Tagesblick – 27.11.2025 Donnerstag

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FAZIT DES TAGES ULTRAKURZ – oder: Nachrichten aus dem irrwitzigen Weltzirkus

  • ISRAEL-HAMAS-HISBOLLA-KRIEG: Weitere Geplänkel im Gazastreifen (Terroristen getötet) und Westjordanland (Anti-Terror-Aktion verletzt Palästinenser).
    Zwei tote Geiseln an Israel übergeben, Israel fordert die Übergabe der letzten beiden.
    Verhandlungen der Nahost-Vermittler in Kairo.
    Abgefangen: Waffenschmuggel mit Drohne über die jordanische Grenze.
    Schwieriges Unterfangen: deutscher Außenminister fordert Entwaffnung der Hamas.
  • UKRAINE-KRIEG: Weiter rasende Meldungsflut ohne nennenswert Neues: zahlreiche Äußerungen von westlichen und ukrainischen Politikern (unverbrüchliche Ukraine-Unterstützung, Beharrung auf bekannte Positionen), relativ wenige von russischer Seite (Beharrung auf bekannte Positionen). – COMMENTs  
    Umfangreicher Bericht und Analyse: Witkoff und andere Themen – COMMENTs
    Trump will Selenskyj erst treffen, wenn Ukraine-Russland-Dokument unterschriftsreif ist, so die Meldung gestern.
    Ukraine-Politik Trumps spaltet Regierung in pro-ukrainische (Rubio und Anhänger) und pro-russische (Vance und Anhänger) sowie die Republikaner.
    Umfragen: Deutsche billigen 28-Punkte-Plan ebenso wenig wie US-Amerikaner.
  • USA: Schüsse auf junge Nationalgardisten in Washington, Täter aus Afghanistan.
  • HONGKONG: Brandhölle fordert Opfer.
  • SYRIEN: Sorge vor aufflammender Gewalt gegen Alawiten.
  • EUROLAND: Auto-Neuzulassungen nehmen deutlich zu.
  • DEUTSCHLAND – Umfragen mit COMMENTs
  • ÖSTERREICH: Black Friday, Black Week: Händlerschmäh wie im Mittelalter.
    Regierung beschließt Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen.
    Neue Energie-Entlastungen sollen kommen.
    Taxler-Proteste in Wien.
    Unbefugte im Schulgebäude: Klagenfurter Volksschule sperrt Eingangstüre.
    Bleiburger Werner Berg-Museum präsentiert Ausstellungsbuch in Wien.
  • Weitere COMMENTS vorhanden

MÄRKTE – Zinshoffnungen ziehen DJI und DAX nach oben – COMMENT

MARKTRELEVANTES – Deutschland: Rentenpläne und Wasserstoff-Quote: das wird teuer.

REPORT – Börsenampel wieder „grün“. Robuste US-Wirtschaftsdaten. Überraschend starke Industrieproduktion in Russland. Schwächelnder deutscher Arbeitsmarkt, geringere EU-Beiträge für Deutschland. – COMMENTs

WIRTSCHAFTSMELDUNGEN IM ÜBERBLICK mit Comments – Gemischt für die USA, düster für Europa

THEMENREIGEN – MEDIZIN: Steigende HIV-Infektionen weltweit trotz weitergehenden US-Zahlungen. Endometriose & CO: Medizin „frauenfeindlich“. Bauspeicheldrüsenkrebs: Vorläufersymptome. Ernährungsumstellung fängt im Kopf an. BILDUNG: KI und Studiunm.

UNTERNEHMEN

  • Deutsche Telekom
  • Flughafen Wien

Viel Stoff – Nutze die Suchfunktion!

Apropos Weltzirkus: Zirkus ist was für Kinder und Junggebliebene, Staunen und Lachen über die Clowns! Im Weltzirkus tummeln sich viele Zauberkünstler und Clowns. Lachen wir also, Lachen ist die beste Medizin gegen Depressionen. 

EMPFEHLUNG

INFORADIO als Nachrichtensender am laufenden Band ist mit einem DAB-fähigen Radio zu empfangen. Es wird betrieben von RTR – KommAustria.

Das INFORADIO ist eine wertvolle Ergänzung zu anderen Agenturmeldungen und zum ORF.

Dazu allerdings ca. 15 bis 20 Minuten Zeit für konzentriertes Zuhören einplanen.

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Was denkt „das Volk“? Wer über gute Nerven und über argumentativ gefestigte Einstellungen verfügt sowie sich darüber informieren möchte, was die Hirne und Herzen der Menschen bewegt, der schaue auf X(Twitter) und Bluesky. Sehr aufschlussreich, aber bitte: Warm anziehen und Brechschale vulgo Speibeimer bereithalten!

MÄRKTE

DJI – BAHA *** DJI – KGV *** Rendite 10-jg. US-Anleihen

DAX Deutsche Börse *** DAX – KGV *** Rendite 10-jg. Bundesanl. *** Euro-Bund Futures

COMMENT: Das Rauschmittel Geld wird in den USA – vielleicht, vielleicht – billiger. Das benebelt die Sinne der Anleger, und – hui! – aufwärts geht’s. In Europa kommen Hoffnungen mit Blick auf die Ukraine auf: Wiederaufbau, welch‘ ein Geschäft! DAS Jahrhundertgeschäft steht vor der Türe. Schauen wir mal.

Charttechnisch hat der DAX am Montag gerade noch die Kurve gekratzt und ist lehrbuchgemäß an der unteren Grenze der seit Frühsommer währenden Widerstandszone nach oben abgeprallt (blaue Linie). Er hat damit die Hälfte der jüngsten Talfahrt wieder wett gemacht. Das ist eine kritische Marke. Geht es von dort aufwärts, dann ist der Weg frei für weitere Anstiege. Die ungezählten Börsenblättchen fragen sich schon, ob die Jahresendralley nun endlich kommt.

Geht es allerdings abwärts, dann …

Davon ist zunächst nicht auszugehen: die fundamentalen Hoffnungserwartungen (Ukraine, Zinssenkung) halten Abwärtstendenzen im Zaum. Und Geld in der Kasse der Kurzfristspekulanten dürfte nach den jüngsten Abverkäufen genügend vorhanden sein. Na denn!

07:15MÄRKTE ASIEN/Börsen folgen freundlicher Vorgabe der Wall Street258Dow Jones News
06:33EUREX/DAX-Future im frühen Handel knapp behauptet348Dow Jones News
06:33EUREX/Bund-Future im Frühhandel wenig verändert302Dow Jones News
MiNACHBÖRSE/XDAX +0,1% auf 23.745 Pkt – OHB ziehen mächtig an1.003Dow Jones News
MiMÄRKTE USA/Neuerliche Zinsspekulation hievt Börsen weiter nach oben761Dow Jones News
MiAktien New York Schluss: Weitere Gewinne vor ‚Thanksgiving‘737dpa-AFX
MiDevisen: Euro im US-Handel knapp unter 1,16 US-Dollar647dpa-AFX
MiMÄRKTE EUROPA/Kursrally dank neuer US-Zinssenkungsfantasie581Dow Jones News
MiAktien Wien Schluss: ATX schließt so hoch wie noch nie476dpa-AFX
MiXETRA-SCHLUSS/Erneuerte US-Zinsfantasie treibt DAX406Dow Jones News
MiAktien Schweiz weiter mit Rückenwind388Dow Jones News
MiAktien Europa Schluss: Weitere Gewinne dank Ukraine-Fortschritten436dpa-AFX
MiUS-Anleihen: Leichte Kursverluste429dpa-AFX
MiDax legt kräftig zu – Finanztitel besonders gefragt448dts Nachrichtenagentur
MiAktien Frankfurt Schluss: Anleger honorieren Ukraine-Fortschritte395dpa-AFX
MiDeutsche Anleihen: Leichte Kursverluste343dpa-AFX

Marktrelevant für Deutschland: Rentenpläne und Grüngas-Quote (grüner Wasserstoff) – Deutsche Wirtschafts-Nachrichten, 27.11.2025

Aus der Wirtschaft kommt harte Kritik an den Rentenplänen der Bundesregierung, die für die Stabilisierung des Rentenniveaus sorgen sollen. Im Mittelpunkt stehen dabei Finanzierbarkeit und Generationengerechtigkeit. Aber auch in den politischen Reihen gibt es jede Menge Widerstand. Die Einzelheiten zur Kritik.

Die Bundesregierung plant eine Quote, um die schleppende Wasserstoffwirtschaft in Deutschland auszubauen. Unternehmen sollen verpflichtet werden, umweltfreundliche Gase in das Gasnetz einzuspeisen. Doch die Grüngas-Quote für grünen Wasserstoff sorgt für immense Mehrkosten – vor allem für die Verbraucher.

GESELLSCHAFTSSEISMOGRAPH BÖRSEN

findet sich am Ende des Tagesblicks und wurde am 19.11.2025 aktualisiert.

Interessensverband der Anleger bietet Mitgliedschaften an

HINWEIS: Dieser Verband vertritt Anlegerinteressen in Österreich, eine Mitgliedschaft ist zwar grundsätzlich empfehlenswert, muss aber nicht sein; sie lohnt sich erst bei entsprechend großem Depot.

IVA Interessenverband für Anleger
Feldmühlgasse 22, A-1130 Wien
Tel: 01 876 33 43
Webpage: www.iva.or.at
anlegerschutz@iva.or.at

HELLMEYER-REPORT (Märkte u.a.m.)

  • Märkte: „Thanksgiving“ in den USA: „Pute und Frieden“- DAX Börsenampel „grün“
  • Deutschland: Ein Blick auf Stellenabbau
  • Deutschland: IFO-Beschäftigungsbarometer schwächer
  • Deutschland größter EU-Nettozahler
  • Robuste US-Wirtschaftsdaten (Arbeitsmarkt, Aufträge)
  • Unerwartet starke Industrieproduktion in Russland – COMMENT im PDF
  • Kein Hellmeyer Report vom 28.11. bis zum 02.12.2025!

Hier den Hellmeyer Report lesen!

ZENTRALBANKEN

WIRTSCHAFTSMELDUNGEN IM ÜBERBLICK

MiBeige Book: Wirtschaftliche Aktivität kaum verändert COMMENT: wie jammern wir die US-Wirtschaft krank, damit wir einen Grund haben für eine Zinssenkung im Dezember und so aus der Schusslinie von Trump kommen. Alles klar?

Die Friedhofsdaten liefern da schon brav die Munition.
Die neuen Daten – Aufträge, Arbeitslosenanträge – sprechen allerdings eine andere Sprache: Zinsen gleich lassen.
Man darf gespannt sein.

Apropos Arbeitsmarkt: Hellmeyer referiert im heutigen Report über sich verschlechternde Arbeitsmärkte in einzelnen US-Bundesstaaten. An anderer Stelle klagt er über die mangelnde Seriosität der US-amerikanischen Arbeitsmarkt-Statistiken.
Dow Jones News
MiÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
MiLane: EZB will Inflation ex Energie bei 2 Prozent sehenDow Jones News
MiUS-Rohöllagerbestände überraschend gestiegenDow Jones News
MiChicagoer Einkaufsmanagerindex fällt im November deutlich zurück COMMENT: das ist eine Einschätzung. Aber sie beflügelt Zinssenkungsfantasien.Dow Jones News
MiUS-Aufträge für langlebige Güter steigen im SeptemberDow Jones News
MiErstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe überraschend auf 216.000 gesunken COMMENT: Niedrigster Stand seit April 2025. Der US-Arbeitsmarkt erweist sich als robust.Dow Jones News
MiUSA: Auftragseingänge langlebiger Güter steigen wie erwartetdpa-AFX
MiUSA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unerwartet gesunkendpa-AFX
MiÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
MiIWF: Deutsche Wirtschaft wächst 2027 um 1-1/2 ProzentDow Jones News
MiDIW-Konjunkturbarometer steigt im November leichtDow Jones News
MiEZB teilt bei Dollar-Tender 26,5 Millionen zuDow Jones News
MiEZB/De Guindos: Bisher keine Übertragung höherer französischer SpreadsDow Jones News
MiEZB warnt vor Korrektur an Finanzmärkten COMMENT: Spät, aber doch. Vermutlich zu spät. Siehe COMMENT unter MÄRKTE.Dow Jones News
MiIAB-Arbeitsmarktbarometer erholt sich im November leichtDow Jones News
MiÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
MiIfo-Beschäftigungsbarometer sinkt im NovemberDow Jones News
MiPRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, BranchenDow Jones News
DiÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
DiStimmung der US-Verbraucher im November stark eingetrübtDow Jones News
DiUSA: Verbrauchervertrauen trübt sich stärker als erwartet eindpa-AFX
DiUS-Erzeugerpreise ziehen im September moderat anDow Jones News
DiUmsätze der US-Einzelhändler steigen im September leichtDow Jones News
DiUSA: Preisauftrieb bei Erzeugern bleibt hoch – Nur Kernrate geht etwas zurückdpa-AFX
DiUSA: Einzelhandelsumsätze steigen weniger als erwartetdpa-AFX
DiÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
DiEZB teilt bei 91-tägigem Repo-Geschäft 3,576 Milliarden Euro zuDow Jones News
DiBanken fragen 0,538 Milliarden Euro mehr EZB-Liquidität nachDow Jones News
DiEZB prüft Netting-Praktiken der Deutschen Bank – ZeitungDow Jones News
DiÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
DiDeutschland: Importe von Böllern und Raketen steigen auf Rekordniveaudpa-AFX
DiAuftragseingang im Bauhauptgewerbe steigt im September kräftigDow Jones News
DiDeutsches BIP stagniert im 3. Quartal – Exporte bremsenDow Jones News
DiIfo-Exporterwartungen sinken im NovemberDow Jones News
DiPRESSESPIEGEL/Unternehmen: DEUTSCHE BANK/EZB, REVOLUT, GENOSSENSCHAFTSBANKENDow Jones News

ISRAEL-IRAN-HAMAS-HISBOLLAH-KRIEG

ISRAEL-IRAN-KRIEG im n-tv Liveticker

ISRAEL – NAHOST-KONFLIKT im n-tv Liveticker

ISRAEL – NAHOST-KONFLIKT im FAZ-Liveblog

Chronologisch absteigend, jüngste Meldungen zuoberst:

Donnerstag, 27. November 2025

Geplänkel im Westjordanland verletzt Palästinenser

Bei einem großangelegten Einsatz israelischer Sicherheitskräfte im Westjordanland sind palästinensischen Angaben zufolge mehrere Palästinenser verletzt worden. Israels Einsatzkräfte hätten in der Nähe der Stadt Tubas zehn Einwohner „heftig geschlagen“, meldeten die palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond sowie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Vier seien in eine Klinik gebracht worden. Israels Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Großeinsatz Israels im Westjordanland verletzt mehrere Palästinenser

Bei einem großangelegten Einsatz israelischer Sicherheitskräfte im Westjordanland sind palästinensischen Angaben zufolge mehrere Palästinenser verletzt worden. Israels Einsatzkräfte hätten in der Nähe der Stadt Tubas zehn Einwohner „heftig geschlagen“, meldeten die palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond sowie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Vier seien in eine Klinik gebracht worden. Israels Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Zuvor hatte das israelische Militär mitgeteilt, die Armee, der Inlandsgeheimdienst Schin Bet sowie Israels Grenzpolizei hätten in der Nacht im Rahmen einer „umfassenden Anti-Terror-Operation“ einen Einsatz im Norden des Westjordanlands begonnen. Später hieß es, zu Beginn des Einsatzes habe Israels Armee Angriffe aus der Luft ausgeführt, „um das Gebiet zu isolieren und unter Kontrolle zu halten“. Sicherheitskräfte hätten dann Dutzende Gebäude durchsucht und Verdächtige befragt, teilte das Militär mit.

Palästinensische Medien berichteten, betroffen seien Tubas und mehrere Nachbarorte. Israelische Einsatzkräfte hätten dort Bewohner aufgefordert, zeitweise ihr Zuhause zu verlassen. Schulen und Geschäfte blieben in der Gegend vorerst geschlossen. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Palästinensischer Gefangenenclub wurden rund 60 Palästinenser für Befragungen vorübergehend festgenommen.

Mittwoch, 26. November 2025

Tote Geisel an Israel zurückgegeben

Die Leiche einer weiteren israelischen Geisel ist nach der Übergabe im Gazastreifen in einem forensischen Institut in Tel Aviv identifiziert worden. Die Familie der Geisel Dror Or sei informiert worden, dass ihr Angehöriger nach Israel zurückgebracht worden sei, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Man sei fest entschlossen, auch die beiden letzten verbliebenen Geiseln zurückzuholen. Darunter ist auch ein Thailänder, der bei dem Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 aus Israel entführt worden war. 

Der damals 48-jährige Dror Or war während des Massakers im Kibbuz Beeri getötet und seine Leiche in den Gazastreifen verschleppt worden. Auch seine Frau Jonat wurde ermordet. Zwei ihrer drei Kinder waren in den Küstenstreifen entführt und später im Rahmen eines Deals mit der Hamas wieder freigelassen worden. Die Terrororganisation Islamischer Dschihad hatte zuletzt mitgeteilt, die Leiche des Vaters sei im zentralen Abschnitt des Gazastreifens gefunden worden. 

Israel beginnt Anti-Terror-Einsatz im Westjordanland

Israel hat nach eigenen Angaben einen neuen Militäreinsatz im Westjordanland begonnen. Im Norden des israelisch besetzten Palästinensergebiets sei ein „groß angelegter Anti-Terror-Einsatz“ gestartet worden, teilten Israels Militär und Geheimdienst am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit. Er sei nicht Teil der im Januar eingeleiteten „Anti-Terror-Operation“, die vorrangig Verdächtige in Flüchtlingslagern ins Visier nahm, sondern es handele sich um einen „neuen Einsatz“, erklärte die Armee auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Seit dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen ist auch die Gewalt im Westjordanland eskaliert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Ramallah wurden seitdem mehr als tausend Palästinenser im Westjordanland getötet, darunter auch bewaffnete Angreifer. Im gleichen Zeitraum wurden nach israelischen Angaben mehr als 40 Israelis bei palästinensischen Anschlägen getötet.

Dienstag, 25. November 2025

Aus Hamas-Tunnel hervorgekommen: Israelische Soldaten töten Palästinenser im Gaza-Streifen und finden bei ihnen Schusswaffen und Munition

Israelische Soldaten haben nach Militärangaben im Süden des Gazastreifens fünf bewaffnete Palästinenser getötet. Der Vorfall habe sich im Osten der Stadt Rafah ereignet, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Bei einem Sucheinsatz in dem Gebiet hätten die Truppen „fünf bewaffnete Terroristen identifiziert und ausgeschaltet“. Diese seien offenbar aus einer „unterirdischen Terror-Infrastruktur“ herausgekommen. „Israelische Truppen im Südkommando bleiben gemäß der Waffenruhe-Vereinbarung stationiert und werden weiterhin tätig sein, um jede unmittelbare Bedrohung zu beseitigen“, hieß es weiter. Die Armee veröffentlichte Bilder von Schusswaffen und Munition, die bei den Männern gefunden worden seien. 

Treffen von Nahost-Vermittlern in Kairo zu Beratungen

Die Nahost-Vermittler Ägypten, Qatar und Türkei haben sich am Dienstag zu Beratungen über die zweite Phase des US-Friedensplans für den Gazastreifen in Kairo getroffen. An dem Treffen in der ägyptischen Hauptstadt nahmen die Geheimdienstchefs Ägyptens und der Türkei teil, wie der Sender Al-Kahera News berichtete. Aus Qatar war demnach Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman al-Thani angereist.

Der Sender berichtete, dass die Delegationen über die Zusammenarbeit mit den USA beraten hätten, „um die erfolgreiche Umsetzung der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens“ zwischen Israel und der islamistischen Hamas sicherzustellen. Neben den USA fungieren alle drei Länder sowohl als Vermittler als auch als Sicherheitsgaranten für das Abkommen. Laut Al-Kahera News ging es bei dem Treffen um die „Überwindung von Hindernissen und die Begrenzung von Verstößen, um die Waffenruhe aufrechtzuerhalten“. Die Vermittler einigten sich demnach darauf, „die Koordinierung und Zusammenarbeit“ mit dem von den USA und ihren Verbündeten im Süden Israels eingerichteten Zentrum zur Überwachung der Waffenruhe zu verstärken. 

Deutscher Außenminister mahnt Israel, mehr jumanitäre Hilfe im Gaza-Streifen zuzulassen

Außenminister Johann Wadephul fordert die israelische Regierung auf, mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu lassen. Selbst wenn gut sechs Wochen nach der Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas wieder mehr Lebensmittel in den Gazastreifen kämen, fehle es vor dem Winter weiterhin an Zelten und medizinischer Ausrüstung, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem jordanischen Kollegen Aiman al-Safadi in Berlin. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Al-Safadi sagte, die Situation der Menschen im Gazastreifen habe sich zwar verbessert. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet sei aber immer noch sehr schwierig. Mehr als 90 Prozent der Menschen dort bräuchten humanitäre Hilfe zum Überleben. Er appellierte an Israel, den Waffenstillstand einzuhalten. Dies sei fundamental, um Frieden und Stabilität zu erreichen. 
Zudem fortert Wadephul die arabischen Staaten auf, bei der laut UN-Resolution vorgesehenen Entwaffnung der Hamas ihren Einfluss auf die islamistische Palästinenserorganisation geltend zu machen. Die Hamas müsse „einsehen, dass der bewaffnete Kampf vorbei ist“. Dazu bedarf es „eines politischen Drucks, auch von arabischer Seite“.

Die Frage der Entwaffnung der Hamas sei „eine der kompliziertesten Fragen“ im Zusammenhang mit der Zukunft des Gazastreifens. „Das war von vornherein klar“, sagte Wadephul. Allerdings bestehe derzeit die Gefahr, dass die Hamas „in einem großen Teil des Gazastreifens die Macht eher konsolidiert“. Dies dürfe die internationale Gemeinschaft „nicht zulassen“. 

Unwetter in Israel sorgen für Überschwemmungen

Heftige Regenfälle in Israel und den palästinensischen Gebieten haben auch im weitgehend zerstörten Gazastreifen für starke Überschwemmungen gesorgt. Palästinensische Medien berichteten, viele in provisorischen Zeltlagern untergebrachte Menschen in dem Küstenstreifen seien von den harten Wetterbedingungen besonders betroffen. 

In Videos und auf Bildern war zu sehen, wie Palästinenser sich zwischen überschwemmten Zelten bewegten und versuchten, das Wasser zu entfernen. Ein Hamas-Sprecher rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, ernsthafte Schritte zur Unterstützung der rund zwei Millionen Menschen in dem verwüsteten Gebiet zu unternehmen. Der Winter habe begonnen, dies verschlimmere das Leid der vielen Vertriebenen auf unerträgliche Weise. 

Weitere tote Geisel wurde an das Rote Kreuz übergeben

Am Dienstag ist eine weitere Leiche im Gazastreifen an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz übergeben worden. Das teilte die israelische Armee mit. Es handelt sich mutmaßlich um die Leiche einer am 7. Oktober 2023 verschleppten Person.

Der „Palästinensische Islamische Dschihad“ (PIJ), die nach der Hamas zweitgrößte bewaffnete Organisation dort, hatte am Montag mitgeteilt, man habe bei Grabungsarbeiten in Nusseirat in der Mitte des Gazastreifens eine Leiche gefunden. Israels Regierung verlangte die unverzügliche Übergabe, wie das Gazaabkommen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump es vorsieht. Nach der Entgegennahme der sterblichen Überreste durch die Armee sollten sie zur Identifikation in ein Labor gebracht werden. Die Leichen dreier Entführter befanden sich zuletzt noch im Gazastreifen. 

UN besorgt über Zunahme israelischer Angriffe im Libanon

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen hat sich besorgt über zunehmende israelische Angriffe auf Ziele in Libanon geäußert. Damit einher gingen „alarmierende Drohungen“ einer breiteren Offensive, teilte die UN-Organisation am Dienstag in Genf mit. Sie kritisierte die hohe Zahl ziviler Opfer von allein 127 Getöteten seit Inkrafttreten der Waffenstillstandsvereinbarung vor einem Jahr und verlangte nach einer internationalen Untersuchung.

Insbesondere erinnerte das Büro an die Bombardierung des Flüchtlingslagers Ain al-Hilweh vergangene Woche im Südlibanon. Dabei starben mindestens 13 Personen, darunter elf Kinder. Bei allen bekannten Getöteten handelte es sich um Zivilisten. Weiter warf die UN-Einrichtung Israel vor, den Wiederaufbau in Südlibanon und die Rückkehr von Flüchtlingen zu behindern. Sie verwies auf den Angriff auf eine Baustofffabrik in Ansar am 16. November. Israel habe zudem mit dem Bau einer Mauer begonnen, die libanesisches Territorium schneide und es unzugänglich für die Bevölkerung mache.

Menschenrechtskommissar Volker Türk rief die beteiligten Parteien auf, das Waffenstillstandsabkommen einzuhalten und auf beiden Seiten die Menschenrechte zu respektieren. Daneben verlangte er, die Verantwortlichen für Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen.

Papamobil wird mobile Kinderklinik im Gazastreifen

Das Papamobil, das Papst Franziskus 2014 für seinen Besuch in Bethlehem nutze, ist zu einer mobilen Kinderklinik für den Gazastreifen umgebaut worden. „Es ist mir eine große Freude, dass wir heute hier versammelt sind, um diesen wichtigen Moment zu feiern, in dem das Fahrzeug der Hoffnung für seine neue Mission bereit ist“, sagte der Bischof von Stockholm, Kardinal Anders Arborelius, am Dienstag zum Abschluss der von Caritas Schweden durchgeführten Umbauarbeiten.

Wann die neue Klinik in den Gazastreifen eingeführt werden darf, ist unterdessen ungewiss. Die palästinensische Behörde war durch den Vorsitzenden des Obersten Präsidialkomitees für Kirchenangelegenheiten, Ramzi Khoury, vertreten.

WEITERE ISRAEL-MELDUNGEN

Waffenschmuggel-Drohne abgefangen – Israel News, 27.11.2025

Heute früh haben Soldaten der israelischen Streitkräfte eine Drohne abgefangen, die zehn Handfeuerwaffen über die jordanische Grenze nach Israel transportierte.

COMMENT: solche Meldungen liest man in den Mainstream-Medien nicht. Aber diese Madlung: Israel ist „böse“. Die anderen lokalen Beteiligten? Mit denen verhandelt man, das sind ja „liebe“ Terroristen. Politik, was ist das? Die Kunst des Möglichen … Da muss man offensichtlich manche Krot‘ schlucken. Aber muss man alle Kröten schlucken?

Ohne Propaganda geht es nicht, leider. „Böses“ Israel und israel-nahe Propaganda mit Halbwahrheiten:

URAINE-KRIEG im n-tv Liveticker

Chronologisch absteigend, jüngste Meldungen zuoberst:

Detaillierte Meldungsübersicht. Daraus eine Auswahl:

Donnerstag, 27. November 2025

+++ 09:26 Rutte: Nato-Beitritt der Ukraine nicht von russischen Forderungen abhängig ++

Der Beitritt der Ukraine zum Bündnis hängt laut Nato-Generalsekretär Mark Rutte nicht von russischen Forderungen, sondern von einer einstimmigen Vereinbarung der Mitgliedstaaten ab. „Russland hat weder Mitspracherecht noch ein Vetorecht bei der Frage, wer Nato-Mitglied werden kann“, sagt Rutte gegenüber der spanischen Zeitung El País. Innerhalb des Bündnisses erfordere die Mitgliedschaft jedoch Einstimmigkeit. Rutte fügt hinzu, dass mehrere Nato-Verbündete, darunter die Vereinigten Staaten, den Beitritt Kiews jedoch ablehnen. Die Äußerungen des Nato-Generalsekretärs erfolgten inmitten einer Woche intensiver Diplomatie, nachdem die USA die Friedensgespräche mit einem umstrittenen 28-Punkte-Plan wiederbelebt hatten, der von Europa und der Ukraine als russlandfreundlich kritisiert wird. Moskau behauptet seit Langem, die Nato-Erweiterung habe es in den Krieg gezwungen, obwohl die Ukraine kein Nato-Mitglied ist. Nach dem Einmarsch traten Schweden und Finnland dem Bündnis bei und nannten Russland als Sicherheitsrisiko.

COMMENT: Betreffend die USA war das 2008 beim NATO-Gipfel in Bukarest noch ganz anders: George W. Bush forderte vehement den Beitritt der Ukraine jetzt und sofort in die Nato. Das sollte auf diesem Gipfel beschlossen werden. Merkel war strikt dagegen. Herauskam eine Änderung des schon vor dem Gipfel (!) vorliegenden Abschlusskommuniqués. Nun hieß es unter vielen Punkten des Kommuniqués, die Ukraine werde „irgendwann“ der Nato beitreten.  

Der bei diesem Gipfel anwesende Putin äußerte sich zu dieser Änderung klipp und klar: die mehrfach angekündigten roten Linien seien mit diesem zwar weichen, aber immerhin vereinbarten Kompromiss-Beschluss überschritten.

Heute: USA dagegen, Deutschland dafür. Wie sich die Zeiten ändern! Geschichte kennen ist wichtig, diese Reaktion Russlands und Putins sind im Auge zu behalten, um das Geschehen rund um den Ukraine-Krieg einzuordnen und zu verstehen.

Die Geschichtsvergessenheit der heutigen Ukraine-Politik spricht Bände, um was es „dem Westen“ geht: beinhart um Geopolitik und Wirtschaftsinteressen im „westlichen“ Sinn. Punkt.

Das wird sich vermutlich rächen – wann auch immer.

+++ 08:55 Kiew meldet hohe russische Verluste innerhalb eines Tages +++

Die Ukraine meldet täglich Verluste an Soldaten und Kriegsgerät auf russischer Seite. Den Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge lag die Zahl der getöteten und verletzten Soldaten innerhalb eines Tages bei 1140. Die gesamten Kampfverluste der russischen Streitkräfte seit Beginn des umfassenden Einmarsches in die Ukraine am 24. Februar 2022 belaufen sich einer Mitteilung auf Facebook zufolge auf etwa 1.169.690 Soldaten. Die Angaben Kiews über Verluste der Russen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. Westliche Beobachter halten die Zahlen in der Regel für übertrieben, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen.

+++ 08:30 Moskau meldet Abschuss von 118 ukrainischen Drohnen über Russland +++

Russland ist Medienberichten zufolge in der Nacht erneut mit ukrainischen Drohnen angegriffen worden. 118 Drohnen seien abgeschossen worden, darunter 52 über der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod, melden russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

+++ 07:55 Merkel: Wir alle haben nicht vermocht, diesen Krieg zu verhindern +++

Altkanzlerin Angela Merkel hat sich in der Sendung „phoenix persönlich“ zu Russland, Putin und zum Ukraine-Krieg geäußert. In Bezug auf Putin sagt sie, „dass da eine ernsthafte Gefahr ist, das war mir seit vielen, vielen Jahren klar.“ Geopolitisch habe man es derzeit mit veränderten Gegebenheiten zu tun, aus denen man nur einen Schluss ziehen könne, „dass wir in Europa enger zusammenhalten müssen“. Und, so Merkel: „Gott sei Dank tut Europa das auch heute“. Auch auf den Vorwurf, die ehemalige Bundeskanzlerin hätte die baltischen Staaten und Polen für den Ausbruch des Ukraine-Krieges mitverantwortlich gemacht, da diese 2021 ein von ihr vorgeschlagenes Dialogformat mit Russland blockiert hätten, reagiert Merkel. Sie habe nie Schuldzuweisungen gegenüber diesen Ländern erhoben. Dies sei eine „falsche Auslegung“ dessen, was sie gesagt habe, so die Bundeskanzlerin a.D. „Wir alle haben nicht vermocht, alle, ich, alle anderen haben nicht vermocht, diesen Krieg zu verhindern.“

COMMENT: Merkel und Partner haben in den Minsker Abkommen I und II den Ukraine-Krieg erst quasi vorbereitet. Die Abkommen dienten laut Merkels Aussage im Sommer dieses Jahres dazu, der Ukraine eine Aufrüstung dank westlicher Hilfe zu ermöglichen. Politik, die Kunst des Möglichen – Lügen und Betrügen eingeschlossen.

Estland empört über Aussagen Merkel gibt Balten und Polen Mitschuld an geplatztem Putin-Dialog

 +++ 07:25 Lettland plant Demontage der Eisenbahnstrecke nach Russland +++

Lettland erwägt die Möglichkeit, Teile der Bahnstrecke nach Russland vollständig abzubauen. Die Entscheidung soll Anfang nächsten Jahres fallen. Das berichtet „RBC-Ukraine“ unter Berufung auf das Nachrichtenportal des lettischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, LSM.lv. Demnach will die lettische Regierung bis Ende 2025 einen möglichen Abriss der Eisenbahnlinie an der Ostgrenze des Landes prüfen und dabei die Stellungnahmen der litauischen und estnischen Streitkräfte berücksichtigen. Genauere Informationen über den Rückbau der Eisenbahnlinie sind laut dem lettischen Präsidenten Edgars Rinkēvičs Anfang 2026 zu erwarten.

COMMENT: Wie kurzsichtig und hysterisch ist das denn? In ein paar Jahren wird die Bahnstrecke dann wieder errichtet, wenn Russland wieder Handelspartner geworden sein wird? Ausgeschlossen ist das nicht. Heute so, morgen so.

+++ 06:34 Kanada: Ukraine muss selbst Bedingungen für Frieden festlegen +++

Die kanadische Außenministerin Anita Anand hat die territoriale Integrität der Ukraine für die Bestimmung der Bedingungen eines möglichen Friedens unterstützt. „Nur die Ukraine hat das Recht, die Bedingungen eines gerechten Friedens mit Russland festzulegen“, wird die Ministerin von der staatlichen ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform zitiert. Die endgültigen Entscheidungen in Bezug auf die Ukraine, einschließlich ihrer territorialen Integrität, lägen allein bei der Ukraine, sagt Anand nach einem Treffen mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha am Mittwoch. Kanada wolle die Ukraine und ihre Entscheidungen in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Frieden, Sicherheit und territoriale Integrität unterstützen und dabei die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf Europa und den Rest der Welt berücksichtigen. Anand fügt laut dem Bericht hinzu, dass dieses Thema nächste Woche beim Treffen der Nato-Außenminister in Brüssel intensiv erörtert werde.

+++ 05:55 Merz spricht mit Estlands Regierungschef Michal über Sicherheit an Nato-Ostflanke +++

Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt Estlands Ministerpräsidenten Kristen Michal im Kanzleramt in Berlin. Auf den Empfang mit militärischen Ehren folgt ein Gespräch, bei dem es nach Angaben der Bundesregierung unter anderem um die bilateralen Beziehungen, die Sicherheits- und Verteidigungspolitik an der Nato-Ostflanke und die gemeinsame Unterstützung der Ukraine gehen soll. Gegen 15.00 Uhr ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant. Estland teilt eine rund 300 Kilometer lange Grenze mit Russland und sieht sich durch Moskau unmittelbar bedroht. Das EU- und Nato-Mitgliedsland meldete in den vergangenen Wochen mehrfach das Eindringen von Drohnen oder Militärflugzeugen in seinen Luftraum.

++ 04:48 Frankreich plant neuen freiwilligen Wehrdienst +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will heute seine Pläne für einen neuen freiwilligen Wehrdienst vorstellen. Angesichts der geopolitischen Lage und zunehmenden Bedrohungen sei der ursprünglich geplante nationale Pflichtdienst nicht mehr angemessen, heißt es im Elysée. Stattdessen sollten mehr junge Menschen zu einer freiwilligen militärischen Ausbildung herangezogen werden. Der neue Dienst soll jungen Männern und Frauen offenstehen. Medienberichten zufolge soll er zehn Monate dauern. Frankreich stehe mit Deutschland bei dem Thema im Austausch, heißt es. Im Unterschied zu Deutschland gebe es in Frankreich derzeit keine Probleme bei der Rekrutierung.

+++ 03:20 Polen bestellt neue U-Boote +++

Polen will drei neue U-Boote von Schweden bestellen. „Das schwedische Angebot war das einzige, das alle Anforderungen unserer Marine erfüllte“, sagt Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz. Es handele sich um drei U-Boote vom Typ Saab A26 Blekinge. Der Vertrag soll laut Kosiniak-Kamysz bis Ende des Jahres unterzeichnet werden. Auch das deutsche Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems hatte sich um den Auftrag beworben. Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson betont, sein Land und Polen seien hinsichtlich der Herausforderungen für die europäische Sicherheit einer Meinung. Gemeinsam werde man größere Verantwortung für die Sicherheit in der Ostsee übernehmen, erklärt er auf X.

