spiel – dpa / GMX, 13.12.2025, 18:27
Kanzler Merz mahnt an, innenpolitischen Streitigkeiten nicht zu viel Raum zu geben. Entscheidend sei jetzt der Einsatz für Freiheit, Frieden und Demokratie – denn Putin habe noch große Pläne.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Machtverschiebungen im internationalen Gefüge davor gewarnt, sich in innenpolitischen Debatten zu verzetteln.
„Wir werden eines Tages nicht danach gefragt, ob wir – und ich sage das hier ganz offen und ehrlich, liebe Freundinnen und Freunde – ob wir die Haltelinie in der deutschen Rentenversicherung für ein Jahr weniger oder ein Jahr länger gehalten haben“, sagte der CDU-Chef in seiner Rede auf dem CSU-Parteitag in München.
Vielmehr werde man die heute in Verantwortung stehenden Politiker dann fragen, „ob wir unseren Beitrag geleistet haben, und zwar den maximalen Beitrag, den wir leisten konnten, zum Erhalt von Freiheit und Frieden, einer offenen Gesellschaft, einer marktwirtschaftlichen Ordnung mitten in Europa„. Denn all dies und die Demokratie stünden aktuell auf dem Spiel.
„Tektonische Verschiebungen“ der Machtzentren auf der Welt
Die ganze Dimension der aktuellen Veränderungen werde man wahrscheinlich erst rückblickend in vielen Jahren erkennen, vermutet der Kanzler.
Es seien in jedem Fall mehr als „normale Schwankungen“ in den Beziehungen oder der Konjunktur, sondern eine „geradezu tektonische Verschiebung der politischen und ökonomischen Machtzentren auf der Welt und wir, die Deutschen, die Europäer, sind mittendrin in diesem Prozess“.
Merz sprach die laufenden Verhandlungen für eine Beendigung des russischen Angriffskrieges in der Ukraine in seiner Rede nicht direkt an. Er rief aber dazu auf, die Strategie des russischen Präsidenten Wladimir Putin genau zu analysieren.
„Wenn die Ukraine fällt, dann hört er nicht auf“, warnte der Kanzler. „Und wer heute noch glaubt, dass er damit genug hat, der soll bitte die Strategien, die Papiere, die Reden, die Auftritte von ihm genau analysieren.“
COMMENT: Substanz oder Fake-Propaganda, das ist hier die Frage. Wo sind die genauen Analysen?
Putin gehe es „um die grundlegende Veränderung der Grenzen in Europa, die Wiederherstellung der alten Sowjetunion in den Grenzen der alten Sowjetunion“. Das gehe einher mit einer massiven auch militärischen Gefährdung der Länder, die früher einmal „zu diesem Imperium dazugehört haben“.
Daher sei es wichtig, der Ukraine weiter Hilfe zukommen zu lassen. Weitere Kernelemente seien Zusammenhalt in der Europäischen Union und eine enge Verbindung zu Großbritannien, die „Aufrechterhaltung des Nato-Bündnisses, solange es eben geht“ sowie massive Investitionen in die eigene Verteidigungsfähigkeit.
Sicherheitsstrategie der USA
Für Aufregung hat zuletzt eine neue Sicherheitsstrategie der US-Regierung gesorgt, mit der sie ihren Kurs gegenüber Europa verschärft und den Druck auf ihre Verbündeten erhöht.
Frühere Strategien hätten die nationalen Kerninteressen der USA nicht berücksichtigt und die Verteidigung anderer Länder auf den Schultern der US-Bevölkerung abgeladen, heißt es in dem Dokument, in dem die USA ihre außen- und sicherheitspolitischen Leitlinien festlegen. Nun gelte „America First“ – die USA zuerst.
Der Bundestag hatte am 5. Dezember die sogenannte Haltelinie beim Rentenniveau beschlossen – also die gesetzliche Sicherung, dass das Rentenniveau bis 2031 bei mindestens 48 Prozent des Durchschnittslohns bleibt. Vor der Abstimmung war – auch aufgrund Kritik junger Unionsabgeordneter – unklar gewesen, ob das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition die notwendige Mehrheit findet. (dpa/bearbeitet von mbo)
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USA
Zwei Studenten sterben: Schüsse an Elite-Universität in den USA – dpa / GMX, 14.12.2025, 8:47
An einer Elite-Universität in den USA erschoss ein Mann zwei Studenten und verletzte viele weitere. Der Täter befindet sich noch auf der Flucht. Die Tat soll sich während Abschlussprüfungen an der Brown-University ereignet haben.
Ein bewaffneter Täter hat an einer Universität in der Stadt Providence im US-Bundesstaat Rhode Island zwei Studenten getötet und mindestens acht weitere angeschossen. Die Verletzten befänden sich in kritischem, aber stabilem Zustand, sagte Bürgermeister Brett Smiley auf einer Pressekonferenz. Eine weitere Person sei leicht verletzt, aber nicht angeschossen worden. Der Täter flüchtete und war auch mehrere Stunden nach der Tat noch immer nicht gefasst.
Unter den mehr als 400 Polizisten im Einsatz seien auch Einsatzkräfte der Bundespolizei FBI, sagte der Bürgermeister. Die Studenten auf dem Campus der Brown University und Anwohner rund um die Universität wurden aufgefordert, sich nicht ins Freie zu begeben. Die Polizei veröffentlichte am späten Samstagabend (Ortszeit) ein Video, das den schwarz gekleideten Verdächtigen zeigte. Sein Gesicht war nicht zu erkennen. Der mutmaßliche Schütze verließ das Universitätsgelände demnach zu Fuß – sein Motiv ist weiterhin ungeklärt.
Schüsse fielen während Abschlussprüfungen
Die Brown University gehört zur sogenannten „Ivy League“, den Elite-Universitäten im Nordosten der USA. Der Schütze schoss nach Angaben der Polizei in einem Gebäude auf dem Campus um sich, in dem Ingenieurwesen und Physik unterrichtet werden. Dort gebe es Unterrichtsräume und Labors, hieß es. Nach Angaben der Hochschulleitung handelt es sich bei allen Opfern um Studenten. Die Tat ereignete sich demnach, während Abschlussprüfungen liefen.
Zunächst hatte es Berichte gegeben, dass der Schütze gefasst worden sei. Auch US-Präsident Donald Trump hatte dies über seine Plattform Truth Social verbreitet. Die Information stellte sich aber als falsch heraus. Auch Trump korrigierte seine Angaben dann in einem neuen Post zu dem Thema.
Die südlich von Boston gelegene Stadt Providence hat rund 200.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des kleinen Bundesstaats Rhode Island.
In den USA kommt es immer wieder zu aufsehenerregenden Fällen von Waffengewalt – etwa an Schulen, in Supermärkten, Nachtclubs oder bei großen Veranstaltungen. Schusswaffen sind in den USA leicht erhältlich, teils auch halbautomatische Waffen. Trotz großem Entsetzen nach besonders schlimmen Vorfällen mit vielen Toten scheitern Bemühungen, die Waffengesetze zu verschärfen, seit Jahren immer wieder. (dpa/bearbeitet von mak)
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Angriff in Syrien
Trump droht IS nach Tod von Soldaten mit Vergeltung
Aktualisiert am 14.12.2025, 07:02
In Palmyra kommt es zu einem tödlichen Angriff auf US- und syrische Truppen. Ein Schusswechsel erschüttert die Region und sorgt für hohe Spannungen. Präsident Trump kündigt Vergeltung gegen den IS an.
US-Präsident Donald Trump hat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach dem Tod von drei Amerikanern in Syrien Vergeltung geschworen. „Wir werden zurückschlagen“, sagte Trump auf die Frage eines Journalisten nach Maßnahmen gegen den IS. Es werde sehr harte Vergeltungsmaßnahmen geben, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Bei dem Angriff wurden Angaben des Pentagon zufolge zwei Soldaten und ein US-Dolmetscher getötet und drei Soldaten verletzt. Ihnen gehe es aber gut, schrieb der Präsident in einem Post auf seiner Plattform Truth Social.
Trump spricht von IS-Angriff gegen die USA und Syrien
Trump machte deutlich, dass er den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa nicht verantwortlich macht. „Das war ein IS-Angriff gegen die USA und Syrien in einem sehr gefährlichen Teil Syriens“, schrieb Trump. Die für die Region zuständige Kommandozentrale des US-Militärs (Centcom) sprach von einem Einzeltäter. Al-Scharaa sei über diesen Angriff äußerst verärgert und beunruhigt, erklärte Trump. Er hatte den Übergangspräsidenten erst im November im Weißen Haus empfangen und erklärt: „Wir wollen, dass Syrien ein sehr erfolgreiches Land wird. Und ich glaube, dieser Anführer kann das schaffen.“
Das Pentagon hatte mitgeteilt, der Angriff sei in der Stadt Palmyra erfolgt. Die Mission der Soldaten habe darin bestanden, laufenden Operationen gegen den IS und den Terrorismus in der Region zu unterstützen. Der Angriff habe in einem Gebiet stattgefunden, über das der syrische Präsident keine Kontrolle habe.
Angreifer getötet
Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana hatte berichtet, bei dem Angriff nahe der antiken Stadt Palmyra seien auch zwei Angehörige der syrischen Streitkräfte verletzt worden, der Angreifer sei getötet worden. US-Hubschrauber flogen die Verwundeten zu einer Militärbasis nahe der syrischen Grenze zu Jordanien und Irak, meldete Sana weiter unter Berufung auf die namentlich nicht genannte Quelle.
1.000 US-Soldaten in Syrien im Einsatz
Wie es im Pentagon hieß, sind zurzeit etwa 1.000 US-Soldaten in Syrien stationiert. Im Frühjahr hatte Washington eine Halbierung seiner militärischen Präsenz in Syrien angekündigt. Damals waren dort etwa 2.000 Soldaten stationiert. Begründet wurde dies mit Erfolgen im Kampf gegen den IS.
Die USA führen in Syrien und im benachbarten Irak eine internationale Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz an. Der Einsatz begann, nachdem der IS 2014 große Gebiete in beiden Ländern überrannt hatte. Der IS gilt als militärisch besiegt, in beiden Ländern sind aber weiterhin Kämpfer aktiv, die auch Anschläge verüben. (dpa/bearbeitet von mak)
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Zahlreiche prominente US-Amerikaner auf neu veröffentlichten Epstein-Fotos – GMX, 13.12.2025, 15:33 (KURZVIDEO)
Die Demokraten im US-Kongress haben 19 weitere Bilder aus dem Nachlass des verstorbenen verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht, darunter Fotos des heutigen Präsidenten Donald Trump.
NAHER OSTEN – MENA WATCH (Mena-Watch auf Wikipedia)
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EUROPA
Protest gegen Viktor Orbán: Große Demonstration in Ungarn wegen Missbrauchsskandal – GMX, 14.12.2025, 7:40 (KURZVIDEO)
In Budapest gehen Zehntausende auf die Straße. Sie protestieren gegen Ministerpräsident Viktor Orbán und fordern Schutz für Kinder. Die Demonstrationen setzen die Regierung kurz vor den Wahlen massiv unter Druck.
Streit eskaliert: Tumult im Flugzeug: Pilot muss Start auf Mallorca abbrechen – dpa / GMX, 13.12.2025, 12:05
Nachdem ein Air Arabia Flug auf Mallorca außerplanmäßig landen musste, prügelten sich Passagiere mit der Crew und der Pilot musste den Start abbrechen. Neun Personen wurden festgenommen. Vor Gericht eskalierte die Situation erneut.
Am Flughafen von Mallorca hat sich ein bizarrer Zwischenfall ereignet: Neun Passagiere einer Air-Arabia-Maschine wurden von der Guardia Civil festgenommen, nachdem es an Bord zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war.
Am Donnerstagabend sollte der Flug 30522 der marokkanischen Airline laut „T-online“ nach einer außerplanmäßigen Landung in Palma eigentlich seinen Weg von Rabat nach Istanbul fortsetzen. Die Maschine war bereits verspätet in der marokkanischen Hauptstadt gestartet.
Außerplanmäßige Landung wegen schwangerer Passagierin
Schließlich kam es auch noch zu einem medizinischen Notfall über dem Mittelmeer, der den Piloten zu einer ungeplanten Zwischenlandung auf Mallorca zwang: Bei einer hochschwangeren Passagierin hatten dem Bericht nach die Wehen eingesetzt. Die Frau wurde nach der Landung mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht.
Als das Flugzeug anschließend erneut zur Startbahn rollte, um die Reise nach Istanbul fortzusetzen, entwickelte sich die Situation zu einem Tumult.
Streit an Bord einer Air-Arabia-Maschine eskaliert
Die Ursache für die Auseinandersetzung lag nach Angaben der spanischen Zeitung „Diario de Mallorca“ in der Unzufriedenheit der Passagiere. Sie fühlten sich von der Crew schlecht informiert – denn niemand hatte ihnen erklärt, warum sie etwa zwei Stunden auf Mallorca warten mussten.
Als eine Passagierin aufstand und Erklärungen forderte, soll ein Flugbegleiter sie barsch aufgefordert haben, sich wieder hinzusetzen. Dann eskalierte die Situation und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit Schlägen und Stößen zwischen mehreren Passagieren und Besatzungsmitgliedern.
Pilot bricht Start ab – neun Festnahmen
Der Pilot entschied sich daraufhin, den Startvorgang abzubrechen und das Flugzeug zum Terminal zurückzufahren. Mehrere Patrouillen der Guardia Civil rückten an und nahmen sieben Männer und zwei Frauen in Gewahrsam.
Wie das „Mallorca Magazin“ meldet, wird den Festgenommenen ein Verstoß gegen die Flugsicherheit vorgeworfen. Nach den Festnahmen konnte die Maschine ihre Reise zwar fortsetzen – allerdings nicht nach Istanbul, sondern zurück nach Casablanca, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet.
Beschuldigte verweigern Aussage vor Gericht
Am Freitag wurden die neun Beschuldigten dem Haftrichter vorgeführt. Sämtliche Festgenommene machten von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Der Richter setzte sie unter Auflagen auf freien Fuß – mit der Verpflichtung, die Insel schnellstmöglich zu verlassen.
