Tagesblick – 6.4.2024 Samstag

Views: 15

FAZIT DES TAGES

COMMENT – FAZIT:

  • Zunehmende geopolitische Eskalation – Ukraine, Nahost
  • Starker US-Arbeitsmarktbericht beschwört Zinsängste herauf: FED wird vermutlich Zinsen nicht so schnell senken wie erwartet
  • Alle gegen Chinas Billigwaren-Flut

Märkte – Zentralbanken

Israel, Ukraine

Meldungen

Themenreigen – Medizin: Lavendelöl, Umwelt, Soziale Netzwerke, Cybermobbing, Menschen

Viel Stoff – Nutze die Suchfunktion!

HELLMEYER-Report (gekürzt)

MÄRKTE

DJI – BAHA *** DJI – KGV *** Rendite 10-jg. US-Anleihen

DAX Deutsche Börse *** DAX – KGV *** Rendite 10-jg. Bundesanl. *** Euro-Bund Futures

Für gestern, Freitag, 5.4., und die letzten Tage gibt es keine Umsatzinformationen – soweit zur Zuverlässigkeit der Online-Dienste im Internet. Es gilt der Allgemeinplatz: wer sich auf etwas verlässt, ist verlassen. Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung kommt Freude auf …

. . .

FrNACHBÖRSE/XDAX +0,0% auf 18.179 Pkt480Dow Jones News 
FrMÄRKTE USA/Fester – Börsen nach Vortagesminus mit Erholung NEW YORK (Dow Jones)–Die US-Börsen haben am Freitag mit deutlichen Aufschlägen geschlossen und sich damit von den kräftigen Vortagesverlusten wieder etwas erholt. Der Dow-Jones-Index schloss 0,8 Prozent höher bei 38.904 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 1,1 Prozent nach oben. Der Nasdaq-Composite notierte 1,2 Prozent fester. Dabei gab es insgesamt 1.661 (Donnerstag: 975) Kursgewinner und 1.154 (1.836) -verlierer. Unverändert schlossen 71 (87) Titel. Im Fokus stand der US-Arbeitsmarktbericht, der deutlich besser als erwartet ausgefallen ist. Mit 303.000 neu geschaffenen Stellen fiel der Zuwachs bedeutend stärker aus als die von Ökonomen erwarteten 200.000 Stellen. Bereits der ADP-Arbeitsmarktbericht im Wochenverlauf war deutlich besser als prognostiziert ausgefallen. Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich damit trotz hoher Zinsen weiter in einer guten Verfassung und dürfte die US-Notenbank nicht zu baldigen Zinssenkungen drängen. Die separat erhobene Arbeitslosenquote sank im März wie am Markt erwartet auf 3,8 (Vormonat: 3,9) Prozent. Die US-Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,35 Prozent oder 0,12 US-Dollar auf 34,69 Dollar. Im Jahresvergleich lagen die Löhne um 4,1 Prozent höher. Ökonomen hatten ein monatliches Plus von 0,3 Prozent und eine Jahresrate von 4,1 Prozent erwartet. Aus dem Markt hieß es dazu, dass sich das Lohnwachstum in Grenzen gehalten habe und die inländische Wirtschaft stark sei. Schon die jüngsten Aussagen aus den Reihen der US-Notenbank hatten nahegelegt, dass es die Fed mit dem Beginn von Zinssenkungen wohl nicht eilig haben dürfte. Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve Bank of Minneapolis, stellte am Donnerstag Zinssenkungen in diesem Jahr in Frage, sollte sich die Inflation weiter seitwärts bewegen. Seine Aussagen hatten die US-Börsen am Vortag im späten Geschäft belastet. Die Präsidentin der Federal Reserve von Dallas, Lorie Logan, hat am Freitag davor gewarnt, dass es viel zu früh sei, über eine Zinssenkung nachzudenken. Die Inflation könne auf einem Niveau verharren, das zu weit über dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank liege. …452Dow Jones News 
FrROUNDUP/Aktien New York Schluss: Erholt von Kashkari – Jobdaten kein Kursdämpfer547dpa-AFX 
FrUS-Anleihen geben nach – Arbeitsmarktdaten belasten466dpa-AFX 
FrMÄRKTE EUROPA/Schwach – Euro fällt nach starken US-Arbeitsmarktdaten408Dow Jones News 
FrXETRA-SCHLUSS/DAX geht die Puste aus mit sinkenden US-Zinssenkungserwartungen459Dow Jones News 
FrAktien Schweiz mit kräftigem Minus338Dow Jones News
FrXETRA-SCHLUSS/DAX geht die Puste aus mit sinkenden US-Zinssenkungserwartungen459Dow Jones News
FrROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Abwärts – Dämpfer für Hoffnung auf Zinssenkung626dpa-AFX
FrDeutsche Anleihen: Deutliche Kursverluste nach US-Arbeitsmarktbericht FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Kurse von deutschen Staatsanleihen sind am Freitag nach einem robusten US-Arbeitsmarktbericht gesunken. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Nachmittag um 0,63 Prozent auf 132,22 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 2,40 Prozent. Gestützt wurden die Anleihen durch einen sehr robusten US-Arbeitsmarktbericht für den Monat März. Ein starker Beschäftigungsaufbau überraschte die Experten. Zudem ging die Arbeitslosenquote zurück und das Lohnwachstum zog etwas an. Laut Ökonomen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank später als bisher erwartet die Leitzinsen senken könnte. Der Arbeitsmarktbericht spielt für die Geldpolitik der US-Notenbank eine wichtige Rolle. Mittlerweile wird an den Finanzmärkten eine Zinssenkung erst für den September erwartet. „Der gute Arbeitsmarkt ist in gewisser Hinsicht ein Problem für die Fed“, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Notenbank habe Zinssenkungen im Visier und kommuniziere dies auch so. „Doch je besser und je länger die US-Wirtschaft auf ihrem soliden Wachstumspfad bleibt – und hierfür ist nun einmal der Arbeitsmarkt ein guter Indikator – desto mehr stellt sich die Frage, ob überhaupt Zinssenkungen notwendig sind“, so Gitzel. Es könnten sogar Zinserhöhungen notwendig werden, auch wenn das nicht das Hauptszenario sei. Nach der Veröffentlichung des Berichts dämpfte die Präsidentin der regionalen Notenbank von Dallas, Lorie K. Logan, Zinssenkungserwartungen. Es sei „viel zu früh“ sei, um über Zinssenkungen nachzudenken. Sie verwies auf die jüngsten hohen Inflationsdaten. Zudem zeige sich, dass die gestiegenen Kreditkosten, die Wirtschaft nicht so stark wie erwartet belasten würden. Bereits am Morgen hatten Vorgaben aus den USA die Bundesanleihen belastet. Anleiheexperten der Dekabank verwiesen auf Aussagen des derzeit nicht stimmberechtigten Mitglieds Neel Kashkari. Dieser könnte sich vorstellen, in diesem Jahr auf Zinssenkungen zu verzichten, wenn die Inflation nicht weiter zurückgeht und das Wachstum robust bleibt./jsl/he242dpa-AFX
FrAktien Wien Schluss: Leitindex geht mit Kursverlusten ins Wochenende598dpa-AFX

Preis schießt nach oben: Warum Warren Buffett Gold überhaupt nicht mag

Gold ist derzeit ein Liebling von Anlegern. Der Star-Investor Warren Buffett hält dagegen wenig davon, sein Geld in das Edelmetall zu stecken. Im Grunde sei es nur eine Wette auf Angst.

Der Goldpreis ist auf Rekordstände gerast, und ein Ende der Rallye ist nicht in Sicht. Da stellt sich die Frage: Was würde Warren Buffett tun? Die Investorenlegende hat aus ihrer Abneigung gegen Gold nie einen Hehl gemacht. Ausführlich begründete Buffet das 2011 in einem der jährlichen Briefe an die Aktionäre seines Investmentvehikels Berkshire Hathaway – in dem Jahr, als Gold ein neues Rekordhoch von rund 1920 Dollar pro Feinunze erreichte.

„Gold ist derzeit ein großer Favorit von Anlegern, die fast alle anderen Werte fürchten“, schrieb Buffett damals. Das Edelmetall habe aber zwei wesentliche Mängel: „Es hat keinen besonders großen Nutzen und ist unproduktiv.“

Seine Abneigung begründete Buffett mit einem Vergleich: Aus dem damaligen Goldbestand (170.000 Tonnen) könne man einen Würfel mit einer Seitenlänge von knapp 21 Metern formen – mit einem Wert von etwa 9,6 Billionen Dollar. Die Alternative: Man kauft für dieses Geld das gesamte Ackerland der USA und 16-mal den Mineralölkonzern Exxon Mobiles – und hätte noch immer eine Billion Dollar übrig.

Damals warf die 400 Millionen Hektar große landwirtschaftliche Fläche Buffett zufolge jährlich 200 Milliarden Dollar ab, der Öl-Multi verdiente 40 Milliarden Dollar im Jahr. „Können Sie sich vorstellen, dass ein Anleger mit 9,6 Billionen Dollar Stapel A dem Stapel B vorzieht?“

„Sie können den Würfel streicheln“

„In einem Jahrhundert werden die 400 Millionen Hektar Ackerland gewaltige Mengen an Mais, Weizen, Baumwolle und anderen Feldfrüchten hervorgebracht haben – und sie werden auch weiterhin diese wertvollen Erträge liefern“, schrieb Buffett. Exxon Mobil werde derweil Billionen von Dollar in Form von Dividenden an seine Eigentümer ausgeschüttet haben und darüber hinaus Vermögenswerte im Wert von vielen weiteren Billionen besitzen. „Und denken Sie daran, dass Sie 16 Exxons haben“, so Buffett weiter. Die Menge von 170.000 Tonnen Gold würde dagegen auch nach hundert Jahren unverändert sein und immer noch nichts produzieren können. Der Würfel werde weder Zinsen noch Dividenden bringen. „Sie können den Würfel streicheln, aber er wird nicht reagieren.“Buffett sieht in Gold zwar einen gewissen industriellen und dekorativen Nutzen. Aber die Nachfrage dafür sei begrenzt und nicht in der Lage, die weltweite Förderung von Gold aufzunehmen. „Wenn Sie eine Unze Gold für die Ewigkeit besitzen, werden Sie am Ende eine Unze besitzen“, so Buffett. „Die Idee, etwas in Südafrika oder sonst wo auszugraben und es dann in die Vereinigten Staaten zu transportieren und in der [Zentralbank] Federal Reserve of New York einzulagern, halte ich nicht für großartig.“

Der Multi-Milliardär zählt Gold zu den spekulativen Investments, die nichts produzieren – wie das Zocken mit Tulpenzwiebeln in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Die Käufer dieser Vermögenswerte, so Buffett, kaufen sie in der Hoffnung, dass jemand anderes in der Zukunft mehr dafür bezahlen wird.

Für Buffett hängt der Wert einer Investition davon ab, welchen Nutzen sie hat. Bei Gold gehe es im Grunde darum, auf Angst zu setzen: „Was die meisten Goldkäufer motiviert, ist ihr Glaube, dass die Zahl der Ängstlichen zunehmen wird.“ Die Folge: Wenn Menschen in Zukunft mehr Angst haben, verdient man Geld. Haben sie weniger, verliert man Geld. Quelle: ntv.de

ISRAEL

n-tv aktuell ISRAEL

„Attacke wohl kommende Woche“ Washington rechnet in Kürze mit Angriff Irans

Die USA bereiten sich aktiv auf einen „erheblichen“ Vergeltungsschlag aus dem Iran vor. US-Medien zitieren Regierungsvertreter, die mit einem Angriff in der kommenden Woche rechnen. Ähnlich sieht es die israelische Regierung.

Anonymes Buch führt zu Google-ID Israels Geheimdienstchef enttarnt sich selbst

Die israelische Einheit 8200 überwacht die Palästinensergebiete, doch die Vorbereitungen der Hamas für das Massaker vom 7. Oktober entgehen den Agenten. Nun erlebt der Kommandeur ein neues Debakel: Als Autor eines Buches über KI im Krieg verrät er seine wahre Identität.

