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CORONA – VAKZINOLOGIE – Corona – Dritte Impfung besser als zwei Impfungen plus Infektion – Schutzwirkung nur bei 3-Monat-Intervall
CORONA – VAKZINOLOGIE – SARS-CoV-2: Booster vermindert Impfdurchbrüche durch Omikron – 11.3.2022
CORONA – VAKZINOLOGIE – Moderna startet größere Untersuchung zu Booster-Kombi-Impfstoff – 11.3.2022
CORONA – VAKZINOLOGIE – Valneva rechnet mit Zulassung seines Coronaimpfstoffs im April – 11.3.2022
CORONA – MEDIZIN – COVID-19: Schwere Erkrankungen hinterlassen bei älteren Menschen häufig kognitive Störungen – 11.3.2022
CORONA – FORSCHUNG – SARS-CoV-2 kann Hirnstrukturen verändern – 11.3.2022
CORONA – FORSCHUNG – Subtyp BA.2: Virustatika weiter wirksam, deutliche Unterschiede bei Antikörperpräparaten – 11.3.2022
CORONA – SOZIALPSYCHOLOGIE – Familiäre Belastung bei Long COVID hoch – 11.3.2022
CORONA – INTERNATIONAL – COVID-19: Womöglich dreimal so viel Tote weltweit wie registriert – Übersterblichkeit: weltweit 120/100.000 Menschen infolge Corona verstorben, in 21 Ländern mehr als 300/100.000 Menschen – Andenstaaten, Ost- und Zentraleuropa an der Spitze – Island und Australien am unteren Skalenende – Fehlende Diagnosen infolge mangelnder Tests – Covid-19- für die meisten der überzähligen Todesfälle verantwortlich – 11.3.2022
CORONA – INTERNATIONAL – Laut Studie womöglich dreimal so viel Covid-Tote weltweit – 18 Millionen Tote in ersten beiden Pandemie-Jahren
– Fehlende Diagnosen wegen mangelnder Tests – 11.3.2022
CORONA – CHINA – Lockdown für chinesische Millionenstadt Changchun verhängt – 11.3.2022
CORONA – DEUTSCHLAND – Corona-Impfquote seit einer Woche unverändert bei 76,4 Prozent – 11.3.2022
CORONA – DEUTSCHLAND – Lauterbach: Corona-Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung – 11.3.2022
CORONA – ÖSTERREICH – Corona – Popper: „Weiteres Mal nicht optimal vorbereitet“ – 11.3.2022
CORONA – ÖSTERREICH – Deutlich mehr positive PCR-Tests an Schulen als in Vorwoche – 11.3.2022
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INFLUENZA – Pandemie bremst Grippewelle in Deutschland zweites Jahr in Folge aus – 11.3.2022
MEDIEN – Analyse: Erheblicher Verbesserungsbedarf bei Wissenschaftsvermittlung – 11.3.2022
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INTERNATIONAL – IWF warnt vor langsamerem Wirtschaftswachstum weltweit wegen Ukraine-Krieg – 11.3.2022
INTERNATIONAL – Statement by IMF Managing Director Kristalina Georgieva at the Conclusion of a Meeting with UNECA and African Ministers
BÖRSEN – Ölpreise legen im unruhigen Handel zu – Selten extreme Preisschwankungen: denkwürdiger Wochenverlauf mit hoher Volatilität – 11.3.2022, 18:11
BÖRSEN – T-Note-Future sinkt um 0,05 Prozentpunkte: US-Anleihen drehen ins Minus – Rendite für zehnjärige US-Bonds knapp über 2 Prozent – Putin-Aussage entspannt etwas, Inflation weiter im Fokus – 11.3.2022, 21:11
BÖRSEN – ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Börsianer trauen Aussagen Putins nicht – Putins vage Aussagen bleiben ohne Eindruck – Krieg schreitet mit Bombardements und weiterem Aufmarsch fort – 11.3.2022, 22:35
BÖRSEN – Deutsche Bank: Unerwartete gelpolitische Straffung bedingt rekordverdächtigen Renditeanstieg deutsche Bundesanleihen – Ausweitung des italienischen 10-Jahres-Spreads gegenüber Bundesanleihen um plus 16,7 Basispunkten – Markt muss EZB zur Spread-Kontrolle drängen – 11.3.2022, 14:01
BÖRSEN – Euro-Bond-Future fällt um 0,09 Prozent: deutsche Anleihen geben etwas nach – Zehnjährige Bundesanleihen mit 0,24 Prozent Rendite – Keine nachlassender Krieg, kein Energie-Importstopp – 11.3.2022, 18:23
BÖRSEN – XETRA-SCHLUSS/Trügerische Hoffnungen befeuern DAX – 11.3.2022, 18:25
BÖRSEN – Aktien Wien Schluss: Putin-Aussagen ließen ATX zulegen – Putin: Luftfahrtaktien profitieren – Ohne erste Friedensgespräche bleibt Börse weiter volatil – Ölwerte im Plus – Post verliert: immer unsicherer Ausblick bei erwartetem Ergebnis – 11.3.2022, 18:23
USA – Tiefster Stand seit 2011: Stimmung der US-Verbraucher trübt sich im März ein – Inflationserwartungen erhöht auf 5,4 (4,9) Prozent – 11.3.2022
CHINA – China: Autobauer setzen deutlich mehr Autos an Händler ab – 11.3.2022
NORDKOREA – ROUNDUP 2/USA: Nordkorea hat neues Interkontinental-Raketensystem getestet – US-Regierung: Tests als „ernste Eskalation“ und „dreister Verstoß gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrates“ – 11.3.2022
IRAN – EUROPÄISCHE UNION – EU-Außenbeauftragter verkündet „Pause“ bei Atomgesprächen mit Iran – Russland-Forderung nach Handelsgarantie bremst Verhandlungen aus – 11.3.2022
IRAN – CHINA – RUSSLAND – DEUTSCHLAND – Scholz: Russland, China sollten Atom-Gespräche konstruktiv begleiten – 11.3.2022
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RUSSLAND – UKRAINE – B24 – Newsticker (aktuell)
RUSSLAND – UKRAINE – n-tv Liveticker zum 12.3.2022 (aktuell)
RUSSLAND – UKRAINE – n-tv Liveticker zum 11.3.2022 (abgeschlossen)
RUSSLAND – UKRAINE – GESAMT-ROUNDUP 3: Neue Angriffe Russlands in Ukraine – Versaille: Mehr Sanktionen gegen Russland, kein rascher EU-Beitritt der Ukraine – Neue Kampfhandlungen auch im Westen der Ukraine – Menschen auf der Flucht – Russland schürt Angst vor Einsatz von Massenvernichtungswaffen – Medien in Russland unter Druck – ARD und ZDF wollen wieder berichten – Gerhard Schröder redet mit Putin – Keine Absprache mit Scholz – 11.3.2022, 20:59
RUSSLAND – UKRAINE – Der 16. Kriegstag im Überblick Russische Armee bereitet Angriff auf Kiew vor – USA und EU isolieren Russland weiter – Wolodymyr Selenskyj appelliert an die EU und die USA mehr für sein Land zu tun – Russische Armee meldet Erfolge – Russische Armee meldet Erfolge – Russen entführen Bürgermeister von Melitopol – Keine weiteren Evakuierungen in Mariupol – inkl. Kartenwerk – Rund 2,5 Millionen Ukrainer haben Land verlassen – EU verhängt Export- und Investitionsverbote – Youtube sperrt Kriegs-Leugner – 11.3.2022, 22:20
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/WHO – WHO bleibt vage bei Laborsicherheit in der Ukraine – Unklar, ob und welche Pathogene in welchem Ausmaß entweichen können – 11.3.2022, 13:17
RUSSLAND – UKRAINE – CHINA – China stärkt Russland vor Sicherheitsrat den Rücken – 11.3.2022, 19:11
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL – G7 wollen Russland Meistbegünstigtenstatus im Welthandel entziehen – Solidarität mit Ukraine beteuert – 11.3.2022, 18:34
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – UKRAINE – Moskau und Kiew laut IAEA „bereit“ zu Zusammenarbeit bei Akw-Sicherheit – 11.3.2022, 9:31
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – WESTEUROPA – Putin will Truppen an Russlands Grenzen zum Westen verstärken – 11.3.2022, 14:01
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – Putin sieht „positive“ Zeichen in Verhandlungen mit Ukraine – 11.3.2022, 14:01
RUSSLAND – UKRAINE – KOMMENTAR – ROUNDUP: Scholz auf der Bremse – Wie geeint die EU nach 16 Tagen Krieg ist – Wachsende Spannungen über weiteren Kurs mit zunehmender Dauer des Krieges – Scholz unter Druck – Glanz in Versailler Sonne: Macron im Wahlkampf – 11.3.2022, 17:23
RUSSLAND – UKRAINE – ANALYSE – Ukraine: Migrationsforscher erwarten größte Fluchtbewegung in Europa – Migrationsforscher: Geflüchtete nicht nach Herkunft unterscheiden – Auf unterschiedliche Fluchtszenarien einstellen – 11.3.2022
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RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/UN – Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu angeblichen Biowaffen in Ukraine – 11.3.2022, 9:31
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/UN – UN: Biowaffenprogramme in der Ukraine sind uns nicht bekannt – 11.3.2022, 17:59
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/NATO – Stoltenberg: Nato will offenen Krieg mit Russland verhindern – 11.3.2022, 14:01
RUSSLAND – UKRAINE – USA – Biden will Handel mit Russland wegen Ukraine-Kriegs massiv einschränken – 11.3.2022, 19:31
RUSSLAND – UKRAINE – USA – Biden warnt Russland vor Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine – 11.3.2022, 19:31
RUSSLAND – UKRAINE – USA – US-Senat beschließt neuen Haushalt inklusive Hilfspaket für Ukraine – 11.3.2022, 9:31
RUSSLAND – UKRAINE – USA – USA: Ukraine braucht Luftabwehrraketen statt Kampfflugzeuge – 11.3.2022, 9:31
RUSSLAND – UKRAINE – USA – ROUNDUP: Youtube unterbindet Leugnung der russischen Invasion – Facebook duldet keine Russophobie noch sonstige Art von Diskriminierungen gegenüber Russen – 11.3.2022
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – INTERNATIONAL – Putin warnt wegen Sanktionen vor hohen Energie- und Lebensmittelpreise weltweit – 11.3.2022, 9:31
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – UKRAINE – Ukraine weist russischen Vorwurf zu Biowaffen zurück -11.3.2022, 19:23
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – UKRAINE – Russland: Ukrainische Labore entwickeln Biowaffen – 11.3.2022, 17:59
RUSSLAND – UKRAINE – UKRAINE – Ex-Präsident Poroschenko unterstützt Rivalen Selenskyj im Krieg – 11.3.2022, 16:11
RUSSLAND – UKRAINE – TÜRKEI – Erdogan betont in Gespräch mit Biden Vermittlerrolle der Türkei im Ukraine-Krieg – 11.3.2022, 9:31
RUSSLAND – UKRAINE – GROSSBRITANNIEN – Großbritannien: Russland missbraucht Sicherheitsrat für Lügen – Russische Behauptung über Entwicklung von Biowaffen in der Ukraine im Fokus – 11.3.2022, 18:39
RUSSLAND – UKRAINE – GROSSBRITANNIEN – London verhängt Sanktionen gegen Putin-treue Duma-Abgeordnete – 11.3.2022, 19:31
RUSSLAND – UKRAINE – GROSSBRITANNIEN – Johnson befürchtet möglichen Einsatz chemischer Waffen durch Russland in Ukraine – 11.3.2022, 9:31
RUSSLAND – UKRAINE – ITALIEN – Italien: Ukraine-Flüchtlinge in beschlagnahmten Mafia-Häusern 11.3.2022, 15:47
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Scholz bekräftigt Ablehnung zu Importverbot von russischer Energie – Massive Sanktionen gegen Russland – Gegen schnellen EU-Beitritt der Ukraine – 11.3.2022, 17:13
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Landwirte dürfen wegen Ukraine-Kriegs auf Öko-Flächen Futter anbauen – Zentrale Herausforderungen kontern: hohe Energiepreise, Engpässe auf Futtermittelmarkt, gefürchtete Ausfälle bei ukrainischer Getreideernte, Lieferengpässe bei Ölsaaten, Eiweißpflanzen und sonstigem Getreide -11.3.2022, 14:37
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Ministerium: Versorgungssicherheit mit Gas aktuell gewährleistet – 11.3.2022, 13:49
RUSSLAND -UKRAINE – DEUTSCHLAND – IfW: Energiepreisanstieg kostet Privathaushalte 30 Milliarden Euro – 12.3.2022, 1:10
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – ARD und ZDF berichten wieder aus Moskau – 11.3.2022, 12:34
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EUROPÄISCHE UNION – Ukraine-Krieg dominiert Beratungen europäischer Finanzminister – Kreise – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – Deutschland: Inflation steigt wieder über die Marke von fünf Prozent – Statistisches Bundesamt: Jahresinflation im Februar bei 5,1 (Januar: 4,9) Prozent – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – Deutsche HVPI-Inflation steigt im Februar auf 5,5 Prozent – Deutsche Bundesbank rechten mit weiterem Inflationsanstieg in 2022 – Erwartete Jahresrate für 2022 im Schnitt bei 5 Prozent – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – Ifo-Institut senkt Wachstumsprognose für 2022 deutlich auf 3,0 (Dezember: 3,7) Prozent – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – ROUNDUP 3: Industrie warnt vor dramatischen Folgen bei Öl- und Gas-Importstopp – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – Neue Lieferketten und Rohstoffe könnten Autos 25 Prozent verteuern – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – ‚Politbarometer‘: Mehrheit in Deutschland will Stopp von Gas- und Erdölimporten – Zustimmung zu Wirtschaftssanktionen und Waffenlieferungen an die Ukraine – 11.3.2022, 14:05
DEUTSCHLAND – Deutschland: Erzeugerpreise für Agrarprodukte deutlich im Januar auf 21,1 Prozent im Jahresvergleich gestiegen – Getreidepreis und zuletzt Ukrainekrieg als Treiber – Motortreibstoff und Nahrungsöl: Raps steigt rasant um 60,2 Prozent – Geringe Ernte und Basiseffekt: Kartoffeln explodieren mit Preisanstieg von 66,4 Prozent – Milch und Fleisch im preislichen Aufwind um rund ein Drittel – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – VDMA: Krieg verschärft Lieferkettenrpobleme weiter – Auch Tierproduktion betroffen – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – Deutsche Arbeitskosten steigen im vierten Quartal spürbar – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – Lindner will Neuverschuldung 2023 Jahr auf 9 Milliarden senken – Magazin – 11.3.2022
DEUTSCHLAND – Bundesrat dringt auf härteres Vorgehen gegen Steuerstraftaten – 11.3.2022
ÖSTERREICH – Zwei Sub-Auspiciis-Promotionen an der Uni Wien – 11.3.2022
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Zur freundlichen Erinnerung:
KURZWELLENEMPFANG – Weitere ORF-Radio-Journale werden via Kurzwelle ausgestrahlt – 1.3.2022
Ab sofort bietet der ORF zusätzlich zum “Ö1 Morgenjournal” (6155 kHz, 7.00 Uhr, Montag bis Samstag), täglich auch das “Ö1 Mittagsjournal” (13730 kHz, 12.00 Uhr, Montag bis Samstag) und das “Ö1 Abendjournal” (5940 kHz, 18.00 Uhr, Montag bis Freitag und Sonntag) via Kurzwelle an.
https://www.leadersnet.at/news/56617,weitere-orf-radio-journale-werden-via-kurzwelle-ausgestrahlt.html
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CORONA – VAKZINOLOGIE – Corona – Dritte Impfung besser als zwei Impfungen plus Infektion – Schutzwirkung nur bei 3-Monat-Intervall zwischen zweiter Impfung und Infektion – 11.3.2022
Infektionen mit SARS-CoV-2 trotz absolvierter zweier Teilimpfungen schützen gegen schwere Erkrankungen durch Omikron, Delta- oder andere Virusvarianten. Doch eine geplante Dreifach-Impfung ist auf jeden Fall besser. Eine Kreuzimmunität durch eine Erkrankung stellt sich nämlich nur bei einem Intervall zwischen zweiter Impfung und Infektion von mehr als drei Monaten ein, haben Wissenschafter der Berliner Universitätsklinik Charite herausgefunden.
*** Berliner Wissenschafter bestätigen Wert der Impfung
Die wissenschaftliche Untersuchung ist jetzt in „Emerging Infectious Diseases“ (DOI: 10.3201/eid2805.220271 [Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt übernehmen] ) publiziert worden, wie das Deutsche Ärzteblatt am Donnerstag berichtete. „Vollständig Geimpfte bilden nach Infektion kreuzneutralisierende Antikörper, ähnlich wie nach der dritten Impfung“, schrieb Studienautor Leif-Erik Sander. „Aber wenn die Durchbruchinfektion sehr früh (unter drei Monate) nach der Impfung passiert, ist die Boosterwirkung der Infektion eher schwach.“
Die Wissenschafter um Erstautor Pinkus Tober-Lau untersuchten das Serum von 30 Personen mit Durchbruchinfektionen nach zweifacher Impfung – entweder mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder mit einer Impfung mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca und danach der mRNA-Vakzine. Untersucht wurde die neutralisierende Aktivität mit dem ursprünglichen Stamm von SARS-CoV-2 (Wu01) sowie mit vier Coronavarianten (Alpha, Beta, Delta, Omikron/BA.1). Als Vergleichsgruppe dienten zweifach geimpfte Personen ohne spätere Infektion. Dabei zeigte sich, dass die zweifach geimpften Personen mit Nicht-Omikron-Durchbruchinfektion eine signifikant höhere neutralisierende Aktivität gegen alle untersuchten Varianten aufwiesen als diejenigen, die zweifach geimpft, aber nicht infiziert gewesen waren.
*** Boosterwirkung nach dreifachem Antigenkontakt
„Der Booster-Effekt der Nicht-Omikron-Durchbruchinfektionen war aber hochvariabel und korrelierte stark mit dem Intervall zwischen Impfung und Infektion“, schrieben die Wissenschafter. Nur wenn es mehr als drei Monate nach der dritten Impfung zu einer Durchbruchinfektion kam, war die neutralisierende Kapazität des Serums gegen Wu01 und Omikron vergleichbar mit der nach einer Dreifachimpfung. Dieser Effekt war nach Omikron- und Nicht-Omikron-Durchbruchinfektionen zu beobachten.
Sander: „Diese Boosterwirkung mit Bildung kreuzneutralisierender Antikörper, die sowohl Omikron als auch Delta und andere Varianten neutralisieren können, entsteht nach dreifachem Antigenkontakt.“ Bei einer Infektion trotz zweier Impfungen sei der Abstand entscheidend. Der lässt sich aber im Gegensatz zu einer geplanten Drittimpfung nicht beeinflussen.
https://science.apa.at/power-search/17353179650661341870
CORONA – VAKZINOLOGIE – SARS-CoV-2: Booster vermindert Impfdurchbrüche durch Omikron – 11.3.2022
Doha/Katar – Eine Boosterung hat bei den Einwohnern des Emirats Katar die Häufigkeit von symptomatischen Durchbruchinfektionen mit der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 gesenkt. Die Schutzwirkung fiel laut den im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMoa2200797) publizierten Ergebnissen schwächer aus als gegen die Delta-Variante. Schwere Erkrankungen traten jedoch selten und Todesfälle gar nicht auf.
Die Bevölkerung von Katar hat ihre Grundimmunisierung mit den beiden mRNA-Impfstoffen von Moderna (mRNA-1273) und Biontech/Pfizer (BNT162b2) erhalten. Bereits im September 2021 wurde mit der Boosterung begonnen.
Bis Ende Januar haben mehr als 370.000 Einwohner eine 3. Dosis (desselben Impfstoffs wie bei der Grundimmunisierung) erhalten. Dennoch kam es ab dem 19. Dezember zu der bisher größten Erkrankungswelle, ausgelöst von der Omikron-Variante.
Laith Jamal Abu-Raddad von Weill Cornell Medicine-Qatar in Doha und Mitarbeiter haben jetzt die Schutzwirkung der Boosterung näher untersucht. Dazu wurden Personen gleichen Alters und Geschlechts mit derselben Herkunft (Katar beschäftigt viele Arbeitnehmer aus dem Ausland) gegenüber gestellt.
Ergebnis: Die Boosterung mit BNT162b2 senkte die kumulative Inzidenz von symptomatischen Omikron-Infektionen von 4,5 % auf 2,4 %. Abu-Raddad ermittelt eine Wirksamkeit von 49,4 % (95-%-Konfidenzintervall 47,1 % bis 51,6 %).
Die Boosterung mit mRNA1273 senkte die kumulative Inzidenz von symptomatischen Omikron-Infektionen von 1,9 % auf 1,0 %. Dies ergab eine Wirksamkeit vom 47,3 % (40,7-53,3 %). Die Boosterung hat bei beiden Impfstoffen den Impfschutz gegenüber einer Grundimmunisierung gleich gut verbessert. Unklar bleibt, warum Personen, die mRNA1273 erhielten, ein insgesamt höheres Infektionsrisiko hatten.
Für den insgesamt häufiger eingesetzten Impfstoff BNT162b2 haben Abu-Raddad und Mitarbeiter auch die Auswirkung der Boosterung auf die Delta-Variante untersucht. Die Impfstoffwirksamkeit war mit 86,1 % (67,3-94,1 %) deutlich höher als gegen Omikron-Durchbrüche.
Die Boosterung erzielte jedoch eine gute Schutzwirkung vor schweren Erkrankungen, die eine Hospitalisierung erforderlich machen. Die Impfstoffwirksamkeit von BNT162b2 betrug hier 76,5 %, wobei das 95-%-Konfidenzintervall wegen der insgesamt seltenen schweren Erkrankungen bei der jungen Bevölkerung (Durchschnittsalter 42 Jahre) mit 55,9 % bis 87,5 % recht weit ist. Für mRNA1273 konnte Abu-Raddad keine Zahlen ermitteln.
Der bessere Schutz der Boosterung vor Infektionen mit der Delta-Variante zeigt, dass die Impfstoffwirksamkeit mit zunehmendem genetischen Abstand des Virus vom Wildtyp, gegen den die Impfstoffe konzipiert wurden, abnimmt. Eine Anpassung der Impfstoffe oder noch besser die Entwicklung eines universellen Impfstoffs wäre deshalb aus Sicht von Abu-Raddad wünschenswert. © rme/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132490/SARS-CoV-2-Booster-vermindert-Impfdurchbrueche-durch-Omikron
CORONA – VAKZINOLOGIE – Moderna startet größere Untersuchung zu Booster-Kombi-Impfstoff – 11.3.2022
New York – Der US-Hersteller Moderna hat einen ersten größeren Studienteil zur Untersuchung eines kombinierten Boosterimpfstoffes gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 begonnen.
Dabei handele es sich um ein Produkt, das den auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Coronaimpfstoff mit dem ursprünglichen Impfstoff kombiniere, wie der Hersteller gestern mitteilte.
Man erwarte, dass bei dieser sogenannten zweiten Phase der klinischen Studie in den USA rund 375 Menschen teilnehmen werden.