Sechs der Betroffenen entschieden sich für eine sofortige Rückkehr nach Marokko, zwei weitere wurden in ein Abschiebezentrum auf dem spanischen Festland gebracht.
Erneuter Zwischenfall im Gerichtsgebäude
Doch damit waren die Turbulenzen noch nicht beendet: Im Flur des Gerichtsgebäudes kam es zwischen den freigelassenen Passagieren zu einer weiteren Auseinandersetzung. Einer der Beteiligten wurde daraufhin erneut von der Polizei festgenommen.
Der aktuelle Vorfall erinnert an einen ähnlichen Zwischenfall an Bord derselben Airline aus dem November 2021. Damals hatte ein Passagier einer Air-Arabia-Maschine einen medizinischen Notfall vorgetäuscht. Mehrere Passagiere hatten daraufhin die Gelegenheit genutzt, um illegal nach Spanien einzureisen. Die Beteiligten dieses „Flughafen-Coups“ waren im Dezember 2024 zu einem geringen Bußgeld verurteilt worden. (nap)
Verwendete Quellen
- t-online.de: Mallorca: Tumult in Flieger – Polizei nimmt neun Passagiere fest
- mallorcamagazin.com: Tumulte in Flugzeug auf Startbahn von Mallorcas Flughafen: Neun Festnahmen!
- diariodemallorca.es: Altercado en un avión en el aeropuerto de Palma: así se inició la trifulca
- mallorcazeitung.es: Nach Tumulten im Flugzeug: Richter setzt die neun festgenommenen Passagiere wieder auf freien Fuß
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UNESCO-Würdigung erreicht: Italienische Küche erhält Status als immaterielles Kulturerbe – GMC, 11.12.2025, 13:16 (KURZVIDEO)
Nach Jahren politischer Anstrengungen wird Italiens kulinarisches Erbe offiziell geschützt – ein Schritt, der nicht nur gegen Produktfälschungen wirkt, sondern auch nachhaltige Traditionen stärkt und der Agrarwirtschaft zusätzlichen Auftrieb gibt.
DEUTSCHLAND – WAHLUMFRAGEN
UMFRAGEN
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Raum Dingolfing: Anschlagspläne auf Weihnachtsmarkt vereitelt – was bisher bekannt ist – dpa / GMX, 14.12.2025, 6:30
n Niederbayern sollen mehrere Männer mit einem Fahrzeug einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben. Nun sitzen vier von ihnen in Haft. Was wir bisher wissen und was nicht.
Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing in Niederbayern sind fünf Männer festgenommen worden. Gegen vier von ihnen ergingen Haftbefehle – einer wurde in Präventivgewahrsam genommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte. Sie geht derzeit von einer islamistischen Motivation aus. Der Anschlag sollte demnach mit einem Fahrzeug durchgeführt werden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft betonte, gilt die Unschuldsvermutung. Zuvor hatte „Bild“ über den Fall berichtet.
Herkunft der Verdächtigen ist bekannt
Die Festnahmen erfolgten demnach bereits am Freitag – am Samstag wurden die Männer dann dem Haftrichter vorgeführt. Bei ihnen handelt es sich laut Generalstaatsanwaltschaft um einen 56-jährigen Ägypter, einen 37-jährigen Syrer und drei Marokkaner im Alter von 22, 28 und 30 Jahren. Der Ägypter, ein islamischer Prediger, soll laut derzeitigem Ermittlungsstand in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau zu einem Anschlag aufgerufen haben. Das von ihm ausgegebene Ziel war es laut Generalstaatsanwaltschaft, „möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen“.
Für wann der mögliche Anschlag geplant war und wie konkret die Pläne waren, war zunächst offen. Um Aussagen dazu zu treffen, sei die Situation noch zu frisch, hieß es von der Generalstaatsanwaltschaft. Deren Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus hatte den Einsatz geleitet, an dem unter anderem auch das Landesamt für Verfassungsschutz beteiligt war. Ein ausländischer Nachrichtendienst war den Angaben zufolge nicht involviert.
Herrmann: Anschlag in Bayern verhindert
Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann dankte allen Beteiligten. „Der Fall belegt eindrucksvoll die gute Reaktions- und Leistungsfähigkeit unserer Sicherheitsbehörden und zeigt: Wir sind in der Lage, unsere Bürgerinnen und Bürger zu schützen! Dank der hervorragenden Zusammenarbeit unserer Sicherheitsbehörden konnten in kürzester Zeit mehrere Tatverdächtige festgenommen und damit ein potenzieller islamistisch motivierter Anschlag in Bayern verhindert werden.“ Die Hintergründe müssten jetzt aufgehellt werden.
Weiter unklar: Ort und Zeit des Anschlags
Der Landrat von Dingolfing-Landau, Werner Bumeder (CSU), sagte der Mediengruppe Bayern, er sei erst vor Kurzem informiert worden und könne nicht mehr Einzelheiten sagen, auch nicht, um welchen Weihnachtsmarkt es sich gehandelt habe oder ob die Verdächtigen im Landkreis gewohnt hätten. In Dingolfing gab es einen Nikolausmarkt, der laut Internetseite der Stadt bereits am 7. Dezember zu Ende gegangen war. Auch im nahen Landau schloss ein Weihnachtsmarkt am 7. Dezember.
Wann der Anschlag hätte stattfinden sollen und wie weit die angeblichen Pläne gediehen waren, war zunächst ebenfalls offen. Ebenso ist bislang nicht bekannt, wo die Verdächtigen gefasst wurden. Die Mediengruppe Bayern berichtete, der Zugriff sei „im Bereich des Grenzübergangs Suben“ erfolgt, also im Grenzgebiet zu Österreich. Woher der Hinweis auf die Männer kam, wurde nicht öffentlich gemacht. (dpa/bearbeitet von fra/mak)
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ORF – Meldungen für die slowenische Volksgruppe (deutsch)
ORF – Meldungen für die slowenische Volksgruppe (slowenisch)
ORF – Meldungen für Volksgruppen in Österreich
PSYCHOLOGIE – CHRONOBIOLOGIE
„Bin gleich da!“: Warum manche Menschen immer zu spät kommen – aber nichts dafür können – GMX, 13.12.2025, 6:45
„Ich bin in fünf Minuten da“ – und dann dauert es doch eine Viertelstunde. Chronische Verspätung ist nicht immer eine Charaktereigenschaft, sondern kann auch tieferliegende Ursachen haben. Forscher erklären die biologischen und psychologischen Faktoren.
Schon lange versucht die Verhaltensforschung herauszufinden, warum manche Menschen zu Verabredungen oder Terminen immer zu spät kommen. Was auf das Umfeld wie pure Rücksichtslosigkeit wirkt, hat oft ganz andere Ursachen. Doch chronische Unpünktlichkeit hängt oft weniger mit dem Charakter als vielmehr mit biologischen und psychologischen Faktoren zusammen.
Wie „National Geographic“ schreibt, ergibt sich aus verschiedenen Studien ein komplexes Bild aus psychologischen Tendenzen, inneren Uhren und sogar biologischen Unterschieden, die manche Menschen zur Pünktlichkeit drängen und andere wiederum zu notorischen Zu-spät-Kommern macht – oft ohne, dass die Betroffenen es bewusst wahrnehmen.
Jeff Conte, Psychologie-Professor an der San Diego State University und führender Forscher auf dem Gebiet der Pünktlichkeit, erklärt: Während eine Studie aus dem Jahr 2003 noch keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen chronischer Verspätung und einzelnen Persönlichkeitsmerkmalen fand, sieht die Forschung das Thema heute differenzierter. Laut Conte sind unter anderem „individuelle Unterschiede in der Persönlichkeit“ für chronische Unpünktlichkeit verantwortlich.
Die innere Uhr tickt bei jedem anders
Ein Hauptgrund für ständige Verspätungen liegt in der biologischen Zeitwahrnehmung. Jeder Mensch besitzt eine anders getaktete „innere Uhr“. Menschen mit einer langsameren inneren Uhr neigen dazu, Zeit zu unterschätzen und glauben, noch genügend Zeit für Aufgaben zu haben, obwohl dem nicht so ist.
Contes Experimente belegen diese Verzerrung: Versuchspersonen sollten ohne Uhr einschätzen, wann eine Minute vergangen ist. Kreative und entspannte Menschen empfanden eine Minute im Durchschnitt erst nach 77 Sekunden als vorbei. Ehrgeizige und gut organisierte Menschen hingegen schätzten eine Minute nach 58 Sekunden als beendet ein.
Diese Prozesse laufen weitgehend unbewusst ab und beeinflussen massiv, wie Menschen Zeit einplanen. Betroffene haben häufig das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben – bis sie plötzlich feststellen, dass die Zeit bereits abgelaufen ist.
Wenn Nachteulen früh aufstehen müssen
Auch der sogenannte Chronotyp, der den individuellen, biologisch bedingten Schlaf-Wach-Rhythmus eines Menschen beschreibt, spielt eine Rolle. Menschen mit spätem Chronotyp – sogenannte Nachteulen – schlafen und erwachen natürlicherweise später. Dies beeinflusst ihre Pünktlichkeit, da die Gesellschaft größtenteils auf morgendliche Zeitpläne ausgerichtet ist.
Das erzeugt eine sogenannte zirkadiane Fehlausrichtung, also eine Diskrepanz zwischen innerer Uhr und externem 24-Stunden-Tag. Gemäß der Chronobiologie-Forschung erfolgt die Melatonin-Ausschüttung bei Nachteulen oft verzögert, wodurch sie in den frühen Morgenstunden kognitiv träge wirken und länger brauchen, um in Gang zu kommen.
Der Optimismus-Faktor: Wenn Pläne zu perfekt erscheinen
Die Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky prägten Ende der 1970er-Jahre den Begriff des „Planungsfehlers“ (planning fallacy) – dies beschreibt unsere Tendenz, zu unterschätzen, wie lange eine Aufgabe dauern wird, selbst wenn wir sie bereits mehrfach ausgeführt haben.
Allen Bluedorn, emeritierter Professor für Management an der University of Missouri, erklärt das Phänomen: „Der Planungsfehlschluss ist der Glaube, dass der eigene Plan perfekt aufgehen wird. Die meisten Menschen zeigen diese verzerrte Wahrnehmung viel stärker bei ihren eigenen Plänen als bei der Zeitschätzung für andere.“
Die Folge dieser Fehlplanung ist klar: Wer die Aufgabendauer falsch einschätzt, startet zu spät und kommt entsprechend verspätet an. Zusätzlich nehmen Betroffene an, sie könnten jeden Schritt persönlich kontrollieren oder gar beschleunigen und lassen zu wenig Puffer für reale Verzögerungen.
Gewissenhaftigkeit entscheidet über Pünktlichkeit
Unter den Persönlichkeitsmerkmalen zeigt Gewissenhaftigkeit den stärksten Zusammenhang mit Pünktlichkeit. Gewissenhafte Menschen sind „verantwortungsbewusst, zielgerichtet und diszipliniert – verlässlich und aufmerksam für Details“, erklärt die klinische Psychotherapeutin Geraldine Joaquim aus West Sussex gegenüber „National Geographic“.
Eine Meta-Analyse von 2019 identifizierte Gewissenhaftigkeit sogar als den wichtigsten nicht-kognitiven Indikator dafür, wie gut man im Leben zurechtkommt. Dawna Ballard, Professorin für Kommunikationsstudien an der University of Texas, ergänzt, dass gewissenhafte Personen Gewohnheiten entwickeln – Vorbereitung, Struktur, Planung –, die zu Pünktlichkeit führen.
Spontanere, weniger strukturierte Typen hingegen nehmen es mit Zeitvorgaben oft nicht so genau. Sie leben im Moment, lassen sich leicht ablenken und neigen dazu, Aufgaben aufzuschieben, bis sie unvermeidlich werden.
Forschungsergebnisse zeigen auch: Menschen mit hoher Polychronie – also der Präferenz, parallel mehrere Aufgaben abzuarbeiten – treffen durchschnittlich bis zu 15 Minuten später bei geplanten Terminen ein als jene, die Aufgaben monochron angehen.
Multitasking kann im kreativen Kontext vorteilhaft sein, untergräbt aber nachweislich die Pünktlichkeit. Jeff Conte erklärt den Mechanismus: „Polychrone Menschen priorisieren Beziehungen, soziale Kontakte und was gerade im Moment so passiert, während sie starren Zeitplänen geringere Priorität einräumen.“
Neurobiologische Ursachen: Wenn das Gehirn anders tickt
Für viele Menschen liegt die Ursache der Verspätung aber nicht in der Persönlichkeit, sondern in neurobiologischen Faktoren. Personen mit ADHS, Autismus, Legasthenie und anderen Neurodivergenzen erleben oft das, was Forschende als „Zeitblindheit“ bezeichnen – die Unfähigkeit, Zeit richtig wahrzunehmen und entsprechend einzuschätzen.
Dies kann laut Dawna Ballard dazu führen, „dass man während Übergängen das Zeitgefühl verliert oder so sehr in eine Aufgabe eintaucht, dass die Zeit völlig verschwindet.“ Studien bestätigen, dass Menschen mit ADHS häufig Zeitintervalle unterschätzen und Schwierigkeiten haben, Aufgaben mit nahenden Fristen zu planen und auszuführen.
Strukturelle Lösungen können helfen
Aber was können Betroffene tun? Selbst lebenslange Zu-spät-Kommer können ihre Pünktlichkeit verbessern – besonders, wenn sie sich auf spezifische Problembereiche konzentrieren, statt nur auf Willenskraft zu setzen. Jeff Conte empfiehlt hierfür strukturelle Anpassungen, beispielsweise, einen Timer oder Wecker früh zu stellen und längere Puffer zwischen Verpflichtungen einzuplanen.