Baerbock: „Keine Ausreden mehr“ Israel verspricht nach Druck mehr Gaza-Hilfen

Die internationalen Partner drängen Israel zu mehr Hilfslieferungen nach Gaza. Nach einem Telefonat mit US-Präsident Biden kündigt Ministerpräsident Netanjahu nun die Öffnung weiterer Grenzübergänge an. Während Deutschland und die USA den Schritt gutheißen, äußern EU und UN Kritik.

Hubschrauber beschoss Efrat Katz Israels Armee räumt irrtümliche Tötung von Hamas-Geisel ein

Eine unübersichtliche Situation führt zu einem fatalen Fehler des israelischen Militärs. Während des Hamas-Angriffs schießen Soldaten aus einem Helikopter auf ein Auto, in dem sich die Geisel Efrat Katz mit ihren Entführern befindet. Katz wurde nach Armeeangaben „höchstwahrscheinlich“ getötet.

Iran droht mit Vergeltung Dutzende israelische Botschaften weltweit schließen

Der Iran macht Israel für den Luftangriff auf die iranische Botschaft in Damaskus verantwortlich – und droht mit Gegenschlägen. Als Reaktion darauf schließen laut Medienberichten weltweit mindestens 28 israelische Botschaften ihre Pforten. Und es gibt einen weiteren Grund.

Einsatzvorschriften missachtet Israel entlässt Offiziere wegen Tötung internationaler Helfer

Statt bewaffneter Hamas-Kämpfer beschießt Israel einen Konvoi der Hilfsorganisation World Central Kitchen und tötet sieben Mitarbeiter. Jetzt entlässt das israelische Militär zwei Offiziere und rügt die Kommandeure. Sie sollen gegen Einsatzvorschriften verstoßen haben.

Wegen drohenden Völkermords UN-Menschenrechtsrat fordert Waffenembargo gegen Israel

Forderungen, Resolutionen und Klagen wegen Israels Vorgehen im Gazastreifen gibt es viele. Nun will der UN-Menschenrechtsrat, dass Israel nicht mehr mit Waffen beliefert werden darf. So soll offenbar ein Genozid an Palästinensern verhindert werden.

„Abscheulichste Aufnahmen“ Trump: Israel verliert PR-Krieg im Gazastreifen

US-Präsident Biden fordert von Israels Regierungschef Netanjahu eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und droht mit einem Stopp der Unterstützung. Eine ähnliche Position bezieht auch Ex-Präsident Trump. Seiner Ansicht nach habe Israel den Krieg der Bilder bereits „total“ verloren.

NACHT IM ÜBERBLICK – ISRAEL  

. . .

Iraqi armed groups launch attack on oil refineries in Israel – 6.4.2024, 5:45

Armed Shiite factions of the Islamic Resistance in Iraq claimed responsibility early Saturday for an attack on oil refineries in Haifa, northern Israel.

The announcement came via a statement on their Telegram channel, claiming that the “mujahideen of the Islamic Resistance in Iraq” launched the attack using drones against refineries located in what they call “our occupied territories.”

The Iraqi armed groups emphasized their commitment to continue attacking “enemy positions” as part of their resistance operations against the “occupation” and in support of the Gaza Strip.

Iran reportedly on high alert as tensions rise – 6.4.2024, 0:45

Iran has escalated its military readiness to full high alert, according to statements from unnamed Iranian officials reported by the New York Times on Friday.

The report comes amid similar news that the US and Israeli governments anticipate that Iranian forces are preparing to take retaliatory action against Israel.

The possible attack would be in response to the Israeli strike on the Iranian consulate in Syria, which killed at least seven Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) military advisors, including Generals Mohammad Reza Zahedi and Mohammad Hadi Haj Rahimi. Baha Breaking News (BBN) / JG

Biden reportedly urges Qatar, Egypt to press Hamas – 5.4.2024, 22:45

United States President Joe Biden called on leaders from Qatar and Egypt to exert pressure on Hamas to reach an agreement for a ceasefire and the exchange of hostages with Israel, the Associated Press reported on Friday, citing a senior administration official.

According to the source, US National Security Advisor (NSA) Jake Sullivan will meet the families of the hostages at the White House on Monday.

Earlier, Axios disclosed that Central Intelligence Agency (CIA) Director William Burns, Israel’s Mossad Chief David Barnea and Shin Bet Director Ronen Bar have all been sent to Cairo for discussions over the weekend regarding the ongoing hostage crisis. Baha Breaking News (BBN) / RR

Hamas reportedly turns down Israeli counter-offer – 5.4.2024, 22:45

The Palestinian militant group Hamas is said to have rejected the latest counterproposal from Israel, a source told CNN on Friday.

The unnamed diplomat familiar with the negotiation process between Israel and Hamas underlined that the offer put forward by Israel “includes nothing new” as described by the militant group.

The day before, senior Hamas representative Osama Hamdan reiterated that the group’s position remains unchanged since presenting two crucial demands to mediators last month, stressing that the latest round of talks in Cairo between the two warring parties has not made any progress. Baha Breaking News (BBN) / AB

Borrell: Israel’s actions not enough to prevent starvation – 5.4.2024, 22:45

European Union High Representative for Foreign Affairs and Security Policy Josep Borrell argued on Friday that Israel’s decision to open up the Erez border and Ashdod Port for allowing humanitarian aid entrance in Gaza will still not be enough to prevent starvation in Gaza.

“The binding UNSCR 2728 must be implemented. Now,” Borrell demanded on his X social media account referring to the United Nations Security Council Resolution adopted on March 25 which urged “an immediate ceasefire in the Israel–Hamas war during the month of Ramadan” that ends up into a permanent ceasefire.

The European Union and other global leaders appear to be toughening their rhetoric towards Israel after Polish, Canadian, British, Australian and US nationals aid workers were killed by Israeli forces in what has been described as a mistake. Baha Breaking News (BBN) / AC

Drohnen-Operateure missachteten bei Angriff auf Gaza-Helfer Regeln – 5.4.2024, 19:35

Das israelische Drohnenteam, das sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen getötet hat, verfügte nicht über die nötigen Beweise, um die Angriffe anzuordnen, und verstieß außerdem zweimal gegen die Operationsregeln, wie eine Untersuchung des israelischen Militärs ergab. Das Team hatte Anfang dieser Woche nacheinander drei Fahrzeuge der Hilfsorganisation World Central Kitchen angegriffen. Anlass war, dass einer der Fahrzeuginsassen einen Riemen über der Schulter hatte – möglicherweise eine Tasche, die für eine Waffe gehalten wurde. Das sei nicht ausreichend gewesen, um den Angriff auf das Fahrzeug dieses Passagiers oder die beiden anderen Fahrzeuge des Konvois zu rechtfertigen, sagte ein Militärangehöriger. Zwei Offiziere seien entlassen und drei verwarnt worden.

Israel will nach Biden-Warnung mehr Hilfsgüter nach Gaza lassen – 5.4.2024, 14:01

Israel will mehr Hilfsgüter in den Gazastreifen lassen und einen wichtigen Grenzübergang wieder öffnen. Zuvor hatte US-Präsident Joe Biden gewarnt, dass die Unterstützung der israelischen Kriegsanstrengungen gegen die Hamas davon abhänge, dass mehr zur Linderung der humanitären Krise im Gazastreifen getan werde. Die Entscheidung, die Hilfe aufzustocken, kommt nach wochenlangen Aufrufen der USA an Israel, mehr für die Zivilbevölkerung zu tun. Demnächst will das israelische Militär einen Bericht dazu veröffentlichen, wie es zum Tod von sieben Mitarbeitern einer Hilfsorganisation bei einem israelischen Angriff kommen konnte.

Biden fordert von Netanjahu sofortige Waffenruhe im Gazastreifen – 5.4.2024, 9:31

US-Präsident Joe Biden hat in einem Telefonat mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert. Wie das Weiße Haus weiter mitteilte, sprachen Biden und Netanjahu über „die jüngsten Entwicklungen in Israel und Gaza“. Der Tod von sieben Mitarbeitern der Hilfsorganisation World Central Kitchen im Gazastreifen hat weltweit für Empörung gesorgt. Nach israelischen Angaben haben die israelischen Streitkräfte die Fahrzeuge, in denen die Helfer unterwegs waren, fälschlicherweise als feindliche Ziele identifiziert und angegriffen.

UKRAINE

n-tv aktuell UKRAINE

+++ 09:16 Ukraine baut gewaltige Anlagen: Stoppen sie die Russen und ermöglichen neue Offensiven? +++
Breite Gräben, die kein Panzer durchfahren können soll, spezielle Bunker und mehr als 100.000 Höcker auf 2000 Kilometer Länge: Die Ukraine investiert Hunderte Millionen in den Ausbau einer gewaltigen Verteidigungsanlage. In Kiew betont man aber, das riesige Projekt diene auch möglichen eigenen Offensiven:

Ukraine baut gewaltige Anlagen Stoppen Feuerleitbunker und 100.000 Höcker die Russen?

+++ 08:47 Ausgang ist für die Ukraine bedeutend: Entscheidender Wahltag in der Slowakei beginnt +++
In der Slowakei hat die Stichwahl um die Präsidentschaft des Landes begonnen. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Ukraine-skeptischen Parlamentspräsidenten Peter Pellegrini und dem pro-westlichen Diplomaten Ivan Korcok voraus, die es aus dem ersten Wahlgang Ende März in die zweite Runde geschafft haben. Die Wahllokale schließen um 22 Uhr, vorläufige Ergebnisse werden gegen Mitternacht erwartet. Der 48-jährige Pellegrini ist ein Verbündeter des russlandfreundlichen Regierungschefs Robert Fico. Korcok ist ein beharrlicher Unterstützer der Ukraine und tritt als unabhängiger Kandidat an, der 60-Jährige wird aber von den Oppositionsparteien unterstützt. Die amtierende Präsidentin Zuzana Caputova war im März nicht zur Wahl angetreten. 

Stichwahl ums Präsidentenamt Fico wird die Demokratie in der Slowakei weiter angreifen

+++ 07:54 Nach einem der schwersten Luftangriffe: Ukrainer fürchten Verräter in den eigenen Reihen +++
Es war einer der verheerendsten Angriffe im Krieg Russlands gegen die Ukraine: 59 Menschen tötete eine russische Rakete am 5. Oktober in Hrosa, einem 300-Seelen-Dorf in der nordöstlichen Region Charkiw. Die Behörden in Hrosa beschuldigen die Brüder Wolodymyr und Dmytro Mamon, das Anschlagsziel für Moskau ausgekundschaftet zu haben. „Sie waren unsere Nachbarn, mein ältester Sohn ging mit einem von ihnen zur Schule, sie waren unzertrennlich“, sagt ein Anwohner über die beiden. Der Mann hat seine Frau und seinen Sohn bei dem Angriff verloren. Die im Verdacht stehenden Brüder Mamon werden wohl nie in der Ukraine zur Rechenschaft gezogen werden, sie sind längst nach Russland geflohen. Eine weitere Anwohnerin von Hrosa verdächtigt manche Dorfbewohner, sich wieder auf die Seite Moskaus zu schlagen, sollten die nur 35 Kilometer entfernten Truppen den Ort erneut erobern. „Jetzt haben sie ukrainische Flaggen zu Hause. Aber wenn etwas schiefläuft, werden sie sie herunterreißen und auf dem Scheiterhaufen verbrennen“, sagt sie.