+++ 00:56 Russland: 24 Jahre Haft für angebliche Zusammenarbeit mit Kiew +++

Ein russisches Militärgericht hat einen Mann nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB wegen angeblicher Kooperation mit der Ukraine zu 24 Jahren Haft verurteilt. Er soll Drohnen gebaut und in der Region Moskau aufsteigen lassen haben, um Schwachstellen der Flugabwehr aufzuspüren, wie der FSB mitteilt. Der Mann habe 2023 auf eigene Initiative die Zusammenarbeit mit einer in Russland verbotenen Terrororganisation und einem Vertreter des ukrainischen Geheimdienstes aufgenommen, heißt es in der FSB-Mitteilung. Er soll auch den Auftrag bekommen haben, das Luftfahrzeug einer „hochrangigen Person“ des russischen Staates zu sprengen. Vorgeworfen wurden dem Mann aus Rostow am Don im Süden Russlands demnach Landesverrat und Beteiligung an einer terroristischen Organisation. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Mittwoch, 26. November 2025

+++ 23:35 Deutschland und EU liefern 143 Generatoren an ukrainische Kliniken +++

Das ukrainische Gesundheitsministerium erhält von Deutschland und der Europäischen Union 143 Generatoren, die gemeinsam finanziert werden. Das teilt die deutsche Botschaft in der Ukraine auf X mit. „Die EU und Deutschland haben 143 Generatoren an das ukrainische Gesundheitsministerium für über 100 medizinische Einrichtungen in 20 Regionen geliefert“, heißt es. Maximilian Rausch, der deutsche Vize-Botschafter, versichert, dass die EU die Ukraine weiterhin standhaft unterstützen und ihr helfen werde, diesen schwierigen Winter zu überstehen.

+++ 22:04 Pistorius warnt vor veränderten Allianzen und fordert höhere Verteidigungsausgaben +++

Verteidigungsminister Boris Pistorius warnt: Der bisherige Ablauf der Friedensverhandlungen mache deutlich, dass sich das geopolitische Schachbrett – das Muster, die Anordnung und Allianzen – rasant verändere. Deutschland müsse seine Rolle in EU und Nato neu und anders definieren, „weil wir nicht wissen, auf welche Allianzen wir in Zukunft noch vertrauen können und welche wie lange Bestand haben“. Der SPD-Politiker bekräftigt im Bundestag bei einer Debatte des Verteidigungsetats, dass eine militärische Stärkung sowie deutlich höhere Verteidigungsausgaben nötig seien.

COMMENT: Transatlantische Achse adé – einstweilen. Trump lebt nicht ewig, die Sicherheitspolitik der USA, seit mehreren US-Präsidenten ausgerichtet auf China und den südöstlichen Pazifikraum, kann sich ändern.

+++ 21:40 Russisches Rotes Kreuz erhält weiter Millionen-Förderungen aus dem Ausland +++

Das Russische Rote Kreuz wird weiterhin von den internationalen Rotkreuz-Organisationen mit Millionen-Subventionen unterstützt. Das ergibt eine Recherche des russischen Exil-Portals Meduza. Demnach zahlte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) 2024 rund 6,5 Millionen Euro und die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK) etwa 7 Millionen Euro. Der Gesamtbetrag in Höhe von 13,5 Millionen Euro sei viermal so hoch wie im Jahr 2022. Er mache etwa ein Viertel des Jahresbudgets des Russischen Roten Kreuzes aus.

COMMENT: Um Russland zu schwächen, muss man dringend und sofort diesen humanitären Geldstrom stoppen, nicht wahr?

+++ 21:12 Rutte warnt vor Deal mit Putin +++

Mit Blick auf ein mögliches Abkommen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mahnt Nato-Generalsekretär Mark Rutte zur Vorsicht. „Wenn man mit ihm einen Deal macht, muss man sicherstellen, dass es in Putins eigenem Interesse liegt, sich daran zu halten“, sagt der Nato-Chef in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und der spanischen Zeitung „El Pais“. Man könne Putin nicht vertrauen, es sei mehr nötig. Es gehe darum, sicherzustellen, „dass Putin nie wieder einen Angriff wagt, weil er genau weiß, dass die Folgen für ihn verheerend wären“.

COMMENT: Schaden kann das keinesfalls.

+++ 20:58 Selenskyj: Resistenz der Soldaten ist Grundlage für Verhandlungen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankt den Soldaten für ihre Standhaftigkeit bei der Verteidigung und ruft zum weiteren Durchhalten auf. Dies sei die Grundlage dafür, dass die Ukraine bei den Verhandlungen für ihre Interessen einstehen könne, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Er verweist auf die anhaltenden Kämpfe nahe Kupjansk, Pokrowsk und Huljajpole. Russland verbreite in der Welt, dass die Ukraine sich nicht verteidigen könne. „Die täglichen Ergebnisse im Kampf sind Argumente dafür, dass es sich lohnt, an der Seite der Ukraine zu stehen und ihr zu helfen und dass es Druck für den Frieden nicht auf die Ukraine, sondern auf Russland bedarf“, sagt er. Russland sei der einzige Grund, warum sich der Krieg so lange hinziehe.

COMMENT: Die Ukraine sei keinesfalls der Grund für den langen Krieg. Hat die Ukraine Verhandlungsmöglichkeiten schon vor Kriegsausbruch ausgelotet? Nein. Wer ist also mindestens mitschuldig am Krieg?

Keine europäische Friedensordnung nach 1991 mit Russland: wer hat das verhindert und somit mitschuldig am Krieg gemacht? Wer hat sich bei den Minsker Abkommen die moralischen Finger dreckig gemacht?

Welche politischen Entscheidungen Europas und der Biden-USA haben seit dem 24.2.2022 zur Verschärfung der Lage beigetragen – bis aktuell?

+++ 20:32 Französische Ermittler nehmen russische Spione fest +++

Die französische Polizei hat vier Personen wegen des Verdachts der Spionage für eine ausländische Macht festgenommen. Zwei der Festgenommenen besäßen die russische Staatsbürgerschaft, teilt die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Bei einer der Hauptverdächtigen handele es sich um Anna N., eine französisch-russische Doppelstaatlerin. Sie stand seit Januar unter Beobachtung des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI. „Insbesondere wurde sie verdächtigt, sich an Führungskräfte verschiedener französischer Unternehmen gewandt zu haben, um Informationen über französische Wirtschaftsinteressen zu erhalten“, erklärt die Staatsanwaltschaft.

+++ 19:55 Bundesregierung will mehr Tempo bei russischem Vermögen +++

Die Bundesregierung dringt darauf, dass die EU den Weg für die Nutzung der in der EU eingefrorenen russischen Staatsvermögen für die Ukraine freimacht. Man müsse der Ukraine ermöglichen, sich gegen den russischen Angriffskrieg zu verteidigen, sagt der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer. „Dafür ist die Nutzbarmachung dieser Assets für uns ein ganz wichtiger Schritt.“ Die EU-Kommission müsse die entsprechenden Rechtstexte vorlegen, sagt er mit Blick darauf, dass es noch eine Reihe offener Fragen gibt.

+++ 19:24 Schweden drängt auf neues Sanktionspaket +++

Die schwedische Regierung fordert die Europäische Union auf, das nächste Sanktionspaket gegen Russland dringend zu verabschieden. „Ein 20. Sanktionspaket muss die russischen Energieeinnahmen noch härter treffen, da diese die Hauptfinanzierungsquelle für den Krieg darstellen“, sagt Außenministerin Maria Malmer Stenergard. Sie spricht sich auch für neue Sanktionen der USA gegenüber dem Kreml aus.

+++ 18:59 Polen erhält von der EU 44 Milliarden Euro für Aufrüstung +++

Polen erhält aus dem SAFE-Programm der Europäischen Union 44 Milliarden Euro zur Stärkung seiner Streitkräfte. Das sagt Ministerpräsident Donald Tusk. Ein Teil der Mittel werde für den Kauf von Drohnenausrüstung für den „Östlichen Schutzschild“ der EU an der Grenze zu Russland und Belarus verwendet. Das SAFE-Programm stellt EU-Mitgliedstaaten günstige Kredite für Investitionen in die Verteidigungsfähigkeiten zur Verfügung.

COMMENT: Hysterischer Isolationismus schafft möglicherweise Kriegsgrund statt dauerhaften Frieden.

+++ 18:35 Kreml-Kräfte beschießen Cherson – Stromausfälle und verletzte Frau +++

Die russische Armee beschießt am Nachmittag und Abend die ukrainische Stadt Cherson. Die städtische Militärverwaltung informiert, dass dabei Stromausfälle in zwei Stadtteilen auftreten. Auch könne die Wasserversorgung beeinträchtigt sein, heißt es weiter. Spezialisten würden die Schäden begutachten und Sofortmaßnahmen zur Wiederherstellung durchführen. Bei dem Beschuss wurde auch eine 31 Jahre alte Frau im Stadtzentrum verletzt.

+++ 18:10 Marinesoldaten zeigen Angriff auf russische Streitkräfte +++

Soldaten der russischen Armee versuchen, in Richtung Myrnograd vorzustoßen. Doch die Ukrainer wissen sich zu wehren: Mit Drohnen attackieren sie die Besetzer, teilt die 38. Separate Marinebrigade mit. Sie teilte ein Video der Angriffe in sozialen Netzwerken. „Unsere Drohnen-Operatoren spüren jeden auf, der sich zu verstecken versucht, und die Marines in der Verteidigungszone des 7. KSR DShV halten ihre Stellungen standhaft“, schreibt die Abteilung zu dem Clip. Und dazu die Warnung: „Für diejenigen, die sich ungeladen hierher wagen, bleibt das Ergebnis unverändert: Sie werden von hier nie zurückkehren.“

+++ 17:51 Pistorius: „Es darf keinen Kapitulationsfrieden geben“ +++

Verteidigungsminister Boris Pistorius warnt davor, die Ukraine in laufenden Verhandlungen zu einseitigen territorialen Zugeständnissen zu zwingen. Das Land müsse zudem auch zukünftig in der Lage sein, sich zu verteidigen, sagt der SPD-Politiker im Bundestag bei einer Debatte des Verteidigungsetats. Nötig seien dafür starke Streitkräfte und robuste, zuverlässige Sicherheitsgarantien, vor allem auch der USA. Zudem dürfe nichts, was die Zukunft europäischer Staaten, der Nato oder der EU betreffe, „über unsere Köpfe hinweg verhandelt oder entschieden werden. Oder anders ausgedrückt: Über unsere Zukunft entscheiden wir selbst“, sagt Pistorius. „Und es darf keinen falschen Frieden für die Ukraine geben. Es darf keinen Kapitulationsfrieden geben.“

+++ 17:36 Moldau bestellt nach Drohnenvorfall Kreml-Botschafter ein +++

Nach dem Absturz einer Drohne in Moldau bestellt das Außenministerium in Chisinau den russischen Botschafter ein und stellt das Fluggerät vor seinem Haupteingang zur Schau. Russlands Botschafter Oleg Oserow sei „eine Protestnote hinsichtlich des illegalen Überflugs“ überreicht worden, erklärt das moldauische Außenministerium. Der Vorfall sei „vollkommen inakzeptabel“ und „eine ernsthafte Verletzung der Souveränität“ Moldaus. Nach der Einbestellung Oserows platzierten die Behörden in Moldau die abgestürzte Drohne, die mit einem roten „Z“ markiert ist, vor dem Eingang des Außenministeriums. In einem später von dem Ministerium in Onlinediensten veröffentlichten Video war Oserow zu sehen, der beim Verlassen des Gebäudes an dem Fluggerät vorbeiging.

+++ 17:14 Nato-Generalsekretär dämpft Hoffnung auf schnellen Frieden in der Ukraine +++

Nato-Generalsekretär Mark Rutte dämpft die Hoffnung auf einen schnellen Frieden in der Ukraine. „Auf dem Weg zum Frieden sind wir noch längst nicht am Ziel“, sagt Rutte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und der spanischen Zeitung „El Pais“. Der Friedensplan von US-Präsident Donald Trump bilde die Grundlage für Gespräche zwischen der Ukraine und den USA und enthalte einige starke, aber auch einige schwierige Elemente, die noch mehr Arbeit und Verhandlungen erforderten. Die jüngsten Gespräche in Genf bezeichnet Rutte als „echten Erfolg“. Sie seien jedoch nur die Grundlage für einen substanziellen Dialog.

+++ 16:57 Orban reist wohl noch diese Woche zu Putin +++

Ungarischen Medienberichten zufolge plant Viktor Orban am Freitag eine Reise in den Kreml. Dort will das ungarische Staatsoberhaupt Wladimir Putin treffen, berichtet Telex. Eine Bestätigung durch die Regierung gibt es bislang nicht, aber auch kein Dementi. „Wir informieren die Öffentlichkeit wie üblich über die Auslandsreisen des Ministerpräsidenten“, teilt ein Sprecher dem Onlineportal mit. Zuletzt trafen Orban und Putin im Juli 2024 aufeinander. Der Ungar befand sich zu dieser Zeit auf einer sogenannten Friedensmission, wie er damals sagte. Die Regierung gab diese Reise erst nach seiner Landung in Moskau offiziell bekannt.

+++ 16:24 Russland schließt Zugeständnisse oder Aufgabe des Kriegs aus +++

Das russische Außenministerium erklärt, es begrüße die US-Bemühungen um eine friedliche Lösung, betont jedoch, dass es seitens Moskau keine Zugeständnisse geben werde. Sergej Rjabkow, russischer Vizeaußenminister, sagt auf einer Pressekonferenz: „Von Zugeständnissen oder einer Aufgabe unserer Herangehensweise an die entscheidenden Momente der Bewältigung der uns bevorstehenden Aufgaben kann keine Rede sein, auch nicht im Kontext der Spezialmilitäroperation.“ Im Interview bei Sky News bekräftigt der Kreml-Außen-Vize: „Über die Qualität der Zugeständnisse oder der Kapitulation kann es keine Frage geben.“ Rjabkow beharrt darauf, dass „verschiedene Elemente des Anchorage-Abkommens an sich eine Kompromisslösung darstellen“ würden.

+++ 16:02 Tschechien stellt Ukraine Selbstfahrlafette und Artilleriemunition zur Verfügung +++

Die Tschechische Republik stellt den ukrainischen Grenzschützern neue Verteidigungshilfe zur Verfügung. Wie der Staatliche Grenzschutzdienst mitteilt, gibt Tschechien eine selbstfahrende Artillerieeinheit vom Typ „DITA“ und Munition. „Dies ist die zweite derartige Selbstfahrlafette, die an die Grenztruppen übergeben wurde. Die Besatzungen der Lafetten sind derzeit in verschiedenen Brennpunkten im Einsatz“, so die Grenzschützer in einer Mitteilung. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung und Hilfe der Tschechischen Republik, für alles, was sie tut, um die Stärke der Ukraine zu gewährleisten“, sagt Grenzschutzchef Serhij Deineko. Bei Selbstfahrlafetten handelt es sich um gepanzerte Landfahrzeug, die über einen eigenen Antrieb verfügen. Zudem ist auf dem Fahrzeug ein bewegliches Geschütz festmontiert, das aus dem Fahrzeug heraus eingesetzt werden kann.

+++ 15:40 Selenskyj und von der Leyen sprechen über Verwendung russischen Vermögens +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen tauschen sich über das russische Vermögen aus. „Ich habe Ursula für ihre klare Haltung und ihre Botschaften zur Unterstützung der Ukraine während ihrer heutigen Rede im Europäischen Parlament gedankt“, teilt Selenskyj auf Telegram mit. „Wir haben die aktuelle diplomatische Lage und die Arbeit der Europäischen Union an einer Entscheidung über die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte zum Schutz der Ukraine erörtert“, sagt er weiter, ohne aber konkret zu werden. „Wir sind uns einig: Solange Russland alle Friedensbemühungen ablehnt, müssen die Sanktionen gegen das Land verschärft und die Verteidigungs- und Finanzhilfe für die Ukraine fortgesetzt werden.“

+++ 15:20 Kallas will Putins Position schwächen – das plant die EU-Außenbeauftragte +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will die Erfolgsaussichten der laufenden US-Initiative für ein Ende des Ukraine-Krieges durch zusätzlichen Druck auf Russland erhöhen. Um das bestmögliche Ergebnis für die Ukraine und für Europa zu sichern, müsse man in dieser Richtung das Tempo erhöhen, sagt sie nach einer Videoschalte mit den Außenministern der EU-Staaten und deren ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha. Dies bedeute: „Mehr Sanktionen, um Russland die Mittel zur Fortsetzung des Krieges zu entziehen, und mehr militärische sowie finanzielle Unterstützung für die Ukraine“. Kallas betont, derzeit gebe es noch keinerlei Hinweise darauf, dass Russland zu einem Waffenstillstand bereit wäre. Man komme aber dem Ziel näher, Russland in eine Situation zu bringen, in der es tatsächlich verhandeln müsse.

COMMENT: Wer zahlt das? Wer leidet in Europa darunter?

+++ 14:57 Moskau will Friedensplan nicht öffentlich diskutieren +++

Der Kreml ist dem russischen Vizeaußenminister zufolge nicht bereit, die verschiedenen Versionen des Plans von US-Präsident Donald Trump für eine friedliche Beilegung des Ukraine-Konflikts öffentlich zu diskutieren, sagt Sergej Rjabkow. „Wir sind derzeit nicht bereit, bestimmte Details der aktuellen Ereignisse, einschließlich der verschiedenen Versionen dieses Friedensplans, öffentlich zu erörtern. Letztendlich braucht es Zeit und Aufmerksamkeit, damit der Dialogprozess fortgesetzt werden kann“, sagt er. Rjabkow zufolge sei Moskau jedoch zum Dialog bereit. „Die Frage ist, ob der politische Wille vorhanden ist, die von den Staatschefs beider Länder in Anchorage getroffenen Vereinbarungen strikt umzusetzen, oder nicht.“

Munz über Kreml-Nein zum US-Plan „Ziemlich klar, warum Trump keine Einzelheiten nennt“

+++ 14:35 Wadephul: Erste Übereinkünfte zwischen Kiew und Moskau frühestens in der kommenden Woche +++

Außenminister Johann Wadephul erwartet bei den laufenden Friedensbemühungen erste Basisübereinkünfte zwischen Russland und der Ukraine „frühestens in der nächsten Woche“. Dies sei Stufe eins in den Verhandlungen, sagt der CDU-Politiker nach einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses in Berlin. Er informierte dort zuvor Abgeordnete hinter verschlossenen Türen über den Sachstand. Die Bundesregierung lege Wert auf einen strukturierten Prozess, „dass die Ukraine souverän verhandeln kann, welche Konzessionen sie gegebenenfalls bereit ist zu machen“. Das könne das Land nur aus einer Position der relativen Stärke machen und habe dafür die Unterstützung Europas und auch Deutschlands.

+++ 14:10 Rutte bezeichnet Öl-Sanktionen der USA als Erfolg +++

Die US-Sanktionen gegen russische Ölfirmen zeigen nach Einschätzung von Nato-Generalsekretär Mark Rutte bereits Wirkung. „Dieser Schritt hat große Auswirkungen, denn die Maßnahmen, die Präsident Trump gegen Rosneft und Lukoil ergriffen hat, wirken sich außerdem auch auf Länder wie China und Indien aus“, sagt Rutte im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und El Pais. „Sie befürchten, von US-Sanktionen getroffen zu werden, wenn sie weiterhin mit diesen Unternehmen Handel treiben.“

+++ 13:48 „Wie die fünfte Kolonne Putins“ – Heftige Kritik an der AfD +++

Zwischen der schwarz-roten Koalition und der AfD kommt es zu einer scharfen Auseinandersetzung über den Umgang mit Russland. „Sie reden hier, Frau Weidel, wie die fünfte Kolonne Putins“, sagt Unions-Fraktionschef Jens Spahn bei der Generaldebatte im Bundestag. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch bezeichnet die rechtspopulistische Partei als „Sicherheitsrisiko“ für Deutschland. Zuvor hatte AfD-Co-Chefin Alice Weidel gefordert, dass Deutschland wieder Erdgas und Öl aus Russland beziehen sollte. Die AfD sei die einzige Partei, die „offene Kanäle“ zur US-amerikanischen und zur russischen Regierung habe. Der Streit über den Umgang der AfD mit Moskau war bereits vergangene Woche eskaliert, als es um die Frage ging, ob AfD-Abgeordnete sich mit Vertretern der russischen Regierung in Moskau und Sotschi treffen sollten.

Alice Weidel im ntv Frühstart „Wir haben gefordert, was Trump jetzt mit Putin umsetzt

+++ 13:28 Vizeaußenministers Rjabkow: Ukraine erhält weiter US-Waffen und Geheimdienst-Infos +++ 

Die Ukraine erhält nach den Worten des stellvertretenden russischen Außenministers Sergej Rjabkow trotz Annäherungssignalen aus Washington weiterhin Waffen und Geheimdienstinformationen aus den USA. Die Arbeit an der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und den USA werde fortgesetzt, sagt Rjabkow. Bei der Wiederaufnahme von Direktflügen habe es jedoch keine nennenswerten Fortschritte gegeben. Mit Blick auf die Ukraine sagt Rjabkow, Moskau stehe in engem Kontakt zu China bei der Suche nach einer Friedenslösung. Laut dem Vize-Außenminister ist Russland zudem „zum Dialog bereit“.

+++ 13:00 Sirenen und Schreie: Russen filmen Einschlag in Tscheboksary +++ 

Nach eigenen Angaben greift die ukrainische Armee eine russische Antennenfabrik in Tscheboksary mit Drohnen an. Dabei wird offenbar auch ein Wohngebiet getroffen. Passanten filmen, als es in der Nähe zu einer heftigen Explosion kommt. Mindestens zwei Menschen sollen verletzt worden sein.

Angriff galt wohl Antennenfabrik Sirenen und Schreie: Russen filmen Einschlag in Wohngebiet

+++ 12:35 Merz: „Europa ist kein Spielball“ +++

Friedrich Merz betont den Zusammenhalt der Europäer im Ringen um einen Friedensplan für die Ukraine. „Europa ist kein Spielball“, sagt er in der Generaldebatte des Bundestag. Der Ukraine versichert er die Solidarität im weiteren Verhandlungsprozess. „Wir werden in der Unterstützung der Ukraine nicht nachlassen.“ Er bekräftigt zudem seine Bemühungen, dafür auch das in der EU eingefrorene russische Vermögen zu nutzen. Merz war erst am Dienstagmorgen von einer Afrika-Reise zurückgekehrt, während der er an mehreren Beratungen über einen neuen Friedensplan für die Ukraine teilgenommen hat. In Genf entschärften gleichzeitig Unterhändler führender europäischer Staaten in Gesprächen mit den USA und der Ukraine einen von US-Präsident Donald Trump vorgelegten 28-Punkte-Plan.

+++ 12:07 Kreml: Zu früh für Friedensabkommen in der Ukraine +++

Die hektischen diplomatischen Bemühungen der letzten Tage scheinen den Kreml gerade nicht zu beeindrucken, offenbar spielt Moskau weiterhin auf Zeit. Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldet unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, hält der Kreml es für verfrüht, über ein baldiges Friedensabkommen für die Ukraine zu reden. „Warten Sie noch ab, es ist noch zu früh, darüber zu sprechen“, sagt Peskow gegenüber Journalisten auf die Frage, ob die Situation tatsächlich so nah wie nie zuvor an einem Friedensabkommen sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass Moskau Verhandlungen hinauszögert – oft mit dem Argument, man müsse erst die „Ursachen des Konflikts“ beseitigen – was laut dem Institute for the Study of War ein „bewusst vager Begriff“ ist, „den der Kreml seit langem als Chiffre für seine Kriegsbegründungen und Maximalforderungen nutzt, etwa die Zerstörung der ukrainischen Souveränität und des Nato-Bündnisses“.

Weitreichende Forderungen ISW: Kreml stimmt Russen offenbar auf „vollständigen Sieg“ ein

 +++ 11:42 „Ziemlich klar, warum Trump keine Einzelheiten nennt“ +++

Der Verweis von US-Präsident Donald Trump, die USA seien Vermittler zwischen Nato und Russland, wertet Moskau als Zeichen westlicher Uneinigkeit. Laut Russland-Korrespondent Reiner Munz bestärkt das den Kreml in seiner Haltung – ebenso der neue Verhandlungsort Abu Dhabi, dem Moskau mehr offenbar mehr vertraut als der Schweiz.

Munz über Kreml-Nein zum US-Plan „Ziemlich klar, warum Trump keine Einzelheiten nennt“

 +++ 11:18 Russland-Geld für Kiew: Kommission bereit für nächste Stufe +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen treibt ungeachtet der neuen US-Initiative für ein Ende des Ukraine-Kriegs die Pläne zur Nutzung von russischem Vermögen in der EU voran. Sie könne sich kein Szenario vorstellen, in dem ausschließlich die europäischen Steuerzahler die Rechnung für die weiter nötige Unterstützung der Ukraine bezahlten, sagt von der Leyen. Die Kommission sei bereit, einen Rechtstext für die Nutzung der in Europa festgesetzten russischen Zentralbankgelder vorzulegen. Die bisherigen Pläne sehen vor, der Ukraine unter Nutzung der russischen Mittel Darlehen in Höhe von bis zu 140 Milliarden Euro zu geben. Russland soll das Geld nur dann zurückbekommen, wenn es nach einem Ende seines Angriffskriegs gegen die Ukraine Reparationszahlungen leistet. Blockiert wird der Plan derzeit noch von Belgien. Die Regierung dort sieht erhebliche Rechtsrisiken und befürchtet auch negative Konsequenzen für noch in Russland tätige europäische Unternehmen.

COMMENT: das heilige Völkerrecht darf nicht gebrochen werden, Eigentumsrechte schon. Ein Dammbruch für künftige Zugriffe des Staates auf Vermögen – nach politischem Belieben.

Das hätten sich die EU-Intelligenzbestien vorher überlegen sollen: ohne Waffen und ohne Geld einen Krieg mit seinem Nachbarn anfangen, das war keine gute Idee.

+++ 10:53 „Friedensplan“ angeblich nicht in Abu Dhabi besprochen +++

Der US-28-Punkte-Plan für die Ukraine ist nach Angaben aus Moskau bei Treffen in Abu Dhabi in dieser Woche nicht erörtert worden. „Nein, über den Friedensplan wurde in Abu Dhabi nicht diskutiert. Der Friedensplan wurde mit noch niemandem im Detail besprochen“, sagt Kreml-Berater Juri Uschakow einem Reporter des russischen Staatsfernsehens. Die amtliche Nachrichtenagentur RIA meldet jedoch unter Berufung auf Uschakow, Moskau habe die jüngsten Versionen des von den USA entworfenen Friedensplans erhalten. Die US-Regierung führte Anfang der Woche in Abu Dhabi mit einer russischen Delegation Gespräche über die Ukraine.

COMMENT: was heißt „jedoch“? Russland kann Plan erhalten haben wie und wo auch immer, aber das heißt nicht, dass darüber gesprochen wurde.

+++ 10:32 Zahlreiche Verletzte in Saporischschja +++

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die südostukrainische Stadt Saporischschja werden nach Angaben des Gouverneurs der gleichnamigen Region am späten Dienstagabend 19 Menschen verletzt. Geschäfte seien zerstört und zahlreiche Wohnhäuser beschädigt worden, teilt Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mit. „Derzeit sind an zwölf Orten Rettungsaktionen im Gange“, erklärt Fedorow. Der Katastrophenschutz, die Polizei und der Rettungsdienst seien im Einsatz.

+++ 10:08 „In drei Kernpunkten gibt es keine Übereinkunft“ +++

Von den 28 Punkten des US-Ukraine-Plans sind wohl nunmehr 19 Forderungen übrig. Dennoch gibt es keine Übereinkunft: Die drei wichtigsten und gleichzeitig strittigsten Kernfragen bleiben ungeklärt, so ntv-Reporter Gordian Fritz. Derweil werfe ein Telefonat vom Oktober große Fragen in den USA auf.

Verhandlungen um Ukraine-Plan Fritz: „In drei Kernpunkten gibt es keine Übereinkunft“

+++ 09:47 AfD-Chefin: Deutschland sollte Gas und Öl in Russland kaufen +++

AfD-Chefin Alice Weidel fordert, dass Deutschland Erdgas und Öl wieder in Russland kaufen sollte. Dort sei es am günstigsten, weshalb der Kauf im „nationalen Interesse“ liege, sagt sie in der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag. Auch die USA wollten dies. Dies stimmt so allerdings nicht, US-Präsident Donald Trump drängt vielmehr Europa zu einem Verzicht auf russische Energie. Die US-Regierung hatte erst im Oktober neue Sanktionen gegen russische Energiekonzerne verhängt, die auch sekundäre Strafmaßnahmen gegen Käufer zur Folge haben könnten. Die EU will die bereits sehr stark reduzierten Importe von russischem Gas und Öl wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine möglichst ganz einstellen.

+++ 09:26 Italiens Vize-Regierungschef Salvini wirft Berlin Kriegstreiberei vor +++

Angesichts der Friedensbemühungen für die Ukraine unterstellt Italiens stellvertretender Ministerpräsident Matteo Salvini Deutschland und Frankreich Kriegstreiberei. „Man hat den Eindruck, dass einige in Paris und Berlin interne Probleme haben und den Krieg fortsetzen wollen“, sagt der rechtspopulistische Politiker der Zeitung „La Repubblica“. „Vielleicht, um Waffen zu verkaufen.“ Konkreter wird Salvini bei seinen Vorwürfen nicht. Zugleich kritisiert der Vize-Regierungschef, dass die Europäer nach Bekanntwerden des US-28-Punkte-Plan zur Ukraine einen eigenen Entwurf vorgelegt haben. Der Plan von US-Präsident Donald Trump sei „bemerkenswert und ehrgeizig, auch wenn manche ihn verspotten“, sagt der Infrastrukturminister. „Ich hoffe, dass sich niemand dazwischen stellt.“ Die EU habe dies mit ihrem „Gegenplan“ aber bereits getan.

COMMENT: Interessant. Das mit der Kriegstreiberei ist nicht ganz unrichtig … Der Großsprech-Reisekanzler Merz treibt, was die europäische „Allianz der Willigen“ sehr goutiert und brav dem Großsprech-Reisekanzler lobhudelnd unter die Nase reibt: Goderlkratzen nennt man das.

Am deutschen Wesen wird die Welt genesen, das hatten wir schon zwei Mal im letzten Jahrhundert …

+++ 08:29 Kreml fordert Stärkung russischer Identität in der Ukraine +++

Ob da der Krieg so hilfreich ist? Kremlchef Wladimir Putin fordert von den russischen Behörden, die Zahl der Menschen zu erhöhen, die sich in den seit 2022 annektierten Teilen der Ukraine als Russen identifizieren und Russisch sprechen. Dies geht aus einem von Putin unterzeichneten Dekret hervor. Darin wird das Ziel ausgegeben, dass sich bis 2036 95 Prozent der Bevölkerung als Russen identifizieren sollen. Schon jetzt übt Russland massiven Druck auf die in den annektierten Gebieten leben Ukrainer aus, russische Pässe anzunehmen.

Vor der Vollinvasion der Russen wurde im Osten der Ukraine traditionell mehr Russisch gesprochen- wegen des Kriegs und der Angriffe gerade auf die östlichen Gebiete bevorzugen viele aber mittlerweile die ukrainische Sprache.

+++ 08:05 Kreml bestätigt Moskau-Besuch von Witkoff +++

Russland bestätigt den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Besuch seines Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau. Es sei eine „vorläufige Vereinbarung“ über Witkoffs Besuch in der kommenden Woche getroffen worden, sagt Kreml-Berater Juri Uschakow im russischen Fernsehen. Der US-Gesandte werde bei seiner Reise von weiteren Vertretern der US-Regierung begleitet. Trump hatte am Dienstag angekündigt, dass sein Berater nächste Woche zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau reisen werde, um die Verhandlungen über ein Ukraine-Abkommen abzuschließen. Sein Schwiegersohn und Berater Jared Kushner werde Witkoff womöglich begleiten, sagte der US-Präsident.

Entlassung gefordert Witkoffs Tipps für Moskau entsetzen Republikaner

+++ 07:44 Insider: US-Plan bedient sich bei russischem Papier +++

Der von den USA unterstützte 28-Punkte-Plan, der nach US-Angaben den Krieg in der Ukraine beenden soll, fußt drei Insidern zufolge auf einem von Russland verfassten Papier. Dieses sei der Regierung von Präsident Donald Trump im Oktober vorgelegt worden. Demnach übergab die russische Seite das Papier, in dem die Bedingungen Moskaus für eine Beendigung des Krieges dargelegt sind, Mitte Oktober an hochrangige US-Vertreter. Dies sei nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington geschehen. Eine Stellungnahme des US-Außenministeriums sowie der russischen und ukrainischen Botschaften in Washington liegt zunächst nicht vor.

+++ 07:16 Russland: Europäische Politiker und Medien untergraben US-Bemühungen +++

Russland wirft europäischen Politikern und Medien vor, die US-Bemühungen um eine Friedenslösung für die Ukraine zu untergraben. Sie würden wiederholt mit „Informationsangriffen“ versuchen, die Möglichkeit einer politischen und diplomatischen Lösung des Konflikts zu stören, sagt die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, zu Radio Sputnik.

+++ 06:52 Trump: Keine feste Frist für Friedensabkommen mit der Ukraine und Russland +++

US-Präsident Donald Trump ist von einer zuvor angedeuteten Frist für ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland abgerückt. „Die Frist für mich ist, wenn es vorbei ist“, sagt Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Zuvor hatte er den Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag als Zieldatum für eine Einigung genannt. Die US-Delegation mache Fortschritte in den Gesprächen mit Russland und der Ukraine. Moskau habe einigen Zugeständnissen zugestimmt, sagt Trump, ohne Details zu nennen. Trump erklärt weiter, sein Sondergesandter Steve Witkoff werde bald nach Moskau reisen, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen.

+++ 06:30 Bundeswehr will Einheiten für Kamikaze-Drohnen aufstellen +++

Das Deutsche Heer will in den nächsten Jahren sechs Einheiten für den Einsatz von neu eingeführten Kamikazedrohnen aufstellen. „Wir haben Testungen begonnen, im fairen Wettbewerb, und wollen bis 2027 die erste Batterie mittlerer Reichweite einsatzbereit machen; bis 2029 fünf weitere“, erklärt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding. In der Bundeswehr laufen derzeit Erprobungen dieser Systeme, die als „Loitering Munition“ – etwa „herumlungernde Munition“ – bezeichnet werden. Freuding kündigt zudem an, bis 2029 solle eine Batterie – in der Größe einer Kompanie aus 60 bis 150 Soldaten entsprechend – mit neuen, weitreichenden Waffensystemen („Ground Based Deep Precision Strike“) aufgestellt werden. Er nennt unter den geplanten Innovationen zudem Projekte zum Liegenschaftsschutz, die Angriffe von Drohnen bundesweit identifizieren und abwehren können.

„Haben Testungen begonnen“ Bundeswehr will mehrere Einheiten für Kamikaze-Drohnen aufstellen

+++ 05:56 Republikaner entsetzt von Witkoff : „Würde ein von Russland bezahlter Agent weniger tun als er?“ +++

US-Präsident Donald Trump nimmt seinen Sondergesandten Steve Witkoff gegen den Vorwurf in Schutz, dieser agiere im Ringen um eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg zu russlandfreundlich. „Das ist eine ganz normale Sache“, sagt der Republikaner während eines Flugs nach Florida, nachdem ihn eine Journalistin zu einem heiklen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg befragt hatte. Diese war nach eigenen Angaben an den Mitschnitt eines Telefonats vom 14. Oktober gelangt. Darin spricht Witkoff mit Juri Uschakow, dem außenpolitischen Berater von Kremlchef Wladimir Putin, und gibt ihm offenbar Tipps für den direkten Austausch zwischen den beiden Präsidenten. Dies sorgt auch in Trumps eigener Partei für heftige Kritik. Der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick spricht auf X von „einem Riesenproblem“ und fordert ein Ende „geheimer Nebenkanäle“. Parteikollege Don Bacon wurde noch deutlicher: Es sei „offensichtlich, dass Witkoff voll und ganz auf der Seite der Russen steht“, schreibt er. „Man kann ihm nicht zutrauen, diese Verhandlungen zu führen. Würde ein von Russland bezahlter Agent weniger tun als er? Er sollte entlassen werden.“

Für möglichen „Friedensplan“ Bericht: Witkoff gab Moskau Ratschläge zum Umgang mit Trump

 +++ 05:22 Ukraine sanktioniert russische Getreideschiffe +++

Die Ukraine hat Strafmaßnahmen gegen mehr als 50 Schiffe verhängt, mit denen Russland Getreide aus den besetzten Gebieten exportieren lässt. Das teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. „Dies ist eine neue Richtung unserer Sanktionen, und ein Teil dieser Schiffe wurde bereits von unseren Partnern sanktioniert, aber nicht alle, und wir werden diesen Druck weiter verstärken“, sagt er. Die Ukraine hat bereits internationale Sanktionen gegen Tanker, die russisches Öl transportieren, um eigene Maßnahmen ergänzt.