Rashelle Isip, Beraterin für Effizienz und Zeitmanagement, empfiehlt, die normale Zeitschätzung für Wege zu verdoppeln: „Wenn Sie denken, etwas dauert zehn Minuten, planen Sie 20 Minuten ein, um sich einen Puffer zu verschaffen.“ Hilfreich kann auch sein, jeden Schritt aufzulisten – Fahrzeit, Parkplatzsuche, Weg vom Auto zum Ziel – und realistische Zeitfenster zuzuweisen. (bearbeitet von sav)
Verwendete Quellen
- PNAS: A century of research on conscientiousness at work
- Journal of Managerial Psychology: A construct‐oriented analysis of individual‐level polychronicity
- National Library of Medicine: Time-based prospective memory difficulties in children with ADHD and the role of time perception and working memory
- nationalgeographic.com: Some people are always late. Science can explain why.
- gesundheitstrends.com: Laut Psychologie: Warum manche Menschen immer zu spät kommen
- tagesspiegel.de: Wir ticken unterschiedlich : Warum manche immer zu spät kommen
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GESELLSCHAFTSSEISMOGRAPH BÖRSEN
*** zuletzt aktualisiert am 8.12.2025 ***
(neu: Hauptversammlungskalender für österr. AGs)
Interessensverband der Anleger bietet Mitgliedschaften an
HINWEIS: Dieser Verband vertritt Anlegerinteressen in Österreich, eine Mitgliedschaft ist zwar grundsätzlich empfehlenswert, muss aber nicht sein; sie lohnt sich erst bei entsprechend großem Depot.
IVA Interessenverband für Anleger
Feldmühlgasse 22, A-1130 Wien
Tel: 01 876 33 43
Webpage: www.iva.or.at
anlegerschutz@iva.or.at
Hauptversammlungen für österreichische Aktiengesellschaften
Die 4 größten Gefahren für Ihr Vermögen – Edelmetalle -Kettner
AMLA, Beweislastumkehr und digitaler Euro arbeiten Hand in Hand für totale Kontrolle, lückenlose Überwachung und direkte Enteignung.
1. Digitaler Euro – Totale Geldkontrolle
Lagarde: „Der digitale Euro kommt bald.“ Das perfekte Werkzeug zur Vermögenskonfiszierung per Knopfdruck.
- Geld mit Ablaufdatum (Art. 13)
- Haltelimits – Vermögensaufbau verboten (Art. 15+16)
- Programmierbar – Käufe blockierbar (Art. 24+37)
- Bargeld wird überflüssig (Art. 23)
2. AMLA – Das Vermögensregister ist da
====> [siehe dazu AMLA (EU), AMLA (Treuhand Liechtenstein (10-Seiten-PDF)] <====
Ab 1. Juli 2025 überwacht die zentrale AMLA-Datenbank in Frankfurt das komplette Vermögen von 450 Millionen EU-Bürgern in Echtzeit.
[das ist so offenbar noch nicht zutreffend, läuft aber in Zukunft darauf hinaus;
die folgenden Punkte dürften stimmen:]
- Alle Bankkonten und Transaktionen erfasst
- Immobilienregister zeigt jeden Eigentümer
- Krypto-Wallets komplett transparent
- Behördenzugriff ohne richterlichen Beschluss
3. Beweislastumkehr – Schuldig bis zur Unschuld
Innenminister Dobrindt hat es angekündigt: Sie müssen beweisen, dass Ihr Vermögen legal ist. Der Staat muss nichts beweisen.
- Beschlagnahme ohne Gerichtsbeschluss (VVBG)
- Kein Nachweis = Vermögen weg
- Unschuldsvermutung außer Kraft gesetzt
4. Der Teufelskreis – Kein Ausweg
Steigende Schulden → Höhere Zinsen → Höhere Steuern → Einbrechende Wirtschaft → Noch mehr Schulden. Der Kreislauf dreht sich immer schneller.
- 20 Billionen € Gesamtschulden (inkl. implizit)
- Zinsen verdoppeln sich bis 2029 auf 66,5 Mrd. €
- Merz will 10% Ihrer Sparguthaben „mobilisieren“
Das EU-Vermögensregister 2025: Ein Schritt in Richtung Enteignung? – Edelmetalle-Kettner, [~2024]
COMMENT: die folgenden Ausführungen sind PFLICHTLEKTÜRE! Sie sind zum größten Teil korrekt und haben als Quelle zumindest die EU-Webseite AMLA (EU) zur Grundlage.
Nebstbei enthüllt die Vorgangsweise der Europäischen Union deren Charakter, der sich daran orientiert, die Bürger zu entrechten und vollkommen überstaatlichem Zugriff zugänglich zu machen. Die Empörung über „Social Points“ in China relativiert sich angesichts des EU-Projekts AMLA, die Einführung von „Social Points“-ähnlichen Konstrukten EU-weit ist nur eine Frage der Zeit.
Nachdem die EU-Kommission schon 2021 die ersten Pläne vorgestellt hatte, soll nun ab 2025 aller Voraussicht nach ein europaweites Vermögensregister eingerichtet werden. Um dessen Bedeutung und Funktionsweise verstehen zu können, schauen wir uns zunächst zwei weitere Bausteine der EU-Systems der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung an, in die das Vermögensregister 2025 eingebettet ist.
==> [siehe dazu AMLA (EU), AMLA (Treuhand Liechtenstein (10-Seiten-PDF,2024)] <==
Was ist das EU-Vermögensregister?
Das EU-Vermögensregister ist ein ab 2025 bei der EU-Behörde AMLA angesiedeltes Register, welches alle Vermögenswerte über 200.000 € umfassen soll, einschließlich Auslandsvermögen, Bargeld, Immobilien, Edelmetalle und mehr. Es bietet Behörden und berechtigten Personen umfassenden Zugriff auf Finanz- und Vermögensdaten der Bürger.
Das war eine kürzere Erklärung. Im Detail bedeutet das:
Ab 2025 wird nun also ein europaweites Vermögensregister eingerichtet, das bei der AMLA angesiedelt sein wird. Entscheidend ist das wirtschaftliche Eigentum. Wer Vermögenswerte von mehr als 200.000 € besitzt, muss alle Vermögensgegenstände offengelegen, auch Auslandsvermögen. Die Betonung liegt auf alle: Bargeld, Sparguthaben, Unternehmensanteile, Aktien, Kryptovermögen, Immobilien im In- und Ausland, Edelmetalle, aber auch Wertgegenstände wie Segelboote und Yachten, wertvolle Autos, Kunstgegenstände und ähnliche Werte. Auch Schließfächer oder Zollfreilager z.B. in der Schweiz oder Liechtenstein sind davon betroffen.
Die Grenze von 200.000 EUR kann – analog zur Bargeldgrenze oder der Grenze für Tafelgeschäfte beim Edelmetallkauf – jederzeit weiter herabgesetzt werden.
Die aktuelle Meldeschwelle soll bei Gesellschaften, Stiftungen, Trusts etc. von derzeit 25 Prozent plus einer Stimme im Zusammenhang mit dem EU-Vermögensregister auf 15 Prozent plus eine Stimme gesenkt werden, bei manchen Branchen sogar auf nur noch fünf Prozent.
Dieses komplexe und machtvolle Kontroll- und Überwachungsinstrument bietet den Behörden der EU-Mitgliedsländer eine nie zuvor dagewesene Möglichkeit, auf die aggregierten Finanz- und Vermögensdaten ihrer Bürger zuzugreifen.
Aber nicht nur die Behörden werden Zugriff erhalten, sondern auch Personen mit “berechtigtem Interesse”. Darunter sollen z. B. “bestimmte” Journalisten, Berichterstatter, andere Medien, Finanzämter und andere NGO wie Organisationen der Zivilgesellschaft und Hochschuleinrichtungen fallen. Hier werden schon die Türen für zukünftigen Missbrauch geöffnet. Wie in diesem Zusammenhang dem Datenschutz Rechnung getragen werden soll, ist noch nicht geklärt. Denn hier würde das Register klar in die Privatsphäre eindringen. Doch gibt es auch weitere Folgen, die das Vermögensregister 2025 mit sich bringen wird? Dazu gleich mehr.
Der Griff nach dem Vermögen der Bürger ist keineswegs neu
Immer wieder gab es in unserer Geschichte staatliche Maßnahmen, die zu Enteignungen führten. Dies passierte in verschiedenen Formen: Das Goldverbot in Deutschland zwischen 1923 und 1931 sowie der Lastenausgleich nach dem Zweiten Weltkrieg sind zwei Beispiele. Jene, die Gold hielten und es auch nicht abgegeben haben, gehörten zu den Gewinnern. Denn es kamen immer wieder neue Zeiten, in denen diese Enteignungen nicht mehr griffen. Goldmünzen, wie beispielsweise der südafrikanische Krügerrand oder der kanadische Maple Leaf sind eine perfekte Form der Vermögenssicherung über solche Szenarien hinweg:
Vermögensregister 2025 und die AMLA: Die Rolle der neuen EU-Behörde
Um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung besser kontrollieren zu können, wird 2024 eine neue europäische Behörde gegründet: die supranationale AMLA. Die Abkürzung steht für Anti-Money-Laundering and Countering the Financing of Terrorism Authority, und ihr Sitz wird in Frankfurt am Main sein.
Die AMLA solle folgende Hauptaufgaben wahrnehmen:
- die direkte Überwachung von Finanzinstituten mit erhöhten Risiken wie z.B. Anbieter von Krypto-Vermögensgegenständen, die in mindestens sechs Mitgliedstaaten vertreten sind. Es sollen bis zu 40 solche Organisationen überwacht werden, wobei die AMLA auch Befugnisse für Sanktionen hat, um ihre Anforderungen durchzusetzen. Alle drei Jahre soll die Liste der zu überwachenden Organisationen überprüft werden.
- Außerdem soll die AMLA die Beaufsichtigung und Koordination aller nationalen FIUs übernehmen. Die Financial Intelligence Units (später mehr dazu) existieren bereits auf Ebene der EU-Nationalstaaten. In Deutschland ist sie beim Zoll angesiedelt.
- Bearbeitung aller Geldwäschemeldungen des Finanzsektors und Whistleblower-Berichte, die auf Grundlage der Whistleblower Direktive (EU) 2019/1937 erstattet werden.
Des Weiteren wird die AMLA für die zentrale PlattformFIU.net zuständig sein, in die die nationalen FIUs Daten einpflegen. Dadurch sollen diese Informationen länderübergreifend genutzt werden können.
Da die Behörde sich noch im Aufbau befindet und erst im Sommer 2025 die volle Geschäftstätigkeit aufnehmen soll, umfassen ihre vorläufigen Aufgaben:
- Der Entwicklung von Regelungen und deren technische Umsetzung
- Aufbau von Überwachungsstrukturen unter Berücksichtigung der schon vorhanden Einheiten im Bereich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und der Aufbau einer entsprechenden Datenbank
- Verbesserung der Kommunikationswege aller beteiligten Behörden
- Entwicklung von bewährten Praktiken für die Themen Geldwäsche und Terrorfinanzierung und Innovationen zur Verbesserung der Effizienz
Wer hier noch von Zufälligkeiten spricht, verkennt den langfristig angelegten Plan, der sich wie ein roter Faden durch alle Einzelmaßnahmen zieht.
Für ihre Tätigkeit erhält die Behörde umfassende Befugnisse. Sie kann Unterlagen herausfordern, einzelne Überweisungen oder Konten sperren und auch andere nationale Behörden auffordern, Untersuchungen anzustellen. Ebenso kann sie bei Gerichten Durchsuchungsbefehle erwirken.
Um ihrem Handeln Wirkkraft zu geben, kann sie drakonische Strafen verhängen. Vorgesehen sind Strafen in zweifacher Höhe des Gewinns, der aufgrund eines Verstoßes erwirtschaftet wurde, mindestens aber eine Million Euro. Für Kreditinstitute sollen sogar Mindeststrafen von 10 Millionen oder 10 Prozent des Jahresumsatzes entsprechend dem letzten Jahresabschluss fällig werden. Dieses wohl für die meisten Unternehmen existenzgefährdende Strafmaß zeigt die Entschlossenheit der EU-Kommission, die neuen Regelungen durchzusetzen.
Die AMLA soll Zugang zu allen zentralen Meldestellen erhalten und dadurch in der Lage sein, alle bislang in getrennten Systemen gesammelten Daten in einer Datenbank zu vereinen und auszuwerten. Angefangen von den Kontodaten inklusive elektronischem Zahlungsverkehr, Darlehen und deren Sicherheiten, Immobilienbesitz, dessen Belastungen im Grundbuch, Melderegister zu Staatsangehörigkeit und Wohnsitz, Sozialversicherungsdatenbanken, allgemeine Finanzdaten über Steuerdaten, Zolldaten, Datenbanken für grenzüberschreitenden Reiseverkehr und Kraftfahrzeugregister bis hin zu Waffenregistern.
Nicht zu vergessen das ab 2025 neu eingeführte Vermögensregister, in dem jeder Bürger mit einem Vermögen von über 200.000 EUR sämtliche Vermögensgegenstände eintragen muss. „Big Brother“ hätte dann einen umfassenden Überblick über das gesamte wirtschaftliche Leben der EU-Bürger.
Schon im Sommer 2024 startet die AMLA Behörde in Frankfurt am Main, das auch Sitz der Europäischen Zentralbank ist und wo außerdem viele große in- und ausländische Finanzinstitute angesiedelt sind. Angestrebt werden 430 Mitarbeiter bis 2027. Davon werden rund 200 direkt mit der Überwachung von Finanzinstituten beschäftigt sein.
FIU: EU-Behörden auf nationaler Ebene wachen über das Vermögensregister 2025
Bei den Financial Intelligence Units geht es um staatliche Behörden, die für die Geldwäscheprävention im Nichtbankensektor zuständig sind. Nach dem Geldwäschegesetz hat jedes Unternehmen, jeder Selbständige die zentrale Verpflichtung zu wissen, mit wem sie Geschäfte machen. Im Rahmen des wohl jedem schon bekannten KYC (“Know your customer”, also “Kenne Deinen Kunden”) müssen Kunden nicht nur identifiziert und deren wirtschaftliches Eigentum geklärt werden, sondern auch geprüft werden, ob die von ihm gemachten Angaben stimmen.