+++ 07:00 Ukraine will bei Angriffen auf russische Militär-Flugplätze 19 Flugzeuge getroffen haben +++
Bei der Ausweitung ihrer Drohnenangriffe nimmt die Ukraine einen schweren Schlag gegen die russische Luftwaffe für sich in Anspruch. Medien in Kiew zitierten Informationen aus Sicherheitskreisen, die von 19 zerstörten oder beschädigten russischen Kampfflugzeugen sprachen. Russische Zivilbehörden meldeten nur ukrainische Drohnenangriffe in mehreren Regionen, in denen Militärflugplätze liegen. Ein russischer Militärblogger bestätigte den Angriff auf den Fliegerhorst Morosowsk im südrussischen Gebiet Rostow, dementierte aber den Verlust von Flugzeugen. Erste Satellitenaufnahmen ließen keine klare Bestätigung der Kiewer Angaben zu. Auch das Institut für Kriegsstudien (ISW) kann die Angaben aus Kiew bislang nicht anhand von Satellitenbildern bestätigen. Zuvor war die Rede von sechs zerstörten Flugzeugen:

„Spezialeinsatz“ des SBU Kiew will sechs russische Flugzeuge zerstört haben 5.4.2024

+++ 06:36 Russischer Raketen-Terror trifft erneut die Großstadt Charkiw – viele Tote und Verletzte +++
Die zweitgrößte Stadt der Ukraine, Charkiw, in der es massive Stromausfälle durch die ständigen Attacken in letzter Zeit gibt, beklagt durch einen erneuten Angriff in der Nacht sechs Tote und zehn Verletzte. Die Opferzahlen teilt der Bürgermeister der Stadt, Igor Terechow, bei Telegram mit. „Mindestens neun Hochhäuser, drei Wohnheime, eine Reihe von Verwaltungsgebäuden, ein Geschäft, eine Tankstelle, eine Servicestation und zehn Autos wurden beschädigt“, so Terechow. Die Angriffe seien mit iranischen Shahed-Drohnen erfolgt.

+++ 05:41 Georgiens Gesetz zu „ausländischen Agenten“: USA besorgt +++
Die USA äußern angesichts einer Neuauflage eines Gesetzes zu „ausländischen Agenten“ in Georgien schwere Bedenken. Das Außenministerium sei wegen der Einbringung des Gesetzes ins georgische Parlament „zutiefst besorgt“, erklärt Sprecher Matthew Miller in Washington. Der Entwurf stelle „eine Bedrohung für Organisationen der Zivilgesellschaft dar“ und „untergrabe Georgiens Bekenntnis zur euro-atlantischen Integration“. Die Regierungspartei Georgischer Traum hatte am Mittwoch angekündigt, den vor einem Jahr gescheiterten Gesetzentwurf erneut zur Abstimmung bringen zu wollen. Er ähnelt dem Gesetz zu „ausländischen Agenten“, mit dem Russlands Präsident Wladimir Putin Dissidenten zum Schweigen gebracht hat.

+++ 01:26 Angriff auf Saporischschja: Opferzahl steigt auf vier +++
Beim russischen Angriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja steigt die Zahl der Toten nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft auf mindestens vier. Zwanzig weitere seien verletzt worden, vier von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand im Krankenhaus. Zwei der Verwundeten seien Journalisten, die über die Einschläge der russischen Raketen berichten wollten. „Was die heutigen Angriffe kennzeichnet: Zuerst gab es zwei Raketeneinschläge, und dann, etwa 40 Minuten später, gab es weitere Einschläge an derselben Stelle – gerade als die Rettungskräfte und die Polizei ihre Arbeit aufnahmen“, sagt Iwan Fjodorow, Gouverneur der Region, im staatlichen Fernsehen. Mindestens drei Wohnblöcke, zehn Privathäuser, Geschäfte und eine nicht näher bezeichnete Industrieanlage seien beschädigt worden.

+++ 00:23 Union und FDP für Stoltenberg-Plan +++
Union und FDP sagen Unterstützung für das von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg vorgeschlagene 100-Milliarden-Euro-Paket für die von Russland überfallene Ukraine zu. „In Anbetracht der erheblichen Folgekosten, die ein russischer Sieg in der Ukraine bedeuten würde, ist das ein geringer Einsatz, der dank der Multiplikation durch unsere NATO-Alliierten eine große Wirkung entfalten würde“, sagt der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Florian Hahn, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er sieht darin auch eine klare Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin: „Wenn die russischen Aggressionen nicht unmittelbar gestoppt werden, nimmt die Unterstützung der Ukraine immer weiter zu.“

„Kleiner Einsatz, große Wirkung“ Union und FDP für Stoltenbergs NATO-Fonds

+++ 22:59 Belarus will Rüstungskontrollvertrag aufkündigen +++
Nach Russland will sich auch Belarus aus dem Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa zurückziehen, der einst ein wichtiger Baustein der europäischen Sicherheitsarchitektur war. Der autoritär regierende Präsident Alexander Lukaschenko kündigt an, dass sein Land die Teilnahme an dem Vertrag aussetzen werde. Dazu brachte er ein Gesetz im vollständig unter seiner Kontrolle stehenden Parlament ein, das dies vorsieht. Der im Jahr 1990 unterzeichnete Vertrag setzt Grenzen für Panzer, Kampffahrzeuge, Kampfflugzeuge und schwere Artillerie, die in Europa eingesetzt werden dürfen. Er zielte darauf ab, ein militärisches Gleichgewicht zwischen dem Westen und den Ländern des ehemaligen Warschauer Pakts zu schaffen.

+++ 21:21 Russen finden ukrainischen Monster-Panzer +++
Russische Soldaten entdecken in den besetzten Gebieten in der Ukraine offenbar einen ukrainischen Monsterpanzer. Das 2015 entwickelte Unikat wurde laut eines Berichts des Denfence Blogs außerhalb von Mariupol ausgegraben. Der Panzer mit einem Gewicht von 41 Tonnen wurde auf dem Chassis eines T-64 für den Kampf im urbanen Raum entwickelt – es handelt sich dabei um ein Unikat. Ausgestattet ist das Fahrzeug dem Bericht zufolge mit zwei doppelläufigen 23-MM-Flugzeugkanonen, PKT-Maschinengewehren sowie Abschussvorrichtungen für Panzerabwehrgeschosse.

+++ 20:51 Bilder zeigen immense Zerstörung in ukrainischem Kraftwerk +++
Russland verstärkt seine Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor und greift ihn immer gezielter an. Eine der getroffenen Anlagen liegt in Schutt und Asche. „Ich habe noch nie so große Zerstörung in einem Kraftwerk gesehen“, sagt einer der Betreiber – und will mit den Bildern auch den Westen aufrütteln.

Russland greift immer gezielter an Bilder zeigen immense Zerstörung in ukrainischem Kraftwerk

+++ 20:22 Pro-russische Seperatisten in Transnistrien melden Drohnenangriff +++
In Moldaus abtrünniger Region Transnistrien trifft eine Drohne nach Angaben der dortigen pro-russischen Regierung einen Militärstützpunkt. „Heute um 14.35 Uhr (16.35 Uhr MESZ) griff eine Kamikaze-Drohne einen Militärstützpunkt des Verteidigungsministeriums der Moldauischen Republik Transnistrien im Bezirk Rybnitsa, sechs Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, an“, erklärt das Ministerium für Staatssicherheit der selbsternannten Republik. Ziel sei eine Radarstation gewesen, heißt es weiter. Den Angaben zufolge wurde die Station leicht beschädigt, Verletzte oder Tote habe es nicht gegeben. Die Ukraine wurde nicht direkt für den Angriff verantwortlich gemacht.

+++ 19:50 US-Vize-Außenminister: Russisches Militär „fast vollständig neu“ aufgestellt +++
Russland hat, nach US-Angaben, seine Streitkräfte trotz enormer Verluste wieder aufbauen können. „Wir haben im Laufe der letzten Monate festgestellt, dass Russland sich militärisch fast vollständig neu aufgestellt hat“, sagt der US-Vize-Außenminister Kurt Campbell laut dem US-Portal Defense News. Die Aussage scheint im Widerspruch zu bisher geäußerten Einschätzungen von westlichen Offiziellen zu stehen. In einem Interview Anfang des Jahres schätzte etwa der Vorsitzende des litauischen Ausschusses für nationale Sicherheit, dass Russland zwischen fünf und sieben Jahren brauchen würde, um seine Streitkräfte für einen umfassenden Krieg neu aufzustellen.

+++ 18:48 Prag: Russland versucht europäisches Schienennetz zu sabotieren +++
Die tschechische Regierung warnt davor, dass Russland versucht, das europäische Schienennetz zu sabotieren, um die kritische Infrastruktur und damit die Europäische Union zu destabilisieren. Russland habe „tausende Versuche unternommen, unsere Systeme zu schwächen“, sagt der tschechische Verkehrsminister Martin Kupka der „Financial Times“ mit Blick auf Hackerangriffe. Diese umfassten Attacken auf Signalsysteme und auf die Netzwerke des tschechischen Eisenbahnbetreibers České dráhy, so Kupka. Frühere Angriffe haben Fahrkartensysteme außer Betrieb gesetzt und die Sorge geweckt, dass erfolgreiche Eingriffe in Signale, schwere Unfälle verursachen könnten.

+++ 18:18 Atomkraftwerk Saporischschja meldet Drohnenangriffe +++
Das Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine wird nach Angaben der russisch kontrollierten Kraftwerksleitung seit Tagen verstärkt von Drohnen angegriffen. Es seien Einschläge am Frachthafen und an einer Stickstoff-Sauerstoffstation registriert worden, heißt es im offiziellen Telegram-Kanal des AKW. Die Kraftwerksleitung machte dafür das ukrainische Militär verantwortlich. Nicht nur der Beschuss der Nuklearanlage, sondern auch der anliegenden Infrastruktur könne schlimme Folgen haben und die Sicherheit des Atomkraftwerks gefährden, wird gewarnt. Russland hat das größte Kernkraftwerk Europas kurz nach Beginn seines Angriffskriegs erobert und hält es seither besetzt. Immer wieder werden Kämpfe um die Anlage gemeldet. Unabhängig überprüfen lassen sich die Vorwürfe nicht.

+++ 17:54 Türkischer Handel mit Russland kommt ins Stocken – wegen westlicher Sanktionen +++
Der türkische Handelsboom mit Russland gerät aufgrund der „schnell wachsenden“ westlichen Sanktionslisten ins Stocken. Das berichtet das US-Portal „Bloomberg“. Die türkischen Maschinenexporteure, die im vergangenen Jahr von dem starken Anstieg der Verkäufe nach Russland profitiert haben, müssen voraussichtlich in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von einer Milliarde Dollar verzeichnen, berichtet „Bloomberg“ unter Verweis auf Kutlu Karavelioglu, den Vorsitzenden des Verbandes der Maschinenexporteure. Aus vom türkischen Handelsministerium veröffentlichten Daten geht hervor, dass die Ausfuhren nach Russland im ersten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 33,7 Prozent gesunken sind.

+++ 17:25 Russland: Jüngste Angriffe auf Ukraine sind „Antwort“ auf ukrainische Drohnenattacken +++
Russland hat seine jüngsten Angriffe auf die Ukraine als „Antwort“ auf ukrainische Angriffe auf den russischen Energiesektor bezeichnet. Seit dem 31. März habe es 39 Angriffe auf die Ukraine gegeben „als Antwort auf die Versuche des Regimes in Kiew, russische Öl-, Gas- und Energieanlagen zu zerstören“, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Diese Angriffe richten sich etwa gegen Treibstoffdepots, die Militärindustrie sowie Luftverteidigungsanlagen, hieß es. Russische Angriffe auf ukrainische Kraftwerke haben seit Ende März zu Schäden in Milliardenhöhe geführt und in mehreren Regionen Stromausfälle verursacht.

+++ 16:55 Umbach: Lage in der Ukraine „ist sehr brisant“ +++
Laut dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj sei der Westen zu zögerlich bei der Bereitstellung von Flugabwehrsystemen. Woran es hakt, beurteilt Frank Umbach. Außerdem erklärt der Sicherheitsexperte, warum die Situation an der Front in der Ukraine „sehr brisant“ ist.