+++ 03:26 Frankreich: Drei Menschen wegen Spionage für Moskau festgenommen +++

Wegen des Vorwurfs der Spionage und Einflussnahme für Moskau sind in Frankreich drei Menschen festgenommen worden. Die Festnahmen seien Teil von Untersuchungen gegen einen französisch-russischen Verband, teilen die Behörden mit. Zuletzt hatten sich die Befürchtungen in Europa vor russischer Spionage und Einflussnahme verstärkt. Einem der Festgenommenen, dem 40-jährigen Russen Wjatscheslaw P., wird der Staatsanwaltschaft von Paris zufolge vorgeworfen, im September prorussische Plakate an dem Triumphbogen in der französischen Hauptstadt angebracht zu haben. Er sei mit Hilfe von Aufnahmen von Überwachungskameras identifiziert worden.

+++ 01:36 Nato-Generalsekretär: Russland verliert 20.000 Soldaten pro Monat +++

Nach Einschätzung des Nato-Generalsekretärs Mark Rutte verzeichnet Russland enorme Verluste, ohne dabei wesentliche Fortschritte zu erzielen. Russland verliere jeden Monat rund 20.000 Soldaten, sagt Rutte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Können Sie sich das vorstellen: 20.000 Menschenleben, jeden Monat? Das sind Väter und Söhne, die sterben, ohne nennenswerte Gebietsgewinne zu erzielen.“ Insgesamt seien bislang etwa eine Million Russen getötet oder schwer verwundet worden. In diesem Jahr habe Russland nur etwa ein Prozent ukrainisches Territorium eingenommen.

Dienstag, 25. November 2025

+++ 00:10 Rutte zu US-Friedensplan: Starke und schwierige Elemente +++

Nato-Generalsekretär Mark Rutte warnt in der Debatte über den US-Friedensplan für ein Kriegsende in der Ukraine vor zu hohen Erwartungen. „Er enthält einige starke, aber auch einige schwierige Elemente, die noch mehr Arbeit und Verhandlungen erfordern“, sagt Rutte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und der spanischen Zeitung „El Pais“. „Auf dem Weg zum Frieden sind wir noch längst nicht am Ziel.“ Der Friedensplan bilde die Grundlage für die Gespräche zwischen der Ukraine und den USA.

+++ 23:02 Koalition der Willigen: Unterstützen Trumps Bemühungen für Kriegsende +++

Frankreich, Großbritannien und Deutschland haben nach dem Treffen der Koalition der Willigen ihre Unterstützung für die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Krieges in der Ukraine erklärt. Jede Lösung müsse jedoch die Ukraine uneingeschränkt mit einbeziehen. Der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und Bundeskanzler Friedrich Merz erklären, sie seien sich im Grundsatz einig, dass Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden dürften. „Dies bleibt eines der grundlegenden Prinzipien für die Wahrung von Stabilität und Frieden in Europa und darüber hinaus“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

+++ 22:08 Bericht: Selenskyj will sich Donnerstag mit Trump treffen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich laut einem Bericht am Donnerstag mit US-Präsident Donald Trump treffen. Wie das Portal Axios berichtet, verlässt Trump voraussichtlich heute Abend Washington, um am Donnerstag „Thanksgiving“ in Mar-a-Lago zu feiern. Geplant sei, dass Trump bis Sonntag in Florida bleibt.

COMMENT: Das wurde in späteren Meldungen von Trump in Abrede gestellt. Ein Treffen mit Selenskyj würde es erst geben, wenn ein unterschriftsreifes Dokument vorliege. Trumps und der Politik im Allgemeinen große Wankelmütigkeit ist geschuldet, dass alles ganz anders kommen kann.

+++ 21:41 Macron: Eindeutig keine russische Bereitschaft zu Waffenstillstand +++

Der französische Präsident Emmanuel Macron sieht keinerlei Anzeichen aus Russland für ein Ende des Krieges. „Russland ist derzeit eindeutig nicht zu einem Waffenstillstand bereit“, sagt Macron vor Journalisten nach einer Videokonferenz der sogenannten Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine. Es müsse weiter Druck auf die russische Führung ausgeübt werden, damit sie Verhandlungen aufnimmt, fordert Macron.

+++ 21:11 Trump: Habe Witkoff zu einem Treffen mit Putin angewiesen +++

US-Präsident Donald Trump hat eigener Aussage zufolge den US-Sondergesandten Steve Witkoff angewiesen, sich in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Er hoffe, dass dadurch ein Friedensplan abgeschlossen werden kann, schreibt Trump in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. „Es gibt nur noch wenige Streitpunkte.“ Der Staatssekretär für das Heer, Dan Driscoll, werde sich mit der ukrainischen Seite treffen.

+++ 20:43 Insider: Gebietsabtretungen Knackpunkt bei Friedensplan +++

Einem ukrainischen Diplomaten zufolge sind etwaige Gebietsabtretungen ein zentraler Knackpunkt bei den Verhandlungen über den jüngsten Friedensplan. Eine endgültige Einigung sei daher trotz Übereinkünften in anderen Punkten alles andere als sicher. „Das sind wirklich schwierige Fragen für uns“, sagt der Insider.

+++ 20:06 Ranghoher Vertreter: Neuer Friedensplan „deutlich besser“ für Kiew +++

Die jüngste Fassung des US-Plans zur Beendigung des Krieges ist nach Angaben aus Kiew „deutlich besser“ für die Ukraine als der erste Entwurf. Wie ein ranghoher Vertreter der Ukraine der Nachrichtenagentur AFP sagt, soll die ukrainische Armee künftig eine Truppenstärke von insgesamt 800.000 Mann haben dürfen – „ungefähr so wie sie jetzt ist“. Im ersten Entwurf des US-Plans war eine Obergrenze von 600.000 Soldaten vorgesehen gewesen. Der ranghohe Vertreter sagt, „heikle Punkte“ des Plans wie die Territorialfrage könnten mit US-Präsident Donald Trump diskutiert werden. „So wie ich es verstehe, zeigen die Amerikaner den Russen in Abu Dhabi den überarbeiteten Rahmenentwurf“, sagt er.

„CIA-Chef wusste offenbar nichts“ Fritz: Trump wollte mit Verhandlungen alle überrumpeln

 +++ 19:29 Trump: Nähern uns einer Einigung +++

US-Präsident Donald Trump zeigt sich optimistisch über einen baldigen Durchbruch in den Ukraine-Verhandlungen. „Ich denke, wir kommen einer Einigung sehr nahe“, sagt Trump in Washington. Er habe sich die Verhandlungen mit Kiew und Moskau „einfacher“ vorgestellt – „aber ich denke, wir machen Fortschritte“, fügt der Präsident hinzu. Das Weiße Haus äußert sich dagegen zurückhaltender. In den Gesprächen mit der Ukraine und Russland seien noch einige „heikle, aber nicht unüberwindbare“ Punkte des US-Plans zu klären, erklärt Präsidentensprecherin Karoline Leavitt.

+++ 19:05 Experte: „Genau das will Putin verhindern – Spaltung ist zentral“ +++

Kann ein von den USA vermittelter Plan der Ukraine Frieden bringen? Noch gehen die Positionen der Kriegsparteien weit auseinander – aber auch zwischen den Europäern und der USA fehlt eine einheitliche Linie. Politikwissenschaftler Stefan Fröhlich sieht genau darin einen Erfolg von Putin.

Westen ringt um gemeinsame Linie „Genau das will Putin verhindern – Spaltung ist zentral“

 +++ 18:44 Macron: Arbeiten mit EU-Partnern an Ukraine-Finanzierung +++

Frankreich will nach den Worten von Präsident Emmanuel Macron gemeinsam mit anderen EU-Staaten eine Lösung für die finanzielle Unterstützung der Ukraine fertigstellen. Dabei sollen auch eingefrorene russische Vermögenswerte eine Rolle spielen, sagt Macron bei einer Videokonferenz der sogenannten Koalition der Willigen. Die Ukraine brauche einen „ernsthaften“ Frieden, der das „internationale Recht respektiert“.

+++ 17:56 Trump-Sprecherin: „Heikle, nicht unüberwindbare Details“ erfordern weitere Ukraine-Gespräche +++

Im Bemühen um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges sind nach Angaben des Weißen Hauses weitere Gespräche mit der Ukraine und Russland erforderlich, um einige „heikle, aber nicht unüberwindbare“ Punkte des US-Plans zu klären. In der vergangenen Woche hätten die USA bereits „enorme Fortschritte in Richtung eines Friedensabkommens“ erzielt, erklärt US-Präsidentensprecherin Karoline Leavitt im Onlinedienst X. „Es gibt einige heikle, aber nicht unüberwindbare Details, die geklärt werden müssen und weitere Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten erfordern werden“, schreibt Leavitt.

+++ 17:31 Großbritannien liefert Ukraine weitere Luftabwehrraketen +++

Großbritannien wird Premierminister Keir Starmer zufolge der Ukraine weitere Luftabwehrraketen zur Verfügung stellen. Die Lieferung solle in den kommenden Wochen stattfinden, kündigt Starmer zu Beginn einer Videokonferenz mit Frankreich und Deutschland an.

+++ 17:07 Medien: Neue Version des US-Friedensplans hat weniger als 28 Punkte +++

Im Ringen um ein Ende des Krieges geht es Medienberichten aktuell um einen rund 20 Punkte umfassenden Friedensplan. Wie dieser konkret aussieht, geht aus den Berichten mehrerer Zeitungen wie der „New York Times“ und der „Washington Post“ nicht hervor. Nach Angaben der „New York Times“ wurden allerdings einige der aus europäischer und ukrainischer Sicht umstrittensten Elemente wie eine Obergrenze für die Truppenstärke der Ukraine sowie die territoriale Frage nach dem künftigen Grenzverlauf zwischen Russland und der Ukraine zunächst ausgeklammert. Diese Aspekte sollen Gegenstand späterer Verhandlungen sein, heißt es. Gleiches gilt demnach für das Verbot einer Stationierung von Truppen aus Nato-Ländern in der Ukraine.

Kreml lehnt Ukraine-Plan ab Munz: „Am Ende eine Wette, wer zuerst zusammenbricht“

 +++ 16:37 Nato-General: Verhandlungen über Friedensplan beeinflussen Waffenlieferungen an Kiew nicht +++

Die derzeitigen Verhandlungen über den 28-Punkte-Plan der USA haben laut Generalmajor Maik Keller keinen Einfluss auf die Waffenlieferungen an die Ukraine. Man konzentriere sich weiter auf den Kernauftrag, sagt der stellvertretende Kommandeur der Nato-Mission NSATU im Ukraine-Talk von ntv. Das in Wiesbaden stationierte Kommando koordiniert die Waffenlieferungen an die Ukraine, aber auch die Ausbildung ukrainischer Soldaten. „Wir, die Europäer, zahlen diese Unterstützung und die Amerikaner liefern ungebrochen“, so Keller. „Das Commitment auchunseres amerikanischen Kommandeurs ist ungebrochen. Also, ich habe wenige Menschen erlebt, die so mit Herzblut tatsächlich die Ukraine unterstützen.“

Nato-General im Ukraine-Talk Die USA liefern „ungebrochen und mit Herzblut“ an die Ukraine

 +++ 16:07 Inspekteur: Digitalisierungsprojekt der Bundeswehr ist „kriegsentscheidend“ +++

Die Bundeswehr hält nach Berichten über Probleme mit der Digitalisierung ihrer Kommunikation für das Gefecht an der Umrüstung einer ersten Division bis Ende 2027 fest. Bis dahin sollten auch ungefähr 10.000 Fahrzeuge mit dem neuen System bestückt sein, sagt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, in Munster. „Das ist das Ziel. Das hat uns die Industrie auch zugesichert, dass wir bis Ende 2027 die ‚Division 25‘ ausgerüstet bekommen – und daran werden wir die Industrie auch messen“, sagt er. Dabei gehe es um 16.000 Fahrzeuge und militärische Plattformen in der Bundeswehr. Die Bedeutung der Umrüstung bezeichnet Freuding angesichts russischer Fähigkeiten als „kriegsentscheidend“.

„In Geld gegossenes Scheitern“ Probleme bei der Digitalisierung der Bundeswehr schlimmer?

+++ 15:44 Ukraine unterstützt nach Genfer Gespräch Grundzüge von US-Friedensplan +++

Die Ukraine unterstützt im Wesentlichen den von den USA vorgeschlagenen Rahmen für einen Frieden mit Russland. Dies sagt ein ukrainischer Regierungsvertreter nach den Gesprächen mit den USA in Genf. Einige der heikelsten Fragen müssten jedoch noch zwischen den Präsidenten beider Länder besprochen werden. Der ukrainische Sicherheitsberater hatte zuvor erklärt, Präsident Wolodymyr Selenskyj könne in den nächsten Tagen in die USA reisen, um eine Vereinbarung mit US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Krieges mit Russland fertigzustellen.

+++ 15:03 Ukraine zerstört wohl einzigartiges Laserwaffen-Flugzeug +++

Die Ukraine greift mit Drohnen den Flughafen Juschny in Russland an. Dabei geht ein Versuchsflugzeug vom Typ Berijew A-60 1A2 mit Laserwaffen an Bord in Flammen auf. Das Projekt aus den 1980er-Jahren soll sich noch in jüngster Zeit in Entwicklung befunden haben.

Russische Berijew A-60 1A2 Ukraine zerstört wohl einzigartiges Laserwaffen-Flugzeug

+++ 14:31 Russland: Europäer haben Chance vertan +++

Deutschland und andere europäische Staaten haben aus Moskauer Sicht ihre Gelegenheit verspielt, an einer Lösung für den Ukrainekonflikt mitzuwirken. „Ihr hattet eure Chancen, Leute“, sagt Außenminister Sergej Lawrow russischen Agenturen zufolge. „Ihr habt diese Chancen nicht genutzt, ihr habt sie einfach vertan“, führt er mit Bezug auf das Minsker Abkommen aus. Jetzt könne von einer Vermittlung Deutschlands und Frankreichs keine Rede mehr sein, sagt Lawrow. Unter den Vermittlern schätze Moskau die Positionen von Belarus, die Türkei und Ungarn. Außerdem die USA, die „im Unterschied zu London, Brüssel, Paris, Berlin“ die Initiative ergreife, um Lösungswege zu finden.

COMMENT: Noch einmal: Merkel und Partner haben in den Minsker Abkommen I und II den Ukraine-Krieg erst quasi vorbereitet. Die Abkommen dienten laut Merkels Aussage im Sommer dieses Jahres dazu, der Ukraine eine Aufrüstung dank westlicher Hilfe zu ermöglichen. Politik, die Kunst des Möglichen – Lügen und Betrügen eingeschlossen.

+++ 14:00 „Putin kann man nichts anbieten, man kann ihn nur stoppen“ +++

Nachdem Washington und Moskau einen Plan für die Ukraine erarbeitet haben, legen die Europäer nun einen eigenen Entwurf vor. Putin zeigt sich aber weiterhin kaum kompromissbereit, ein wirklicher Friedensdeal ist nach wie vor nicht in Sicht. Sicherheitsexperte Nico Lange mahnt deshalb einen anderen Ansatz an.

Experte Lange zum Ukraine-Plan „Putin kann man nichts anbieten, man kann ihn nur stoppen

+++ 13:40 Kreml: Einbeziehung der Europäer irgendwann nötig +++

Moskau hält nach Kremlangaben eine Beteiligung der Europäer an Gesprächen über die Sicherheitsarchitektur in Europa für nötig. Ein Sicherheitssystem in Europa für die Zeit nach Ende des Konflikts in der Ukraine zu besprechen, sei „ohne Beteiligung der Europäer praktisch unmöglich“, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Agentur Tass zufolge. Auf „irgendeiner Etappe“ sei das nötig.

Zu den Verhandlungen über einen US-Friedensplan wiederholt Peskow bisherige Positionen Russlands. Moskau sei daran interessiert, seine Ziele auf diplomatischem Weg zu erreichen. Der ursprüngliche US-Friedensplan könne eine Grundlage für Verhandlungen sein. Man habe aber verstanden, dass der Moskau bekannte Text inzwischen geändert worden sei. In den vergangenen Jahren hat Moskau allerdings jede diplomatische Initiative hinausgezögert oder direkt abgeblockt und darauf verwiesen, dass die „Ursachen“ des „Konflikts“ beseitigt werden müssten.

+++ 13:15 Polen fordert rascheren Schutz der Ostflanke +++

Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz fordert eine schnellere Stärkung der Nato-Ostflanke zum Schutz vor Drohnen. Hintergrund ist, dass Rumänien heute wegen Drohnen in seinem Luftraum Kampfflugzeuge aufsteigen ließ. Die Operation „Eastern Sentry“ müsse verstärkt werden, sagt Kosiniak-Kamysz nach einem Treffen mit seiner französischen Amtskollegin. „Acht Länder haben ihre Kräfte zugesagt, dies muss beschleunigt werden. Dies ist auch eine Schlussfolgerung, falls diese Verletzung heute bestätigt wird.“

+++ 12:48 Lawrow hat Bedenken und will „Geist von Alaska“ erwecken +++

Ein überarbeiteter Friedensplan für die Ukraine muss nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow die Absprachen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump widerspiegeln. Der Plan müsse dem „Geist und Buchstaben“ der Verständigung vom Gipfeltreffen in Alaska entsprechen, sagt Lawrow in Moskau. Russland warte auf eine geänderte Fassung des US-Plans, nachdem sich Washington mit der Ukraine und Europa abgestimmt habe. Sollte diese von der Absprache abweichen, ergebe sich für Russland eine völlig andere Lage. Putin und Trump hatten sich zuletzt am 15. August in Alaska getroffen. Hoffnungen auf ein rasches Ende des Krieges hatten sich jedoch danach schnell zerschlagen, Moskau setzte seine Angriffe auf die Ukraine unvermindert fort. Trump klagte später, dass Putin ihn habe „hängenlassen“.

+++ 12:19 Geschoss fliegt direkt auf filmenden Russen zu +++

Die Ukraine überzieht mehrere Regionen im Süden Russlands mit Drohnenangriffen. In der Hafenstadt Noworossijsk sorgt eine Warnung vor einem Chemiewaffenangriff für Verunsicherung. Dort werden mehrere Wohngebäude getroffen.

Chemie-Alarm in Noworossijsk Geschoss fliegt direkt auf filmenden Russen zu

+++ 11:53 Russische Vermögenswerte in US-Hand? Macron weist Begehrlichkeiten Trumps zurück +++

Kurz vor einer Videokonferenz der „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine weist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron US-Pläne zur Nutzung russischer Vermögenswerte zurück. „Die Europäer sind die einzigen, die entscheiden, was mit den in Europa eingefrorenen russischen Vermögen passiert“, sagt Macron dem Sender RTL. „Das entspricht geltendem Recht, und das haben wir immer so gehalten.“ Der von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Ukraine-Plan sieht unter anderem vor, dass 100 Milliarden Dollar eingefrorener russischer Vermögen für Aufbauprojekte und Investitionen in der Ukraine unter US-Führung genutzt werden sollen. Die Hälfte der Gewinne sollten an die USA gehen.

Wollen sich die USA bereichern? Macron erteilt Trump-Plan zur Nutzung russischen Vermögens Absage

+++ 11:28 „Am Ende eine Wette, wer zuerst zusammenbricht“ +++

Die USA legen in der vergangenen Woche einen 28-Punkte-Plan vor, der nach amerikanischen Angaben das Töten in der Ukraine stoppen soll. Europäische Staaten sowie die Ukraine lehnen den Plan allerdings ab, da er im Wesentlichen die Forderungen Moskaus enthält. Einem überarbeiteten Plan stimmt der Kreml nicht zu. ntv-Reporter Rainer Munz spricht von einer Wette darauf, „wer zuerst zusammenbricht – die ukrainische Front oder die russische Wirtschaft.“

+++ 11:08 Selenskyj reist womöglich in Kürze für Abkommen in die USA +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist möglicherweise in den nächsten Tagen in die USA, um ein Abkommen mit US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Krieges mit Russland zu schließen. Man freue sich darauf, den Besuch zum frühestmöglichen Zeitpunkt im November zu organisieren, um die letzten Schritte abzuschließen und eine Vereinbarung mit Präsident Trump zu treffen, schreibt der Chef des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine, Rustem Umjerow, auf Facebook.

+++ 10:39 Ukrainer spüren versteckten russischen Panzer auf +++

Ukrainische Kamikaze-Drohnen entdecken in einem Wald einen russischen Panzer, der mit Ästen, Blättern und Zweigen getarnt ist. Eine zweite Drohne greift das Kriegsgerät an, doch erst eine dritte Drohne erzielt einen Treffer: Der Sprengsatz detoniert und Feuer bricht aus.

Erster Angriff schlägt fehl Ukrainer spüren versteckten russischen Panzer auf

+++ 10:08 Drohnen eingedrungen: Rumänien lässt Kampfjets aufsteigen +++

Rumänien hat nach einer Drohnenortung im eigenen Luftraum während russischer Angriffe auf die benachbarte Ukraine erneut Kampfflugzeuge aufsteigen lassen. Eine Drohne sei tiefer ins Landesinnere vorgedrungen, teilt das Verteidigungsministerium in Bukarest mit. Zum Schutz des Luftraums seien vier Kampfjets aufgestiegen, darunter auch zwei Eurofighter eines Bundeswehr-Kontingents, das gemeinsam mit der rumänischen Luftwaffe den südöstlichen Luftraum des Nato-Gebiets sichert. Sie hätten eine Drohne verfolgt, die dann wieder in die Ukraine geflogen sei. Es ist unklar, ob auch eine zweite Drohne den rumänischen Luftraum verletzt hat. Bei russischen Angriffen auf ukrainische Häfen an der Donau kommt es immer wieder zu solchen Luftraumverletzungen in dem Nato-Staat Rumänien, zuletzt erst in der vergangenen Woche.

+++ 09:39 Kreml sieht keine neue Entwicklung nach Treffen mit US-Unterhändler +++

Auch nach dem Treffen einer russischen Delegation mit dem amerikanischen Unterhändler Dan Discroll in Abu Dhabi gibt es nach russischen Angaben keine neue Entwicklung in den Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine. Man habe keine überarbeitete Fassung des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump erhalten, erklärt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. „Derzeit ist das einzig Substanzielle das amerikanische Projekt, das Trump-Projekt. Wir sind der Ansicht, dass dies eine sehr gute Grundlage für Verhandlungen sein könnte. Wir halten weiterhin an diesem Standpunkt fest“, sagt Peskow.

Weitreichende Forderungen ISW: Kreml stimmt Russen offenbar auf „vollständigen Sieg“ ein

+++ 09:27 Kiew: Russen setzten fast 500 Drohnen und Raketen ein +++

Russland hat bei seinen massiven Luftangriffen in der Nacht nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj 22 Raketen und 460 Drohnen eingesetzt. Der russische Hauptangriff habe der ukrainischen Hauptstadt Kiew und der umliegenden Region gegolten, teilt Selenskyj auf X mit. Dabei seien weitreichende Schäden an Wohngebäuden und ziviler Infrastruktur in der ganzen Stadt entstanden.

+++ 09:03 Fatale russische Angriffe: Immer mehr Tote und Verletzte in Kiew +++

Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind den Behörden zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Mindestens neun weitere Personen seien bei den nächtlichen Angriffen mit Drohnen und Raketen verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Zwei mehrstöckige Wohngebäude gerieten in Brand. Die Stadtverwaltung muss den Angaben zufolge die Wärmeversorgung für Teile von Kiew einschränken. Auch die Strom- und Wasserversorgung der Stadt ist gestört.

+++ 08:32 „CIA-Chef wusste offenbar nichts“ – Trump wollte mit Verhandlungen alle überrumpeln +++

Vor zwei Wochen noch beschließt der US-Kongress Sanktionen gegen Russland. „Aus dem Nichts“ überrascht Trump mit einem Ukraine-Plan, der Moskau in die Karten spielen würde. Damit überrumpelt der US-Präsident nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Regierungsmitglieder, so ntv-Reporter Gordian Fritz.

+++ 08:00 Großteil der Trump-Wähler unterstützt in Umfrage ukrainische Position +++

Vielleicht überzeugt das ja US-Präsident Donald Trump, von seiner kremlfreundlichen Haltung etwas abzurücken? Einer Umfrage zufolge unterstützen Trump-Wähler mehrheitlich zusätzliche Sanktionen gegen Russland. Wie „The Vanderbilt Coalition“ schreibt, ist zudem die Forderung, dass die Ukraine Gebiete an Russland abtreten soll, unter Trump-Wählern eine Randposition. So stellen sich 46 Prozent hinter die ukrainische Haltung, 16 Prozent hinter die russische. Ein Großteil gibt zudem Kremlchef Wladimir Putin die Schuld am Ausbleiben eines Waffenstillstandsabkommens, 13 Prozent dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – und immerhin 22 Prozent sagen, Trump trage die Verantwortung dafür, dass bislang kein Abkommen zustande gekommen ist.

+++ 07:34 Sanna Marin: „Wir sind auch abhängig von der Zukunft der Ukraine“ +++

Sanna Marin, Finnlands frühere Ministerpräsidentin, spricht sich dafür aus, die Ukraine in die Europäische Union und in die Nato aufzunehmen. „Die Ukraine ist nicht nur abhängig von uns, wir sind auch abhängig von der Zukunft der Ukraine“, sagt Marin beim Podcast von Table.Briefings. Die Ukraine habe eine große Armee und die einzige Armee mit Erfahrung in moderner Kriegsführung. „Wir brauchen in Zukunft eine starke Ukraine innerhalb Europas und meiner Meinung nach auch innerhalb der Nato.“ Marin, die mittlerweile als Beraterin für das Institute for Global Change des früheren britischen Premierministers Tony Blair arbeitet, sieht Deutschland in einer Führungsrolle bei der Verteidigung Europas. „Ich möchte ein starkes Deutschland sehen, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch, mit Verteidigungsfähigkeiten, die Europa schützen und sichern.“

WEITERE UKRAINE-MELDUNGEN

MiAktien Europa Schluss: Weitere Gewinne dank Ukraine-Fortschritten438dpa-AFX 
MiAktien Frankfurt Schluss: Anleger honorieren Ukraine-Fortschritte398dpa-AFX 
MiPistorius: Darf in Ukraine keinen Kapitulationsfrieden geben255dpa-AFX 
MiÖlpreise etwas tiefer – Ukraine-Gespräche bleiben Hauptthema251dpa-AFX 
MiUS-Ukraine-Plan: Kallas will Putins Position schwächen281dpa-AFX 
MiAktien Frankfurt: Anleger honorieren Fortschritte bei Ukraine-Friedensgesprächen814dpa-AFX 
MiWadephul: Ukraine muss souverän verhandeln können106dpa-AFX 
MiMerz: Kein Frieden durch Kapitulation in der Ukraine234dpa-AFX 
MiMerz macht Ukraine-Ansage an Trump: „Europa ist kein Spielball“294dts Nachrichtenagentur 
MiROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Freundlich – Ukraine-Hoffnungen stützen422dpa-AFX 
MiAktien Frankfurt Eröffnung: Gewinne – Ukraine-Hoffnung und positive US-Vorgaben449dpa-AFX 
MiAktien Frankfurt Ausblick: Gewinne erwartet – Ukraine-Hoffnungen und US-Vorgaben442dpa-AFX 
MiÖlpreise stabilisieren sich – Ukraine-Gespräche bleiben Hauptthema268dpa-AFX 
MiROUNDUP: US-Regierung drückt bei Ukraine-Diplomatie aufs Tempo244dpa-AFX 
MiTrump gibt sich in Ukraine-Verhandlungen optimistisch224dpa-AFX 
DiUkraine sanktioniert russische Getreideschiffe433dpa-AFX
DiROUNDUP 5: USA und Ukraine einig über Friedensplan – was sagt Moskau?382dpa-AFX
Di„Koalition der Willigen“ sieht „Fortschritte“ bei Ukraine-Poker429dts Nachrichtenagentur
DiTrump: Zeitgleiche US-Treffen mit Russland und Ukraine400dpa-AFX
DiWTI-Rohöl fällt, da von den USA vermittelte Russland-Ukraine-Friedensgespräche Angebotsängste schüren424FXStreet
DiROUNDUP 4: USA und Ukraine einig über Friedensplan – was sagt Moskau?359dpa-AFX
 DiMÄRKTE EUROPA/Aufwärts – Markt setzt auf Ukraine-Frieden728Dow Jones News 
DiFrieden in der Ukraine? DAX steigt, Heidelberg Materials haussiert, Thyssenkrupp Nucera knickt …773Der Aktionär 
DiAktien Wien Schluss: ATX gewinnt weiter – Ukraine stimmt Friedensplan zu720dpa-AFX 
DiROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne – Hoffnung auf Ende des Ukraine-Krieges551dpa-AFX 
DiXETRA-SCHLUSS/Hoffnung auf Ukraine-Frieden treibt Kurse336Dow Jones News 
DiMedien: Rund 20 statt 28 Punkte für Frieden in Ukraine276dpa-AFX 
DiÖlpreise geben deutlich nach – und das hat mit der Ukraine zu tun16n-tv.de 
DiÖlpreise geben nach – Verhandlungen um Ukraine-Friedsplan bleiben im Fokus231dpa-AFX 
DiROUNDUP 2: USA und Ukraine einig über Friedensplan – was sagt Moskau?220dpa-AFX 
DiUmfrage: Mehrheit lehnt US-„Friedensplan“ für Ukraine ab135dts Nachrichtenagentur 
DiEUR: Euro trotz Friedensgesprächen in der Ukraine weiterhin unterbewertet257FXStreet 
DiKiew: USA und Ukraine einig über Friedensplan151dpa-AFX 
DiWadephul warnt vor russischer Gefahr über Ukraine-Krieg hinaus186dpa-AFX 
DiROUNDUP: Gespräche über Ukraine-Frieden – Trump bleibt optimistisch331dpa-AFX 
DiPressestimme: ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung‘ zu Ukraine328dpa-AFX 
DiPressestimme: Rhein-Neckar-Zeitung‘ zu Ukraine/Friedensplan323dpa-AFX 
DiDachverband der Ukrainer lehnt „Friedensplan“ ab883dts Nachrichtenagentur 

US-Republikaner: Erbitterter Streit um Friedensplan für Kiew – ORF, 26.11.2025, 23:54

Mit ihrem Friedensplan hat die US-Regierung unter Donald Trump vergangene Woche nicht nur die Ukraine, sondern auch Teile der republikanischen Partei vor den Kopf gestoßen. Trumps Verhandlerteam sieht sich seither mit Kritik, wonach es eine zu russlandfreundliche Haltung eingenommen habe, konfrontiert. Der Umgang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine spaltet die Partei zunehmend, heißt es in US-Medien.

COMMENT: die übliche politische und mediale hysterische Aufregung vor richtungsweisenden Entscheidungen. Egal, um was es sich handelt.

Spätestens mit dem Aufkommen des 28-Punkte-Plans muss sich die Regierung in Washington eine Reihe unangenehmer Fragen gefallen lassen: Stammt der US-Plan aus russischer Feder? Werden die USA gar zur Marionette des Kreml? Und welche Rolle spielt Trumps enger Vertrauter, der US-Sondergesandte Steve Witkoff? Fest steht: Einige republikanische Kongressabgeordnete werfen dem US-Verhandlerteam nach Aufkommen des umstrittenen Plans „Appeasement“ vor.

„Ein Abkommen, das Aggression belohnt, wäre das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. Amerika ist kein neutraler Schiedsrichter, und wir sollten uns auch nicht so verhalten“, schrieb etwa der langjährige Anführer der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, am Montag in einem Beitrag auf der Plattform X. McConnell hatte bereits am Freitag scharfe Kritik an dem Plan geübt. US-Vizepräsident JD Vance warf ihm daraufhin einen „lächerlichen Angriff“ auf das Team des Präsidenten vor.

„Tiefe Spaltung innerhalb der Republikaner“

Der „erbitterte Schlagabtausch“ spiegle „tiefe Spaltungen innerhalb der Republikaner hinsichtlich des Verlaufs der Verhandlungen und des Vorgehens der Trump-Regierung wider“, hieß es dazu in der „New York Times“ am Dienstag. Er verdeutliche auch einen „umfassenderen Streit“ zwischen jenen Republikanern, die eine harte Linie in der US-Außenpolitik verfolgen, sowie jenen, die sich einer „America First“-Politik verschrieben haben.

Der US-Plan, der vergangene Woche bekanntgeworden war, forderte von der Ukraine unter anderem bedeutende territoriale Zugeständnisse und die Zusage, nicht der NATO beizutreten. Nach Beratungen der USA, der Ukraine und mehrerer europäischer Staaten soll er europäischen Angaben zufolge mittlerweile durch einen Vorschlag, der die Interessen der Ukraine stärker berücksichtigt, ersetzt werden.

Ruf nach Entlassung von Witkoff

Die Kritik aus den eigenen Reihen zielt aber nicht nur auf die Inhalte des Plans, sondern insbesondere auch auf den US-Sondergesandten Steve Witkoff ab. Grund ist auch ein Bloomberg-Bericht vom Dienstag. Demnach soll Witkoff dem Kreml-Berater Juri Uschakow während eines Telefonats im Oktober Ratschläge gegeben haben, wie der russische Staatschef Wladimir Putin dem US-Präsidenten Trump ein Ukraine-Abkommen vorschlagen soll. Reuters berichtete mit Verweis auf drei Insider zudem, dass der US-Plan auf einem von Russland verfassten Papier fuße.

„Für alle, die sich gegen die russische Invasion aussprechen und die Ukraine als souveränes und demokratisches Land erhalten wollen, ist klar, dass Witkoff die Russen uneingeschränkt unterstützt“, schrieb der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon auf X. „Ihm kann man die Leitung dieser Verhandlungen nicht anvertrauen. Würde ein von Russland bezahlter Agent weniger tun? Er sollte entlassen werden“, forderte er. Den US-Plan bezeichnete er zuvor als „widerlich“ und „Kapitulationsplan“.

„Riesenproblem“

Der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick sprach in Reaktion auf den Bloomberg-Bericht auf X von „einem Riesenproblem“ und forderte ein Ende „geheimer Treffen“. Außenminister Marco Rubio solle es möglich sein, seine Arbeit „fair und objektiv“ zu erledigen, so Fitzpatrick. Den Friedensplan bezeichnete er davor als „Russlands absurde Wunschliste“.

Über die Beendigung des Ukraine-Kriegs bestehe in der Trump-Regierung „seit Langem“ ein Streit, hieß es in einem NBC-News-Bericht in der Nacht auf Mittwoch. Die Regierung sei in zwei Lager rund um zwei potenzielle Präsidentschaftskandidaten geteilt: JD Vance und Marco Rubio. Das Lager um Vance und Witkoff wolle Kiew zu bedeutenden Kompromissen zwingen. Das Lager um Rubio sehe Moskau als Schuldigen und fordere Sanktionen, heißt es da.

Rubio tat Berichte über einen Riss in der Trump-Regierung – darunter auch jenen von NBC News – in der Nacht auf Mittwoch als „das jüngste Beispiel einer langen Reihe von hundertprozentigen Falschmeldungen“ ab.

Rubio war am Wochenende auch rund um eine Debatte über die Herkunft des 28-Punkte-Plans in die Schlagzeilen geraten. US-Senatoren berichteten unter Berufung auf ein Telefonat mit Rubio, dass der umstrittene Plan nicht von den Vereinigten Staaten ausgearbeitet worden sei. Rubio widersprach dem kurz darauf vehement. Dem Weißen Haus zufolge wurde der Friedensplan von Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner entwickelt.