Sobald es Anhaltspunkte dafür gibt, dass Vermögenswerte illegale Herkunft haben oder im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen könnten, besteht die Pflicht, diesen Vorgang sofort an die zuständige Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, die sogenannte FIU, zu melden.
Bei Nichterfüllung drohen empfindliche Geldbußen von bis zu 100.000 EUR in leichteren und bis zu fünf Mio. in schwereren Fällen. Außerdem wird die Bußgeldentscheidung unter Nennung des Namens auf der Internetseite der FIU für fünf Jahre veröffentlicht – also eine Art digitaler Pranger.
Betroffen von diesen Verpflichtungen sind u.a. Finanzdienstleistungsunternehmen aller Art, Versicherungsunternehmen, Kapitalverwaltungsgesellschaften, Freiberufliche der rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe wie Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater, Immobilienmakler und Güterhändler. Bei letzteren geht es vor allem um Händler von Luxusgütern, wie Edelmetallen und Edelsteinen, Juweliere und Goldschmiede sowie von Luxusautos, Flugzeugen und Jachten und Kunstwerke. Aber auch Profifußballvereine und -agenten gehören zum Kreis der Meldepflichtigen.
Außerdem müssen die Unternehmen ein Risikomanagementsystem installieren, das die Ernennung eines Geldwäschebeauftragten, die Zuverlässigkeitsüberprüfungen von Mitarbeitern und vieles mehr umfassen kann.
Das Vermögensregister 2025 als Teil eines großen Bildes
Dass der Plan des Vermögensregisters 2025 konträr zu sämtlichen bürgerlichen Grundrechten wie Schutz des Eigentums, Schutz der Privatsphäre und dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit sowie dem Datenschutz stehen, scheint mehr als offensichtlich. Dafür braucht man kein Jurist zu sein. Es genügt vollkommen, über das natürliche Rechtsempfinden eines anständigen Menschen zu verfügen.
==> [siehe dazu AMLA (EU), AMLA (Treuhand Liechtenstein (10-Seiten-PDF,2024)] <==
Da ist es schon zynisch, solche geballte Überwachung und Kriminalisierung von rund 450 Millionen EU-Bürgern mit dem Argument der Geldwäsche oder Terrorfinanzierung zu begründen. Aber was steht denn dann hinter diesem Frontalangriff gegen die Bürgerrechte, vor allem unsere Privatsphäre?
Es hilft, einen Schritt zurückzutreten und sich einen Überblick über sämtliche Regelungen in diesem Bereich zu verschaffen. Dann ergibt sich bald ein schlüssiges Bild.
Überwachung sämtlicher Finanztransaktionen der EU-Bürger
Zunächst schauen wir auf die bereits implementierten und geplanten Vorhaben in Sachen Finanztransaktionen der EU-Bürger:
Erfassung der Vermögensverhältnisse der EU-Bürger
Der logisch folgende Schritt besteht in der Erfassung der Vermögensverhältnisse:
- Gebäude- und Wohnungszensus 2022
- Neubewertung aller Grundstücke in Deutschland im Rahmen der neuen Grundsteuerregelung
- europäisches Vermögensregister 2025
- VVBG Vermögensverschleierungsbekämpfungsgesetz (liegt derzeit als Referentenentwurf vor) mit Einziehungsrechten
Mögliche Einziehung eines Teils des Vermögens der EU-Bürger
Können Finanztransaktionen überwacht werden und sind alle Vermögenswerte erfasst, dann können spielend leicht Instrumente eingeführt werden, mithilfe derer sich Teile des Vermögens entzogen werden können.
- Lastenausgleichsgesetz Aktualisierung 2019, eventuell Zwangshypotheken
- Diskussion: Vermögensabgabe, Reichensteuer
- Mögliche Enteignung auf Bankbestände im Zusammenhang mit der Einführung einer CBDC [= digtialen Währung]
- Verschärfung der Erbschaftsteuer
- Wegzug ins EU-Ausland erschweren: Wegzugsbesteuerung
Sichern Sie sich vor Enteignung ab – unser Ratgeber hilft Ihnen
Wie Sie sehen, kann die Enteignung von Vermögenswerten durch die Einführung des Vermögensregisters deutlich vereinfacht werden. Um für dieses Szenario gewappnet zu sein, müssen Sie vorsorgen. Unser kostenloser Ratgeber nimmt Sie an die Hand und zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Vermögen vor Enteignung weitestgehend schützen können.
Fazit: Die EU macht ernst und nimmt unser Vermögen ins Visier
Die exorbitante Verschuldung und die Aufblähung des Finanzsystems mit FIAT-Geld muss einen Abfluss finden. Entweder indem die Vermögenswerte der Bevölkerung über Lastenausgleich oder ähnlich sozial klingende Konzepte konfisziert werden oder eben über einen scharfen Währungsschnitt, also eine Enteignung, im Rahmen der Einführung des digitalen Euros.
Dafür ist es zwingend notwendig, den genauen Überblick und den Zugriff auf die Vermögenswerte der Bevölkerung zu erhalten sowie Ausweichmanöver unterbinden zu können.
Und genau dies wird Schritt für Schritt vorbereitet. Auch die Art und Weise, wie dies geschieht, ist beunruhigend. Die Privatsphäre des Bürgers soll schrittweise ausgehöhlt werden, der gläserne Bürger ist die Folge. Nachdem z.B. die Idee eines EU-weiten Vermögensregisters 2021 vorgestellt wurde und nicht gerade auf viel Gegenliebe stieß, wurde es ruhig um das Projekt. Bis es nun plötzlich beschlossene Sache ist.
Im unserem verlinkten Beitrag zu CBDCs lesen mehr zu diesem Thema.
Da kommt einem doch das berühmte Zitat von Jean-Claude Juncker im Spiegel-Interview 1999 in den Sinn, in dem er erklärte, wie die Staats- und Regierungschefs in der EU mit einem “Trick” auch unbeliebte Projekte voran bringen:
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
Hoffentlich erkennt die EU-Bevölkerung noch rechtzeitig, was hier vorbereitet wird und setzt auf demokratischem Wege durch, dass die Brüsseler EU-Kommission nicht über ihre Köpfe hinweg alles beschließen kann, was die EU-Bürokraten sich als Schicksal für die Bevölkerung ausgedacht haben. Auch ist jeder einzelne aufgerufen, Eigenverantwortung für seine Daten und Finanzen zu übernehmen und rechtzeitig zu handeln, um nicht einer sich gerade bildenden EU-Datenkrake hilflos ausgeliefert zu sein.
Mehr zum Thema Vermögensregister 2025 sehen Sie in unseren Videos
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COMMENT: Offenbar sucht die Europäische Union noch Mitarbeiter in der AMLA; siehe dazu die EPSO-Seite der EU (Stand: 5.12.2025).
Meldepflicht der Banken für Kapitalabflüsse von privaten Konten über € 50.000,– – FIDAS Steuerberatung, 29.5.2017
Begleitend zur Einführung des Kontenregisters (wir haben bereits in der Fidas Ausgabe 2 vom Juni 2016 darüber berichtet) sind Banken auch verpflichtet, Meldungen über Kapitalabflüsse von privaten Konten über € 50.000,– an das Bundesministerium für Finanzen (BMF) durchzuführen. Festgelegt wurde dies im Kapitalabfluss-Meldegesetz (vom 14.8.2015) und dazu ergangener Durchführungsverordnung (vom 26.4.2016). Das Gesetz beinhaltet neben Meldungen von Kapitalzuflüssen (aus der Schweiz und Liechtenstein im Zeitraum 1.7.2011 bis 31.12.2013) auch Meldungen oben genannter Abflüsse von privaten Konten in Österreich. Dazu nun im Detail:
Wer meldet?
Zur Durchführung der Meldung sind Kredit- und Zahlungsinstitute sowie die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) verpflichtet.
Was wird gemeldet?
Als Kapitalabfluss i.S. des Gesetzes gilt:
- die Auszahlung und Überweisung von Spareinlagen (auch Sicht- und Termineinlagen)
- die Auszahlung und Überweisung aufgrund von Zahlungsdiensten oder z.B. der Verkauf von Bundesschätzen
- Depotübertragungen (auch Schenkungen) im Inland außer bei Eigenübertragungen
- Übertragung von Wertpapieren auf ausländische Depots
Gibt es Grenzen?
Dabei sind erstens Abflüsse von einzelnen Beträgen von über € 50.000,– relevant, die von privaten Konten oder Depots natürlicher Personen abfließen. Aber auch außerbetriebliche Konten von Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GesbRs) oder vermögensverwaltenden Personengesellschaften sind davon betroffen. Weiters die Umwidmung von einem Privatkonto in ein Geschäftskonto. In einem zweiten Schritt wird laut der „Anti-Missbrauchs-Regel“ auch überprüft, ob es offenkundig verbundene Zahlungen auf Konten gibt. Gemeint sind dabei Zahlungen, die in einem einzelnen Vorgang hätten abgewickelt werden können und trotzdem getrennt durchgeführt worden sind. Bei der Überprüfung des Vorliegens einer Meldeverpflichtung werden dabei die, in drei Kategorien eingeteilte, Kapitalabflüsse zusammengerechnet und zwar wie folgt:
- Überweisungen zwischen € 10.000,– und € 49.999,99 zugunsten eines Empfängerkontos
- Barabhebungen zwischen € 10.000,– und € 49.999,99
- und auch Überträge von Depots auf ein anders Depot von € 10.000,– bis € 49.999,99
Sollte bei der Zusammenrechnung von einer Kategorie der Betrag von € 130.000,– erreicht werden, muss die Meldung des Gesamtbetrages am Ende des Folgemonats das dem Quartal folgt, durchgeführt werden.
Was ist nicht betroffen?
Von der Meldepflicht nicht betroffen sind Abflüsse von Geschäftskonten und Anderkonten von Rechtsanwälten, Wirtschaftstreuhändern oder Notaren. Auch Eigenüberträge sind nicht meldepflichtig, wenn die Übertragungen vom Eigentümer auf ein anderes eigenes Konto bei derselben Bank erfolgen. Sollten die Übertragungen jedoch auf eine andere Bank (jedoch gleicher Eigentümer) oder von einem Privatkonto auf ein Geschäftskonto desselben Eigentümers durchgeführt werden, besteht Meldepflicht!
Meldefristen
Die Meldungen der Jahre 2015 und 2016 sind durch die Bank bereits erfolgt. Ab 1.1.2017 sind die Banken verpflichtet, monatlich (Ende des Folgemonats) die Meldungen an das BMF zu machen.
Was wird gemeldet?
Es wird ein verschlüsseltes, bereichsspezifisches Personenkennzeichen für Steuern und Abgaben, die Konto- bzw. Depotnummer und der Betrag des Kapitalabflusses gemeldet.
Wozu dienen die Daten?
Beim Bundesministerium für Finanzen werden diese Daten wie Kontrollmitteilungen in elektronischer Form beim Steuerpflichtigen gespeichert und können bei Außenprüfungen und Nachschauen oder allgemeine Aufsichtsmaßnahmen zum Einsatz
Tickende Zeitbombe am Anleihenmarkt: In den USA und in Europa wird die Staatsverschuldung zum Problem – Catherine Bosley, NZZ, 30.9.2025
Die Risikoprämien für langfristige Obligationen sind trotz geldpolitischer Lockerung in Grossbritannien, Frankreich und den USA gestiegen. Washington genoss bislang ein «exorbitantes Privileg». Dieses ist nicht in Stein gemeisselt.
Die Reaktion der Anleiheninvestoren auf die jüngste Zinssenkung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve erscheint zunächst widersprüchlich. Obwohl das Gremium um Jerome Powell den Leitzins um 25 Basispunkte herabsetzte, legten die Renditen zehn- und dreissigjähriger amerikanischer Staatsanleihen zu.
Doch es gibt eine plausible Erklärung – und sie ist für die USA ein schlechtes Omen. Ein schwindelerregender Schuldenberg und Handelszölle, die die Inflation anheizen, lassen erwarten, dass die Finanzierungskosten der weltgrössten Volkswirtschaft langfristig steigen werden. Hinzu kommt der Druck aus dem Weissen Haus, das die Unabhängigkeit der Notenbank infrage stellt. Das könnte die Inflationserwartungen befeuern.
Doch das Phänomen ausufernder Staatsdefizite, welche die Kapitalmärkte in Unruhe versetzen, beschränkt sich keineswegs auf die USA. Obwohl die Notenbanken auf beiden Seiten des Atlantiks die Leitzinsen gesenkt haben, ist die von Anlegern geforderte Risikoprämie für das Halten lang laufender Anleihen von staatlichen Emittenten wie Frankreich, Deutschland oder Grossbritannien im vergangenen Jahr gestiegen. Dies ist ein Indiz dafür, dass Investoren zunehmend an der Tragfähigkeit der Staatsverschuldung zweifeln.
Zum Beispiel muss Frankreich für neue Kredite noch tiefer in die Tasche greifen als das hoch verschuldete Italien oder Griechenland. Und der Zins auf Staatsschulden war zeitweise höher als der auf den Wertpapieren grosser französischer Unternehmen. Der klägliche Zustand des gallischen Staatshaushalts trug auch massgeblich zum Zusammenbruch der Regierung unter François Bayrou im September bei.
Währenddessen prognostiziert in den USA das Yale Budget Lab, dass aufgrund der höheren Staatsverschuldung durch Donald Trumps Big Beautiful Bill die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe – zurzeit bei etwa 4,15 Prozent – bis 2030 um etwa einen halben Prozentpunkt steigen werde.
«Nicht nachhaltig» sei die Entwicklung der amerikanischen Staatsverschuldung, hatte Powell im Mai erklärt, noch bevor Trumps Gesetz angenommen wurde. Dieses stockt die Mittel für das Militär und den Grenzschutz auf und senkt gleichzeitig die Steuern.
Bislang profitieren die USA von der Rolle des Dollars
Über Jahrzehnte profitierten die USA vom Status des Dollars als internationale Leitwährung. Unter anderem bedeutete dies, dass die hohe ausländische Nachfrage nach sicheren, liquiden amerikanischen Obligationen die Finanzierungskosten Washingtons in Schach hielt. Diesen Sonderstatus bezeichnete der französische Schatzmeister Valéry Giscard d’Estaing einst als «exorbitantes Privileg».