Neue russische Offensive geplant? Umbach: Lage in der Ukraine „ist sehr brisant“

+++ 15:34 Heftige Kämpfe um Tschassiw Jar +++
In der Nähe der ostukrainischen Stadt Tschassiw Jar toben nach Angaben des ukrainischen Militärs erbitterte Kämpfe mit den russischen Invasionstruppen. Die gegnerischen Einheiten hätten aber noch nicht die Vororte erreicht, teilt das Militär mit. „Die Lage dort ist sehr schwierig, die Kämpfe dauern an“, sagt der Sprecher des Kommandos Ost des ukrainischen Militärs, Andryj Sadubinnji. „Aber sie sind nicht da“, fügt er mit Blick auf die russischen Truppen hinzu.

Tschassiw Jar schwer umkämpftRussen rücken im Osten auf nächste Stadt vor

+++ 15:03 Norwegen plant wegen Ukraine-Krieg massive Aufrüstung +++
Norwegen will seinen Verteidigungshaushalt in den nächsten zwölf Jahren drastisch erhöhen. Die Regierung in Oslo plant, das skandinavische Land in den kommenden zwölf Jahren bis 2036 mit zusätzlichen 600 Milliarden norwegischen Kronen (51,7 Milliarden Euro) aufzurüsten, wie sie bei der Vorstellung des neuen Verteidigungsplans mitteilte. „Wir brauchen eine Verteidigung, die an die aktuelle Situation und die Bedrohungen angepasst ist. Dieser Plan ist ein historischer Schub für die norwegische Verteidigung“, sagt Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

+++ 14:36 Bundesregierung mahnt Firmen vor Wiederaufbau von Mariupol +++
Die Bundesregierung warnt deutsche Firmen davor, sich am Wiederaufbau der von Russland fast völlig zerstörten und besetzten ostukrainischen Stadt Mariupol zu beteiligen. „Dieser Wiederaufbau dient lediglich der russischen Propaganda“, sagt ein Außenamts-Sprecher. „Jede Firma, die sich daran beteiligt, muss sich fragen, in welchem Dienst sie sich darin stellt.“ Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums fügt mit Blick auf entsprechende Berichte auf eine deutsche Beteiligung hinzu, dass der Zoll und die Staatsanwaltschaften klären müssten, ob deutsche Firmen gegen Sanktionsvorlagen verstoßen hätten.

Verstoß gegen Sanktionen? „Monitor“: Deutsche Firma am Wiederaufbau von Mariupol beteiligt

+++ 13:57 Ukraine soll Tausende Drohnen aus Litauen bekommen +++
Litauen sagt der Ukraine weitere Hilfen zu: Der Baltenstaat habe angekündigt, 3000 Drohnen für die Ukraine zu kaufen, erklärt der ukrainische Premier Denys Schmyhal bei seinem Besuch in Vilnius. Bereit gestellt werden sollen zudem 15 Millionen Euro für Rehabilitationsprogramme für verwundete ukrainische Soldaten. Litauen helfe auch beim Wiederaufbau, indem weitere 5 Millionen Euro für das Bildungswesen bereitgestellt würden, sowie 12 Millionen Euro, um Veteranen zu unterstützen und Schulen, Kindergärten sowie Notunterkünfte zu errichten.

+++ 13:10 London: Moskau will neue Unternehmer-Elite aufbauen +++
Russland verteilt nach britischer Einschätzung Anteile zuvor verstaatlichter Firmen an kremltreue und den Krieg gegen die Ukraine unterstützende Unternehmer um. Das Ziel dieser Form der „Deprivatisierung“ stehe vermutlich im Zusammenhang mit der Rede an die Nation von Präsident Putin im Februar, bei der er zur Bildung einer neuen nationalistischen Elite, die durch den Krieg entstanden ist, aufgerufen hatte, schreibt das britische Verteidigungsministerium. „Steigende Rüstungsausgaben haben mit ziemlicher Sicherheit den finanziellen Druck auf den russischen Staat erhöht, hinzu kommen Wirtschaftssanktionen und Kapitalabfluss aus Russland seit Beginn der Invasion“, heißt es aus London weiter. „Der russische Staat ist höchstwahrscheinlich dabei, eine stärkere Kontrolle über Unternehmen in „strategischen“ Branchen wie der Rüstungsindustrie aufzubauen.“

+++ 12:16 Marineschiff „Bonn“ kehrt von NATO-Ostflanke zurück +++
Nach einem fast drei Monate langen NATO-Einsatz im Nordatlantik ist das deutsche Marineschiff „Bonn“ in seinen Heimathafen Wilhelmshaven zurückgekehrt. Am Vormittag lief der sogenannte Einsatzgruppenversorger mit 183 Soldatinnen und Soldaten an Bord im Hafen von Deutschlands größtem Marinestützpunkt ein. Das Kriegsschiff war als Teil der Schnellen Eingreiftruppe der NATO an der sogenannten Ostflanke in Nord- und Ostsee und im Nordatlantik unterwegs. „Der Einsatz und die Zusammenarbeit in einem internationalen NATO-Verband mit den Schiffen unterschiedlicher Nationen war eine neue Erfahrung für Schiff und Besatzung“, erklärt die Marine. Teil des Einsatzes waren mehrere Manöver, die Betankung eines Flugzeugträgers, und ein Hafenbesuch beim neuen NATO-Mitglied Schweden. Der schnell verlegbare Einsatzverband dient dem Bündnis zur Abschreckung und Verteidigung in Europa.

+++ 11:48 EU-Kommissions-Vizepräsidentin: Affäre um Bystron wohl „Spitze des Eisbergs“ +++
In der Affäre um eine russische Desinformationskampagne und mögliche verdeckte Zahlungen aus Russland an Politiker rechnet die EU-Kommissions-Vizepräsidentin, Vera Jourova, mit weiteren Enthüllungen. „Ich bin überzeugt davon, dass das, was wir jetzt wissen, nur die Spitze des Eisbergs ist“, sagt sie der tschechischen Zeitung „Hospodarske noviny“. Sie geht davon aus, dass es mehr bezahlte Politiker oder Menschen mit Einfluss in der Gesellschaft gibt als bisher bekannt. „Wir verfügen selbstverständlich über keinen Apparat, um festzustellen, wer das ist, aber wir sehen, dass die Geheimdienste bereit sind, das zu enthüllen und die Öffentlichkeit zu informieren“, sagt Jourova. „Und das ist gut so.“ Eine tschechische Zeitung hatte berichtet, der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron stehe im Verdacht, mit der prorussischen Internetplattform „Voice of Europe“ in Kontakt gestanden zu haben, möglicherweise sei auch Geld geflossen, damit er prorussische Positionen vertrete. Bystron bestreitet dies.

+++ 11:13 Nawalny-Denkmal in Bamberg beschädigt +++
In Bamberg ist ein selbstgestaltetes Denkmal für den verstorbenen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny beschädigt worden. Wie die Polizei in Bayreuth mitteilt, entwendeten der oder die Täter mehrfach Bilder, Plakate und Kerzen. Außerdem wurde eine Blumenvase zerstört. Nawalny war Mitte Februar unter ungeklärten Umständen in einem Straflager am Polarkreis gestorben. Seine Witwe Julia Nawalnaja macht den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich dafür verantwortlich.

+++ 10:55 Ukraine: Sechs Flugzeuge bei Angriff auf russischen Stützpunkt zerstört +++
Die Ukraine hat nach Angaben aus Verteidigungskreisen bei einem nächtlichen Angriff auf einen russischen Luftwaffenstützpunkt mindestens sechs russische Militärflugzeuge zerstört. Acht weitere Militärmaschinen seien bei dem Angriff auf den Stützpunkt Morosowk in der Region von Rostow am Don schwer beschädigt worden, heißt es aus ukrainischen Verteidigungskreisen. Demnach handelte es sich bei der Attacke um einen „Spezialeinsatz“ des ukrainischen Geheimdienstes SBU gemeinsam mit der Armee. Russland hatte zuvor gemeldet, dass die Ukraine in der Nacht und am Morgen Dutzende Drohnen auf russische Regionen geflogen habe. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 10:38 Experte über Schwarzmeerflotte: Kiews Krim-Erfolge „sind herber Rückschlag für Putin“ +++
Im Kampf um die Krim erzielt die ukrainische Marine wichtige Erfolge. Laut Kiew befinde sich nur noch ein Kriegsschiff der russischen Schwarzmeerflotte vor Ort. Damit habe man Russland gezeigt, dass es „nicht unantastbar ist“, sagt Militärexperte Fabian Hoffmann. Zu Land gerate die Ukraine jedoch zunehmend in Bedrängnis.

Experte über Schwarzmeerflotte Kiews Krim-Erfolge „sind herber Rückschlag für Putin“

+++ 10:17 Russische Ermittler: Prüfen mögliche Ukraine-Verbindung nach Anschlag auf Konzerthalle +++
Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau mit 144 Todesopfern prüft das russische Ermittlungskomitee nach eigenen Angaben Spuren in die Ukraine. Die auf den Handys der Verdächtigen sichergestellten Daten könnten „einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag und dem Konflikt in der Ukraine belegen“, erklärt das Ermittlungskomitee. Genannt werden dabei etwa Handyfotos von Männern in Tarnkleidung, die vor zerstörten Gebäuden die ukrainische Flagge halten. Es werde eine mögliche Beteiligung „von Vertretern ukrainischer Spezialdienste und internationaler islamistischer und terroristischer Organisationen an der Organisation und Finanzierung des Anschlags“ geprüft. Zu dem Anschlag hatte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Ungeachtet dessen hatte der Kreml eine vom Westen koordinierte Verbindung zur Ukraine hergestellt.

Konzerthalle als Ziel genannt USA warnten Moskau vor Anschlag wohl sehr konkret

NACHT IM ÜBERBLICK – UKRAINE

. . .

ROUNDUP: Medien: Ukraine zerstört mehrere russische Kampfflugzeuge – 5.4.2024, 18:12

KIEW (dpa-AFX) – Bei einem Drohnenangriff auf den Militärflugplatz Morosowsk im südrussischen Gebiet Rostow hat die Ukraine eigenen Medienberichten zufolge ein halbes Dutzend Kampfflugzeuge am Boden zerstört. „Es wurden mindestens sechs Kampfflugzeuge der Russischen Föderation vernichtet und weitere acht beschädigt“, berichteten am Freitag übereinstimmend mehrere ukrainische Medien unter Berufung auf Informanten in Sicherheitskreisen.

Zudem seien mindestens 20 russische Soldaten entweder getötet oder verletzt worden. Der Angriff sei dabei vom ukrainischen Geheimdienst SBU durchgeführt worden. Unabhängige Bestätigungen dafür gab es zunächst nicht. Der Militärflugplatz befindet sich gut 270 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Zuvor hatte bereits der Gouverneur des Rostower Gebiets, Wassili Golubew, über einen „massiven Drohnenangriff“ informiert. Mehr als 40 Drohnen seien in Rostow von der eigenen Luftabwehr abgeschossen worden, hieß es von russischer Seite. Dabei seien eine Transformatorenstation und eine Hochspannungsleitung beschädigt worden.

Später meldeten ukrainische Medien zudem wiederum unter Berufung auf Informanten, dass drei weitere russische Militärflugplätze vom Militärgeheimdienst mit Drohnen angegriffen worden seien. Dabei seien auf dem Flugplatz Jeisk im südrussischen Gebiet Krasnodar zwei Erdkampfflugzeuge des Typs Su-25 zerstört und mindestens vier Soldaten getötet worden.

Ein weiterer Angriff habe dem über 600 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernten Militärflughafen Engels im Saratower Gebiet an der Wolga gegolten. Dabei seien drei strategische Bomber des Typs Tu-95 beschädigt und sieben russische Soldaten getötet worden. Zu den möglichen Folgen einer weiteren Attacke auf einen Militärflugplatz im Gebiet Kursk wurde vorerst nichts bekannt. Unabhängige Bestätigungen der Zerstörungen lagen zunächst nicht vor./ast/DP/jha

Ukraine verzeichnet trotz Kriegs Rekord bei Währungsreserven – 5.4.2024, 16:44

KIEW (dpa-AFX) – Mitten im Krieg mit Russland haben die ukrainischen Währungsreserven dank ausländischer Überweisungen einen Höchststand erreicht. Mit umgerechnet gut 40,3 Milliarden Euro zum 1. April ist der höchste Stand seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 erreicht worden, teilte die Zentralbank in Kiew am Freitag mit. Als Währungsreserve wird Geld bezeichnet, das eine Notenbank meist in Fremdwährungen hält. Die Reserven werden vor allem genutzt, um die eigene Währung zu stabilisieren oder Importe zu finanzieren.