Trump hält an Witkoff fest

Trump machte seinem Vertrauten Witkoff indes die Mauer. Er habe die Aufnahme des Gesprächs zwischen Witkoff und Uschakow zwar nicht gehört, für ihn klinge das Ganze aber nach „ganz normalen Verhandlungen“, sagte er während eines Fluges nach Florida auf eine Journalistenfrage zu dem Bloomberg-Bericht.

„Es war schon seit einiger Zeit klar, dass es eine Spaltung gab, aber wir haben sie noch nie so öffentlich erlebt wie in den letzten Tagen“, wird ein ehemaliger hochrangiger US-Diplomat von NBC News zitiert. „Wenn die Spaltung anhält, wird es sehr schwierig sein, eine kohärente Politik zu verfolgen“, sagte William Taylor, ehemaliger Botschafter in der Ukraine und jetziger Mitarbeiter des Thinktanks Atlantic Council.

kale, ORF.at/Agenturen

Links:

Krieg in der Ukraine: Warum Schulen und Schutzkeller jetzt überlebenswichtig sind – Dauerleiden der Bevölkerung und zermürbte Eltern – dpa / GMX, 26.11.2025, 20:11

Armut, Depressionen, Stress durch Luftangriffe und Stromausfälle, Lernrückstände: Der Krieg in der Ukraine dauert nun fast vier Jahre und hat auch die Millionen im Land gebliebenen Kinder schwer gezeichnet.

Nach fast vier Jahren russischem Angriffskrieg sind nach Angaben von UNICEF sieben von zehn Kindern in der Ukraine von Armut betroffen. „Es fehlt ihnen an grundlegenden Dingen für das tägliche Leben“, sagte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider, der Deutschen Presse-Agentur nach einem Besuch im ostukrainischen Gebiet Charkiw.

Dennoch seien viele Menschen weiter gewillt, selbst in frontnahen Gebieten zu bleiben. Von ursprünglich etwa siebeneinhalb Millionen Kindern seien weiter etwa fünf Millionen in dem osteuropäischen Kriegsland geblieben.

Vor dem kommenden Winter versorge die UN-Organisation gerade Schulen und Kindergärten angesichts der ständigen Stromausfälle mit Generatoren. Auch beim Abdichten und Erneuern von Fenstern werde geholfen. „Damit diese Einrichtungen für die Kinder warme Orte sein können inmitten des einbrechenden Winters“, sagte Schneider. In frontnahen Gebieten gehe es auch um die Ausstattung von Schutzkellern in Bildungseinrichtungen.

UNICEF: „Ein Leben voller Ängste, Alpträume und Attacken“

Ziel sei es, den Kindern etwas Stabilität zu geben und Präsenzunterricht zu ermöglichen. Dabei habe Schneider auch vierjährige Mädchen und Jungen in einem Kindergarten getroffen. „Sie haben in ihrer kurzen Lebensspanne nie etwas anderes kennengelernt als ein Leben im Luftschutzkeller, ein Leben voller Ängste, Alpträume und ständig neuer Attacken“, so Schneider.

Inzwischen gebe es durch Unterbrechungen des Unterrichts wegen der Luftangriffe und Stromausfälle immer häufiger Lernrückstände. „Wir gehen davon aus, dass zum Beispiel bei 15-Jährigen ein Bildungsrückstand mittlerweile von durchschnittlich zwei Jahren im Lesen zu sehen ist“, konstatierte der UNICEF-Vertreter.

Nach Ansicht der örtlichen Mitarbeiter des Kinderhilfswerks zeigen über 80 Prozent der Kleinkinder Anzeichen emotionaler Belastung. „Teilweise Entwicklungsverzögerungen, was durch die Kriegserschütterungen bedingt ist.“ Jedes zweite Kind habe die Vorschulzeit komplett verpasst, weil es kaum sichere Kindergärten gebe. Und auch bei älteren Kindern seien Kriegsfolgen sichtbar.

„Etwa ein Drittel der Jugendlichen ist so sehr von einer Traurigkeit und von depressiven Zuständen erfasst, dass sie nur schwer noch den alltäglichen Dingen nachgehen können“, stellt Schneider fest.

Auch die Eltern sind nach Jahren des Krieges zermürbt

Die Kriegsbelastungen zehren auch an den Müttern und Vätern. „Viele Eltern sind durch die lange Kriegsdauer gerade in der Region Charkiw in den frontnahen Gemeinden wirklich zermürbt“, sagt Schneider. Gerade deshalb seien geöffnete Kindergärten und Schulen mit Schutzkellern wichtig. Für die Mütter sei es eine Erleichterung, ihre Kinder wenigstens ein paar Stunden am Tag an einem sicheren Ort zu wissen.

Im Februar 2022 marschierte die russische Armee in die Ukraine ein. Der Angriff verursachte unter anderem die größte Fluchtbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. (dpa/bearbeitet von cm)

Bericht: US-Gesandter beriet Kreml zu Ukraine – ORF, 26.11.2025, 13:14

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat einem Medienbericht zufolge dem Kreml-Berater Juri Uschakow Ratschläge gegeben, wie der russische Staatschef Wladimir Putin US-Präsident Donald Trump ein Ukraine-Abkommen vorschlagen soll. Das geht laut einem Bloomberg-Bericht von Dienstag aus einem Transkript eines Telefonats zwischen Witkoff und Uschakow vom 14. Oktober hervor. Trump stellte sich hinter Witkoff.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde nach eigenen Angaben ein Mitschnitt des etwa fünfminütigen Telefonats zugespielt. Es scheint auf den Ursprung eines von Trump unterstützten 28-Punkte-Plans hinzudeuten, der weithin als für Moskau vorteilhaft eingestuft wurde. Der Plan forderte von der Ukraine unter anderem bedeutende territoriale Zugeständnisse und die Zusage, nicht der NATO beizutreten.

Laut dem Transkript sagte Witkoff während des Gesprächs, er glaube, dass Russland, das im Februar 2022 den Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat, „immer einen Friedensdeal gewollt“ habe. Witkoff habe außerdem „den tiefsten Respekt für Präsident Putin“ geäußert.

Witkoff laut Bloomberg: Gaza-Waffenruhe hervorheben

Der US-Gesandte riet Uschakow laut Bloomberg, Putin solle Trump in einem Telefonat für die erzielte Waffenruhe im Gazastreifen loben. Dieses Telefonat sollte vor einem für den 17. Oktober vorgesehenen Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus stattfinden, habe Witkoff empfohlen.

Der US-Sondergesandte schlug vor, einen 20 Punkte umfassenden Friedensplan für die Ukraine zu erstellen, „so wie wir es für Gaza getan haben“. Er wisse, was nötig sei, um einen Friedensplan abzuschließen, fuhr Witkoff fort: „Donezk und ein Gebietsaustausch irgendwo“, sagte er mit Blick auf die von Russland beanspruchte Region im Osten der Ukraine.

Uschakow spricht von „Fälschung“

Am Mittwoch gab Uschakow gegenüber Reportern an, dass ein Teil der durchgesickerten Informationen „gefälscht“ sei und er sich zu den übrigen Inhalten nicht äußern werde, da das Gespräch vertraulich gewesen sei. Das Durchsickern einer Diskussion über ein ernstes Thema sei „natürlich inakzeptabel“, fügte er hinzu.

Der Kreml sieht die Veröffentlichung als Versuch, die Friedensbemühungen zu untergraben. „Es ist eindeutig, dass es viele Leute in verschiedenen Ländern, die USA eingeschlossen, gibt, die die Tendenz einer Entwicklung zum Frieden stoppen wollen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS.

„Unsere Version wird nah dran sein“

Bloomberg berichtete zudem über ein Gespräch zwischen Uschakow und dem Kreml-Wirtschaftsgesandten Kirill Dmitrijew, der in die Gespräche mit US-Vertretern involviert ist. Das Gespräch fand dem Bericht zufolge am 29. Oktober statt. „Ich glaube, wir werden dieses Papier über unsere Position erstellen, und ich werde es informell in Umlauf bringen“, sagte Dmitrijew laut den Angaben.

„Ich glaube nicht, dass sie unsere Version genau so übernehmen werden, aber zumindest wird es so nah wie möglich dran sein“, fuhr er fort, offenbar in Anspielung auf US-Vertreter. Das Portal Axios berichtete, dass Dmitrijew vom 24. bis zum 26. Oktober drei Tage mit Witkoff und anderen US-Vertretern in Miami im US-Bundesstaat Florida verbracht habe.

Trump: „Ganz normale Sache“

„Das ist eine ganz normale Sache“, reagierte unterdessen Trump während eines Fluges nach Florida auf eine Journalistenfrage zu dem Bloomberg-Bericht. Er habe die Aufnahme des Gesprächs zwar nicht gehört, für ihn klinge das Ganze aber nach „ganz normalen Verhandlungen“. Man müsse der Ukraine eben russische Positionen vermitteln und umgekehrt auch Moskau die Forderungen aus Kiew. Er gehe davon aus, dass Witkoff in Gesprächen mit der ukrainischen Seite ähnlich auftrete.

Auf die Frage, ob er keine Sorge habe, dass sein Sondergesandter zu russlandfreundlich sei, antwortete Trump, der Krieg könne noch Jahre dauern, und Russland habe „viel mehr Einwohner und Soldaten“ als die Ukraine. Wenn das angegriffene Land daher ein Abkommen aushandeln könne, sei das seiner Ansicht nach „eine gute Sache“.

Trump kündigt Witkoff-Besuch bei Putin an, Kreml bestätigt

Trump sagte weiters, er habe Witkoff gebeten, nach Moskau zu reisen, um mit Putin „einige strittige Punkte“ zu besprechen. Das soll laut Trump kommende Woche passieren. Witkoff werde möglicherweise mit Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner reisen, sagte Trump in der Präsidentenmaschine Air Force One. Moskau bestätigte Witkoffs geplanten Besuch.

Parallel dazu verhandle US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll mit der Ukraine, so Trump. Er hoffe zudem, Putin und Selenskyj zu treffen, „aber nur, wenn ein Abkommen zur Beendigung dieses Krieges erzielt worden ist oder die Schlussphase“ der Verhandlungen erreicht sei, ergänzte er.

Republikaner: Witkoff sollte entlassen werden

Die Veröffentlichung sorgte sogar bei Trumps Republikanern für heftige Kritik. Der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick sprach auf der Plattform X von „einem Riesenproblem“ und forderte ein Ende „geheimer Nebenkanäle“. Parteikollege Don Bacon wurde noch deutlicher: Es sei „offensichtlich, dass Witkoff voll und ganz auf der Seite der Russen steht“, schrieb er. „Man kann ihm nicht zutrauen, diese Verhandlungen zu führen. Würde ein von Russland bezahlter Agent weniger tun als er? Er sollte entlassen werden.“

Delegationen der USA, der Ukraine und mehrerer europäischer Länder hatten am Sonntag in Genf Gespräche über den von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges geführt. Der Plan wurde mittlerweile nach europäischen Angaben durch einen Vorschlag ersetzt, der die Interessen der Ukraine stärker berücksichtigt.

Insider: US-Plan bedient sich bei russischem Papier

Dennoch fuße der von den USA unterstützte 28-Punkte-Plan drei Insidern zufolge auf einem von Russland verfassten Papier, berichtete Reuters. Dieses sei der US-Regierung im Oktober vorgelegt worden. Die russische Seite habe das Papier, in dem die Bedingungen Moskaus für eine Beendigung des Krieges dargelegt sind, Mitte Oktober an hochrangige US-Vertreter übergeben. Das sei nach dem Treffen von Trump und Selenskyj in Washington geschehen.

Russland bezeichnete indes Teile des US-Plans zur Beendigung der Kämpfe in der Ukraine als positiv. „Einige Aspekte können als positiv angesehen werden, viele erfordern jedoch spezielle Diskussionen unter Experten“, so Uschakow. Moskau habe den Plan noch mit „niemandem im Detail“ besprochen.

Kreml sieht Europa als Störfaktor in Verhandlungen

Uschakow kritisierte die Bemühungen der Europäer um eine Beteiligung an den Gesprächen über eine Beilegung des Konflikts. „Die Europäer versuchen sich in all die Angelegenheiten einzumischen, was mir völlig unnötig erscheint“, sagte der Kreml-Berater.

red, ORF.at/Agenturen

Links:

Ukraine-Friedensverhandlungen:  Hat Trumps Verhandler Witkoff dem Kreml den Friedensplan diktiert? – dpa / GMX, 26.11.2025, 8:36

HINWEIS: Umfangreicher Bericht und Analyse, der nicht nur Witkoff zum Thema hat.

Befinden sich die Friedensverhandlungen in der Ukraine schon in den letzten Zügen oder gibt es bei den entscheidenden Fragen noch Uneinigkeit? Trump will lieber früher als später eine Einigung – Russland wartet erst einmal ab.

Die USA machen in den Gesprächen über ein Kriegsende in der Ukraine weiter Druck und streben rasche Fortschritte an. Es gebe nur noch wenige strittige Punkte, schrieb Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social. In der Hoffnung, dass der Plan finalisiert werden kann, wies er seine Unterhändler an, sich in Bälde jeweils gleichzeitig mit Vertretern Russlands und der Ukraine zu treffen.

Witkoff reist nach Russland

Trump zufolge soll sein Sondergesandter Steve Witkoff „vermutlich nächste Woche“ mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau sprechen, während sich der als Unterhändler agierende Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, Daniel Driscoll, mit den Ukrainern trifft. Für eine Einigung auf ein Abkommen habe er „keine Deadline“ gesetzt, sagte Trump später auf einem Flug nach Florida. Zugleich nahm der Republikaner Witkoff gegen – auch innerhalb der Präsidentenpartei laut gewordene – Vorwürfe in Schutz, er agiere zu russlandfreundlich und habe sich damit als Unterhändler disqualifiziert.

Nun gab es auch die Bestätigung aus Moskau. Witkoff werde nach Moskau reisen. Es sei eine „vorläufige Vereinbarung“ darüber erreicht worden, dass Witkoff nächste Woche nach Moskau komme, sagte Kremlchef Wladimir Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow dem kremlnahen Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Sarubin. Dieser veröffentlichte den Ausschnitt des Interviews auf seinem Telegram-Kanal. Demnach kommen Witkoff und eine Reihe weiterer Vertreter der US-Administration, die mit „ukrainischen Angelegenheiten“ zu tun haben.

Kritiker hatten den ursprünglich 28 Punkte umfassenden Friedensplan der USA – den Trump nur mehr als „Konzept“ verstanden haben will, obwohl er die Ukraine anfangs zu einer Annahme bis spätestens Donnerstag gedrängt hatte – als einseitige „russische Wunschliste“ kritisiert. Er wurde vor allem deshalb kritisiert, weil er die Ukraine zu inakzeptablen territorialen Zugeständnissen gedrängt hätte.

Den Vorwurf zu den Gebietsabtretungen wies Trump nun zurück. „Letztendlich ist es das Gebiet, das in den nächsten Monaten ohnehin von Russland erobert werden könnte“, sagte er an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Die Entwicklung bewege sich „nur in eine Richtung“ – womit er meint: zugunsten Russlands. Dennoch werde auch Moskau Zugeständnisse machen, nämlich „mit dem Kämpfen aufhören und kein weiteres Land mehr erobern“.

Witkoff der Kreml-Flüsterer?

Der US-Sondergesandte Witkoff hat einem Medienbericht zufolge einem Kreml-Berater Ratschläge gegeben, wie der russische Staatschef Wladimir Putin US-Präsident Donald Trump ein Ukraine-Abkommen vorschlagen sollte. Dies geht laut einem Bloomberg-Bericht vom Dienstag aus einem Transkript eines Telefonats zwischen Witkoff und dem Kreml-Berater Juri Uschakow vom 14. Oktober hervor.

Laut dem Transkript, über das Bloomberg berichtet, sagte Witkoff während des Gesprächs, er glaube, dass Russland – das im Februar 2022 den Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hatte – „immer einen Friedensdeal gewollt“ habe. Witkoff äußerte demnach zudem „den tiefsten Respekt für Präsident Putin“.

Der US-Gesandte riet Uschakow, Putin solle Trump in einem Telefonat für die erzielte Waffenruhe im Gazastreifen loben. Dieses Telefonat sollte vor einem für den 17. Oktober vorgesehenen Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus stattfinden, habe Witkoff empfohlen.

Zudem schlug der US-Sondergesandte vor, einen 20-Punkte-Friedensplan für die Ukraine zu erstellen, „so wie wir es für Gaza getan haben“. Er wisse, was nötig sei, um einen Friedensplan abzuschließen, fuhr Witkoff fort: „Donezk und ein Gebietsaustausch irgendwo“, sagte er mit Blick auf die von Russland beanspruchte Region im Osten der Ukraine.

Europäer wollen Einigung mit USA auf Sicherheitsgarantien

Die westlichen Unterstützer der Ukraine, die vom Abkommensentwurf aus Washington überrumpelt worden waren, wollen jetzt möglichst rasch verlässliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine festzurren, die sie in der ursprünglichen Fassung noch vermisst hatten. Das erklärten die Vorsitzenden der sogenannten Koalition der Willigen nach einer gemeinsamen Schalte, wie die Bundesregierung am Abend mitteilte.

Die Staats- und Regierungschefs hätten mit US-Außenminister Marco Rubio vereinbart, „die gemeinsame Arbeit mit den Vereinigten Staaten zu beschleunigen, um die Ausgestaltung der Sicherheitsgarantien voranzutreiben“, hieß es. Ein dauerhafter Frieden müsse durch robuste und glaubwürdige Sicherheitsgarantien untermauert werden, damit künftige Aggressionen Russlands verhindert werden können.

Bei den in den vergangenen Tagen diskutierten Vorschlägen geht es insbesondere auch darum, wie die Ukraine davor geschützt werden kann, dass sich Russlands Militär nach einem Ende des Krieges konsolidiert, neu aufrüstet und einen weiteren Angriff vorbereitet. Zur konkreten Form derartiger Sicherheitsvorkehrungen ist bislang aber wenig öffentlich bekanntgeworden.

Wie weit sind sich USA und Ukraine einig?

„Es ist unser gemeinsames Interesse, dass Sicherheit real ist“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft vom Dienstag. Zu Details der Gespräche über einen Friedensplan, die am Wochenende mit den USA in Genf geführt worden waren, äußerte er sich nicht. Man habe am Dienstag aber weiter am Textentwurf gearbeitet. „Die Prinzipien dieses Dokuments können zur Grundlage einer umfassenden Vereinbarung weiterentwickelt werden“, erklärte Selenskyj.

Nach Angaben aus dem Weißen Haus und aus Kiew sind sich beide Seiten weitgehend einig über eine gemeinsame Position, auf die dann Moskau reagieren müsste. „Es gibt einige wenige delikate, aber nicht unüberwindbare Details, die geklärt werden müssen und die weitere Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA erfordern“, schrieb Trumps Sprecherin Karoline Leavitt im sozialen Netzwerk X.

Nur Details oder ungeklärte Gretchenfragen?

Unklar ist, ob sich hinter diesen „Details“ nicht gerade die Hauptfrage verbirgt, wie mit den ukrainischen Gebietsverlusten umgegangen werden soll. Das vom Nachbarn Russland im Februar 2022 völkerrechtswidrig attackierte Land hat bislang jegliche Gebietsabtretungen an den Angreifer abgelehnt. Die großen Zugeständnisse, die der Ukraine im ursprünglichen US-Plan abverlangt wurden, warfen wiederum die Frage auf, wie wichtig der US-Regierung eine für Kiew akzeptable Form des Deals ist.

Ein weiterer Gesprächsstrang wurde Medienberichten zufolge am Dienstag am Persischen Golf verfolgt: Dort traf sich demnach eine US-Delegation in Abu-Dhabi mit russischen Vertretern.

Heute wollen die Außenminister der EU-Staaten am späten Vormittag in einer Videoschalte über die jüngsten Entwicklungen beraten. Eine Frage dürfte sein, wie die Europäische Union verhindern kann, dass die Ukraine von den USA zu allzu großen Zugeständnissen gegenüber Russland gezwungen wird. Die Europäer sehen das große Risiko, dass sich die Sicherheitslage auch für sie verschlechtern könnte, sollte der Aggressor als klarer Sieger aus dem Konflikt hervorgehen – und damit ermutigt werden, auch künftig das Völkerrecht zu brechen, wenn sich der Kreml davon einen Vorteil verspricht.

Was sagt Russland?

Moskau hatte den ursprünglichen Plan, der harte Zugeständnisse von der Ukraine gefordert hatte, als mögliche Grundlage für Verhandlungen bezeichnet, aber vor größeren Aufweichungen zugunsten Kiews gewarnt. Außenminister Sergej Lawrow sagte russischen Agenturen zufolge: „Wir erwarten, dass die USA uns informieren, wenn sie ihre Beratungen mit dem ukrainischen Regime und mit den Europäern abgeschlossen sehen.“

Der russische Außenminister sprach Deutschland und anderen europäischen Staaten ab, im Ukraine-Krieg vermitteln zu können. „Ihr hattet eure Chancen, Leute“, sagte er. Moskau schätze nun eher die Positionen von Vermittlern wie Belarus, der Türkei, Ungarn oder den USA. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte indessen, weil es um die europäische Sicherheit gehe, werde man irgendwann auch die europäischen Staaten in Gespräche einbeziehen.

COMMENT: Hintergrund dieser Lawrow-Aussage sind die Minsker Abkommen I und II, die nicht ehrlich eine Lösung herbeiführen wollten, sondern laut Merkel in Form einer Hinhaltetaktik der Ukraine in dieser Zeit eine militärische Ertüchtigung ermöglichen sollten.

Trump spricht über Treffen mit Selenskyj und Putin

Trump stellte indes Treffen mit Putin und Selenskyj in Aussicht – „aber NUR, wenn der Deal zur Beendigung dieses Krieges FINAL ist oder sich auf der Zielgeraden befindet“, wie er auf Truth Social schrieb. Ob er sich mit ihnen jeweils in Zweier- oder in einer Dreierkonstellation treffen will, sagte Trump nicht.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte warnte vor zu hohen Erwartungen an eine rasche Verwirklichung des von den USA verfolgten Friedensplans. „Er enthält einige starke, aber auch einige schwierige Elemente, die noch mehr Arbeit und Verhandlungen erfordern“, sagte Rutte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und der spanischen Zeitung „El Pais“. „Auf dem Weg zum Frieden sind wir noch längst nicht am Ziel.“

Rutte äußerte sich auch über die russische Kriegsführung. Russland erzielt trotz enormer personeller Verluste an der Front in der Ukraine keine wesentlichen Fortschritte. „Russland verliert jeden Monat rund 20.000 Soldaten. Können Sie sich das vorstellen: 20.000 Menschenleben, jeden Monat? Das sind Väter und Söhne, die sterben, ohne nennenswerte Gebietsgewinne zu erzielen“, sagte Rutte.

COMMENT: Die Fokussierung auf die monatlich Gefallenen ändert nichts an der Tatsache, dass laut Oberst Dr. Reisner das russische Militär langsam, aber stetig in die Ukraine vorrückt, indessen die Lage für die Ukraine ziemlich prekär ist. Die Frage ist: was sind „wesentliche“ Fortschritte?

Die Zahl der Gefallenen in der Ukraine wird nicht veröffentlicht, es gibt – bis auf eine Mitteilung dazu vor Monaten – lediglich Schätzungen. Die Zahl dürfte erheblich kleiner sein als die russischen. Dazu kommt aber eine Fluchtbewegung junger Männer aus der Ukraine, die erlaubter Weise die Ukraine verlassen dürfen. Dies, um den Dienst an der Waffe zu entgehen.

Empfehlungen der Redaktion

Bislang sind etwa eine Million Russen getötet oder schwer verwundet worden“, fuhr Rutte fort. In diesem Jahr habe Russland etwa ein Prozent ukrainisches Territorium eingenommen und rücke täglich „nur wenige Meter“ vor.(afp/dpa/bearbeitet von the)

US-Politik: Putins Berater: Keine Gespräche zu Friedensplan in Abu Dhabi – dpa via GMX, 26.11.2025, 12:08

Mehrere Medien berichteten über ein Treffen einer US- und einer russischen Delegation in Abu Dhabi. Laut einem Berater des Kremlchefs ging es dort aber nicht um den Friedensplan für den Ukraine-Krieg.

Bischkek – Moskau hat Medienberichte über Gespräche in Abu Dhabi über eine mögliche Friedenslösung im Ukraine-Krieg zurückgewiesen. „In Abu Dhabi wurde der Friedensplan nicht besprochen“, sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin , Juri Uschakow, dem kremlnahen Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Sarubin, in Bischkek. Putin ist derzeit zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in der Hauptstadt Kirgistans.

Der Friedensplan sei im Detail bisher gar nicht mit Russland besprochen worden, führte Uschakow aus. Der Korrespondent veröffentlichte den Ausschnitt des Interviews in seinem Telegram-Kanal.

Mehrere Medien hatten am Dienstag berichtet, dass Mitglieder der US-Regierung sich mit einer russischen Delegation in Abu Dhabi trafen. Uschakow zufolge kommen in den Vereinigten Arabischen Emiraten regelmäßig Vertreter der Geheimdienste Russlands und der Ukraine zusammen, um Fragen wie den Austausch Gefangener zu besprechen. Diesmal sei „der neue US-Vertreter“ in Abu Dhabi gewesen und habe „völlig unerwartet“ mit Russen dort gesprochen, bestätigte Uschakow.

Gemeint sein dürfte Daniel Driscoll, Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, der vergangene Woche die US-Vorschläge in Kiew erläutert hat.  © Deutsche Presse-Agentur

UKRAINE-KRIEG

Trump plant Treffen mit Selenskyj und Putin – aber nur unter einer Bedingung – AP/dpa / GMX, 26.11.2025, 5:33

US-Präsident Donald Trump stellt ein baldiges Treffen mit Putin und Selenskyj in Aussicht – allerdings nur, wenn der Deal zur Beendigung des Krieges praktisch unterschriftsreif ist. (AP/dpa)

Trump Snubs Zelensky’s Urgent Meeting Request – Will Host Only When Final Deal Is Agreed To – Zerohedge, 26.11.2025, 1:50 AM 

Update(1640ET): Trump’s latest comments on Ukraine peace progress suggest a direct meeting with Zelensky may not happen after all. The Ukrainians are pushing a face-to-face by Thursday, or at least this week. But President Trump is not going to meet with Zelensky until a deal is agreed to. Thus it appears the US president is serious about seeing a real compromise reached. Zelensky is seeking to convince Washington to nix the territorial concessions part of the now 19-point peace plan. Below are the key lines of Trump’s Tuesday Truth Social post:

Over the past week, my team has made tremendous progress with respect to ending the War between Russia and Ukraine.

I have directed my Special Envoy Steve Witkoff to meet with President Putin in Moscow and, at the same time, Secretary of the Army Dan Driscoll will be meeting with the Ukrainians.

I look forward to hopefully meeting with President Zelenskyy and President Putin soon, but ONLY when the deal to end this War is FINAL or, in its final stages.

A very important point … 

WEITERE MELDUNGEN AUS ALLER WELT

ORF MELDUNGBÜNDEL WELT

Donnerstag, 27. November 2025

Ausland

Wahl 2020 in Georgia: Aus für Ermittlungen gegen Trump

Sicherheitsnotstand nach Entführungen in Nigeria

Urteile gegen Tausende Menschen in Myanmar aufgehoben

Militär übernimmt „vollständige Kontrolle“ in Guinea-Bissau

Korruptionsfall: Ukrainischer Ex-Minister Umjerow vorgeladen

Trump will Südafrika nicht zu G-20-Gipfel einladen

Flutkatastrophe in Thailand: Zahl der Toten steigt

Science

Auch auf dem Mars blitzt es

Ruhm verkürzt Lebenserwartung um vier Jahre

Panorama

Schuhe von Miss Piggy una anderes mehr versteigert

Wirtschaft

Bericht: Asiatische Firmen prüfen Übernahme von Puma

Mittwoch, 26. November 2025

Ukraine-Krieg

Medien: Treffen Orbans mit Putin am Freitag in Moskau

Russland-Geld für Kiew: Kommission bereit für nächste Stufe

19 Verletzte bei russischem Angriff auf Saporischschja

Ausland

Sarkozy zum zweiten Mal rechtskräftig zu Haft verurteilt

ICE-Festnahme in familiärem Umfeld von Trump-Sprecherin

Erdogan „bedroht“: Vier Jahre Haft für türkischen Reporter

Israel übergibt 15 Leichen von Palästinensern

EU

Budget für 2026 in Kraft

Kinderähnliche Sexpuppen: Auskunft von Shein verlangt

EU-Parlament für Verschiebung der Entwaldungsverordnung

Chatkontrolle: Staaten für Freiwilligkeit statt Pflicht

Religion

Erste Auslandsreise von Papst Leo XIV. mit brisanten Zielen

Wirtschaft

Britische Wirtschaft wächst stärker als erwartet

BAHA-NEWS

Chronologisch absteigend, jüngste Meldungen zuoberst:

USA

Schüsse auf Nationalgardisten: Täter festgenommen, Motiv unklar – 27.11.2025

Nach einem bewaffneten Angriff auf zwei US-Nationalgardisten nahe dem Weißen Haus in Washington am Mittwoch ist der mutmaßliche Täter festgenommen worden. Die beiden Angeschossenen seien in „kritischem Zustand“, sagten FBI-Chef Kash Patel und Bürgermeisterin Muriel Bowser. Bowser sprach von einem gezielten Angriff. US-Präsident Donald Trump sprach von einem Terrorakt. Das Motiv für die Tat ist unklar.

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich laut US-Medienberichten um einen 29-jährigen Afghanen handeln, der 2021 in die USA einreiste, aber erst 2025 nach Trumps Amtsantritt Asyl gewährt bekam. Trump kündigte drastische politische Konsequenzen an: Alle Afghanen im Land sollten überprüft werden, die unter seinem demokratischen Amtsvorgänger Joe Biden in die USA kamen.

Zudem werde er „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass alle Ausländer aus allen Ländern abgeschoben werden, die nicht hierhergehören oder unserem Land keinen Nutzen bringen“, sagte er in einer Ansprache. Er ordnete zudem die Entsendung von rund 500 weiteren Soldatinnen und Soldaten der Nationalgarde in die Hauptstadt an.

äter nach Schüssen überwältigt

Ein Vertreter der Washingtoner Polizei erläuterte, der Schütze sei am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nahe der U-Bahn-Station Farragut West aufgetaucht und habe unmittelbar auf die Nationalgardisten gefeuert. Weitere Mitglieder der Nationalgarde hätten die Schüsse gehört, eingegriffen und den Verdächtigen überwältigt. Die Polizei sei wenige Augenblicke später eingetroffen.

Zur Identität der Angeschossenen gibt es keine Angaben, unbestätigten US-Medienberichten zufolge handelte es sich um eine Soldatin und einen Soldaten. Zunächst hatte es Verwirrung um den Zustand der Opfer gegeben. Der Gouverneur von West Virginia, Patrick Morrisey, erklärte, die beiden seien gestorben. Wenig später teilte er via X mit, es gebe widersprüchliche Berichte über ihren Zustand.

In einer späteren Videobotschaft ging der republikanische Gouverneur nicht auf seinen ursprünglichen Post über den angeblichen Tod der Soldaten ein. Morrisey zufolge stammen die beiden aus seinem Bundesstaat West Virginia. Der Vorfall schockierte die USA am Vorabend des wichtigen Feiertags Thanksgiving.

Debatte über Verantwortung

Im aufgeladenen politischen Klima in den USA entbrannte sofort eine Debatte darüber, wer die politische Verantwortung für den Vorfall trägt. Auch Heimatschutzministerin Kristi Noem machte indirekt Bidens Regierung verantwortlich. Der Afghane sei ohne die nötigen Überprüfungen ins Land gekommen, behauptete sie. Erste republikanische Abgeordnete forderten drastische Maßnahmen gegen Ausländer im Land.

Trump bezeichnete den Schützen als „Tier“ und sagte, er müsse „den höchstmöglichen Preis bezahlen“. Er bezeichnete die Tat auch als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Trump nannte Afghanistan in seiner Ansprache ein „Höllenloch auf Erden“ und stellte die Behauptung auf, Millionen Menschen seien unter Biden aus aller Welt ohne nötige Überprüfung in die USA gekommen.

Selbst während der teils chaotischen Rettung von Afghanen aus Kabul durch das US-Militär 2021 wurden Afghanen nicht direkt in die USA gebracht. Sie wurden unter anderem auf einen US-Stützpunkt in Katar gebracht, wo Sicherheitsprüfungen durchgeführt wurden. Die US-Einwanderungsbehörde USCIS erklärte, die Bearbeitung aller Einwanderungsanträge von Afghanen werde mit sofortiger Wirkung ausgesetzt.

Demokraten rufen zu Miteinander auf

Führende Demokraten riefen zu einem friedlichen Miteinander auf. So erklärte etwa der demokratische Senator Jack Reed, es brauche nun „Ruhe, Mitgefühl und Einheit“. Die US-Organisation AfghanEvac, die sich für Afghanen einsetzt, warnte davor, den Angriff politisch zu instrumentalisieren. Die isolierte Tat eines Einzelnen dürfe nicht als Vorwand dienen, eine ganze Gemeinschaft zu diskreditieren – das treibe die gesellschaftliche Spaltung weiter voran.

2.000 Soldaten patrouillieren in Washington

Die Nationalgarde ist eine militärische Reserveeinheit und Teil der US-Streitkräfte. Sie untersteht in der Regel der Kontrolle der Bundesstaaten und wird etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen und anderen Notlagen eingesetzt. In bestimmten Situationen kann jedoch auch der Präsident das Kommando übernehmen. Für die Hauptstadt Washington, die rechtlich kein eigener Bundesstaat ist, gelten Sonderregeln.

Seit dem Sommer sind mehr als 2.000 Nationalgardisten in der Stadt unterwegs. Trump hatte sie im August dorthin beordert und den Einsatz mit angeblich ausufernder Kriminalität begründet. Den registrierten Rückgang der Straftaten schreibt Trump der Präsenz der Einheiten zu.

Laut Polizeistatistik von Washington gab es zwischen dem 25. Mai und dem 25. November dieses Jahres 62 Tötungsdelikte. Demgegenüber wurden im gleichen Zeitraum des Vorjahres 107 Tötungsdelikte registriert. Seit dem 12. August wurden von der Polizei knapp 6.500 Straftaten registriert im Vergleich zu etwa 9.500 im gleichen Zeitraum des Jahres 2024.

Stadt ging juristisch gegen Einsatz vor

Die Stadt ging juristisch gegen den Einsatz vor. Eine Bundesrichterin erklärte die Mobilisierung der Nationalgarde jüngst für unzulässig und ordnete an, sie zu beenden. Sie setzte ihre Entscheidung jedoch für drei Wochen aus, damit die Trump-Regierung in Berufung gehen kann. Ebenfalls am Mittwoch stellte die Regierung einen Eilantrag, um die Entscheidung der Richterin auszusetzen.

In sozialen Netzwerken kam es unterdessen zu gegenseitigen Schuldzuweisungen. Einige sagten, die Nationalgarde hätte gar nicht in Washington stationiert werden dürfen und sei dadurch unnötig gefährdet worden. Andere machten die Rhetorik demokratischer Kongressmitglieder für den Angriff mitverantwortlich.

Angespannte Stimmung in Washington

Die Stimmung in der Hauptstadt ist seit dem Sommer angespannt. Neben der Nationalgarde kamen auch andere Bundesbehörden zum Einsatz. So nahmen etwa teils vermummte Beamte der Migrationsbehörde ICE bei Razzien in Wohnvierteln Einwanderer fest; im Netz verbreiteten sich Videos solcher Einsätze, die von vielen als willkürlich empfunden wurden. Es regte sich Protest.