Im Zuge der immer höheren Zölle aus Washington dieses Jahr kamen seitens der Investoren allerdings Zweifel über die Vorreiterrolle des Dollars und die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Wirtschaftspolitik auf. Der Greenback sackte im April bis zu 7 Prozent gegenüber dem Euro und sogar fast 9 Prozent gegenüber dem Franken ab, während die Renditen auf US-Treasuries stiegen. Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern tritt Trump nicht für eine starke Währung ein.
Das Fed senkte am 17. September den Leitzins mit Verweis auf den Arbeitsmarkt, wo es eine beginnende Schwäche erkannte. Dabei entschieden sich die Geldhüter dafür, über die aus ihrer Sicht etwas erhöhte Teuerung hinwegzuschauen.
Noch sind die Auswirkungen der Zölle auf die amerikanische Wirtschaft nicht vollständig zu spüren. Die höheren Einfuhrabgaben beginnen laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) erst jetzt, die Konsumentenpreise zu beeinflussen. Es gibt so gut wie keine Anzeichen dafür, dass die Importeure die Zölle absorbieren, anstatt sie an die Kunden weiterzureichen. Die OECD hat vor diesem Hintergrund ihre Inflationsprognose für die USA für das Jahr 2026 auf 3 Prozent angehoben.
Auch nach Meinung der Deutschen Bank deuten Finanzmarktindikatoren darauf hin, dass die Teuerung in den USA in den kommenden Jahren über dem Zwei-Prozent-Zielband des Fed bleiben wird. Tatsächlich verharrt die in fünf Jahren erwartete Inflationsrate – die im Fachjargon Break-even-Rate genannt wird und aus dem Vergleich der Renditen von inflationsindexierten und nominalen Wertpapieren berechnet wird – seit Anfang dieses Jahres bei rund 2,5 Prozent.
Noch sind Treasuries bei Investoren begehrt
Experten erwarten, dass das Finanzministerium unter Scott Bessent die Politik seiner Vorgängerin Janet Yellen weiterführt und für die Neuverschuldung überwiegend auf Schuldtitel mit Laufzeiten von unter einem Jahr – sogenannte Bills – setzt. So kann das Treasury von den geringeren Finanzierungskosten auf kurzfristigen Obligationen profitieren.
Stephen Miran, jüngst von Trump in den Vorstand des Fed berufen, hatte 2024 mit dem New Yorker Ökonomen Nouriel Roubini die Ausrichtung auf kurzfristige Anleihen untersucht. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Strategie – ähnlich wie die quantitative Lockerung einer Notenbank – die Renditen am Markt senkt und auch in Zukunft Anwendung finden dürfte.
Die Taktik funktioniert natürlich nur unter dem Vorbehalt, dass es stets genug Käufer für amerikanische Wertpapiere gibt.
Noch erfreuen sich amerikanische Staatsanleihen reger Beliebtheit. Deswegen sind die amerikanischen Anleihenmärkte wahrscheinlich trotz Zollhammer von Turbulenzen wie an den Kapitalmärkten Frankreichs und Grossbritanniens dieses Jahr verschont geblieben. Nach der vom «Liberation Day» ausgelösten Volatilität im April stieg der von ausländischen Investoren gehaltene Bestand im Juli auf ein Rekordniveau von 9,16 Billionen Dollar. Wer liquide Wertpapiere mit einer attraktiven Rendite kaufen möchte, kommt derzeit kaum am weltgrössten Markt vorbei.
Doch Verkaufswellen wegen Washingtons Handelspolitik, Trumps Druck auf die Notenbank oder die anhaltend hohe Teuerung könnten die Lage umkehren. Sollten Anleger längerfristig an der Glaubwürdigkeit des amerikanischen Fiskus zweifeln, würden die Wertpapiere ihren Status als sicheren Hafen verlieren.
«Wir sind zunehmend der Ansicht, dass die USA auf einige altbewährte Taktiken hoch verschuldeter Staaten zurückgreifen werden», wie zum Beispiel Interventionen am Anleihenmarkt, um die Kosten der laschen Haushaltpolitik zu verschleiern, schrieb Atul Bhatia, ein Stratege von RBC Wealth Management. Das Setzen auf kurzfristige Schuldverschreibungen «birgt grössere Risiken für die amerikanischen Staatsfinanzen, da die Finanzierungskosten dann nicht so berechenbar sind».
Wirtschaftswachstum ist das beste Mittel
Das Phänomen der ausufernden Staatsverschuldung betrifft sowohl die USA als auch die grossen Industrieländer Europas und Asiens. Um die gigantischen Summen in den Griff zu bekommen, gibt es zwei unterschiedliche Pfade: Entweder wird das Wachstum beschleunigt oder aber die Schuldenlast wird auf Kosten der Gläubiger verringert.
Ein beleben der Konjunktur lässt das Ausmass der Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung eines Staates schrumpfen. Dies erfordert jedoch einen Produktivitätsschub – etwa durch künstliche Intelligenz – oder schmerzhafte Strukturreformen.
Wie jüngst in Frankreich, als der Premierminister aufgrund seines vorgeschlagenen Sparprogramms den Hut nehmen musste, stossen staatliche Ausgabenkürzungen bei Wählern oft auf Ablehnung.
Die andere Möglichkeit ist finanzielle Repression, also wenn der Staat die Anleger faktisch zum Halten von unattraktiven Staatsschulden zwingt. Ein beabsichtigtes Anheizen der Teuerung kann den realen Wert dieser Schulden weginflationieren, solange diese nicht teuerungsgeschützt sind. Oder aber es kommt sogar zu eigentlichen Schuldensanierungen mit kostspieligen Schuldenschnitten wie derjenige von Griechenland 2012.
Die Unsummen der Verbindlichkeiten sind auf beiden Seiten des Atlantiks eine tickende Zeitbombe. Ob und in welcher Form diese losgeht, bleibt abzuwarten.
Schulden wie nach dem Weltkrieg Warum der Welt der Finanzkollaps droht – n-tv, Daniel Schütte, 27.9.2025
Frankreichs Haushalt ist nur noch ein Torso. Die Staatsverschuldung der USA hat astronomische Dimensionen erreicht – die Europäer folgen dem Trend. Inzwischen sagen selbst seriöse Ökonomen und Investoren einen Crash und Panik an den Finanzmärkten voraus. Sie haben recht: Die Schuldenbombe tickt.
Der Schuldenberg der westlichen Staaten ist heute wieder ungefähr so hoch wie in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Gerade noch neun Länder erhalten von allen drei großen Ratingagenturen die höchste Bonitätsstufe, das dreifache A. Selbst starke Wirtschaftsnationen wie Frankreich verlieren die Kontrolle über ihre Haushaltsdefizite. Müsste Frankreich auf die Rettungsmechanismen zurückgreifen, die im Zuge der Eurokrise aufgebaut worden sind, dann hätte das dramatische Folgen auch für die Bundesrepublik. Dreistellige Milliardenbeträge stünden auf dem Spiel.
Regierungen und Wähler haben sich im Laufe der Jahre an solche Summen gewöhnt. Weil am Ende – zumindest für Deutschland – immer alles gut gegangen ist, erscheinen Warnungen nur abstrakt und hypothetisch. Doch die bisherige Verschuldungspolitik wird so nicht weitergehen können. Der aufgebaute Sprengstoff ist hochexplosiv, die Schuldenbombe tickt.
Die USA, der größte Staatsschuldner der Welt, sind nach Ansicht der meisten Ökonomen und Investoren auf fiskalischem Crashkurs. Drastische Warnungen häufen sich. Jamie Dimon etwa, der Chef der weltgrößten privaten Bank J.P. Morgan und Doyen der Wall Street, sprach schon vor der Wahl 2024 von einer drohenden „Rebellion“ der Finanzmärkte, weil die Haushaltsfinanzierung auf ein „Kliff“ zusteuerten. Im Mai prognostizierte er ein Fiasko, weil es zu einem „Riss“ am Bondmarkt kommen werde: „Das wird passieren.“ Seinen Bankenaufsehern sage er: „Ihr werdet in Panik geraten.“
Kernschmelze des Finanzsystems könnte von den USA ausgehen
Die US-Staatsschuldenquote wächst seit Jahren ungebremst, laut Internationalem Währungsfonds (IWF) liegt sie derzeit bei 123 Prozent. Tendenz: immer weiter steigend. Diese Schuldenlawine betrifft die gesamte Welt, denn die USA sind mit Abstand der führende Finanzplatz und der von ihnen geschöpfte Dollar ist die Welt-Reservewährung. Probleme des Schuldners USA könnten deshalb bis zu einer Kernschmelze des Weltfinanzsystems führen. China und andere Herausforderer der USA arbeiten ohnehin daran, die Dominanz des Dollarsystems zu brechen.
Zur hohen Schuldenlast Amerikas, das sein Triple-A längst verloren hat, kommt inzwischen noch die unberechenbare Politik des Präsidenten: Donald Trumps Zölle schaden dem Wirtschaftswachstum, seine Steuersenkungen haben neue Haushaltslöcher gerissen. Obendrein untergräbt Trump mit brachialen Mitteln die Unabhängigkeit der US-Zentralbank Fed, die der Garant eines stabilen Dollar und der Finanzmarktstabilität sein müsste.
Trump will die Notenbankerin Lisa Cook wegen angeblicher privater Verfehlungen feuern. Um mehr Einfluss zu gewinnen, beförderte er auch seinen Chefökonomen Stephen Miran in die Zentralbank, der sofort eine neue Angriffsfront eröffnet hat. Nach dem Gesetz soll die Fed bisher einerseits für stabile Preise, andererseits für möglichst hohe Beschäftigung sorgen. Miran grub eine Passage in den Statuten aus, nach der die Fed zusätzlich auch für moderate Langfristzinsen sorgen müsse.
Mit diesem neuen Rechtsverständnis könnte die Notenbank künftig die Aufgabe übernehmen, dem Präsidenten und seiner Regierung den Rücken finanziell freizuhalten. Denn deren Schuldenpolitik lässt sich nur fortsetzen, wenn die Zinsen im Zaum gehalten werden. Wo der billige Kredit zum permanenten Ziel der Geldpolitik wird, wächst allerdings das Inflationsrisiko erheblich.
Nicht nur die Stabilität des Dollar ist dadurch bedroht. In fast allen Industrieländern gefährdet die wachsende Last der Schulden am Ende das Geldsystem. Die Europäer stehen nur auf den ersten Blick etwas besser da. Die Staatsschuldenquote der Eurozone liegt zwar zusammengerechnet deutlich unter 100 Prozent. Die Währungsunion besteht aber aus zwei fiskalisch sehr verschiedenen Blöcken: Die sechs am höchsten verschuldeten Länder Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Belgien und Portugal haben – in Relation zum Wirtschaftswachstum – zusammen einen fast genauso hohen Schuldenstand wie die USA.
Abrupte Schuldenwende in Deutschland
Das Gegengewicht bildet im Wesentlichen Deutschland, das seine Schuldenquote in den 2010er Jahren wieder in die Nähe von 60 Prozent gesenkt hatte, und das als der Stabilitätsanker des Euro gilt. Mit der abrupten Schuldenwende im Frühjahr haben die Deutschen ihren Kurs nun grundlegend verändert: Der im Vergleich noch große Kreditspielraum soll zügig genutzt werden. Zugleich verschlechtert sich die Lage beim wichtigsten Partner Frankreich drastisch: Das Land ist tief gespalten, immer neue Regierungen scheiterten zuletzt daran, die ständig steigende Verschuldung zu bremsen. Am Kapitalmarkt ist der Zins der französischen Staatsanleihen deshalb auf das Niveau des notorischen Schuldenpatienten Italien gesprungen. In der Währungsunion zahlen heute die beiden nach Deutschland größten Volkswirtschaften die höchsten Risikoaufschläge gegenüber den Bundesanleihen.
Eine Finanzpolitik, die ihre Schulden nicht mehr im Griff hat, wird zum Sprengstoff für die Finanzmärkte. Denn die Staatsschulden müssen zwar nie restlos zurückgezahlt, aber doch immer wieder neu finanziert werden. Nach einer langen Phase von Mini- und teils sogar Negativzinsen sind die Kreditkosten zuletzt wieder spürbar gestiegen. Verlieren die Investoren einmal abrupt das Vertrauen in die vermeintlich völlig sicheren Papiere, dann drohen massive Erschütterungen: Crashende Bondkurse bringen Banken und Versicherungen ins Wanken, hochschießende Zinsen verschärfen die Haushaltsnot noch weiter. Als letzter Retter in der Krise bleibt dann nur noch die Notenbank, die unbegrenzt Geld schöpfen kann – „whatever it takes“.
Zuletzt hat Großbritannien 2022 einen solchen Schock erlebt. Damals stürzte die neue Premierministerin Liz Truss schon nach wenigen Wochen, weil der Bondmarkt angesichts ihrer Schuldenpläne crashte. Erst ihr Rücktritt und die Interventionen der Bank of England beruhigten die Lage. Der „Truss-Moment“ ist seither der Albtraum vieler Regierungen weltweit.
Schon vor Monaten forderte die vor kurzem ausgeschiedene IWF-Vizechefin Gita Gopinath einen „strategischen Schwenk“. Sie nannte die fiskalische Lage der Welt „schlimmer, als Sie denken“. Höheres Wachstum wäre der Königsweg aus der Schuldenfalle. Die Zügelung von Ausgaben ist vor allem dort unvermeidlich, wo die Steuerlast schon sehr hoch ist. Aktuell zeigt sich aber vor allem, dass der Druck auf die Notenbanken wächst. Die Politik hat sich an das leichte Geld gewöhnt, das die Währungshüter in den großen Krisen der vergangenen anderthalb Jahrzehnte zur Verfügung gestellt haben. Das Risiko einer etwas höheren Inflation erscheint vielen vertretbar – zumal die schleichende Entwertung des Geldes auch die reale Last der Staatsschulden aushöhlen kann.