Ursächlich für den Höchststand seien Überweisungen der Europäischen Union, der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und mehrerer Einzelstaaten in Höhe von umgerechnet knapp 8,6 Milliarden Euro gewesen. Damit stiegen die Reserven im März trotz Schuldzahlungen um 18 Prozent, betonte die Notenbank. Den Währungshütern zufolge decken die Reserven nun Importe für mehr als fünf Monate ab. Als Minimum für finanzielle Stabilität gilt eine Abdeckung von drei Monaten.

Die Ukraine wehrt seit mehr als zwei Jahren mit großer westlicher Hilfe eine russische Invasion ab. Trotz eines Wirtschaftswachstums im Vorjahr liegt das Bruttoinlandsprodukt immer noch gut ein Viertel unter dem Vorkriegsniveau. Wie bereits in den ersten beiden Kriegsjahren ist der ukrainische Staatshaushalt zu mehr als der Hälfte von ausländischen Finanzhilfen abhängig./ast/DP/jha

ZENTRALBANKEN

FED/Kashkari: Fed senkt Zinsen dieses Jahr vielleicht gar nicht

Die US-Notenbank wird ihre Zinsen nach Aussage von Neel Kashkari, Präsident der Minneapolis Fed, möglicherweise gar nicht senken, wenn sich es keine weiteren Fortschritte beim Rückgang der Inflation gibt. Kashkari sagte im Linkedin-Live-Interview mit dem Pensions and Investments Magazine, dass er in diesem Jahr zwei Zinssenkungen in Betracht ziehe, falls sich die Wirtschaft wie erwartet entwickle. Er fügte jedoch schnell hinzu: „Wenn sich die Inflation weiterhin seitwärts bewegt, würde ich mich fragen, ob diese Zinssenkungen überhaupt notwendig sind.“

FED/Barkin plädiert für vorerst stabile Zinsen

Nach Einschätzung von Thomas Barkin, Präsident der Federal Reserve von Richmond, ist es noch zu früh, um zu sagen, ob die unerwartet hohen Teuerungsraten zu Beginn des Jahres ein Hinweis auf eine wieder anziehende Inflation sind. Daher sollte die US-Notenbank seiner Meinung nach mit Zinssenkungen warten, bis das Bild klarer wird.

MELDUNGEN

FrUSA: Verbraucherkredite steigen in etwa wie erwartetdpa-AFX
FrÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
FrUS-Beschäftigung steigt deutlich stärker als erwartetDow Jones News
FrUSA: Lohnwachstum legt etwas zudpa-AFX
FrUSA: Arbeitslosenquote sinkt auf 3,8 Prozentdpa-AFX
FrUSA: Beschäftigung steigt deutlich stärker als erwartetdpa-AFX
FrÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
FrChina-Schock 2.0 löst globale Abwehr gegen Billigimporte ausDow Jones News
FrEuroraum-Einzelhandelsumsatz sinkt im Februar um 0,5%Dow Jones News
FrDeutscher Auftragseingang steigt im Februar leichtDow Jones News
FrJapans Premier Kishida: Beobachten Wechselkurse aufmerksamDow Jones News
FrÜBERBLICK am Morgen /Konjunktur, Zentralbanken, PolitikDow Jones News
FrFrankreich: Industrieproduktion steigt schwächer als erwartetdpa-AFX
FrDeutsche Importpreise sinken im Februar um 0,2 ProzentDow Jones News
FrDeutscher Industrieumsatz steigt im Februar – nach Absturz in JanuarDow Jones News
FrDeutschland: Rückgang der Einfuhrpreise schwächt sich weiter abdpa-AFX
FrDeutschland: Industrieaufträge legen etwas zu – Erwartungen aber verfehltdpa-AFX

. . .

US-Beschäftigung steigt deutlich stärker als erwartet

Das Beschäftigungswachstum in den USA hat sich im März entgegen den Erwartungen verstärkt. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat 303.000 zusätzliche Stellen. Volkswirte hatten einen Zuwachs von nur 200.000 Jobs erwartet. Die Angaben für die beiden Vormonate wurden zudem kumuliert um 22.000 Jobs nach oben revidiert. Die separat erhobene Arbeitslosenquote sank wie erwartet auf 3,8 (3,9) Prozent. Die Erwerbsquote stieg auf 62,7 (62,5) Prozent. Die US-Stundenlöhne erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 0,35 Prozent oder 0,12 US-Dollar auf 34,69 Dollar. Im Jahresvergleich sie um 4,1 Prozent höher. Ökonomen hatten ein monatliches Plus von 0,3 Prozent und eine Jahresrate von 4,1 Prozent erwartet. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 0,1 auf 34,4 Stunden.

Biden unternimmt neuen Anlauf für Erlass von Studienkrediten – Kreise

Die Biden-Administration steht nach Aussagen informierter Personen kurz vor der Veröffentlichung eines Vorschlags, der darauf abzielt, Studienkredite für Millionen von Menschen zu reduzieren oder zu erlassen. Die Pläne sollen bereits in der nächsten Woche veröffentlicht werden. Im Vergangenen Jahr hatte der Oberste Gerichtshof den ersten Schuldenerlassplan der Regierung gekippt. Dieser hatte einen Schuldenerlass von bis zu 20.000 US-Dollar für Kreditnehmern mit einem Jahresverdienst von weniger als 125.000 Dollar vorgesehen. Biden will die Grundzüge des neuen Vorschlags am Montag in Madison vorstellen. Ein Sprecher des Weißen Hauses lehnte eine Stellungnahme ab.

China-Schock 2.0 löst globale Abwehr gegen Billigimporte aus

Um seine Wirtschaft wieder anzukurbeln, überschwemmt China die Welt mit billigen Waren – eine milliardenschwere Fortsetzung des China-Schocks, der die globale Industrie vor mehr als zwei Jahrzehnten traf. Aber diesmal schlägt die Welt zurück. Die USA und die EU drohen damit, Handelsschranken für in China hergestellte Elektrofahrzeuge und Ausrüstungen für erneuerbare Energien zu errichten. Nun schließen sich auch große Schwellenländer an. „China ist zu groß, um sich zu schnellem Wachstum zu exportieren“, sagte Finanzministerin Janet Yellen in Guangzhou, der ersten Station ihrer China-Reise. „Und wenn die Politik nur darauf ausgerichtet ist, das Angebot zu erhöhen und nicht auch die Nachfrage zu steigern, wird es zu globalen Spillover-Effekten kommen.“

Erdbeben der Stärke 4,7 erschüttert New York City und Nordosten der USA

Ein Erdbeben der Stärke 4,7 hat am Freitagmorgen (Ortszeit) nach vorläufiger Schätzung des U.S. Geological Survey (USGS) den Nordosten der USA erschüttert und ließ unter anderem New York City und den Norden von New Jersey kurzzeitig erzittern. Das Erdbeben ereignete sich nach Angaben des USGS um 10:23 Uhr Ostküstenzeit (16:23 Uhr MESZ) knapp 6,5 Kilometer nordnordöstlich von Whitehouse Station, New Jersey, und schien einige Sekunden zu dauern.

Japans Premier Kishida: Beobachten Wechselkurse aufmerksam

Japans Regierung schließt beim Umgang mit Wechselkursen nach Aussage von Premierminister Fumio Kishida kein Mittel aus. Kishida sagte in einem Interview mit Medienvertretern auf eine Frage nach der aktuellen Schwäche des Yen: „Wir würden auf exzessive Bewegungen angemessen reagieren und schließen kein Mittel aus.“ Die Regierung beobachte die Wechselkurse aufmerksam und halte exzessive Wechselkursbewegungen für unerwünscht. Kishida zufolge wird Japan beim Umgang mit Wechselkursen mit den von den USA angeführten sieben führenden Industrieländern (G7) kooperieren, da ungeordnete Wechselkursbewegungen nachteilige Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätten.

Euroraum-Einzelhandelsumsatz sinkt im Februar um 0,5%

Der Einzelhandelsumsatz im Euroraum ist im Februar wie erwartet gesunken. Wie Eurostat mitteilte, ging er gegenüber dem Vormonat preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent zurück, was der Prognose der von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte entsprach. Das Niveau von Februar 2023 wurde um 0,7 Prozent unterschritten. Im Januar hatten die Umsätze auf Monatssicht nach revidierten Angaben stagniert. Vorläufig war ein Zuwachs von 0,1 Prozent gemeldet worden. Die Umsätze im Bereich Nahrungsmittel, Getränke und Tabak sanken im Februar um 0,4 Prozent, während die außerhalb dieses Sektors um 0,2 Prozent anzogen. Die Umsätze mit Kraftstoffen an Tankstellen gingen um 1,4 Prozent zurück.

Tschechischer Geheimdienst hebt russisches Propaganda-Netzwerk in der EU aus- Die Presse, 28.3.2024

Politiker aus Deutschland, Frankreich, Ungarn, Belgien und den Niederlanden sollen von Russland bezahlt worden sein, um sich gegen die Ukraine-Hilfen der EU auszusprechen. Tschechien spricht von einer „ernsthaften Gefahr für die Sicherheit“.

Die tschechische Regierung hat die Betreiber der Internetseite „Voice of Europe“ auf ihre gegen Russland gerichtete nationale Sanktionsliste gesetzt. Das teilte das Außenministerium in Prag am Mittwoch mit. Die Internetseite sei Teil einer russischen Einflussoperation, deren Ziel es sei, die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Freiheit der Ukraine infrage zu stellen.

Dahinter stehe unter anderem der Oligarch Wiktor Medwedtschuk, der in der Ukraine wegen Hochverrats angeklagt wurde, aber im Zuge eines Gefangenenaustauschs im September 2022 nach Russland gelangte. Medwedtschuk, der als Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt, wurde nach Ministeriumsangaben auch persönlich auf die Sanktionsliste gesetzt.

Die Entscheidung trage zum Schutz der demokratischen Prozesse vor den Wahlen zum Europaparlament im Juni bei, betonte das tschechische Außenministerium. Die Betreiberfirma der auch auf Deutsch verfügbaren Webseite „voiceofeurope.com“ ist in Prag registriert. Sie ist auch in sozialen Netzwerken wie Facebook und auf der Plattform X aktiv, wo sie mehr als 180.000 Follower hat.

„Voice of Europe“ zumindest einmal in Österreich aktiv

„Voice of Europe“ war in der Vergangenheit zumindest auch einmal in Österreich aktiv: Ein Kamerateam des Mediums drehte im Juni 2023 in Wien beim umstrittenen „Internationalen Friedensgipfel für die Ukraine“. Eine Korrespondentin aus der Ukraine wollte damals auf APA-Nachfrage nichts über die Besitzerstruktur der vergleichsweise unbekannten Internetseite erzählen, die linken Organisatoren des Gipfels selbst wussten nicht über den Hintergrund des Mediums.

Die Zeitung „Denik N“ berichtete unter Berufung auf Geheimdienstkreise, über das Einfluss-Netzwerk seien bei Besuchen in Prag auch Gelder in bar an Politiker übergeben worden. Es habe sich um Politiker aus Deutschland, Frankreich, Polen, Belgien, den Niederlanden und Ungarn gehandelt. Auch die Alternative für Deutschland (AfD) sei beteiligt gewesen.