Die Nationalgarde patrouillierte jedoch – anders als etwa ICE – vor allem an touristischen Orten und leistete Hilfsdienste wie Müllbeseitigung. Anfangs waren die Nationalgardisten unbewaffnet, später änderte sich das. Es gab Warnungen, dieser Schritt könne die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen.

red, ORF.at/Agenturen

Links:

FERNER OSTEN

Mindestens 55 Tote und Festnahmen nach Brand in Hongkong – APA, 27.11.2025

Nach dem tödlichen Großbrand in einem Hongkonger Wohnkomplex suchen die Ermittler weiter nach der Ursache für den Ausbruch der Flammen. Wie die Behörden mitteilten, nahm die Polizei drei Mitarbeiter einer Baufirma mit Verdacht auf fahrlässige Tötung fest. Bei dem verheerenden Brand kamen mindestens 55 Menschen ums Leben. Am Donnerstag galten insgesamt 123 Menschen im Stadtteil Tai Po als verletzt. Offen blieb die Zahl der Vermissten. Es sollen zumindest 279 Personen sein. …

NAHER OSTEN – MENA WATCH (Mena-Watch auf Wikipedia)

Syrien vor wieder aufflammender Gewalt gegen Alawiten  FAZ-Liveblog, Mittwoch, 26.11.2025

In Syrien wächst die Sorge vor erneuter Gewaltausbrüche gegen Minderheiten. In mehreren mehrheitlich alawitisch besiedelten Regionen Syriens sei es wieder zu Übergriffen gekommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Seit den frühen Morgenstunden hätten lokale Informanten der Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien mehrere schwere Verstöße gemeldet, sagte Direktor Rami Abdel Rahman. Fahrzeuge in Lattakia und Banijas im Westen des Landes seien angegriffen worden. In Teilen der Hauptstadt Damaskus seien konfessionsgebundene Parolen skandiert worden. In alawatischen Vierteln riefen Unbekannte demnach: „Wir werden dafür sorgen, dass euch die Luft ausgeht.“ 

Auslöser der neu entfachten Gewalt gegen die alawitische Gemeinde war nach Regierungsangaben der gewaltsame Tod eines Ehepaars in Syriens drittgrößter Stadt Homs am Sonntag. Daraufhin brachen erneute Gefechte aus. In mehreren syrischen Städten kam es zu Demonstrationen gegen die Gewalt. Dabei ist es nach Angaben der Beobachtungsstelle erneut zu Attacken gekommen. Auch Mitglieder der Sicherheitskräfte der Übergangsregierung sollen involviert gewesen sein.

EUROPA

EU-Neuwagenmarkt erholt sich nur langsam

Steigende Neuzulassungen in 20 Ländern – Deutsche Autobauer gewinnen weiter Marktanteile – Pressetext, 26.11.2025

Wien (pte024/25.11.2025/12:30) – Trotz der gesamtwirtschaftlich angespannten Lage in vielen EU-Staaten hat sich der EU-Neuwagenmarkt im Oktober laut einer neuen Analyse des Consultants EY leicht erholt. Von den 27 EU-Ländern verzeichneten 20 steigende Neuzulassungen. Damit liegt der Neuwagenabsatz im bisherigen Jahresverlauf um 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Unterdurchschnittliches Niveau

In Österreich stiegen die Neuzulassungen um elf Prozent, im bisherigen Jahresverlauf sogar um 12,5 Prozent. Das Absatzniveau in der EU bleibt jedoch stark unter dem Vorkrisenniveau: 2019 wurden von Januar bis Oktober in der EU 18 Prozent mehr Neuwagen zugelassen als im laufenden Jahr. In absoluten Zahlen liegt die Lücke bei fast zwei Mio. Fahrzeugen, heißt es.

„Von einer echten, breit getragenen Erholung kann aber keine Rede sein. Angesichts der weiterhin anspruchsvollen Rahmenbedingungen bleibt die Nachfrage verhalten“, erklärt Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich. Zwar sei der Ersatzbedarf nach Jahren mit sehr niedrigen Verkaufszahlen enorm gestiegen, und das Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Europa nehme stetig zu. Die schwache Konjunktur bremse jedoch die Ausgabenbereitschaft.

Renault, BMW und VW punkten

Vor allem Renault, BMW und VW konnten überdurchschnittlich stark wachsen und Marktanteile gewinnen, während Stellantis, Toyota, Hyundai und Tesla Marktanteile abgegeben haben. Insgesamt legten die Pkw-Neuzulassungen der drei deutschen Autokonzerne in den ersten zehn Monaten des Jahres um 4,9 Prozent zu – bei einem Anstieg des Gesamtmarktes um 1,4 Prozent. Ihr gemeinsamer Marktanteil stieg damit von 38,4 auf 39,7 Prozent.

Der Elektroauto-Pionier Tesla verzeichnete laut EY im Oktober einen deutlichen EU-weiten Absatzrückgang und Marktanteilsverluste. Nachdem das Absatzminus im September nur 19 Prozent betragen hatte, weitete es sich im Oktober auf 48 Prozent aus. Der Tesla-Anteil am Elektro-Markt schrumpfte im Vergleich zum Vorjahresmonat von neun auf drei Prozent.

Der E-Auto-Absatz stieg im Oktober deutlich zweistellig. EU-weit kletterten die Elektro-Neuzulassungen um 39 Prozent, die meisten – 20 von 27 – EU-Ländern verzeichneten steigende Neuzulassungen von Elektroautos. Ihr Marktanteil erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat von 14,4 auf 18,9 Prozent. In Österreich stiegen die Neuzulassungen von Elektroautos im Oktober um 29 Prozent, der Marktanteil stieg von 18,2 auf 21,1 Prozent.

(Ende)

DEUTSCHLAND – WAHLUMFRAGEN

UMFRAGEN

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06:47Fed-Umfrage: US-Arbeitsmarkt schwächt sich ab5cash
06:08Umfrage: Mehrheit traut der Regierung keine volle Amtszeit zu207dpa-AFX
05:50Neue Umfragedaten zu Essgewohnheiten der Deutschen287dpa-AFX
MiKommentar: Dass laut einer Umfrage alte Gewissheiten der Deutschen ins Wanken geraten, führt zu Stress271news aktuell
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MiUmfrage zeigt: Viele nutzen Krypto zum langfristigen Vermögensaufbau1FinanzBusiness
MiIfo-Institut versus IAB: Umfragen uneins zu Aussichten am Arbeitsmarkt1Spiegel Online
MiUmfragen uneins zu Aussichten am Arbeitsmarkt1Frankfurter Rundschau
MiROUNDUP: Umfragen uneins zu Aussichten am Arbeitsmarkt in Deutschland107dpa-AFX
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MiVAA-Umfrage zur Chancengleichheit: Frauen holen bei leitenden Positionen auf230news aktuell
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MiPressestimme: ‚Frankfurter Rundschau‘ zu Verdi-Umfrage/Paketbranche305dpa-AFX
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DiHilflos beim Wohnungsbrand / ADAC Umfrage zeigt große Unsicherheit / Tipps zur Prävention und Bekämpfung1.049news aktuell
DiUmfrage: Nur acht Prozent erwarten WM-Titel für Deutschland908dts Nachrichtenagentur

Deutsche Regierung: Pensionsreform als drohende Bruchstelle – ORF,

Die Koalition aus CDU/CSU und SPD schleppt sich seit Wochen dahin und wird vor allem von internen Querelen geplagt. Dass die Junge CDU bei einer zuvor bereits von den Koalitionsspitzen ausverhandelten Pensionsreform nicht mitstimmen will, hat die bisher innenpolitisch glücklos agierende Regierung von CDU-Kanzler Friedrich Merz dem Scheitern gefährlich nahegebracht. Das Aus wird beim Koalitionsausschuss am Donnerstag aber wohl noch abgewendet werden.

Das zeichnete sich zumindest bei der Generaldebatte zum Budget am Mittwoch im Deutschen Bundestag ab. Dort traten die Fraktionschefs der Koalitionspartner, Jens Spahn (Union) und Matthias Miersch (SPD), nach wochenlangem Streit geeint auf – und deuteten einen vorläufigen Kompromiss im Streit um die Pensionen an. Auch im Nachbarland werden die Pensionskosten angesichts der Alterung der Bevölkerung zu einer zunehmenden Belastung für den Staatshaushalt. Doch das Problem dürfte beim Treffen der Koalitionsspitzen am Donnerstag nur aufgeschoben, aber nicht gelöst werden.

Hintergrund des Renten- bzw. Pensionsstreits ist die Forderung vor allem jüngerer Unionspolitikerinnen und -politiker, den vorliegenden vom Kabinett beschlossenen Gesetzesentwurf zur Stabilisierung des Pensionsniveaus noch zu verändern. Sie kritisieren, dass dieser auch über das Jahr 2031 fortwirkt – und damit über die Vereinbarung im Koalitionsvertrag hinausgeht.

Merz bittet um Geduld

Im Bundestag bat Merz angesichts der generell wachsenden Kritik an seiner Regierung um Geduld. Die Opposition – aber auch Stimmen aus der Koalition – werfen der Regierung nicht nur bei den Pensionen vor, die nötigen großen Reformen insbesondere zum Ankurbeln des Wirtschaftswachstums nicht auf den Boden zu bekommen und sich in Klein-Klein zu verheddern.

Die „Reformerwartungen“ an die Koalition seien „zum Teil größer, als wir sie im Augenblick erfüllen“, so Merz am Mittwoch in seiner Rede vor den Abgeordneten in Berlin. Angesichts der Größe der Aufgaben wolle seine Regierung aber „nichts übers Knie brechen“.

Scharfe Kritik der Opposition

Die Opposition warf dem deutschen Kanzler Versagen vor. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel attestierte der Regierung Merz sieben Monate nach Amtsantritt ein vollständiges Scheitern. „Diese Koalition im Endstadium erinnert immer mehr an die Brücke der Titanic“, sagte sie. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann bescheinigte der Regierung einen rasanten Vertrauensverlust. Das habe auch etwas zu tun „mit dem Chaos in dieser Regierung, mit dieser Führungslosigkeit der Fraktionen“.

Die Linke warf Merz falsche Prioritäten in der Haushaltspolitik vor – und eine „massive Umverteilung“ von unten nach oben, da sie Milliarden für die Rüstung ausgebe, aber im Sozialbereich spare.

Reformkommission soll Kompromiss finden

In der Plenardebatte kam auch der aktuelle Pensionsstreit in der Koalition zur Sprache. Die Fraktionschefs von Union und SPD, Spahn und Miersch, zeigten sich zuversichtlich, dass der Streit um die Sicherung des Pensionsniveaus bald gelöst werden könne.

Als nächsten Schritt stellten sie zudem eine umfassende Reform des Pensionssystems in Aussicht, mit der im kommenden Jahr begonnen und für die eine Reformkommission eingesetzt werden soll. Miersch zeigte sich am Mittwoch in der Generaldebatte des Bundestags überzeugt, dass „wir tatsächlich in dieser großen Koalition Großes bewirken und dieses Rentensystem auf zukunftssichere Füße stellen“ können.

Spahn: Geht nicht ohne Debatten

Spahn zeigte mit Verweis auf einen großen Reformstau im Pensionssystem Verständnis für die Diskussionen und den Widerstand der Jungen in seiner Fraktion, betonte aber: „Jetzt zu glauben, dass das alles ohne Debatten mal einfach hier so durchmarschiert – das scheint mir doch eher Wunschdenken.“ Für beide Koalitionsparteien sind Ältere und Pensionistinnen und Pensionisten eine zentrale Wählerklientel. Gleichzeitig ist vor allem in der Union der Druck hoch, nach langer Zeit wieder eine große Reform des Pensionssystems anzugehen.

Kanzler Merz äußerte sich nur in allgemeiner Form zu dem Pensionsstreit. Er sehe es als seine Aufgabe, für einen „fairen Ausgleich zwischen den Generationen“ zu sorgen, sagte er.

Merz gegen „unterkomplexe Redensarten“

Generell plädierte Merz, der als Oppositionschef seinen Amtsvorgänger Olaf Scholz (SPD) noch regelmäßig das Verschleppen von Reformen vorgeworfen hatte, für mehr Realitätssinn: „Ich höre immer wieder, dass gesagt wird: Diese Regierung müsste sich doch nur irgendwo mal einen Ruck geben – zwei, drei große Vorhaben –, und schon wären die Probleme verflogen in unserem Land“, so der Kanzler bei der Generaldebatte.

Die „ehrliche Antwort“ auf solche Erwartungen laute aber: „Unser Land ist ein hochkomplexes Land, und hochkomplexe Sachverhalte erfordern komplexe Antworten und nicht unterkomplexe Redensarten.“

COMMENT: Schön, schön. Schönes Geschwurbel. Fakt ist, dass die Regierung ihre dem Wählervolk zugesagten Aufgaben nicht wirklich macht. Schönfärbereien mit Sondervermögen und Infrastrukturausgaben, die zur Schuldabdeckung in anderen Rubriken verwendet werden, werfen ein weiteres schlechtes Licht auf die deutsche Bundesregierung.

Deutschland schafft sich ab, so ist der Eindruck. Und der emotionalisierend redenschwingende Großsprech-Reisekanzler macht in Außenpolitik. Nun ja, Merz wollte seit vielen Jahren schon Bundeskanzler werden, wurde es aber nicht. Nun ist er es, mit schwindenden Zustimmungen bei Umfragen und einer Verlierer-Partei im Regierungsboot.

Wählervolk, deutsche Staatsbürger und ihre Anliegen, Wirtschaftsinteressen? Wurscht!

Wie lange wird das gut gehen?

Wir haben keine andere Alternative als Merz, tönt es schon in den Kommentaren der Mainstreammedien. Schon, schon, doch, doch: da gibt es eine Alternative für Deutschland. Was käme mit der mit?

red, ORF.at/Agenturen

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ÖSTERREICH – WAHLUMFRAGENAPA-WAHLTREND

Black Friday: Orientierung im Schnäppchendschungel – ORF, 27.11.2025

Binnen weniger Jahre und angetrieben vom Aufstieg des Onlinehandels hat sich der Black Friday auch hierzulande zu einer fixen Größe entwickelt. Aus dem Black Friday ist längst die Black Week und gar der Black November geworden, der Cyber Monday gönnt sich jetzt auch schon eine ganze Cyber Week. Kurz: Um die Schlacht um Schnäppchen kommen mittlerweile weder Konsumenten noch Händler herum.

Auch wenn schon in den 1950er Jahren der traditionell starke Einkaufstag am Freitag nach Thanksgiving vereinzelt Black Friday genannt wurde, brauchte es Jahrzehnte, bis sich der Begriff in den 1980er Jahren durchsetzte. In Europa kam er noch später an – vor rund zehn Jahren, also als US-Onlineshops wie Amazon durchstarteten. Der eigentlich für den Onlinehandel geschaffene Cyber Monday folgte bei Fuß.

Heute ist der Schnäppchendschungel kaum überschaubar – im klassischen Onlinehandel sowieso, aber mittlerweile kann es sich kaum ein Webshop oder stationärer Händler leisten, keine Rabatte anzubieten. Und so prägen Werbungen für Sparversprechen auch Geschäftsstraßen und Shoppingcenter.

Große Plattformen als Profiteure

Der heimische Handelsverband rechnet für die Black Week inklusive Black Friday und Cyber Monday mit Ausgaben der österreichischen Konsumenten in Höhe von rund 460 Mio. Euro. Im Vorjahr gaben die heimischen Verbraucher laut Schätzungen im Rahmen der Black Week rund 400 Mio. Euro aus. Der Rekordwert wurde im Jahr 2022 mit 450 Mio. Euro erreicht. Ein großer Teil der Ausgaben wird heuer erneut auf Amazon entfallen. „Leider fließt ein wachsender Teil davon ins Ausland“, so Handelsverbandsgeschäftsführer Rainer Will.

Insbesondere für kleine stationäre Einzelhändler in Österreich sind die Aktionstage nach Ansicht von Handelsforschern ein schwieriges Umfeld. „Die Rabattschlacht ist längst zur Show der großen Onlineplattformen geworden – ein Hineinverkaufen in einen Markt, der sonst von Kaufzurückhaltung geprägt ist“, so Ernst Gittenberger vom Institut für Handel der Uni Linz.

Profitieren würden eben vor allem Amazon und die chinesischen Billigplattformen Temu und Shein.

„FOMO“ und Dopamin

Der Boom des Rabattjagens hängt auch damit zusammen, dass mit ein paar psychologischen Tricks gearbeitet wird, die auch Steinzeitmenschen zum Kaufklick animiert hätten: Beworben wird mit starken Signalfarben, gleichzeitig wird mit angeblicher Knappheit des Angebots Zeit- und Konkurrenzdruck aufgebaut: Andere könnten das Produkt wegschnappen, wird suggeriert. Getriggert wird damit die Angst, etwas zu verpassen, die „Fear of missing out“ („FOMO“) verleitet eher zum Jagen, Sammeln – und Kaufen.

In diesem Prozess wird wiederum – schon bei der Erwartung, ein Schnäppchen zu machen – Dopamin ausgeschüttet. Der Neurotransmitter ist hauptverantwortlich für das Belohnungssystem im Gehirn und wird mit dem Phänomen des „Kaufrauschs“ in Verbindung gebracht. Studien legen nahe, dass die Höhe der Ersparnis dabei eine Rolle spielt.

COMMENT: Die Börse ist das perfekte Paradefeld für genau diese Komponenten des Kaufens. Großer Vorteil der Börse: der Markt ist hochtransparent, transparenter geht es nicht. Und er ist standardisiert. Standardisierter geht es nicht. Das sind Online-Angebote der diversen Unternehmen keinesfalls. Hier darf der Konsument in aller „Freiheit“ selbst schauen, welches das beste Angebot ist – unter Zeitdruck zu Black Friday Zeiten.

Wirklich billiger?

Die Angabe der Höhe des Rabatts scheint dabei einer der entscheidenden Tricks. Das hat sich mittlerweile nicht nur in Abverkaufszeiten herumgesprochen: Seit einiger Zeit ist bei österreichischen Supermarktketten die Ersparnis durch Sonderangebote und andere Aktionen groß auf dem Kassenbon vermerkt.

Doch wie groß der Rabatt tatsächlich ist, lässt einigen Spielraum. Zieht man Preisvergleichsplattformen zurate, ergibt sich öfter das Bild, dass der Preis eines Produkts vor der Vergünstigung deutlich angezogen hat. Britische Konsumentenschützer der Plattform Which? stellten 2023 bei einer Stichprobe von 227 Artikeln fest, dass 92 Prozent im Zeitraum von einem halben Jahr davor und danach billiger angeboten wurden als am Black Friday.

Für österreichische Händler ist das genauer geregelt: Preisnachlässe müssen sich auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage beziehen, allerdings gibt es Ausnahmen, etwa durch Preisermäßigungen durch Kundenkarten und Treueprogramme. Bei Preisvergleichen müsse auch kein „vorheriger niedrigster Preis“ angegeben werden, wenn nur eine unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers gegenübergestellt werde. Auch für Händler sei das Preisauszeichnungsgesetz recht komplex, beklagte Will diese Woche.

Durchschnittliche Ersparnis erhoben

Die Preisvergleichsplattform Geizhals.at hat die Aktionstage aus dem Vorjahr genauer unter die Lupe genommen. Geizhals hat die Preise der 10.000 gefragtesten Produkte auf seiner Plattform im Zeitraum der Black Week Ende November 2024 mit Ende Oktober 2024 verglichen. Die stärksten durchschnittlichen Preisnachlässe gab es laut der Plattform bei Spielen für verschiedene Konsolen mit 20 bis 30 Prozent. Immerhin rund zehn Prozent billiger waren Notebooks, Fernseher und Monitore.

In Deutschland kam das Vergleichsportal Idealo bei einer ähnlichen Untersuchung von 10.000 Produkten im Vorjahr für 2024 zu einer durchschnittlichen Ersparnis von sieben Prozent. 73 Prozent der Produkte waren rund um den Black Friday günstiger als im Monat davor.

Mehr Skepsis in Österreich

Umfragen zufolge wird der Black Friday in Deutschland auch deutlich weniger kritisch beäugt als in Österreich. Die Meinungsforscher von Intregral und Sinus sowie YouGov erhoben, dass nur die Hälfte der österreichischen Befragten den Rabatttagen positiv gegenübersteht, in Deutschland sind es über 60 Prozent. Das Misstrauen gegenüber den Rabattversprechen ist in Deutschland mit 38 Prozent deutlich geringer als hierzulande (47 Prozent).

Es scheint also, dass die Österreicherinnen und Österreichern den Konsumentenschützern Gehör geschenkt haben, denn diese warnen seit Jahren vor überstürzten Kaufentscheidungen. Etwa die Arbeiterkammer (AK) empfiehlt auch heuer wieder, sich nicht zu einem Kauf drängen zu lassen, sondern sich Zeit zu nehmen und die Entwicklung des Preises eines Produkts auf entsprechenden Plattformen zu recherchieren. Ausdrücklich gewarnt wird vor Fake-Shops. Und auch bei etablierten Plattformen sollte das Kleingedruckte wie Versandkosten und Rücktrittsrechte beachtet werden.

red, ORF.at/Agenturen

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Gewalt an Frauen: Regierung beschloss Aktionsplan -ORF, 26.11.2025

Die Regierung hat am Mittwoch einen Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen beschlossen. Teils sind die Vorhaben, etwa die Prüfung von Schutzzonen vor Gesundheitseinrichtungen, bekannt. Jetzt wurden die Maßnahmen auch mit Umsetzungsdaten versehen. Die geplante Reform des Sexualstrafrechts soll bis ins zweite Quartal 2026 gelingen, sagte Frauenministerin Eva Maria Holzleitner (SPÖ) im Pressefoyer nach dem Ministerrat.

Der Aktionsplan sei kein Stück Papier, sondern „ein klarer Arbeitsauftrag“, so Holzleitner. Es handle sich um ein gemeinsames Werk unterschiedlichster Ministerien, das in der Legislaturperiode auch umgesetzt werde.

Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) betonte, dass jede dritte Frau in Österreich Opfer von Gewalt werde – mehr dazu in kaernten.ORF.at. Das gehe von körperlichen Übergriffen über Stalking bis zu sexueller Belästigung. Wer Frauen und Mädchen unterdrücke, stelle sich gegen „unsere Werte“. Damit sprach Plakolm an, dass aus ihrer Sicht überdurchschnittlich viele Männer mit Migrationshintergrund zu den Tätern zählten. Zusätzlich habe die Zahl ehrkultureller Gewalttaten zugenommen, so Plakolm weiter.

Kinderschutzkonzepte sollen entwickelt werden

Hoffnungen setzt die Regierung in den Bereich Bildung. Der zuständige Minister Christoph Wiederkehr (NEOS) kündigte 15 Punkte an, die sein Ressort einbringen werde. Unter anderem sollen Kinderschutzkonzepte entwickelt und die Medienkompetenz gestärkt werden, und es soll zusätzliche Unterstützung für die psychosoziale Gesundheit geben.

Wohl den meisten Diskussionsbedarf in der Regierung dürfte es bei der Reform des Sexualstrafrechts geben. Die SPÖ tritt hier unter der Devise „Nur ja heißt ja“ für eine Verankerung des Zustimmungsprinzips im österreichischen Recht ein. Die ÖVP ist diesbezüglich skeptisch. Sowohl Holzleitner als auch Plakolm verwiesen bei der gemeinsamen Pressekonferenz darauf, dass Änderungen geplant seien, man aber zunächst noch internationale Expertise einholen wolle.

Von Fußfesseln bis Deepfakes

Der Aktionsplan ist 24 Seiten stark und umfasst eine Reihe unterschiedlichster Vorhaben. Darin enthalten ist etwa das Vorhaben von Fußfesseln bzw. Armbändern für Hochrisikogewalttäter mit einstweiliger Verfügung infolge eines Betretungsverbotes, das 2026 umgesetzt werden soll.

Ein Entwurf zur Ausweitung der Betretungsverbote für Sexualstraftäter u. a. auf Schwimmbäder und Fitnessstudios soll ebenfalls nächstes Jahr fertig sein. 2028 will man das Pflichtschulfach Demokratie einführen. Ein Kopftuchverbot für Mädchen an Schulen soll nächstes Jahr kommen. Auch will man gezielte Workshops in Schulen und Jugendzentren gegen ehrkulturelle Gewalt anbieten.

Die Regierung prüft auch ein Verbot sexuell motivierter Bildaufnahmen ohne Einverständnis der Betroffenen. Auch für diese Vorhaben ist 2026 als Jahr der Umsetzung angepeilt. Bis 2029 strebt man die flächendeckende Einführung von Gewaltambulanzen an. Auch soll es rechtliche Konsequenzen bei der missbräuchlichen Verwendung von Deepfakes bis 2026/27 geben.

Grüne sehen nur Ankündigung

Kritik kam am Mittwoch von der FPÖ und den Grünen. „Die Frauen brauchen keine jahrelangen Diskussionen über Gewaltschutz, sondern rasch echte Maßnahmen, die Frauen präventiv schützen“, so FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker. Im Bereich des Gewaltschutzes würden vonseiten der schwarz-rot-pinkfarbenen Regierung immer wieder viele Versprechungen gemacht, doch in der Praxis blieben die Maßnahmen zu unkonkret. Statt einer raschen Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen gebe es lediglich vage Ankündigungen, so Ecker.

Als „unverbindliche Mogelpackung“ bezeichnete die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, den Aktionsplan. „Es ist grundsätzlich wichtig, dass die Regierung ein Papier vorlegt und Maßnahmen weiterführt, die bereits unter grüner Regierungsbeteiligung gestartet wurden.“ Aber Papier allein schütze keine einzige Frau. Im Gewaltschutz und in der Gewaltprävention sei es ganz besonders skandalös und unverantwortlich, dass die Bundesregierung einmal mehr nicht über reine Ankündigungen hinauskomme, so Disoski. Die Maßnahmen der Bundesregierung seien unzureichend.

red, ORF.at/Agenturen

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Kanzler Stocker kündigt weitere Energie-Entlastung an – APA, 26.11.2025

Regierungschef Christian Stocker (ÖVP) ist am Mittwoch nach seiner Rücken-Operation ins Bundeskanzleramt zurückgekehrt und hat gleich eine Entlastungsansage getroffen. Wie er in einer Pressekonferenz mitteilte, sollen die Energiekosten im kommenden Jahr um weitere 500 Millionen Euro gesenkt werden. Das Geld dafür soll aus Bundesbeteiligungen stammen und das Budget nicht belasten. Im Gesundheitsbereich sollen Steuerung, Planung und Finanzierung künftig aus einer Hand kommen.

Woher die Mittel für die Energiekosten-Senkung genau kommen, soll erst im Dezember verkündet werden. Diese 500 Millionen plus jene 500 Millionen, die aus dem „Günstiger Strom-Gesetz“ kommen sollen, würden rund eine Milliarde an Entlastung für Bürger und Unternehmen bringen, erklärte Stocker. Gleichzeitig nahm er die Opposition in die Pflicht, im Dezember im Nationalrat dem „Günstiger Strom-Gesetz“ – einer Novelle zum Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) – die nötige Verfassungsmehrheit zu geben.

Weitere Ansage Stockers: Der Stabilitätspakt, der die Verschuldungsmöglichkeit der Gebietskörperschaften regelt, soll bereits am kommenden Freitag beschlossen werden. Die Regierung will das Signal senden, dass sie gemeinsam mit Ländern, Gemeinden und auch der Sozialversicherung Lösungen finden kann.

Im Gesundheitsbereich sollen die Steuerung, Planung und Finanzierung in Zukunft aus einer Hand erfolgen – hier gebe es eine Einigung mit den Ländern. Dass dafür dann der Bund zuständig ist, würden manche als beste Variante ansehen, so der Bundeskanzler, der sich aber auch für andere Vorschläge offen zeigte. Die Steuerungsgruppe werde sich dem am 9. Dezember intensiv widmen. Es sei schließlich wichtig, dass Patientinnen und Patienten schneller zu einem Arzttermin kommen und auf eine Operation nicht unangemessen lange warten müssen.

Auch Entbürokratisierung und Deregulierung stehen auf dem Programm der Regierung. So kündigte Stocker an, beim Ministerrat in der kommenden Woche die Abschaffung von 100 Regelungen und Vorschriften in die Wege leiten zu wollen. Das sei nur ein erster Schritt, auf den weitere folgen würden. Umfragen attestieren der schwarz-rot-pinken Regierung aktuell schwache Werte. Sie sei allerdings handlungsfähig sowie entscheidungswillig und habe verstanden, was die Bevölkerung sich von ihr erwarte, verkündete Stocker.

Der ÖVP-Obmann hatte am Vormittag erstmals seit seiner Rücken-Operation den Ministerrat geleitet. Der Kanzler hatte seit dem Eingriff von daheim gearbeitet und war von seinem Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) vertreten worden. Am Mittwoch betonte Stocker, nun wieder fit zu sein: „Ich bin so schmerzfrei, wie im ganzen Jahr vor der Operation nicht.“ Der nicht ganz unkomplizierte Eingriff wegen einer Stenose sei wie geplant verlaufen.

WIEN – Taxlerproteste: „Die Plattformen drücken die Preise” – Falter Newsletter, 26.11.2025

Die Lage im Wiener Taxigewerbe habe sich in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert, heißt es in einem offenen Brief von 1.200 Taxifahrern. Ein Überblick über die Probleme der Branche:

Uber, Bolt & Co. 

Im Februar 2014 wurde in Wien die erste Fahrt über die amerikanische Plattform Uber gebucht. Inzwischen ist das Unternehmen in allen Landeshauptstädten Österreichs aktiv. „Wenn wir heute in eine neue Stadt gehen, bekommen wir hauptsächlich positives Feedback aus der Taxi-Community. Unternehmer*innen haben erkannt, dass wir für sie einen Mehrwert bieten”, sagte Uber-Österreich-Chef Martin Essl im Vorjahr. 

Hasan kann das nicht nachvollziehen. Er fährt seit acht Monaten Taxi, hat auch die Gewerbeprüfung gemacht, weil er sich eigentlich selbstständig machen wollte. Das ist derzeit aber keine Option für ihn. „Plattformen wie Uber und Bolt drücken die Preise”, sagt er. Es sei kaum möglich, ein Taxiunternehmen wirtschaftlich zu führen. Auch als angestellter Fahrer müsse er Überstunden machen, um über die Runden zu kommen.Die Preise für Taxifahrten sind in der Verordnung zu den Wiener Taxitarifen festgelegt – seit einer Reform im Jahr 2021 gelten sie auch für Uber und Co.. Zum Grundbetrag (tagsüber 3,80 Euro) kommt ein Wegstreckentarif (0,95 Euro für die ersten 5 Kilometer, dann 0,58 Euro pro Kilometer) und ein Zeittarif (0,58 Euro für jede Minute) dazu. Es gibt allerdings ein Preisband, das den Unternehmen für vorbestellte Fahrten einen Spielraum verschafft: Sie können um 20 Prozent vom festgelegten Tarif abweichen. „Uber reizt diese 20 Prozent nach unten systematisch aus”, sagt Hasan. 

Zudem legt die Plattform die Preise vor Fahrtantritt fest und verlangt Gebühren von den Fahrern (die genaue Höhe dieser Gebühr ist nicht klar, laut Hasan sind es bis zu 18 Prozent). „Ein Kollege ist vorige Woche eine Stunde im Stau gestanden und hat 12,80 Euro für die Fahrt bekommen. Da fährst du voll ins Minus.”

Die Plattformen sollen also die Preise drücken, gleichzeitig steigen die Kosten für Benzin und Löhne. Hasan sagt, dass er und viele Kollegen kaum noch über die Runden kommen. „Die Situation gefährdet die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Betriebe”, heißt es in dem offenen Brief. 

Von Uber Österreich heißt es dazu: Für alle Marktteilnehmer würden seit der Reform 2021 dieselben Regeln gelten. „Uber hält sich stets an die rechtlichen Vorgaben in Österreich, vermittelt entlang des Preisbands gesetzeskonforme Fahrten und kann somit keine ,eigenen Preise‘ verlangen“. Das Preisband habe den Vorteil, „dass in nachfrageschwachen Zeiten, aufgrund eines niedrigeren Preises, mehr Fahrten gebucht und Stehzeiten reduziert werden und somit auch die Umsätze für Fahrer*innen steigen. In nachfragestarken Zeiten können höhere Preise angeboten werden, so können auch hier bessere Erträge erzielt werden.“

Fehlender Gebietsschutz

Ein anderes Problem seien Taxifahrer aus umliegenden Bundesländern, die den Wienern Kunden wegnehmen würden. „Sie fahren von Korneuburg oder Schwechat nach Wien und nehmen hier Bestellungen an”, sagt Hasan. Das sei unfair, ein Taxifahrer sollte schließlich auch die Routen und Adressen in der Stadt kennen, indem er unterwegs ist. 

Schwarze Schafe

In Wien gäbe es aber auch genug schwarze Schafe: Fahrer, die ohne Konzession unterwegs sind. „Die aktuellen Bußgelder werden von vielen als ,Betriebskosten’ eingeplant und stellen daher keine wirksame Abschreckung dar. Zudem erfolgen Kontrollen zu selten und nicht systematisch”, heißt es in dem offenen Brief.  Vor Kontrollen an stark frequentierten Orten wie dem Hauptbahnhof und der Innenstadt würde über Chatgruppen gewarnt.

Zusammengefasst fordern die Fahrer ein Ende des Preisbandes, einen Gebietsschutz und schärfere Kontrollen: „Wenn die Situation so bleibt, wird es weitere Proteste geben”, sagt Hasan.

Das Büro der zuständigen Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) schreibt auf Falter.morgen-Anfrage: Man habe „eine Arbeitsgruppe mit Vertreter*innen der Stadt Wien, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer ins Leben gerufen“. Man wolle gemeinsam daran arbeiten, „die Qualität des Taxiverkehrs etwa durch moderne Standards, digitale Services und Nachhaltigkeit zu steigern”. Zudem seien der Stadt Wien „faire und transparente Preise ein großes Anliegen.“ Man ist „überzeugt, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden“.

Auch von der Wiener Wirtschaftskammer heißt es, man wolle bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen. Es gäbe seit dem Sommer zudem verstärkte Kontrollen vom Wiener Marktamt. „Damit wird gewährleistet, dass illegale Fahrer ausgehoben werden und die Branche geschützt wird.“ Ein konzessioniertes Taxi erkennen Sie übrigens an den Fahrgastrechte, die im Wagen deutlich sichtbar ausgeschildert sein müssen

KLAGENFURT – Unbefugte in VS 20: Darum sperrt die Schule ihre Eingangstüre zu – Mein Bezirk, 25.11.2025

Aufgrund der Anhäufung mehrerer Zwischenfälle sperrt die Volksschule 20 in Viktring ihre Eingangstüre zu den Unterrichtszeiten am Vormittag zu. Direktor Johann Weishaupt will die Lage im Auge behalten und stellt auch die Installation einer Gegensprechanlage in Aussicht.

KLAGENFURT. Im Rahmen eines Schulforums erhielten kürzlich zahlreiche Eltern, deren Kinder die Volksschule 20 in Viktring besuchen, eine besondere Information. In Abstimmung mit der Direktion entschied man sich, die Eingangstüre der Volksschule während des Unterrichts am Vormittag abzuschließen. Als Grund werden Sicherheitsmaßnahmen für die Schülerinnen und Schüler angegeben.

Zwischenfälle

Im Gespräch mit MeinBezirk erklärt Direktor Johann Weishaupt, dass die Maßnahme aufgrund der ungünstigen Lage der Direktion und des Sekretariats im 1. Stock getroffen wurde. „Wir hatten jetzt wiederholt Fälle, wo wir Personen im Erdgeschoß angetroffen haben, die entweder die Toilette benutzt oder sich bei uns ausgeruht und aufgewärmt haben. D.h. wir haben keinen Überblick mehr darüber, wer aus- und eingeht.“ In Abstimmung mit den Eltern wurde daher die Maßnahme getroffen, wobei das Schulgebäude mittels vorherigen Anrufs und Termins in der angegebenen Zeit weiterhin betreten werden kann.

Weitere Maßnahmen

Die Maßnahme bleibt vorerst bis zu den Semesterferien aufrecht – auf längere Sicht gesehen ist auch die Installation einer Gegensprechanlage mit Kamera geplant. Weishaupt will dafür zunächst das Schulamt kontaktieren. „Sollte dabei nichts erreicht werden, wäre der nächste Schritt natürlich politisch bzw. könnte man auch über eine Spendenaktion nachdenken“, so der Direktor.

„Bereits praktiziert“

Vizebürgermeister Ronald Rabitsch (SPÖ) erklärt gegenüber MeinBezirk, dass das Verschließen der Eingangtüren bereits an mehreren Schulstandorten praktiziert wird: „Das hat sich als wirksame Maßnahme bewährt, während Gegensprechanlagen laut Expertinnen und Experten keine ausreichende Einschätzung von Personen oder Risiken ermöglichen.“ Gleichzeitig werde sichergestellt, dass Eltern in Ausnahmefällen jederzeit Kontakt aufnehmen können. Dazu ist am Eingangstor zumindest eine Kontakttelefonnummer erkennbar auszuweisen, um diesen den Zutritt zu ermöglichen. „Unser Ziel bleibt ein verlässliches und zugleich praxistaugliches Sicherheitsniveau an unseren Schulen“, so Rabitsch.