Der jüngste Vorstoß des Trump-Loyalisten Miran mag Europäern bizarr erscheinen. Die Europäische Zentralbank hat formal ein viel engeres Mandat als die amerikanische Fed. Der klare Auftrag heißt hier: stabile Preise. Faktisch stabilisiert aber auch die EZB schon seit Jahren die Zinsen für Krisenkandidaten wie Italien. Im Fall Frankreich wird sie nicht anders handeln können.
Quelle: ntv.de
Reset wie 1948: Droht die große Enteignung – rtl+, 14.8.2025
Zwangshypotheken, entwertete Konten, 90 Prozent Verlust beim Geldvermögen – die Währungsreform von 1948 zeigt, wie radikal ein Reset ablaufen kann. Und er könnte wiederkommen.
Raimund und Etienne sprechen in dieser Podcast-Folge darüber, wie solche Eingriffe in der Vergangenheit aussahen und warum die Reset-Gefahr auch in der Gegenwart nicht gebannt ist. Könnten sogar die USA im Zentrum eines neuen Resets stehen? Was passiert dann mit Geld, Schulden, Immobilien und Aktien? Und wie schützen Sie Ihr Vermögen am besten? Fragen und Anregungen bitte an brichtaundbell@ntv.de
Währungsreform von 1948 Das sind die wichtigsten Fragen zum „Reset-Szenario“ – n-tv, ab 31.7.2025
Zwangshypotheken, entwertete Konten, 90 Prozent Verlust beim Geldvermögen – die Währungsreform von 1948 zeigt, wie radikal ein Reset ablaufen kann. Dieses Szenario haben Raimund Brichta und Etienne Bell in der vorherigen Folge „Brichta und Bell – Wirtschaft einfach und schnell“ vorgestellt und selten so viel Feedback erhalten. In dieser Woche klären sie weitere wichtige Fragen: von den Auswirkungen auf Gold über Kryptos hin zu KI.
AKTIENEMPFEHLUNGEN – BUY & SELL
Aktuell (—):
Aktien um 10 Euro je Stück sind FETT hervorgehoben.
Die erwarteten stolzen Kursgewinne sind dem Übermut der tollen Analystenzunft zu verdanken! Hirn selbst einschalten und kritisch bewerten. MERKE: Klappern gehört zum Geschäft. Es geht letztlich nicht so sehr um die Beratung der Anleger, sondern um die spekulativ selbst gehaltenen Aktien der Häuser (Banken, Fonds, Anlagegesellschaften etc.), für die die Analysten tätig sind: wenn viele kaufen, steigen die Kurse, und 5% Plus sind zwar weniger als 15% oder 35%, aber besser als 5% Minus. Zudem lassen sich schnell noch eigentlich „schlechte“ Aktien im Portfolio des Hauses (Banken, Fonds, Anlagegesellschaft etc.) verkaufen, für die der Analyst tätig ist, sofern die werten privaten Anleger den Kaufempfehlungen folgen. So schaut’s aus im Schneckenhaus! Nochmals: Hirn selbst einschalten. Die Finanzbranche lebt vom Trübe-Machen des Wassers!
NICHT ZULETZT: Verkaufsempfehlungen werden ungern gegeben, da sie auf das Portfolio der Häuser (Banken, Fonds, Anlagegesellschaft etc.) rückschließen lassen, zu denen die Analysten gehören. Verkaufsempfehlungen werden aus zwei Gründen gegeben: a) es ist tatsächlich Feuer am Dach des analysierten Unternehmens, b) das Haus möchte die Aktien des zum Verkauf empfohlenen Unternehmens billiger zurückkaufen, sofern den Verkaufsempfehlungen gefolgt wird. Letztlich agieren an der Börse die Optimisten, und die wollen positive Nachrichten hören, also werden sie von den Häusern und ihren Analysten entsprechend bedient.
UND ZU ALLERLETZT: die Analysten bespiegeln sich untereinander: wer hat was empfohlen oder nicht empfohlen, es kommt zu herdenpsychologischen Erscheinungen derart: der Leithammel hat empfohlen, also machen wir das auch. Die jeweiligen Analysen werden entsprechend (um)formuliert. Das zweite Moment: die Konkurrenz, die u.U. zu skurrilen Interpretationen des analysierten Unternehmens führt.
FAZIT: was die Analystenzunft von sich gibt, kann aufschlussreich sein, muss es aber nicht, vermittelt einen zusätzlichen Eindruck zu einzelnen Aktiengesellschaften. Wichtig ist der Blick auf zweierlei: a) entscheidend: auf die volkswirtschaftliche Situation des Landes, der Welt; b) sekundär (!) auf das Unternehmen und seine Branche: Charakter des Managements, klare, gut durchschaubare Produktpalette, Langlebigkeit des Unternehmens und seine Stetigkeit im Gebaren.
Renten- und Aktienmärkte
Man halte sich vor Augen: Aktienmärkte sind die Pfützen in der Welt der Veranlagungsmöglichkeiten. Anleihenmärkte (Rentenmärkte, Kapitalmärkte) sind die großen Ozeane ebendort. Daher sind Aktienmärkte volatil und reagieren auf den leisesten Windhauch mit u.U. kräftigen Ausschlägen. Die Seelen der Anleger sind sehr verletzlich: Angst und Gier bestimmen hier jegliches Handeln, die vernünftige Veranlagungsentscheidung steht an zweiter Stelle. Das verursacht in den kleinen Geldpfützen der Aktienmärkte hohe Wellen. Aber dort stehen nach erster Erschütterung später die rationalen Kaufs- und Verkaufsentscheidungen felsenfest – bis zur nächsten Seelenerschütterung.
Anleiheanleger sind cooler und gezügelter im Gemüt. Hier geht es eher um Langfristperspektiven. Alles dreht sich um den Zins und wie er sich weiterentwickelt. Wer an der Zinsschraube dreht, dreht am Schicksal ganzer Volkswirtschaften. Da ist das aufgeregte Gegackere an den Aktienmärkten geradezu uninteressant.
Aber kommen Anleihemärkte einmal ins Rutschen – nach oben oder nach unten – dann ist Feuer am Dach. Schon 0,5 oder gar 1 Prozent Veränderung in einem Anleihenindex sind eine „Weltbewegung“ im Milliarden- oder Billionengeldmeere der Anleiheozeane.
Dazu kommt: Die Anleiherenditen konkurrenzieren mit den Aktienrenditen. Eine hohe Anleiherendite jenseits der 3 Prozent wirkt umso „giftiger“ auf die Aktienkursentwicklungen, je höher sie ist. Liegt sie unter 3 Prozent, begünstigt sie die Aktienkäufe, Je deutlicher sie unter 3 Prozent liegt, umso eher. Das ist die Regel. Die Ausnahme – so, wie wir sie gerade sehen – bestätigt diese Regel. Früher oder später wird sie ihre dominante Stellung als Regel wieder einnehmen.
Diese Verhältnisse sind es, die im Tagesblick in der Regel die Berichte zu den Anleihemärkten wiedergeben lassen, dass aufgeregte Geflattere und Gegackere an den Aktienmärkten im Detail interessiert in der Regel nicht die Bohne.
Zur Renditebestimmung bei Anleihen: notiert die Anleihe zu 100 Prozent, dann stimmen Anleihezinssatz (der Couponzins) und Anleiherendite überein. Sinkt der Anleihekurs unter 100 Prozent, steigt die Rendite, umgekehrt gilt: steigt der Anleihekurs, so sinkt die Rendite. So einfach ist das. Und so weltbewegend in der Tat.
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Allgemeine Empfehlungen: Es geht vornehmlich um die Zukunft der Energiegewinnung und die Energielieferanten. Renner bleiben Telekommunikations-Unternehmen, deren Dienstleistungen in einer digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft unabkömmlich sind. Unter den Logistik-Aktien sind in der Regel die Post-Aktien interessant. Diese Branchen sind weniger konjunkturabhängig als z.B. Konsumaktien, darunter die Post-Aktien noch am ehesten.
Hinzu kommt, dass die klassischen erdölverarbeitenden Energielieferanten (Up- und Downstream) mehr oder weniger energisch in großem Stil auf Alternativenergien umstellen. Es bleibt ihnen angesichts des Klimawandels, der öffentlichen Meinung und der in absehbarer Zeit erschöpften Welt-Erdölreserven auch nichts anderes übrig. Über das Kapital für den weltlebensnotwendigen Umbau verfügen sie dank ihrer Aktionäre. Es geht aus Sicht der Unternehmen um zukunftsträchtige Geschäftsmodelle in einer überschaubaren Branche – Energie – und aus Sicht der Aktionäre um steigende Unternehmenswerte / Aktienkurse als Inflationsschutz und sichere, möglichst stabil wachsende Dividenden, ebenfalls hinsichtlich des Inflationsschutzes.
Anti-Nachhaltigkeits-Bewegung in den USA als 180-Grad-Wendung in der Veranlagungsgebarung
Der aktuelle politische Druck in den USA zwingt eine Reihe großer Vermögensverwalter, darunter die weltgrößten wie Blackwater und Vanguard (verwaltetes Vermögen: 20 Billionen US-Dollar), nachhaltige Unternehmen potentiellen Anlegern nicht mehr zu empfehlen. Sie selbst verkaufen solche Unternehmen aus ihren Portfolios. Es gibt sogar seitens republikanisch regierter Bundesstaaten wie insbesondere Texas Kaufverbote für staatliche Pensions- u.a. Fonds.
Ausgestiegen sind bereits US-amerikanische Großbanken wie JP Morgan, Goldman Sachs, Wells Fargo, Bank of America, Citigroup (verwaltetes Vermögen: 9 Billionen). Ähnliches betrifft die Kreditvergabe. Offen bleibt, wie private und Unternehmensanleger (nicht-staatliche Fonds) künftig disponieren werden.
Unter den angebotenen Finanzanlagen kursieren seit geraumer Zeit besondere Nachhaltigkeitsprodukte in Form sog. ESG-Fonds (mehr dazu hier), die hohe Renditen versprachen und daher recht starken Zulauf hatten; die Renditen wurde seit Erhöhung der Kreditzinsen gebremst, da dadurch kreditfinanzierte Nachhaltigkeitsprojekte (Windparks, Solaranlagen etc.) weniger rentabel wurden.
In der Europäischen Union will man sich weiter an entsprechende Nachhaltigkeitsauflagen festhalten. Bislang wurden in europäische ESG-Fonds 9 Billionen Euro investiert, was 61 Prozent des gesamten Fondmarktvolumens entspricht. Der Zufluss hat sich 2024 allerdings um die Hälfte auf 37 Milliarden Euro reduziert. Zudem wurden mehr ESG-Fonds geschlossen als eröffnet. Nicht nur die hohen Zinsen, die die ESG-Fonds-Renditen beeinträchtigten, führten dazu, sondern auch „grüne Schönfärberei“: es stellte sich da und dort heraus, dass die versprochene Nachhaltigkeit mehr auf dem Papier als in der Wirklichkeit bestand. (Quelle: Wirtschaft vor Acht, ARD, 10.1.2025 (KURZVIDEO, bis 17.1.2025 verfügbar))
FAZIT: Es bleibt abzuwarten, was das für den Klimaschutz in den USA und weltweit künftig bedeutet. Für Österreich stellt sich die Frage, wie eine künftige Regierung sich in Sachen Klimaschutz verhalten wird.
Aktienkauf – der Erwerb einer Unternehmensbeteiligung – bedeutet Übernahme eines Risikos in Hinblick auf das künftige Unternehmensschicksal. Die Dividende stellt eine Risikoprämie dar.
Aktienanalytischer Blick auf Aktien im Euroraum und speziell Österreich (Stand: 24.2.2025):
ACHTUNG – STEUERVERÄNDERUNGEN ANTE PORTAS:
Ins Gerede kommen in absehbarer Zeit auf EU-Ebene und auf Österreich-Ebene vermutlich Aktienbesteuerung (Verkaufsgewinne, Dividenden) ebenso wie Vermögens- und Erbschaftssteuer. Diese Steuern sind in Veranlagungsüberlegungen mit einzubeziehen.
Im Folgenden sind Aktien um 10 Euro je Stück und darunter FETT hervorgehoben.
Neu aufgenommene Aktien werden mit ### gekennzeichnet.
Beobachtenswert ist der Umweltschutz- und Wasserwirtschaftswert Veolia
Ein Kaufsignal liefern weiterhin ENI, UNICREDIT und TOTAL ENERGIES, im Vergleich zum 3.2.2025 stabile Bewertung mit jeweils fünf Sternen bewertet.
Ein Kaufsignal liefern ENEL, PORR, SHELL, VERBUND, ### VIENNA INSURANCE GROUP mit jeweils vier Sternen bewertet.
Im Vergleich zum 3.2.2025 erweiterte stabile Bewertung mit jeweils vier Sternen bewertet.
Ein niedriges KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) zeichnet aus:
RWE, TOTAL ENERGIES, ### UNICREDIT SPA, PORR, OMV, ### UNIQA, EVN, ENEL, TELECOM AUSTRIA, ### STRABAG, WIENERBERGER, SHELL, PALFINGER.
Aufsteigende Reihenfolge: die erste Aktie RWE ist die mit dem niedrigsten KGV = 4,8, PALFINGER die mit dem höchsten KGV = 9,3.
Im Vergleich zum 3.2.2025 erweiterte stabile Bewertung.
Ein niedriges dynamisches KGV (PEG, Price-Earning-to-Growth) weisen u.a. auf:
ENI, UNICREDIT, ### KONTRON AG, OMV, SHELL, PORR, WIENERBERGER, PALFINGER,
Nicht mehr dazu gehören: VIENNA INSURANCE GROUP, TELECOM AUSTRIA.
Aufsteigende Reihenfolge: die erste Aktien ENI = 0,5 ist die mit dem niedrigsten, PALFINGER die mit dem höchsten PEG = 1,4.
Im Vergleich zum 3.2. 2025 ist die Auswahl verändert, einzelne Aktien kamen dazu, andere fehlen nun!