„Unser Ziel ist es, dem Virus immer einen Schritt voraus zu sein“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel. „Wir sind entschlossen, Daten zu generieren und mit den Gesundheitsbehörden zu teilen, während sie sich auf die Auffrischungssaison im Herbst vorbereiten.“
Bereits im Januar hatte Moderne mit einer klinischen Studie des speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Impfstoffes begonnen, an der rund 600 Freiwillige teilnehmen sollten. Auch Biontech und Pfizer haben ihre erste klinische Studie zu einem speziell auf Omikron zugeschnittenen Impfstoff gestartet. © dpa/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132464/Moderna-startet-groessere-Untersuchung-zu-Booster-Kombi-Impfstoff
CORONA – VAKZINOLOGIE – Valneva rechnet mit Zulassung seines Coronaimpfstoffs im April – 11.3.2022
Paris – Das französisch-österreichische Unternehmen Valneva erwartet für April die Zulassung seines Coronaimpfstoffs in Europa.
Wie Valneva heute mitteilte, rechnet das Unternehmen im kommenden Monat mit einer bedingten Marktzulassung für seinen Impfstoff VLA2001 zur Immunisierung von Erwachsenen im Alter von 18 bis 55 Jahren. Die Belieferung europäischer Länder solle dann noch im zweiten Quartal 2022 beginnen.
Das Vakzin von Valneva enthält für die Immunisierung abgetötete Bestandteile des Coronavirus. Damit nutzt er eine ähnliche Technologie wie klassische Grippeimpfstoffe und soll in normalen Kühlschränken gelagert werden können.
Im Oktober hatte Valneva „positive“ erste Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie mit dem Impfstoff bekannt gegeben. Im Dezember leitete die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ein beschleunigtes Zulassungsverfahren ein.
Bereits zuvor hatte die EU-Kommission einen Liefervertrag mit Valneva geschlossen. Nach Unternehmensangaben sieht die Vereinbarung die Lieferung von bis zu 60 Millionen Coronaimpfdosen in zwei Jahren vor, davon 24,3 Millionen im Jahr 2022. © afp/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132487/Valneva-rechnet-mit-Zulassung-seines-Coronaimpfstoffs-im-April
CORNA – MEDIZIN – COVID-19: Schwere Erkrankungen hinterlassen bei älteren Menschen häufig kognitive Störungen – 11.3.2022
Chongqing/China – Unter den ersten Senioren, die im Frühjahr 2020 in Wuhan wegen einer schweren COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt wurden, ist es im Folgejahr zu einer Häufung von kognitiven Störungen und Demenzen gekommen, wie chinesische Forscher in JAMA Neurology (2022; DOI: 10.1001/jamaneurol.2022.0461) berichten.
Ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) kann zu langfristigen kognitiven Störungen führen. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, wobei die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung mit maschineller Beatmung ein wichtiger Risikofaktor ist. Es war deshalb zu befürchten, dass es unter den Patienten, die zu Beginn der Pandemie in Wuhan in 3 eilig eingerichteten Spezialkliniken behandelt wurden, zu kognitiven Spätschäden kommt.
Ein Team um Yan-Jiang Wang von der Daping Klinik in Chongqing (800 km westlich von Wuhan) hat sich nach 6 und 12 Monaten telefonisch nach dem kognitiven Status von 1.438 älteren COVID-19-Überlebenden (Durchschnittsalter 69 Jahre) erkundigt.
Dies geschah einmal mit dem Fragebogen TICS-40 („Telephone Interview of Cognitive Status-40“), einem mit der Mini–Mental State Examination (MMSE) vergleichbaren Screeningtest. Zum anderen wurden die Angehörigen mit dem Fragebogen IQCODE („Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly“) nach dem Zustand der Genesenen befragt. Als Vergleichsgruppe dienten 438 Ehepartner, die nicht an COVID-19 erkrankt waren.
Wie Wang berichtet, kam es vor allem bei den schwer erkrankten Patienten im ersten Jahr nach der Entlassung zu kognitiven Störungen. Als schwer erkrankt wurden Patienten eingestuft, bei denen es während der Klinikbehandlung zu deutlichen Störungen der Lungenfunktion (Atemfrequenz über 30/Minute, schwere Atemnot oder Sauerstoffsättigung unter 90 %) gekommen war.
In dieser Gruppe hatten 41 % eine High-Flow-Sauerstofftherapie erhalten, 32 % waren maschinell beatmet worden. Nach 6 Monaten erfüllten 10 % der Patienten die Screening-Kriterien einer Demenz, nach 12 Monaten war der Anteil auf 15 % angestiegen. Hinzu kamen bei beiden Untersuchungen 26 % der Patienten, bei denen eine leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI) vorlag, aus der sich eine Demenz entwickeln kann.
Bei einem Fünftel der Patienten (21,1 %) hatte sich der Zustand nach 12 Monaten gegenüber 6 Monaten weiter verschlechtert. Wang ermittelte für diese Gruppe der schwer Erkrankten eine Odds Ratio (gegenüber den Kontrollen) von 19,00 die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 9,14 bis 39,51 signifikant war.
In einer weiteren Gruppe (9,6 % der schwer Erkrankten), die nach 6 Monaten noch unauffällig waren, fanden die Forscher nach 12 Monaten erstmals Hinweise auf eine kognitive Störung (Odds Ratio 7,58; 3,58-16,03). In einer dritten Gruppe (39,6 % der schwer Erkrankten) hatte sich der Zustand nach den ersten 6 Monaten stabilisiert (Odds Ratio 4,87; 3,30-7,20).
Bei den Senioren, bei denen es in der Klinik zu keiner schweren Störung der Lungenfunktion gekommen war, waren die Auswirkungen weniger dramatisch. Wang ermittelte eine Odds Ratio von 1,71 (1,30-2,27) für einen frühzeitigen Rückgang der kognitiven Funktionen.
Bei den dramatischen Zahlen ist sicher zu bedenken, dass die Behandlung der ersten Patienten in Wuhan unter schwierigen Bedingungen in teilweise provisorisch errichteten Kliniken erfolgte. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob aus anderen Ländern ähnliche Zahlen berichtet werden. Im ungünstigsten Fall müsste in den nächsten Jahren mit einem Anstieg von Demenzerkrankungen gerechnet werden. © rme/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132491/COVID-19-Schwere-Erkrankungen-hinterlassen-bei-aelteren-Menschen-haeufig-kognitive-Stoerungen
CORONA – FORSCHUNG – SARS-CoV-2 kann Hirnstrukturen verändern – 11.3.2022
Oxford – Eine Reduktion der grauen Substanz in bestimmten Hirnregionen ist eine mögliche Folge einer Infektion mit SARS-CoV-2. Besonders das limbische System scheint betroffen zu sein. Darauf weisen aktuelle Studienergebnisse hin, die von einer Arbeitsgruppe um Gwenaëlle Douaud vom Nuffield Department of Clinical Neurosciences (NDCN) an der University of Oxford in Nature (2022, DOI: 10.1038/s41586–022–04569–5) veröffentlicht wurden.
Aus verschiedenen Untersuchungen ist bekannt, dass COVID-19 mit Veränderungen im Gehirn einhergehen kann. Bislang weiß man allerdings wenig darüber, ob sich milde SARS-CoV-2-Infektionen ebenfalls auf das Gehirn auswirken und welche Mechanismen zu den pathologischen Vorgängen im Gehirn beitragen könnten.
Die Forschenden untersuchten nun mittels Magnetresonanztomografie (MRT) erstellte Hirnaufnahmen von 785 Personen aus der UK Biobank, die zwischen 51 und 81 Jahre alt waren. Von allen Teilnehmern lagen 2 Hirnscans vor. Zwischen den beiden Aufnahmen vergingen durchschnittlich 3 Jahre. Bei 401 Personen war eine SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen worden. Die anderen 384 Personen bildeten die an Alter, Geschlecht, Ethnie und die Zeit zwischen den Aufnahmen angepasste Kontrollgruppe.
Bei den SARS-CoV-2-positiven Teilnehmern erfolgte die erste Aufnahme vor der Infektion und die zweite danach. Zwischen der Diagnose und der zweiten Aufnahme lagen durchschnittlich 141 Tage. Die Autoren konnten zwischen den beiden Gruppen signifikante Unterschiede feststellen.
Die mit SARS-CoV-2 Infizierten zeigten zum Beispiel eine größere Reduktion der grauen Substanz und des Gewebekontrasts im orbitofrontalen Kortex und im Gyrus parahippocampalis. Die Unterschiede waren im Durchschnitt moderat und schwankten zwischen 0,2 und 2 %.
Weiterhin ließen sich Hinweise für Gewebeschäden bei den Personen mit SARS-CoV-2-Infektion finden. Die Veränderungen kamen in Regionen vor, die funktionell mit dem primären olfaktorischen Kortex assoziiert sind.
Die Teilnehmer mit SARS-CoV-2-Infektion wiesen auch eine stärkere Größenreduktion des Gehirns auf. Sie hatten zudem einen im Mittel größeren kognitiven Abbau zwischen den beiden Aufnahmezeitpunkten zu verzeichnen.
Unter den 401 Personen mit SARS-CoV-2-Infektion waren 15, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Autoren führten eine weitere Analyse durch, aus der sie diese 15 Teilnehmer herausnahmen: Die Veränderungen in der Bildgebung und der Kognition ließen sich nach wie vor feststellen.
Möglicherweise stellen die genannten, vor allem im limbischen System auftretenden Veränderungen Kennzeichen der Krankheitsausbreitung über olfaktorische Signalwege dar, überlegen die Autoren. Sie könnten auch für neuroinflammatorische Ereignisse oder den durch die Anosmie verursachten Verlust des sensorischen Inputs stehen.
Ob die Veränderungen zumindest teilweise rückgängig gemacht werden können oder langfristig bestehen bleiben, sollte in weiteren Untersuchungen evaluiert werden, so die Autoren weiter. © aks/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132480/SARS-CoV-2-kann-Hirnstrukturen-veraendern
CORONA – FORSCHUNG – Subtyp BA.2: Virustatika weiter wirksam, deutliche Unterschiede bei Antikörperpräparaten – 11.3.2022
Tokio – Die Unterschiede von BA.2 zur originalen Omikron-Variante beeinflussen die Wirksamkeit von Antikörperpräparaten. Bei einigen hat die neutralisierende Wirkung weiter nachgelassen, während andere nach den jetzt im New England Journal of Medicine (NEJM 2022; DOI: 10.1056/NEJMc2201933 [Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt übernehmen] ) veröffentlichten Laborergebnissen wieder wirksam sein könnte. Die gute Nachricht ist, dass die Wirksamkeit der Virostatika wie bei anderen Omikron-Subtypen erhalten bleibt.
Die neutralisierende Wirkung der Antikörperpräparate hängt vor allem von der Rezeptor-Bindungs-Domäne des Spikeproteins von SARS-CoV-2 ab. Denn Antikörper, die hier binden, können den Eintritt der Viren in die Zellen am ehesten stoppen.
Der Subtyp BA.2, der sich auch in Deutschland durchzusetzen scheint, unterscheidet sich vom SARS-CoV-2-Wildtyp in 16 Aminosäuren. In 12 der 16 Aminosäuren gleichen sich BA.2 und die originale BA.1-Variante von Omikron. Bei den anderen 4 Aminosäuren (S371F, T376A, D405N und R408S) gibt es Unterschiede.
Ein Team um Yoshihiro Kawaoka von der Universität Tokio hat an lebenden Viren untersucht, was dies für die Wirksamkeit der Antikörperpräparate bedeuten könnte. Für Etesevimab und Bamlanivimab fallen die Ergebnisse vernichtend aus. Beide Antikörper, die bereits gegen BA.1 unwirksam waren, können auch BA.2 nicht neutralisieren.
Imdevimab ist ebenfalls von einem Wirkungsverlust bedroht, auch wenn die neutralisierende Wirkung besser war als gegen BA.1. Nach den von Kawaoka vorgestellten Ergebnissen war die neutralisierende Wirkung gegen BA.2 nur um den Faktor 22,5 schwächer als gegen den Wildtyp. In der Kombination mit Casirivimab, die in Deutschland als Ronapreve zugelassen ist, war die neutralisierende Wirkung dagegen um den Faktor 63,1 schwächer als gegen den Wildtyp.
Bei der Kombination aus Tixagevimab und Cilgavimab, die als Evusheld zugelassen ist, war die neutralisierende Wirkung nur um den Faktor 4,2 schwächer, was auf eine gute Wirksamkeit hindeutet. Vor allem die Komponente Cilgavimab scheint BA.2 gut zu erkennen.
Der Antikörper Sotrovimab, dessen Wirksamkeit bereits gegen BA.1 abgefallen war, erzielte auch gegen BA.2 nur eine schwache neutralisierende Wirkung, die 49,7-fach schwächer war als gegen den Wildtyp.
Die Wirksamkeit der Virustatika Remdesivir, Molnupiravir und Nirmatrelvir bleibt dagegen erhalten. Diese Mittel hemmen die Replikation der Viren in den Zellen. Bei der RNA-Polymerase, die diese Aufgabe erledigt, gibt es in den Omikron-Varianten kaum Unterschiede zum Wildtyp.
Die Empfindlichkeit der 3 Wirkstoffe (beziehungsweise ihrer aktiven Metabolite) ist nach den von Kawaoka vorgestellten Ergebnissen nicht wesentlich herabgesetzt. © rme/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132454/Subtyp-BA-2-Virustatika-weiter-wirksam-deutliche-Unterschiede-bei-Antikoerperpraeparaten
CORONA – SOZIALPSYCHOLOGIE – Familiäre Belastung bei Long COVID hoch – 11.3.2022
Freiburg – Long COVID beeinflusst Familien besonders stark, darunter insbesondere weibliche Familienmitglieder ab 14 Jahre. Bisherige Studien zur Prävalenz von Long COVID haben sich bisher überwiegend auf individuelle Risikofaktoren konzentriert. Familien haben jedoch einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden vom Nachwuchs.
So sind einige Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen, wie zum Beispiel chronische Schmerzen und Fatigue mit entsprechenden Symptomen, Stress und/oder Erziehungsverhalten der Eltern assoziiert. Daher könnten Familienstrukturen auch eine Rolle bei der Long-COVID-Symptomatik spielen.
Vor diesem Hintergrund erhoben Freiburger Wissenschaftler per online Umfrage, ob 11 – 12 Monate nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 Familienmitglieder Long-COVID-Symptome aufwiesen (Lancet 2022; DOI: 10.2139/ssrn.4048831).
Es wurden 1.267 Familienmitglieder aus 341 Haushalten (404 Kinder im Alter von <14 Jahren, 140 Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren und 723 Erwachsene) befragt, die entweder selbst mit SARS-CoV-2 infiziert waren oder über ein Familienmitglied exponiert.
Die Prävalenz von mittelschweren bis schweren persistierender Symptomen war bei infizierten Frauen signifikant höher als bei exponierten Frauen (36,4% vs. 14,2%), ähnlich hoch war die Rate bei infizierten jugendlichen Mädchen (32,1% vs. 8,9%). Infizierte Männer berichteten insgesamt weniger häufig von Long-COVID-Symptomen als Kontrollen (22,9% vs. 10,3%).
Unter den Symptomen nannte infizierte Frauen häufiger mittelschwere oder schwere Fatigue (p=0,007), verminderte körperlicher Belastbarkeit (p=0,033), Dysgeusie/Dysosmie (p=0,003) und Schlafprobleme (p=0,010). Infizierte Männer hatten eine höhere Prävalenz von mittelschwerer oder schwerer Dysgeusie / Dysosmie (p=0,006) als ihre exponierten Kontrollen.
Darüber hinaus zeigten infizierte Erwachsene eine insgesamt höhere Prävalenz von mittelschwerer oder schwerer Atemnot als exponierte Erwachsene (p=0,022). Bei infizierten jugendlichen Mädchen war beispielsweise die Prävalenz einer mäßig oder stark beeinträchtigten körperlichen Belastbarkeit höher als bei exponierten jugendlichen Mädchen (p=0,007).
Bei männlichen, infizierten Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) und Kindern unter 14 Jahre waren moderate oder schwere anhaltende Symptomen genauso häufig, wie bei den Kontrollen, die nur exponiert waren.
Frauen, jugendliche Mädchen und Männer hatten 11-12 Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion jeweils ein höheres Risiko für Long COVID, als exponierte Kontrollen.
Wenn einzelne Familienmitglieder Long-COVID-Symptome hatten, berichteten andere Haushaltsmitglieder ebenfalls häufiger davon, betonen die Studienautoren. Daher scheint der familiäre Kontext bei Long COVID von Bedeutung zu sein, so dass Interventionen gegen Long COVID auch die Familienebene berücksichtigen sollten, schlussfolgern die Studienautoren.
Long COVID trifft also den gesamten Haushalt, was eventuell über das Maß der Long-COVID-Symptome hinaus geht und auch psychische Belastungen und Ängste in den Familien auslösen kann.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass infizierte Kinder unter 14 Jahren keine erhöhten Risiken für Long COVID tragen, deren Krankheitsverlauf nach bisheriger Datenlage durch milde oder gar keine Symptome geprägt ist. Long-COVID-Symptome sind bei Erwachsenen häufiger und differenzierter bei Jugendlichen zu betrachten, wo insbesondere junge Frauen häufiger mindestens ein Long-COVID-Symptom nannten.
Da Long COVID überwiegend weibliche Familienmitglieder betraf, die über 14 Jahre alt waren, sollten Präventionsstrategien vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 und Long-COVID-Therapiestrategien geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigen, empfehlen die Studienautoren. © cw/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132489/Familiaere-Belastung-bei-Long-COVID-hoch
CORONA – INTERNATIONAL – COVID-19: Womöglich dreimal so viel Tote weltweit wie registriert – Übersterblichkeit: weltweit 120/100.000 Menschen infolge Corona verstorben, in 21 Ländern mehr als 300/100.000 Menschen – Andenstaaten, Ost- und Zentraleuropa an der Spitze – Island und Australien am unteren Skalenende – Fehlende Diagnosen infolge mangelnder Tests – Covid-19- für die meisten der überzähligen Todesfälle verantwortlich – 11.3.2022
Seattle – Die Pandemie hat weltweit womöglich deutlich mehr Todesopfer gekostet als bisher angenommen. Zwischen Januar 2020 und Dezember 2021 sind einer aktuellen Studie zufolge 18,2 Millionen Menschen mehr gestorben als in Nichtpandemiejahren erwartet worden wären. Offiziell verzeichnet sind in diesem Zeitraum nur 5,9 Millionen Coronatote.
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die vollen Auswirkungen der Pandemie viel größer waren, als es die offiziellen Statistiken vermuten lassen“, schreibt das internationale Forscherteam um Haidong Wang vom Institute for Health Metrics and Evaluation (Seattle/USA) im Fachmagazin The Lancet (2022; DOI: 10.1016/S0140-6736(21)02796-3).
Weltweit starben den Modellierungen zufolge 120 von 100.000 Menschen infolge von Corona, in 21 Ländern lag diese Übersterblichkeitsrate bei über 300.
Die höchsten Raten fanden die Wissenschaftler in den Anden-Staaten in Lateinamerika (512 Todesfälle pro 100.000 Einwohner), in Ost (345)- und Zentraleuropa (316) sowie Sub-Sahara Afrika (309). In einigen Ländern wie Island oder Australien waren den Schätzungen zufolge hingegen in den Pandemiejahren sogar weniger Menschen gestorben als statistisch zu erwarten gewesen wären.
Die teils großen Unterschiede zwischen der registrierten und der tatsächlichen Zahl an Todesfällen gehe vermutlich auf fehlende Diagnosen wegen mangelnder Tests sowie auf Probleme beim Melden der Zahlen zurück. Wie viele Menschen unmittelbar an der Coronainfektion und wie viele an indirekten Folgen der Pandemie gestorben sind, sei derzeit unklar.
„Studien aus mehreren Ländern, darunter Schweden und die Niederlande, deuten darauf hin, dass COVID-19 die unmittelbare Ursache für die meisten überzähligen Todesfälle war, aber wir haben derzeit nicht genügend Beweise für die meisten Regionen“, sagte Studienleiter Wang.
Die Wissenschaftler hatte wöchentliche oder monatliche Angaben zur Zahl der Todesfälle von 74 Ländern und 266 Staaten oder Provinzen – wie etwa den deutschen Bundesländern – aus den Pandemiejahren 2020 und 2021 sowie aus bis zu elf Jahren davor zusammengestellt.
Die Differenz zwischen der Zahl tatsächlicher und statistisch erwarteter Todesfälle ergibt die Übersterblichkeit. Mit Hilfe statistischer Modelle schätzten sie die Übersterblichkeit auch für Ländern aus denen keine Angaben zur Zahl der Todesfälle vorlagen. © dpa/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132471/COVID-19-Womoeglich-dreimal-so-viel-Tote-weltweit-wie-registriert
CORONA – INTERNATIONAL – Laut Studie womöglich dreimal so viel Covid-Tote weltweit – 18 Millionen Tote in ersten beiden Pandemie-Jahren
– Fehlende Diagnosen wegen mangelnder Tests – 11.3.2022
Die Pandemie hat weltweit womöglich deutlich mehr Todesopfer gekostet als bisher angenommen. Zwischen Jänner 2020 und Dezember 2021 sind einer aktuellen Studie im Fachmagazin „The Lancet“ zufolge 18,2 Millionen Menschen mehr gestorben, als in Jahren ohne Pandemie erwartet worden wären. Offiziell verzeichnet sind in diesem Zeitraum nur 5,9 Millionen Corona-Tote.
*** 18 Millionen Tote in ersten beiden Pandemie-Jahren
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die vollen Auswirkungen der Pandemie viel größer waren, als es die offiziellen Statistiken vermuten lassen“, schreibt das internationale Forscherteam um Haidong Wang vom Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle in dem Artikel.
Weltweit starben den Modellierungen zufolge 120 von 100.000 Menschen infolge von Corona, in 21 Ländern lag diese Übersterblichkeitsrate bei über 300. Die höchsten Raten fanden die Wissenschafter in den Anden-Staaten in Lateinamerika (512 Todesfälle pro 100 000 Einwohner), in Ost (345)- und Zentraleuropa (316) sowie Sub-Sahara Afrika (309). In einigen Ländern wie Island oder Australien waren den Schätzungen zufolge hingegen in den Pandemie-Jahren sogar weniger Menschen gestorben als statistisch zu erwarten gewesen wären.
*** Fehlende Diagnosen wegen mangelnder Tests
Die teils großen Unterschiede zwischen der registrierten und der tatsächlichen Zahl an Todesfällen gehe vermutlich auf fehlende Diagnosen wegen mangelnder Tests sowie auf Probleme beim Melden der Zahlen zurück. Wie viele Menschen unmittelbar an der vom Virus verursachten Krankheit und wie viele an indirekten Folgen der Pandemie gestorben sind, sei derzeit unklar. „Studien aus mehreren Ländern, darunter Schweden und die Niederlande, deuten darauf hin, dass Covid-19 die unmittelbare Ursache für die meisten überzähligen Todesfälle war, aber wir haben derzeit nicht genügend Beweise für die meisten Regionen“, sagt Studienleiter Wang.
Die Wissenschafter hatten wöchentliche oder monatliche Angaben zur Zahl der Todesfälle von insgesamt 74 Ländern und 266 Staaten oder Provinzen – wie etwa den deutschen Bundesländern – aus den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 sowie aus bis zu elf Jahren davor zusammengestellt. Die Differenz zwischen der Zahl tatsächlicher und statistisch erwarteter Todesfälle ergibt die Übersterblichkeit. Mithilfe statistischer Modelle schätzten sie die Übersterblichkeit auch für Ländern aus denen keine Angaben zur Zahl der Todesfälle vorlagen.
https://science.apa.at/power-search/5389139784123677301
CORONA – CHINA – Lockdown für chinesische Millionenstadt Changchun verhängt – 11.3.2022
Shanghai – In der chinesischen Millionenstadt Changchun haben die Behörden ein Lockdown verhängt. Die neun Millionen Einwohner der Provinzhauptstadt im Nordosten Chinas dürfen ihre Wohnungen nur noch für Einkäufe verlassen, wie die Behörden heute anordneten.