Buchpräsentation: Bleiburger Werner Berg Museum auf der „Buch Wien“ – Mein Bezirk, 20.11.2025

Autor und Ausstellungskurator Harald Scheicher stellte auf der „Buch Wien“ das aktuelle Buch zur diesjährigen Ausstellung „Gegen den Strom. Pasolini – Berg – Hrdlicka“ vor. Bis Jahresende sind im Werner Berg Museum nach Voranmeldung noch Sonderführungen für Besuchergruppen möglich. 

BLEIBURG, WIEN. Zur diesjährigen Ausstellung im Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk ist im Hermagoras Verlag das Buch „Gegen den Strom. Pasolini – Berg – Hrdlicka“ erschienen. Vergangene Woche wurde es auf der „Buch Wien“ vorgestellt. 

Überraschende Übereinstimmungen

Im Rahmen eines Gespräches des Autors und Ausstellungskurators Harald Scheicher mit Moderatorin Andrea Roedig wurde dem interessierten Publikum der Inhalt der Ausstellung „Pasolini – Berg – Hrdlicka“ nähergebracht:
„Das Verschwinden einer ursprünglichen bäuerlichen Welt von großer regionaler Besonderheit und Eigenart festzustellen, ist ein Charakteristikum des Werkes von Werner Berg. Hierbei findet sich eine überraschende Übereinstimmung mit den Schriften und Gedichten Pier Paolo Pasolinis, dessen heftiges Anschreiben wider eine anthropologische Zeitenwende die Kernaussage seines gesamten Denkens darstellt. Wie auch Alfred Hrdlicka suchten sie unabhängig voneinander nach Alternativen gegen eine einzig am Geldeswert orientierte, von allgemeiner Nivellierung gekennzeichnete bürgerliche Gesellschaft und ihren schrankenlosen Hedonismus und Konsumismus.“

Sonderführungen auf Anfrage

Am 9. November wurde die Ausstellung „Gegen den Strom. Pasolini – Berg – Hrdlicka“ im Werner Berg Museum offiziell beendet – insgesamt 10.025 begeisterte Kunstinteressierte haben sie in der heurigen Museumssaison besucht. Aufgrund zahlreicher Anfragen wurde nun festgelegt, dass noch bis Jahresende die Ausstellung für Besuchergruppen in Sonderführungen (nach vorheriger Anmeldung) besichtigt werden kann. Terminvereinbarung unter bleiburg.museum@ktn.gde.at oder 04235/2110-23.

WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN für Österreich

ÖSTERREICHISCHES PARLAMENT

ORF-MELDUNGSBÜNDEL ÖSTERREICH

Donnerstag, 27. November 2025

Inland

Hass im Netz: Über 1.700 Meldungen bei ZARA 2024/25

Stocker kündigt weitere Entlastung bei Energiepreisen an

Mangel an Deutschkursen in Wien befürchtet

Keine dritte Piste: Anrainergemeinden überrascht

Kritik an Sparplänen der Länder im Sozialbereich

Religion

Märkte und Einkehr: Advent in Österreichs Klöstern

Wirtschaft

Causa OMV – Sudan: Ermittlungen eingestellt

Bericht: Ex-Meinl-Bank-Chef Weinzierl aus U-Haft entlassen

Nach 18 Jahren: ATX auf neuem Rekordhoch

Sozialwirtschaft gibt sich „streikbereit“

Mittwoch, 26. November 2025

Inland

SOS-Kinderdorf: Aufsichtsrat machte erste Reformschritte

FPÖ-Wahlkampfkostenprüfung: RH wandte sich an VfGH

Diakonie und Behindertenrat für Recht auf Kommunikation

Breite Kritik an neuer Tiroler Mindestsicherung

Ludwig fordert Einigung auf Stabilitätspakt

Wirtschaft

Hofreitschule: Neuer Aufsichtsrat bestellt

Abfallkartell: BWB beantragte Strafen

Taxifahrer demonstrieren in Wien

ORF – Meldungen für die slowenische Volksgruppe (deutsch)

ORF – Meldungen für die slowenische Volksgruppe (slowenisch)

ORF – Meldungen für Volksgruppen in Österreich

MEDIZIN

UN-Bericht: Trotz Wiederaufnahme von US-Zahlungen Warnung vor Millionen zusätzlicher HIV-Infektionen – dpa / GMX, 25.11.2025

Jahrelang ging die Zahl der HIV-Infektionen weltweit zurück, doch nun droht eine Wende. UN-Fachleute befürchten Millionen zusätzlicher HIV-Infektionen. Der neue UNAIDS-Bericht zeigt, wie stark viele Länder etwa von US-Geldern abhängig sind – und was deren Wegfall bedeutet.

Der deutliche Rückgang bei internationalen Hilfsgeldern für den Kampf gegen HIV und Aids hat laut dem UN-Programm UNAIDS schwerwiegende Folgen. Die Mittelkürzungen der USA und anderer Länder könnten bis 2030 zu etwa 3,9 Millionen zusätzlichen Infektionen führen, heißt es im UNAIDS-Bericht, der zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember in Genf vorgestellt wurde.

Im vergangenen Jahr infizierten sich demnach weltweit etwa 1,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, das unbehandelt die Immunschwäche-Krankheit Aids auslösen kann. Rund 630.000 starben an den Folgen von Aids. Ende 2024 lebten 40,8 Millionen Menschen mit HIV – davon hatten mehr als drei Viertel Zugang zu Medikamenten, mit denen das Virus bekämpft werden kann.

Bislang von US-Geldern abhängig

Die Infektions- und Sterbezahlen waren seit 2010 stark zurückgegangen. Doch in den vergangenen Jahren seien internationale Hilfsgelder im Gesundheitsbereich deutlich gekürzt worden, heißt es in dem Bericht. Anfang 2025 fror die neue US-Regierung vorübergehend alle Zahlungen im Zusammenhang mit HIV ein. Davor waren die USA für drei Viertel der internationalen HIV-Gelder aufgekommen.

Mittlerweile hat die Regierung in Washington die Finanzierung von HIV-Tests, Medizin und Gesundheitspersonal für andere Länder wieder aufgenommen.

Dennoch: Die plötzlich beschleunigten Mittelkürzungen hätten „verheerende Auswirkungen“, meinte UNAIDS-Chefin Winnie Byanyima. Einschränkungen der Rechte von Risikogruppen in einigen Ländern würden zur Problemlage beitragen, erläutert sie in dem Bericht.

Weniger Menschen haben Zugang zu HIV-Medikamenten

So ist etwa die Zahl der Menschen mit Zugang zu vorbeugenden HIV-Medikamenten in Uganda von Ende 2024 bis zum vergangenen September um 31 Prozent gesunken. In Burundi betrug das Minus 64 Prozent. In Nigeria ist die Zahl der verteilten Kondome zwischen Ende des Vorjahres und März um mehr als die Hälfte eingebrochen, wie UNAIDS berichtet.

Doch viele bisherige Empfänger-Staaten von Hilfsgeldern haben bereits begonnen, sich auf die neue Finanz-Lage einzustellen und verstärkt auf inländische Investitionen zu setzen. So haben dem Bericht zufolge mehr als zwei Dutzend Staaten ihre Gesundheitsbudgets und ihre Ausgaben für HIV-Programme zuletzt deutlich gesteigert.

In Deutschland haben sich voriges Jahr geschätzt rund 2.300 Menschen mit HIV infiziert. Der Wert liege um etwa 200 Neuinfektionen höher als 2023, erklärte das Robert Koch-Institut (RKI) in seiner jüngsten Schätzung. (dpa/bearbeitet von ali)

Hormonelle Beschwerden, Endometriose & Co: Gynäkologin klärt über größten Irrglauben der Frauenmedizin auf – GMX, 26.11.2025

Hormonelle Beschwerden können das Leben einer Frau maßgeblich beeinflussen. Trotzdem sind Erkrankungen wie Endometriose nur unzureichend erforscht. Oft werden Beschwerden, etwa während der Wechseljahre, auch verharmlost. Für die Gynäkologin Judith Bildau ist das ein Zeichen für Frauenfeindlichkeit in der Medizin – sie fordert daher mehr Aufklärung und ein Umdenken.

„Da müssen Frauen eben durch“– Frauen, die unter hormonbedingten Beschwerden leiden, werden nicht selten mit Sätzen wie diesem konfrontiert. Mit ihrem Buch „Body in Balance“ möchte Judith Bildau damit brechen und sagt: „Beschwerden müssen nicht ertragen oder ausgehalten werden.“

Im Interview mit unserer Redaktion spricht die Gynäkologin über die Auswirkungen von Hormonen auf den weiblichen Körper und sie erklärt, warum sie die Haltung gegenüber Frauengesundheit als „höchst problematisch, stigmatisierend und misogyn“ empfindet.

Krankheiten wie Wochenbettdepression, Endometriose oder Beschwerden während der Wechseljahre können eine elementare Rolle im Leben einer Frau spielen – und sind doch unzureichend erforscht. Woran liegt das?

Judith Bildau: Diese Frage beschäftigt die Medizin heute genauso sehr wie vor zehn Jahren – denn in Sachen Forschung hat sich nur wenig verändert. Frauengesundheit wird schmählich vernachlässigt, was bedeutet, dass die Forschung und Lehre rund um Frauengesundheit kaum betrieben wurde.

Aus verschiedenen Gründen wurde der Mann gewissermaßen immer als Prototyp in der Medizin betrachtet. Die Frau als Patientin wurde also behandelt wie ein etwas leichterer oder kleinerer Mann, ohne dabei auf Besonderheiten wie Stoffwechsel, Hormone oder die Anatomie achten.

Diesen Effekt bemerken wir noch heute vor allem bei frauenspezifischen Erkrankungen, denn die Gynäkologinnen und Gynäkologen können den Patientinnen in vielen Fällen keine wirkliche Behandlung anbieten. So wird beispielsweise bei Erkrankungen wie etwa Endometriose vorrangig die Pille verschrieben, denn sowohl auf diagnostischer als auch auf therapeutischer Ebene fehlt es schlichtweg an Forschung.

Hinzu kommt mit Blick auf Frauengesundheit oft die Haltung ins Spiel, die Beschwerden seien natürlich und die Frauen müssen da nun einmal durch. Dieser Glaubenssatz begegnet mir immer wieder im Zusammenhang mit hormonellen Umstellungsphasen, wie etwa den Wechseljahren oder dem Wochenbett. In diesen Phasen werden die Frauen regelmäßig alleine gelassen, weil besagte Umstellung vermeintlich natürlich ist und Milliarden Frauen vor ihnen immerhin auch schon durch diese Zeit mussten. Insofern schwingt hier immer ein „Stell dich nicht so an“ mit, was fatal ist. Dasselbe gilt für Menstruationsschmerzen und zeigt die gesellschaftliche Haltung gegenüber Frauen, die höchst problematisch, stigmatisierend und misogyn ist.

Welche Auswirkungen haben Hormone auf den Körper und das Leben einer Frau?

Weil Frauen einen Zyklus haben, sind Hormone gewissermaßen die Regisseure des Körpers und der Seele. Dabei sollte nicht der Irrglaube entstehen, Frauen seien Opfer ihrer Hormone, im Gegenteil. Wenn wir verstehen, was Hormone tun und wie sie uns leiten, können wir sie im Umkehrschluss für uns nutzen.

Besagter Irrglaube hängt vermutlich mit dem unzureichenden gesamtgesellschaftlichen Wissen über Hormone zusammen …

So ist es. Weder im Medizinstudium noch in Ausbildungen im Bereich der Krankenpflege werden Hormone intensiv aufgegriffen. Selbst in meiner Facharztausbildung wurde dieser Themenkomplex nicht gelehrt. In der Folge wissen Frauen nur wenig über Hormone. Kommen dann hormonelle Umstellungen ins Spiel, wird den Betroffenen entsprechend häufig mit Reaktionen wie „Stell dich nicht so an“ oder „Hat die etwa schon wieder ihre Tage?“ begegnet. Durch Hormone wird Frauenfeindlichkeit in der Medizin absolut deutlich. Hormone sind komplex, keine Frage. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass bereits junge Mädchen verstehen, welche Hormone sie beeinflussen. Forschungen aus der Kinderwunschbehandlung zeigen, dass die meisten Frauen gar nicht wissen, wie ihr Zyklus funktioniert. Dabei liegt die Schuld nicht bei der Frau, sondern an der mangelnden medizinischen Kommunikation.

COMMENT: Interessant. In meinem Studium an der Wiener Universität (damals noch Medizinische Fakultät, Rigorosenstudienordnung, Rigorosum = mündliche Prüfung, rigoros = streng) wurden in der Histologie und Embryologie (normale zyklusabhängige Zell- und Gewebeveränderungen, Regelablauf, auch im Zusammenhang mit Eisprung und Ei-Einnistung in der Gebärmutter), Physiologie (normaler Zyklusablauf, Regel), der Pathologie (Störungen des Zyklus, Veränderungen auf Organ-, Zell- und Gewebsebene), und der Gynäkologie (Wiederholung des Wissens zu Zyklus und hormonellen Veränderungen, Therapie bei Störungen)  entsprechendes Wissen vermittelt.

Was heute die Medizinische Universität Wien (multiple-Choice-basierte Studienordnung, Multiple-Choice-Fragebogen als Prüfungsmittel) vermittelt, weiß ich nicht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese elementaren und wichtigen Wissensbestände heute nicht gelehrt werden.

Mangelnde medizinische Grundbildung der Frauen und Männer – das könnte in der Tat ein Grund für Ungemach sein. Aber dazu braucht es kein Medizinstudium. Das gehört zur sexuellen Aufklärung wichtiger Weise dazu.

Neigen Frauen Ihrer Erfahrung nach dazu, ihre hormonellen Beschwerden zu verharmlosen?

Absolut. Wir Frauen wurden so sozialisiert, Schmerzen auszuhalten. Insofern werden beispielsweise Menstruationsschmerzen häufig verharmlost und ausgehalten. Frauen sind sehr leidensfähig – umso mehr haben sie Glaubenssätze wie „Stell dich nicht so an“ entsprechend verinnerlicht.

Vor allem junge Frauen, die in der Mitte ihres Lebens stehen, haben viel Verantwortung, kümmern sich um vieles und stellen sich selbst häufig hinten an. Denn sie haben es nicht anders gelernt.

Immer wieder begegnen mir Patientinnen, die von ihrem Leid in der zweiten Zyklushälfte berichten. Dabei bringen die meisten von ihnen ihre Beschwerden gar nicht mit Hormonen in Verbindung. Diese Beispiele zeigen mir, wie sehr hormonelle Gesundheit und Aufklärung vernachlässigt wird. In Kombination mit der immensen Leidensfähigkeit von Frauen sprechen wir also von einer problematischen Situation. Denn häufig verstreicht viel Zeit, ehe sie mit ihren Beschwerden medizinischen Rat aufsuchen.

Werden Frauen Ihrer Meinung nach mit Ihren Beschwerden alleingelassen?

So ist es leider häufig, ja. Ich betreue viele Frauen telemedizinisch und biete online eine Zweitmeinungs-Sprechstunde an. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass Frauen mit Blick auf hormonelle Probleme oft alleingelassen, nicht ernst genommen oder nicht gut betreut werden.

Die Wechseljahre sind für die Betroffenen oft mehr als nur Hitzewallungen. Trotzdem scheinen diese Beschwerden häufig ausschließlich mit diesem Symptom in Verbindung gebracht zu werden.

So ist es. Dabei sind meiner Erfahrung nach Hitzewallungen für viele Frauen in den Wechseljahren das kleinste Problem, wenn es um ihre Beschwerden geht. Deutlich größere Herausforderungen bringen Faktoren wie schlaflose Nächte und die Tatsache, sich in einem psychisch desolaten Zustand zu befinden. Immer wieder begegnen mir Frauen, die während ihrer Wechseljahre keine Hitzewallungen haben und demnach davon ausgehen, keinerlei Beschwerden zu haben.

Parallel suchen sie aber orthopädische Hilfe auf, weil sie an Rückenschmerzen leiden oder suchen psychologische Hilfe wegen Depressionen – dabei können diese Beschwerden natürlich ein Symptom der Wechseljahre sein.

Die Palette der Wechseljahrsbeschwerden ist wahnsinnig bunt. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle Frauen alle Beschwerden haben müssen. Doch die Vielfalt der Beschwerden sollte erkannt und als Aufforderungen an alle Fachdisziplinen verstanden werden, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.

Mit Blick auf hormonelle Umstellungen, wie etwa die Wechseljahre, fallen häufig die bereits von Ihnen angesprochenen Reaktionen wie „Da muss eine Frau eben durch“. Müssen Frauen Wechseljahresbeschwerden wirklich aushalten?

Nein. Beschwerden müssen nicht ertragen oder ausgehalten werden. Denn um es einmal ganz klar zu sagen: Wechseljahrsbeschwerden sind aus medizinischer Perspektive relativ einfach zu behandeln. Aussagen wie „Da müssen Frauen eben durch“ sind demnach nicht nur falsch, sondern implizieren außerdem, dass alles geschafft sei, wenn eine Frau ihre Wechseljahre abgeschlossen hat. Das stimmt aber nicht, denn durch den Hormonmangel passiert viel mit dem Körper. Das bedeutet nicht automatisch, dass alle Frauen in der Menopause eine Hormonersatztherapie machen müssen. Dennoch sollten sie darüber aufgeklärt werden, was in ihrem Körper passiert, wenn hauptsächlich das Östrogen fehlt: Unter anderem nimmt die Knochendichte ab und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Die Frauen müssen also einen Wegweiser an die Hand bekommen, wie sie gesund und stark älter werden können.

Was meinen Sie konkret damit?

Immer wieder berichten mir älteren Frauen um die 70, an Osteoporose erkrankt zu sein oder sich den Oberschenkelhals gebrochen zu haben. Die meisten von ihnen wussten nicht, dass der Hormonabfall während der Wechseljahre hierbei eine Rolle spielen kann und sie womöglich nie eine entsprechende Hormonersatztherapie erhalten haben. Dass diese elementare Aufklärung häufig fehlt, ist wirklich fatal.

Durch mangelnde Aufklärung und mögliche Therapieformen werden den Frauen also nicht nur ihre Beschwerden nicht genommen – vielmehr mangelt es auch an entsprechender Nachsorge. Statistisch betrachtet werden Frauen älter als Männer. Zu 25 Prozent erreichen sie dieses Alter jedoch in einem schlechteren Gesundheitszustand. Dabei sind viele der Erkrankungen, an denen Frauen im Alter versterben, im Hormonmangel durch die Wechseljahre begründet. Würden Frauen dahingehend mehr aufgeklärt werden, könnten sie deutlich besser Prävention betreiben.

Gendermedizin kommt nur schleppend in den Praxen an – was wünschen Sie sich, um diesbezüglich mehr Fortschritte zu machen?

In erster Linie wünsche ich mir Bewusstsein. Wir können von heute auf morgen nicht plötzlich ein Medikament gegen Endometriose in den Händen halten, das ist nicht realistisch. Dennoch wünsche ich mir das Bewusstsein für die Tatsache, dass Frauengesundheit kein Nischenthema ist, sondern 50 Prozent der Menschheit betrifft.

Frauen sind wichtige Stützen der Gesellschaft – nicht nur sozial und menschlich, sondern auch ökonomisch. Zahlen belegen, wie viele Frauen aufgrund von mangelnder Unterstützung rund um Wechseljahrsbeschwerden aus dem Beruf ausscheiden. So etwas kann sich ein Wirtschaftsstaat nicht leisten. Insofern brauchen wir dringend mehr Awareness – nicht nur bei den Frauen und Betroffenen, sondern vor allem im medizinischen Setting.

Von den Frauen wünsche ich mir, dass sie auf sich vertrauen, ihrem Körper zuhören und für sich und ihren Körper einstehen. Frauen müssen aus der Rolle des leidenden und schwachen Geschlechts heraustreten. Unsere Hormone bringen Besonderheiten mit sich – wir sind eben nicht nur kleinere Männer. Insofern gilt es, die beste medizinische Unterstützung zu gewährleisten, die uns Frauen zusteht.

Über die Gesprächspartnerin

  • Dr. med. Judith Bildau lebt mit ihrer Familie in Rom, praktiziert dort als Gynäkologin sowie in der Toskana in einem Gesundheitszentrum. Sie gehört zum Team von Europas erster Online-Hormonklinik und ist Autorin der Bücher „Starke Mädchen brauchen entspannte Eltern“, „Mit meiner Tochter durch die Pubertät“, „Deine Mädchensprechstunde“ und zuletzt „Body in Balance“.

    Inzwischen gehört sie zu Deutschlands erfolgreichsten Medizin-Influencerinnen. Sie ist Gesundheitsexpertin in TV und Print, arbeitet außerdem als Speakerin und Unternehmensberaterin.

Empfehlungen der Redaktion

Anzeichen erkennen: Bauchspeicheldrüsenkrebs: Warnzeichen, die man kennen sollte – dpa / GMX, 12.11.2025

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist tückisch. Oft wird er erst entdeckt, wenn es schon fast zu spät ist, er sich nicht mehr gut behandeln lässt. Umso wichtiger: frühe Anzeichen ernst nehmen. Ein Überblick.

Bonn – Die Bauchspeicheldrüse hat wichtige Aufgaben: Sie produziert nicht nur Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren, sondern auch Enzyme, die unser Körper braucht, um Essen zu verdauen.

Doch was, wenn das Organ von Krebs befallen ist? Steht auf einmal die Diagnose Pankreaskarzinom im Raum, ist das für Betroffene und ihre Liebsten ein riesiger Schock. Denn der Blick auf die Überlebensrate gibt zunächst wenig Hoffnung. „90 Prozent der Erkrankten sterben innerhalb von fünf Jahren am Pankreaskarzinom“, so Lutz Otto, Bundesvorsitzender des Arbeitskreises der Pankreatektomierten (AdP).

Von Gelbsucht bis Fettstuhl: Das sind Warnzeichen

Wie bei jeder Krebsart gilt auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Je früher er erkannt wird, desto mehr ist in Sachen Behandlung möglich. Anders als bei Brust- oder Darmkrebs gibt es für Bauchspeicheldrüsenkrebs allerdings keine allgemeine Früherkennungsuntersuchung.

Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger: es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet. Folgende Beschwerden können anzeigen, dass mit der Bauchspeicheldrüse etwas nicht stimmt, sich womöglich sogar ein Tumor entwickelt hat:

  • chronische Schmerzen im Oberbauch. Sie werden häufig als dumpf und tief beschrieben.
  • Rückenschmerzen, die sich nicht erklären lassen
  • Übelkeit und Erbrechen. Dazu kann es kommen, wenn der Tumor Zwölffingerdarm oder Magenausgang einengt.
  • Diabetes. Die Stoffwechselerkrankung gilt als Frühindikator für Pankreaskrebs und kann laut AdP ein bis zwei Jahre vor anderen Symptomen auftreten.
  • Gelbsucht. Haut und Bindehaut des Auges verfärben sich gelb, wenn aufgrund eines Tumors Gallenflüssigkeit nicht abfließen kann.
  • Fettstuhl. Der Stuhlgang sieht heller als gewohnt aus und ist schmierig, klebrig oder glänzend, so der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
  • unerklärbarer Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit
  • verstärkte Müdigkeit und Erschöpfung
  • Nachtschweiß
  • Veränderungen am Bauch, die sich ertasten lassen

Treten Beschwerden ohne klare Ursache auf oder halten über einen längeren Zeitraum – etwa zwei bis vier Wochen – an, sollte man sie ärztlich abklären lassen, rät der Krebsinformationsdienst.

Bereits Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Familie?

Besonders wachsam sollten alle sein, die ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Das besteht etwa, wenn man mindestens zwei Verwandte ersten Grades – also Kinder, Eltern oder Geschwister – hat, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, so der Krebsinformationsdienst.

In diesem Fall zahlt die gesetzliche Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen Untersuchungen zur Früherkennung – etwa MRT-Untersuchungen oder auch Untersuchungen, die Ultraschall und Magenspiegelung kombinieren.

Betroffene wenden sich am besten an ein Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zentrum an einem Uniklinikum. Ein Überblick ist auf der Webseite „oncomap.de“ zu finden.

Übrigens ist eine familiäre Vorbelastung längst nicht das einzige, was auf das Risiko für Pankreaskrebs einzahlt. Auch die Lebensgewohnheiten spielen eine Rolle: So erhöhen Rauchen, starkes Übergewicht und hoher Alkoholkonsum das Risiko. (dpa/bearbeitet von tar)

Empfehlungen der Redaktion

Ernährungsumstellung fängt im Kopf an – so kann’s klappen! – GMX, 26.1.2025

Bei Diäten nehmen wir meist ab, weil wir gewohnte Ernährungsweisen ändern – aber nur kurzfristig. Wenn man sich nicht grundlegend umstellt, tritt oft der „Jo-Jo-Effekt“ ein und das Erreichte gerät in Gefahr.

Das können Sie vermeiden! Wir verraten Ihnen, warum das gar nicht so schwierig ist. Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, beeinflusst maßgeblich unseren Körper.

Regelmäßig hoch verarbeite Lebensmittel zu essen, kann Folgen für die Gesundheit haben. Auf der anderen Seite kann eine ausgewogene Ernährung vielen Krankheiten vorbeugen.

Wenn der Speiseplan zu körperlichem Unwohlsein führt, kann eine Ernährungsumstellung der erste Schritt in Richtung Besserung sein.

Eine nachhaltige Ernährungsumstellung ist mehr als eine Diät für einen schnellen (und wahrscheinlich vorübergehenden) Gewichtsverlust. Die dauerhafte Veränderung des Essverhaltens beginnt aber viel weiter oben als im Magen, nämlich im Kopf. Dort muss der Wechsel zuerst vollzogen werden.

Wie bei jedem langfristigen Projekt, bei dem alte Gewohnheiten aufgegeben und neue verinnerlicht werden, ist es auch bei der Ernährung hilfreich, sich ein konkretes Ziel zu setzen. Es sollte klar definiert und realisierbar sein. Formulieren Sie es aus und schreiben Sie es auf. Sobald das Ziel steht, können Sie sich daranmachen, die Umsetzung zu planen.

Was motiviert Sie zur Ernährungsumstellung? Müssen Sie bestimmte Nahrungsbestandteile wie Gluten oder Laktose meiden? Wünschen Sie sich eine kleinere Kleidergröße oder möchten Sie einfach nur fitter werden? Wollen Sie versuchen, über die Ernährung gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck oder Reizdarm in den Griff zu bekommen? Anhand dieser Gründe können Sie Ihren künftigen Speiseplan aufstellen.

Führen Sie ein Ernährungstagebuch. Aufschreiben hilft, einen Überblick zu gewinnen. Führen Sie es mindestens eine Woche lang, um sich bewusst zu machen, wann Sie was und wie viel davon essen. So können Sie nicht nur herausfinden, welche Nahrung Ihnen guttut und welche nicht. Sie können so auch Gewohnheiten identifizieren, ergründen und beheben.

Etwa indem Sie entdecken, dass Sie die Schale Chips aus Gewohnheit oder als Ritual vor dem Fernseher genießen. Überlegen Sie, durch welchen gesünderen Snack Sie sie ersetzen könnten oder ob auch weglassen eine Option wäre. Vielleicht reicht für den Anfang auch einfach, diese Gewohnheit auf einen Abend in der Woche zu reduzieren, um zu merken, dass dieser Snack nicht unbedingt nötig ist.

Wenn Sie herausfinden, dass Essen für Sie eine ausgeprägte emotionale Komponente hat, Sie etwa regelmäßig Trost darin suchen oder Stress durch Süßigkeiten abzubauen versuchen, denken Sie über Alternativen nach. Das muss nicht unbedingt Essen sein, sondern könnte auch in einem Spaziergang an der frischen Luft oder einem heißen Bad bestehen.

Auch Bewegung könnte eine solche Alternative sein. Sie lässt sich oft in den Alltag einbauen und sorgt dafür, dass wir uns gut fühlen – und in der Zeit eben auch keine Snacks zu uns nehmen. Nebenbei stärken Sie Ihre Muskulatur. Um herauszufinden, was genau Ihnen liegt, müssen Sie nur anfangen und ausprobieren.

Machen Sie einen Plan: Welche Nahrungsmittel wollen oder sollen Sie essen und welche wollen oder sollen Sie in Zukunft meiden? Bei einer Intoleranz oder Allergie etwa ist Recherche notwendig, in welchen Lebensmitteln sich der Stoff versteckt. Setzen Sie sich genauer mit den Zutaten in Ihrer Nahrung auseinander. Oft sorgt schon das Lesen der Zutatenliste für Veränderung im Kopf und auf dem Teller.

Was Sie nach der Ernährungsumstellung zu sich nehmen, hängt davon ab, welches Ziel Sie sich gesetzt haben, was zu Ihnen passt – und nicht zuletzt davon, was Ihnen auch schmeckt. Darüber hinaus gibt es klare Empfehlungen und Orientierungshilfen, was eine gesunde Ernährung ausmacht und was nicht.

Kennen Sie den Effekt? Vorher läuft einem das Wasser im Munde zusammen, hinterher fühlt man sich müde und unwohl. Generell gilt: Transfette, Industriezucker und Weißmehl sind kaum dazu geeignet, dem Körper etwas Gutes zu tun. Fast Food, Softdrinks und industriell stark verarbeitete Lebensmittel sollten Sie daher eher meiden.

Ballaststoffe, Proteine, Vitamine, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren sind es, die uns fit machen: Diese und andere Fitness-Booster stecken in Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Eiern, Fisch und Fleisch. Kohlenhydrate werden in Form von Obst und Vollkornprodukten empfohlen.

Das alles ist natürlich mit mehr Aufwand verbunden, als nach einem langen Arbeitstag ein Fertigprodukt zu erhitzen. Doch mit guter Planung (Vorkochen zum Beispiel), neuen Rezepten und einer alltagstauglichen Einkaufsroutine lässt sich auch die Zubereitung frischer Speisen zur Gewohnheit machen.

Um sich vor sich selbst zu schützen, kann man möglichen Ausrutschern schon beim Einkaufen vorbeugen: Machen Sie einen Bogen um das Regal mit den Snacks und Süßigkeiten. Holen Sie sich gar nicht erst ins Haus, was Sie eigentlich nicht essen wollen. Machen Sie sich vorher eine Einkaufsliste und halten Sie sich daran – und gehen Sie nicht mit knurrendem Magen in den Supermarkt.

Eine weitere Maßnahme zur (Selbst-)Kontrolle bei einer Ernährungsumstellung ist, Freunden und Familie von dem Vorhaben zu erzählen. So werden diese eher darauf verzichten, Sie in Versuchung zu führen und können Sie auch motivieren. Außerdem stehen Sie dann „unter Beobachtung“ und lassen sich vielleicht nicht so leicht hinreißen. Vielleicht lässt sich sogar jemand überzeugen, mitzumachen.

Auch professionelle Unterstützung in Form von Ernährungsberatung kann hilfreich sein. Wenn Sie unter körperlichen Beschwerden leiden oder Medikamente nehmen, sollten Sie ebenfalls ärztlichen Rat hinzuziehen.

Wenn Sie essen, essen Sie bewusst und achtsam. Nehmen Sie Ihre Nahrung nicht nebenbei vor einem Bildschirm, unterwegs oder im Stehen ein. Genießen Sie jede Mahlzeit bewusst und mit allen Sinnen. Liegen keine Unverträglichkeiten oder Allergien vor, bedeutet Ernährungsumstellung nicht, dass Sie nach erfolgreich angewöhnter neuer Ernährungsweise für immer auf bestimmte Lebensmittel verzichten sollen. Lassen Sie deren Genuss nur nicht (wieder) zur Gewohnheit werden. Wenn Sie sündigen, dann tun Sie auch das ganz bewusst und mit viel Genuss.

Versuchen Sie aber nicht, alles auf einmal zu ändern. Wählen Sie zunächst eine Mahlzeit aus und probieren Sie, die Umstellung beizubehalten. Oft motivieren die positiven Erkenntnisse daraus, den Weg weiterzugehen und Veränderungen bei anderen Mahlzeiten zuzulassen.

TECHNIK – TECHNOLOGIE – INNOVATION

Ammoniak wird zur Energiequelle der Zukunft – Neuartiger Katalysator des MIT als effektiver Weg zur Elektrifizierung von Verkehr und Industrie – Pressetext, 25.11.2025

Cambridge/New York/Seoul/Yokohama (pte022/25.11.2025/11:30) – Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) machen Ammoniak als Energiequelle der Zukunft praktisch nutzbar. Die Verbrennung in Motoren erfolgt CO2-frei. Damit könnte die Chemikalie, die leicht zu transportieren ist und aus Stickstoff und Wasserstoff besteht, die ideale Lösung für den Schwerlastverkehr, für Schiffe und die Industrie sein. Bisher entstehen jedoch massiv Stickoxide, die mit hohem katalytischem Aufwand unschädlich gemacht werden müssen.

Keine Stickoxid-Emissionen

Die MIT-Forscher haben für ihr neues Verfahren das Unternehmen Amogy gegründet und setzen auf indirekte Nutzung von Ammoniak. Ihre Methode stützt sich auf einen neuartigen Katalysator, der Ammoniak mit geringem Energieaufwand in seine Bestandteile aufspaltet.

Der Stickstoff entweicht dabei in die Luft, was unbedenklich ist, da zum einen Luft ohnehin zu 78 Prozent aus diesem Element besteht und zum anderen der für die Herstellung von Ammoniak benötigte Stickstoff aus der Luft stammt, ein Nullsummenspiel. Der von Amogy entwickelte Katalysator spaltet Ammoniak bis zu 70 Prozent effizienter als die derzeitigen effektivsten Systeme, heißt es.

Ammoniak-Umwandlung lokal

Die Umwandlung erfolgt an Bord von elektrisch betriebenen Schiffen, Lkws und Lokomotiven. Die dazu nötige Anlage ist so klein und leicht, dass sie eine nur geringe Zusatzbelastung für die Fahrzeuge ist. Der entstehende Wasserstoff wird in Brennstoffzellen genutzt, die Strom für die Elektromotoren erzeugen.

Das Verfahren soll auch für stationäre Brennstoffzellen genutzt werden, die Strom in das öffentliche Netz einspeisen oder Produktionsanlagen mit Energie versorgen. So soll Solar- und Windenergie, die vor allem in wenig industrialisierten Regionen anfällt, auf dem Umweg über leicht transportables Ammoniak in Europa und anderen Teilen der Welt genutzt werden, die über zu geringe Wind- und Solarkapazitäten verfügen.

Anfang des Jahres hat Amogy eine Forschungs- und Produktionsstätte in Houston fertiggestellt und eine Pilotinstallation seines Katalysators mit dem Ingenieurunternehmen JGC Holdings Corporation angekündigt. Zudem hat das Jungunternehmen einen Produktionsvertrag mit Samsung Heavy Industries abgeschlossen. Die beiden Unternehmen werden 2026 im südkoreanischen Pohang ein Ein-Megawatt-Pilotprojekt zur Umwandlung von Ammoniak in Strom starten. Bis 2029 soll die Leistung an diesem Standort auf 40 Megawatt ansteigen.

(Ende)

BILDUNG – KI-Revolution

Studieren in der Quanten-Zukunft: Die Postgraduate-Antwort auf die KI-Revolution – Korrektur der Meldung vom 25.11.2025, 8.30 Uhr – Essential Academy / Pressetext, 25.11.2025

Baden (pts023/25.11.2025/11:30) – Ein neues Weiterbildungsformat stärkt die „Human Intelligence“ dort, wo die künstliche Intelligenz an ihre Grenzen stößt. Mit „Essentials Professional“ startet die ESAC Europas erstes Studium für das Post-KI-Zeitalter.

Die Essential Academy (ESAC) startet ab März 2026 mit Essentials Professional, dem neuen 1-jährigen Weiterbildungsformat für Berufstätige, Führungskräfte und Unternehmen. Das Programm ist die konsequente Weiterentwicklung des klassischen „Weiterbildungs-Masterstudiums“, aber moderner, schneller, günstiger – und strikt auf jene Fähigkeiten ausgerichtet, die im Zeitalter der Revolution der Arbeitswelten durch die Künstliche Intelligenz entscheidend sind.