Interviews mit AfD-Spitzenpolitikern

Nach Angaben des „Spiegel“ sind auf „Voice of Europe“ unter anderem Interviews mit dem AfD-Europawahlspitzenkandidaten Maximilian Krah sowie dem auf Listenplatz zwei stehenden AfD-Kandidaten Petr Bystron zu finden. Krah erklärte laut „Spiegel“, er habe „Voice of Europe“ zwei Interviews gegeben, eines davon in Prag. Geld habe er „dafür selbstverständlich keines bekommen, weder für mich, noch für die Partei“.

Einige europäische Politiker, die mit der Nachrichtenseite zusammenarbeiteten, seien mit russischem Geld bezahlt worden, das in einigen Fällen auch die Kosten für ihren Wahlkampf für die Europawahlen im Juni abdeckte. Die Nachrichtenseite habe Erklärungen von Politikern veröffentlicht, die die EU aufforderten, ihre Hilfen für die Ukraine einzustellen.

Geld für Politiker – bar oder mit Krypto

Wie der „Spiegel“ berichtete, wurde das Geld entweder bei persönlichen Treffen in Prag bar übergeben – oder per Kryptowährung transferiert. Dafür und für den Betrieb des Portals sei ein sechsstelliger Eurobetrag aufgewendet worden.

Offiziell gab es dazu keine näheren Angaben. Tschechiens Ministerpräsident Petr Fiala betonte, tschechische Politiker oder Bürger seien nach seinen Informationen nicht involviert gewesen. „Wir haben Informationen, dass es das Ziel (der Gruppe) war, in EU-Ländern zu wirken und Einfluss im EU-Parlament zu gewinnen“, sagte der liberalkonservative Politiker.

Vermögen kann nun eingefroren werden

Die Aufnahme auf die nationale Sanktionsliste ermöglicht den Finanzbehörden, das Eigentum der Betroffenen einzufrieren. Die sanktionierten Personen dürfen nicht mehr nach Tschechien einreisen. „Die Regierung hat nie Webseiten abgeschaltet und wird es auch diesmal nicht tun, aber die staatlichen Organe werden die Einhaltung der Sanktionen durchsetzen“, erläuterte Fiala. Damit werde ein weiterer Betrieb von Prag aus unmöglich gemacht.

Laut Fiala fand der tschechische Sicherheitsinformationsdienst (BIS) heraus, dass das pro-russische Netzwerk Aktivitäten unternahm, die „ernsthafte Auswirkungen auf die Sicherheit der Tschechischen Republik und der EU“ haben.

Die Gruppe habe auf dem Gebiet der EU „gegen die territoriale Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine“ agitiert, sagte Fiala vor Reportern. Die Aktivitäten der Gruppe hätten auch bis zum Europäischen Parlament gereicht, sagte Fiala, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. (APA/dpa/AFP)

Frankreichs Industrieproduktion steigt im Februar leicht

Frankreichs Industrieproduktion ist im Februar leicht gestiegen. Wie die Statistikbehörde Insee mitteilte, erhöhte sich der Output gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten ein Plus von 0,5 Prozent prognostiziert. Der für Januar vorläufig gemeldete Produktionsrückgang von 1,1 Prozent wurde auf 0,9 Prozent revidiert.

DEUTSCHLAND – WAHLUMFRAGEN

Deutsche Importpreise sinken im Februar um 0,2 Prozent

Die deutsche Wirtschaft spürt von der Einfuhrseite weiterhin keinen Inflationsdruck. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sanken die Importpreise im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent und lagen um 4,9 (Januar: 5,9) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg um 0,3 Prozent und eine Jahresrate von minus 4,3 Prozent prognostiziert. Die Exportpreise stiegen um 0,2 Prozent auf Monatssicht und unterschritten das Niveau des Vorjahresmonats um 1,1 Prozent.

Deutscher Auftragseingang steigt im Februar leicht

Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat sich im Februar leicht erhöht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stiegen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent und lagen kalenderbereinigt um 10,6 (Januar: 6,2) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen monatlichen Anstieg um 0,5 Prozent prognostiziert. Der für Januar vorläufig gemeldete monatliche Auftragsrückgang von 11,3 Prozent wurde auf 11,4 Prozent revidiert.

Deutscher Industrieumsatz steigt im Februar – nach Absturz in Januar

Der preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im Februar gestiegen – allerdings nach einem Absturz im Januar. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent. Der für Januar gemeldete monatliche Rückgang um 2,0 Prozent wurde jedoch auf 5,2 Prozent revidiert. Nach Angaben von Destatis gab es im Bereich Maschinenbau und in der Automobilindustrie größere Revisionen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der Umsatz im Dezember kalenderbereinigt um 5,8 Prozent niedriger.

ÖSTERREICH – WAHLUMFRAGEN

Zahl der Patente in Österreich erneut gestiegen – Oberösterreich führt bei der Zahl der Neuanmeldungen, höchste Erfinder:innendichte in Vorarlberg

Wien (OTS) –

  • 2.242 Erfindungsanmeldungen beim Österreichischen Patentamt; Rankingleader erneut AVL List
  • Oberösterreich am erfindungsreichsten, Erfinder:innendichte in Vorarlberg am höchsten
  • Weltweit um 2,5% mehr Patente aus Österreich
  • Österreich bei grünen Patenten weltweit an 8.Stelle und in der EU auf Platz 6
  • Neue Serviceangebote für KMU, Start-ups, und Frauen
  • Studien bestätigen Korrelation von gewerblichen Schutzrechten und wirtschaftlichem Erfolg
  • 4.761 neue Markenanmeldungen beim Österreichischen Patentamt

Beim Österreichischen Patentamt wurden 2023 insgesamt 2.242 Erfindungen angemeldet – das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, da waren es 2.231. Das geht aus dem Jahresbericht, der soeben auf 2023.patentamt.at veröffentlicht wurde, hervor. Die höchste Zahl der Erfindungen verzeichnet das Österreichische Patentamt in Oberösterreich: Dort waren es 2023 insgesamt 506 Erfindungen. Platz zwei und drei belegen die Steiermark mit 458 und Wien mit 348 Erfindungen. Eine Erfinderin oder einen Erfinder trifft man am ehesten ganz im Westen Österreichs – Vorarlberg liegt auf Platz eins bei der Anzahl an Erfindungen pro Einwohner:in. Der größte Patentanmelder beim Österreichischen Patentamt ist AVL List mit 211 angemeldeten Erfindungen, gefolgt von Julius Blum mit 82 und Plasser & Theurer mit 31 Erfindungsanmeldungen. Bei den Universitäten liegt die TU Wien mit 21 Erfindungsanmeldungen klar an der Spitze, gefolgt von der Universität Graz mit 8 und der Universität Innsbruck mit 5 Patentanmeldungen.

Stefan Harasek, Präsident des Österreichischen Patentamtes:

„Österreich ist ein innovatives Land, die aktuellen Zahlen aus unserem Jahresbericht unterstreichen dies ein weiteres Mal. Und der Bericht zeigt auch: Das Österreichische Patentamt hat seinen Ruf als erste Anlaufstelle für Innovationen weiter gefestigt. Sowohl Erfinder:innen, Unternehmen, als auch Universitäten schätzen unsere Expertise und viele melden erst in Österreich an, bevor sie ihre Erfindungen europäisch oder international schützen. Wir bleiben also weiter offen für Neues – und stehen als Patentamt allen Menschen mit Ideen tagtäglich zur Seite – mit Fachwissen, maßgeschneiderten Serviceangeboten und kostenloster Beratung.“

Weltweit haben Österreicher:innen 11.086 Patente angemeldet. Nach einem leichten Rückgang im Jahr 2021 hat Österreich eine Trendwende geschafft: Laut den neuesten Zahlen der Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO) in Genf, kann Österreich für 2022 einen Anstieg von 2,5% verzeichnen.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler:

„Die 2.242 Erfindungsanmeldungen 2023 in Österreich zeigen den unermüdlichen Erfindergeist der Menschen in unserem Land. Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit rund 230 grünen Patenten pro Jahr im eurpäischen Vergleich stark vertreten sind. Das ist ebenso beeindruckend wie wichtig, denn wir brauchen alle Innovationen, die die Probleme unserer Zeit angehen und lösen. Ich möchte mich bei allen Erfinderinnen und Erfindern sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Patentamts herzlichst bedanken.“

Bei den europäischen Patenten liegt Österreich mit 2.355 auf Platz 6 in der EU bei den Anmeldungen pro Kopf. Hier ist Wien das anmeldestärkste Bundesland mit Borealis an der Spitze der österreichischen Unternehmen, gefolgt von Tridonic und Julius Blum. Insgesamt wurden beim Europäischen Patentamt im vergangenen Jahr 199.275 Patentanmeldungen eingereicht, gegenüber dem Vorjahr um 2,9% mehr.

Grüne Patente wachsen stark

Von 131 Staaten, die am Europäischen Patentamt Patentanmeldungen im Bereich grüner Technologien angemeldet haben, liegt Österreich laut Datenanalyse des Europäischen Patentamtes mit 30,1 Anmeldungen je Million Einwohner an 8. Stelle – EU-weit sogar an 6. Stelle. Rankingleader ist Dänemark mit 87,1 Anmeldungen pro Mio. Einwohner (Zahlen für 2022).

In Summe haben Österreicher:innen im Bereich der klimaschonenden Technologien in den letzten 10 Jahren 2.214 Patentanmeldungen eingereicht. Am häufigsten finden sich darunter Technologien zur Erzeugung, Verteilung und zum Transport von Energie, gefolgt von Technologien aus dem Bereich Verkehr. Auch bei Erfindungen in den Bereichen Gebäude und Abfallmanagement ist Österreich mit vielen klimaschonenden Ideen gut vertreten.

Neue Services des Österreichischen Patentamtes unterstützen KMU, Start-ups, Studierende und Frauen

Die Bedeutung von Patenten, Marken und Designs zeigt sich auch im Serviceangebot des Patentamtes. Absoluter Spitzenreiter ist das Förderprogramm „Patent Scheck“, das gemeinsam mit der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) angeboten wird. Der Patent Scheck deckt 80% der Kosten, die rund um eine Patentanmeldung anfallen. 2023 wurde er 341-mal in Anspruch genommen.

Neu im Serviceangebot des Patentamtes ist „Buddy for her“ – ein Beratungsservice von Frauen für Frauen rund um das Thema Erfindungen und Patente. Dieses Service ist Teil eines Maßnahmenpakets, das der niedrigen Frauenquote beim Patentieren entgegenwirken soll.

Zuletzt wurde der „First Aid Buddy“ ins Leben gerufen, ein kostenloses Service, das bei Fragen zur Durchsetzung eigener Schutzrechte oder Sorgen, die Rechte anderer zu verletzen, in Anspruch genommen werden kann.

Mehr wirtschaftlicher Erfolg mit Patenten, Marken und Designs

Neueste Studien des Europäischen Patentamtes und des des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum bestätigen einmal mehr, dass wirtschaftlicher Erfolg, insbesondere der von Start-ups, maßgeblich davon abhängt, ob deren geistiges Eigentum geschützt wurde. Österreichische Start-ups sind sich dessen durchaus bewusst. Während nur 29% der europäischen Start-ups zumindest ein Schutzrecht angemeldet haben, sind es in Österreich 40%.

Auch den Markenschutz durch das Patentamt nützen die Österreicherinnen und Österreicher erfreulich häufig: 2023 wurden hierzulande 4.761 neue Marken angemeldet, die meisten von Unternehmer:innen aus Wien. Auch die Nachfrage nach unseren Markenservices blieb ungebrochen.