Pro Haushalt darf nur ein Mensch alle zwei Tage das Haus verlassen, um das Lebensnotwendige einzukaufen. Schulen und die meisten Geschäfte wurden geschlossen. Zudem wurden eine Homeoffice-Pflicht und Coronamassentests angekündigt.
In China stieg die Zahl der Neuinfektionen in dieser Woche über die Marke von 1.000. Noch vor drei Wochen waren es weniger als 100. Heute wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums landesweit 1.369 neue Infektionsfälle registriert.
Auch in Shanghai, der bevölkerungsreichsten Stadt Chinas, breitet sich die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus aus. Die Behörden der Wirtschaftsmetropole ordneten daher heute Schulschließungen und Online-Unterricht an.
Das Coronavirus war Ende 2019 zuerst in China entdeckt worden. Die Regierung in Peking steuerte einer Ausbreitung aber bisher mit drastischen Maßnahmen entgegen. Offiziell wurden nur etwa mehr als 100.000 Infektionen registriert, von denen 4.636 tödlich verliefen. © afp/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132482/Lockdown-fuer-chinesische-Millionenstadt-Changchun-verhaengt
CORONA – DEUTSCHLAND – Corona-Impfquote seit einer Woche unverändert bei 76,4 Prozent – 11.3.2022
Berlin – Die Corona-Erstimpfquote liegt Stand Freitagmorgen – wie auch schon am Freitag vor einer Woche – unverändert bei 76,4 Prozent. 75,7 Prozent haben die „Grundimmunisierung“, also in der Regel zwei Impfspritzen, 57,7 Prozent haben eine Auffrischungsimpfung.
Bei den 5-bis-11-Jährigen haben 21,3 Prozent wenigstens eine Impfung und 17,6 Prozent eine zweite. Bei den 12-bis-17-Jährigen sind 65,1 Prozent einmal geimpft, 62,3 Prozent haben eine zweite Impfung, und 28,4 Prozent eine „Booster“-Impfung. In der Altersgruppe 18-59 Jahre haben 79,3 Prozent wenigstens eine Impfung, wobei bestimmte Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson aber nicht mitgezählt werden. 83,6 Prozent haben eine „Grundimmunisierung“ und 61,4 Prozent eine Auffrischung.
Unter den besonders gefährdeten Über-60-Jährigen sind 88,8 Prozent mindestens einmal gegen Corona geimpft, 88,7 Prozent haben die „Grundimmunusierung“, 78,0 Prozent den „Booster“.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55475269-corona-impfquote-seit-einer-woche-unveraendert-bei-76-4-prozent-003.htm
CORONA – DEUTSCHLAND – Lauterbach: Corona-Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung – 11.3.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat vor einer weiteren deutlichen Zunahme von Corona-Infektionen gewarnt und die Länder aufgefordert, sich auf eine Anwendung der neuen gesetzlichen Regelungen in sogenannten Hotspots einzurichten. Eine allgemeine Impfpflicht sei ohne Alternative. „Die Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung“, sagte Lauterbach bei einer Pressekonferenz in Berlin. „Wir sind in einer Situation, die ich als kritisch bezeichnen möchte.“ Dass die Omikron-Variante milder sei, stimme nur begrenzt.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478311-ueberblick-am-mittag-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
https://www.n-tv.de/ticker/Lauterbach-zu-Corona-Infektionen-Lage-ist-schlechter-als-die-Stimmung-article23188438.html
https://www.n-tv.de/panorama/Lauterbach-Lage-viel-schlechter-als-Stimmung-article23188555.html
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Lauterbach-erlaeutert-Hotspot-Konzept-fuer-den-Sommer-article23188656.html
CORONA – ÖSTERREICH – Corona – Popper: „Weiteres Mal nicht optimal vorbereitet“ – 11.3.2022
Simulationsforscher Niki Popper sieht für den enormen Anstieg der Corona-Neuinfektionen zwei Gründe: zum einen die Aufhebung der Maßnahmen als auch die Omikron-Subvariante BA.2. Deren Ausbreitung habe sich nach hinten verschoben und die Zahl derer, die sich infizieren können noch nicht ausgeschöpft. Man sei in eine Situation gestolpert, „wo wir ein weiteres Mal nicht optimal vorbereitet waren“, sagte er im Ö1-Mittagsjournal.
*** Popper sieht Mangel in der Kommunikation mit der Bevölkerung
Kritisch sah Popper vor allem die Aufhebung der Maskenpflicht in Innenräumen und der Home Office-Regelung. Expertinnen und Experten hätten wie er, „schon damals gesagt, es ist nicht ganz einzusehen, warum das jetzt ohne Not so dringend ist, die Masken aufzuheben.“
*** Mangel an „Klarheit der Ziele“
Auf die Frage, ob die Politik auf die Wissenschaft hören würde, meinte er: „Ich möchte es nicht schönreden, aber ich glaube schon, dass die Politik versucht, auf die Wissenschaft zu hören.“ Was mangle, sei die „Klarheit der Ziele, die man überhaupt umsetzen möchte.“ Er habe in den Sitzungen der Gremien mehrmals darauf hingewiesen, dass man klar mit den Menschen kommunizieren müsse, was die Folgen der Öffnungen seien. „Was ist die Gesamt-Strategie? Das Werkel passt nicht mehr ganz zusammen, was Maßnahmenlockerungen, Teststrategie und Quarantäne-Policy betrifft.“ Hier würden die Vorschläge fehlen, die in der Wissenschaft bewertet werden könnten. Man müsse vonseiten der Politik klar kommunizieren, „man hat sich dafür entschieden, den Dingen jetzt in gewisser Weise freien Lauf zu lassen bei den Positivtestungen.“
Die Folgen sind vor allem in den Krankenhäusern zu spüren. „Wir haben hohe Ausfälle in den Krankenhäusern, auch was das Personal betrifft“, sagte Popper. „Dort sind die Ressourcen am Anschlag“ aufgrund der monatelangen Belastung durch Corona. Dieses Thema sei „in der Euphorie der Öffnungen zu kurz gekommen“.
Zu den Infektionszahlen haben die Expertinnen und Experten zunächst eine stabile Entwicklung prognostiziert. „Den Anstieg haben wir nicht ganz konkret so gesehen“, sagte Popper. Es sei davon auszugehen, dass ein Absinken der Zahlen lange Zeit in Anspruch nehmen würde.
https://science.apa.at/power-search/15319364993125684689
CORONA – ÖSTERREICH – Deutlich mehr positive PCR-Tests an Schulen als in Vorwoche – 11.3.2022
Die steigenden Coronazahlen machen sich auch an den Schulen bemerkbar. In dieser Woche wurden knapp 19.000 positive PCR-Tests registriert, das sind deutlich mehr als in der Vorwoche (rund 14.000). Insgesamt schlugen bei den beiden Testdurchläufen (ausgenommen Wien) 1,6 Prozent der Tests an. Österreichweit sind acht Schulen komplett sowie zusätzlich 856 Klassen ganz oder teilweise gesperrt.
*** Deutlicher Anstieg gegenüber Vorwoche
In Wien wurden bei 5.266 Schülern (Vorwoche: 4.607) Infektionen registriert, wobei hier mit „Alles gurgelt“ ein anderes Testsystem als in den restlichen Ländern zum Einsatz kommt. In Oberösterreich wurden 3.214 positive Tests verzeichnet (Vorwoche: 2.150), in Niederösterreich 3.011 (Vorwoche: 1.836), in der Steiermark 2.839 (1.772), in Tirol 1.185 (Vorwoche: 1.106), in Salzburg 1.044 (745), in Kärnten 1.034 (844), in Vorarlberg 684 (401) und im Burgenland 457 (309).
Seit der Vorwoche wurden die Vorgaben für Klassenschließungen gelockert – bei zwei Infektionsfällen pro Klasse innerhalb von drei Tagen wird nicht mehr automatisch auf Distance Learning umgestellt. Daher können Klassen auch nur teilweise gesperrt sein: In Wien müssen bei mehreren Infektionsfällen etwa (abgesehen von den positiv getesteten) nur jene Schüler daheim lernen, die nicht geimpft bzw. nicht genesen sind.
https://science.apa.at/power-search/17621790441066678298
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INFLUENZA – Pandemie bremst Grippewelle in Deutschland zweites Jahr in Folge aus – 11.3.2022
Berlin – Die Coronapandemie hat die Grippewelle das zweite Jahr in Folge ausgebremst. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Instituts für Gesundheitssystemforschung der Barmer (bifg). Demnach gab es Anfang Februar unter den Barmer-Versicherten 85 Prozent weniger Krankschreibungen wegen Grippe als in den Jahren 2018 bis 2020.
Konkret waren in der fünften Kalenderwoche dieses Jahres vom 30. Januar bis zum 5. Februar 690 Versicherte wegen Influenza arbeitsunfähig, im Vorjahreszeitraum waren es rund 490 Versicherte gewesen. In den Jahren 2018 bis 2020 hatte die Zahl der Krankschreibungen in der fünften Kalenderwoche hingegen zwischen 3750 und 5960 gelegen.
„Da die Grippewelle jetzt schon zum zweiten Mal ausfällt, gerät die Bevölkerung mit dem Influenzavirus weniger in Kontakt“, erklärte Barmer-Chef Christoph Straub. „Deshalb wird die Grippeschutzimpfung vor allem im kommenden Herbst wichtig, da das Immunsystem nun über zwei Jahre weniger trainiert wurde.“
Die Grippewelle starte normalerweise im November und erreiche ihren Höhepunkt im Februar und März, bevor sie wieder stark abflaue. Im Jahr 2018 habe es bis zu 22.000 bei der Kasse versicherte Grippekranke in einer Woche gegeben. Derzeit spricht Straub zufolge nichts dafür, dass es auch nur annähernd hohe Fallzahlen in den folgenden Wochen geben könne.
Schon in der vergangenen Saison war die Grippewelle wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie praktisch ausgefallen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurden in den ersten neun Wochen dieses Jahres 2191 Influenzafälle gemeldet. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 180 Fälle gewesen. © afp/aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132481/Pandemie-bremst-Grippewelle-zweites-Jahr-in-Folge-aus
MEDIEN – Analyse: Erheblicher Verbesserungsbedarf bei Wissenschaftsvermittlung – 11.3.2022
„Erheblichen Verbesserungs- und Innovationsbedarf“ in Sachen Wissenschaftskommunikation orten Experten in einem „Policy Brief“ des Instituts für Höhere Studien (IHS). Um der in internationalen Vergleichsstudien augenfälligen Wissenschaftsskepsis zu begegnen, brauche es eine Problemdiagnose in einer österreichweiten Enquete, koordinierte Anstrengungen und letztlich einen „Neustart“ für den vor allem im Zuge der Corona- und der Klimakrise stärker ins Zentrum gerückten Bereich.
*** Wachsender Einfluss der Wissenschaft zeigte sich in der Pandemie
„Wissenschaft hat einen wachsenden Einfluss auf praktisch alle Bereiche der Gesellschaft und das Leben aller Menschen“, betonen die Autoren des Berichts, die Wissenschaftsforscher Johannes Starkbaum und Thomas König vom IHS sowie der Wissenschaftshistoriker und „Der Standard“-Redakteur Klaus Taschwer. Das hätten vor allem die vergangenen beiden Pandemiejahre eindrücklich gezeigt.
*** Mangel an Interesse
Gleichzeitig offenbarte sich in den Ergebnissen internationaler Umfragen wie den regelmäßig durchgeführten, repräsentativen „Eurobarometerstudien“ ein weitreichendes Misstrauen bzw. ein Mangel an Interesse und Wissen über die Wissenschaft. Auch die wiederkehrenden Befragungen im „Austrian Corona Panel“ der Universität Wien ließen zuletzt tief in eine „grundlegende Skepsis gegenüber wissenschaftlichem Wissen und ihren Methoden“ blicken, führen die Experten an.
Das Bemühen um die Vermittlung von Wissenschaft reiche zwar bis in die 1970er-Jahre zurück, der Erfolg erscheint aber spätestens im Jahr 2022 mehr als fraglich. Für eine Wissensgesellschaft wie Österreich bringe dies eine Reihe von Problemen mit sich, wenn es etwa darum geht, die hierzulande im Vergleich recht hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben (F&E-Ausgaben) zu legitimieren, junge Menschen für den Bereich zu begeistern oder gesellschaftliche Debatten zu führen.
Als ein Vehikel zur Verbesserung im Bereich der Wissenschaftskommunikation wurde zuletzt vielfach darauf hingewiesen, dass es heutzutage auch darum geht, den Prozess der Wissensgewinnung und Fehlschläge darzustellen und dies nachvollziehbar, wenn nicht sogar durch direkte Teilhabe miterlebbar zu machen. Dafür plädierte kürzlich die Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny.
Initiativen zur Wissenschaftskommunikation in all ihren Spielarten – vom Wissenschaftsjournalismus über Schulprogramme bis zu der Wissenschaftskabarettgruppe „Science Busters“ – präsentieren sich hierzulande meist kleinteilig und ohne Gesamtstrategie und Koordination, bemängeln die Autoren der IHS-Analyse. Wie man es besser machen kann, zeige Portugal vor: Im einst ähnlich wissenschaftsskeptischen Land habe sich durch eine nachhaltige Strategie mit 20 Wissenschaftsvermittlungsstätten (Science Center) im ganzen Land die Stimmung gedreht. Im ebenso recht skeptischen Deutschland beobachte man in den vergangenen Jahren ebenfalls breitere Initiativen.
*** Fehlende Anreize
Hierzulande würden weiter Anreize für Forscher fehlen, sich in dem Bereich zu stärker engagieren. Das gelte ebenso für einschlägige Weiterbildungsangebote oder die Verankerung des Themas in Studienplänen. Aber auch dem Wissenschaftsjournalismus konstatiert man Defizite. Hier wandern Journalisten seit längerem in Richtung PR ab, während Wissenschaftsredaktionen vielerorts schrumpfen. Für die Idee, das Vorhandensein einer Wissenschaftsredaktion mit angestellten Fachredakteuren zum Förderkriterium für die Presseförderung zu machen, setzt sich daher der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten seit Jahren ein. In den Bereich fällt auch der Autoren-Appell zu einer „Wissenschaftskommunikationsoffensive in öffentlichen Medien mit Bildungsauftrag“ wie den Hauptprogrammen des ORF-Fernsehens.
Kurzum brauche es einen „Neustart der Wissenschaftskommunikation“ und mehr Augenmerk seitens der Forschungs- und Innovationspolitik auf das Thema, heißt es in dem Papier. Dazu sei eine groß angelegte Kampagne unter einer gemeinsamen Dachmarke anzudenken. Es brauche eine „österreichweite Enquete“, in deren Rahmen möglichst alle Beteiligten die Situation analysieren und Schritte in Richtung Zukunft abstimmen. Ebenso bräuchte es eine bundesweite Erhebung und Evaluierung der bisherigen Maßnahmen und eine „gut ausgestattete Koordinationsstelle“.
Service:
Das IHS-Papier online: https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/6082/;
„Policy Brief“ von Helga Nowotny: http://www.helga-nowotny.eu/downloads/helga_nowotny_b359.pdf;
Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten: http://www.wissenschaftsjournalisten.at
https://science.apa.at/power-search/2872598251308989154
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INTERNATIONAL – IWF warnt vor langsamerem Wirtschaftswachstum weltweit wegen Ukraine-Krieg – 11.3.2022
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat wegen des Ukraine-Kriegs vor einem langsameren Wirtschaftswachstum weltweit gewarnt. IWF-Chefin Kristalina Georgieva verwies unter anderem auf steigende Preise für Lebensmittel und Energie. Die Corona-Pandemie sei bereits eine „Krise wie keine andere“ gewesen, nun betrete die Weltwirtschaft mit dem Krieg in Europa „noch schockierenderes Terrain“. Wie stark der IWF seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum senken werde, wollte Georgieva nicht sagen.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474808-ueberblick-am-morgen-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
INTERNATIONAL – Statement by IMF Managing Director Kristalina Georgieva at the Conclusion of a Meeting with UNECA and African Ministers of Finance and Central Bank Governors on the Impact of the Crisis in Ukraine – NACHTRAG: 10.3.2022
Washington, DC: Ms. Kristalina Georgieva, Managing Director of the International Monetary Fund (IMF) met yesterday with African Ministers of Finance, African central bank governors, and representatives from the United Nations Economic Commission for Africa (UNECA) to discuss the impact of the crisis in Ukraine.
At the conclusion of the meeting, Ms. Georgieva made the following statement:
“The war in Ukraine is devastating the lives of millions of people and severely affecting the Ukrainian economy. The war and the unprecedented sanctions imposed on Russia are having far-reaching consequences. They come at a delicate time for Africa.
Just as the global economy and the continent are beginning to recover from the ravages of the COVID-19 pandemic, this new crisis threatens to undo some of that progress. We discussed how to sustain Africa’s recovery—already lagging other regions— despite significant new obstacles.
Africa is particularly vulnerable to impacts from the Ukraine war through four main channels—increased food prices, higher fuel prices, lower tourism revenues, and potentially more difficulty accessing international capital markets.
This is a critical moment for the international community and policymakers to come together, and I was very encouraged by the strong interest from African policymakers in continuing our dialogue on policy responses. I noted, in particular, significant concerns about the limited domestic policy space to sustainably address the ongoing crises.
Redoubling efforts to advance reforms that further promote resilience is a priority for many countries. At this difficult moment, the Fund stands ready to help African countries address the repercussions of the war, and to help design and implement reforms through our policy advice, capacity development, and lending. Recent reforms to the Fund’s lending toolkit provide greater flexibility to help meet financing needs.
I was also pleased by the ongoing strong interest from African countries in the proposed Resilience and Sustainability Trust, which we plan to have fully operational by the end of this year.”
https://reliefweb.int/report/world/statement-imf-managing-director-kristalina-georgieva-conclusion-meeting-uneca-and
BÖRSEN – Ölpreise legen im unruhigen Handel zu – Selten extreme Preisschwankungen: denkwürdiger Wochenverlauf mit hoher Volatilität – 11.3.2022, 18:11
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) – Die Ölpreise sind am Freitag gestiegen. Der Ukraine-Konflikt sorgt für große Unsicherheit und hohe Kursschwankungen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 112,17 US-Dollar. Das waren 2,84 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 3,06 Dollar auf 100,05 Dollar zu.
Der anfänglich kräftige Preisschub wurde im Tagesverlauf gedämpft. Am Markt wurde auf Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin verwiesen. Der hatte im Zusammenhang mit den jüngsten Verhandlungen mit der Ukraine laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax von „einigen positiven Entwicklungen“ gesprochen. Details nannte Putin nicht.
Die Auswirkung auf die Kurse hielt sich daher auch in Grenzen. Eine Verminderung der Kriegshandlungen ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Russland hat seine Angriffe in der Ukraine auf den Westen des Landes ausgeweitet. Die US-Regierung will unterdessen wegen des Ukraine-Krieges in Abstimmung mit westlichen Partnern weitere Strafmaßnahmen gegen Russland in Gang setzen. Auf dem Gipfel der 27 EU-Staaten in Versailles hat man sich zunächst nicht auf einen Importstopp für Öl, Gas und Kohle geeinigt.
Diese Woche war für den Ölmarkt denkwürdig und von extremen Preisschwankungen geprägt. Zu Wochenbeginn waren die Preise massiv gestiegen, weil wegen des Ukraine-Kriegs die Furcht vor Erdölknappheit umging. Einfuhrverbote russischen Rohöls seitens der USA und – mit späterer Wirkung – Großbritanniens kamen hinzu. Ab der Wochenmitte setzte jedoch eine Gegenbewegung ein, die Ölpreise gaben zeitweise spürbar nach.
Preisbewegungen wie im Verlauf der Woche hat man am Erdölmarkt selten gesehen. Zu Wochenbeginn wurden die höchsten Preise seit dem Jahr 2008 erreicht. Ein Fass Brent kostete bis zu rund 139 Dollar, ein Barrel WTI wurde zu gut 130 Dollar gehandelt. Viele Experten aus großen Banken haben mittlerweile ihre Preisprognosen für dieses Jahr deutlich angehoben.
Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch hat die Sorge der Anleger vor einer unmittelbaren Unterbrechung der Energielieferungen aus Russland zuletzt etwas nachgelassen. Er verwies auf weitere Aussagen von Russlands Präsident Putin, der versicherte, dass man den Lieferverpflichtungen bei den Energieexporten nachkommen wolle. „Zudem haben die Vereinigten Arabischen Emirate die Debatte über eine stärkere Erhöhung der Ölproduktion durch die OPEC+ angestoßen“, so Fritsch./jsl/he
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BÖRSEN – T-Note-Future sinkt um 0,05 Prozentpunkte: US-Anleihen drehen ins Minus – Rendite für zehnjärige US-Bonds knapp über 2 Prozent – Putin-Aussage entspannt etwas, Inflation weiter im Fokus – 11.3.2022, 21:11
NEW YORK (dpa-AFX) – Nach einer anfänglichen zaghaften Erholung haben US-Staatsanleihen vor dem Wochenende wieder in die Verlustzone gedreht. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) gab am Freitag im späten Handel um 0,05 Prozent auf 126,03 Punkte nach. Der Kontrakt fiel zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Mitte Februar. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere lag knapp über der Zwei-Prozent-Marke.
In den vergangenen Tagen sind die Renditen am US-Anleihemarkt deutlich nach oben geklettert. Hierzu trugen vor allem steigende Inflationserwartungen aufgrund hoher Energie- und Rohstoffpreise bei. Die Folgen des Ukraine-Kriegs dürften die bereits hohe Teuerung weiter erhöhen. Nach Daten vom Donnerstag befindet sich die US-Inflationsrate mit fast acht Prozent schon jetzt auf einem 40-jährigen Höchststand.
Für ein etwas weniger trübes Marktumfeld als in den vergangenen Tagen sorgten am Freitag Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Laut der Nachrichtenagentur Interfax sprach er von gewissen positiven Entwicklungen in den Verhandlungen mit der Ukraine. Am Vortag hatten die beiden Länder auf Vermittlungsinitiative der Türkei miteinander gesprochen, ohne jedoch wesentliche Fortschritte zu erzielen. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine geht unvermindert weiter./bek/he
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BÖRSEN – ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Börsianer trauen Aussagen Putins nicht – Putins vage Aussagen bleiben ohne Eindruck – Krieg schreitet mit Bombardements und weiterem Aufmarsch fort – 11.3.2022, 22:35
Von Benjamin Krieger, dpa-AFX
NEW YORK (dpa-AFX) – An den US-Börsen haben am Freitag Aussagen des russischen Präsidenten über die Gespräche mit der Ukraine nicht gezündet, im Gegenteil: Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,69 Prozent auf 32 946,76 Punkte. Wladimir Putin hatte „gewisse positive Veränderungen“ ausgemacht in den Gesprächen mit den Vertretern der Ukraine. US-Investoren ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken.
Auf Wochensicht verbuchte der Dow Jones Industrial ein Minus von rund zwei Prozent. Die anderen großen Indizes wiesen am Freitag höhere Verluste auf: So verlor der marktbreite S&P 500 1,31 Prozent auf 4203,91 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 2,13 Prozent auf 13 301,83 Zähler ein. Hier summierte sich der Wochenverlust auf knapp vier Prozent, das war das größte Wochenminus seit Januar 2021.