Als Aktien mit langfristigem Kurspotential werden u.a. gesehen:
TOTAL ENERGIES, ENI, VERBUND, E.ON.SE, EVN, RWE.
Aufsteigende Reihenfolge: am Anfang der Reihe steht jene mit der größten Langfristchance.
Im Vergleich zum 3.2.2025 bleibt die Auswahl stabil, die Reihenfolge hat sich geändert.
Als Aktien mit hoher Sicherheit werden u.a. bewertet VIENNA INSURANCE GROUP, VERBUND; die Bewertungen bleiben unverändert zum 3.2.2025.
Aufsteigende Reihenfolge: am Anfang der Reihe steht jene Aktie mit der größten Sicherheit.
Aktien mit hoher Dividendenrendite sind:
OMV, ORANGE, TELEFONICA, ENI, UNIQA, ENEL.
Aktien mit der größten Dividendenrendite stehen am Anfang der Reihe: OMV 12,6%, am Ende die mit der niedrigsten: Enel 6,7%, jeweils vor Steuer.
Im Vergleich zum 3.2.2025 bleibt die Auswahl gleich, die Reihenfolge hat sich geändert.
KAUFKRITERIEN neben den aktienanalytischen Kennzeichnungen sind der Reihe nach: WER? – Qualität und Charakter (Psychologie!) des Managements, Häufigkeit des Managementwechsels, Unternehmenskultur; WAS? – Produkteinfachheit: „einfach gestrickte“, leicht zu durchschauende/transparente Produkte oder Dienstleistungen, eher kleine Produktpalette bzw. enger umschriebenes Dienstleistungsangebot, Konstanz der Nachfrage; WIE? – Sicherheit, Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen Wechselfällen, finanzielle Stabilität des Unternehmens, Konkurrenzsituation; WO? – geographische und „politische“ Lage möglichst fern von Krisengebieten inkl. solchen mit politischer Unruhe oder in Ländern mit totalitären Systemen oder deutlich defekten Demokratien (illiberale Demokratien); WANN? – Lebensdauer bzw. Überlebensdauer (Weltkriege etc.) des Unternehmens bisher, Stetigkeit der Dividendenzahlungen.
FAZIT: vor dem Kauf einer Unternehmensbeteiligung sich zur Aktiengesellschaft schlau machen: WER, WAS, WIE, WO, WANN.
ZWEI DINGE sind zusätzlich zu beachten:
# Langfristanlage durch Erwerb von Defensiv-Aktien (u.a. Energie, Telekom),
# Verbleib in einem Währungsraum, das ist der Euroraum. Daher werden die allseits seit Jahren gehypten US-Aktien hier mit Absicht außen vor gelassen, um das Währungsrisiko klein zu halten. Gleiches gilt für den Erwerb von Schweizer Aktien, wie die Vergangenheit mit Blick auf das sehr wechselhafte Wechselkursverhältnis Schweizer Franken / Euro gezeigt hat.
Die Europäischen Union als Veranlagungsrisiko?
Das Staatssystem der Europäischen Union kommt einer defekten Demokratie gleich und erstreckt sich in den Währungsraum (Euroland), in dem gehandelt wird. Man spricht auch von einem Demokratie-Defizit der Europäischen Union. Risiken dieser defekten Demokratie, um einige zu nennen, sind: Regelungen „von oben herab“ auf nicht sehr transparente Weise und Steuervorgaben, die sich durch Negieren realer Alltagserfordernisse auszeichnen, Überwachungsbestrebungen, hoher Bürokratieaufwand für Unternehmen und Bürger. All dies markiert Abgehobenheit und Bürgerferne der EU-Politik.
Kennzeichnend für das Gebaren (Governance) der EU ist ein Ineinandergreifen von EU-Exekutive (Kommission mit ihren Kommissariaten) und einem nicht gut überschaubaren Geflecht zahlreicher, der EU nahestehenden und von ihr geförderten Institutionen, Organisationen und Einrichtungen, die auf vielen Ebenen EU-Kommissionsvorgaben umsetzen helfen. Sie helfen insbesondere dabei, die von EU-Rat- und EU-Kommission angedachten, aber für Bürger und Unternehmen noch nicht „akzeptablen“ Vorgaben „schmackhaft“ zu machen, um so zu einer ausreichend hohen Akzeptanz in der Bevölkerung zu führen, die eine politische Umsetzung ermöglicht.
Junker sagte 1999 dazu sehr verkürzt und sinngemäß: was wir heute als EU nicht durchsetzen, das werden wir dann schon später durchsetzen. Dem Lobbyismus Richtung EU-Exekutive (insbesondere seitens der Unternehmen) steht ein „Lobbyismus“ seitens der EU in Richtung auf die Einrichtungen der Mitgliedsländer sowie auf die Unternehmen und die Bevölkerung gegenüber, dessen Räderwerk für den Normalbürger praktisch nicht durchschaubar ist. Inwieweit kommt dies einem autokratischen Verhalten von der Maschek-Seite gleich?
Hauptziel der EU-Bestrebungen ist die Etablierung der Vereinigten Staaten von Europa, die den derzeit bestehenden Verbund der Mitgliedsstaaten ersetzen soll. Das deutet auch der Wechsel der Namensgebungen im Zeitverlauf an:
# Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, umgangssprachlich auch Montanunion, 1951)
# Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, 1957 inklusive EURATOM)
# Europäische Gemeinschaften (EG, 1965 ff., Fusion von EWG, EURATOM und einzelnen EG-Organen, Fusions- und Folgeverträge)
# Europäische Gemeinschaft (EG, seit 1993 ff., Maastricht- und Folgeverträge)
# Europäische Union (EU, 2007, Lissabon- und Folgeverträge)
| 1948 1948 Brüsseler Pakt | 1951 1952 Paris | 1954 1955 Pariser Verträge | 1957 1958 Rom | 1965 1967 Fusions- vertrag | 1986 1987 Einheitliche Europäische Akte | 1992 1993 Maastricht | 1997 1999 Amsterdam | 2001 2003 Nizza | 2007 2009 Lissabon | ||||||||||||||||||||||
| Europäische Gemeinschaften | Drei Säulen der Europäischen Union | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) | → | ← | |||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) | Vertrag 2002 ausgelaufen | Europäische Union (EU) | |||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) | Europäische Gemeinschaft (EG) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| → | Justiz und Inneres (JI) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS) | ← | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ) | → | Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) | ← | ||||||||||||||||||||||||||||
| Westunion (WU) | Westeuropäische Union (WEU) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| aufgelöst zum 1. Juli 2011 | |||||||||||||||||||||||||||||||
Problematisch bleibt dabei: je größer die Zentralisation von Staatsmacht, umso größer die Machtfülle, die mit „eiserner Harke“ über berechtigte (!) Einzelinteressen der Mitgliedsstaaten und damit der Bürger drüberfährt. Das Prinzip der Subsidiarität bleibt dabei auf der Strecke, so wie dieses Prinzip z.B. Österreich 1994 anlässlich der Vorabstimmungskampagnen versprochen wurde. Wurde das Versprechen eingelöst?
Beispiele der Machtfülle durch Zentralisierung liefern alle großen Staaten, u.a. Russland und China, die geradezu Musterbeispiele dafür darstellen.
Ein Problem des Staates an sich ist das Machtmonopol, das bei ihm liegt und liegen muss, will er Gesellschaft – das Staatsvolk – und die Abläufe darin mit Erfolg, also: durchsetzungskräftig organisieren. Das Problem ergibt sich aus dem Spannungsfeld zwischen unbeschränkter Freiheit des Individuums (Libertarismus) und unbeschränkter Freiheit des Staates (Totalitarismus).
Wie dieses Machtmonopol ausgestaltet wird, unterliegt in Demokratien dem Willen des Wahlvolkes, in nicht-demokratischen Staaten dem Willen des autoritären, totalitären oder autokratischen Machthabers. In defekten Demokratien ist die Mitbestimmung des Volkes eingeschränkt. Defekte Demokratien existieren in einer Grauzone, deren Konstituenten und ihre gegenseitige Einflussnahme nicht leicht zu bestimmen sind. Somit ist auch der Defektheitsgrad einer defekten Demokratie nicht leicht zu bestimmen und unterliegt, je nach politischer resp. ideologischer Perspektive, unterschiedlichen Wertungen.
Die idealtypische Dreiteilung der Regierungsformen existiert in der Wirklichkeit nicht: keine Demokratie der Welt entspricht der idealen Form, weist also im Ansatz Eigenschaften einer defekten Demokratie auf, kein totalitärer Staat schränkt die individuellen Freiheiten vollständig ein, es verbleibt den Bürgern dort ein mehr oder weniger großer Freiheitsraum.
Hinsichtlich des staatlichen Machtmonopols, das zudem bei anwachsender Zentralisation der Staatsgewalt zur Zunahme neigt, ergibt sich die Erkenntnis: so wenig Staat wie möglich, so viel Staat wie nötig als einer Einrichtung, die mit einem mit Rechtsgewalt in das Leben seiner Bürger eingreifenden Machtmonopol versehen ist, das für das „Funktionieren“ einer Gesellschaft unaufgebbar ist.
Die dafür notwendigen rechtlichen Verregelungen des Alltagslebens durch Allgemeines Gesetzbuch, Strafgesetzbuch, Angestelltengesetz etc.etc. sind zahllos und gelten bei ausnahmslos jeder Handlung, werden aber – ebenso regelhaft – dem Bürger erst dann bewusst, wenn es zu schwerwiegenden Regelverstößen oder Regelbruch-Sanktionierungen kommt.
Rechtliche Verregelungen sind Ausdruck der jeweiligen Ausprägungen eines Rechtsstaates; dieser wird in einer idealen Demokratie nicht durch Willküreinwirkungen korrumpiert: das ist ein wesentliches Kennzeichen demokratischer Rechtsstaatlichkeit. Auf Rechtsstaatlichkeit pflegen sich auch autoritäre, totalitäre oder autokratische, kurz: diktatorische Systeme zu berufen, doch wird der Rechtsstaat dort durch Willküreingriffe korrumpiert: Rechtsbiegung als Kennzeichen von Autokratien etc. In einer defekten Demokratie wird die Rechtsstaatlichkeit (leicht) eingeschränkt, womit das Risiko entsteht, in eine Autokratie abzugleiten.
Nur in formalrechtlicher Hinsicht war zum Beispiel auch der NS-Staat ein Rechtsstaat, besaß er doch gemäß der NS-Grundsätze umgearbeitete Gesetze aus der Weimarer Republik und neue Gesetze im Sinne der NS-Ideologie, auf die er sich in der Rechtsprechung berief und von denen viele in einem „normalen“, d.h. hier NS-konformen Rechtssetzungsprozess entwickelt wurden. Daran ändert nichts die Gepflogenheit, den NS-Staat in inhaltlich-ethischer Hinsicht als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Ein krasses Beispiel für einen NS-Rechtserlass im autokratischen Sinn ist unter diesem Link einsehbar.
Kennzeichnend für die Biegsamkeit des Rechts je nach Staatsraison ist die Tatsache, dass Juristen nach einem Regimewechsel ihre Posten in der Regel nicht verloren, sondern im neuen Regime weiter im Dienst des Rechts ihre berufliche Tätigkeit frei oder im öffentlichen Dienst ausübten. So wurden Juristen und Richter nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes ohne weiteres in den öffentlichen Dienst der entstehenden Bundesrepublik Deutschland übernommen. Vergleichbares geschah nach dem Fall der UdSSR oder DDR.
Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit bedeutet in einer Demokratie das Herstellen eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen einerseits den rechtsstaatlich gesicherten Freiheitsbedürfnissen des Individuums unter für ihn zureichenden wirtschaftlichen Gegebenheiten und andererseits den „Freiheitsbestrebungen“, somit Machtbestrebungen des Staates, mit dem Ziel, ein Höchstmaß an Gemeinwohl resp. Sozialfrieden in Freiheit herzustellen. Als Garant dafür dient die Gewaltenteilung und ein entsprechend stark regulierter und damit gewaltgebändigter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie als vierte Gewalt die Sicherstellung einer freien Presse. MOTTO: Nimm Freiheitsbeschränkungen mit Blick auf das Gemeinwohl aus Überzeugung an, wir helfen dir dabei durch politische Aufklärung und sachliche Bildungsarbeit!
Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit bedeutet in einer Autokratie, im Autoritarismus und vor allem im Totalitarismus Ausgesetztheit vor rechtsbeugenden willkürlichen Staatseingriffen auf die ohnehin reduzierten Freiheitsmöglichkeiten des Individuums unter nicht selten unzureichenden wirtschaftlichen Gegebenheiten zu Gunsten der Machtbestrebungen des Staates mit dem Ziel, ein Höchstmaß an „Gemeinwohl“ resp. „sozialem Frieden“ in Unfreiheit zu erzwingen. Als Garant dafür dient die Einschränkung, womöglich Aufhebung der Gewaltenteilung sowie ein entsprechend stark ausgeprägter und mit gering regulierter Gewalt ausgestatteter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie eine allgegenwärtige Brachial-Propaganda unter Ausschaltung der Pressefreiheit. MOTTO: Kusch, sonst trifft dich der Polizeiknüppel und du landest im Gulag, folgst du nicht den Propaganda-vermittelten Staatszielen!
Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit in einer defekten Demokratie gibt in (noch) geringem Ausmaß jene Prinzipien auf, die eine Demokratie hervorheben. Als Garant dafür dient eine Einschränkung der Gewaltenteilung und ein nicht allzu gestärkter und nicht allzu sehr mit herabgesetzter regulierter Gewalt ausgestatteter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie eine verhältnismäßig subtil eingesetzte Propaganda und Beeinflussungsmaschinerie. MOTTO: Folge der politischen Verführung und glaube, es sei deine Entscheidung, sonst zwiebeln wir dich mit Exekutivmaßnahmen!