Know-how now…

Der Geschäftsführer, Mit-Initiator und selbst langjähriger Vortragender an Universitäten und in Hochschullehrgängen, Marcel Mittendorfer, erklärt die Idee dahinter: „Die ESAC ist die erste Bildungseinrichtung, die auf die KI-Revolution mit einer ebenso revolutionären Ausbildung reagiert. Unser Motto ‚Know-how-now‘ bedeutet: Wir vermitteln in kürzester Zeit das wesentlichste Wissen, mit konsequentem Fokus auf die Praxis. Zwar ohne akademischen Grad,aber mit EU-weiter Anerkennung.“

Besonders letzterer Punkt ist wichtig, denn sämtliche Inhalte, die im Lehrgang vermitteln werden, können dadurch im gesamten EU-Raum für ein Studium anerkannt werden. Hauptziel ist aber tatsächlich, gerade abseits der veralteten Postgraduate- bzw. Masterstudienarchitektur eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung für Berufstätige anzubieten, selbst wenn diese über keinen Bachelor-Abschluss verfügen.

ESAC setzt genau hier an und schafft ein Format, das den tatsächlichen Bedürfnissen der modernen Arbeitswelt entspricht: kompakt, hochgradig praxisnah und konsequent auf Human Skills ausgerichtet.

…damit die Revolution ihre Kinder nicht frisst.

Die sich rasant beschleunigende KI-Revolution stellt die Arbeitswelt vor eine historische Zäsur. Während wirtschaftliche Prognosen warnen, dass zahlreiche Berufsbilder in wenigen Jahren völlig anders aussehen werden, stehen gleichzeitig tausende junge Talente im „Warteraum der Geschichte“: Häufig beginnen sie übergangsweise zulassungsfreie Studien, brechen sie später wieder ab oder verlieren wertvolle Zeit in Gap Years.

„Die technologische Revolution frisst – im übertragenen Sinne – genau jene Generation, die sie eigentlich gestalten sollte“, erklärt Mittendorfer. „Nur eine ebenso radikale Revolution der akademischen Weiterbildung kann dieser Entwicklung etwas entgegensetzen. Mit dem neuen ESAC-Modell werden Human Skills, Entscheidungspsychologie, Empathie und strategischer Umgang mit AI in einem Jahr so vermittelt, dass sie sofort in der Praxis wirksam werden. Psychologie ist dabei so etwas wie das Anti-KI-Studium: Es stärkt Fähigkeiten, die Maschinen nicht ersetzen können.“

Damit sehen die Initiatoren das neue Lehrgangsformat „Essentials Professional“ als notwendige Antwort auf eine Zeit, in der Human Intelligence neu definiert werden muss.

Halbe Kosten. Doppelter Gewinn.

Verglichen mit gängigen Weiterbildungs-Mastern bietet der neue Lehrgang eine effiziente Alternative: 50 Prozent geringere Kosten, 50 Prozent weniger Zeitaufwand und ein messbar höherer Zukunftsnutzen. Grund dafür ist das Essentials-Modell: Es verzichtet auf akademischen Ballast und konzentriert sich auf jene Kompetenzen, die in einer KI-dominierten Wirtschaft tatsächlich zählen. Die zuvor erwähnte EU-weite Anerkennbarkeit ist ein weiteres wesentliches Argument für diese Form der Weiterbildung.

Praktische Psychologie für Professionals

Der neue Lehrgang ab März 2026 richtet sich an Führungskräfte, HR-Verantwortliche, Projektleiter:innen, Coaches, Beratungsberufe und alle Personen, deren Tätigkeit entscheidend von menschlicher Interaktion geprägt ist. Psychologie gilt bei ESAC als das „Human Intelligence“-Fach schlechthin: Umgang mit Emotionen, Gesprächsführung, Konfliktlösung, Reflexionsfähigkeit, Eigenständiges Denken und Motivation – Fähigkeiten, die KI nicht reproduzieren kann, die aber jeder moderne Arbeitsplatz dringend benötigt. Weitere Fachrichtungen wie Design und BWL sollen an den beiden Standorten Baden-Baden und Wien bald folgen; natürlich wieder im Essentials-Format, und jeweils angepasst an Studierende und an Professionals gerichtet.

Ein neues Weiterbildungsmodell für eine neue Arbeitswelt

Anders als traditionelle Programme setzt ESAC auf eine klare Grundlogik: Wissen muss sofort handlungsrelevant sein. Unterrichtet wird im Tandem-Modell durch Universitätsdozent:innen und erfahrene Praktiker, ergänzt durch ein persönliches Mentoring nach dem Oxford-Prinzip. Die Teilnehmer:innen erhalten damit eine direkte Verbindung zwischen Theorie, beruflicher Realität und individueller Entwicklung. Das Resultat: Ein Abschluss, der nicht in Titeln misst, sondern in tatsächlicher Wirksamkeit. Das intensive Studium setzt Präsenz ein, wo diese zum Erwerb der Kompetenzen unverzichtbar ist, und ergänzt diese effizient mit Online-Angeboten, wo das möglich und sinnvoll ist.

Vorteile für Unternehmen

Für Firmen bietet das Modell gleich mehrere Vorteile: Firmenrabatte, maßgeschneiderte Programme ab zehn Teilnehmer:innen und die Möglichkeit, Weiterqualifikation zu ermöglichen, ohne bestehende Gehaltsstrukturen zu verändern – da der Essential Degree kein akademischer Grad ist, aber EU-weit anerkennbare Kompetenzen bestätigt. Vor allem Konzerne können so zielgerichtet ausbilden, ohne die Personalarchitektur zu verkomplizieren.

Pressekontakt:
Essential Academy GmbH
Mag. Marcel Mittendorfer
E-Mail: marcel.mittendorfer@esac.info
Web: www.esac.info

(Ende)

UNTERNEHMEN

Telekom kassiert Schlappe wegen Unwahrheit – Abschaltung des Kundenportals bei Marke Congstar für mehr App-Downloads nur vorgeschoben – Pressetext, 25.11.2025

Berlin (pte026/25.11.2025/13:59) – Das Landgericht Köln hat einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Telekom Deutschland GmbH wegen Irreführung in Bezug auf die angebliche Abschaltung des Kundenportals bei ihrer Marke Congstar stattgegeben. „Kunden dürfen nicht per Falschmeldung zum Download einer App gedrängt werden“, so vzbv-Vorständin Ramona Pop.

Irreführende Falschmeldung

2024 hatte Congstar angekündigt, sein Portal „meincongstar“ abzuschalten und Kunden in der Folge aufgefordert, die App herunterzuladen und zu installieren. Doch das Unternehmen plante gar keine Abschaltung der Online-Accounts für Bestandskunden, so der vzbv. Auch wäre dies ein Bruch mit den damaligen Vertragsbedingungen gewesen, heißt es weiter.

Vor Gericht stellte das Unternehmen klar, dass das Kunden-Center gar nicht abgeschaltet, sondern für Bestandskunden in modifizierter Form weitergeführt werde. Das Gericht folgte der Auffassung der vzbv-Juristen, wonach die Telekom ihre Kunden mit der Falschmeldung in die Irre führte und damit gegen das Wettbewerbsrecht verstieß.

Auch zur Täuschung geeignet

Den Richtern zufolge ist die Ankündigung zur Abschaltung des bisherigen Kundenportals nicht nur unwahr, sondern auch zur Täuschung geeignet. Sie suggeriere den Kunden, sie müssten zwingend die App auf ihrem Handy installieren, um ihren Vertrag auch künftig noch verwalten zu können. Das treffe objektiv nicht zu. Das Urteil hat das Aktenzeichen „33 O 490/24“.

(Ende)

Hohe Baukosten: Aus für dritte Piste am Wiener Flughafen Schwechat – APA / GMX, 26.11.2025

Aus für die dritte Landebahn am Wiener Flughafen. Baukosten und Rahmenbedingungen stoppen das Projekt. Endgültig beerdigt ist es aber damit noch nicht.

Der Flughafen Wien-Schwechat wird keine dritte Piste bauen. Man gehe davon aus, „dass wir im Zwei-Pisten-System über 50 Millionen Passagiere abfertigen können und das ist einfach deutlich mehr, als wir in der Vergangenheit berechnet haben“, erklärte Flughafen-Vorstand Julian Jäger im Ö1-„Morgenjournal“. Stattdessen werde man mehr in Terminal-Infrastruktur investieren. Im Vorjahr waren 31,7 Millionen Reisende über Wien geflogen.

„Neben den auf rund zwei Milliarden (Euro, Anm.) massiv gestiegenen prognostizierten Baukosten haben sich auch die Rahmenbedingungen infolge der überlangen Verfahrensdauer grundlegend geändert“, erklärten Flughafenvorstand Julian Jäger und Günther Ofner via Aussendung. „So wurden im Jahr 2005 pro Flugbewegung 71 Passagiere befördert, 2024 waren es durch den Einsatz größerer Flugzeuge bereits 139 Passagiere, was den Druck auf die Pistenkapazität mildert.“

Die Flughafenchefs verweisen auch auf eine schwierige Refinanzierung des Großprojekts. „Mit ausschlaggebend für die Entscheidung ist auch, dass die größten Airline-Kunden am Standort dem Projekt negativ gegenüberstehen und ohne Refinanzierung durch höhere Tarife die wirtschaftliche Basis der Investition nicht darstellbar ist.“

90 Mio. Euro in den Sand gesetzt

Mit dem Projekt einer dritten Piste hat der Flughafen über 25 Jahre insgesamt rund 90 Mio. Euro in den Sand gesetzt. „Aber wir sparen uns jetzt eine Investition von zwei Milliarden“, sagte Jäger im „Morgenjournal“ – und man könne auch im Zwei-Pisten-System wachsen. Man könne eine dritte Piste nicht für alle Zukunft ausschließen, „aber wir werden frühestens in den 2040er Jahren wieder darüber nachdenken müssen“.

Den Flughafen sieht Jäger finanziell gut aufgestellt: Man habe „400 Millionen Euro auf der hohen Kante“ und sei schuldenfrei. „Wir werden in den nächsten Jahren jeweils zwischen zwei und 300 Millionen jährlich in die Terminalinfrastruktur investieren und ich glaube, der Fokus hat sich einfach vom Pistenkapazität auf Terminalkapazität verschoben.“

Gewinnprognose für Geschäftsjahr 2025 gesenkt

„Die getroffene Entscheidung führt dazu, dass die von 2018 bis 2020 angefallenen Zahlungen aus dem Mediationsvertrag an den Umweltfonds und an Anrainergemeinden, die auf das Pistenprojekt aktiviert wurden, mit 55,9 Mio. in der Bilanz 2025 nicht liquiditätswirksam wertzuberichtigen sind“, teilte das Unternehmen zu den bilanziellen Auswirkungen mit. Wegen der Wertberichtigung rechne man heuer mit einem Nettoergebnis vor Minderheiten von 210 Mio. statt bisher rund 230 Mio. Euro.

Lange Verfahrensdauern, viele Gegner

Ein weiterer Entscheidungsgrund gegen die dritte Piste war laut Mitteilung von Dienstagabend auch die nach 17 Monaten nach wie vor offene Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) im Rechtsmittel gegen eine abändernde Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Verfahren um die Bauzeitverlängerung gewesen. Die lange Dauer wurde von Flughafenvertretern stets kritisiert.

Der VwGH prüfte aktuell im Rahmen einer Beschwerde des Flughafens Wien, ob der vom Bundesverwaltungsgericht (BVwG) verkürzte Aufschub für die Baugenehmigung von 2033 auf das Jahr 2030 rechtlich hält. Eine Entscheidung wurde zuletzt für 2026 erwartet – im selben Jahr wollte der Flughafen über den Bau des seit vielen Jahren umstrittenen Projekts endgültig entscheiden.

Erstmals 1996 für 2015 geplant

Wirtschafts- und Tourismusvertreter in der Ostregion waren größtenteils dafür. Umweltschützer und Anrainer dagegen. Gestritten wird seit langem, phasenweise intensiv. Schaut man ganz weit zurück, so plante der Flughafen Wien schon 1996 eine dritte Piste bis zum Jahr 2015. Das waren noch andere Luftfahrtzeiten mit viel weniger Passagieren, in Wien waren es 1995 8,5 Millionen. Mit einer dritten Piste wollte man auf gut 23 Millionen kommen. Zuletzt waren es wie beschrieben mit zwei Pisten über 30 Millionen Reisende.

Der Flughafen gehört zu je 20 Prozent der Stadt Wien und dem Land Niederösterreich (20,0). Die Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung hält 10 Prozent. Die Airports Group Europe und der Streubesitz machen je rund 44 bzw. 6 Prozent aus.

Stimmen aus den Landesregierungen

Aus den Landesregierungen Wiens und Niederösterreichs hat es am Dienstagabend erste Reaktionen auf das Aus für das Pistenprojekt gegeben.

Der Airport habe eine „wirtschaftliche Entscheidung getroffen“, so die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Es sei wichtig, Ausbau und die Modernisierung des Flughafens und der Airportregion weiterhin voranzutreiben.

Auf geplante Erweiterungen bei Terminals und Modernisierungen verwies auch Wiens Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ). Sie ortete „eine verantwortungsvolle und vorausschauende Entscheidung“, „ein klares Signal in Richtung Nachhaltigkeit“ und nicht zuletzt eine nunmehr gegebene Planungssicherheit. Mikl-Leitner: „Unser Flughafen bleibt die zentrale Verkehrsdrehscheibe Österreichs und wird weiter wachsen.“

Herbe freiheitliche Kritik Entscheidung und anderen Parteien

Als „verheerendes Signal für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreich“ kritisierte FPÖ-Generalsekretär und Verkehrssprecher Christian Hafenecker die Entscheidung des Airport-Standortes. Er kritisierte aber auch die anderen Parteien, sah „das direkte Ergebnis der wirtschaftsfeindlichen Politik der Verlierer-Koalition“ aus ÖVP, SPÖ und NEOS. Diese hätten schlussendlich gegenüber „grünen Ideologen und selbst ernannten Klimarettern“ klein beigegeben und solchen das Feld überlassen, so Hafenecker. (apa/bearbeitet von the/skr)

GESELLSCHAFTSSEISMOGRAPH BÖRSEN

*** zuletzt aktualisiert am 19.11.2025***

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Tickende Zeitbombe am Anleihenmarkt: In den USA und in Europa wird die Staatsverschuldung zum Problem – Catherine Bosley, NZZ, 30.9.2025

Die Risikoprämien für langfristige Obligationen sind trotz geldpolitischer Lockerung in Grossbritannien, Frankreich und den USA gestiegen. Washington genoss bislang ein «exorbitantes Privileg». Dieses ist nicht in Stein gemeisselt.

Die Reaktion der Anleiheninvestoren auf die jüngste Zinssenkung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve erscheint zunächst widersprüchlich. Obwohl das Gremium um Jerome Powell den Leitzins um 25 Basispunkte herabsetzte, legten die Renditen zehn- und dreissigjähriger amerikanischer Staatsanleihen zu.

Doch es gibt eine plausible Erklärung – und sie ist für die USA ein schlechtes Omen. Ein schwindelerregender Schuldenberg und Handelszölle, die die Inflation anheizen, lassen erwarten, dass die Finanzierungskosten der weltgrössten Volkswirtschaft langfristig steigen werden. Hinzu kommt der Druck aus dem Weissen Haus, das die Unabhängigkeit der Notenbank infrage stellt. Das könnte die Inflationserwartungen befeuern.

Doch das Phänomen ausufernder Staatsdefizite, welche die Kapitalmärkte in Unruhe versetzen, beschränkt sich keineswegs auf die USA. Obwohl die Notenbanken auf beiden Seiten des Atlantiks die Leitzinsen gesenkt haben, ist die von Anlegern geforderte Risikoprämie für das Halten lang laufender Anleihen von staatlichen Emittenten wie Frankreich, Deutschland oder Grossbritannien im vergangenen Jahr gestiegen. Dies ist ein Indiz dafür, dass Investoren zunehmend an der Tragfähigkeit der Staatsverschuldung zweifeln.

Zum Beispiel muss Frankreich für neue Kredite noch tiefer in die Tasche greifen als das hoch verschuldete Italien oder Griechenland. Und der Zins auf Staatsschulden war zeitweise höher als der auf den Wertpapieren grosser französischer Unternehmen. Der klägliche Zustand des gallischen Staatshaushalts trug auch massgeblich zum Zusammenbruch der Regierung unter François Bayrou im September bei.

Währenddessen prognostiziert in den USA das Yale Budget Lab, dass aufgrund der höheren Staatsverschuldung durch Donald Trumps Big Beautiful Bill die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe – zurzeit bei etwa 4,15 Prozent – bis 2030 um etwa einen halben Prozentpunkt steigen werde.

«Nicht nachhaltig» sei die Entwicklung der amerikanischen Staatsverschuldung, hatte Powell im Mai erklärt, noch bevor Trumps Gesetz angenommen wurde. Dieses stockt die Mittel für das Militär und den Grenzschutz auf und senkt gleichzeitig die Steuern.

Bislang profitieren die USA von der Rolle des Dollars

Über Jahrzehnte profitierten die USA vom Status des Dollars als internationale Leitwährung. Unter anderem bedeutete dies, dass die hohe ausländische Nachfrage nach sicheren, liquiden amerikanischen Obligationen die Finanzierungskosten Washingtons in Schach hielt. Diesen Sonderstatus bezeichnete der französische Schatzmeister Valéry Giscard d’Estaing einst als «exorbitantes Privileg».

Im Zuge der immer höheren Zölle aus Washington dieses Jahr kamen seitens der Investoren allerdings Zweifel über die Vorreiterrolle des Dollars und die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Wirtschaftspolitik auf. Der Greenback sackte im April bis zu 7 Prozent gegenüber dem Euro und sogar fast 9 Prozent gegenüber dem Franken ab, während die Renditen auf US-Treasuries stiegen. Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern tritt Trump nicht für eine starke Währung ein.

Das Fed senkte am 17. September den Leitzins mit Verweis auf den Arbeitsmarkt, wo es eine beginnende Schwäche erkannte. Dabei entschieden sich die Geldhüter dafür, über die aus ihrer Sicht etwas erhöhte Teuerung hinwegzuschauen.

Noch sind die Auswirkungen der Zölle auf die amerikanische Wirtschaft nicht vollständig zu spüren. Die höheren Einfuhrabgaben beginnen laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) erst jetzt, die Konsumentenpreise zu beeinflussen. Es gibt so gut wie keine Anzeichen dafür, dass die Importeure die Zölle absorbieren, anstatt sie an die Kunden weiterzureichen. Die OECD hat vor diesem Hintergrund ihre Inflationsprognose für die USA für das Jahr 2026 auf 3 Prozent angehoben.

Auch nach Meinung der Deutschen Bank deuten Finanzmarktindikatoren darauf hin, dass die Teuerung in den USA in den kommenden Jahren über dem Zwei-Prozent-Zielband des Fed bleiben wird. Tatsächlich verharrt die in fünf Jahren erwartete Inflationsrate – die im Fachjargon Break-even-Rate genannt wird und aus dem Vergleich der Renditen von inflationsindexierten und nominalen Wertpapieren berechnet wird – seit Anfang dieses Jahres bei rund 2,5 Prozent.

Noch sind Treasuries bei Investoren begehrt

Experten erwarten, dass das Finanzministerium unter Scott Bessent die Politik seiner Vorgängerin Janet Yellen weiterführt und für die Neuverschuldung überwiegend auf Schuldtitel mit Laufzeiten von unter einem Jahr – sogenannte Bills – setzt. So kann das Treasury von den geringeren Finanzierungskosten auf kurzfristigen Obligationen profitieren.

Stephen Miran, jüngst von Trump in den Vorstand des Fed berufen, hatte 2024 mit dem New Yorker Ökonomen Nouriel Roubini die Ausrichtung auf kurzfristige Anleihen untersucht. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Strategie – ähnlich wie die quantitative Lockerung einer Notenbank – die Renditen am Markt senkt und auch in Zukunft Anwendung finden dürfte.

Die Taktik funktioniert natürlich nur unter dem Vorbehalt, dass es stets genug Käufer für amerikanische Wertpapiere gibt.

Noch erfreuen sich amerikanische Staatsanleihen reger Beliebtheit. Deswegen sind die amerikanischen Anleihenmärkte wahrscheinlich trotz Zollhammer von Turbulenzen wie an den Kapitalmärkten Frankreichs und Grossbritanniens dieses Jahr verschont geblieben. Nach der vom «Liberation Day» ausgelösten Volatilität im April stieg der von ausländischen Investoren gehaltene Bestand im Juli auf ein Rekordniveau von 9,16 Billionen Dollar. Wer liquide Wertpapiere mit einer attraktiven Rendite kaufen möchte, kommt derzeit kaum am weltgrössten Markt vorbei.

Doch Verkaufswellen wegen Washingtons Handelspolitik, Trumps Druck auf die Notenbank oder die anhaltend hohe Teuerung könnten die Lage umkehren. Sollten Anleger längerfristig an der Glaubwürdigkeit des amerikanischen Fiskus zweifeln, würden die Wertpapiere ihren Status als sicheren Hafen verlieren.

«Wir sind zunehmend der Ansicht, dass die USA auf einige altbewährte Taktiken hoch verschuldeter Staaten zurückgreifen werden», wie zum Beispiel Interventionen am Anleihenmarkt, um die Kosten der laschen Haushaltpolitik zu verschleiern, schrieb Atul Bhatia, ein Stratege von RBC Wealth Management. Das Setzen auf kurzfristige Schuldverschreibungen «birgt grössere Risiken für die amerikanischen Staatsfinanzen, da die Finanzierungskosten dann nicht so berechenbar sind».

Wirtschaftswachstum ist das beste Mittel

Das Phänomen der ausufernden Staatsverschuldung betrifft sowohl die USA als auch die grossen Industrieländer Europas und Asiens. Um die gigantischen Summen in den Griff zu bekommen, gibt es zwei unterschiedliche Pfade: Entweder wird das Wachstum beschleunigt oder aber die Schuldenlast wird auf Kosten der Gläubiger verringert.

Ein beleben der Konjunktur lässt das Ausmass der Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung eines Staates schrumpfen. Dies erfordert jedoch einen Produktivitätsschub – etwa durch künstliche Intelligenz – oder schmerzhafte Strukturreformen.

Wie jüngst in Frankreich, als der Premierminister aufgrund seines vorgeschlagenen Sparprogramms den Hut nehmen musste, stossen staatliche Ausgabenkürzungen bei Wählern oft auf Ablehnung.

Die andere Möglichkeit ist finanzielle Repression, also wenn der Staat die Anleger faktisch zum Halten von unattraktiven Staatsschulden zwingt. Ein beabsichtigtes Anheizen der Teuerung kann den realen Wert dieser Schulden weginflationieren, solange diese nicht teuerungsgeschützt sind. Oder aber es kommt sogar zu eigentlichen Schuldensanierungen mit kostspieligen Schuldenschnitten wie derjenige von Griechenland 2012.

Die Unsummen der Verbindlichkeiten sind auf beiden Seiten des Atlantiks eine tickende Zeitbombe. Ob und in welcher Form diese losgeht, bleibt abzuwarten.

Schulden wie nach dem Weltkrieg Warum der Welt der Finanzkollaps droht – n-tv, Daniel Schütte, 27.9.2025

Frankreichs Haushalt ist nur noch ein Torso. Die Staatsverschuldung der USA hat astronomische Dimensionen erreicht – die Europäer folgen dem Trend. Inzwischen sagen selbst seriöse Ökonomen und Investoren einen Crash und Panik an den Finanzmärkten voraus. Sie haben recht: Die Schuldenbombe tickt.

Der Schuldenberg der westlichen Staaten ist heute wieder ungefähr so hoch wie in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Gerade noch neun Länder erhalten von allen drei großen Ratingagenturen die höchste Bonitätsstufe, das dreifache A. Selbst starke Wirtschaftsnationen wie Frankreich verlieren die Kontrolle über ihre Haushaltsdefizite. Müsste Frankreich auf die Rettungsmechanismen zurückgreifen, die im Zuge der Eurokrise aufgebaut worden sind, dann hätte das dramatische Folgen auch für die Bundesrepublik. Dreistellige Milliardenbeträge stünden auf dem Spiel.

Regierungen und Wähler haben sich im Laufe der Jahre an solche Summen gewöhnt. Weil am Ende – zumindest für Deutschland – immer alles gut gegangen ist, erscheinen Warnungen nur abstrakt und hypothetisch. Doch die bisherige Verschuldungspolitik wird so nicht weitergehen können. Der aufgebaute Sprengstoff ist hochexplosiv, die Schuldenbombe tickt.

Die USA, der größte Staatsschuldner der Welt, sind nach Ansicht der meisten Ökonomen und Investoren auf fiskalischem Crashkurs. Drastische Warnungen häufen sich. Jamie Dimon etwa, der Chef der weltgrößten privaten Bank J.P. Morgan und Doyen der Wall Street, sprach schon vor der Wahl 2024 von einer drohenden „Rebellion“ der Finanzmärkte, weil die Haushaltsfinanzierung auf ein „Kliff“ zusteuerten. Im Mai prognostizierte er ein Fiasko, weil es zu einem „Riss“ am Bondmarkt kommen werde: „Das wird passieren.“ Seinen Bankenaufsehern sage er: „Ihr werdet in Panik geraten.“

Kernschmelze des Finanzsystems könnte von den USA ausgehen

Die US-Staatsschuldenquote wächst seit Jahren ungebremst, laut Internationalem Währungsfonds (IWF) liegt sie derzeit bei 123 Prozent. Tendenz: immer weiter steigend. Diese Schuldenlawine betrifft die gesamte Welt, denn die USA sind mit Abstand der führende Finanzplatz und der von ihnen geschöpfte Dollar ist die Welt-Reservewährung. Probleme des Schuldners USA könnten deshalb bis zu einer Kernschmelze des Weltfinanzsystems führen. China und andere Herausforderer der USA arbeiten ohnehin daran, die Dominanz des Dollarsystems zu brechen.

Zur hohen Schuldenlast Amerikas, das sein Triple-A längst verloren hat, kommt inzwischen noch die unberechenbare Politik des Präsidenten: Donald Trumps Zölle schaden dem Wirtschaftswachstum, seine Steuersenkungen haben neue Haushaltslöcher gerissen. Obendrein untergräbt Trump mit brachialen Mitteln die Unabhängigkeit der US-Zentralbank Fed, die der Garant eines stabilen Dollar und der Finanzmarktstabilität sein müsste.

Trump will die Notenbankerin Lisa Cook wegen angeblicher privater Verfehlungen feuern. Um mehr Einfluss zu gewinnen, beförderte er auch seinen Chefökonomen Stephen Miran in die Zentralbank, der sofort eine neue Angriffsfront eröffnet hat. Nach dem Gesetz soll die Fed bisher einerseits für stabile Preise, andererseits für möglichst hohe Beschäftigung sorgen. Miran grub eine Passage in den Statuten aus, nach der die Fed zusätzlich auch für moderate Langfristzinsen sorgen müsse.

Mit diesem neuen Rechtsverständnis könnte die Notenbank künftig die Aufgabe übernehmen, dem Präsidenten und seiner Regierung den Rücken finanziell freizuhalten. Denn deren Schuldenpolitik lässt sich nur fortsetzen, wenn die Zinsen im Zaum gehalten werden. Wo der billige Kredit zum permanenten Ziel der Geldpolitik wird, wächst allerdings das Inflationsrisiko erheblich.

Nicht nur die Stabilität des Dollar ist dadurch bedroht. In fast allen Industrieländern gefährdet die wachsende Last der Schulden am Ende das Geldsystem. Die Europäer stehen nur auf den ersten Blick etwas besser da. Die Staatsschuldenquote der Eurozone liegt zwar zusammengerechnet deutlich unter 100 Prozent. Die Währungsunion besteht aber aus zwei fiskalisch sehr verschiedenen Blöcken: Die sechs am höchsten verschuldeten Länder Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Belgien und Portugal haben – in Relation zum Wirtschaftswachstum – zusammen einen fast genauso hohen Schuldenstand wie die USA.

Abrupte Schuldenwende in Deutschland

Das Gegengewicht bildet im Wesentlichen Deutschland, das seine Schuldenquote in den 2010er Jahren wieder in die Nähe von 60 Prozent gesenkt hatte, und das als der Stabilitätsanker des Euro gilt. Mit der abrupten Schuldenwende im Frühjahr haben die Deutschen ihren Kurs nun grundlegend verändert: Der im Vergleich noch große Kreditspielraum soll zügig genutzt werden. Zugleich verschlechtert sich die Lage beim wichtigsten Partner Frankreich drastisch: Das Land ist tief gespalten, immer neue Regierungen scheiterten zuletzt daran, die ständig steigende Verschuldung zu bremsen. Am Kapitalmarkt ist der Zins der französischen Staatsanleihen deshalb auf das Niveau des notorischen Schuldenpatienten Italien gesprungen. In der Währungsunion zahlen heute die beiden nach Deutschland größten Volkswirtschaften die höchsten Risikoaufschläge gegenüber den Bundesanleihen.

Eine Finanzpolitik, die ihre Schulden nicht mehr im Griff hat, wird zum Sprengstoff für die Finanzmärkte. Denn die Staatsschulden müssen zwar nie restlos zurückgezahlt, aber doch immer wieder neu finanziert werden. Nach einer langen Phase von Mini- und teils sogar Negativzinsen sind die Kreditkosten zuletzt wieder spürbar gestiegen. Verlieren die Investoren einmal abrupt das Vertrauen in die vermeintlich völlig sicheren Papiere, dann drohen massive Erschütterungen: Crashende Bondkurse bringen Banken und Versicherungen ins Wanken, hochschießende Zinsen verschärfen die Haushaltsnot noch weiter. Als letzter Retter in der Krise bleibt dann nur noch die Notenbank, die unbegrenzt Geld schöpfen kann – „whatever it takes“.

Zuletzt hat Großbritannien 2022 einen solchen Schock erlebt. Damals stürzte die neue Premierministerin Liz Truss schon nach wenigen Wochen, weil der Bondmarkt angesichts ihrer Schuldenpläne crashte. Erst ihr Rücktritt und die Interventionen der Bank of England beruhigten die Lage. Der „Truss-Moment“ ist seither der Albtraum vieler Regierungen weltweit.

Schon vor Monaten forderte die vor kurzem ausgeschiedene IWF-Vizechefin Gita Gopinath einen „strategischen Schwenk“. Sie nannte die fiskalische Lage der Welt „schlimmer, als Sie denken“. Höheres Wachstum wäre der Königsweg aus der Schuldenfalle. Die Zügelung von Ausgaben ist vor allem dort unvermeidlich, wo die Steuerlast schon sehr hoch ist. Aktuell zeigt sich aber vor allem, dass der Druck auf die Notenbanken wächst. Die Politik hat sich an das leichte Geld gewöhnt, das die Währungshüter in den großen Krisen der vergangenen anderthalb Jahrzehnte zur Verfügung gestellt haben. Das Risiko einer etwas höheren Inflation erscheint vielen vertretbar – zumal die schleichende Entwertung des Geldes auch die reale Last der Staatsschulden aushöhlen kann.

Der jüngste Vorstoß des Trump-Loyalisten Miran mag Europäern bizarr erscheinen. Die Europäische Zentralbank hat formal ein viel engeres Mandat als die amerikanische Fed. Der klare Auftrag heißt hier: stabile Preise. Faktisch stabilisiert aber auch die EZB schon seit Jahren die Zinsen für Krisenkandidaten wie Italien. Im Fall Frankreich wird sie nicht anders handeln können.

Quelle: ntv.de

Reset wie 1948: Droht die große Enteignung – rtl+, 14.8.2025

Zwangshypotheken, entwertete Konten, 90 Prozent Verlust beim Geldvermögen – die Währungsreform von 1948 zeigt, wie radikal ein Reset ablaufen kann. Und er könnte wiederkommen.

Raimund und Etienne sprechen in dieser Podcast-Folge darüber, wie solche Eingriffe in der Vergangenheit aussahen und warum die Reset-Gefahr auch in der Gegenwart nicht gebannt ist. Könnten sogar die USA im Zentrum eines neuen Resets stehen? Was passiert dann mit Geld, Schulden, Immobilien und Aktien? Und wie schützen Sie Ihr Vermögen am besten? Fragen und Anregungen bitte an brichtaundbell@ntv.de

Währungsreform von 1948 Das sind die wichtigsten Fragen zum „Reset-Szenario“ – n-tv, ab 31.7.2025

Zwangshypotheken, entwertete Konten, 90 Prozent Verlust beim Geldvermögen – die Währungsreform von 1948 zeigt, wie radikal ein Reset ablaufen kann. Dieses Szenario haben Raimund Brichta und Etienne Bell in der vorherigen Folge „Brichta und Bell – Wirtschaft einfach und schnell“ vorgestellt und selten so viel Feedback erhalten. In dieser Woche klären sie weitere wichtige Fragen: von den Auswirkungen auf Gold über Kryptos hin zu KI.

AKTIENEMPFEHLUNGEN – BUY & SELL

Aktuell (—): 
Aktien um 10 Euro je Stück sind FETT hervorgehoben.

Die erwarteten stolzen Kursgewinne sind dem Übermut der tollen Analystenzunft zu verdanken! Hirn selbst einschalten und kritisch bewerten. MERKE: Klappern gehört zum Geschäft. Es geht letztlich nicht so sehr um die Beratung der Anleger, sondern um die spekulativ selbst gehaltenen Aktien der Häuser (Banken, Fonds, Anlagegesellschaften etc.), für die die Analysten tätig sind: wenn viele kaufen, steigen die Kurse, und 5% Plus sind zwar weniger als 15% oder 35%, aber besser als 5% Minus. Zudem lassen sich schnell noch eigentlich „schlechte“ Aktien im Portfolio des Hauses (Banken, Fonds, Anlagegesellschaft etc.) verkaufen, für die der Analyst tätig ist, sofern die werten privaten Anleger den Kaufempfehlungen folgen. So schaut’s aus im Schneckenhaus! Nochmals: Hirn selbst einschalten. Die Finanzbranche lebt vom Trübe-Machen des Wassers!

NICHT ZULETZT: Verkaufsempfehlungen werden ungern gegeben, da sie auf das Portfolio der Häuser (Banken, Fonds, Anlagegesellschaft etc.) rückschließen lassen, zu denen die Analysten gehören. Verkaufsempfehlungen werden aus zwei Gründen gegeben: a) es ist tatsächlich Feuer am Dach des analysierten Unternehmens, b) das Haus möchte die Aktien des zum Verkauf empfohlenen Unternehmens billiger zurückkaufen, sofern den Verkaufsempfehlungen gefolgt wird. Letztlich agieren an der Börse die Optimisten, und die wollen positive Nachrichten hören, also werden sie von den Häusern und ihren Analysten entsprechend bedient.

UND ZU ALLERLETZT: die Analysten bespiegeln sich untereinander: wer hat was empfohlen oder nicht empfohlen, es kommt zu herdenpsychologischen Erscheinungen derart: der Leithammel hat empfohlen, also machen wir das auch. Die jeweiligen Analysen werden entsprechend (um)formuliert. Das zweite Moment: die Konkurrenz, die u.U. zu skurrilen Interpretationen des analysierten Unternehmens führt.

FAZIT: was die Analystenzunft von sich gibt, kann aufschlussreich sein, muss es aber nicht, vermittelt einen zusätzlichen Eindruck zu einzelnen Aktiengesellschaften. Wichtig ist der Blick auf zweierlei: a) entscheidend: auf die volkswirtschaftliche Situation des Landes, der Welt; b) sekundär (!) auf das Unternehmen und seine Branche: Charakter des Managements, klare, gut durchschaubare Produktpalette, Langlebigkeit des Unternehmens und seine Stetigkeit im Gebaren.

Renten- und Aktienmärkte

Man halte sich vor Augen: Aktienmärkte sind die Pfützen in der Welt der Veranlagungsmöglichkeiten. Anleihenmärkte (Rentenmärkte, Kapitalmärkte) sind die großen Ozeane ebendort. Daher sind Aktienmärkte volatil und reagieren auf den leisesten Windhauch mit u.U. kräftigen Ausschlägen. Die Seelen der Anleger sind sehr verletzlich: Angst und Gier bestimmen hier jegliches Handeln, die vernünftige Veranlagungsentscheidung steht an zweiter Stelle. Das verursacht in den kleinen Geldpfützen der Aktienmärkte hohe Wellen. Aber dort stehen nach erster Erschütterung später die rationalen Kaufs- und Verkaufsentscheidungen felsenfest – bis zur nächsten Seelenerschütterung.