„Ich gebe zu bedenken, dass Putin in den vergangenen Wochen eine Menge gesagt hat, und das meiste davon war nicht vertrauenswürdig“, sagte Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Es gebe kaum Grund für Optimismus, auch wenn die Märkte wieder stiegen, und mit dieser Ansicht halte er es wohl mit der Mehrheit. Investoren sollten besser noch die weitere Entwicklung abwarten. Sollten sich allerdings die positiven Signale häufen, dann könne an den Märkten tatsächlich eine Erholung einsetzen.
Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets wies darauf hin, dass schon die europäischen Börsen kräftige Kursgewinne im weiteren Handelsverlauf größtenteils wieder eingebüßt hätten. Den Aussagen Putins mangele es an Details. Zudem bombardiere Russland weiterhin Städte in der Ukraine und schicke zusätzliche militärische Ressourcen in Richtung des Landes. …
Der Eurokurs gab nach und lag zuletzt bei 1,0910 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0990 (Donnerstag: 1,1084) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 09099 (0,9022) Euro gekostet.
US-Staatsanleihen weiteten die jüngsten Verluste noch etwas aus. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sank um 0,05 Prozent auf 126,03 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere lag bei knapp 2,00 Prozent./bek/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55482535-roundup-aktien-new-york-schluss-boersianer-trauen-aussagen-putins-nicht-016.htm
BÖRSEN – Deutsche Bank: Unerwartete gelpolitische Straffung bedingt rekordverdächtigen Renditeanstieg deutsche Bundesanleihen – Ausweitung des italienischen 10-Jahres-Spreads gegenüber Bundesanleihen um plus 16,7 Basispunkten – Markt muss EZB zur Spread-Kontrolle drängen – 11.3.2022, 14:01
Der unerwartet hawkishe Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nach Aussage von Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid zu einem rekordverdächtigen Anstieg der Renditen deutscher Bundesanleihen beigetragen. „Darüber hinaus war die gestrige Ausweitung des italienischen Zehn-Jahres-Spreads gegenüber Bundesanleihen (plus 16,7 Basispunkte) die größte Tagesausweitung seit April 2020“, schreibt Reid in seinem Morgenkommentar.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478311-ueberblick-am-mittag-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
BÖRSEN – Euro-Bond-Future fällt um 0,09 Prozent: deutsche Anleihen geben etwas nach – Zehnjährige Bundesanleihen mit 0,24 Prozent Rendite – Keine nachlassender Krieg, kein Energie-Importstopp – 11.3.2022, 18:23
FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Kurse Deutsche Bundesanleihen haben am Freitag ein wenig nachgegeben. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel zuletzt um 0,09 Prozent auf 162,75 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 0,24 Prozent.
Weiterhin wird das Marktgeschehen durch den Ukraine-Krieg dominiert. Am Markt wurde auf Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin verwiesen. Der hatte im Zusammenhang mit den jüngsten Verhandlungen mit der Ukraine laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax von „einigen positiven Entwicklungen“ gesprochen. Details nannte Putin nicht. Die Anleihekurse gerieten daraufhin merklich unter Druck. Am Nachmittag machten sie ihre Verluste aber weitgehend wieder wett.
Eine Verminderung der Kriegshandlungen ist schließlich nicht absehbar. Im Gegenteil: Russland hat seine Angriffe in der Ukraine auf den Westen des Landes ausgeweitet. Die US-Regierung will unterdessen wegen des Ukraine-Krieges in Abstimmung mit westlichen Partnern weitere Strafmaßnahmen gegen Russland in Gang setzen. Auf dem Gipfel der 27 EU-Staaten in Versailles hat man sich zunächst nicht auf einen Importstopp für Öl, Gas und Kohle geeinigt.
Das überraschend stark eingetrübte US-Verbrauchervertrauen hat die Anleihen am Nachmittag nur wenig bewegt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima fiel im März auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2011. Die Inflationserwartungen der Verbraucher kletterten auf den höchsten Wert seit dem Jahr 1981.
Am Vortag war die Rendite mit bis zu 0,30 Prozent auf einen einmonatigen Höchststand gestiegen. Auslöser war die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre konjunkturstützenden Wertpapierkäufe rascher zu verringern als bisher geplant. Hintergrund ist die hohe und absehbar weiter steigende Inflation, die vor allem auf hohe Energie- und Rohstoffpreise zurückgeht. Inflationsdaten aus Deutschland bestätigten am Morgen den hohen Preisauftrieb./jsl/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481312-deutsche-anleihen-geben-etwas-nach-016.htm
BÖRSEN – XETRA-SCHLUSS/Trügerische Hoffnungen befeuern DAX – 11.3.2022, 18:25
FRANKFURT (Dow Jones)–Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag mit positiv aufgenommenen Schlagzeilen zum Ukraine-Krieg fest geschlossen. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach von einer „positiven Entwicklung“ in den Verhandlungen mit der Ukraine. Doch gleichzeitig setzte die russische Armee ihre Angriffe auf ukrainische Großstädte unvermindert fort. Der Markt klammere sich an jeden noch so kleinen Strohhalm in der gegenwärtigen Situation, hieß es am Markt. Der DAX gewann 1,4 Prozent auf 13.628 Punkte, das Tageshoch hatte bei 13.944 gelegen.
Doch trotz der Aufschläge überwog die Skepsis, womit Händler die von den Tageshoch zurückgekommenen Kurse erklärten. „Nach den massiven Abverkäufen der letzten Wochen war eine technische Gegenbewegung zwar fast schon überfällig, Grund zur Entwarnung gibt es jedoch nicht – eher im Gegenteil“, urteilten die Analysten von Raiffeisen. Warburg senkte das DAX-Ziel für Ende 2022 auf 14.500 Punkte von 18.000. Als Grund führten die Analysten das zu erwartende schwächere Wachstum der deutschen Wirtschaft und der Unternehmensgewinne an. …
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BÖRSEN – Aktien Wien Schluss: Putin-Aussagen ließen ATX zulegen – Putin: Luftfahrtaktien profitieren – Ohne erste Friedensgespräche bleibt Börse weiter volatil – Ölwerte im Plus – Post verliert: immer unsicherer Ausblick bei erwartetem Ergebnis – 11.3.2022, 18:23
WIEN (dpa-AFX) – Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag mit klaren Kursgewinnen beendet. Der heimische Leitindex ATX schloss um 1,80 Prozent fester auf 3.179,15 Einheiten, büßte aber in der Auktion einen guten Teil seiner deutlicheren Verlaufsgewinne wieder ein. Der breiter gefasste ATX Prime legte um 1,72 Prozent auf 1.604,67 Zähler zu.
Der Wiener Markt hatte sich von Sitzungsbeginn an im Plus gezeigt, knapp nach Mittag machten die heimischen Aktienbarometer dann aber einen deutlichen Sprung nach oben. Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin hatten europaweit für kräftig steigende Kurse gesorgt. Bei den Gesprächen mit der Ukraine gibt es demnach laut Putin bestimmte positive Veränderungen. Nähere Details wollte er allerdings noch nicht preisgeben.
Dennoch schürten die Aussagen die Hoffnung auf mögliche Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, vor allem Bankaktien legten in Reaktion kräftig zu und konnten teilweise die Vorzeichen drehen. Erste Group verbuchten einen deutlichen Zugewinn von 4,20 Prozent, bei Bawag ging es um 1,01 Prozent nach oben. Raiffeisen Bank International , die zwischenzeitlich mehr als zwei Prozent im Minus gelegen hatten, büßten die Verlaufszuschläge wieder ein und gingen prozentual unverändert ins Wochenende.
Bereits zur Wochenmitte hatten Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen Russland und Ukraine die Märkte nach oben katapultiert. „Dieses kurze Umschalten mag einen Vorgeschmack auf das geben, was bei ernsthaften Friedensgesprächen am Aktienmarkt möglich wäre. Erst einmal bleiben jedoch die Unsicherheit und die Risiken sehr hoch“, hieß es von der Helaba.
Im Branchenvergleich zeigten sich auch Aktien mit Bezug zur Luftfahrt mit deutlichen Kursgewinnen. Flughafen Wien gingen mit einem Aufschlag von 4,76 Prozent aus der Sitzung. Auch der Airline Caterer Do&Co servierte ein kräftiges Kursplus von 3,67 Prozent, FACC stiegen ebenfalls um 3,27 Prozent. Stark gesucht waren auch Ölwerte. Schoeller-Bleckmann gingen mit plus 8,09 Prozent als stärkster Wert im Prime Market aus dem Handel. OMV verteuerten sich um 2,08 Prozent.
In Wien standen außerdem die Aktien der Post im Fokus. Die Titel rutschten nach der Ergebnisveröffentlichung um 4,12 Prozent nach unten. Die Ergebnisse lagen laut den Analysten der Erste Group im Rahmen der Erwartungen, allerdings werde der Ausblick immer vorsichtiger. Die Guidance der Post stimme etwas pessimistisch für das Geschäftsjahr 2022, hieß es in einer ersten Reaktion weiter.
Lenzing-Titel kletterten um 0,34 Prozent auf 89,80 Euro. Die Berenberg Bank hat das Kursziel für die Aktie in Reaktion auf die gestrige Ergebnisvorlage von 120 auf 100 Euro gesenkt und gleichzeitig die Empfehlung „Hold“ bestätigt. Die Baader Bank beließ ihre Einschätzung „Buy“ unverändert, ebenso das Kursziel von 149 Euro – sie erwartet in den nächsten beiden Jahren eine Verdoppelung des Aktienkurses.
Papiere von Pierer Mobility stiegen um 1,13 Prozent. Der Motorradhersteller will seine Gewinnausschüttung verdoppeln. Konkret soll für das abgelaufene Geschäftsjahr 1 Euro je dividendenberechtigter Aktie ausgezahlt werden, nach 50 Cent je Anteilsschein im ersten Coronajahr 2020.
Wenig Beachtung am Wiener Markt fand der am Nachmittag veröffentlichte und von der Universität Michigan erhobene Index des US-Verbrauchervertrauens, das Michigan Sentiment. Das Barometer lag im März bei 59,7 Punkten nach 62,8 im Vormonat, Analysten hatten mit 61,0 Punkten gerechnet. Der Index war angesichts der hohen Inflationsraten mit Spannung erwartet worden. „Die US-Notenbank sorgt sich wegen der hohen Inflation um die Konjunktur, denn die Konsumfreude dürfte leiden“, schrieben die Analysten der Helaba./kat/ste/APA/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481314-aktien-wien-schluss-putin-aussagen-liessen-atx-zulegen-016.htm
USA – Tiefster Stand seit 2011: Stimmung der US-Verbraucher trübt sich im März ein – Inflationserwartungen erhöht auf 5,4 (4,9) Prozent – 11.3.2022
WASHINGTON (Dow Jones)–Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im März eingetrübt. Der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung in den USA fiel bei der Umfrage zur Monatsmitte auf 59,7. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Stand von 62,0 erwartet. Bei der Umfrage Ende Februar lag er bei 62,8. Der Index für die Erwartungen belief sich auf 54,4 (Vormonat: 59,4), der Index für die Einschätzung der aktuellen Lage wurde mit 67,8 (68,2) angegeben.
Die Inflationserwartungen der Konsumenten auf Sicht von zwölf Monaten erhöhten sich im Vergleich zum Vormonat auf 5,4 von 4,9 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren blieben sie konstant bei 3,0 Prozent. Die US-Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, weil rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen.
&&& dpa-AFX: … Es ist der niedrigste Wert seit Herbst 2011. …
Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen verschlechterten sich. Besonders deutlich trübten sich letztere ein. Die Verbraucher erwarten auf Sicht von einem Jahr eine Inflationsrate von 5,4 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit 1981. Der Krieg in der Ukraine dürfte die Rohstoff- und Energiepreise weiter nach oben treiben.
Im Februar war die US-Inflation auf 7,9 Prozent geklettert. Das ist die höchste Rate seit 40 Jahren. Die US-Notenbank hat bereits signalisiert, in der kommenden Woche die Zinsen anzuheben.
Der Indikator der Uni Michigan ist ein Maß für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Er basiert auf einer telefonischen Umfrage unter rund 500 Haushalten. Abgefragt werden die finanzielle und wirtschaftliche Lagebeurteilung sowie die entsprechenden Erwartungen./jsl/jkr/he
Webseite: http://www.sca.isr.umich.edu/
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55480335-stimmung-der-us-verbraucher-truebt-sich-im-maerz-ein-015.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55480409-usa-inflation-drueckt-michigan-konsumklima-auf-tiefsten-stand-seit-2011-016.htm
=> Höchste Teuerung seit 40 Jahren: US-Inflation steigt auf fast acht Prozent – 10.3.2022
https://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Inflation-steigt-auf-fast-acht-Prozent-article23186916.html
CHINA – China: Autobauer setzen deutlich mehr Autos an Händler ab – 11.3.2022
PEKING (dpa-AFX) – Der chinesische Automarkt ist weiter auf dem Weg der Besserung. Im Februar setzten die Hersteller in der Volksrepublik mit 1,74 Millionen Stück rund 19 Prozent mehr Fahrzeuge an die Händler ab als ein Jahr zuvor, wie der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) am Freitag in Peking mitteilte. Bei den Autos ergab sich sogar ein Plus von knapp 28 Prozent auf 1,49 Millionen Stück.
Insbesondere alternative Antriebe wie vor allem Elektroautos konnten zulegen und verkauften sich fast dreimal so gut wie letztes Jahr. Im Januar und Februar kommt es in China häufiger zu größeren Schwankungen bei den Zahlen, je nachdem wie das Neujahrsfest fällt, um welches die Wirtschaftstätigkeit für teils mehr als eine Woche deutlich heruntergefahren wird.
Der Aufwärtstrend hat sich aber auch über die ersten beiden Monate gezeigt, in denen der Fahrzeugabsatz der Hersteller um 7,5 Prozent auf 4,3 Millionen Stück anzog. Zuvor war die Zahl der verkauften Fahrzeuge monatelang gefallen. Die Zahl der an Hersteller verkauften Pkw legte in den ersten beiden Monaten des Jahres um gut 14 Prozent auf 3,7 Millionen zu.
Der Herstellerverband CAAM misst den sogenannten Großhandelsabsatz der Hersteller an die Händler. Auch der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association), der den Verkauf von Pkw an die Endkunden misst, hatte für Februar in dieser Woche von einem Aufschwung berichtet. Den PCA-Zahlen zufolge legten die Auslieferungen erstmals seit Mai 2021 wieder zu und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf knapp 1,3 Millionen Stück. Dass der Zuwachs im Verkauf an die Händler deutlich höher war, könnte auf einen Lageraufbau bei diesen hindeuten.
China ist für die deutschen Autokonzerne Volkswagen , Mercedes-Benz und BMW der größte Einzelmarkt. In den letzten Jahren stockte das früher rasante Absatzwachstum etwas, vergangenes Jahr sorgte insbesondere die knappe Chipversorgung für Produktionsprobleme./men/zb/jha/ https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474310-china-autobauer-setzen-deutlich-mehr-autos-an-haendler-ab-016.htm
NORDKOREA – ROUNDUP 2/USA: Nordkorea hat neues Interkontinental-Raketensystem getestet – US-Regierung: Tests als „ernste Eskalation“ und „dreister Verstoß gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrates“ – 11.3.2022
WASHINGTON/SEOUL (dpa-AFX) – Die jüngsten Raketentests Nordkoreas stehen nach Einschätzung der US-Regierung und Südkoreas im Zusammenhang mit der Arbeit Pjöngjangs an einem neuen Interkontinental-Raketensystem. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, erklärte am Donnerstag (Ortszeit) in Washington, nach einer Analyse der Starts ballistischer Raketen Ende Februar und Anfang März gehe man davon aus, dass es dabei um ein neues Interkontinental-Raketensystem gegangen sei, das Nordkorea entwickele. Nordkorea entwickelt seit Jahren Raketen unterschiedlicher Reichweiten, die einen Atomsprengkopf befördern können.
Die Raketentests hätten nicht in voller Reichweite stattgefunden, sagte Kirby. Zweck sei vermutlich gewesen, dieses neue Raketensystem zu evaluieren, „bevor in Zukunft ein Test mit voller Reichweite durchgeführt wird“. Eine ähnliche Erklärung gab das südkoreanische Verteidigungsministerium am Freitag heraus.
Ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung nannte die Tests eine „ernste Eskalation“ durch Nordkorea. „Diese Starts sind ein dreister Verstoß gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrates.“ Als Reaktion darauf werde das US-Finanzministerium an diesem Freitag neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verkünden. „In den kommenden Tagen wird es eine Reihe weiterer Maßnahmen geben“, kündigte der US-Regierungsvertreter an, ohne konkreter zu werden. Das Pentagon teilte außerdem mit, das US-Kommando für den indopazifischen Raum habe in dieser Woche verstärkte geheimdienstliche Aufklärungsaktivitäten im Gelben Meer angeordnet – sowie eine erhöhte Bereitschaft der ballistischen Raketenabwehrkräfte in der Region.
Nordkorea hatte zuletzt durch seine Raketentests in der Region erneut für Unruhe gesorgt. Nach Angaben seiner Nachbarn Südkorea und Japan feuerte das isolierte Land Ende Februar sowie Anfang März jeweils eine ballistische Rakete in Richtung offenes Meer ab. Nordkorea selbst sprach von wichtigen Tests in der Entwicklung eines Erdbeobachtungssatelliten.
UN-Resolutionen untersagen dem Land den Tests von ballistischen Raketen, die je nach Bauart mit einem nuklearen Gefechtskopf bestückt werden können. Der Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm gehört seit Jahren zu den gefährlichsten Konflikten der internationalen Politik.
Der US-Regierungsbeamte sagte, die neuen Schritte Washingtons sollten Pjöngjang deutlich machen, „dass diese rechtswidrigen und destabilisierenden Aktivitäten Konsequenzen haben, dass die internationale Gemeinschaft diese Handlungen nicht als normal akzeptieren wird, und vor allem, dass der einzige gangbare Weg für Nordkorea in diplomatischen Verhandlungen besteht“.
Der US-Regierungsvertreter betonte, die USA bemühten sich weiter um einen diplomatischen Weg und seien zu Treffen ohne Vorbedingungen bereit. Auch US-Präsident Joe Biden selbst habe klar gemacht, dass er offen dafür sei, mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu sprechen, sobald eine ernsthafte Vereinbarung auf dem Tisch liege, die auf Verhandlungen auf Arbeitsebene beruhe. Der Beamte beklagte jedoch, Nordkorea reagiere weiter nicht auf die Bemühungen der USA. Die Gespräche der US-Regierung mit Pjöngjang über dessen Atomwaffenprogramm kommen schon seit drei Jahren nicht mehr voran.
Nordkoreas Staatsmedien berichteten unterdessen am Freitag, dass Kim Jong Un bei einem Inspektionsbesuch die Erweiterung der Satelliten-Startanlage Sohae gefordert habe. Von dort sollen demnach verschiedene Trägerraketen starten können, „die Mehrzwecksatelliten einschließlich eines militärischen Aufklärungssatelliten tragen“.
Nordkorea hatte bereits in der Vergangenheit in seinem umstritten Raumfahrtzentrum an der Westküste Raketen gestartet, die angeblich Satelliten ins All bringen sollten. Im Ausland ging man von verdeckten Tests mit Langstreckenraketen aus, die Atomwaffen tragen könnten. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea schon bald eine „Weltraumrakete“ starten könne./jac/dg/DP/ngu
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IRAN – EUROPÄISCHE UNION – EU-Außenbeauftragter verkündet „Pause“ bei Atomgesprächen mit Iran – Russland-Forderung nach Handelsgarantie bremst Verhandlungen aus – 11.3.2022
Von Laurence Norman
PARIS (Dow Jones)–Die Atomgespräche mit dem Iran in Wien wurden am Freitag ohne Ergebnis unterbrochen, nachdem Russland von Washington Garantien gefordert hatte, die verhindern sollen, dass westliche Sanktionen gegen Russland das Land daran hindern, Geschäfte mit dem Iran zu tätigen. „Eine Pause bei den ViennaTalks ist aufgrund externer Faktoren notwendig“, erklärte der Chef der EU-Außenpolitik, Josep Borrell, der formelle Vorsitzende der Verhandlungen, auf Twitter.
„Ein endgültiger Text ist im Wesentlichen fertig und liegt auf dem Tisch.“ Borrell sagte, er werde mit den USA und anderen Verhandlungsteams aus dem Iran und den Großmächten in Kontakt bleiben, „um die aktuelle Situation zu überwinden und das Abkommen abzuschließen“.
Der Iran, die USA und andere Weltmächte verhandeln über die Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015, mit dem die meisten internationalen Sanktionen gegen den Iran im Gegenzug für strenge, aber zeitlich begrenzte Beschränkungen der nuklearen Tätigkeiten im Iran aufgehoben wurden. Unterhändler aus den USA und Europa warnen seit Wochen, dass die Atomgespräche aufgrund der Fortschritte bei den iranischen Atomarbeiten nicht weiter verlängert werden können.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55477211-eu-aussenbeauftragter-verkuendet-pause-bei-atomgespraechen-mit-iran-015.htm
IRAN – CHINA – RUSSLAND – DEUTSCHLAND – Scholz: Russland, China sollten Atom-Gespräche konstruktiv begleiten – 11.3.2022
Von Andrea Thomas
VERSAILLES/BERLIN (Dow Jones)–Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat an Russland und China appelliert, dass sie zu einem positiven Abschluss der Atomgespräche mit dem Iran beitragen. Man müsse sicherstellen, dass der Iran keine Atomwaffen nutzen könne. China habe ihm zugesagt, dass man ein Nuklearabkommen mit dem Iran wolle, so Scholz.
Aktuell könne man sagen, „dass wir viele Fortschritte gemacht haben und dass wir aber noch nicht zu Ende sind und dass es natürlich auch voraussetzt, dass nicht von außen versucht wird, den Erfolg der Gespräche zunichte zu machen“, sagte Scholz zum Abschluss des EU-Gipfels in Versailles. „Es ist die Aufgabe auch von Mächten wie Russland oder China, dass sie diese Ergebnisse konstruktiv mitbegleiten.“
In seinem letzten Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping habe man auch über das Atomabkommen gesprochen. „Er hat mir versichert, dass es für ihn, den chinesischen Präsidenten, eine ganz ganz wichtige Sache sei, dass wir dort zu einem guten Ergebnis kommen und zwar jetzt“, so Scholz.
Zuvor waren die Atomgespräche zur Wiederbelebung des Nuklearabkommens von 2015 ohne Ergebnisse in Wien unterbrochen worden. Russland hatte von den USA Garantien gefordert, dass die aktuellen westlichen Sanktionen gegen Russland das Land nicht an Geschäften mit dem Iran hindern würden.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55480948-scholz-russland-china-sollten-atom-gespraeche-konstruktiv-begleiten-015.htm
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RUSSLAND – UKRAINE – B24 – Newsticker (aktuell)
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/russland-ukraine-krieg-im-news-ticker,SyBZtyZ
RUSSLAND – UKRAINE – n-tv Liveticker zum 12.3.2022 (aktuell)
https://www.n-tv.de/politik/06-52-In-vielen-ukrainischen-Staedten-heulen-Sirenen–article23143824.html
RUSSLAND – UKRAINE – n-tv Liveticker zum 11.3.2022 (abgeschlossen)
https://www.n-tv.de/politik/00-10-Neue-US-Sanktionen-gegen-Oligarchen–article23190494.html
RUSSLAND – UKRAINE – GESAMT-ROUNDUP 3: Neue Angriffe Russlands in Ukraine – Versaille: Mehr Sanktionen gegen Russland, kein rascher EU-Beitritt der Ukraine – Neue Kampfhandlungen auch im Westen der Ukraine – Menschen auf der Flucht – Russland schürt Angst vor Einsatz von Massenvernichtungswaffen – Medien in Russland unter Druck – ARD und ZDF wollen wieder berichten – Gerhard Schröder redet mit Putin – Keine Absprache mit Scholz – 11.3.2022, 20:59
BERLIN (dpa-AFX) – Gut zwei Wochen nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine haben die EU, die USA und andere westliche Partner neue Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht. Die Staaten der Europäischen Union einigten sich am Freitag mit ihren Verbündeten darauf, Russland handelspolitische Vergünstigungen zu entziehen. Das könnte unter anderem höhere Zölle auf russische Waren zur Folge haben. Russland hatte zuvor seine Luftangriffe auf Ziele im Westen der Ukraine ausgeweitet.