Eine solche Beeinflussungsmaschinerie hat die exekutiv im Grunde genommen schwach aufgestellte EU entwickelt, was zu eben der Ausbildung dieser „Schattenexekutive“ geführt hat. Sie trägt damit – nicht so ohne weiteres sichtbar für den Normalbürger – ein Kennzeichen einer defekten Demokratie. Damit steht die Gefahr im Raum, weiter an demokratischen Eigenschaften einzubüßen und zu einem politischen und wirtschaftlichen Risiko heranzureifen. In der Tat bemüht sich die EU um Stärkung ihrer Polizeigewalt (Frontex, 2004, weiterer Ausbau) und damit um Ausbildung eines weiteren Kennzeichens defekter Demokratien insofern der Vorwurf stimmte, dass Frontex auch innerhalb der EU eingesetzt werden könnte.
Was die Beeinflussungsmaschinerie der EU betrifft, hat 2011 der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (1929-2022) die Europäische Union als “sanftes Monster Brüssel“ bezeichnet und von der „Entmündigung Europas“ gesprochen. Er anerkennt segensreiche Folgen ihres Wirkens, macht aber zugleich auf die strukturellen Defizite dieser überstaatlichen Einrichtung aufmerksam, die durch massive Öffentlichkeitsarbeit, um nicht zu sagen: Propaganda – geschickt durch das vorbeschriebene Geflecht an Organisationen, Instituten, Einrichtungen etc. vermittelt –, übertüncht werden. Bezeichnend ist sein Ausspruch: „Je dünner die Legitimität [ihres politischen Handelns], umso dicker der Glibber der PR.“
Die geschilderte Gefahr liegt nicht darin, sich im Euro-Währungsraum zu bewegen. Sie liegt darin, dass infolge mangelnder demokratischer Kontrolle politisch einer Gesinnungsethik und nicht einer Verantwortungsethik gefolgt wird. Damit einher ginge eine Abgehobenheit von den Realitäten des täglichen Lebens der Bürger und Unternehmen. Das führte kurz über lang zu einer Schwächung des Euros im Währungskonzert. Ein Risiko erwüchse dann eher daraus, dass es nicht sicher ist, ob der Währungsraum „Euro“ eines Tages zerbricht, zum Beispiel dadurch, dass im Konzert mit anderen Währungen die derzeit ohnehin angekratzte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Europäischen Union noch weiter geschwächt würde und der Euro fortgesetzt an Wert verlöre. Letzteres erleichterte das Auseinanderbrechen der Europäischen Union, die Eigeninteressen der Mitgliedsländer träten wieder stärker hervor.
Dieses Auseinanderbrechen der Europäischen Union ist derzeit unwahrscheinlich, aber denkmöglich als Folge von: fortgesetzter Wirtschaftsschwäche; weiter zunehmender Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Zunahme nationalkonservativer bis rechtsextremer Haltungen; fortgesetztem „Rütteln an den Ketten“ seitens ehemaliger UdSSR-Bruderstaaten; fortgesetzter Aufnahme neuer Mitgliedsländer speziell aus dem Balkan und dem ehemaligem UdSSR-Einflussbereich (Serbien, Ukraine); gravierenden, von den Bevölkerungen der Mitgliedsstaaten nicht mitgetragenen außen- und innenpolitischen Entscheidungen.
Bräche die EU, so bräche spätestens dann auch der Euro; im Übrigen weist die Geschichte der Währungsunionen auf deren Brüchigkeit hin: sie halten in der Regel nicht lange. Den Anleger zwingt unter anderem auch dies beizeiten zu überlegen, in welcher Währung er außerhalb des Euroraumes investieren soll. Angesichts des unsicheren Status des US-Dollars als Weltwährung ist dies eine herausfordernde Frage. Sie stellt sich glücklicherweise derzeit nicht, sondern taucht nur schemenhaft als Denkmöglichkeit am Horizont einer eher ferneren Zukunft auf. Aber: sie taucht auf und kann blitzesschnell elefantengroß im Raum stehen.
FAZIT: die Europäische Union birgt für den Anleger derzeit nur am Zukunftshorizont sich abzeichnende Risiken. Sie entspringen u.a. daraus, dass die EU weniger aus der Position der Stärke als eher aus der der Schwäche handelt. Im Vergleich zur Situation des Kalten Krieges und damit zur Gründerzeit der EU-Vorläufereinrichtungen, in der es nur einen wirtschaftsmächtigen geopolitischen Spieler und gleichzeitigen Verbündeten – die USA – gab, steht die Europäische Union heute zwischen zwei Wirtschaftsblöcken: dem des USA-geführten Westens und dem des sog. globalen Südens. Das erzeugt Druck, allzumal Zeitdruck, treibt die EU an und lässt sie, will sie nicht aufgerieben werden, nach Machtvergrößerung durch Zentralisierung streben – ein Demokratierisiko ersten Ranges, damit in der weiteren Folge ein Wirtschafts- und letztlich Veranlagungsrisiko.
Grundsätzliches zur Währungsspekulation
Währungs-Spekulation ist ein äußerst schwieriges, glitschiges, hochriskantes Geschäft, bedarf langjähriger Erfahrung, tagtäglicher Marktbeobachtung und eines guten Magens: Schocks und erratische Marktbewegungen müssen ausgehalten werden – psychisch und finanziell. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Währungsspekulanten im deutschsprachigen Raum ist Folker Hellmeyer (Hellmeyer-Website, Hellmeyer-Kurzportrait (Goldseiten), Hellmeyer auf Netfonds usf.).
Zweck der Währungsspekulation?
Wie bei den Warenoptionsmärkten dient auch der Währungsoptionsmarkt dazu, sehr starke Schwankungen im Wert einer Währung (Devise) zu verhindern: sehr starken Verteuerungen oder Verbilligungen einer Währung im Devisenmarkt (Währungs- oder FOREX-Markt) wird so gegengesteuert. Dafür sorgen die vielen Marktteilnehmer, von denen ein Teil den künftigen Wert einer Währung (Devise) höher, der andere diesen Wert tiefer einschätzt. Dies führt dazu, dass sich eine Art mittlerer Wert für diese Währung einstellt. Währungsoptionsmärkte sind rund um den Globus nahezu 24/7, also nahezu täglich rund um die Uhr, offen (Warenoptionsmarkt, Optionen im Freihandel).
Anders ausgedrückt: Die Spekulanten sichern sich mit ihrem Engagement gegen das Risiko eines Währungsverfalls oder eines Währungsanstiegs ab. Währungsanstiege sind ein Risiko für Käufer auf Warenmärkten, Währungsabwertungen sind ein Risiko für Verkäufer auf Warenmärkten. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Dienstleistungen im internationalen Dienstleistungsaustausch. Die gegenläufigen Interessen auf dem Währungsoptionsmarkt „mitteln“ sich aus.
Allgemein gesprochen handelt es sich bei den Geschäften auf Optionsmärkten um Absicherungsgeschäfte oder Hedging.
Nochmals anders ausgedrückt: Auf aggregiertem Niveau (Makroebene) sorgt der Währungsoptionsmarkt für die Stabilität einer bestimmten Währung im Konzert der anderen Währungen im Devisen- resp. Währungsmarkt (Kassa- oder Spot-Markt, das Pendant zum Optionsmarkt).
Eine stabile Währung ist für die Volkswirtschaft, in deren Bereich diese Währung als Zahlungsmittel dient, eine Lebensnotwendigkeit für das optimale Funktionieren der volkswirtschaftlichen Grundvorgänge Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Erratische Schwankungen im Währungs- oder Devisenmarkt erschweren auf der Ebene der Unternehmen (Mikroebene) innerhalb und außerhalb einer Volkswirtschaft erheblich Kalkulationen mit Sicht auf künftig geplante Käufe und Verkäufe. Erratische Schwankungen einer Währung schwächen die Wirtschaftsleistung der zugehörigen Volkswirtschaft, eine stabile Währung fördert sie. Dies gilt auch für Volkswirtschaften außerhalb des entsprechenden Währungsraumes, sofern sie mit dieser Volkswirtschaft handelnd in Verbindung stehen.
FAZIT: Währungsoptionsmärkte sind für das Wirtschaftsgeschehen im Konzert der verschiedenen Volkswirtschaften überlebenswichtig.
Die heilige Trias
Diese Zusammenhänge bleiben in der Regel für Otto Normalverbraucher genauso verborgen wie die Bedeutung der nicht-demokratisch agierenden Zentralbanken, die mit ihren Zinsentscheidungen tief in das Wirtschaftsleben und somit in das Alltagsgeschehen der Menschen eingreifen. Warenmärkte, Währungsmärkte und Zentralbanken sind in einem fortlaufenden Marktgeschehen untrennbar und maßgeblich untereinander verbunden. Dabei modulieren und moderieren die Zentralbanken über den Zinssatz die Abläufe in Waren- und Währungsmärkten und den zugehörigen Optionsmärkten.
Für Otto Normalverbraucher sind Spekulanten auf diesen Märkten in aller Regel ganz, ganz böse Subjekte, die sich mit ihren Spekulationsgewinnen die Taschen vollstopfen.
Wer sind diese Subjekte auf Währungsoptionsmärkten?
Auf Währungs- und Währungsoptionsmärkten agieren in großer Zahl Staatsstellen, staatliche und private Pensionsfonds, multinationale und andere Unternehmen, Finanzinstitute (Banken u.a.), Hedgefonds u.a.
Otto Normalverbraucher verkennt in aller Regel den Sinn dieser Märkte und die Rolle der Spekulanten dort; denn:
Die Währungsoptionsmärkte zeichnen für das Wohl und Wehe im höchstpersönlichen Alltagsleben des kleinen Mannes auf der Straße verantwortlich, indem sie für relative Währungsstabilität sorgen. Doch Märkte sind keine Subjekte. Somit sind präzise gesprochen nicht „die Märkte“, sondern die Teilnehmer an Währungsoptionsmärkten – also die risikoübernehmenden Spekulanten – für das Wohl und Wehe von Otto Normalverbrauchers alltäglichem Leben verantwortlich.
Daher lässt sich interpretieren: In der Erhaltung der Währungsstabilität liegt der soziale Sinn der Spekulation. Dabei dient der Spekulationsgewinn als Entgelt für die risikobehaftete Sorge um eine stabile Währung.
Es kommt zu einem „paradoxen“ Effekt: die Befriedung der Einzelinteressen der Subjekte, den Spekulanten, trägt vermittels des Marktgeschehens zur Optimierung des Gemeinwohls bei.
Die Umsätze in Devisen- und Währungsoptionsmärkten sind die größten weltweit und erreichen täglich Milliarden bis Billionen von Währungseinheiten. Im Jahr 2022 wurden allein im Devisenmarkt täglich durchschnittliche Umsätze in Höhe von 7,5 Billionen US-Dollar gehandelt. Zu beachten ist, dass dabei immer Währungspaare gehandelt werden und zudem die Umsätze „doppelt“ anfallen: als Verkaufs- und als Kaufpreis in Summe. Das plustert das tägliche Handelsvolumen ordentlich auf.
Was für die Währungsoptionsmärkte gilt, gilt ebenso für die Warenoptionsmärkte: es geht um die Stabilisierung von in großen Mengen gehandelten Waren wie Weizen, Schweinehälften Orangensaft, Kaffee und vieles andere mehr. Die aufgezählten Waren stehen für solche, die für die Bevölkerungen hohe Bedeutung haben.
Wozu Optionsmärkte gut sind
Aber es gibt doch nach wie vor Preissprünge auf den Warenmärkten, von erratischen Ausschlägen an den Devisenmärkten war auch schon die Rede: wie passt das ins Bild?
Ohne die Terminbörsen wären die Ausschläge um einiges stärker, die Preise höher.
Drei Beispiele dazu:
#1 Hitler verbot die große Bremer Kaffeebörse. Daraufhin sicherte sich der Großhandel gegen Preisanstiege bei Kaffee ab, indem er von Haus aus deutlich höhere Preise für den Handel, die Geschäfte, einforderte. Resultat war der berühmt-berüchtigte Blümchenkaffee: die Konsumenten sparten am Kaffee, indem sie möglichst wenig davon zum Aufbrühen verwandten, also sah man durch den dünnen Kaffee das Blümchen am Grund der Kaffeetasse.
# 2 Waren, die nicht abgesichert werden können, weisen größere Preissprünge und höhere Preise auf; bremsend auf den Warenpreis (Aktienpreis, Devisenkurs) wirkt allein die Konkurrenz oder eine schwache Nachfrage oder ein überreichliches Angebot.
# 3 Die erste Warenoptionsbörse wurde 1848 in Chicago gegründet. Hintergrund war der bereits gewachsene Welthandel mit Waren, die großteils noch mit Segelschiffen über die Weltmeere transportiert wurden. Zwar befuhren die ersten Dampfschiffe Ende der 1830er Jahre den Atlantik, doch die eigentliche Verdrängung des Segelschiffs als Transportmittel setzte erst ab den 1870er Jahren ein.
Die Notwendigkeit, sich gegen den Verlust der Waren infolge Schiffuntergangs zu schützen oder sich überhaupt vor unerwarteten Preisveränderungen während der langen Schiffsfuhren abzusichern, führte zur Einrichtung der Chicagoer Warenbörse (Chicago Board of Trade), 1848 zunächst als Kassen- oder Spotmarkt, 1864 dann als Warenterminmarkt. Fortan konnten Käufer und Verkäufer Warenpreise vereinbaren für Warenlieferungen in ein, zwei, drei, sechs Monaten, was die Sicherheit der unternehmerischen Kalkulation erheblich erhöhte, da nun die Preisrisiken nicht von den Warenverkäufern und -käufern selbst, sondern von den Spekulanten übernommen wurden. Es entstand eine hochspezialisierte Zunft von Spekulanten, darunter viele Versicherungen.
Die Spekulanten hatten die Zeit und die Informationsmittel, sich über Warenpreisänderungen am Warenursprungsort und über Transportverzögerungen oder Schiffsunfälle zu informieren. Schlechte Kaffee- oder Kakao-Ernten, transportverzögernde Windflauten oder Schiffsunglücke blieben für sie kein Geheimnis, entsprechend diesen Informationen disponierten sie am Warenterminmarkt ihre Preisvorstellungen, doch in der Vergangenheit geschlossene Warenpreise für eine bestimmte Ware zu einem bestimmten Termin blieben davon unberührt.