Patentamtspräsident Stefan Harasek:

„Starke Marken sind maßgeblich für den Erfolg von Waren und Dienstleistungen. Sie sind daher auch oft im Visier von Copycats. Den bestmöglichen Schutz vor Produktpiraterie leistet nur eine registrierte Marke – und die gibt’s bei uns.“

Das Österreichische Patentamt

10.659 Innovationen im Jahr 2023, 235 Expertinnen und Experten für Patente, Marken, Designs, Künstliche Intelligenz, Software, Maschinenbau, Pharmazie, Elektrotechnik und jedes andere technische Gebiet. Großes Beratungsangebot und Förderprogramme www.patentamt.at

Service:

Jahresbericht: https://2023.patentamt.at/

Pressekit: http://www.patentamt.at/jahresbericht-2023-pressekit

Rückfragen & Kontakt:

Österreichisches Patentamt
Mag. Christian Laufer
Öffentlichkeitsarbeit & Public Relations
+43 (0) 1 534 24 – 340
christian.laufer@patentamt.at
http://www.patentamt.at/

Familie Benko Privatstiftung beantragt Insolvenzverfahren – Die Presse, 28.3.2024

Die Stiftung rund um Signa-Gründer René Benko hat am Donnerstag beim Landesgericht Innsbruck einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingebracht. Das Verfahren sei gleich heute eröffnet worden.

Die Familie Benko Privatstiftung mit Sitz in Innsbruck ist pleite. Die Stiftung rund um den Gründer der Immobiliengruppe Signa, René Benko, hat am Donnerstag beim Landesgericht Innsbruck einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingebracht, wie die Privatstiftung bekanntgab. Das Verfahren sei gleich heute eröffnet worden. Zum Stiftungsvermögen der Privatstiftung gehören den Angaben zufolge im Wesentlichen diverse Beteiligungen, etwa an der insolventen Signa Holding. Doch seit der Schieflage des Immobilienkonglomerates bleiben die Dividenden und damit der Geldfluss in die Stiftungen aus.

Gemeinsam mit dem zu bestellenden Insolvenzverwalter sei es das Ziel der Stiftungsvorstände, die weiteren Maßnahmen bzw. erforderlichen Schritte umzusetzen. Angesichts der Insolvenz der drei wichtigsten Signa-Gesellschaften ist eine Sanierung eher unwahrscheinlich.

Hoffnung auf Transparenz

Laut einer Aussendung der Stiftung, konzentriere sich die Tätigkeit der Privatstiftung im Rahmen des Stiftungszwecks auf die Ausübung dieser Gesellschafterrolle, wobei teilweise auch Finanzierungsaufgaben übernommen wurden. Benko und seine Familie seien bemüht, „bestehende Forderungen einbringlich“ zu machen. Heißt: Man schulde ihm noch etwas. Doch die außergerichtlichen Sanierungsbemühungen und die Suche nach weiteren Finanzspritzen blieben offenbar erfolglos.

„In der Vergangenheit gab es viele Spekulationen darüber, inwieweit es Vermögensbewegungen von Herrn René Benko in Richtung der Familie Benko Privatstiftung gegeben haben könnte“, heißt es vom Kreditschutzverband KSV. „Durch die nunmehrige Insolvenzeröffnung über die Familie Benko Privatstiftung erwarten sich die Gläubiger, dass zusätzliche Informationen generiert werden können.“ Der grundsätzliche Zweck einer Gründung einer Privatstiftung liege im Kern darin, zumeist wesentliche Vermögensmassen für erlaubte, definierte Ziele zu bilden und an den Willen des Stifters zu binden. „Um welches Vermögen es im Rahmen der Insolvenz der Familie Benko Privatstiftung tatsächlich geht, gilt es in nächster Zeit herauszufinden“, erklärt Klaus Schaller, Leiter des KSV1870 in Innsbruck. (APA/mad.)

MEDIZIN

Lavendelöl hilft gegen milde bis moderate Depressionen

Eine bestimmte Formulierung von Lavendelöl hilft nicht nur gegen Angstzustände, sondern offenbar auch gegen milde bis moderate Depressionen. Das ist das Ergebnis einer Wirksamkeitsstudie, die vom Wiener Psychiater Siegfried Kasper (Zentrum für Hirnforschung/MedUni Wien) mit deutschen und Schweizer Co-Autoren durchgeführt worden ist.

Angststörungen und Depressionen haben überlappende Symptome und laufen über ähnliche neurobiologische Mechanismen. Antidepressiva haben sich auch bei Angstzuständen als wirksam erwiesen. Umgekehrt könnte es also sinnvoll sein, den möglichen Effekt von anxiolytischen Medikamenten (angstlösend; Anm.) wie Silexan auch bei Depressionen zu untersuchen“, schrieben Kasper und seine Co-Autoren, unter anderem von der psychiatrischen Klinik der Ludwig Maximilian Universität in München und von der psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich, in den „*European *Archives of *Psychiatry *and Clinical Neuroscience“ (doi: 10.1007/s00406-024-01783-2) .

Die Wissenschafter starteten deshalb eine Studie mit insgesamt 498 Patienten, bei denen laut der international in der Psychiatrie gebräuchlichen Klassifikation nach der MADRS-Einteilung (zehn Fragen, die jeweils mit Werten von 0 bis 6 bewertet und summiert werden, höchste Punktezahl 60) an einer leichten bis moderaten Depression litten (MADRS: 19 bis bis 34; erste oder wiederholte depressive Episode). 170 Patienten bekamen das Lavendelöl-Präparat Silexan (einmal 80 Milligramm pro Tag), 171 Erkrankte schluckten einmal pro Tag eine Tablette des klassischen Serotonin-Reuptake-Hemmer Sertralin (50 Milligramm), 157 Probanden bekamen ein Placebo. Weder Patienten noch behandelnde Ärzte wussten, welche Probanden was einnahmen (doppelt blind).

Die Behandlungsdauer betrug 56 Tage. Nach diesen acht Wochen wurde die MADRS-Beurteilung wiederholt. Jene Personen, die das Lavendelöl-Präparat eingenommen hatten, wiesen im Vergleich zur Placebogruppe eine Verbesserung um 2,17 Punkte auf der MADRS-Skala auf. Die Patienten, welche das Antidepressivum schluckt hatten, zeigten einen vergleichbaren, etwas besseren Effekt (Abnahme der Schwere der Depression um 2,59 Punkte). Hoch signifikant unter Verwendung von Silexan war auch die Fähigkeit der Behandelten, mit dem täglichen Leben wieder besser zurecht zu kommen.

Medikamente gut verträglich

Die Wissenschafter: „Die Studie bestätigt die antidepressive Wirkung von Silexan bei milder oder moderater Depression (…). Beide Medikamente wurden gut vertragen.“

„Lavendel (Lavandula angustifolia) ist seit Jahrhunderten als Arzneipflanze bekannt und weist unter anderem anxiolytische und beruhigende Eigenschaften auf (…). Das aus den Blüten der Pflanze durch Wasserdampfdestillation gewonnene Lavendelöl ist ein komplexes Vielstoffgemisch, in dem bisher mehr als 160 verschiedene Substanzen identifiziert werden konnten. Die anxiolytischen (angstlösenden; Anm.) Eigenschaften der Substanz werden auf verschiedene Inhaltsstoffe zurückgeführt, darunter Linalool und Linalylacetat“, schrieb Kasper, damals noch Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien/AKH, bereits im Jahr 2015 in einer Übersichtsarbeit. Ehemals ging es aber vor allem um die Behandlung von Angststörungen.

Wichtig, so Kasper, sei aber die Qualität von Lavendelölpräparaten. So eigneten sich Öle aus Lavandula angustifolia mit hohem Ester-Gehalt zur Herstellung von Präparaten mit pharmazeutischer Qualität. Epidemiologische Untersuchungen haben ergeben, dass in der EU innerhalb eines Jahres rund 15 Prozent der Menschen Symptome einer Angststörung aufweisen, rund sieben Prozent erleben eine depressive Phase.

UMWELT

Österreich in 40 bis 45 Jahren ohne Gletscher (inkl. Video und Bildern)

Die inzwischen schon fast zur Gewohnheit werdenden laufenden Wärmerekorde spiegeln sich auch in den heimischen Gletschern wider: Von 93 beobachteten Gletschern haben von 2022 auf 2023 bis auf einen alle an Länge verloren. Und das Ende des „Ewigen Eises“ ist absehbar: „In 40 bis 45 Jahren wird Österreich weitgehend eisfrei sein“ sagte Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Institut für Geografie und Raumforschung an der Universität Graz am Freitag bei einem Mediengespräch.

Trauriger Rekord für die Pasterze

Den traurigen Rekord gab es im Vorjahr bei der vermutlich bekanntesten Eiszunge des Landes, der Pasterze am Fuß des Großglockners: Hier wurde ein Schwund von 203,5 Metern gemessen, wie aus dem aktuellen Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) hervorgeht. Die 203 Meter bedeuten einen Verlust von 14,03 Millionen Kubikmeter Eis, das wäre ein Würfel mit einer Kantenlänge von 241 Metern – fast die Höhe des Donauturms in Wien (252 Meter). Seit 1850 hat die Pasterze bereits eine Länge von rund drei Kilometern verloren. Und noch in diesem Jahrzehnt werde die Zunge abreißen, sagte Kellerer-Pirklbauer voraus.

Im Durchschnitt haben sich die 93 Gletscher im vergangenen Beobachtungsjahr um 23,9 Meter zurückgezogen, das ist der dritthöchste Wert in der 133-jährigen Geschichte der Messungen des Alpenvereins. Noch stärker war der Rückzug 2021/22 mit 28,7 Metern und 2016/17 mit 25,2 Metern, das heißt, alle drei Höchstwerte wurden in nur sieben Jahren registriert. Der österreichweite Verlust an Eismasse betrug 2022/23 rund 600 Millionen Kubikmeter, das wäre ein Würfel mit einer Kantenlänge von 843 Metern, sagte Kellerer-Pirklbauer, der gemeinsam mit Gerhard Karl Lieb den ÖAV-Gletschermessdienst leitet.

Auch wenn der durchschnittliche Schwund vor einem Jahr höher war als im aktuellen Bericht, gab es damals keinen einzigen Gletscher, der 100 Meter oder mehr schrumpfte, 2022/23 waren es hingegen zwei: neben der Pasterze in Kärnten mit ihrem Rekordrückzug von über 200 Metern auch der Rettenbachferner in den Ötztaler Alpen in Tirol mit 127 Metern. Unter den traurigen Top Ten befinden sich gleich neun Gletscher auf Tiroler Gebiet, und vier davon in den Ötztaler Alpen.

Ende der Gletscher ist nicht mehr zu verhindern

Das Ende der Gletscher in Österreich ist nach Angaben der beiden Experten nicht mehr zu verhindern. „Das System ist zu träge. Es müsste schon seit Jahren wieder erste positive Massebilanzen geben. Hier geht nichts mehr“, sagte Lieb. Tatsächlich gab es seit Mitte der 1980er-Jahre keine Gletschervorstöße mehr. Auch restriktive Klimaschutzmaßnahmen kämen bereits zu spät. Auf globaler Ebene hingegen sei noch etwas zu erreichen.

Alpenvereins-Vizepräsidentin Nicole Slupetzky forderte heute dennoch einen Schutz der Gletscher „ohne Wenn und Aber“ ein. „Der alpine Raum steht permanent unter Druck, etwa durch neue Skilifte oder Zusammenschlüsse von Skigebieten. In Österreich sind nur mehr sieben Prozent der Landschaft unberührt, und die müssen wir uneingeschränkt schützen.“ Lieb ergänzte:“ Es geht darum, die Biodiversität zu erhalten, da gehören die Gletscher dazu.“ Neben der Artenvielfalt nannte er auch noch den Aspekt der Sicherheit, denn Gletscher würden das steile Gelände teilweise abstützen.

Der Gletschermessdienst des ÖAV beobachtet seit 133 Jahren das – doch nicht – „Ewige Eis“ in Österreich und misst die Längenänderungen. An einigen Gletschern werden zusätzlich Messungen der Fließgeschwindigkeiten und der Oberflächenhöhenveränderung durchgeführt, die ebenfalls eine massive Abnahme der Höhe des Eises und der Bewegungsgeschwindigkeiten zeigen. Den beiden Leitern Gerhard Karl Lieb und Andreas Kellerer-Pirklbauer wurden für den Gletscherbericht 2022/23 von 24 „Gletschermessern“ 19 Berichte aus 17 Teilgebieten in 12 Gebirgsgruppen vorgelegt. Die Messungen fanden von 14. August bis 12. Oktober 2023 statt.