Angesichts der Lage will die Europäische Union weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Unterdessen schürt Russland im UN-Sicherheitsrat die Angst vor einem Einsatz von biologischen Waffen durch die Gegenseite, wofür jedoch weder die Vereinten Nationen noch internationale Faktenchecker Hinweise sehen.
*** Mehr Sanktionen gegen Russland – kein rascher EU-Beitritt der Ukraine
Das neue EU-Sanktionspaket sieht neben einem – im Gleichschritt mit den USA geplanten – Importstopp für Luxusgüter vor, die Einfuhr bestimmter Produkte der russischen Eisen- und Stahlindustrie zu untersagen. Damit treffe man einen zentralen Sektor des russischen Wirtschaftssystems und bringe das Land um Ausfuhrerlöse in Milliardenhöhe, teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit. Zudem sei ein umfassendes Verbot neuer Investitionen in den gesamten russischen Energiesektor geplant.
Die EU will zudem eine halbe Milliarde Euro zusätzlich für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte bereitstellen. Das kündigte EU-Ratschef Charles Michel am Freitag nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs im französischen Versailles an. Ein erstes Paket über 500 Millionen Euro war Ende Februar bewilligt worden. Die EU-Staaten wollen zudem mit einer deutlichen Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben die Abschreckung gegen Russland verstärken.
Den Hoffnungen der Ukraine auf einen raschen EU-Beitritt verpassten die EU-Staats- und Regierungschefs aber einen Dämpfer. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Kollegen versprachen der Ukraine lediglich, die Bindungen weiter zu stärken und die Partnerschaft zu vertiefen, um sie auf ihrem europäischen Weg zu unterstützen.
*** Neue Kampfhandlungen auch im Westen der Ukraine
Bei Angriffen neuen Angriffen auf Ziele in der Ukraine am Freitag zerstörten Russlands Streitkräfte nach eigenen Angaben 82 Militäranlagen. Darunter seien vier Kommando- und Kontrollzentren der ukrainischen Armee, sagte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums laut der Nachrichtenagentur Interfax. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Seit Kriegsbeginn vor gut zwei Wochen sollen dem Sprecher zufolge 3346 ukrainische Militärobjekte zerstört worden sein.
Nach russischen Angaben setzten die prorussischen Separatisten zudem ihren Vormarsch im Donezker Gebiet fort. Sie seien elf Kilometer von der eingenommenen Stadt Wolnowacha aus weiter in Richtung des Gebiets Saporischschja vorgerückt, hieß es. Von ukrainischer Seite gab es weiterhin keine Bestätigung für die Einnahme Wolnowachas.
Die südostukrainische Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben Russlands nun blockiert. In der Stadt sitzen mehrere Hunderttausend Bewohner fest. Auch am Freitag habe ein Hilfskonvoi aus Saporischschja Mariupol nicht erreichen können, meldete die Agentur Ukrinform. Der Stadtrat bezifferte die Zahl der getöteten Zivilisten mit 1582, UN-Statistiken weisen bisher rund 560 belegte Fälle getöteter Zivilisten aus. Mehrere Anläufe, Menschen über vereinbarte Fluchtkorridore zu retten, sind bereits gescheitert.
In der Nacht zum Freitag hatte Russland seine Angriffe auf den Westen der Ukraine ausgeweitet. Luftwaffenstützpunkte in der westukrainischen Gebietshauptstadt Iwano-Frankiwsk und in Luzk im Nordwesten des Landes seien mit „Hochpräzisionswaffen“ außer Gefecht gesetzt worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw unweit der polnischen Grenze, in die zunächst viele Ukrainer wegen der Kämpfe geflohen waren.
Ein kilometerlanger Konvoi mit russischen Militärfahrzeugen vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew zerstreut sich Angaben der US-Regierung stellenweise. Das Vorgehen diene wohl dazu, die Fahrzeuge besser zu tarnen, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Freitag. Wie weit Kiew bereits eingekesselt ist, konnte er nicht sagen. Aus nordwestlicher Richtung sei das russische Militär etwa 15 Kilometer vom Zentrum entfernt. Experten der britischen Regierung halten Angriffe russischer Truppen auf Kiew in den kommenden Tagen für wahrscheinlich.
*** Menschen auf der Flucht
Seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR vom Freitag 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Demnach waren mehr als 1,5 Millionen Menschen aus der Ukraine in Polen, gut 225 000 in Ungarn und 176 000 in der Slowakei. Nach Deutschland kamen laut Bundespolizei bisher rund 110 000 Kriegsflüchtlinge. Zusätzlich zu den Geflüchteten sind nach UNHCR-Schätzungen 1,85 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine vertrieben worden.
Wegen des Krieges wächst auch die Angst vor Versorgungskrisen und Nahrungsmittelknappheit – auch über die Kriegsgebiete hinaus. So ist die Ukraine weltweit der fünftgrößte Weizenlieferant. Viele Länder würden Schwierigkeiten bekommen, sich mit Agrarrohstoffen zu versorgen, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus den G7-Staaten. Dies bedrohe in Teilen der Welt die Versorgung.
*** Russland schürt Angst vor Einsatz von Massenvernichtungswaffen
Russland warf der Ukraine und den USA vor dem UN-Sicherheitsrat die Entwicklung von Biowaffen vor. „Das Russische Verteidigungsministerium besitzt jetzt Dokumente, die bestätigen, dass es auf dem Territorium der Ukraine ein Netzwerk von mindestens 30 biologischen Labors gab“, sagte Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja bei einer Dringlichkeitssitzung in New York am Freitag. Diese seien für „gefährliche Experimente“ mit Erregern von Milzbrand, Tularämie, Cholera und anderen tödlichen Krankheiten genutzt worden. Dabei sei Kiew vom Pentagon unterstützt worden.
Internationale Faktenchecker haben Behauptungen über ein Netz von Laboren aber bereits entkräftet. Auch die UN versicherten mehrfach, sie wüssten nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen. Die USA sprechen von „Propaganda“ und einem möglichen Vorwand der Russen, um selbst Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen.
*** Medien in Russland unter Druck – ARD und ZDF wollen wieder berichten
In Russland wächst indes der Druck auf soziale Netzwerke und Medien. Die Generalstaatsanwaltschaft will den Facebook-Konzern Meta als „extremistische Organisation“ verbieten lassen. Hintergrund sei eine Entscheidung des US-Konzerns, zu dem auch Dienste wie Instagram und WhatsApp gehören, Aufrufe zur Gewalt gegen russische Truppen in der Ukraine zuzulassen. Facebook selbst ist in Russland bereits seit Tagen nicht mehr aufrufbar. Auch Instagram wird jetzt blockiert.
Die deutschen Fernsehsender ARD und ZDF wollen dagegen bald wieder aus ihren Studios in Moskau berichten. Man wolle wieder „über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Russland“ berichten, „die Berichterstattung über die militärische Lage in der Ukraine“ jedoch von anderen Standorten leisten.
Die Berichterstattung war vorübergehend ausgesetzt worden. Grund war eine Gesetzesänderung in Russland, wonach die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte mit hohen Geldstrafen und bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden kann.
Der Google-Videoservice Youtube sperrt derweil ab sofort Kanäle, in denen der Angriff Russlands auf die Ukraine geleugnet wird. „Unser Gemeinschaftrichtlinien verbieten Inhalte, die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren“, sagte ein Youtube-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.
*** Gerhard Schröder redet mit Putin – Keine Absprache mit Scholz
Zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über den Ukraine-Krieg war Altkanzler Gerhard Schröder nach Moskau gereist. Entsprechende Berichte des Nachrichtenportals „Politico“ und der „Bild“-Zeitung wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Nach dpa-Informationen fand ein erstes Gespräch zwischen Schröder und Putin am Donnerstag statt. Ob weitere geplant sind, blieb zunächst unklar. Seitens der Bundesregierung hatte es zuvor geheißen, dass die Reise nicht mit ihr abgesprochen gewesen sei./gma/DP/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55482152-gesamt-roundup-3-neue-angriffe-russlands-in-ukraine-neue-sanktionen-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – Der 16. Kriegstag im Überblick Russische Armee bereitet Angriff auf Kiew vor – USA und EU isolieren Russland weiter – Wolodymyr Selenskyj appelliert an die EU und die USA mehr für sein Land zu tun – Russische Armee meldet Erfolge – Russische Armee meldet Erfolge – Russen entführen Bürgermeister von Melitopol – Keine weiteren Evakuierungen in Mariupol – inkl. Kartenwerk – Rund 2,5 Millionen Ukrainer haben Land verlassen – EU verhängt Export- und Investitionsverbote – Youtube sperrt Kriegs-Leugner – 11.3.2022, 22:20
Angesichts des Leids der Bevölkerung in der Ukraine verstärkt der Westen nochmals den Druck auf Russland. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer „humanitären Katastrophe“: In Kiew und anderen Städten gebe es keinen Strom, kein Gas, kein Wasser mehr. Russland stellt seine Truppen offenbar neu auf, der Angriff auf Kiew könnte bald erfolgen. Die USA und die EU kündigten derweil neue Handelssanktionen gegen Russland an, die EU-Staats- und Regierungschefs berieten zudem über zusätzliche Militärhilfen für die Ukraine. Der 16. Kriegstag im Überblick.
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte in einer Videobotschaft eindringlich an die EU, mehr für sein Land zu tun. Russland wolle die Ukraine „zerstören“ und ziehe dazu auch „syrische Mörder“ heran, warnte er. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor den Einsatz von 16.000 „freiwilligen“, hauptsächlich aus dem Nahen Osten stammenden Kämpfern in der Ukraine bewilligt. Dies kann ein weiteres Indiz dafür sein, dass die Invasion nicht so verläuft, wie sich der russische Präsident und seine Generäle dies vorgestellt haben. Dazu passt, dass Putin acht Generäle entlassen und zwei Mitarbeiter des Geheimdienstes FSB unter Hausarrest gestellt haben soll.
*** Russische Armee meldet Erfolge
Bei neuen Angriffen auf Ziele in der Ukraine zerstörten Russlands Streitkräfte nach eigenen Angaben 82 Militäranlagen. Darunter seien vier Kommando- und Kontrollzentren der ukrainischen Armee, sagte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums laut der Nachrichtenagentur Interfax. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Seit Kriegsbeginn vor gut zwei Wochen sollen dem Sprecher zufolge 3346 ukrainische Militärobjekte zerstört worden sein. Nach russischen Angaben setzten die prorussischen Separatisten zudem ihren Vormarsch im Donezker Gebiet fort. Sie seien elf Kilometer von der eingenommenen Stadt Wolnowacha aus weiter in Richtung des Gebiets Saporischschja vorgerückt, hieß es. Von ukrainischer Seite gab es weiterhin keine Bestätigung für die Einnahme Wolnowachas. Zudem wurde erstmals die zentralukrainische Industriestadt Dnipro angegriffen, mindestens ein Mensch starb. Nach Angaben der Rettungskräfte trafen die Luftangriffe mehrere zivile Gebäude, darunter einen Kindergarten und eine Schuhfabrik.
Ein kilometerlanger Konvoi mit russischen Militärfahrzeugen vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew zerstreut sich Angaben der US-Regierung stellenweise. Das Vorgehen diene wohl dazu, die Fahrzeuge besser zu tarnen, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter. Wie weit Kiew bereits eingekesselt ist, konnte er nicht sagen. Aus nordwestlicher Richtung sei das russische Militär etwa 15 Kilometer vom Zentrum entfernt. Experten der britischen Regierung halten Angriffe russischer Truppen auf Kiew in den kommenden Tagen für wahrscheinlich.
*** Russen entführen Bürgermeister von Melitopol
Die Hauptstadt befinde sich im „Belagerungszustand“, erklärte auch der Präsidentenberater Mychailo Podoljak. Kiew sei „bereit zu kämpfen“ und werde „standhaft bis zum Ende sein“, twitterte er. Die im Nordwesten gelegenen Vorstädte Kiews werden seit Tagen von schweren Luftangriffen erschüttert. Mittlerweile nähert sich die russische Armee der Hauptstadt aber auch von Nordosten her. Ukrainische Soldaten berichteten AFP-Reportern von heftigen Kämpfen um die Kontrolle der wichtigsten nach Kiew führenden Autobahn bei Welyka Dymerka.
In der von russische Truppen besetzten Stadt Melitopol sollen russische Soldaten nach ukrainischen Angaben den Bürgermeister der Stadt entführt haben. Iwan Fedorow sei bei einem Besuch des Krisenzentrums von Melitopol von einer Gruppe von „zehn Besatzern“ verschleppt worden, als er sich um Versorgungsfragen kümmern wollte, teilte das ukrainische Parlament auf Twitter mit. „Er weigerte sich, mit dem Feind zu kooperieren“, hieß es. Der stellvertretende Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, Kirillo Timoschenko, veröffentlichte auf Telegram ein Video, auf dem Soldaten in einiger Entfernung aus einem Gebäude kommen und dabei einen schwarzgekleideten Mann mit sich führen, dessen Kopf offenbar in einem schwarzen Sack steckt. Die Stadt ist militärisch zwar unter russischer Kontrolle, aber es gibt immer wieder
*** Keine weiteren Evakuierungen in Mariupol
Besonders dramatisch ist die Lage weiterhin im seit mehr als zehn Tagen von der russischen Armee eingekesselten Mariupol. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden seit der Belagerung 1582 Zivilisten getötet, UN-Statistiken dokumentieren bisher 560 belegte Fälle. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) berichtete von katastrophalen Bedingungen für die noch rund 300.000 in der Stadt eingeschlossenen Zivilisten. Mehrere Anläufe, Menschen über vereinbarte Fluchtkorridore zu retten, sind bereits gescheitert.
Russland schürt Angst vor Einsatz von Massenvernichtungswaffen Russland warf der Ukraine und den USA vor dem UN-Sicherheitsrat die Entwicklung von Biowaffen vor. „Das Russische Verteidigungsministerium besitzt jetzt Dokumente, die bestätigen, dass es auf dem Territorium der Ukraine ein Netzwerk von mindestens 30 biologischen Labors gab“, sagte Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja bei einer Dringlichkeitssitzung in New York. Diese seien für „gefährliche Experimente“ mit Erregern von Milzbrand, Tularämie, Cholera und anderen tödlichen Krankheiten genutzt worden. Dabei sei Kiew vom Pentagon unterstützt worden. Internationale Faktenchecker haben Behauptungen über ein Netz von Laboren aber bereits entkräftet. Auch die UN versicherten mehrfach, sie wüssten nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen. Die USA sprechen von „Propaganda“ und einem möglichen Vorwand der Russen, um selbst Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen.
*** Rund 2,5 Millionen Ukrainer haben Land verlassen
Seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Demnach waren mehr als 1,5 Millionen Menschen aus der Ukraine in Polen, gut 225.000 in Ungarn und 176.000 in der Slowakei untergekommen. Nach Deutschland kamen laut Bundespolizei bisher rund 110.000 Kriegsflüchtlinge. Zusätzlich zu den Geflüchteten sind nach UNHCR-Schätzungen 1,85 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine vertrieben worden.
Wegen des Krieges wächst auch die Angst vor Versorgungskrisen und Nahrungsmittelknappheit – auch über die Kriegsgebiete hinaus. So ist die Ukraine weltweit der fünftgrößte Weizenlieferant. Viele Länder würden Schwierigkeiten bekommen, sich mit Agrarrohstoffen zu versorgen, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus den G7-Staaten. Dies bedrohe in Teilen der Welt die Versorgung.
*** EU verhängt Export- und Investitionsverbote
Nach Beratungen der EU-Staats- und Regierungschefs im französischen Versailles einigten sie sich auf ein neues EU-Sanktionspaket. Das sieht neben einem – im Gleichschritt mit den USA geplanten – Importstopp für Luxusgüter vor, die Einfuhr bestimmter Produkte der russischen Eisen- und Stahlindustrie zu untersagen. Damit treffe man einen zentralen Sektor des russischen Wirtschaftssystems und bringe das Land um Ausfuhrerlöse in Milliardenhöhe, teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit. Zudem sei ein umfassendes Verbot neuer Investitionen in den gesamten russischen Energiesektor geplant. Die EU will zudem eine halbe Milliarde Euro zusätzlich für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte bereitstellen. Das kündigte EU-Ratschef Charles Michel an.
Den Hoffnungen der Ukraine auf einen raschen EU-Beitritt verpassten die EU-Staats- und Regierungschefs aber einen Dämpfer. Bundeskanzler Olaf Scholz und seine Kollegen versprachen der Ukraine lediglich, die Bindungen weiter zu stärken und die Partnerschaft zu vertiefen, um sie auf ihrem europäischen Weg zu unterstützen.
*** Youtube sperrt Kriegs-Leugner
In Russland wächst indes der Druck auf soziale Netzwerke und Medien. Die Generalstaatsanwaltschaft will den Facebook-Konzern Meta als „extremistische Organisation“ verbieten lassen. Hintergrund sei eine Entscheidung des US-Konzerns, zu dem auch Dienste wie Instagram und WhatsApp gehören, Aufrufe zur Gewalt gegen russische Truppen in der Ukraine zuzulassen. Facebook selbst ist in Russland bereits seit Tagen nicht mehr aufrufbar. Auch Instagram wird jetzt blockiert. Der Google-Videoservice Youtube sperrt derweil ab sofort Kanäle, in denen der Angriff Russlands auf die Ukraine geleugnet wird. „Unser Gemeinschaftrichtlinien verbieten Inhalte, die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren“, sagte ein Youtube-Sprecher. Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP
https://www.n-tv.de/politik/Russische-Armee-bereitet-Angriff-auf-Kiew-vor-USA-und-EU-isolieren-Russland-weiter-article23190365.html
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RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/WHO – WHO bleibt vage bei Laborsicherheit in der Ukraine – Unklar, ob und welche Pathogene in welchem Ausmaß entweichen können – 11.3.2022, 13:17
GENF (dpa-AFX) – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht keine konkreten Angaben über Vorkehrungen gegen eine mögliche Freisetzung von gefährlichen Pathogene aus Laboren in der Ukraine. Behörden in aller Welt müssten ihre Risikolage ständig beurteilen und Erreger oder potenziell gefährliche Substanzen im Falle einer Bedrohung sicher entsorgen, um eine unbeabsichtigte Freisetzung zu verhindern, sagte ein WHO-Sprecher am Freitag.
Die WHO sei routinemäßig mit allen Mitgliedsländern im Austausch über die Laborsicherheit. Er wollte keine Angaben machen, wann die WHO zuletzt mit den Behörden in der Ukraine zu diesem Thema in Kontakt war. Welche Pathogene in der Ukraine sind und wo sich die Labore befinden, wollte der WHO-Sprecher auch nicht sagen.
Das deutsche Zentrum für Infektionsforschung bezeichnet Pathogene als Mikroorganismen, Viren, Gifte und ionisierende Strahlung, die eine Erkrankung hervorrufen können. Das jüngste Handbuch der WHO für Labore, die mit biologische Arbeitsstoffen umgehen, stammt von Dezember 2020./oe/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55477802-who-bleibt-vage-bei-laborsicherheit-in-der-ukraine-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – CHINA – China stärkt Russland vor Sicherheitsrat den Rücken – 11.3.2022, 19:11
NEW YORK (dpa-AFX) – China hat Russland bei seinen Behauptungen über angeblich in der Ukraine produzierte Biowaffen den Rücken gestärkt. Man habe die „relevanten Informationen“ Moskaus zur Kenntnis genommen, sagte der chinesische UN-Botschafter Zhang Jun am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Diese sollten „große Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft hervorrufen“ und überprüft werden. Gleichzeitig wies der Vertreter Pekings Vorwürfe aus Washington zurück, China verbreite russische Propaganda zu dem Thema.
Hintergrund ist Russlands Vorwurf an die USA und die Ukraine, auf ukrainischem Boden biologische Waffen zu entwickeln. Internationale Faktenchecker haben Behauptungen über ein angebliches Netz derartiger Labore bereits entkräftet. Auch die UN haben erklärt, sie wüssten nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen. Die USA sprechen von „Propaganda“ und einem möglichen Vorwand der Russen, um selbst Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen./scb/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481635-china-staerkt-russland-vor-sicherheitsrat-den-ruecken-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL – G7 wollen Russland Meistbegünstigtenstatus im Welthandel entziehen – Solidarität mit Ukraine beteuert – 11.3.2022, 18:34
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)–Die sieben führenden Industrieländer (G7) haben angekündigt, Russland den Handelsstatus als „meistbegünstigte Nation“ für Schlüsselprodukte entziehen zu wollen. „Dies wird wichtige Vorteile der russischen Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation aufheben und sicherstellen, dass die Produkte russischer Unternehmen nicht länger eine Behandlung als meistbegünstigte Nation in unseren Volkswirtschaften erfahren“, betonten die Staats- und Regierungschefs der G7 in einer von der Bundesregierung verbreiteten Erklärung.
Darin unterstrichen sie ihre „Solidarität“ mit der Ukraine und forderten Russlands Präsidenten Wladimir Putin dazu auf, „den andauernden Angriff gegen die Ukraine sofort zu stoppen und die militärischen Kräfte zurückzuziehen“. Deutschland führt derzeit den G7-Vorsitz.
In der Erklärung hieß es, es werde ein Statement einer breiten Koalition von WTO-Mitgliedern, darunter den G7-Ländern, vorbereitet, in welchem diese ihren Entzug des Meistbegünstigtenstatus für Russland bekanntgeben wollten. Damit würden im internationalen Handel Zölle auf russische Waren anfallen und diese verteuern. Die G7 zeigten sich zudem „bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um Präsident Putin und sein Regime für seinen Angriff auf die Ukraine zur Rechenschaft zu ziehen“.