Anleiheanleger sind cooler und gezügelter im Gemüt. Hier geht es eher um Langfristperspektiven. Alles dreht sich um den Zins und wie er sich weiterentwickelt. Wer an der Zinsschraube dreht, dreht am Schicksal ganzer Volkswirtschaften. Da ist das aufgeregte Gegackere an den Aktienmärkten geradezu uninteressant.

Aber kommen Anleihemärkte einmal ins Rutschen – nach oben oder nach unten – dann ist Feuer am Dach. Schon 0,5 oder gar 1 Prozent Veränderung in einem Anleihenindex sind eine „Weltbewegung“ im Milliarden- oder Billionengeldmeere der Anleiheozeane.

Dazu kommt: Die Anleiherenditen konkurrenzieren mit den Aktienrenditen. Eine hohe Anleiherendite jenseits der 3 Prozent wirkt umso „giftiger“ auf die Aktienkursentwicklungen, je höher sie ist. Liegt sie unter 3 Prozent, begünstigt sie die Aktienkäufe, Je deutlicher sie unter 3 Prozent liegt, umso eher. Das ist die Regel. Die Ausnahme – so, wie wir sie gerade sehen – bestätigt diese Regel. Früher oder später wird sie ihre dominante Stellung als Regel wieder einnehmen.

Diese Verhältnisse sind es, die im Tagesblick in der Regel die Berichte zu den Anleihemärkten wiedergeben lassen, dass aufgeregte Geflattere und Gegackere an den Aktienmärkten im Detail interessiert in der Regel nicht die Bohne.

Zur Renditebestimmung bei Anleihen: notiert die Anleihe zu 100 Prozent, dann stimmen Anleihezinssatz (der Couponzins) und Anleiherendite überein. Sinkt der Anleihekurs unter 100 Prozent, steigt die Rendite, umgekehrt gilt: steigt der Anleihekurs, so sinkt die Rendite. So einfach ist das. Und so weltbewegend in der Tat.

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Allgemeine Empfehlungen: Es geht vornehmlich um die Zukunft der Energiegewinnung und die Energielieferanten. Renner bleiben Telekommunikations-Unternehmen, deren Dienstleistungen in einer digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft unabkömmlich sind. Unter den Logistik-Aktien sind in der Regel die Post-Aktien interessant. Diese Branchen sind weniger konjunkturabhängig als z.B. Konsumaktien, darunter die Post-Aktien noch am ehesten.

Hinzu kommt, dass die klassischen erdölverarbeitenden Energielieferanten (Up- und Downstream) mehr oder weniger energisch in großem Stil auf Alternativenergien umstellen. Es bleibt ihnen angesichts des Klimawandels, der öffentlichen Meinung und der in absehbarer Zeit erschöpften Welt-Erdölreserven auch nichts anderes übrig. Über das Kapital für den weltlebensnotwendigen Umbau verfügen sie dank ihrer Aktionäre. Es geht aus Sicht der Unternehmen um zukunftsträchtige Geschäftsmodelle in einer überschaubaren Branche – Energie – und aus Sicht der Aktionäre um steigende Unternehmenswerte / Aktienkurse als Inflationsschutz und sichere, möglichst stabil wachsende Dividenden, ebenfalls hinsichtlich des Inflationsschutzes.

Anti-Nachhaltigkeits-Bewegung in den USA als 180-Grad-Wendung in der Veranlagungsgebarung

Der aktuelle politische Druck in den USA zwingt eine Reihe großer Vermögensverwalter, darunter die weltgrößten wie Blackwater und Vanguard (verwaltetes Vermögen: 20 Billionen US-Dollar), nachhaltige Unternehmen potentiellen Anlegern nicht mehr zu empfehlen. Sie selbst verkaufen solche Unternehmen aus ihren Portfolios. Es gibt sogar seitens republikanisch regierter Bundesstaaten wie insbesondere Texas Kaufverbote für staatliche Pensions- u.a. Fonds.

Ausgestiegen sind bereits US-amerikanische Großbanken wie JP Morgan, Goldman Sachs, Wells Fargo, Bank of America, Citigroup (verwaltetes Vermögen: 9 Billionen). Ähnliches betrifft die Kreditvergabe. Offen bleibt, wie private und Unternehmensanleger (nicht-staatliche Fonds) künftig disponieren werden.

Unter den angebotenen Finanzanlagen kursieren seit geraumer Zeit besondere Nachhaltigkeitsprodukte in Form sog. ESG-Fonds (mehr dazu hier), die hohe Renditen versprachen und daher recht starken Zulauf hatten; die Renditen wurde seit Erhöhung der Kreditzinsen gebremst, da dadurch kreditfinanzierte Nachhaltigkeitsprojekte (Windparks, Solaranlagen etc.) weniger rentabel wurden.

In der Europäischen Union will man sich weiter an entsprechende Nachhaltigkeitsauflagen festhalten. Bislang wurden in europäische ESG-Fonds 9 Billionen Euro investiert, was 61 Prozent des gesamten Fondmarktvolumens entspricht. Der Zufluss hat sich 2024 allerdings um die Hälfte auf 37 Milliarden Euro reduziert. Zudem wurden mehr ESG-Fonds geschlossen als eröffnet. Nicht nur die hohen Zinsen, die die ESG-Fonds-Renditen beeinträchtigten, führten dazu, sondern auch „grüne Schönfärberei“: es stellte sich da und dort heraus, dass die versprochene Nachhaltigkeit mehr auf dem Papier als in der Wirklichkeit bestand. (Quelle: Wirtschaft vor Acht, ARD, 10.1.2025 (KURZVIDEO, bis 17.1.2025 verfügbar))

FAZIT: Es bleibt abzuwarten, was das für den Klimaschutz in den USA und weltweit künftig bedeutet. Für Österreich stellt sich die Frage, wie eine künftige Regierung sich in Sachen Klimaschutz verhalten wird.

Aktienkauf – der Erwerb einer Unternehmensbeteiligung – bedeutet Übernahme eines Risikos in Hinblick auf das künftige Unternehmensschicksal. Die Dividende stellt eine Risikoprämie dar.

Aktienanalytischer Blick auf Aktien im Euroraum und speziell Österreich (Stand: 24.2.2025):

ACHTUNG – STEUERVERÄNDERUNGEN ANTE PORTAS:
Ins Gerede kommen in absehbarer Zeit auf EU-Ebene und auf Österreich-Ebene vermutlich Aktienbesteuerung (Verkaufsgewinne, Dividenden) ebenso wie Vermögens- und Erbschaftssteuer. Diese Steuern sind in Veranlagungsüberlegungen mit einzubeziehen.

Im Folgenden sind Aktien um 10 Euro je Stück und darunter FETT hervorgehoben.
Neu aufgenommene Aktien werden mit ### gekennzeichnet.

Beobachtenswert ist der Umweltschutz- und Wasserwirtschaftswert Veolia

Ein Kaufsignal liefern weiterhin ENI, UNICREDIT und TOTAL ENERGIES, im Vergleich zum 3.2.2025 stabile Bewertung mit jeweils fünf Sternen bewertet.

Ein Kaufsignal liefern ENEL, PORR, SHELL, VERBUND, ### VIENNA INSURANCE GROUP mit jeweils vier Sternen bewertet.
Im Vergleich zum 3.2.2025 erweiterte stabile Bewertung mit jeweils vier Sternen bewertet.

Ein niedriges KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) zeichnet aus:
RWE, TOTAL ENERGIES, ### UNICREDIT SPA, PORR, OMV, ### UNIQA, EVN, ENEL, TELECOM AUSTRIA, ### STRABAG, WIENERBERGER, SHELL, PALFINGER.

Aufsteigende Reihenfolge: die erste Aktie RWE ist die mit dem niedrigsten KGV = 4,8, PALFINGER die mit dem höchsten KGV = 9,3.
Im Vergleich zum 3.2.2025 erweiterte stabile Bewertung.

Ein niedriges dynamisches KGV (PEG, Price-Earning-to-Growth) weisen u.a. auf:

ENI, UNICREDIT, ### KONTRON AG, OMV, SHELL, PORR, WIENERBERGER, PALFINGER,

Nicht mehr dazu gehören: VIENNA INSURANCE GROUP, TELECOM AUSTRIA.
Aufsteigende Reihenfolge: die erste Aktien ENI = 0,5 ist die mit dem niedrigsten, PALFINGER die mit dem höchsten PEG = 1,4.
Im Vergleich zum 3.2. 2025 ist die Auswahl verändert, einzelne Aktien kamen dazu, andere fehlen nun!

Als Aktien mit langfristigem Kurspotential werden u.a. gesehen:
TOTAL ENERGIES, ENI, VERBUND, E.ON.SE, EVN, RWE.

Aufsteigende Reihenfolge: am Anfang der Reihe steht jene mit der größten Langfristchance.
Im Vergleich zum 3.2.2025 bleibt die Auswahl stabil, die Reihenfolge hat sich geändert.

Als Aktien mit hoher Sicherheit werden u.a. bewertet VIENNA INSURANCE GROUP, VERBUND; die Bewertungen bleiben unverändert zum 3.2.2025.
Aufsteigende Reihenfolge: am Anfang der Reihe steht jene Aktie mit der größten Sicherheit.

Aktien mit hoher Dividendenrendite sind:
OMV, ORANGE, TELEFONICA, ENI, UNIQA, ENEL.


Aktien mit der größten Dividendenrendite stehen am Anfang der Reihe: OMV 12,6%, am Ende die mit der niedrigsten: Enel 6,7%, jeweils vor Steuer.
Im Vergleich zum 3.2.2025 bleibt die Auswahl gleich, die Reihenfolge hat sich geändert.

KAUFKRITERIEN neben den aktienanalytischen Kennzeichnungen sind der Reihe nach: WER? – Qualität und Charakter (Psychologie!) des Managements, Häufigkeit des Managementwechsels, Unternehmenskultur; WAS? – Produkteinfachheit: „einfach gestrickte“, leicht zu durchschauende/transparente Produkte oder Dienstleistungen, eher kleine Produktpalette bzw. enger umschriebenes Dienstleistungsangebot, Konstanz der Nachfrage; WIE? – Sicherheit, Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen Wechselfällen, finanzielle Stabilität des Unternehmens, Konkurrenzsituation; WO? – geographische und „politische“ Lage möglichst fern von Krisengebieten inkl. solchen mit politischer Unruhe oder in Ländern mit totalitären Systemen oder deutlich defekten Demokratien (illiberale Demokratien); WANN? – Lebensdauer bzw. Überlebensdauer (Weltkriege etc.) des Unternehmens bisher, Stetigkeit der Dividendenzahlungen.

FAZIT: vor dem Kauf einer Unternehmensbeteiligung sich zur Aktiengesellschaft schlau machen: WER, WAS, WIE, WO, WANN.

ZWEI DINGE sind zusätzlich zu beachten:

# Langfristanlage durch Erwerb von Defensiv-Aktien (u.a. Energie, Telekom),

# Verbleib in einem Währungsraum, das ist der Euroraum. Daher werden die allseits seit Jahren gehypten US-Aktien hier mit Absicht außen vor gelassen, um das Währungsrisiko klein zu halten. Gleiches gilt für den Erwerb von Schweizer Aktien, wie die Vergangenheit mit Blick auf das sehr wechselhafte Wechselkursverhältnis Schweizer Franken / Euro gezeigt hat. 

Die Europäischen Union als Veranlagungsrisiko?

Das Staatssystem der Europäischen Union kommt einer defekten Demokratie gleich und erstreckt sich in den Währungsraum (Euroland), in dem gehandelt wird. Man spricht auch von einem Demokratie-Defizit der Europäischen Union. Risiken dieser defekten Demokratie, um einige zu nennen, sind: Regelungen „von oben herab“ auf nicht sehr transparente Weise und Steuervorgaben, die sich durch Negieren realer Alltagserfordernisse auszeichnen, Überwachungsbestrebungen, hoher Bürokratieaufwand für Unternehmen und Bürger. All dies markiert Abgehobenheit und Bürgerferne der EU-Politik.

Kennzeichnend für das Gebaren (Governance) der EU ist ein Ineinandergreifen von EU-Exekutive (Kommission mit ihren Kommissariaten) und einem nicht gut überschaubaren Geflecht zahlreicher, der EU nahestehenden und von ihr geförderten Institutionen, Organisationen und Einrichtungen, die auf vielen Ebenen EU-Kommissionsvorgaben umsetzen helfen. Sie helfen insbesondere dabei, die von EU-Rat- und EU-Kommission angedachten, aber für Bürger und Unternehmen noch nicht „akzeptablen“ Vorgaben „schmackhaft“ zu machen, um so zu einer ausreichend hohen Akzeptanz in der Bevölkerung zu führen, die eine politische Umsetzung ermöglicht.

Junker sagte 1999 dazu sehr verkürzt und sinngemäß: was wir heute als EU nicht durchsetzen, das werden wir dann schon später durchsetzen. Dem Lobbyismus Richtung EU-Exekutive (insbesondere seitens der Unternehmen) steht ein „Lobbyismus“ seitens der EU in Richtung auf die Einrichtungen der Mitgliedsländer sowie auf die Unternehmen und die Bevölkerung gegenüber, dessen Räderwerk für den Normalbürger praktisch nicht durchschaubar ist. Inwieweit kommt dies einem autokratischen Verhalten von der Maschek-Seite gleich?

Hauptziel der EU-Bestrebungen ist die Etablierung der Vereinigten Staaten von Europa, die den derzeit bestehenden Verbund der Mitgliedsstaaten ersetzen soll. Das deutet auch der Wechsel der Namensgebungen im Zeitverlauf an:

# Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, umgangssprachlich auch Montanunion, 1951)

# Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, 1957 inklusive EURATOM)

# Europäische Gemeinschaften (EG, 1965 ff., Fusion von EWG, EURATOM und einzelnen EG-Organen, Fusions- und Folgeverträge)

# Europäische Gemeinschaft (EG, seit 1993 ff., Maastricht- und Folgeverträge)

# Europäische Union (EU, 2007, Lissabon- und Folgeverträge)

1948
1948
Brüsseler
Pakt
1951
1952
Paris
1954
1955
Pariser
Verträge
1957
1958
Rom
1965
1967
Fusions-
vertrag
1986
1987
Einheitliche
Europäische Akte
1992
1993
Maastricht
1997
1999
Amsterdam
2001
2003
Nizza
2007
2009
Lissabon
Europäische GemeinschaftenDrei Säulen der Europäischen Union
Europäische Atomgemeinschaft (Euratom)
Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)Vertrag 2002 ausgelaufenEuropäische Union (EU)
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)Europäische Gemeinschaft (EG)
Justiz und Inneres (JI)
Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS)
Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ)Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)
Westunion (WU)Westeuropäische Union (WEU)
aufgelöst zum 1. Juli 2011

Problematisch bleibt dabei: je größer die Zentralisation von Staatsmacht, umso größer die Machtfülle, die mit „eiserner Harke“ über berechtigte (!) Einzelinteressen der Mitgliedsstaaten und damit der Bürger drüberfährt. Das Prinzip der Subsidiarität bleibt dabei auf der Strecke, so wie dieses Prinzip z.B. Österreich 1994 anlässlich der Vorabstimmungskampagnen versprochen wurde. Wurde das Versprechen eingelöst?

Beispiele der Machtfülle durch Zentralisierung liefern alle großen Staaten, u.a. Russland und China, die geradezu Musterbeispiele dafür darstellen.

Ein Problem des Staates an sich ist das Machtmonopol, das bei ihm liegt und liegen muss, will er Gesellschaft – das Staatsvolk – und die Abläufe darin mit Erfolg, also: durchsetzungskräftig organisieren. Das Problem ergibt sich aus dem Spannungsfeld zwischen unbeschränkter Freiheit des Individuums (Libertarismus) und unbeschränkter Freiheit des Staates (Totalitarismus).

Wie dieses Machtmonopol ausgestaltet wird, unterliegt in Demokratien dem Willen des Wahlvolkes, in nicht-demokratischen Staaten dem Willen des autoritären, totalitären oder autokratischen Machthabers. In defekten Demokratien ist die Mitbestimmung des Volkes eingeschränkt. Defekte Demokratien existieren in einer Grauzone, deren Konstituenten und ihre gegenseitige Einflussnahme nicht leicht zu bestimmen sind. Somit ist auch der Defektheitsgrad einer defekten Demokratie nicht leicht zu bestimmen und unterliegt, je nach politischer resp. ideologischer Perspektive, unterschiedlichen Wertungen.

Die idealtypische Dreiteilung der Regierungsformen existiert in der Wirklichkeit nicht: keine Demokratie der Welt entspricht der idealen Form, weist also im Ansatz Eigenschaften einer defekten Demokratie auf, kein totalitärer Staat schränkt die individuellen Freiheiten vollständig ein, es verbleibt den Bürgern dort ein mehr oder weniger großer Freiheitsraum.

Hinsichtlich des staatlichen Machtmonopols, das zudem bei anwachsender  Zentralisation der Staatsgewalt zur Zunahme neigt, ergibt sich die Erkenntnis: so wenig Staat wie möglich, so viel Staat wie nötig als einer Einrichtung, die mit einem mit Rechtsgewalt in das Leben seiner Bürger eingreifenden Machtmonopol versehen ist, das für das „Funktionieren“ einer Gesellschaft unaufgebbar ist.

Die dafür notwendigen rechtlichen Verregelungen des Alltagslebens durch Allgemeines Gesetzbuch, Strafgesetzbuch, Angestelltengesetz etc.etc. sind zahllos und gelten bei ausnahmslos jeder Handlung, werden aber – ebenso regelhaft – dem Bürger erst dann bewusst, wenn es zu schwerwiegenden Regelverstößen oder Regelbruch-Sanktionierungen kommt. 

Rechtliche Verregelungen sind Ausdruck der jeweiligen Ausprägungen eines Rechtsstaates; dieser wird in einer idealen Demokratie nicht durch Willküreinwirkungen korrumpiert: das ist ein wesentliches Kennzeichen demokratischer Rechtsstaatlichkeit. Auf Rechtsstaatlichkeit pflegen sich auch autoritäre, totalitäre oder autokratische, kurz: diktatorische Systeme zu berufen, doch wird der Rechtsstaat dort durch Willküreingriffe korrumpiert: Rechtsbiegung als Kennzeichen von Autokratien etc. In einer defekten Demokratie wird die Rechtsstaatlichkeit (leicht) eingeschränkt, womit das Risiko entsteht, in eine Autokratie abzugleiten.

Nur in formalrechtlicher Hinsicht war zum Beispiel auch der NS-Staat ein Rechtsstaat, besaß er doch gemäß der NS-Grundsätze umgearbeitete Gesetze aus der Weimarer Republik und neue Gesetze im Sinne der NS-Ideologie, auf die er sich in der Rechtsprechung berief und von denen viele in einem „normalen“, d.h. hier NS-konformen Rechtssetzungsprozess entwickelt wurden. Daran ändert nichts die Gepflogenheit, den NS-Staat in inhaltlich-ethischer Hinsicht als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Ein krasses Beispiel für einen NS-Rechtserlass im autokratischen Sinn ist unter diesem Link einsehbar.

Kennzeichnend für die Biegsamkeit des Rechts je nach Staatsraison ist die Tatsache, dass Juristen nach einem Regimewechsel ihre Posten in der Regel nicht verloren, sondern im neuen Regime weiter im Dienst des Rechts ihre berufliche Tätigkeit frei oder im öffentlichen Dienst ausübten. So wurden Juristen und Richter nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes ohne weiteres in den öffentlichen Dienst der entstehenden Bundesrepublik Deutschland übernommen. Vergleichbares geschah nach dem Fall der UdSSR oder DDR.

Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit bedeutet in einer Demokratie das Herstellen eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen einerseits den rechtsstaatlich gesicherten Freiheitsbedürfnissen des Individuums unter für ihn zureichenden wirtschaftlichen Gegebenheiten und andererseits den „Freiheitsbestrebungen“, somit Machtbestrebungen des Staates, mit dem Ziel, ein Höchstmaß an Gemeinwohl resp. Sozialfrieden in Freiheit herzustellen. Als Garant dafür dient die Gewaltenteilung und ein entsprechend stark regulierter und damit gewaltgebändigter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie als vierte Gewalt die Sicherstellung einer freien Presse. MOTTO: Nimm Freiheitsbeschränkungen mit Blick auf das Gemeinwohl aus Überzeugung an, wir helfen dir dabei durch politische Aufklärung und sachliche Bildungsarbeit!

Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit bedeutet in einer Autokratie, im Autoritarismus und vor allem im Totalitarismus Ausgesetztheit vor rechtsbeugenden willkürlichen Staatseingriffen auf die ohnehin reduzierten Freiheitsmöglichkeiten des Individuums unter nicht selten unzureichenden wirtschaftlichen Gegebenheiten zu Gunsten der Machtbestrebungen des Staates mit dem Ziel, ein Höchstmaß an „Gemeinwohl“ resp. „sozialem Frieden“ in Unfreiheit zu erzwingen. Als Garant dafür dient die Einschränkung, womöglich Aufhebung der Gewaltenteilung sowie ein entsprechend stark ausgeprägter und mit gering regulierter Gewalt ausgestatteter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie eine allgegenwärtige Brachial-Propaganda unter Ausschaltung der Pressefreiheit. MOTTO: Kusch, sonst trifft dich der Polizeiknüppel und du landest im Gulag, folgst du nicht den Propaganda-vermittelten Staatszielen!

Das „Funktionieren“ einer Gesellschaft dank dafür sorgender Rechtsstaatlichkeit in einer defekten Demokratie gibt in (noch) geringem Ausmaß jene Prinzipien auf, die eine Demokratie hervorheben. Als Garant dafür dient eine Einschränkung der Gewaltenteilung und ein nicht allzu gestärkter und nicht allzu sehr mit herabgesetzter regulierter Gewalt ausgestatteter Polizei- und Geheimdienstapparat sowie eine verhältnismäßig subtil eingesetzte Propaganda und Beeinflussungsmaschinerie. MOTTO: Folge der politischen Verführung und glaube, es sei deine Entscheidung, sonst zwiebeln wir dich mit Exekutivmaßnahmen!

Eine solche Beeinflussungsmaschinerie hat die exekutiv im Grunde genommen schwach aufgestellte EU entwickelt, was zu eben der Ausbildung dieser „Schattenexekutive“ geführt hat. Sie trägt damit – nicht so ohne weiteres sichtbar für den Normalbürger – ein Kennzeichen einer defekten Demokratie. Damit steht die Gefahr im Raum, weiter an demokratischen Eigenschaften einzubüßen und zu einem politischen und wirtschaftlichen Risiko heranzureifen. In der Tat bemüht sich die EU um Stärkung ihrer Polizeigewalt (Frontex, 2004, weiterer Ausbau) und damit um Ausbildung eines weiteren Kennzeichens defekter Demokratien insofern der Vorwurf stimmte, dass Frontex auch innerhalb der EU eingesetzt werden könnte.

Was die Beeinflussungsmaschinerie der EU betrifft, hat 2011 der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (1929-2022) die Europäische Union als “sanftes Monster Brüssel“ bezeichnet und von der „Entmündigung Europas“ gesprochen. Er anerkennt segensreiche Folgen ihres Wirkens, macht aber zugleich auf die strukturellen Defizite dieser überstaatlichen Einrichtung aufmerksam, die durch massive Öffentlichkeitsarbeit, um nicht zu sagen: Propaganda – geschickt durch das vorbeschriebene Geflecht an Organisationen, Instituten, Einrichtungen etc. vermittelt –, übertüncht werden. Bezeichnend ist sein Ausspruch: „Je dünner die Legitimität [ihres politischen Handelns], umso dicker der Glibber der PR.“

Die geschilderte Gefahr liegt nicht darin, sich im Euro-Währungsraum zu bewegen. Sie liegt darin, dass infolge mangelnder demokratischer Kontrolle politisch einer Gesinnungsethik und nicht einer Verantwortungsethik gefolgt wird. Damit einher ginge eine Abgehobenheit von den Realitäten des täglichen Lebens der Bürger und Unternehmen. Das führte kurz über lang zu einer Schwächung des Euros im Währungskonzert. Ein Risiko erwüchse dann eher daraus, dass es nicht sicher ist, ob der Währungsraum „Euro“ eines Tages zerbricht, zum Beispiel dadurch, dass im Konzert mit anderen Währungen die derzeit ohnehin angekratzte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Europäischen Union noch weiter geschwächt würde und der Euro fortgesetzt an Wert verlöre. Letzteres erleichterte das Auseinanderbrechen der Europäischen Union, die Eigeninteressen der Mitgliedsländer träten wieder stärker hervor.

Dieses Auseinanderbrechen der Europäischen Union ist derzeit unwahrscheinlich, aber denkmöglich als Folge von: fortgesetzter Wirtschaftsschwäche; weiter zunehmender Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Zunahme nationalkonservativer bis rechtsextremer Haltungen; fortgesetztem „Rütteln an den Ketten“ seitens ehemaliger UdSSR-Bruderstaaten; fortgesetzter Aufnahme neuer Mitgliedsländer speziell aus dem Balkan und dem ehemaligem UdSSR-Einflussbereich (Serbien, Ukraine); gravierenden, von den Bevölkerungen der Mitgliedsstaaten nicht mitgetragenen außen- und innenpolitischen Entscheidungen. 

Bräche die EU, so bräche spätestens dann auch der Euro; im Übrigen weist die Geschichte der Währungsunionen auf deren Brüchigkeit hin: sie halten in der Regel nicht lange. Den Anleger zwingt unter anderem auch dies beizeiten zu überlegen, in welcher Währung er außerhalb des Euroraumes investieren soll. Angesichts des unsicheren Status des US-Dollars als Weltwährung ist dies eine herausfordernde Frage. Sie stellt sich glücklicherweise derzeit nicht, sondern taucht nur schemenhaft als Denkmöglichkeit am Horizont einer eher ferneren Zukunft auf. Aber: sie taucht auf und kann blitzesschnell elefantengroß im Raum stehen.  

FAZIT: die Europäische Union birgt für den Anleger derzeit nur am Zukunftshorizont sich abzeichnende Risiken. Sie entspringen u.a. daraus, dass die EU weniger aus der Position der Stärke als eher aus der der Schwäche handelt. Im Vergleich zur Situation des Kalten Krieges und damit zur Gründerzeit der EU-Vorläufereinrichtungen, in der es nur einen wirtschaftsmächtigen geopolitischen Spieler und gleichzeitigen Verbündeten – die USA – gab, steht die Europäische Union heute zwischen zwei Wirtschaftsblöcken: dem des USA-geführten Westens und dem des sog. globalen Südens. Das erzeugt Druck, allzumal Zeitdruck, treibt die EU an und lässt sie, will sie nicht aufgerieben werden, nach Machtvergrößerung durch Zentralisierung streben – ein Demokratierisiko ersten Ranges, damit in der weiteren Folge ein Wirtschafts- und letztlich Veranlagungsrisiko. 

Grundsätzliches zur Währungsspekulation

Währungs-Spekulation ist ein äußerst schwieriges, glitschiges, hochriskantes Geschäft, bedarf langjähriger Erfahrung, tagtäglicher Marktbeobachtung und eines guten Magens: Schocks und erratische Marktbewegungen müssen ausgehalten werden – psychisch und finanziell. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Währungsspekulanten im deutschsprachigen Raum ist Folker Hellmeyer (Hellmeyer-Website, Hellmeyer-Kurzportrait (Goldseiten), Hellmeyer auf Netfonds usf.).

Zweck der Währungsspekulation?

Wie bei den Warenoptionsmärkten dient auch der Währungsoptionsmarkt dazu, sehr starke Schwankungen im Wert einer Währung (Devise) zu verhindern: sehr starken Verteuerungen oder Verbilligungen einer Währung im Devisenmarkt (Währungs- oder FOREX-Markt) wird so gegengesteuert. Dafür sorgen die vielen Marktteilnehmer, von denen ein Teil den künftigen Wert einer Währung (Devise) höher, der andere diesen Wert tiefer einschätzt. Dies führt dazu, dass sich eine Art mittlerer Wert für diese Währung einstellt. Währungsoptionsmärkte sind rund um den Globus nahezu 24/7, also nahezu täglich rund um die Uhr, offen (Warenoptionsmarkt, Optionen im Freihandel).

Anders ausgedrückt: Die Spekulanten sichern sich mit ihrem Engagement gegen das Risiko eines Währungsverfalls oder eines Währungsanstiegs ab. Währungsanstiege sind ein Risiko für Käufer auf Warenmärkten, Währungsabwertungen sind ein Risiko für Verkäufer auf Warenmärkten. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Dienstleistungen im internationalen Dienstleistungsaustausch. Die gegenläufigen Interessen auf dem Währungsoptionsmarkt „mitteln“ sich aus.

Allgemein gesprochen handelt es sich bei den Geschäften auf Optionsmärkten um Absicherungsgeschäfte oder Hedging.

Nochmals anders ausgedrückt: Auf aggregiertem Niveau (Makroebene) sorgt der Währungsoptionsmarkt für die Stabilität einer bestimmten Währung im Konzert der anderen Währungen im Devisen- resp. Währungsmarkt (Kassa- oder Spot-Markt, das Pendant zum Optionsmarkt).

Eine stabile Währung ist für die Volkswirtschaft, in deren Bereich diese Währung als Zahlungsmittel dient, eine Lebensnotwendigkeit für das optimale Funktionieren der volkswirtschaftlichen Grundvorgänge Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Erratische Schwankungen im Währungs- oder Devisenmarkt erschweren auf der Ebene der Unternehmen (Mikroebene) innerhalb und außerhalb einer Volkswirtschaft erheblich Kalkulationen mit Sicht auf künftig geplante Käufe und Verkäufe. Erratische Schwankungen einer Währung schwächen die Wirtschaftsleistung der zugehörigen Volkswirtschaft, eine stabile Währung fördert sie. Dies gilt auch für Volkswirtschaften außerhalb des entsprechenden Währungsraumes, sofern sie mit dieser Volkswirtschaft handelnd in Verbindung stehen.

FAZIT: Währungsoptionsmärkte sind für das Wirtschaftsgeschehen im Konzert der verschiedenen Volkswirtschaften überlebenswichtig.

Die heilige Trias

Diese Zusammenhänge bleiben in der Regel für Otto Normalverbraucher genauso verborgen wie die Bedeutung der nicht-demokratisch agierenden Zentralbanken, die mit ihren Zinsentscheidungen tief in das Wirtschaftsleben und somit in das Alltagsgeschehen der Menschen eingreifen. Warenmärkte, Währungsmärkte und Zentralbanken sind in einem fortlaufenden Marktgeschehen untrennbar und maßgeblich untereinander verbunden. Dabei modulieren und moderieren die Zentralbanken über den Zinssatz die Abläufe in Waren- und Währungsmärkten und den zugehörigen Optionsmärkten.

Für Otto Normalverbraucher sind Spekulanten auf diesen Märkten in aller Regel ganz, ganz böse Subjekte, die sich mit ihren Spekulationsgewinnen die Taschen vollstopfen.

Wer sind diese Subjekte auf Währungsoptionsmärkten?

Auf Währungs- und Währungsoptionsmärkten agieren in großer Zahl Staatsstellen, staatliche und private Pensionsfonds, multinationale und andere Unternehmen, Finanzinstitute (Banken u.a.), Hedgefonds u.a.

Otto Normalverbraucher verkennt in aller Regel den Sinn dieser Märkte und die Rolle der Spekulanten dort; denn:

Die Währungsoptionsmärkte zeichnen für das Wohl und Wehe im höchstpersönlichen Alltagsleben des kleinen Mannes auf der Straße verantwortlich, indem sie für relative Währungsstabilität sorgen. Doch Märkte sind keine Subjekte. Somit sind präzise gesprochen nicht „die Märkte“, sondern die Teilnehmer an Währungsoptionsmärkten – also die risikoübernehmenden Spekulanten – für das Wohl und Wehe von Otto Normalverbrauchers alltäglichem Leben verantwortlich.

Daher lässt sich interpretieren: In der Erhaltung der Währungsstabilität liegt der soziale Sinn der Spekulation. Dabei dient der Spekulationsgewinn als Entgelt für die risikobehaftete Sorge um eine stabile Währung.

Es kommt zu einem „paradoxen“ Effekt: die Befriedung der Einzelinteressen der Subjekte, den Spekulanten, trägt vermittels des Marktgeschehens zur Optimierung des Gemeinwohls bei.

Die Umsätze in Devisen- und Währungsoptionsmärkten sind die größten weltweit und erreichen täglich Milliarden bis Billionen von Währungseinheiten. Im Jahr 2022 wurden allein im Devisenmarkt täglich durchschnittliche Umsätze in Höhe von 7,5 Billionen US-Dollar gehandelt. Zu beachten ist, dass dabei immer Währungspaare gehandelt werden und zudem die Umsätze „doppelt“ anfallen: als Verkaufs- und als Kaufpreis in Summe. Das plustert das tägliche Handelsvolumen ordentlich auf.

Was für die Währungsoptionsmärkte gilt, gilt ebenso für die Warenoptionsmärkte: es geht um die Stabilisierung von in großen Mengen gehandelten Waren wie Weizen, Schweinehälften Orangensaft, Kaffee und vieles andere mehr. Die aufgezählten Waren stehen für solche, die für die Bevölkerungen hohe Bedeutung haben.

Wozu Optionsmärkte gut sind

Aber es gibt doch nach wie vor Preissprünge auf den Warenmärkten, von erratischen Ausschlägen an den Devisenmärkten war auch schon die Rede: wie passt das ins Bild?

Ohne die Terminbörsen wären die Ausschläge um einiges stärker, die Preise höher.

Drei Beispiele dazu:

#1 Hitler verbot die große Bremer Kaffeebörse. Daraufhin sicherte sich der Großhandel gegen Preisanstiege bei Kaffee ab, indem er von Haus aus deutlich höhere Preise für den Handel, die Geschäfte, einforderte. Resultat war der berühmt-berüchtigte Blümchenkaffee: die Konsumenten sparten am Kaffee, indem sie möglichst wenig davon zum Aufbrühen verwandten, also sah man durch den dünnen Kaffee das Blümchen am Grund der Kaffeetasse.

# 2 Waren, die nicht abgesichert werden können, weisen größere Preissprünge und höhere Preise auf; bremsend auf den Warenpreis (Aktienpreis, Devisenkurs) wirkt allein die Konkurrenz oder eine schwache Nachfrage oder ein überreichliches Angebot.

# 3 Die erste Warenoptionsbörse wurde 1848 in Chicago gegründet. Hintergrund war der bereits gewachsene Welthandel mit Waren, die großteils noch mit Segelschiffen über die Weltmeere transportiert wurden. Zwar befuhren die ersten Dampfschiffe Ende der 1830er Jahre den Atlantik, doch die eigentliche Verdrängung des Segelschiffs als Transportmittel setzte erst ab den 1870er Jahren ein.

Die Notwendigkeit, sich gegen den Verlust der Waren infolge Schiffuntergangs zu schützen oder sich überhaupt vor unerwarteten Preisveränderungen während der langen Schiffsfuhren abzusichern, führte zur Einrichtung der Chicagoer Warenbörse (Chicago Board of Trade), 1848 zunächst als Kassen- oder Spotmarkt, 1864 dann als Warenterminmarkt. Fortan konnten Käufer und Verkäufer Warenpreise vereinbaren für Warenlieferungen in ein, zwei, drei, sechs Monaten, was die Sicherheit der unternehmerischen Kalkulation erheblich erhöhte, da nun die Preisrisiken nicht von den Warenverkäufern und -käufern selbst, sondern von den Spekulanten übernommen wurden. Es entstand eine hochspezialisierte Zunft von Spekulanten, darunter viele Versicherungen.

Die Spekulanten hatten die Zeit und die Informationsmittel, sich über Warenpreisänderungen am Warenursprungsort und über Transportverzögerungen oder Schiffsunfälle zu informieren. Schlechte Kaffee- oder Kakao-Ernten, transportverzögernde Windflauten oder Schiffsunglücke blieben für sie kein Geheimnis, entsprechend diesen Informationen disponierten sie am Warenterminmarkt ihre Preisvorstellungen, doch in der Vergangenheit geschlossene Warenpreise für eine bestimmte Ware zu einem bestimmten Termin blieben davon unberührt.