Service: www.alpenverein.at/gletschermessdienst

SOZIALE NETZWERKE

Dating: Selbstlöschende Fotos erhöhen Treffer – Gefühl der Sicherheit fördert laut Forschern der Tulane University eine spezielle Kommunikation

New Orleans (pte019/04.04.2024/12:30) – Das Teilen von nur vergänglichen Fotos, die nach dem Betrachten verschwinden, kann bei Nutzern von Online-Dating-Portalen die Zahl der potenziellen Treffer erhöhen, zeigen Forscher der Tulane University am Beispiel einer App aus China. Hintergrund sind Sorgen vieler User um die eigene Privatsphäre, wodurch nur begrenzt freizügig mit Informationen umgegangen wird.

Kaltstart gekonnt meistern

Populär wurde dieses ephemere Teilen durch Snapchat. Die erhaltenen Infos können nur einen eingeschränkten Zeitraum lang angesehen werden. Danach werden sie unsichtbar und lassen sich auch nicht mehr abrufen. Das Teilen von Infos in einem bestimmten Augenblick hilft Usern dabei, das sogenannte Kommunikationsproblem bei einem Kaltstart zu überwinden, sagen die Forscher. Dies tritt auf, wenn Menschen nur widerwillig Infos mit unbekannten Partnern teilen.

Damit wird es aber auch schwieriger, Gespräche zu führen, die in der Folge eine engere Bindung mit sich bringen könnten. Da die User eher Fotos teilen, die bald wieder verschwinden, kommt es zu mehr Treffern und bei einer Übereinstimmung auch zu mehr Unterhaltungen, wie die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung festgestellt haben.

Immer eine gute Figur machen

Vor Beginn der Studie wollte das Team um Yumei He überprüfen, ob das Teilen mit Ablauffrist die Menge an unerwünschten Inhalten, zum Beispiel sexueller Natur, erhöht. Es war jedoch kein signifikanter Unterschied feststellbar. „Das ist entscheidend, weil das bedeutet, dass dieses Feature Vorteile bringt, ohne das Wohlwollen beim Senden eines Fotos zu beeinträchtigen.“ Dies sei auch auf einen wichtigen Unterschied zwischen dem Teilen derartiger Fotos in den sozialen Medien und bei Dating Sites zurückzuführen.

Im ersten Fall sind die Personen bereits bekannt, mit denen Infos getauscht werden. Im zweiten Fall handelt es sich um Fremde. Laut He wollen Menschen, wenn es um das Dating geht, immer noch eine gute Figur mache, um auch einen entsprechenden Treffer zu landen. Das bedeutet aber auch, dass User sogar beim nur kurzfristigen Teilen eher dazu neigen, weniger emotional oder enthemmt zu sein. Die Ergebnisse wurden in „Information Systems Research“ veröffentlicht. (Ende)

CYBERMOBBING

Neue Studie: 1 von 6 Jugendlichen wird Opfer von Cybermobbing, Tendenz steigend – Euronews, 27./28.3.2024

Cybermobbing hat in den letzten Jahren zugenommen, wie eine große Umfrage unter Schulkindern in 44 überwiegend europäischen Ländern ergab.

Etwa einer von sechs Jugendlichen hat berichtet, dass er im Internet gemobbt wurde, was einer neuen Studie zufolge einen „leichten Anstieg“ gegenüber 2018 bedeutet.

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befragten die Forscher mehr als 279 000 Jugendliche im Alter von 11, 13 und 15 Jahren in 44 Ländern Europas und Zentralasiens sowie in Kanada zu Mobbing.

Sie stellten fest, dass die allgemeinen Mobbingtrends zwar stabil geblieben sind, Cybermobbing, d. h. das Versenden von gemeinen Nachrichten, Posts oder E-Mails oder das Teilen von Videos oder Fotos im Internet ohne Erlaubnis, jedoch zugenommen hat.

Die digitale Welt bietet zwar unglaubliche Möglichkeiten zum Lernen und zur Kontaktaufnahme, verstärkt aber auch Herausforderungen wie Cybermobbing. Dies erfordert umfassende Strategien zum Schutz des geistigen und emotionalen Wohlbefindens unserer jungen Menschen“, sagte Dr. Joanna Inchley, internationale Koordinatorin der Studie zum Gesundheitsverhalten von Kindern im Schulalter (HBSC), die alle vier Jahre durchgeführt wird.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Regierungen, Schulen und Familien bei der Bewältigung von Online-Risiken zusammenarbeiten und sicherstellen, dass Jugendliche ein sicheres und unterstützendes Umfeld vorfinden, in dem sie sich entfalten können“.

Dem Bericht zufolge ist Cybermobbing bei Mädchen etwas häufiger anzutreffen: 16 Prozent der Mädchen werden gemobbt, verglichen mit 15 Prozent der Jungen.

Im Jahr 2018 berichteten dies 13 Prozent der Mädchen und 12 Prozent der Jungen.

Auf Länderebene berichteten Jungen in Bulgarien, Litauen, Polen und der Republik Moldau am häufigsten, Opfer von Cybermobbing zu sein, während Jungen in Spanien am seltensten davon berichteten.

Jungen gaben auch häufiger an, Cybermobbing betrieben zu haben: 14 Prozent der Jungen gaben an, Cybermobbing betrieben zu haben, verglichen mit 9 Prozent der Mädchen.

Mobbing und körperliche Auseinandersetzungen

Der Bericht ergab, dass insgesamt etwa 11 Prozent der Jugendlichen in der Schule gemobbt wurden, wobei es im Durchschnitt keine signifikanten Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gab. Allerdings gab es Unterschiede zwischen den Ländern.

Die Zahl der Mobbingopfer reichte von 34 Prozent bei Jungen im Alter von 11 Jahren in Litauen bis zu 2 Prozent bei Jungen im Alter von 15 Jahren in Frankreich und den französischsprachigen Teilen Belgiens.

Bei den Mädchen reichte die Spanne von 33 Prozent der 13-Jährigen in Litauen bis zu 3 Prozent der 15-jährigen Mädchen in Italien, Spanien und Portugal.

Etwa 6 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, dass sie Mobbing betreiben, wobei dies bei Jungen häufiger vorkommt.

Jungen waren auch häufiger in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt, so der Bericht: 14 Prozent der Jungen waren in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt, verglichen mit etwa 6 Prozent der Mädchen.

Während die Prävalenz von Schlägereien bei Jungen in fast allen Ländern höher war, wiesen Jungen im Alter von 13 und 15 Jahren in Armenien die höchsten Werte auf, während Mädchen im Alter von 15 Jahren in Norwegen, Portugal und Schweden die niedrigsten Werte verzeichneten.

Dies spiegelt zum Teil wider, wie Jungen und Mädchen sozialisiert werden, so die Autoren:

„Faktoren wie Wohlstand, Einkommen oder Ungleichheit zwischen den Geschlechtern“ haben in früheren Untersuchungen ebenfalls gezeigt, dass sie sich auf Unterschiede bei Mobbing und Schlägereien auswirken, so Alina Cosma, Forschungsstipendiatin am Trinity College Dublin und eine der Autorinnen des Berichts, gegenüber Euronews Health.

„Weckruf“ zum Handeln gegen Gewalt

Eines der befragten Mädchen aus Belgien wurde in dem Bericht mit den Worten zitiert: „Ich denke, das größte Gesundheitsproblem bei jungen Menschen ist, dass Jugendliche und Kinder aufgrund von Mobbing psychische Probleme entwickeln“.

Sie fügte hinzu, sie hoffe, dass die Mobber erkennen, dass ihr Verhalten falsch ist.

„Dieser Bericht ist ein Weckruf für uns alle, gegen Mobbing und Gewalt vorzugehen, wann und wo auch immer sie auftreten“, sagte Dr. Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa.

„Angesichts der Tatsache, dass junge Menschen jeden Tag bis zu sechs Stunden im Internet verbringen, können selbst kleine Veränderungen bei Mobbing und Gewalt tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden Tausender haben“, fügte er hinzu.

Die Studie weist gewisse Einschränkungen auf, da sie auf Selbstauskünften beruht.

„Selbstberichte sind zwar wertvoll, wenn es darum geht, persönliche Erfahrungen und Verhaltensweisen zu erfassen, die möglicherweise nicht beobachtbar sind, doch können sie durch die Bereitschaft der Befragten, ihre Angaben zu machen, ihr Verständnis der Fragen und ihr Gedächtnis beeinflusst werden“, so Cosma.

Um diesen Problemen zu begegnen, verwendet die Studie repräsentative Stichproben, wahrt die Anonymität, um eine ehrliche Berichterstattung zu fördern“, und verwendet altersgerechte Fragebögen“.

„Diese sorgfältige Methodik stellt sicher, dass die gesammelten Daten trotz dieser Einschränkungen zuverlässig und robust für die Analyse des Gesundheitsverhaltens von Jugendlichen sind“, fügte sie hinzu.

Der Bericht weist darauf hin, dass Mobbing häufig mit einer schlechten körperlichen Gesundheit, psychischen Problemen und schlechten schulischen Leistungen in Verbindung gebracht wird.

„Wir haben gesehen, wie Cybermobbing in all seinen Formen das Leben junger Menschen und ihrer Familien zerstören kann“, so Kluge von der WHO weiter.

„Dies ist sowohl ein Gesundheits- als auch ein Menschenrechtsproblem, und wir müssen uns dafür einsetzen, Kinder vor Gewalt und Schaden zu schützen, sowohl offline als auch online.“

Zum selben Thema

MENSCHEN

Reichste Frau Deutschlands kommt aus Bad Homburg – Platz 75 auf der Liste der Milliardäre

Eine Unternehmerin aus Bad Homburg im Hochtaunuskreis gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Die Erbin engagiert sich auch für den „Nachwuchs“.

Bad Homburg – Die hessische Unternehmerin Susanne Klatten aus Bad Homburg im Hochtaunuskreis gehört mit einem Nettovermögen von 25,8 Milliarden US-Dollar (Stand: 22. März; umgerechnet 23,8 Milliarden Euro) zu den reichsten Menschen der Welt. Auf der Forbes-Liste der Milliardäre steht sie derzeit auf Platz 75 (Platz 51 im Jahr 2023).

Die Wirtschaftswissenschaftlerin und MBA-Absolventin Klatten hält laut dem US-Magazin rund 19 Prozent der Aktien des Automobilherstellers BMW. Ihr Bruder Stefan Quandt besitzt knapp 24 Prozent. Die Geschwister haben ihre Anteile von ihrer Mutter Johanna Quandt geerbt, der Witwe des „legendären Industriellen“ Herbert Quandt, der BMW zum „Pionier der Autoindustrie“ gemacht habe.

Darüber hinaus baute Klatten laut Forbes die von ihrem Großvater gegründete Altana AG zu einem weltweit tätigen Pharma- und Spezialchemiekonzern aus. Heute ist sie Alleinaktionärin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Altana mit einem Jahresumsatz von über 2,5 Milliarden Dollar.

Neben ihren Beteiligungen an BMW und Altana hält Klatten auch Anteile an Entrust, einem Unternehmen für digitale Identität und Datensicherheit, sowie an der SGL Carbon, einem Hersteller von Kohlenstoff und Grafit.

Klatten hat am International Institute for Management and Development einen Master of Business Administration (MBA) erworben. Sie ist Gründerin des Innovationszentrums UnternehmerTUM an der Technischen Universität München, das laut Forbes als Deutschlands führendes Zentrum für Unternehmensgründungen gilt.

Die Wurzeln ihrer Familie reichen zu ihrem Großvater Günther Quandt zurück, einem Industriellen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Susanne Klattens Lebensweg zeige eine bemerkenswerte Verbindung von Tradition und Zukunft, indem sie das Erbe ihrer Familie in moderne Erfolge und nachhaltige Investitionen umsetze, so das US-Magazin. (cas)

UNTERNEHMEN