Auch wolle man weitere Bemühungen anstellen, die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu verringern, allerdings auf „geordnete Weise“ und in einer Art, „die der Welt Zeit gibt, alternative und nachhaltige Lieferungen zu sichern“. Die Unternehmen, die sich vom russischen Markt zurückzögen, sollten unterstützt werden. Zudem betonten die G7, ihre bisherigen Sanktionen umfassten nach allgemeinem Verständnis auch Kryptoanlagen, und es sollten Maßnahmen ergriffen werden, um „jegliche unerlaubte Aktivität besser zu entdecken und zu untersagen“.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481389-g7-wollen-russland-meistbeguenstigtenstatus-entziehen-015.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481935-ukraine-krieg-g7-staaten-wollen-russland-weiter-isolieren-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – UKRAINE – Moskau und Kiew laut IAEA „bereit“ zu Zusammenarbeit bei Akw-Sicherheit – 11.3.2022, 9:31
Die Regierungen Russlands und der Ukraine sind der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge „bereit“ zur Zusammenarbeit bei der Sicherheit der Atomanlagen im Kriegsgebiet. „Wir hatten gute Gespräche, keine einfachen, aber ernsthafte Gespräche“, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi nach seiner Rückkehr von Gesprächen mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in der Türkei. „Beide Seiten sind sich einig, dass etwas getan werden muss“, bekräftigte er.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474808-ueberblick-am-morgen-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – WESTEUROPA – Putin will Truppen an Russlands Grenzen zum Westen verstärken – 11.3.2022, 14:01
Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt die Verstärkung seiner Truppen an den Grenzen zum Westen. Bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung des Sicherheitsrats in Moskau forderte Putin Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf, einen entsprechenden Plan zu erarbeiten. Als Grund nannte Putin die „von den Nato-Ländern beschlossenen Maßnahmen“. Die Nato-Staaten haben als Reaktion auf Russlands Militäreinsatz in der Ukraine tausende Soldaten nach Mittel- und Osteuropa entsandt. Moskau hat einen Rückzug der Allianz gefordert.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478311-ueberblick-am-mittag-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – Putin sieht „positive“ Zeichen in Verhandlungen mit Ukraine – 11.3.2022, 14:01
Russlands Staatschef Wladimir Putin macht in den Verhandlungen mit der Ukraine „positive Veränderungen“ aus. „Da sind gewisse positive Veränderungen, haben mir unsere Unterhändler berichtet“, sagte Putin ährend eines vom Fernsehen übertragenen Treffens mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko. Die Verhandlungen würden „nun auf fast täglicher Basis geführt“.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478311-ueberblick-am-mittag-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55477889-putin-sieht-fortschritte-bei-verhandlungen-mit-ukraine-003.htm
RUSSLAND – UKRAINE – KOMMENTAR – ROUNDUP: Scholz auf der Bremse – Wie geeint die EU nach 16 Tagen Krieg ist – Wachsende Spannungen über weiteren Kurs mit zunehmender Dauer des Krieges – Scholz unter Druck – Glanz in Versailler Sonne: Macron im Wahlkampf – 11.3.2022, 17:23
VERSAILLES (dpa-AFX) – Weitere Waffenlieferungen an die Ukraine, neue Sanktionen gegen Russland und beruhigende Worte für die wegen steigender Energiepreise besorgten EU-Bürger: Bei einem zweitägigen Gipfeltreffen in Versailles bei Paris haben Bundeskanzler Olaf Scholz und die anderen Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten versucht, sich als geeintes Bündnis gegen die furchteinflößende Politik von Kremlchef Wladimir Putin zu präsentieren.
Doch das zweitägige Gipfel-Treffen im Schloss von Versailles zeigte auch: Mit zunehmender Dauer des russischen Kriegs gegen die Ukraine wachsen zwischen den EU-Staaten die Spannungen über den weiteren Kurs der Europäischen Union. Dabei steht vor allem Bundeskanzler Olaf Scholz deutlich unter Druck. Wo steht die EU nach dem Krisengipfel?
*** Sanktionen, die Vierte – Mehr Druck auf die russische Wirtschaft
Drei umfangreiche Sanktionspakete gegen Moskau hat die EU bereits verabschiedet. Nun soll das nächste folgen. „Wir werden nun ein viertes Paket von Sanktionen vorschlagen“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nach dem Gipfel. Dies werde Russland weiter vom weltweiten Wirtschaftssystem isolieren und die Kosten für die Invasion in die Ukraine noch einmal nach oben treiben. Details nannte von der Leyen nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen in Abstimmung mit Partnern wie den USA unter anderem handelspolitische Vergünstigungen für Russland im Rahmen der Welthandelsorganisation aufgehoben werden.
*** Importstopp für russische Energie weiter offen
Eine der schärfsten Strafmaßnahmen gegen Russland wäre ein Importstopp für Öl, Gas und Kohle. Doch können sich die 27 EU-Staaten darauf weiter nicht einigen – unter anderem deshalb, weil Kanzler Scholz sich sperrt. Deutschland ist seiner Ansicht nach zu abhängig von russischer Energie. Die Sanktionen sollten jedoch möglichst geringe Auswirkungen auf die EU-Staaten selbst haben, sagte Scholz in Versailles. Österreichs Kanzler Karl Nehammer teilt diese Haltung: „Österreich kann jetzt nicht sagen: Wir verzichten auf russisches Erdgas. Wir brauchen es.“
Andere Länder wie Polen und Litauen trommeln hingegen für einen Importstopp – bislang erfolglos. Die russischen Lieferungen sind vor allem deshalb umstritten, weil Moskau damit Milliarden einnimmt, die es für den Krieg gegen die Ukraine verwenden könnte.
Die 27 Staats- und Regierungschefs einigten sich nun darauf, die Abhängigkeit von russischen Gas-, Öl- und Kohle-Importen „so schnell wie möglich“ zu reduzieren. Konkret wollen die EU-Länder die Nutzung von fossilen Brennstoffen reduzieren, neue Gas-Quellen wie Flüssiggas (LNG) und Biogas erschließen sowie den Ausbau von Wasserstofftechnologie und erneuerbaren Energien beschleunigen. Die EU-Kommission soll bis Ende Mai einen konkreten Plan vorschlagen – spätestens 2027 will man damit unabhängig von Russland sein.
*** Das Verhältnis zur Ukraine – Kommt der schnelle EU-Beitritt?
Die Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj will unbedingt in die EU – und zwar so schnell wie möglich. Einen entsprechenden Antrag hat Selenskyj vergangene Woche bereits gestellt. Doch etliche beim EU-Gipfel sahen das anders. Zwar sprechen sich in Versailles Staaten wie Estland, Litauen oder Slowenien für einen möglichst schnellen EU-Beitritt des osteuropäischen Landes aus. Doch auch hier stellte sich unter anderem Scholz quer.
So wird der Ukraine in Abschlusserklärung des Gipfels vor allem moralische Unterstützung zugesagt und langfristig Hoffnung auf die Mitgliedschaft im Staatenbund gemacht. Das Land gehöre zur europäischen Familie, man wolle daran arbeiten, die Bindungen weiter zu stärken und die Partnerschaft zu vertiefen. Was allen Ländern wichtig war: Der Ukraine sollte nicht die kalte Schulter gezeigt werden. „Wir werden sie nicht allein lassen“, heißt es in der Abschlusserklärung. Und: Die Menschen in der Ukraine verteidigten nicht nur ihr Land, sondern auch die „gemeinsamen Werte der Freiheit und der Demokratie“.
Ob der Ukraine das reicht? Nicht wirklich. „Die Europäische Union sollte mehr tun. Sollte mehr tun für uns, für die Ukraine. Und für sich. Wir erwarten das. Alle Europäer erwarten das“, sagte Selenskyj.
*** Hunderte Millionen für Waffen an die Ukraine
Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet, bezahlt aus dem EU-Haushalt – das galt lange als Tabu. Ein Tabu, das die EU vor knapp zwei Wochen kassierte. Damals entschieden die 27 Staaten, dass die EU eine halbe Milliarde Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen wird. Beim Gipfel in Versailles sattelten Scholz und seine Kollegen noch einmal die gleiche Summe obendrauf.
*** Ein Gastgeber im Wahlkampf: Macron sonnt sich im Glanz von Versailles
Gastgeber Emmanuel Macron, dessen Land gerade den Vorsitz der EU-Staaten innehat, hatte wohl auch auf die Strahlkraft der imposanten Palastanlage westlich von Paris gehofft. Denn der französische Präsident will im April wiedergewählt werden und kann mitten im Krieg nur sehr eingeschränkt Wahlkampf betreiben. So setzte der pro-europäische Kandidat sicher darauf, sich im Kreise seiner Kollegen als Chefstratege zu profilieren. Doch während ein international gewichtiges Frankreich im Land zwar gerne gesehen wird, stehen bei der Wahlentscheidung eher innenpolitische Fragen wie die Auswirkungen des Kriegs auf den Alltag der Menschen im Vordergrund – und da konnte Macron zuletzt nicht besonders viel ausrichten./wim/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55480751-roundup-scholz-auf-der-bremse-wie-geeint-die-eu-nach-16-tagen-krieg-ist-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – ANALYSE – Ukraine: Migrationsforscher erwarten größte Fluchtbewegung in Europa – Migrationsforscher: Geflüchtete nicht nach Herkunft unterscheiden – Auf unterschiedliche Fluchtszenarien einstellen – 11.3.2022
Österreichische Migrationsforscherinnen und -forscher erwarten durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine „die größte Fluchtbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg“. In einem am Freitag veröffentlichten Aufruf betonen sie, dass die europäischen Regierungen dem nur dann gewachsen sein werden, „wenn sie sich sowohl auf Szenarien der temporären als auch der permanenten Flucht einstellen und bereit sind, aus Fehlern in den vergangenen Jahren zu lernen“.
*** Migrationsforscher: Geflüchtete nicht nach Herkunft unterscheiden
Initiiert hat den Aufruf die Kommission für Migrations- und Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Unterzeichnet wurde der Text bisher von mehr als 70 Wissenschaftern von Universitäten und Forschungseinrichtungen in ganz Österreich.
Die Migrationsforscher halten es für wahrscheinlich, dass die meisten der jetzt Geflüchteten in die Ukraine zurückkehren und sich am Wiederaufbau des Landes beteiligen werden, sollten die Pläne Putins aufgrund des anhaltenden Widerstands in der Ukraine scheitern. Falls Putin jedoch in der Ukraine „einen Vasallenstaat errichtet, der von einem Terrorregime aufrechterhalten wird, dann wird es nach der ersten Welle der Flucht von Frauen und Kindern zu weiteren massiven Fluchtbewegungen von Menschen kommen, die ihr Leben anderswo neu aufbauen müssen“.
*** Auf unterschiedliche Fluchtszenarien einstellen
Aus diesem Grund plädieren die Wissenschafter dafür, sich auf unterschiedliche Szenarien temporärer und permanenter Flucht einzustellen. In diesem Zusammenhang begrüßen die Migrationsforscher den Beschluss der EU-Staaten, ihre Grenzen für Geflüchtete aus der Ukraine zu öffnen und eine EU Richtlinie über temporären Schutz im Fall von Massenzuwanderung aus dem Jahr 2001 zu aktivieren.
Die Niederlassungsfreiheit für die aus der Ukraine Geflüchteten in der gesamten EU sei eine wichtige Voraussetzung für Integration, weil es ihnen beispielsweise ermögliche dorthin zu gehen, wo es bereits größere ukrainische Gemeinschaften gebe oder wo sie ihre Qualifikationen am besten einsetzen können. Das allein werde aber nicht genügen, plädieren die Wissenschafter für staatliche Maßnahmen zur Beschaffung von Wohnraum und zur aktiven Integration in den Arbeitsmarkt sowie für einen europäischen Solidaritätsfonds, um Lasten zwischen den einzelnen Staaten auszugleichen.
So sehr die Migrationsforscher die große Welle an Hilfsbereitschaft von staatlicher und zivilgesellschaftlicher Seite gegenüber Geflüchteten aus der Ukraine begrüßen, warnen sie gleichzeitig vor einer Unterscheidung von Geflüchteten nach ihrer Herkunft in willkommene und unwillkommene, ohne ihre Fluchtgründe zu berücksichtigen. „Bei der Aufnahme von Geflüchteten darf es keine Diskriminierung zwischen ukrainischen StaatsbürgerInnen und Drittstaatsangehörigen geben, die in der Ukraine gelebt, gearbeitet oder studiert haben und keine Möglichkeit haben, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren“, heißt es in dem Text. „Das Recht auf Asyl als individuelles Menschenrecht muss auch in einer Ausnahmesituation erhalten bleiben, in der es um den unmittelbaren Schutz von Millionen von Menschen geht, denen ihre Heimat geraubt wurde“, erinnern die Wissenschafter daran, dass nach der Ausnahmesituation im Sommer 2015 sichere Fluchtrouten nach Europa versperrt wurden und Tausende Menschen bis heute in Aufnahmelagern auf griechischen Inseln unter menschenunwürdigen Bedingungen leben.
Service: http://go.apa.at/Z52LDLxS
https://science.apa.at/power-search/15140534212664454917
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RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/UN – Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu angeblichen Biowaffen in Ukraine – 11.3.2022, 9:31
Der UN-Sicherheitsrat wird am Freitag um 17.00 Uhr MEZ zu einer Dringlichkeitssitzung über angebliche Biowaffen in der Ukraine zusammenkommen. Die Sitzung war von Russland beantragt worden, nachdem sich Moskau und Washington in den vergangenen Tagen gegenseitig vorgeworfen hatten, Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einsetzen zu wollen. Russland hatte die ukrainische Regierung beschuldigt, zusammen mit den USA Labore zur Herstellung von Biowaffen zu betreiben. Washington und Kiew wiesen dies zurück.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474808-ueberblick-am-morgen-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/UN – UN: Biowaffenprogramme in der Ukraine sind uns nicht bekannt-11.3.2022, 17:59
NEW YORK (dpa-AFX) – Die Vereinten Nationen haben bekräftigt, nichts über in der Ukraine produzierte Biowaffen zu wissen. „Mir sind Medienberichte über Vorwürfe von Biowaffenprogrammen bekannt. Den UN sind keine Biowaffenprogramme bekannt“, sagte Izumi Nakamitsu, die Leiterin des UN-Büros für Abrüstungsfragen, am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York.
Hintergrund ist Russlands Vorwurf an die USA und die Ukraine, biologische Waffen zu entwickeln. Internationale Faktenchecker haben entsprechende Behauptungen teilweise entkräftet. Auch die UN sagten bereits zuvor, sie wüssten nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen. Die USA sprechen von „Propaganda“ und einem möglichen Vorwand der Russen, selbst Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen.
Es ist bereits die achte Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums seit der Eskalation in der Ukraine – allerdings die erste von Moskau angefragte./scb/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481120-un-biowaffenprogramme-in-der-ukraine-sind-uns-nicht-bekannt-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – INTERNATIONAL/NATO – Stoltenberg: Nato will offenen Krieg mit Russland verhindern – 11.3.2022, 14:01
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat bekräftigt, dass die westliche Allianz einen offenen Krieg mit Russland verhindern will. „Wir sind verantwortlich dafür zu verhindern, dass sich dieser Konflikt über die Grenzen der Ukraine hinaus intensiviert und zu einem offenen Krieg zwischen Russland und der Nato wird“, sagte Stoltenberg im türkischen Antalya im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Die westlichen Staaten haben mit beispiellosen Sanktionen auf den Einmarsch Russlands in der Ukraine reagiert.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478311-ueberblick-am-mittag-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – USA – Biden will Handel mit Russland wegen Ukraine-Kriegs massiv einschränken – 11.3.2022, 19:31
Die USA und die anderen G7-Staaten wollen den Handel mit Russland wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine massiv einschränken. US-Präsident Joe Biden kündigte an, die USA und ihre Verbündeten würden Russland den Status als „meistbegünstigte Nation“ entziehen. Das würde den Weg für Zollerhöhungen und weitere Handelsbeschränkungen ebnen.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481738-ueberblick-am-abend-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – USA – Biden warnt Russland vor Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine – 11.3.2022, 19:31
US-Präsident Joe Biden hat Russland vor einem Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine gewarnt. Russland würde bei einem Einsatz chemischer Waffen „einen hohen Preis zahlen“, sagte Biden. Zuletzt waren Befürchtungen laut geworden, der Kreml in Moskau könnte mit Vorwürfen, die Ukraine verfüge über biologische oder chemische Waffen, eine Vorwand für einen eigenen Einsatz solcher Waffen schaffen.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481738-ueberblick-am-abend-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – USA – US-Senat beschließt neuen Haushalt inklusive Hilfspaket für Ukraine – 11.3.2022, 9:31
Der US-Senat hat am Donnerstagabend dem neuen US-Haushalt zugestimmt, der auch ein milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine vorsieht. In dem insgesamt 1,5 Billionen Dollar schweren Entwurf für die Ausgaben im restlichen Haushaltsjahr sind fast 14 Milliarden Dollar an direkten Hilfen für das Kriegsland sowie Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Konflikts vorgesehen. Nach der Zustimmung beider Kammern des Kongresses kann US-Präsident Joe Biden das Gesetz nun unterzeichnen.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474808-ueberblick-am-morgen-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – USA – USA: Ukraine braucht Luftabwehrraketen statt Kampfflugzeuge – 11.3.2022, 9:31
Die Ukraine braucht für den Krieg gegen Russland nach US-Angaben in erster Linie keine Kampfflugzeuge, sondern Luftabwehr-Raketen. „Flugzeuge sind nicht das, was unsere ukrainischen Partner im Moment hauptsächlich brauchen“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price. Die meisten Zerstörungen in der Ukraine seien auf Raketen und Artillerie zurückzuführen. Flugzeuge seien „nicht das beste Mittel“ gegen diese Waffen. Laut Price verfügt die ukrainische Armee im Übrigen noch über „mehrere Staffeln von Flugzeugen“, die flugtauglich sind.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474808-ueberblick-am-morgen-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – USA – ROUNDUP: Youtube unterbindet Leugnung der russischen Invasion – Facebook duldet keine Russophobie noch sonstige Art von Diskriminierungen gegenüber Russen – 11.3.2022
MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX) – Der Google -Videoservice Youtube sperrt von sofort an Inhalte, in denen der Angriff Russlands auf die Ukraine geleugnet wird. „Unser Gemeinschaftrichtlinien verbieten Inhalte, die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren“, sagte ein Youtube-Sprecher am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb entferne man Inhalte über die russische Invasion in der Ukraine, die gegen diese Richtlinien verstoßen. „Im Einklang damit sperren wir ab sofort auch Youtube-Kanäle, die mit russischen staatlich finanzierten Medien in Verbindung stehen – und zwar weltweit.“
In den staatlichen russischen Medien wird die Invasion in der Regel als friedenserhaltende oder befreiende „Spezial-Operation“ bezeichnet. Außerdem wird immer wieder behauptet, dass Kriegsopfer in Wahrheit selbst Akteure in der Krise seien. Diese Propaganda werde nun von Youtube verbannt, teilte das Unternehmen mit. Youtube wird von Menschen in Russland intensiv genutzt, während Facebook dort nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Youtube wies gleichzeitig auf Ausnahmen hin. Man könne Inhalte zulassen, die Hassreden enthalten, wenn der Inhalt erzieherischen Charakter habe beziehungsweise einen dokumentarischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Zweck erfülle. Dies sei aber kein Freifahrtschein für die Verbreitung von Hassreden. Der erzieherische Kontext müsse in den Bildern oder im Ton des Videos selbst erscheinen.
Zuvor hatte Youtube bereits weltweit die Kanäle der russischen Staatssender RT und Sputnik gesperrt. Die Regierung in Moskau kritisierte diesen Schritt als Zensur.
Nick Clegg, Top-Manager des Facebook-Konzerns Meta , rechtfertigte die Entscheidung seines Unternehmens, harte Kritik aus der Ukraine an dem Vorgehen Russlands nicht zu löschen. Die Facebook-Richtlinien seien darauf ausgerichtet, das Recht der Menschen auf Meinungsäußerung zu schützen – hier diene es als Ausdruck der Selbstverteidigung in Erwiderung einer militärischen Invasion ihres Landes. „Tatsache ist, dass wir, wenn wir unsere Standard-Inhaltsrichtlinien ohne Anpassungen anwenden würden, jetzt Inhalte von gewöhnlichen Ukrainern entfernen würden, die ihren Widerstand und ihre Wut auf die einmarschierenden Streitkräfte zum Ausdruck bringen, was zu Recht als inakzeptabel angesehen werden würde.“
Facebook werde dieses Vorgehen aber nur in der Ukraine selbst anwenden. „Wir haben keinen Streit mit dem russischen Volk“, erklärte Clegg. Facebook werde weder Russophobie noch irgendeine Art von Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt gegenüber Russen auf der Plattform dulden./chd/DP/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55482194-roundup-youtube-unterbindet-leugnung-der-russischen-invasion-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – INTERNATIONAL – Putin warnt wegen Sanktionen vor hohen Energie- und Lebensmittelpreise weltweit – 11.3.2022, 9:31
Russlands Präsident Wladimir Putin hat wegen der westlichen Sanktionen vor einschneidenden Folgen für die weltweite Versorgung mit Energie und Lebensmitteln gewarnt. „Ihre Preise steigen, aber das ist nicht unsere Schuld“, sagte Putin am Donnerstag in einer im Fernsehen übertragenen Regierungssitzung. Die westlichen Staaten hätten sich mit ihren Strafmaßnahmen gegen Russland verrechnet. Putin verwies darauf, dass Russland einer der weltweit wichtigsten Exporteure von Düngemittel ist.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474808-ueberblick-am-morgen-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – UKRAINE – Ukraine weist russischen Vorwurf zu Biowaffen zurück -11.3.2022, 19:23
NEW YORK (dpa-AFX) – Die Ukraine hat Russlands Behauptungen über angeblich in der Ukraine produzierte Biowaffen zurückgewiesen. „Die Ukraine betreibt ein Gesundheitssystem, das seine internationalen Verpflichtungen vollständig erfüllt und in voller Zusammenarbeit mit allen relevanten internationalen Organisationen arbeitet“, sagte der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kyslyzja am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. „Der Rest ist ein Haufen wahnsinniger Delirien von (Russlands Präsident Wladimir) Putin und seinen Handlangern, einschließlich der russischen Vertretung bei den Vereinten Nationen.“
Es ist bereits die achte Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums seit Eskalation des Konflikts in der Ukraine – allerdings die erste von Moskau angefragte. Hintergrund ist Russlands Vorwurf an die USA und die Ukraine, biologische Waffen zu entwickeln. Internationale Faktenchecker haben Behauptungen über ein angebliches Netz derartiger Labore bereits entkräftet. Auch die UN sagten, sie wüssten nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen. Die USA sprechen von „Propaganda“ und einem möglichen Vorwand der Russen, um selbst Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen./scb/DP/he
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481707-ukraine-weist-russischen-vorwurf-zu-biowaffen-zurueck-016.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55473067-kriegstag-16-selenskyj-weist-vorwurf-von-chemiewaffen-zurueck-003.htm
RUSSLAND – UKRAINE – RUSSLAND – UKRAINE – Russland: Ukrainische Labore entwickeln Biowaffen – 11.3.2022, 17:59
NEW YORK (dpa-AFX) – Russland hat der Ukraine und den USA vor dem UN-Sicherheitsrat die Entwicklung von Biowaffen vorgeworfen. „Das Russische Verteidigungsministerium besitzt jetzt Dokumente, die bestätigen, dass es auf dem Territorium der Ukraine ein Netzwerk von mindestens 30 biologischen Labors gab“, sagte Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja bei einer Dringlichkeitssitzung des Gremiums in New York am Freitag. Diese seien für „gefährliche Experimente“ mit Erregern von Milzbrand, Tularämie, Cholera und anderen tödlichen Krankheiten genutzt worden. Dabei sei Kiew vom Pentagon unterstützt worden.
Es ist bereits die achte Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums seit der Eskalation in der Ukraine – allerdings die erste von Moskau angefragte. Hintergrund ist Russlands Vorwurf an die USA und die Ukraine, biologische Waffen zu entwickeln. Internationale Faktenchecker haben Behauptungen über ein Netz von Laboren bereits entkräftet. Auch die UN sagten mehrfach, sie wüssten nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen. Die USA sprechen von „Propaganda“ und einem möglichen Vorwand der Russen, selbst Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen./scb/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481117-russland-ukrainische-labore-entwickeln-biowaffen-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – UKRAINE – Ex-Präsident Poroschenko unterstützt Rivalen Selenskyj im Krieg – 11.3.2022, 16:11
KIEW (dpa-AFX) – Innenpolitischer Schulterschluss in Kiew: Der ukrainische Ex-Präsident Petro Poroschenko hat seinem Nachfolger Wolodymyr Selenskyj im Krieg gegen Russland volle Unterstützung zugesagt. „Ich stehe fest hinter dem sechsten Präsidenten, denn nur so können wir (Wladimir) Putin besiegen“, sagte Poroschenko am Freitag. Beide gelten als Rivalen, Selenskyj hatte Poroschenko 2019 in einer Stichwahl geschlagen. Nun sagte Poroschenko, es gebe „keinen Unterschied mehr zwischen Opposition und Regierung“. Der Millionär gilt als möglicher Gegner von Selenskyj bei der für 2024 erwarteten Präsidentschaftswahl. Poroschenko hat von 2014 bis 2019 amtiert./ast/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55480057-ex-praesident-poroschenko-unterstuetzt-rivalen-selenskyj-im-krieg-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – TÜRKEI – Erdogan betont in Gespräch mit Biden Vermittlerrolle der Türkei im Ukraine-Krieg – 11.3.2022, 9:31
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einem Telefonat mit US-Präsident Joe Biden die Vermittlerrolle seines Landes im Ukraine-Konflikt hervorgehoben. Die Türkei wolle mit beiden Kriegsparteien sprechen und einen Ausweg suchen, erklärte das Präsidialamt in Ankara nach dem Telefonat. Unter türkischer Vermittlung hatten sich am Donnerstag die Außenminister der Ukraine und Russlands in Antalya zu einem ersten hochrangigen Gespräch der beiden Kriegsparteien seit Beginn des russischen Einmarschs vor zwei Wochen getroffen. Einen Durchbruch brachte das Treffen allerdings nicht.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474808-ueberblick-am-morgen-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
=> Vermittler mit eigener Agenda: Putins Krieg bringt Erdogan in schwere Bedrängnis – 9.3.2022
https://www.n-tv.de/politik/Putins-Krieg-bringt-Erdogan-in-schwere-Bedraengnis-article23183682.html
RUSSLAND – UKRAINE – GROSSBRITANNIEN – Großbritannien: Russland missbraucht Sicherheitsrat für Lügen – Russische Behauptung über Entwicklung von Biowaffen in der Ukraine im Fokus – 11.3.2022, 18:39
NEW YORK (dpa-AFX) – Angesichts russischer Behauptungen über die Entwicklung von Biowaffen in der Ukraine hat Großbritannien der Führung in Moskau den Missbrauch des UN-Sicherheitsrats vorgeworfen. „Wir sitzen nicht in diesem Saal, um ein Publikum für russische innenpolitische Propaganda zu sein“, sagte die britische UN-Botschafterin Barbara Woodward am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums in New York. „Wir sollten nicht zulassen, dass Russland seinen ständigen Sitz missbraucht, um Desinformationen und Lügen zu verbreiten und den Zweck des Sicherheitsrats zu verfälschen.“ Es gebe keinen Hauch glaubwürdiger Beweise dafür, dass die Ukraine ein Biowaffenprogramm besitze.
Es ist bereits die achte Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums seit Eskalation des Konflikts in der Ukraine – allerdings die erste von Moskau angefragte. Hintergrund ist Russlands Vorwurf an die USA und die Ukraine, biologische Waffen zu entwickeln. Internationale Faktenchecker haben Behauptungen über ein angebliches Netz derartiger Labore bereits entkräftet. Auch die UN sagten, sie wüssten nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen. Die USA sprechen von „Propaganda“ und einem möglichen Vorwand der Russen, um selbst Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen./scb/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481555-grossbritannien-russland-missbraucht-sicherheitsrat-fuer-luegen-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – GROSSBRITANNIEN – London verhängt Sanktionen gegen Putin-treue Duma-Abgeordnete – 11.3.2022, 19:31
In einer neuen Welle von Strafmaßnahmen gegen Moskau hat Großbritannien Sanktionen gegen die Abgeordneten der russischen Duma verhängt, die bei einer entscheidenden Abstimmung im Februar den Weg für den russischen Einmarsch in die Ukraine ebneten. Die 386 betroffenen russischen Abgeordneten dürften nicht mehr nach Großbritannien einreisen, zudem würden ihre Guthaben im Königreich eingefroren, teilte Außenministerin Liz Truss mit. Die als treue Gefolgschaft von Präsident Wladimir Putin geltenden Abgeordneten hatten im Februar für die Anerkennung der Separatisten-Gebiete Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine durch Moskau votiert.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481738-ueberblick-am-abend-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – GROSSBRITANNIEN – Johnson befürchtet möglichen Einsatz chemischer Waffen durch Russland in Ukraine – 11.3.2022, 9:31
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat Russland vorgeworfen, einen möglichen Einsatz chemischer Waffen in der Ukraine vorzubereiten. Moskau sei dabei, einen möglichen Vorwand für einen solchen Einsatz zu schaffen, indem es der Gegenseite vorwerfe, über chemische Waffen zu verfügen, sagte Johnson im Sender Sky News. Russland werde von einer „zynischen, barbarischen Regierung“ angeführt. „Sie fangen damit an, zu sagen, dass ihre Gegner oder die Amerikaner chemische Waffen lagern, damit sie, wenn sie selbst chemische Waffen einsetzen – und ich fürchte, das werden sie vielleicht – eine Fake-Geschichte haben, auf die sie zurückgreifen können“, sagte Johnson.
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RUSSLAND – UKRAINE – ITALIEN – Italien: Ukraine-Flüchtlinge in beschlagnahmten Mafia-Häusern 11.3.2022, 15:47
ROM (dpa-AFX) – Italien wird für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine auch beschlagnahmte Mafia-Häuser nutzen. „Ich habe darum gebeten, die von der organisierten Kriminalität konfiszierten Immobilien zu erfassen, die wir sofort für Geflüchtete verwenden können“, sagte Innenministerin Luciana Lamorgese der Zeitung „Corriere della Sera“ (Freitag). „Es wurden bereits 283 Objekte gefunden, darunter Wohnungen und Hotels“, sagte Lamorgese.
Diese sollen nun schnell von den Behörden freigegeben werden, damit dort vor allem Ukrainerinnen und ihre Kinder nach der Flucht aus dem Kriegsgebiet unterkommen können. Das Ministerium gab in Auftrag, auch bei den bereits an Städte und Gemeinden übergebenen Mafia-Immobilien zu prüfen, ob sie als Flüchtlingsunterkünfte brauchbar sind.
Der italienische Staat hat landesweit tausende Immobilien von Mafiosi beschlagnahmt, darunter Wohnungen, Villen, Gastronomiebetriebe oder Firmenräume. Allerdings stehen viele leer, weil sie entweder renovierungsbedürftig sind oder die Weiterverwendung unklar ist./msw/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55479797-italien-ukraine-fluechtlinge-in-beschlagnahmten-mafia-haeusern-016.htm
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Scholz bekräftigt Ablehnung zu Importverbot von russischer Energie – Massive Sanktionen gegen Russland – Gegen schnellen EU-Beitritt der Ukraine – 11.3.2022, 17:13
Von Andrea Thomas
VERSAILLES/BERLIN (Dow Jones)–Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat seine Ablehnung zum Importverbot von russischen Energieträgern bekräftigt. Deutschland und Europa würden ihre Anstrengungen intensivieren, um möglichst schnell unabhängiger von russischem Gas, Öl und Kohle zu werden. Dazu werde man auch die Energienetze so ausbauen, dass man einander bei Bedarf schneller aushelfen könne. Gleichzeitig lehnte Scholz ein beschleunigtes Beitrittsverfahren der Ukraine zur Europäischen Union ab. Hier müsse man gewährleisten, dass die EU zusammen auf Dauer funktionieren könne.
„Es ist eine bewusste, begründete und nachvollziehbare Entscheidung“, die russischen Energieimporte nicht einzustellen, sagte Scholz zum Abschluss des EU-Gipfels in Versailles. Stattdessen werde man sich „so schnell wie möglich aus dieser Abhängigkeit“ herausbewegen.
Die USA und Kanada verstünden, warum die EU kein Importverbot für russisches Gas ausgesprochen hätte.
Die Bundesregierung befürchtet, dass es bei einem Importstopp von russischer Energie zu einer massiven Preisexplosion kommen könnte, unter der Verbraucher und die Industrie schwer zu leiden hätte. Laut Bundeswirtschaftsministerium bezieht Deutschland rund 55 Prozent seiner Gasimporte aus Russland und die Hälfte seiner Kohleeinfuhren aus Russland. Außerdem stammen rund 35 Prozent der deutschen Ölimporte von dort.
*** Massive Sanktionen gegen Russland
Scholz betonte, man treibe weiter Sanktionen gegen Russland voran, die unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklungschancen der russischen Wirtschaft hätten. Dazu zählten Finanzsanktionen, die massiv seien und bereits Konsequenzen zeigten. Außerdem habe man dies mit Import- und Exportrestriktionen für hochtechnologische Güter kombiniert. Dies habe dramatische Folgen.
Viele Russen spürten, dass es ein Krieg sei, den Russland angezettelt habe und der auch Auswirkungen auf das eigene Land habe. Russland habe sich „um seine eigenen Perspektiven gebracht“, so Scholz. „Das ist eine ganz ganz schlimme, falsche und gefährliche Entscheidung, die der russische Präsident getroffen hat.“
Dennoch sei es wichtig, dass man den Gesprächsfaden zu Wladimir Putin nicht abreißen lasse. Klar sei aber auch in den Bemühungen der Staats- und Regierungschefs in den Gesprächen mit Putin: „Wir werden nicht für die Ukrainerinnen und Ukrainer Entscheidungen treffen. Sie müssen selber wissen, was aus ihrer Sicht für ihr Land wichtig ist“, sagte Scholz.
*** Gegen schnellen EU-Beitritt
Scholz äußerte sich zudem vorsichtig zum Ansinnen der Ukraine auf einen schnellen EU-Eintritt. Es existierten „sehr klare Prinzipien und Kriterien“ für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. „Die sind auch wichtig, weil ja nur so der spätere Zusammenhalt der Europäischen Union auch gewährleistet werden kann“, erklärte Scholz.
Hierbei gehe es um ökonomische und rechtliche Fragen sowie um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Diese Aspekte gehörten alle dazu.
Die Ukraine hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf das Land verstärkt auf eine schnelle EU-Mitgliedschaft gedrängt.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55480640-scholz-bekraeftigt-ablehnung-zu-importverbot-von-russischer-energie-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Landwirte dürfen wegen Ukraine-Kriegs auf Öko-Flächen Futter anbauen – Zentrale Herausforderungen kontern: hohe Energiepreise, Engpässe auf Futtermittelmarkt, gefürchtete Ausfälle bei ukrainischer Getreideernte, Lieferengpässe bei Ölsaaten, Eiweißpflanzen und sonstigem Getreide -11.3.2022, 14:37
BERLIN (AFP)–Landwirte und Landwirtinnen in Deutschland dürfen in diesem Jahr wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs ausnahmsweise auch auf ökologischen Vorrangflächen Futterpflanzen anbauen. „Damit kann ein Beitrag zur Futterversorgung geleistet und die Wirkungen der steigenden Futtermittelpreise abgemildert werden“, erklärte am Freitag Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne). Normalerweise dürfen die Pflanzen auf diesen Flächen nicht genutzt werden, sondern werden zur Bodenverbesserung untergepflügt.
Die Vorrangflächen maßen laut Landwirtschaftsministerium im vergangenen Jahr 1,23 Millionen Hektar. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland insgesamt betrug laut Statistikamt 2018 rund 16,6 Millionen Hektar.
Als weitere Maßnahme gegen die hohen Futtermittelpreise will Özdemir „die Eiweißpflanzenstrategie ausbauen und finanziell stärken“, wie er ankündigte. Das heißt: Gentechnikfreie Eiweißfuttermittel wie etwa Soja sollen vermehrt auch in Deutschland angebaut werden.
Bestehende Programme zur Förderung der Energieeffizienz und der Erneuerbaren Energien will der Minister „entbürokratisieren und attraktiver wie breiter bekannt machen“, wie er weiter mitteilte. 2022 stehen nach Angaben des Ministeriums voraussichtlich 48 Millionen Euro bereit, mit denen etwa Maßnahmen zur Energieeinsparung oder zur Energieerzeugung in der landwirtschaftlichen Produktion gefördert werden.
Auf EU-Ebene will sich Özdemir für Ausnahmen für Bio-Landwirte einsetzen. In normalen Zeiten müssen sie ihre Tiere mit hundertprozentig ökologisch erzeugtem Futter versorgen – durch den Ausfall von Ökofutter aus der Ukraine aber derzeit schwierig umzusetzen, wie das Ministerium erläuterte.
Im Rahmen der G7 setzt sich der Minister dafür ein, dass die Märkte offen bleiben und der globale Handel funktioniert, um weiteren Preissteigerungen für landwirtschaftliche Betriebe sowie Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland und weltweit entgegenzuwirken, wie er bekräftigte. Am Freitag fand dazu ein virtuelles G7-Sondertreffen der Landwirtschaftsminister statt.
Der Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine „führt uns die verletzlichen Stellen unseres Agrarsystems vor Augen“, sagte Özdemir am Freitag. „Unsere Maßnahmen haben deshalb schnelle Hilfen zum Ziel – und die Landwirtschaft insgesamt weniger krisenanfällig aufzustellen.“
Zentrale Herausforderungen für die Landwirtschaft stellen dem Minister zufolge derzeit vor allem die hohen Energiepreise und Engpässe auf dem Futtermittelmarkt dar. Vor allem befürchtete Ausfälle bei den Getreideernten in der Ukraine sowie bei Lieferungen von Ölsaaten, Eiweißpflanzen und Getreide aus der Ukraine bereiteten Sorgen.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478855-landwirte-duerfen-wegen-ukraine-kriegs-auf-oeko-flaechen-futter-anbauen-015.htm
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – Ministerium: Versorgungssicherheit mit Gas aktuell gewährleistet – 11.3.2022, 13:49
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)–Deutschlands Versorgungssicherheit mit Gas ist laut Bundeswirtschaftsministerium aktuell gewährleistet, auch wenn die vorhandenen Gasspeicherstände „nicht gut“ seien. Die deutschen Gasspeicher sind demnach aktuell zu 26 Prozent befüllt, was vergleichbar sei mit dem Füllstand von 27 Prozent, der im Durschnitt innerhalb der Europäischen Union vorherrsche.
„Nach meinem Kenntnisstand ist das in dieser Situation am Ende des Winters ein Stand, der nicht gut ist, der aber nicht besorgniserregend ist“, erklärte Beate Baron, Sprecherin im Bundeswirtschaftsministerium. „Die Versorgungssicherheit ist jedenfalls aktuell weiter gewährleistet.“
Für den Fall, dass es zu Versorgungsengpässen kommen sollte, gebe es den Notfallplan Gas der Europäischen Union. In solch einem Krisenfall müssten besonders geschützte Gruppen immer versorgt werden. „Das sind eben Krankenhäuser, das sind soziale Einrichtungen“, sagte Baron. Dies bedeute, dass „im Zweifel dann auch die Industrie abgeschaltet“ werden müsste.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478212-ministerium-versorgungssicherheit-mit-gas-aktuell-gewaehrleistet-015.htm
=> Sorgen vor dem kommenden Winter Habeck sieht Energieversorgung gesichert – 11.3.2022
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Habeck-sieht-Energieversorgung-gesichert-article23189535.html
RUSSLAND -UKRAINE – DEUTSCHLAND – IfW: Energiepreisanstieg kostet Privathaushalte 30 Milliarden Euro – 12.3.2022, 1:10
Kiel – Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) geht davon aus, dass der kriegsbedingte Energiepreisanstieg in diesem und dem kommenden Jahr zu einem Kaufkraftverlust für private Haushalte von insgesamt rund 30 Milliarden Euro führen wird. Das geht aus einer IfW-Prognose hervor, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.
Stefan Kooths, Vizepräsident des IfW Kiel, erwartet, dass die Preise an den Energiemärkten im Laufe des Jahres etwas nachgeben, sich aber über weite Strecken deutlich oberhalb des Vorkriegsniveaus bewegen werden. „Die kriegsbedingte Verteuerung der Energierohstoffe erhöht unsere Prognose für die Inflationsrate in diesem Jahr gegenüber der Vorkriegsprognose aus dem Januar um 0,6 Prozentpunkte – von 4,9 Prozent auf 5,5 Prozent“, sagte er dem Blatt. Im kommenden Jahr betrage der Effekt auf die Teuerungsrate 0,2 Prozentpunkte. Statt voraussichtlich 3,2 Prozent werde die Inflationsrate dann 3,4 Prozent betragen.
Die Inflation war bereits vor dem Krieg hoch. Für den Februar meldete das Statistische Bundesamt einen Preisanstieg von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „Wir müssen uns auch in den kommenden Monaten auf deutlich steigende Inflationsraten, auch jenseits von sechs Prozent, einstellen“, sagte Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturabteilung beim Ifo-Institut. Da die Einkommenszuwächse der Haushalte mit diesen Teuerungsraten bei weitem nicht mithalten könnten, bleibe vielen Verbrauchern nichts anderes übrig, als ihren Konsum einzuschränken, sagte er.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55483006-ifw-energiepreisanstieg-kostet-privathaushalte-30-milliarden-euro-003.htm
RUSSLAND – UKRAINE – DEUTSCHLAND – ARD und ZDF berichten wieder aus Moskau – 11.3.2022, 12:34
Moskau – ARD und ZDF nehmen in den kommenden Tagen die Berichterstattung aus ihren Studios in Moskau teilweise wieder auf. Das teilte der WDR am Freitag mit.
Die Arbeit in Russland war am vergangenen Wochenende vorübergehend zurückgefahren worden, „um die Folgen des neuen Mediengesetzes zu prüfen“, das unter anderem Falschinformationen aus Sicht der russischen Regierung über die russischen Streitkräfte und den Krieg in der Ukraine unter Strafe stellt. „Auf Grundlage der Prüfung haben ARD und ZDF auch im Austausch mit Partnern in der EBU entschieden, die Berichterstattung aus den Studios in Moskau über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Russland wieder aufzunehmen“, hieß es in der Mitteilung. Die Berichterstattung über die militärische Lage in der Ukraine werde jedoch von anderen Standorten der beiden öffentlich-rechtlichen Sender durchgeführt.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55477212-ard-und-zdf-berichten-wieder-aus-moskau-003.htm
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EUROPÄISCHE UNION – Ukraine-Krieg dominiert Beratungen europäischer Finanzminister – Kreise – 11.3.2022
Der Krieg in der Ukraine wird nach der Erwartung in deutschen Regierungskreisen auch die am Montag und Dienstag geplanten Beratungen der europäischen Finanzminister dominieren und eigentlich geplante Themen wie die Reform des EU-Stabilitäts- und Wachstumspaktes in den Hintergrund schieben. Die Diskussionen würden „gekennzeichnet auch von den aktuellen Entwicklungen im Konflikt rund um den russischen Angriff auf die Ukraine und den auch ökonomischen Folgen und den ökonomischen Reaktionen“, sagte ein hochrangiger Vertreter des Finanzministeriums in Berlin.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481738-ueberblick-am-abend-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
DEUTSCHLAND – Deutschland: Inflation steigt wieder über die Marke von fünf Prozent – Statistisches Bundesamt: Jahresinflation im Februar bei 5,1 (Januar: 4,9) Prozent – 11.3.2022
WIESBADEN (dpa-AFX) – Ein erneuter Energiepreissprung hat die Inflation in Deutschland im Februar wieder die Marke von fünf Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber Februar 2021 um 5,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Im Januar 2022 hatte die jährliche Teuerungsrate bei 4,9 und im Dezember 2021 bei 5,3 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Februar um 0,9 Prozent.
„Die coronabedingten Effekte werden zunehmend überlagert durch die Auswirkungen des Angriffs von Russland auf die Ukraine“, erläuterte Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Die aktuellen Preissteigerungen, insbesondere bei den Mineralölprodukten, spiegelten sich in den Februarergebnissen aber noch nicht wider.
Russlands Angriff auf die Ukraine hatte Preise für Rohöl und Erdgas zusätzlich angeheizt. Manche Ökonomen rechnen inzwischen damit, dass in den nächsten Monaten bei der Teuerungsrate eine Sieben vor dem Komma stehen könnte. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor.
Im Februar kostete Sprit 25,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 52,6 Prozent, Erdgas um 35,7 Prozent und Strom um 13,0 Prozent. Dabei wirkte sich auch die zu Jahresbeginn gestiegene CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne Kohlendioxid aus. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im Februar den Angaben zufolge bei 3,3 Prozent gelegen./mar/DP/bgf
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474139-deutschland-inflation-steigt-wieder-ueber-die-marke-von-fuenf-prozent-016.htm
DEUTSCHLAND – Deutsche HVPI-Inflation steigt im Februar auf 5,5 Prozent – Deutsche Bundesbank rechten mit weiterem Inflationsanstieg in 2022 – Erwartete Jahresrate für 2022 im Schnitt bei 5 Prozent – 11.3.2022
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)–Der am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsdruck in Deutschland hat im Februar zugenommen. Grund dafür sind die hohen Energiepreise, die durch den Krieg in der Ukraine weiter steigen. Wie das Statistischen Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhte sich der HVPI mit einer Jahresrate von 5,5 (Vormonat: 5,1) Prozent. Die Statistiker bestätigten damit – wie von Volkswirten erwartet – ihre vorläufige Schätzung vom 1. März.
Gegenüber dem Vormonat stieg der HVPI um 0,9 Prozent, womit die vorläufigen Daten ebenfalls bestätigt wurden. Die HVPI-Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).
Der nationale deutsche Verbraucherpreisindex erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent. Die jährliche Inflationsrate betrug 5,1 (Vormonat: 4,9) Prozent. Die Zahlen entsprachen der ersten Veröffentlichung und den Prognosen von Volkswirten.
Die Deutsche Bundesbank rechnet nach den Worten ihres Präsidenten Joachim Nagel damit, dass der Energiepreisschub durch den russischen Überfall auf die Ukraine zu einem weiteren Inflationsanstieg in Deutschland führen wird. „Mittlerweile rechnen die Fachleute der Bundesbank damit, dass die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 5 Prozent erreichen könnte“, sagte Nagel. Für den Euroraum sei ebenfalls eine hohe Inflationsrate zu erwarten. „Wir müssen die Normalisierung unserer Geldpolitik im Blick behalten“, forderte Nagel.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474134-deutsche-hvpi-inflation-steigt-im-februar-auf-5-5-prozent-015.htm
DEUTSCHLAND – Ifo-Institut senkt Wachstumsprognose für 2022 deutlich auf 3,0 (Dezember: 3,7) Prozent – 11.3.2022
Angesichts des Ukraine-Krieges und steigender Preise senkt das Münchener Ifo-Institut seine Wirtschaftsprognose für das Jahr 2022 ab. „Wir müssen unsere Wachstumsrate für dieses Jahr, die wir bis vor kurzem erwartet haben, deutlich stutzen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser dem Nachrichtenportal t-online. „Wir rechnen für dieses Jahr aber immer noch mit einem Wachstum von etwa 3 Prozent“, fügte er hinzu. Im Dezember hatte das Ifo-Institut noch ein Wachstum von 3,7 Prozent erwartet.
Ein Gas-Embargo allerdings hätte drastische Folgen: „In dem Fall würden wir sicher einen wirtschaftlichen Einbruch sehen. Das wäre eine ganz andere Welt“, sagte der Professor.
So aber dürfte die Erholung nur etwas schwächer ausfallen, „einfach weil wegen der hohen Preise die Konsummöglichkeiten der Menschen eingeschränkt sind“. Die Auftragsbücher der Industrie seien voll, aber sie erhole sich langsamer als erhofft. „Die Lieferkrise geht noch weiter. Der Krieg in der Ukraine hat seinen Anteil daran.“ Derzeit stehen etwa Autowerke in Deutschland still, weil Kabelbäume von Zulieferern in der Ukraine fehlen. Vieles sei kurzfristig nicht zu ersetzen, sagte der ifo-Konjunkturforscher./rol/DP/ngu
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55479791-ifo-institut-senkt-wachstumsprognose-auf-drei-prozent-016.htm
DEUTSCHLAND – ROUNDUP 3: Industrie warnt vor dramatischen Folgen bei Öl- und Gas-Importstopp – 11.3.2022
BERLIN (dpa-AFX) – Mit Blick auf schon spürbare Beeinträchtigungen der deutschen Wirtschaft haben Wirtschaftsverbände vor den Folgen weiterer Sanktionen gegen Russland gewarnt – möglich wäre etwa ein Embargo für Öl oder Gas. „In der deutschen Wirtschaft gibt es eine breite Zustimmung für die harten Sanktionen. Denn Krieg ist keine Basis für Geschäfte“, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) der „Rheinischen Post“ (Freitag). Die bisherigen Sanktionen begännen Schritt für Schritt zu wirken. Auch die Metall- und die Chemieindustrie warnten vor den Kosten eines Importstopps für Energie aus Russland.
„Aufgrund konkreter Hinweise aus den Unternehmen wissen wir, dass die Rückwirkungen auf die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten nicht unterschätzt werden dürfen“, sagte Wansleben weiter. „Das gilt nicht nur für weiter steigende Energiepreise, sondern gerade auch für Verwerfungen in den Lieferketten mit großer Breitenwirkung in der Wirtschaft“, warnte er.
Immer mehr mittelständische Industriebetriebe könnten sich bei diesen Preisen die Produktion in Deutschland nicht mehr leisten. „Hinzu kommt die Sorge, die eigenen Anlagen wegen Energieengpässen zumindest vorübergehend abschalten zu müssen. Diese wirtschaftliche Situation sollte jede Politikerin und jeder Politiker in Europa berücksichtigen“, sagte Wansleben.
Auch die Metall- und Elektroindustrie warnte vor wirtschaftlichen Folgen im Fall eines Energie-Embargos. „Wenn Deutschland sich dazu entschließen sollte, kein Gas oder Öl aus Russland mehr zu importieren, würde sich das dramatisch auf unsere Industrie, aber auch auf die Privathaushalte auswirken“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Die Inflation wäre zweistellig. Die Versorgungssicherheit wäre ernsthaft gefährdet.“
Die Chemie-Industrie verwies auf den großen Verbrauch von Öl und Gas in der Branche. Sollte es wegen eines Energie-Embargos zu längeren Ausfällen von Anlagen kommen, hätte das massive Folgen für die Wertschöpfungsketten in Deutschland, erklärte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag in Frankfurt. Etwa 95 Prozent aller Industrieerzeugnisse benötigten Chemieprodukte, vom Auto über Computerchips und Dämmmaterialien bis hin zu Fernsehern, Arzneien sowie Waschmitteln. „Wer die Energie- und Rohstoffversorgung für die chemische Industrie kurzfristig abschaltet, lähmt auch die gesamte Industrieproduktion am Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup der dpa.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) setzt weiter auf Energieimporte aus Russland. In der EU sind die Positionen aber gespalten, wie sich beim Sondergipfel am Donnerstag in Versailles zeigte. Die US-Regierung hat bereits einen Importstopp für russisches Öl verhängt. Befürworter eines Energie-Embargos kritisieren, dass deutsche Energieimporte aus Russland den Ukraine-Krieg letztlich mitfinanzieren.
Die Unionsfraktion im Bundestag hat einen Stopp des Gasbezugs über die Pipeline Nord Stream 1 gefordert. Dies würde „eine neue Qualität in den Sanktionen bedeuten“, hatte Fraktionschef Friedrich Merz gesagt. SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch hält einen kompletten Verzicht auf Öl, Gas und Steinkohle aus Russland als letzte Option für denkbar. Rund 55 Prozent des importierten Erdgases kommen laut Bundeswirtschaftsministerium aus Russland. Bei den deutschen Ölimporten stammt laut VCI ein Drittel aus russischen Quellen.
Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, warnte vor Gefahren für die Versorgungssicherheit in Deutschland. „Ein kurzfristiger Stopp der Erdgaseinfuhren würde ganze Industriezweige und die Versorgung der Haushalte mit Strom und Wärme massiv gefährden.“ Anders als bei Erdöl und Kohle seien alternative Beschaffungsmöglichkeiten für Erdgas kurzfristig nicht ausreichend verfügbar, sagte Hermes. Man unterstützen alle Maßnahmen, um den russischen Krieg gegen die Ukraine so schnell wie möglich zu beenden. „Wir teilen aber die ablehnende Haltung der Bundesregierung im Hinblick auf einen Bezugsstopp für russisches Erdgas.“
Ähnlich äußerte sich der Verband der Automobilindustrie (VDA). „Ohne Zweifel muss Deutschland, muss Europa, seine Abhängigkeit von Russland bei der Energieversorgung überwinden“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller der dpa. Dabei müsse die Regierung aber auch die Konsequenzen für die Menschen und die Wirtschaft sehen und Folgen abwägen. „Ein kurzfristiger Importstopp von Öl, Kohle und insbesondere von Gas, gefährdet eine sichere Energieversorgung und industrielle Produktionsprozesse.“/red/als/DP/nas
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DEUTSCHLAND – Neue Lieferketten und Rohstoffe könnten Autos 25 Prozent verteuern – 11.3.2022
Berlin – Die deutsche Automobilindustrie könnte angesichts der gestörten Lieferketten ihren Einkauf neu aufstellen müssen – was die Fahrzeuge vermutlich erheblich teuer macht. Das sagte Jan Dannenberg von der Unternehmensberatung Berylls dem Magazin „Focus“.
In den letzten Jahren hätten die Hersteller ihre Beschaffung so konsequent auf Kosteneffizienz getrimmt, dass sie „schon bei leichten Disruptionen Schwierigkeiten“ bekämen. Ein sogenanntes „Dual Sourcing“ – also die Produktion ein und desselben Teils an verschiedenen Standorten, – komme bisher nur bei hohen Stückzahlen in Frage. Aktuell, so Dannenberg, würden die die Konzerne neu abwägen, bei welchen Teilen sie sich mit alternativen Quellen absichern müssten. Die Mehrkosten für künftige krisensichere Lieferketten bezifferte der Experte auf zehn bis 15 Prozent für die verbauten Teile.
Dazu kämen die zum Teil drastischen Preissteigerungen bei Rohstoffen. „Wenn wir all das mit einrechnen, könnte ein durchschnittliches Fahrzeuge 20 bis 25 Prozent teurer werden.“ Verschiedene Autohersteller mussten nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs ihre Produktion drosseln, weil Kabelbäume fehlten. „Die Produktion von Kabelbäumen ist ein extrem personalintensiver Fertigungsschritt“, sagte Dannenberg.
30 bis 70 Arbeitsstunden müssten dafür veranschlagt werden. Die Herstellung in der Ukraine schlage im Schnitt mit 350 Euro pro Pkw zu Buche. „In Deutschland wäre sie praktisch nicht bezahlbar.“ Immerhin habe die Branche Ausweichmöglichkeiten.
„Kabelbäume werden auch in Vietnam, in Mexiko, Tunesien, Marokko, teilweise auch in Moldavien gefertigt“, so Dannenberg. Eine Verlagerung der Produktion in diese Länder sei darstellbar, wenn auch nicht über Nacht.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55476035-neue-lieferketten-und-rohstoffe-koennten-autos-25-prozent-verteuern-003.htm
DEUTSCHLAND – ‚Politbarometer‘: Mehrheit in Deutschland will Stopp von Gas- und Erdölimporten – Zustimmung zu Wirtschaftssanktionen und Waffenlieferungen an die Ukraine – 11.3.2022, 14:05
BERLIN (dpa-AFX) – Angesichts des Ukraine-Kriegs ist eine knappe Mehrheit der Bevölkerung einer Umfrage zufolge dagegen, dass Deutschland weiter Öl und Gas aus Russland bezieht. Laut dem ZDF-„Politbarometer“ sind 55 Prozent für einen Importstopp, selbst wenn dann in Deutschland Versorgungsprobleme auftreten würden. 39 Prozent sind dagegen, 6 Prozent machten keine Angaben, wie aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht. Deutschland bezieht einen großen Teil seiner Gas- und Erdölimporte aus Russland. Wegen des Ukraine-Krieges in der Ukraine wird über einen Importstopp diskutiert.
Mehrheitlich unterstützt wird ein solches Embargo von 62 Prozent der SPD-Anhängerschaft, 56 Prozent sind es bei CDU/CSU. Bei den Grünen-Wählern zeigten 73 Prozent Zustimmung. Die meisten Anhänger und Anhängerinnen von FDP (57 Prozent), AfD (78 Prozent) und Linke (65 Prozent) hingegen wollen, dass Deutschland weiterhin Gas und Öl aus Russland bezieht.
Die Umfrage ergab auch, dass eine Mehrheit hinter den Wirtschaftssanktionen gegen Russland steht. Die wirtschaftlichen Strafmaßnahmen, die die westlichen Staaten gegen Russland verhängt haben und die auch in Deutschland zu Nachteilen führen können, halten 47 Prozent für gerade richtig. Für weitere 38 Prozent gehen die Sanktionen nicht weit genug und lediglich 11 Prozent sind der Meinung, diese Maßnahmen seien übertrieben.
Zudem finden es 67 Prozent richtig, dass Deutschland der Ukraine Waffen geliefert hat – 29 Prozent halten das für falsch. Außerdem ergab sich aus der Befragung, dass 75 Prozent der Befragten Sorge vor einem noch größeren Krieg in Europa haben. 24 Prozent befürchten das nicht. Dass der russische Präsident Putin auch Atomwaffen einsetzen könnte, bereitet 67 Prozent Sorgen – 31 Prozent sehen diese Gefahr nicht./ddb/DP/jha
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478384-politbarometer-mehrheit-in-deutschland-will-stopp-von-gas-und-erdoelimporten-016.htm
DEUTSCHLAND – Deutschland: Erzeugerpreise für Agrarprodukte deutlich im Januar auf 21,1 Prozent im Jahresvergleich gestiegen – Getreidepreis und zuletzt Ukrainekrieg als Treiber – Motortreibstoff und Nahrungsöl: Raps steigt rasant um 60,2 Prozent – Geringe Ernte und Basiseffekt: Kartoffeln explodieren mit Preisanstieg von 66,4 Prozent – Milch und Fleisch im preislichen Aufwind um rund ein Drittel – 11.3.2022
WIESBADEN (dpa-AFX) – Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte sind im Januar weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kletterten sie um mehr als ein Fünftel (21,1 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Zum Vormonat Dezember ging es um 1,7 Prozent nach oben. Sowohl die Preise für pflanzliche (plus 23,6 Prozent) als auch für tierische Erzeugnisse (plus 19,3 Prozent) zogen deutlich an.
Der Preisanstieg bei pflanzlichen Produkten sei vor allem auf den seit Juli 2020 steigenden Getreidepreis zurückzuführen, erklärten die Statistiker. Er lag im Januar 28,5 Prozent über Vorjahresniveau. Der Ukraine-Krieg sorgte zuletzt für weiteren Preisdruck bei Getreide.
Während Gemüse im Januar deutlich billiger wurde (minus 4,7 Prozent), verteuerte sich Raps, das auch in Motoren als Treibstoff verwendet werden kann, rasant (plus 60,2 Prozent). Besonders stark zoegen die Preise für Kartoffeln an (plus 66,4 Prozent). Hier machten sich eine geringe Ernte und niedrige Preise vor einem Jahr bemerkbar.
Auch bei tierischen Erzeugnissen zogen die Preise laut den Angaben an. Der Milchpreis lag demnach gut ein Viertel über dem Vorjahresniveau (plus 26,1 Prozent). Rinder verteuerten sich um gut 30 Prozent, Schweine um 3,7 Prozent. Bei letzteren mache sich eine etwas höhere Nachfrage der Gastronomie bemerkbar, hieß es.
Steigende Erzeugerpreise können tendenziell zu höheren Verbraucherpreisen führen. Der Deutsche Bauernverband erwartet, dass Lebensmittel wegen des Kriegs in der Ukraine noch teurer werden./als/DP/jha
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474478-deutschland-erzeugerpreise-fuer-agrarprodukte-deutlich-gestiegen-016.htm
=> Ukraine wichtigster Lieferant: Speiseöle werden knapp – 9.3.2022
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Speiseoele-werden-knapp-article23183105.html
=> Diskussion um neue Agrarpolitik „Nahrungsmittelpreise können und werden steigen“ – 3.3.2022
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Nahrungsmittelpreise-koennen-und-werden-steigen-article23170088.html
DEUTSCHLAND – VDMA: Krieg verschärft Lieferkettenrpobleme weiter – Auch Tierproduktion betroffen – 11.3.2022
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)–Der russische Krieg gegen die Ukraine wird sich nach Einschätzung des Branchenverbands VDMA im Maschinen- und Anlagenbau deutlich auswirken und die noch nicht überwundenen Schwierigkeiten in den Lieferketten abermals verschärfen. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA unter seinen Mitgliedsfirmen, die Anfang März durchgeführt wurde, sehen 85 Prozent der knapp 550 Teilnehmer den Krieg als gravierendes oder merkliches Risiko für ihre Geschäfte. Der VDMA senkt seine Produktionsprognose für 2022 auf 4 (bisher: 7) Prozent.
„Für den Maschinen- und Anlagenbau ist die Geschäftstätigkeit mit Russland zwar nicht existenziell, aber die Unternehmen werden für den russischen Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen ist, einen Preis zahlen müssen“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen. Vorrangig gehe es jetzt für viele Firmen darum, die Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ukraine und auch in Russland zu gewährleisten.
Das Volumen der deutschen Maschinenbauexporte in die Ukraine und nach Russland bezifferte der VDMA-Präsident auf 7 Milliarden Euro, wovon 40 Prozent (Ukraine) und 30 Prozent (Russland) auf Landmaschinen entfielen. Hinzu kämen nicht bezifferbare Zweit- und Dritteffekte. Haeusgen zufolge liegt die internationale wirtschaftliche Bedeutung sowohl der Ukraine als auch Russlands vor allem in ihrer Rolle als Lieferant von Lebensmitteln. „Fehlende Ersatzteillieferungen für Landmaschinen würden erhebliche Ernteausfälle verursachen“, sagte er.
*** Maschinenbauer stellen sich auf längere Lieferkettenstörungen ein
Die deutschen Maschinenbauer müssen sich laut VDMA auf weitere Lücken in den Lieferketten einstellen. Das ziehe sich durch die gesamte Produktion bis hin zur Auslieferung und Inbetriebnahme. „Die Lieferkettenprobleme dauern länger und werden heute intensiver wahrgenommen, so dass wir davon ausgehen, dass die Bremswirkungen durch Lieferketteneffekte in diesem Jahr größer sind als ursprünglich angenommen“, sagte Haeusgen.
Dabei werden Engpässe in den Zulieferungen hauptsächlich bei Elektronikkomponenten registriert (52 Prozent gravierend, 28 Prozent merklich) sowie bei Metallerzeugnissen (10 Prozent gravierend, 44 Prozent merklich). Die Zulieferungen für die eigene Produktion kommen demnach deutlich verzögert in den Werkshallen an: Bei Elektronikkomponenten berichten 31 Prozent der Unternehmen von einer um mindestens sechs Monate verlängerten Wartezeit, bei weiteren 30 Prozent der Firmen sind es drei bis sechs Monate Verzug.
Auf Metallerzeugnisse wartet etwa jedes dritte Unternehmen ein bis drei Monate länger, weitere 21 Prozent warten mindestens drei Monate. Eine Entspannung der Engpässe wird vorbehaltlich der Kriegsfolgen insbesondere für Metallerzeugnisse erst ab dem zweiten Halbjahr erwartet. Bei Elektronikkomponenten gehen zwei Drittel der Unternehmen sogar erst ab dem Jahr 2023 von einer Besserung der Lage aus.
*** Unternehmen arbeiten an Diversifizierung von Zulieferungen
Gut drei Viertel der Unternehmen haben laut VDMA aus den jüngsten Erfahrungen gelernt und stellen ihre Lieferketten kritisch auf den Prüfstand. Die meisten von ihnen möchten künftig ihre Versorgungssicherheit durch ein breiteres Lieferantennetzwerk, veränderte Beschaffungsprinzipien oder eine erhöhte Lagerhaltung gewährleisten. Auch eine andere geografische Verteilung der Lieferanten spielt in vielen Betrieben eine Rolle.
Haeusgen räumte in diesem Zusammenhang ein, dass der deutsche Maschinenbau wegen seiner starken Abhängigkeit von China ein „Klumpenrisiko“ habe. Es sei daher wichtig, dass die Gesprächskanäle nach China immer offen blieben, sagte er.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474807-vdma-krieg-verschaerft-lieferkettenrpobleme-weiter-015.htm
DEUTSCHLAND – Deutsche Arbeitskosten steigen im vierten Quartal spürbar – 11.3.2022
Von Andreas Plecko
WIESBADEN (Dow Jones)–Die Arbeitskosten in Deutschland sind im vierten Quartal 2021 spürbar gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, erhöhten sie sich um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Kalenderbereinigt lagen sie um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen und werden in Relation zu den geleisteten Stunden ausgewiesen. Die Kosten für Bruttoverdienste erhöhten sich im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal kalenderbereinigt um 1,9 Prozent, die Lohnnebenkosten stiegen um 3,9 Prozent.
Verglichen mit dem vierten Quartal 2019, also dem vergleichbaren Quartal im Jahr vor der Corona-Krise, ist der Arbeitskostenindex im vierten Quartal um 5,6 Prozent gestiegen. „Der Anstieg resultiert hauptsächlich daraus, dass die Arbeitskosten stärker gestiegen sind als die Zahl der gesamtwirtschaftlich geleisteten Stunden je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer“, erklärte Destatis.
Europaweite Ergebnisse liegen aktuell für das dritte Quartal 2021 vor. Danach verteuerte sich eine Stunde Arbeit im Durchschnitt der 27 Mitgliedstaaten der EU um 2,9 Prozent. Deutschland lag mit 2,2 Prozent unter der durchschnittlichen Entwicklung in der EU.
In Griechenland (minus 1,1 Prozent) war der Arbeitskostenindex im betrachteten Zeitraum rückläufig. Auf der anderen Seite wiesen Litauen (plus 15,5 Prozent), Bulgarien (plus 12,3 Prozent), Polen (plus 9,8 Prozent), Malta (plus 9,5 Prozent) und Rumänien (plus 9,0 Prozent) die höchsten Arbeitskosten-Wachstumsraten in der EU auf.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55474686-deutsche-arbeitskosten-steigen-im-vierten-quartal-spuerbar-015.htm
DEUTSCHLAND – Lindner will Neuverschuldung 2023 Jahr auf 9 Milliarden senken – Magazin – 11.3.2022
Trotz des Krieges in der Ukraine will Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) ab 2023 wieder die Vorgaben der Schuldenbremse einhalten und die Neuverschuldung nach gegenwärtigem Stand der Etatplanung laut einem Magazinbericht auf rund 9 Milliarden Euro senken. Dieses Jahr jedoch nehme er wegen der Corona-Pandemie noch einmal eine Ausnahme in Anspruch und plane mit einer Nettokreditaufnahme von 99,7 Milliarden Euro, genauso viel wie die Vorgängerregierung, so Der Spiegel. In den Jahren bis 2026 soll sich die Neuverschuldung den Angaben zufolge zwischen 10 und 12 Milliarden Euro einpendeln.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481738-ueberblick-am-abend-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55478455-lindner-will-neuverschuldung-auf-neun-milliarden-euro-senken-003.htm
DEUTSCHLAND – Bundesrat dringt auf härteres Vorgehen gegen Steuerstraftaten – 11.3.2022
Der Bundesrat unternimmt einen weiteren Anlauf, um härter gegen Steuerstraftaten vorzugehen. Die Länderkammer beschloss einen Gesetzentwurf, der höhere Strafen für bandenmäßig organisierte Steuerhinterziehung vorsieht. Auch sollen die Ermittler für solche Fälle weitergehende Befugnisse erhalten. Ein weiterer Gesetzentwurf des Bundesrats zielt darauf ab, den Informationsaustausch zwischen Finanzämtern und Börsen zu verbessern, um Steuerstraftaten auf den Kapitalmärkten früher erkennen zu können.
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55481738-ueberblick-am-abend-konjunktur-zentralbanken-politik-015.htm
ÖSTERREICH – Zwei Sub-Auspiciis-Promotionen an der Uni Wien – 11.3.2022
An der Universität Wien sind am Freitag eine Absolventin sowie ein Absolvent „sub auspiciis praesidentis rei publicae“ promoviert worden. Die Byzantinistin und Neogräzistin Maria-Lucia Goiana sowie der Orientalist Peter Enz-Harlass erhielten von Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) die Ehrenringe der Republik. Die Ehrung erfolgte am Dies Academicus, den die Uni Wien anlässlich ihrer Gründung am 13. März vor 657 Jahren am Freitag beging.
*** Der Sub Auspiciis Ehrenring
ABBILD: https://secure-psas.apa.at/apascience/?O9PzF9jNqDB5mTKcFV7XFYDcGUqIqCbFF3nkj4kPO7FwKWtBeEH2j1M6bgOkgSxvFhHryJWIkiiVg_x2fmudfuAr9ccxyVLeLZ99qzW-eYMjdA==
Voraussetzung für eine Promotion unter den Auspizien des Bundespräsidenten sind ein Vorzug in allen Oberstufenklassen, eine Reifeprüfung mit Auszeichnung, ein Studienabschluss, in dem alle Teile der Diplom- bzw. Bachelor- und Masterprüfungen sowie das Rigorosum mit „Sehr gut“ benotet werden, sowie Bestbeurteilungen der Diplom- bzw. Masterarbeit und Dissertation. Dazu darf eine „im Durchschnitt normale Studiendauer“ nicht überschritten werden.
Goiana wurde in Bukarest (Rumänien) geboren und absolvierte auch ihr Bachelor- und Masterstudium an der Universität Bukarest im Fach Klassische Philologie (Latein und Altgriechisch). Anschließend war sie in ihrer Heimatstadt als Lateinlehrerin tätig, bevor sie von 2015 bis 2021 an der Universität Wien im Fach Byzantinistik und Neogräzistik mit einer Dissertation zum konstantinopolitanischen monastischen Autor Theodoros Stoudites (8.- 9. Jh.) und seiner Dichtung promovierte. Derzeit arbeitet sie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Uni Wien.
Enz-Harlass studierte nach seiner Matura am Piaristengymnasium in Krems (NÖ) Arabistik und Philosophie an der Universität Wien. Daneben war er als freier Mitarbeiter bei der Tageszeitung „Die Presse“ tätig, bevor er nach Abschluss seiner beiden Studien Mitte 2012 ins Verteidigungsministerium wechselte. Parallel absolvierte er danach ein Doktoratstudium in Orientalistik mit einer Dissertation zur islamischen Bürgerrechtsbewegung in Saudi-Arabien.
https://science.apa.at/power-search/5809706194604681759